JK’18.
Juk-a, Freitag, den 23. Januar 1903.
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------ (Nachdruck verboten.)
verantwortlich: Für die Redaktion Jof. Sa»«, für Joferak 3. P-rzeller in Fulda.
WruF und Dtrlacr der Fuldaer Ac.iendrnrkeret petersgaüe Nr. - (Darmonie).
I übereinstimmend in Nordamerika und bei uni in Deutschland, oder vielmehr nicht nur bei nnS dk Deutschland, sondern in ganz Europa.
Die Leute, die im Vorjahre die deutsch« Landwirtschaft beschuldigten, sie wolle sich ans Kosten deS armen Arbeiters durch unberechtigt hohe Schwetnepreise die Taschen füllen, steh« also «lS unmittelbare Verleumder da und mögen sich nun mit dieser Tatsache nach Belieb« abe ! find«.
Aber noch ein Punkt ist wichtig dabei. Wer macht denn in Amerika die Preise? Etwa die Schweinezüchter? Sanz und gar nicht. Das besorgt der neue große Fleisch-Trust, also ein großer AuSbeuterring, der auS Großhändlern, Sroßschlächtern und den Exportfirmen besteht, die namentlich fich damit beschäftigen, das Ausland mit dem minderwertigen Schweinefleisch ihres Landes zu beglücken — oder zu beschwindeln, wenn man will, die sogenannten Packer, die vorwiegend in Chicago, Milwaukee usw. ihr« Sitz haben. Also dem Handel verdanken wir die Teuerung, der Händlerspekulation, nicht dem Bauern und Schweinezüchter!
30. Jahrgang.
lass« werden," erwiderte Elisabeth mit zitternder Stimme, „und doch weißt Du selbst, wie schuldlos ich au allem bin."
„Schuldlos? Woran?" fragte er sarkastisch.
„An der Ermordung meines Mannes."
„Glaubst Du auch schon an diese Dummheit ?" fragte er.
„Ich habe da« Verbrechen vermutet, ehe da» Gericht kam, und ich glaube auch zu wißen, wo ich den Mörder suchen muß. Wo ist die Geldtasche geblieben?"
„Weiß ich e«?"
.Ja Du weißt e«, Du mußt es wissen I"
Em drohender Blick traf fie aus fein« stechenden Augen.
„Dein Verstand scheint Not gelitten zu haben," sagte er, „Du ergehst Dich In Vermutungen, die jeder Begründung entbehren. Setzen wir d« Fall, hier läge wirklich ein Verbrech« vor, mast I ich eS dann auch begangen haben? Rann der schwer berauschte Mann nicht auf der Brück« | einem Vagabund« begegnet fein, der ihn nieder-
i schlug und beraubte."
„Hätte ein anderer eS getan, so würdest Du augenblicklich dir Geldtasche vermißt haben."
„Hatte ich denn Zeit, daran zu denken? Nahmen mich nicht meine eigene Angelegenheit« in Anspruch? Kann nicht die Tasche noch un Wasser liegen?"
»Mick betrügst Du nicht," sagte «lifabech ernst, „wärest Du nicht mein Bruder, so hätte ich dem Richter anders geantwortet. Glaube nicht, daß ich das Verbrech« deshalb entschuldig», im (Segenteil, »wischen uns beiden ist fortan das Band zerriffen; aber ehe wir scheiden auf Nim-
Zrscheillt täglich, «. Aii«nahm«der 5emt: uad Feier» •lagt. Vierteljahr!, «rjugsprei» ,hne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auS- wart» IM.50 Pf.
Die Wacht des Geldes.
«rimimkl-Roman von Arthur Eugen Simson.
G Kaiserliche Kundgebungen.
Von Jahr zu Jahr entwickeln fich die StatS- beratungen im Reichstage mehr und mehr zu Er- Stternugen, in deren Mittelpunkt rednerische Kundgebung« dc« Kaisers stehen. Daß diese Tatsache i« monarchischen Interesse gelegen fei, wird niemand behaupten wollen. In Wahrheit ist das lln- behagen über diese Eischeinung auch in den weitesten Kreisen bei Volkes, soweit noch moralisches Empfinden lebendig ist und in all« Parteien dc« Reichetags, die Sozialdemokraten anegmommeu, allgemein und in wachsendem Maße Verbreitet. Aber e&enfo sicher steht er fest, daß an diesem Zu- Und nicht« zu ändern ist, solange der Kaiser selbst fich usthl entschließt, fich in seinen ösent- .cch« Kundgebungen, Reden wie Depeschen, E .schr viel größere Selbstbefchränkung und Settstbeherrschung aufzuerlegeu al« bisher. Welch' großen Dienst der Kaiser dadurch fich selbst, dem Interesse der Krone wie de« Volke« leisten würde, habe« die ReichitagSverhandlungeu der letzt« Tage deutlich genug gezeigt.
