FuidaerMZeitung
30. Jahrgang.
MuL'da, Samstag, den 31. Januar 1903.
M 25.
oiung aller spanisch«portugiestschen Rqrablik«
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ajiKBi rechnen tonnen. Aber da« Schicksal Kubas war
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------ (Nachdruck verboten.) (Schluß.)
Die Wacht des Geldes.
Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simfon.
diese Warnung noch »u verstärken.
Sau» besonder« aber hat der Etrett um da« «kregebiet, ein wirtschaftlich sehr wichtige« ©renilanb, über dessen Besitz Bolivien und Peru und neuerdtng« auch Brasilien sich tanken, in Südamerika große Besorguisie wegen der Pläne der nordamertkanischen Union hervorgerufen. Da« Akreaebiet, vom Rio Acre, einem Nebenflüsse be« Amazonenstrome« durch flössen, ist reich an Kautschuk. Bolivien aber, da« seither die Herrschaft Über diese« Gebiet behauptete, konnte doch wenig Ratzen au« diesem Gebiete ziehen, da e« fernab liegt von seinen dichter bevölkerten Bezirken, von ungeheuren Urwäldern und Sümpfen bedeckt und von einem mörderische« Klima ist. De«halb nahm e« anfang« vorigen Jahre« gern da« Angebot einer großen nordamertkanischen Gesellschaft an, hinter der wieder der unvermeidliche Pierpont Morgan steht, da« Land mit allen HoheiUrrchten an diese Ge- sellschaft für große pekuniäre Vorteile zu mr- pachten, die seine Staatseinnahmen verdoppelt ! haben würden. Stie Ist aber durchweg von Brasilianern bewohnt. Mkhr noch als dieser Umstand bewog die Furcht vor einem Umsichgreifen de« nordamertkanischen Einflüsse« in Südamerika Brasilien, energischen Einspruch gegen den Pachtvertrag zu erheben. E« drohte sogar mit einer Sperrung der Flußschiffahrt an seiner Grenze gegen Akre, wodmch diese« Gebiet wert.« gemacht worden wäre. t .
Dadurch wurde Bolivien eingeschüchtert und schwankt seitbem unentschieden hin und her zwischen der Furcht vor »rafilten und den Einflüsterungen Nordamerika«. Der Streit ist j-tzt wieder akut. Brasilien will den Bolivianern selbst da« Akre- gebiet abkanfen oder gegen andere« Gebiet ein tauschen. Ob Bolivien darauf etr gehen wird, is noch unsicher. Jedenfalls ab« wird ber Streit nicht dazu beitragen, da» keimende Mißtrauen gegen Nordamerika im lateinisch« Süden zu be-
Koml-und Frier« Mae. Lierteljährl.
vhnk Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda mb au«« ^irtSlMSOPs.
Wege« des AeiertagS Mariä Lichtmeß wird die Nächste Nummer «nsereS Bluttes erst am Dienstag ansgegebe«.
„Du wußtest, daß Dein Bruder hier war?" »Ich hatte keine Ahnung davon; meine freudige Ueberraschung kannst Du Dir wohl denken. Theodore lud mich ein, bei ihr in Brunnen Quartier zu nehmen; ich kam gestern Nachmittag dort an und erfuhr int Hotel, daß HallftädtS fich auf dem Rigi befanden und erst heute zu- rückkehren würden. Sestern Abend erhielt ich ein Telegramm; die Möglichkeit berücksichtigend, daß ich inzwischen eingetroffen sein könne, hatte Theodore eS von dem Rigi abgeschickl. SS ent« hielt nur die B.tte, ich möge mich heute morgen auf daS erste von Vitznau kommende Schiff be- geben, um Theodore nach Luzern zu begleiten. DaS war alles, und nun fand ich auf dem Schiff Theodore als die Braut meines Bruder»! Wie daS alles gekommen war, wurde mir so kurz wie möglich erzählt, dann mußte ich daS hi« Borgefallene erfahren, und schließlich wurde d« Plan dies« Zusammenkunft beraten.-
Sie brach ab, Hzllftädt und de« Branlprar traten in diesem Augenblicks ein; Gustav erhob sich von seinem S'tz, um die Braut und ihren Vater zu begrüßen.
Der Kellner servierte da« Frühstück; Gustav Varncy dachte nicht mehr an die unerledigte Arbeit.
