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"tsSÄSSÄ"* mtt Anlerhallungs AeikageMustrirte Sonnlags-Zeitung""^Ä.T^rr1

M 14.

Jutöa, Montag, den 19. Januar 1903.

30. Jahrgang.

© Was ist Malzgerste?

Da« war die Frage, die der Generaldirektor verschiedener vereinigten Aktienbrauereieu und Reichrtagrabgeordnete Rösicke-Dessau (freisinnige Bereinigung) an den Reichskanzler gerichtet hatte, und die er am Samstag im Reichstage vorweg dahin beantwortet«, daß zwischen Malz« und gittergerfie kein klarer Unterschied zu machen sei.

ttta er damit die Erhöhung der Malzgersten« Zoller auf mindesten« 4 Mk. lächerlich machen wollte, so hatte er sich verrechnet. Denn kaltblütig antlvortete ihm der Reichtschatzsekretär Frhr. von Thielmann: Wer sagt Ihne« denn, Herr Rösicke, daß wir einen Unterschied zwischen Malz« und Fattergerste machen müssen? Wenn der Zoll für Malzgerste nicht weniger alr 4 Mk. betragen soll, so ist damit doch noch nicht gesagt, daß der Zoll auf Futtergerste niedriger al« 4 Mk. sein müsse. Warten wir doch erst einmal in aller Gemütsruhe ab, ob das Ausland einen niedrigeren Zoll für Futtergerste durchaus haben will! Dann ist im «er noch Zeit, diese Forderung sowohl wie die Möglichkeiten einer jUnterscheidnng, deren e« eine ganz« Reihe gibt, sich recht genau zu über« legen. Die Linke war sprachlos. Ihre Redner «einte« nicht anders, als daß der Reichstag vom Kanzlerdüpiert" oder bemogelt sein müsse. Und doch hätten sie sich bei ruhiger Ueberlegung von Vornherein sagen müssest, daß die Regierung ihre neugierige Frage gar nicht ander« beantworten konnte. Sie will doch bei den Handelsverträgen für Deutschland möglichst günstige Bedingungen herausschlagen. Wie könnte sie da« aber, wenn sie jetzt schon erklären würde: bei geringerer Gerste lassen wir un« so und soviel abhandeln? Der Standpunkt der Regierung, daß wir <« gar nicht so eilig zu habe» brauchen, und daß wir ruhig abwarten können, bis da« Ausland mit Vor« schlagen an un« herantritt, ist zweifellos der richtige. Da» erkannten denn auch mit großer Befriedigung die Abgg. Graf Stolberg (kauf.), Dr. Jäger (61t.), Gsmp (Rp.) und Rißler (k«rf.) an, während der Nationalliberal« Dr. Sattler einen Eiertanz aufführte.

In später Stuude trat der Reichstag dann «och in die Beratung der Resolution Herold et», welche einen ausreichenden Schutz der Land­wirtschaft, insbesondere der Viehzucht in den Handelsverträge» und Beziehung laudwirtschast« lichec Sachverständiger zu den VertragSoerhand- lungen fordert. Der Freisinnige Broemel will auch die Beziehung von Sachverständigen aus HandelS', Industrie- und Konsumentenkreisen, im übrige« aber Streichung der Herold'schen Forde­rungen, deren Berechtigung und Notwendigkeit von dem 16g. Herold mit aller Deutlichkeit nachge­wiesen wurden. Dabei nahm er «. a. auch Ver­anlassung, für Schutz der Gärtneret und Ge­müsezucht eine Lanze zu brechen. Bezüglich der Biehzölle verwieset auf de« kläglich verstummten Fleischnotrummel des letzten JahreS. Wetter ver- langte er Schutzzölle auf Milch und auf auSlän» difche Gerbstoffe. Handelsverträge, welche die Landwirtschaft nicht schütze«, habenso betonte der Redner zum Schluffe energisch keine Aus­sicht auf Annahme im Reichstage.

Hier mußte die Beratung abgebrochen werde«.

Die Macht des Geldes.

Krmnnal-Roman von Arthur Eugen Simfon.