»ater ihrem frischen Eindrücke ist teilweise « ! — fo in der uationalliberalen Berliner .Ratronal-Zeitung' — der Gedanke ausgesprochen worden, daß der Kaiser sich öffentlicher' Kuud- zebung« gänzlich enthalten möge. Da« geht unsere« Trachten« nun doch zu »eit Man kann AH dem Kaiser nicht verbieten, feiner Meinung tf«td$en Ausdruck zu geben. Der Kaiser wird sich auch so enge Schranken nie auferlegen lassen, «in» der Reichskanzler bemerkte „kein Philister a o gewiß nicht g«eigt, sich von allerhand Bedenklichkeiten beirren zu lassen, und er ist eine „starke Individualität", die mit Raturgewalt nach äußerer Betätigung dräagt. Trotzdem ließe mese Betätigung nach außen hin in sehr wefent- »?en Beziehungen fich mit den allgemeinen dringen)« Wünschen des Volke« in besseren Ein- klang bringen. E» kann z. B. niemand dem Kaiser verübeln, wenn er seine religiöse Ge- finnung, seinen festen Willen, den Weltfrieden zu «hckten u. a. in pofiiioer Form zum Ausdruck meingt, ohne damit einen Angriff auf abweichende Meinungen zu verbinden.
äta seiner Aachener Rede, in der er fich und fcta Heer unter das Zeichen de« Kreuzes stellt, Jönute nur ein Banause oder unduldsamer Fana- tik« de« Unglauben« Anstoß nehmen. Auch seine Red« au« Anlaß de« Falle« Krupp hätten einen bester« Eindruck gemacht, wenn er fich darauf beschrankt hätte, seinem verstorbenen Fr«nde herzliche »orte de« Gedenkens zu widmen. Selbst' seine Aufforderung in Breslau, Arbeiter von Sums treuer Gesinnung in den Reichstag zu entsenden, hätte zu erregten Protesten keinen berechtigt« Anlaß bieten können, wenn nicht in all' bief« Reben die überaus scharfe Zuspitzung gegen du Sozialbemokratie und bis schweren, ihre Ehren- Hastigkeit verneinenden Vorwürfe gegen sie ent- hakten gewesen wären.
Er wäre also ebenso unbillig wie vergeblich, de« Kaiser geradezu den Mund verbieten zu »ol- l«. Wohl aber würden fich seine verantwort- Ichen Ratgeber ein großes Verdienst um des Ackerlandes Wohlfahrt erwerben, wenn fie dem Kaiser nahelegen oder vielmehr recht eindringlich
empfehlen wollten, solche Kundgebungen zu unter- lassen, welche eine kränkende Spitze gegen einen Teil des Volkes hab«. Diesem Volksteil und sein«Vertretern die Abwehr derarttgerAttack« »erbieten zu »ollen, ist schlechterdings unmöglich, ob nun die Angegriffenen unter den konservativen oder liberal« Partei«, beim Zentrum »der der Sozialdemokratie ;u suchen find. Eine Beschrän- kung ihres Verteidigungsrechtes ist um so weniger angängig, als ihnen durch die Verfassung jede Möglichkeit entzog« ist, vor Gericht zu beweisen, daß die Vorwürfe, die gegen sie von der höchsten Stelle erhoben wurden, mehr oder weniger unbegründet find.