H.llstädt bat um den Brief, den der Agent
»Frau Griesheim ist im Gefängnis."
„Sie steht vor einem höheren Richter."
„Sie Ist lot?" fragte Gustav bestürzt.
D« Richter n'ck'e besehend.
„Wir fanden eine Leiche," sagte er ernst. „Die E kenrtni«, daß sie verloren war, wird sie zu- diesem Schritt der Verzweiflung getrieben haben; sie hat iu der vergangenen Nicht Giftige- ' vommen. Auf deut Nachttischchen vor dem Bette fanden wir diesen an Sie abrefftet ten Brief."
Gustav Varnay erbrach mit zitternd« Hand da« Siegel.
„Leben Sie wohl, mein noch immer geliebter Freund," la» «. „Ich verzeihe Ihnen alle», wa» Sie mir angetan haben, vergeben Sie mir nun auch und urteilen Sie nicht zu hart üb« «eine V«irrungen. Ich will nitntanb anklagen, weder meinen Gotten, noch meinen Bruder, aber viele« wäre nicht geschehen, hätte ich an d« Sette eine» anderen Manne» durch da» Leben gehen dürfen. Ich weiß, daß mich da» nicht rechtfertigt und daß man mir den Vo wmf machen kann, ich hätte d« Versuchung widerstehen müssen, aber ein Milderung'gründ liegt doch darin, und Sie werden ihn gelten Uff en.
,Jch bin nicht stark genug, die furchtbaren Folaen meiner Handlungen zu tragen; ber Gedanke an die trostlose Einsamkeit htvt« den Keikermauern ist zu entsetzlich sür mich. Und könnte ich auch dcm entrinnen, welche« anbere Lo« wird mich erwarten? Ich habe Sch ssbruch gelitten an allem, den Glauben verloren und am den Trümmern nichts gerettet, wa« mir da« Leben erträglich machen könnte.
„In einer Stunde spätestens werde ich wie» d« hier fein," wandte er sich zu seiner Braut; „bann stehe ich zur Verfügung. SS ist btffet, daß ich j tzt alle- abmache, damit wir später nicht mehr geflöit werden.
Einige Minuten darauf verließ er daS Hotel, um dem UnttrsuchungSrichter de» Brief AeS Agenten zu Überbringen.
Schon bei feinem Eintritt in baS Bureau beS Richters fiel ihm die Erregung des sonst so ruhigen ManneS auf.
„Ich wollte eben zu Ihnen schicken und Sie um Ihren Besuch bitten lassen," sagte der Richter. „Wiffen Sie bereit-, wa- vorgefallen ist?"
..Ich bringe Ihnen die Nachrichten, die ich schon seit einigen Tagen erwarte» habe," sagte Barney, während er den Brief auf den Tisch legte; da- Verbrechen, welche- ich vermutete, ist auch nun erwiesen."
Der Richter entfaltete den Brief und la« ihn; stnnend »fegte er da« Haupt.
„Ich wußte e« schon," fegte er; „heute morgen erhielt ich ar« Ihr« Heimat ein amtliches Telegramm, worin ich auf gefordert wurde, die Frau Griesheim sofort »u verhaften Daß Giiesheim tot und Gruner bereit« verhaftet ist, muß man ko t schon wissen."
„Ich habe unsere Staatsanwaltschaft davon unterrichtet," entgegnete der Advokat; »ich tat dar, um sie meinem Antrag geeignet zu machen. Eie werden j:ner Aufforderung Folge leisten mSffen." *
„Ich h^be" e« schon getan."
gifettte: Sie einspaltige Pettt- ictle ober bete« haumISPftzA. Hamen bie Pent» zeile 25 Psg.; M Wieberholungen wird ent f prechev^ Rabatt gewährt.
Beschwerden in der Presse großenteils sehr be« gründet waren; er hat bie« dabmch anerkannt, >aß er neue Verordnungen über bte Behandlung ber Gefangenen erließ. , „ .
+ Sine KrhShnng »er Solbatenkoh. MUNfl um 10 Pfennig für ben Tag wünscht etae an ben Reichstag gerichtete Petition. Die Petitiontkommisfion hat biese der Bukgeikomrnisfion Ä«wiefen. Eine Erhöhung der Soldatenlöhuung st an fich wünschenswert, ab« möglich ist sie >ei den gegenwärtigen Finanzen leider nicht.
