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Wirt« 1».50 ff.
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30. Jahrgang.
Iutöa, Dienstag, den L0. Januar 1903.
KuwaerMZettung M
'«ÄÜW.'LLT' mit Ilnlerhaltungs Beilage „Illustrirte Konnlags-Ieilung^
0 Der Etatsberatung erster Tag.
Am Montag begann der Reichstag die erste Lesnng des dtatS, nnd zwar in einer Weise, der ein großer Zag entschieden nicht abzusprechen ist. Das Berdieast hiervon gebührt dem Sprecher de- Zentrums Dr. Schädler, der gleich »sch der herzlich unbedeutend:» einleitende« Rede des RrichSschaysrkretärS das Wort erhielt. Seine I'/» stündige Rede war ein Meisterstück parla- mentarischer Bsredtsamkeü. Inhaltlich wie nach ihrer polttischen Bedeutung zerfiel sie in drei teile. Der erste Teil bildete eine Kritik der Ftuanzgebahrnng deS Reiches und des neue» Etats, wobei eS der Zenrrumsredner besonders an Mahnungen zur Sparsamkeit nicht fehle» ließ. Der zweite Teil beschäftigte sich ausschließlich mit der Swinemü»der Depesche bei Kaisers a» de» Prinzregeuten von Bayer», und der dritte Lest der Rede galt eiligen Forderungen, die besonders im Hinblick *«f die bevorstehende Erneuerung des Reichstags von Bedeutung find.
Das Hauptstück der Rede war aber fraglos der mittlere Teil, der ebenso maßvoll i» derForm wie ent« schied«! in der Sache Verwahrung einlegte gegen die Einmischung des Kaisers und Königs von Preuße« in eine inrierbayerische Angelegenheit. Mit der Knappheit, die notwendig war «Ü Rückficht daraus, daß hier größtenteils interne Fragen der bayerisch en Politik in Betracht kamen, zeichnete der Redner die Sach« läge, wie fie durch bas sachlich wie socmell unge« hörige Verhalten des Würzburger Univerfiläts- senats und die schwächliche, die Gtaatsautorität untergrabende Haltung deS Ministeriums Crailsheim demgegenüber in Büyrrn sich entwickel! hatte. Er legte dar, wie das Zentrum, die Majorität der bayerischen Kammer, gegen Liese Haltung, die zugleich nach der ganzen Est- »ickelunz auch nach liberaler Austastung, ein Schlag gegen das Zentrum »ar, nur durch ein Mißtrauensvotum, durch die Streichung einiger gerade zur Beratung stehender Positionen des KUltnsetats, darunter der bekannten 100 000 für Ankauf vo» Kunstwerken, seine Unzufriedenheit mir dem Ministerium CrailShet« bekunden konnte. Es handelte fich nicht um Ablehnung eines persönlichere Wunsches des Regenten, also auch nicht um „schnöden Undank", sondern um Ablchnung einer StaatSausgabe aus polttischen Gründen. DaS war das gnte Recht des bey wischen Landtages, und niemand hatte daher ein Recht, deswegen seiner „Empörung" über „schnöde Undankbarkeit" Ausdruck zu geben. Am wenigsten kann das Recht zu einer solchen Zensur dem Monarchen eines außerbayerischen Landes zugebilligt werden. Der Kaiser »ar sehr schlecht informiert, als er z« dieser Zensur fich entschloß. Er ist nicht souverän iw Reiche, die BundrSstaaie» habe» volle llnab- hSngigkeit in ihren eigenen Angelegenheiten, und bei aler Anerkennung der persönlichen Vorzüge d«S Kaisers muß daher gegen feine Einmischung in eine innerbay irische Angelegenheit, die auf seiner auch sonst schon oft beklagten Neigung, in die polttischen TageSkämpfe herabzustrizen, beruht, «ttschieden Verwahrung eingelegt «erden.