Trotzdem ist es natürlich gar keine Frage, daß die öffentliche Abwehr aggressiver kaiserl. Kundgebungen in jeder Beziehung etwas sehr User» »ünschtes ist. Aber es bleibt, wie gesaut, kein anderer Weg, um solch« unerwünschten Natwen» digkeiten zu entgehen, als der, daß der Kaiser sich von seinen Rät« von der Schädlichkett derartiger Kundgebung« überzeugen läßt und ferner fich entschließt, vor jeder öffentlichen Kundgebung die Ansicht jener verantwortlich« Ratgeber über ihre Nützlichkett eirzuhol«. Das ist zweifellos auch die Herzensmsinung deS Reichskanzlers trotz der überaus schwächlichen Entschuldigung«, mit denen er am Donnerstag seinen „kaiserlich «Herrn" vor den wuchtigen Hieb« Nebels zu decken suchte, dem leider ein voller Triumph beschied« «ar.
ehen, aber ich weiß nicht, waS fie enthielt. Mein Mann ttug fie auf allen Tour«, aber fetten habe ich Geld in ihr gesehen."
„Wenn man fich zu einer großen Reise rüstet, dann versteht man sich auch mit der nötig« Geld- summe: haben Sie denn gar nicht daran gedacht, als Sie später diese Tasche vermißten?"
„Wie konnte ich daran denken? Der furchtbare Schicksalrschlag, der so plötzlich mich traf, hrt alle meine Sinne betäubt; e« ist mir noch immer, als müßte da« aller nur ein wüster Traum fein."
„Nichtsdestoweniger mußte es Ihn« auffallen, daß bte Tasche fehtte; man denkt doch in solchen Fäll« auch über die Ursachen de» traurigen Er> lebnisses nach."
„F.hlt nicht auch die Reisetasche?"
„Das Verschwinden diese« Gepäckstück« läßt fich leicht erklären," sagte der Richter ernst, „da« Bersch winden der Geldtasche hingegen nicht."
„Ich hoffe, daß man fie sind« wird, dann muß e« sich ja ergeben, waS fie «thiell."
Der Richter schüttelte mißbilligend da« Haupt.
„Sie »eich« mir au«," erwiderte er; „ich mach« Sie darauf aufmerksam, daß Ihnen darau« die größt« »aannehmlichketten erwachsen könne». So betrübend und erschütternd auch der Unfall fein mag, der Sie betroffen hat, jedenfalls »erben Sie schon darüber nachgedacht haben, wie Ihre Zukunft fich nun gestalten soll. Da ist es ratür- lich, baß Ihre Gedanken sich auch mtt dem Nachlaß der Verstarb«« beschäftigt hab« —"
„Bi« jetzt n>.ch nicht," unterbrach Elisabeth cha; „ich werde daran erst benkn können, wenn die Leiche beerdigt ist."
„Sollte die Herrschaft nicht auch fie vermißt hab«?"
„Ich glaube das doch, aber ich habe nicht gehört, daß darüber gesproch« wurde."
Der R chter wechselte mit dem Beamten leise einige Worte; der letztere nickte und verließ das Zimmer.
Einige Minuten später trat Elisabeth wieder ei*; ihre Wangen waren noch bleicher geworden und in dem fi-berglühend« Blick, den fie auf d« Richter heftete, spiegelte fich angstvolle Erwartung.
„Ich muß noch einmal die Frage an Sie rich!«, ob Ihr Gatte, als er von Ihn« schied, eine namhafte Summe bei fich trug," sagte der Mchter; „Sie haben vorhin diese Frage verneint, d«r« et! ernst darüber nach, die Antwort ist »o* großer Wichtigkeit."
. Sin harter scharfer Zug »mzuckte die Mund- winke! der jungen Frau; fie schien noch immer «tschloff« zu sein, die Wahrheit zu verheimlichen, ßo weit fie eS konnte.
»Ich lnnn nur wiederholen, waS ich gesagt habe," erwiderte fie, „die finanzielle» Verhältnisse »eines verstorben« Mannes find mir immer un- bekannt geblieben."
„Sollten Sie auch die lederne Geldtasche nicht gesehen haben, die er bei seinem Abschied trug?"
„Die lederne Tasche habe ich allerdings ge-
„In der lebet »en Tasche soll fich eine be- deutende Geldsumme befunden hab«."
„Wer behauptet da«?"
„Ich weiß und kann nicht glauben, daß Sie e« nicht auch gewußt haben sollten. Ich muß Sie ersuchen, fich in Ihr« Gemächer zu verfüg« und bi« auf weitere« dieselben nicht zu verlassen. Sie tragen selbst die Schuld daran, daß ich diese Anordnung trrffcn muß; ich gebe Ihnen den wohl- gemeinten Rat, fich derselben geduldig ,u fügen."