87 ------ (Nachdruck verboten.)

Ich bin meiner Sache sicher," sagte Barnay mtt gedämpfter Stimme, «ährend er seinen Arm in de» de« alten Herr» schob;ich hege auch die Zuversicht, daß man Beweise finden wird, wenn man nur mit allem Ernste sie suchen will. Dann aber haben wir ihn; er wird dar Zuchthaus wohl nicht mehr verlassen.

»Uab glauben Sie, daß Frau Griesheim an diesem Verbreche» beteiligt ist?" fragte Hallstädt.

»An diesem? Nein, ich kann da« nicht glauben, zumal sie keinen Vorteil davon hat. Mit ihrem Gatten konnte fie besser au«kommen, als mit ihrem Bruder; ich vermute eher, daß sie mtt Griesheim einverstanden war, den Bruder zu betrügen. Aber hiervon abgesehen, will ich die Frau keineswegs in Schutz nehmen; war fie um allen angetan hat, kann un« wahrscheinlich nicht bestimmen, irgendwelche Rücksichten zu nehm.«. Gehen Sie mtt mir ins Hotel?"

,.J4 ziehe vor, sofort nach Brunnen zurück- zukehren; in einer halbe» Stunde fährt ei« Sch'ff ab."

Sie wollt« hier nicht abwarten" .

Nein, nein, ich mag Theodore nicht allein lassen. Von dem Haß Gruners fürchte ich das Schlimmst.'; er kann erfahre», daß «eine Lochtet allein tu Brunnen ist, und ich halte diese»»«:scheu zu allem fähig."

Ich glaube nicht, daß er wage» wird, Luz-r» u verlassen!"

Sie wird erst bei späterer Gelegenheit wieder aus­genommen werden, da am Montag die Etats- beratung ihren Anfang nimmt.

Berlin', 17. Januar 1903

* IlrSer die Hrieutreife de» Kronprinzen und de- Prinzen Kitel Iriedrich wird be­richtet: Die Prinzen begeben sich am 1. März nach Triest und treten von dort aus zu Schis die Fahrt nach A lrxandrien an. In Aegypten ist ein längerer Aufenthalt vorgesehen, da Kairo und die Pyramiden besucht werden sollen, woran das Prinzenpaar eine größere Nilreise, welche sich bis zu den Katarakten und bis Ehartnm aus­dehnen soll, antritt. Von Aegypten au$ geht e8 zu Schiff nach Jaffa, von wo a»S Palästina eingehend bereist wird. Auf der Rückreise werden die Prinzen den Sultan in Konstantinopel besuchen, sich einige Tage in Athen aufhatten und dannlverschtedenen Inseln des mittelländischen Meeres einen Besuch abstatten. Die Seefahrten werden auf einer eigens dazu gecharterten eng­lischen Docht unternommen, welche erst in Unter­italien verlaffen wird, weil die Prinzen durch Italien Über Neapel, Rom, Florenz und Venedig nach ^Deutschland zurückkehren. Am l.Mai solle» dieselben wieder in der Heimat fein.

* Da» Iest de- Hohe« Gebe«» vorn Schwarze« Adler fand heute tm Rittersaale des Schlosses statt. Es »ahmen mit dem Kaiser im ganzen 45 Ritter des Ordens teil. In dem Zuge vom KönigSzimmer nach dem Rtttersaal kam zuerst Generaladjutant und General der Infanterie v. Lindequist allein an der Spitze. Ihm folgten paarweise die Ritter, unter ihnen der Reichskanzler und Adolf v. Menzel. Dann schritt wieder allein de. OcdenSkanzler, Fürst Pleß. Hinter diesem gingen zu zweien die an­wesenden Fürstlichkeiten. Dm Schluß machte der Kaiser Aufgenommen in den Orden wurden Prinz Adalbert von Preußen, Prinz Maximilian von Vaden, General der Infanterie v. Bock und Polach, General der Kavallerie z. D. Edler von der Planitz, Staatsminister v. Thielen, General der Infanterie v. Lignitz, Botschafter Graf v. Wedel und Admiral v. Koester.