DaS etwa war der Gedankengang der groß- «»gelegte«, wohiabgewogene» Rede Dr. SchLd-
lers in ihrem Haupttetle, der eine« sichtlich tiefen Eindruck auf daS Haus machte. Die Mitglieder deS BundeSrats könnten fich dem ebensowenig entziehen wie die Abgeordneten aller Parteien. Bon beiden Setten drängten fich die BundeSmtt- glieder, die »ohl noch zahlreicher als die.Abgeordnete» anwesend waren, an den Redner heran, der offenbar nach mehr Lufmerkimnkett fand alS nachher der Reichskanzler, besten Ans- führuvgen freilich auch überaus schwächlich waren. Anfangs konnte man glauben, der Kanzler »olle die formelle Brrantmortung für die Swinemün- der Depesche, wett sie nicht von ihm gezeichnet war, adlehnen. Dann aber gestand er doch eine moralische Verautwortun; des Reichskanzlers auch für nicht gegengezeichnete, private Hand« langen und Meuiungsäußerungen des Kaisers zu. Doch vermied er eS, ausdrücklich z» erklären, ob er eine solche moralische Verantwortung auch für die Swinemünder Depesche übernehme. Seine ganze fernere Rede beschränkt, fich auf die Variierung bei Leitmotivs, daß die Depesche eine private Aeußerung gewesen fei, zu welcher der Kaiser das Recht habe. Auch wollte der Kanzler nicht anerkennen, daß die Depesche ungünstige Nachwirkungen gehabt Hobe. Freilich, das Mintste- rinm Crailsheim wird von solchen nichts haben merken laste»! De» Schluß bildete die Versicherung, daß der Kaiser nicht a» eine An- tastung der Rechte der Bundesstaaten denke. Ma» braucht nicht a» eine solche Absicht des Kaisers zu glauben und wird doch sagen dürfen, daß sei» Austrete» »icht selten den Anschein er« wecken könnte, als ob es die stete Beobachtung der bundesstaatlichen Grundsätze und Rücksichten vermiffe» laste. Wenn der Reichskanzler dem Keifer daS Recht zu unbeschränkter Mrinnnge- Lvßernng zuspricht, so vergißt er, daß der Kaiser eine Vorzugsstellung genießt, dir es unmöglich macht, ihn sür seine „privaten" Aeußerunge» ebenso wie jede andere Persönlichkeit vera»t- wortlich zu machen. Wer selbst die freiest, Kritik übt, muß aber auch der eigenen Person gegen- über andere« das voll. Recht der Krtti! da« räume».
Rech einer Res« des konservative» Grafe» Stollberg, der von einer baldige» I «kraft- srtzung des Zolltarifs eine Befferung der Fina«. ze» «wartet, wurde die Beratung auf Dienstag vertagt. Hier «erden die Sozialdemokraten fich die gute Gelegenheit, die ih«eu die Swinemünder Depesche für ihre Zwecke gegeben, sicher nicht entgehen läffen.
Berlin', 18. Januar 1903
+ Ai- Nlitlelmeerfußrk ds» Aron- prinzsrr im nächsten Früh sehr soll, wie ver- sichert wird, einen ganz privaten und unpolitischen Charakter tragen. 6: wird von seinem Bruder Eitel Friedrich begleitet fein. Professor Clemen in Bonn, Reisebegleiter der Kronprinzen
Are Wacht des Geldes.
Kriminal-Roman von Arthnr Lugen Simfon.
»8 ------ (Nachdruck verboten.)
«Wem?" fragt« die Witwe vertrauensvoll.
»Dem Adookate» Barney!"
„Kein Gedanke daran! Er war hier, um mit feine Freundschaft anzubteten!"
„Und da hat er fich gewiß gründlich nach alea Einzelheiten erkundigt!" höhnte Gruner. „Ich begreife »icht, wie Du so blind fei» kannst! Glaubst Du denn, er werde Dir jemals vergestr», dach Du ihm Dein Wort gebrochen hast?"
„Er steht ans dem Punkte, feine Verlobung I« lösen."
„Komödie! Theodore Hallstädt, dieser Back- stsch, hat's verstanden. Dich z» überlisten; es ist «Be8 gelogen, man hat uns in der niederträchtigsten Weise htuterS Licht geführt. Barnoy gab fich hier de» Anschein, als kenne er Hallstädts nicht," fuhr Sruuer in aufgeregte» Tone fort; „erschien ihre Bekanntschaft nicht einmal zu »ünsche», und doch war et heimlich mit ihnen verbündet; er m« ihr Berater, und in feinem Hirn ist die Komödie ansgearbritet worden, mtt der »ir ge- täuscht werden sollen."
„Du gehst z« »eit —*
„Ich weiß, »le «eit ich gehen darf! Wir £i «x» von diesem schlaue« Advokaten betrügen
, nnd Du »Ulst da» noch immer »icht ein-
Elisabeth schüttelte ärgerlich da» Haupt.