In den dunklen Augen der jungen Frau blitzte er zornig auf; eine heftige Erwiderung schwebte ihr auf bett Lippen, aber fie bezwang fich imb drängte fich zurück.
Der Richter schritt jetzt zur Haussuchung; die Aussagen der Magd bewogen ihn, damit im Keller zu beginnen; e« mußte ja befremden, daß Gruner am Morgen nach dem Ereignis so früh im Keller gewesen »ar.
Elisabeth ging in den Salon, der mit dem Wohn- und Schlafzimmer in Verbindung stand, und kaum war fie hier in einen Sessel nieder- gesunk«, als fie draußen den gleichmäßigen Schritt eines Manner vernahm, der vor der Tür auf- und nieder wanderte.
Ein fpöttifches Lächeln glitt über ihre Lippen; rasch entschloss« erhob fie sich; es war nicht nötig, daß fie auf den Korridor hinawrttat, wenn te am dem Salon das Zimmer ihres Bruders erreichen wollte.
Er stand am Fenster, als fie eintrat; erschreckt | uhr er bei ihrem Anblick zusammen. I
„Was willst Du hier?" fragte er. „Haben die Leute da« Han« noch immer nickt vet lassen." I
„Ich fürchte, vaß fie e« nicht ohne uns ver-1
Diese Gründe liegen zum überwiegenden Telle i in der Gestaltung des nordamerikanischen Marktes. Wenn man die Preise für Schweinefleisch und Schweineschmalz jenseits und diesseits des Ozeans verfolgt, findet man mtt überraschender Deutlichkeit, daß jedesmal einer Preissteigerung in Amerika eine solche auch bei uns folgte. Vorübergehend befand fich sogar der Handel mit Schmalz bei uns in Deutschland in der Gestaltung seiner Preise in vollkommener Abhängigkett von de« amerikanischen Markte. Und außerdem gab es eine Tatsache, die dm denkend« und sachlich urtellendea Menschen auch ohne die sorgfältige Vergleichung der amerikanisch« und der deutschen Preise sofort davon überzeug« mußte, daß die Gründe für die Teuerung nicht bei unS in Deutschland lagen und auch nicht lieg« konnten : die Steigerung der Preise machte fich ja überall gleichmäßig bemerkbar, in allen anderen Ländern genau ebenso wie bei uns in Deutschland. Das konnte doch unmöglich eine von dem „gefräßigen deutschen Agrarier" aasgeheckte Teufelei sein. Ader gewisse Leute werden eben niemals alle!
Sieht man fich nun nachträglich insbesondere die Entwickelung der amerikanischen und der deutschen Schweinepreise genauer an, dann merkt man erst recht demlich, daß die Schwankungen der deutschen Preise abhängig waren von aus- ländischen, eben hauptsächlich von Nordamerika»^ scheu Einflüssen, und zwar «Shr«d des nicht nur zuletzt abgelauf«« Jahres 1902, sondern auch während der Jahre vorher. Währmd der Jahre 1900, 1901 und 1902 kann man der Hauptsache nach drei Gruppen von Preisesteige- rungen beobachten, und zwar regelmäßig so, daß eine Steigerung in Amerika ooranging und eine entsprechmde Steigerung bei uns in Deutschland folgte. SS ist also ganz unmöglich, daß die Ur- fache bei uns in Deutschland vorangrhm und jene andere drüben jenseits des Weltmeeres folgen müssen, nicht umgekehrt, wie eS tatsächlich regelmäßig bet Fall war.
Im Jahre 1900 halte Amerika seine höchsten Preise im Monat April, und zwar gleichmäßig sür Schmalz und auch für leichte Schweine. Bei uns in Deutschland stiegen die Preise als- \ daun währmd des Hochsommers und erreichten i ihren höchsten Stand im September und Oktober. Nach einer kleinen Steigerung in Amerika im darauf folgenden Jahre 1901 rm März und April folgten dort die höchstm Preise im September, und prompt antwortete darauf der deutsche Markt mit einer kräftigen Hochbewegung während der Monate Oktober und November. Dabei gingen im allgemeinen Durchschnitte di« Preise gleichmäßig in Amerika und in Deutschland in die Höhe, um nun i. I. 1902 am allerhöchsten zu werden, und zwar auch wiederum in diesem Einzeljahre im gleichartigen EntwickeluugSgange hüben wie drüben. Die Preise begannen in Amerika zu steigen wiederum im März, in Deutschland wiederum kurze Zeit später; und auf eine scharfe Preisetreiberei in Amerika im Monat i Juli folgte bei uns dieselbe Erscheinung sehr , bald danach, um am ausgesprochensten im August * 1 und September hervorzutreten. Dann begann daS Fallen der Preise im Oktober wiederum ganz 1
-d- Amerikanischer Einfluß auf deutsche Preise.