X Der Kampf gegen die Solen bildete am Frettag der Segenstand der Debatten deS Reichstage-. Die schon im November v. I. gestellte Interpellation der Polen kam erst fetzt ;ur Verhandlung. Der Abg. v. DztembowSkt, d« die Interpellation mtt groß« Gewandtheit begründete, verwies auf ben Fall Löhning, die Entlassung von Beamten und Lehrern, die außerhalb ihres Amtes polnisch gesprochen haben, die Zurücksetzung der Polen, die Boykottierung polnisch« Sew«betreibenden, namentlich Gastwirte und Kaufleute, die Germanifierung und Protestantifirrunq durch bie Ansiedelung- - Kommission, ben Wrefchener Schul- und Thorn« Symnafiasten - Prozeß mit d« Aberkennung der Berechtigung zum einjährigen Dienste an die Ber- urteilten, bie Verstümmelung polnischer Namen, Behanbluvg polnischer Redatteure durch Polizei» und Gefängnis - Beamte re. Mit Recht konnte Redner zum Schluffe sagen, daß alle diese Drang- falierungen nicht den geringsten Erfolg gehabt haben; so würden die Polen auch weiterhin den Kampf siegreich bestehen. Staat-sekretär Gras PosadowSky (d«R,ichSkauzler «ar im Haufe, ließ fich aber nicht sehen) wußte auf alle diese «drückenden Anklagen nichts Beff«eS iu antworten, al- daß fie größtenteils tnn«e preußische Fragen seien, bie ben Reichstag nichts angingen. Nur bezüglich ber Anklagen gegen die Müttär- Behölden erkannte er daS Forum der Reichstages als berechtigt an, und fo fiel denn dem KriegSminist« v. Goßler die undankbare Aufgabe zu, da- Verhalten der Behörden in dem Thorner Pennäler - Prozesse zu verteidigen. Er tat die«, indem er ben fürchterlichen Eib verlas, mit dem sich die Gynnafiast« zur.Befreiung be« Vaterlande«" verpflichteten. Fürst Radziwill gab al» Pole di« Ungehörigkeit eine» solchen Eide« zu, bestand aber darauf, daß die Aberkennung ber Berechtigung zum einjährigen Dienste trotzdem gesetzlich nicht begründet war. Auch Abg. Roer en vom Zentrum, ba» übrigen« bie Interpellation mitunter zeichnet hat, bekannte fich zu dieser Auffassung und wie« ebenso wie Fürst Radziwill bte Ansicht zurück, daß bie preußische Polenpolitik ben Reichstag nicht« anginge. Auch streifte er den Fall Löhning, ben nachher.— nach einer heftigen Rede be« Abg. v. Tiedemann, de» T. im tz. K T. Verein — b« »bg. Lenzmann (stets. Vz.) au«führlicher behandelte, indem er besonder« auf die Geringschätzung be» Unterosfizierstanbe« verwies, bte in b« Verabschiedung Löhning« und ihr« Begründung durch । deffen Heirat mit einer ,Feldwebel«tochter" liege. । Dadurch fand fich ber KriegSminist« v. Goßler ; veranlaßt, seine Hochschätzung be» Unteroffizier- ; standessfzu versichern und zu betonen, baß auch
geschrieben hatte; auch bie Damen wünschten iyn zu lesen.
,.In der Tat eine schöne Bandel sagte der alle He« entrüstet; ,j tzt kann man nur bedauern, daß Griesheim tot ist, er hätte sein ganze« Leben lang im Zuchthaus Wolle spinnen müssen!"
„Die Früchte seiner Teten hat er doch nicht geerntet,“ «wider te Theodore, „uib empfindet er diese Strafe auch nicht, sie hat ihn dennoch getroffen." »
.Für den Mörder fühle ich kein Mitleid," fügte Paula hinzu, „möge das Gesetz in feiner ganzen Strenge ihn treffen; aber die junge Fcau bauert mich. ES ist wahr, fie hat mich v«- leumbet, uns ihre Absicht war eS, mir mein Glück zu rauben; ab« ist fie nun nicht schwer genug bestraft? Vie hat alle« verloren, ben Gatten, ben Bruder, bie Ehre und ihr Vermög«; ihr bleibt nichts übrig, al» arm und verlassen in die Fremde hinauSzuwande.n, und was dort ihr« wartet, weiß fie nicht."