„Ich kann da« nicht glauben," sagte sie; „Gustav Varnay war immer eine offenherzig« Ratnr, die Kunst der Verstellung und der Heuchelei hat er nie gekannt. Und mir derbst Du doch auch einen scharfen Bl ck zutrauen —"
„Ich hab'« getan, jetzt aber tue ich e« nicht «ehr, seitdem Fräulein Hallstädt —"
„Wie hier die Dinge liegen, weiß ich auch nicht," unterbrach ihn die junge Frau ärgerlich; „man macht Dir den Vorwurf, Du habest Dich roh benommen und da« Mädchen insultiert. Hagen habe e« —"
„Da« hat auch der Advokat Dir erzählt?'
„Jawohl. Hallstädt und Hagen sind hier; bist Du mit ihnen nicht znsammenzetrofien?"
„Rrin; ich werde sie »icht aufsuche»."
„DaS beweist, daß D» Dich schuldig fühlst."
„DaS beweist nur, daß ich kein Raufbold bin, und daß mir die Sache überhaupt gleich, giltig ist," sagte Gruner achselzuckend. „And treffe ich Barnay noch einmal in diesem Hanse, dann werde ich ihm mit dürren Worten die Tür 9eigen.*
„DaS »irfi Du nicht tun!"
werde eS tu», denn ich dulde keine» Spion in meiner Nähe. UebrigenS hat'S auch keine große Gefahr mehr, morgen mittag reife ich ab."
Der Eintritt des Beamte» unterbrach das Gespräch; er befchied Elifabech vor den Richter.
Die Befichtiguug der Leiche war beendet; in eine« andern Zimmer erwarteten die Gerichts- Herren die junge Witwe.
„ES ist »och immer »icht ganz aufgeklärt.
in den Niederlanden, Süddeutschland und der Schweiz, soll auch diese Reise mitmachet-.
+ Katholisch-kirchlicher Ailtofoud-. Die «Nordd. LSg. Ztg/ weist nach, daß die in der .Täglichen Rundschau" aussesprechene Besorgnis unbegründet sei, al» ob die in der Landesthronrede angekündig!« Bildung katholisch-kirchlicher Hilfsfonds eine Beeinträchtigung der «van- gelisch enPfarrgemeinden sinschUeßen könne. Das Blatt Höri: Die Vorlage ist durch den An- trag der katholischen Bischöfe veranlaßt worden, sie zu ermächtigen, behufs Gewährung von Beihilfen für neue Pfarrstellen einen Diözesaushilis- fonds zu bilden, für welchen Umlagen bi« 1 p6t. der Staatseinkomnrensteuer jährlich vo» den Diözese- angehörigen erhoben werden dürfen. Die .Rordd. Aüg. Zig/ fügt hinzu: Eine derartige Regelung ist für die eoangelischen Landeskirchen bereit« erfolgt. Sie gewähren au« besonderen Hilf«, soad«, für dis gleichfalls Kirchensteuein erhoben werden, Doiationskspttalien oder Renten in einem Betrage, welcher au« dem 600 000 Mi. jährlich betragenden Fond« (Erairkapitel 124, Titel 2») staatltchrrselts im Einzelfale bewilligt wird. Nach dem neuen Gesetzentwürfe soll den Bischöfen ermöglicht werden, in gleicher Weise Dotation«- kapitalien oder Renten regelmäßig in Höhe der staatlichen Leistungen au« dem Fond« von 200 000 Mk. (Etatskapitel 124, Titel 2 c) bereitzustelle«, während fie gegenwärtig hauptsächlich auf un« zureichende freiwillige Gaben sür solche Zwecke angewiesen sind.
-f- Die Hfokewjrago war im Jahre 1902 die Achse der gesamten preußischen Politik; sie wird e» offenbar auch im Jahre 1903 fein. Da« lehrte schon der Beginn der Etat«b?ratung im preußischen Abgeordnetenhause em Montag. Wa« außer der Polenpolitik der Regierung in die Debatte noch hineinspielte, war ohne große Bedeutung oder erregte wenigsten« kein lebhafteres Interesse. Zuerst wurde da« Thema der hakatistischen Polenpolitik, die nach der wohl- begründeten »uffaffung de« Zentrum» in weitem Umfange aus Protestanttiierusg hinausläust, von dem Abß. Fritzen-Borken angeschlagen, der Namen« de« Zentrum« sämtliche, die Förderung der hakittiftischea Politik bezweckenden Forderungen de« AtatS, insbesondere die für Errichtung eines königlichen Refidenzschloffr« irr Posen und für Beamtenzulagen entschieden ablehnte und weiterhin die alten Beschwerden und Forderungen de« Zen- ttums auf dem Gebiete der Kirchen- und Schulpolitik erneuerte. „Immer dasselbe", werden die Gegner wieder sagen; ja, „immer dasselbe" müssen die Zentrumsredner Vorbringen, weil der Widerstand der Regierung gegen ihre billigen Forderungen — „immer derselbe" bleibt. Sm Montag schwieg sie fich noch vollständig über diese Dinge au«; nur die Fritzen'sche Kritik der Polen - polttik vermochte den Hrrrir Ministerpräsidenten Grafen Bülow zu einer Entgegnung zu reizen, die in der Versicherung „treuen" Festhalten« der Regierung an ihrem Polenprogramm gipfelte.