Die Einflüsse des amerikanischen Marktes aus unsere heimischen Preise werden im allgemein« »och immer nicht hinreichend gewürdigt. Dies hat seinen Grund zu» Teil in noch ungenügender Kenntnis der Tatsachen, zum andern Teil in der geflissentlichen, planmäßigen Verdunkelung derselben durch gewisse Politiker, denen daS Vergnügen am Hetzen bei weitem über die Wahrheit gebt. Was ist nicht allein i« letzt, vrrgang«« Jahre in diesem Sinne gegen die »rutsche Landwirtschaft verbrochen werben, als die Preise für Schweinefleisch etwas in die Höhe ging«: von all« Ecken und End« hörte «an Berdächttgungen auSsprrchrn wie „agrarischer Beutezug gegen die Tasche» der Verbraucher" — „unverschämte Begehrlichkeit der Junker auf Kosten der armen Arbeiter" us». Und daS be »anerlichste oabei «ar, daß auch die berufenen Vertretungen großer Städte diesen Rummel mitmachten, obwohl immer und immer wieder ganz deutlich nachgewieseu wurde, daß der Haupt- gewinn auS der Ber-euerung des Schweinefleisches jar nicht in die Taschen der deutschen Bauern l»ß, sondern den Großhändlerringen zufiel. Nun, die Teuerung ist vorübergcgangen, wie alle solche Preissteigerung« vorher, zum Aerger jener be- ruf-mäßig« Schürer der Unzufriedenheit, die dis ganz zuletzt behauptet hatte», die Teuerung werbe i»r dauernden Tatsache werden. Aber es ist ehr lehrreich, nun nachträglich noch einmal ganz ühl und ruhig die Gründe zu untersuchen, aus denen jene Fleischteuerung hauptsächlich entsprang.
Snittäft: x" ' spalt ia? Petit -eile oder deren RaumlSPfq.. Reklamen die Petil- zeile 25 Pfq.: bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
V-utscyez Reich
Berlin, 22. Januar 1903.
+ Aie chervaltpolttiü ge-e« die , wird durch nichts greller beleuchtet, als durch i eine Meldung Berliner Blätter, wonach daü Provinzialschulkollegium jede Art öffentlich« ^polnischen Sprachunterrichts in Berltz« ! verboten hat. Selbst Erwachsene dürfen ! nicht an polnischen Sprachlehr-und Fortbttdnn-Ü» ! kursen teilnehmen! ES fehlt also nicht viel, daß i man den Gebrauch der polnischen Sprache selbst verbietet. So hart lastet oie Hand des Staate! auf deutschen Minderheiten weder in Rußland noch in Ungarn!
+ <Meintr»i Aöhning erläßt eine ww» Erklärung gegen die letzte lanbtagerebe bat Ministers v. Rheinbaben, der behaupt«» hat, er habe gar nicht gewußt, daß er sich nm die Tochter «ine« Feldwebels handelte. Jedenfalls hck der Minifier — fo antwortet Löhning — gewußt, daß er fich um dir Tochter eines Subaltern- beamten handelt«. „Es v«rbl«ibt dabei, daß kau« acht Tage nach meiner Verlobung der Kommiffar de« Minister» mir wegen meiner Verlobung di« Peufiouierung avhetmstellte, daß er sagte, bec Minister sei über meine Verlobung erzürnt . . . E» verbleibt dabei, daß mir der OberpräfidwK von Bitter nach wiederholter Rücksprache «t demsslb.n Kommissar der Minister« erklärte, dost ich durch meine nicht standesgemäße Ve» lobung mich al» Prootnzial-Steuerdirektor in Posen unmöglich gemacht habe, wogegen die wie vorgeworfenen Aeußerung« zur Polenpolitik den Hal» mir nicht brechen könnten." Der Fall Löhning wird zweifellos noch avsgibiger in b« Parlamenten besprochen werden. Es wäre gut, wenn er — gewissen anderen Herren „den Hak» bräche".