.DaS Lo«, ba« fie erwartet, hat fie verbleut!' sagte Hallstäbt mit scharf« Betonung. .An Ihr« Stelle, Hnr Doktor, würde ich die
! sofortige Verhaftung beantragen."
.DaS liegt nicht in meinen Befugnissen," erwiderte Gustav kopfschütt lud ; .eS ist Sache I der Richters, und ihm will ich die Entscheidung gern überlassen, f $ bin nur verpflchtet, im Auftrage d« VerfichnungSgefellschast Anest auf daS Geld zu legen, und das soll sofort ge- schehen."
Er hatte fich bei b« letzten Worten erhoben; in seinen Zügen spiegelte fich feste Entschlossenheit, I
0 Nord- und Südamerika.
AuS Madrid wurde dies« Tage gemeldet, daß die liberale Partei in ihrem neu« Programm auch eine Forderung ausgestellt hat, die auf die Anknüpfung eines «g«en Verhältnisse- zu Portugal und den lateinisch« Staaten Mtttel- und Südam«ikaS abzielt. Wahrschein- liq hat dadurch «st die wettere Oeffentlichkett Europa- von d« feit einiger Zeit in Spanien immer kräftig« einfetzenden Bestrebungen etwas vernommen, welche eine engere Verbindung all« Völker iberisch« Abstammung, also zunächst Spani«S und Portugals, bann aber auch dies« europSrschen Mutterländer mit ihr« ehemaligen Kolonien in Amniko, die fich im vorigen Jahrhundert von der Heimat loSgeriffen haben, allen Ernstes betreiben. Nun wirb gewiß niemand glauben, daß solche Bestrebungen jetzt noch zu einer Wiedervereinigung der mittel* und süd- amerikanisch« Republiken mit Spanien und Portu-! gal führen könnten. Selbst wenn d« gute Wille dazu nicht nur in Spanien und Portugal, fonbern in demselben Maße auch in Mtttel- und Südamerika vorhanden wäre, könnte jen.S Ziel schwerlich eneicht werben, ba die Bereinigten Staat« von Norbamerika zweifellos, gestützt auf chre Monroe-Lehre, irgend eine Bnbindung der amerikanischen Südstaaten mit europäischen Ländern nötigenfalls mitWaffrugewatt verhindern würd«.
Trotzdem kann man nicht behaupten, daß jene alliberisch« Bestrebung« ohne jeden praktischen (Befolg fein werd«. Sobald sie in den romanisch« Läidern Amerika- stärkeren Widerhall ft eben, werd« fie wenigstens den negativen Erfolg hab«, daß die Wünsche der großen nordischen Republik, die eine Ob«henschaft üb« dir ganze neue Welt erstreb«, ohne Anwendung vo» Gewalt ans Erfüllung nicht mehr zu rechnen haben. Vor An- wenbung gewaltsamer Mtttel werden bie Vereinigt« Staaten doch noch lange zurückschrecken, denn es würde dabei für fie doch beträchtlich mehr auf dem Spiele stehen, als fie einftmellen riskieren können. So lange fie aber nicht einen off«« ErobnungS - Krieg gegen dm lateinischen Teil Amerika- wagen können, müssen fie fich auch vor jedem Schritte sehr in acht nehm«, ber baS Mißtrau« der mtttel- und südamerikanischen Republiken wachrufen müßte.
Schon jetzt freilich ist da-Vertrau«, daS rnan im Süden dem nordamerikantsch-u Staatenbunde früh« entgegenbracht-, stark getrübt durch die imperialistische Richtung, welche die Politik ber Unton fett der Präsidentschaft Mac Kinley? genommen hat. Hätten dir I mkeeS nach dem Siege üb« Spanien den Kubaner» die erhoffte Uh» abhängigkett gegönnt, bann hätten fie auf daS felsenfeste Vertrauen unb bie begeist«te Znstim-
• Dem Herrn Kuratu« M. K. Schwarz an St. Mathia«, Präses be« katholischen Gesellen»««»», Direktor unb Rebakteur ber ,Germania' zu Berlin, würbe b« Rote Sblererben 4. Klasse verliehen.