X Ganz vernSnftigr Aafichte« äußern selbst unsere „nationalsten" und „alldeutschesten" Politiker nicht selten, wen» es fich um — außerdeutsche Verhältnisse handelt. So hat z. B. die nationalliderale ,Nationalztg.' wiederhott den spanischen Minister. Pläfiüeste«
ob Ihr Gatte durch ein Verbreche» oder einen UnßlückSfall sei» Lebe» verloren hat," sagte der Richter; „ich sehe mich deshalb genötigt, einige Fragen an Sie zu richten, deren Beantwortung vielleicht geeignet wäre, das Dunkel zu lichtru. Wan» faßte der Verstorbene den Entschluß, die Reise anzutreten?"
„Vorgestern nachmittag," erwiderte Elisabeth; „er faßte ihn plötzlich und selbst meine Bitten konnten ihn nicht bewegen, die Ausführung zu verschieben."
„Es mußte Sie doch befremden, daß er mtt dem Nachtzuge reifen wollte!"
„Befremden? das doch nicht! er reiste oft in der Nacht, schon deshalb, weil er Zeit dadurch ersparte."
„Und wohin wollte er reife»?"
„Rach Bern."
„Hatte er dort Geschäfte?"
, „Ich weiß daS nicht, in seine Privatangelegenheiten l eß er mich nie hineinblicken."
„Sie wisse« auch nicht, waS ihn zu dieser plötzlichen Reise bewog?" fragte der Richter mit schärferer Betonung.
Elisabeth schlug verlegen den Blick nieder.
„Man beschuldigte ihn eines Betrug«," sagte fie, „aber ich kann nicht beurteilen, ob diese Br schuldigung begründet war. Mei» Gatte pro- tefüette energisch gegen diese Anklage, und ich bin geneigt, seiner Behauptung Glauben zu schenken. Wenn er trotzdem der Anklage auS dem Wege gehen wollte, so läßt fich bei begreifen."
„Wenn er fich schuldlos wußte, so hatte er dar ntthi nötig!"
Siloeka gelobt, weil er die Verfügung SagastaS- wonach in Kata'onten der ReligionS-Unter- richt nicht mehr in der katalouische» Mutter-, sondern in der spanischen Sprache erteM werden soll, wieder aufgehoben hat, während fie doch anderseits den Pole» nickt das Recht auf den Stetiger s. Unterricht in ihrer Muttersprache zugefiehen will Ganz ähnlich kommt auch dar bekannte Dr. Karl PeterS, der Liebling der „Alldeutschen", in einem Artikel des .Tag" üb« Süsasrika dazu, das Recht der Muttersprache zu verteidigen und e5 als einzig richtige SlaatSweiS- hett zu erklären, die Untertanen ruhig m ihrer Mutrerfprache reden und erziehe» zu lasse». Gr lobt eS, daß England seinen Untertanen ihm Sprache unbehindert läßt. Warum soll die« aber nur sür England und Spanien gelten — warm» nicht auch für Deutschland?
Airs dem Reichstage.
241. Sitzimg o»m '9. Januar 1803, S Wtzr.
Erste Lesung des «tatS.
Schstzsrt'etär v. Fhietma«« bespricht den Mat und sosgert daraus vie Notwendigkeit einer RetchSfinam- teferm. Abzuwarten sei aber erst, waS der neue Zoll- tartf an Mehreinnahmen bringe. BiS dahin werd« wohl niemand geneigt sein, neue Steuern zu Beschließen. Wa» die UrbrrweisungSfleuern anlange, so habe der Reichstag di- Einnahmen pro 1302 an» Zöllen um 12 Mk. über den Voranschlag der Regierung erhöht. Lieser so um 13 Millionen er Shte EtatSausatz »erbe nicht nur erretcht, sondern sogar um eine XltinigMt überschritten werden, etwa um 8 Millionen. (Heiterkeit). Er muffe aber daS HauS trotzdem bitten, diesen Äkfc einen EtatSausatz zu erhöhen, nicht öfter zu beschreite» (erneute Heiterkeit). Der Schatzfekretsr wetbtett«l fich daun eingehend über die SinzelressortS im »tat. M betont dabei u-A. auch die Ausgabe «tu eS neuen Dienst-. gebäudeS für daS Marineamt. Dieses «Äffe fich ein» Platz sichern. Denn, man möge über di» Warenhäuser denken, wie man «olle, Tatsache sei, dafi Werthhoim immer mehr um sich greift. (Heiterkeit).
Ab,. Dr. Kchaedker (Ztr.): Die »ntwickttuu, des Difiztt», die uuS der SchatzsekretSr gegebne, hat mO dasselbe «icht schmackhafter gemacht. Bei den Meh»-- auSgaben tu den beiden Vorjahren find zu bemängeln die owlen MatSüberschreUurege« Namentlich in Begem aus relegramm-AuSgabeSiichtig ist ja, dafi diese Ueberschreitungen zum Teil durch die politische« Beo- HSltnifir verschuldet siud. So bet der Ofiafiattschen Sxp-ütlio«. Aber eS ist doch zu unterscheiden, «ms SraaiSdev sche ist, «nd waS nicht. So Haden Mitglied« der Belandtschaft in China tix Daektelegramm uou iöC Mk. Kosten für Auszeichnungen von «llerhöchfioc Sette depeschiert. (Redner verlieft dasselbe unter Heiterkeit dr» Hause»). Auch bei der Mariuevermaltung, die ja gewohnt ist, auS dr» Bollen zu fchiipfon, find große MatSüberfchreitungen, ebenso bet der $»• Uiiit- Verwaltung, auch durch Manioer. Kachoerstänrige sagen, die Ran-ver haben bereit» ihren kriegsmäßigen Charakter verloren und sind zu Schaustellungen geworden. Mit den StatSübrrschrritungen wird »S nicht besser »erd«, ehe wir nicht einmal nachträglich unsere Genehmigung versagen. Redner plaidirt weiter sür Sparfammch, Abstriche am »tat, erhebt Bedenken gegen die »ehalt»««O. befferung der Oberstleutnants, gegen die mllttärttchniiche Hochschule. Der,leicheuhabe wohl Zritfür späteri Weite» Bedenkengeren da» r eue Dienstgebäude sürda» Martneamt gerade „im teuersten Biertel". Die Znschnßanleihe wird diesmal schwerlich ganz beseitigt werden kbNueU. Herr v. Thielmaun sagt, zu neuen Steuern werde jetzt niemand Lust haben. Ich glaube, auch später nicht! Redner verlangt weiter vom Reichskanzler AnSkuast Über «enezuela, beklagt die neuerlichen Goldatenmist- handlungen und kommt dann zu sprechen auf io* 8 wiue mÜnder Kaisrrtelegramm au den Prinzregenten von Bayern wegen Ablehnung gewisser künstlerischen Forderungen durch daS Zentrum im daHrrischeu Landtage. Redner verliest daS T«le-
„Mein Satt« stehl jetzt vor einem höherr» Richter," erroibtrte Elisabeth in vorwurfsvollem Tone, „wir wollen nicht über ihn urteilen."
„Wann verließ er das HauS?"
„Etwas nech elf Uhr; er mußte fich beeile», wenn er de» Zog noch erreiche» wollte."
„Ihr Bruder begleitete ihn?"
„Jawohl, ich wünschte eS; mein Man» hatte, was er sonst niemals zu tun pfirgte, etwa» z» viel getrunken."
„Und wann kehrte Ihr Bruder zurück?"
„Nach einer halben Stunde; et hatte an bet Capellbtücke meinen Mann verlaffen müssen."
„WeSqalb ging er nicht mit ihm btt zum Bahnhöfe?"
„Weil mein Satte sich diese Begleitung iw
bat"
„Hatten Sie bei der Rückkehr Ihres Bruders fich schon zur Rahe begeben?"
„Rein."
„Fiel es Ihnen nicht aus, daß er erregt war?"
„Ich habe davon nichts bemerkt," sagte K> sabeth, und wieder traf ihn ein vorwurfsvoller Blick aus ihre» Augen; „weshalb Härte er et sei» solle»? Aergerlich war er freilich auf meine» Mann, well dieser so kurz u»d wohl auch uu- freundlich Abschied »5» ihm genommen hotte, aber. —"
„Auf welche« Fuße stand er mit dem Verstorbenen?"
„Ihre Anschauungen «icke» oft von einander ab, aber darum blieben fie doch Freunde, sie haben fich niemals ernstlich entzweit." (F. f )