+ Aei-Ufen an Kriegsteilnehmer. Die Budgetkommission deS Reichstag- hatte ich am Frettag auch mtt dem EtatStttel von 3 Millionen Mark zu Beihilf« an Kriegsteilnehmer für die Feldzüge 1864, 1866 und 1870—71 zu beschäftigen, der ihr vom Etat deS Invaliden- f o n d S übnwiefen ist. Vo« Seite der Regierung wurde au-geführt: Die Summe von 9 Million« reiche an-, um alle Berechtigten bi- zum Schluffe deS Jahre» 1903 zu befriedigen. Die Zahl d« Invalid« habe in Prmßeu erheblich abgenommen. Am 1. April d. I. würden 300 000 SRI. über« schissig fein, die für diejenigen verwendet werden, die nach diesem Xttmin hinzukämen. Bon ver- schied«« Seiten wurde bemängelt, daß bie anerkannt Berechtigten noch ein Jahr warten müssen, unb daß bie Regierung bei der Prüfung der Bedürftigkeit der Btttsteller zu str«ge und zu engherzig verfahre, die Summe von neun Millionen wurde vom Referenten al- ungenügend bezeichnet. Schließlich wurde der Titel jedoch unveränd«t bewilligt, hauptsächlich mit Rücksicht auf bie schlechte Finanzlage.
X Air Neichotag».Ersatzwahl in Schleswig-Acker nfSrde an Stelle veS Abgeordneten Jccobsen, ber sein Mandat lieber gelegt hatte, bat, wie zu erwarten war, Stichwahlzwischen Freisinnigen unb Sozialdemokraten ergeben. Nach ein« noch nicht ganz vollfiäadigen Zählung «zielte Spethmann (kreis. Bolksp.) 7611, Heffmann (Soz.) 5508, Hansen (natlib.) 4366, von Reoentkow (Bund d« Landwirte) 3383 und Professor Lehman«.Hohenberg, ein darwinifiischer UniverfitätSprofeffor, der eine neue Partei gründen will, ganze 236 Stimme». Bei der Hauptwahl von 1898 wurden 6357 frei- konservative, 5895 freisinnig-volkSparteilichr und 4110 sozialdemokratische Stimmen abgegeben. Bei d« Stichwahl fiegte dann die frei finnige VolkSpartei gegen den freikonservativen Bewerber mit 19029 gegen 6820 Stimm«. Dadurch, daß Die Konservativ« und Nationalliberal«, die damals »«einigt ein« Fceikonservativ« wählten, unter dem Einflüsse de» Bande- der Landwirte diesmal getrennt oorging«, ist an ihrer Stelle jetzt ein Sozialdemokrat in die Stichwahl mtt bet freisinnig« Volkspartei gekommen. Zählt man die nationall bera*« und bündlerisch« Stimmen zusammen, so «gibt fich, daß diesmal alle Parteien bedeutend mehr Wähler auf die Beine gebracht babro als im Jahre 1898.
X Ass-r di- polizeiliche« Mißgriffe, besoader« gegenüb« unbescholtenen Frauen, wurde ber preußische Minister be« Innern Freiherr von Hammerstein am Donnerstag Abend in bet Budgetkommisfion be» Abgeordnetenhause» befragt. Er glaubte in seiner Antwort bie Presse bitten zn müssen, nicht alle« aufzubauschen und ohne Prüfung aufzunehmen. Wie soll dmn bie Presse biese M.ßgriff« „prüfen"? Die Polizeibehörden pflegen bei Nachfragen b« Presse keinesweg« überall seht bereitwillig entgeg«zukommen Lange Untersuchungen avznstillev, dazu ober hat bie Presse weder Zeit noch Mittel. Uebrigen« mußte Herr v. Hammerstein doch an«kenn«, daß die
Berlin, 30. Januar 1903
+ Ai- Ae«»lchrist Mtt Kiautschon ist am Frettag dem Reichstage zugegangen; eb«fo bie lleberficht Über die Arbeitsverhältnisse in den Betrieben der Militär» und Marine-Verwaltung.
+ üei« Geiknng de» Ilegiernngsse- zirst» Am»serg. J r der Budgelkommisfion bt« preuß. Abgeo bnetenhause« erklärte am Doane'« tag Sbenb Minister ». Hammerstrin, die früh *r beabsichtigte Teilung be« Regierurg«Inzttk« Arn«- berg für „nicht zweckmäßig". Welch onb«e Absichten hegt denn ber Minister, um jene Regierung zu entlast«?
mit Ant«haltnngs -Anlage „Illuflrirle Sonntags-Ieitung.'
veutscnes Reich