* Die ssfrSsitzeuteu de- Aerreuhause» und de» ASgeorduelruDanse» wurden heste Mittag kurz vor 12Uhr vom Kaiser empfangen. Die Audienz währte ganz kurze Zeit. Der König war sehr gnädig und wendete sich zunächst an daS Präsidium deS Herrenhauses. Er sprach mit dem Prästdentru Fürsten Wied über die vom Bild­hauer v. Uechtritz geschaffene und vom Kaiser dem Herrenhause geschenkte Marmorgruppe:Die Krone der Hort de« Friedens" und fragte ihn, wie ihm dieselbe gefiele. Sodann sprach er daS Präsidium des Abgeordnetenhauses an und be­rührte daS Thema der neuen Wandgemälde im Abgeordnetenhause. Politische Fragen wurden gar nicht erörtert.

Ran kann'« nicht wissen," sagte Hallstätt achselzuckend:und ich will e« nicht darauf an- kommen lassen. Ueberbte« liegt e« auch in Ihrem Jntereff?, daß ich abreife; Gruner wird dadurch sicher gemacht, er glaubt, in diesem Fall- v n mir nicht« mehr befürchten zu müssen. E« ist möglich, daß ich heute oder morgen früh Brunsen ver­lass-

Da« dürfen Sie nicht," erwiderte Gustav rasch,man könnte Ihre« Zeugnisse« bedürfe», und Sie selbst werde» ja auch wissen wollen, wie die Geschichte hier au« läuft."

Ich werde ja am Vierwaldstätter See bleiben; entweder miete ich «ich hier oder an einem an­deren Orte ein."

-,Jch glaube, daß Sie da« nicht nötig haben! Wen» man Beweise findet, so wird Gruner heute noch v rhastet; erfolgt diese Verhaftung aber nicht dann »acht der Schurke sich jedenfalls morgen au« dem Staube, und wir werden ihn schwerlich wiedersehen."

Und wa« werde» Sie dann tun?" fragte Hallstädt, der jetzt an der Landungsbrücke der Dampfboote stehen blieb.

SBai kann ich tun? Ich muß abwarte», ob ma» ix der Heimat Schuldbeweise entdeckt, dann erst bin ich berechtigt, die gerichtliche Verfolgung zu beantragen. Sie find also wirklich entschloffe», abzureisen?"

»Ich bin es."

»Dann muß ich Abschied von Ihne» nehmen; Friedrich wird mich ungeduldig erwarte» und Brauet könnte in der Tat die Unverschämtheit haben, ihm einen Besuch zu machen."

.Können Sie daS verhüte», so t»» Sie es,"

* Die Aeutrumsfraklioo de»> georduetenhsnse» wählte durch Zuruf den ganzen Vorstand wieder. Vorsitzende find die Abgeordneten Fritze», Porfch, Herold und Dtttttch, Schriftführer die Abgeordneten vo» Savigny und Sittard und Quästor der Abg. Letocha. Für den Vorstand des Hauses wurden v. He er em an als Bizepräfident und die Ad- geordneten v. Hagen und Im Walle al8 Schriftführer präsentiert.

4- Je« Sitz««g»tekord de- deutsche« Aeichotage», den dieser in den Frühstunden des 14. Dezember mtt 181 /» Stunden erreichte, hat das österreichische " Abgeordneten­haus glänzend geschlagen, mit einer Sitzung, die »ach 54stü»diger Dauer am Samstag Nachmittag 5 Uhr endete. Die paar radikale» Tschechen haben ihre Rede>Obstruktto» ganz allein durchgeführt, und wen« sie nicht schließlich mit Rücksicht auf ihren Parteitag am Sonntag zu einem Kompromiß berettgefunden hätten, so hätten fie das Haus Wetter terrorisiert. Jetzt proklamiert sogar der sozialdemokratische .Vorwärts' (Ne. 15) dieFrontstellung der ganzen HauseS gegen diese Obstruktion" und er­klärt er für unzweifelhaft, daß die Obstruktion Hieberaerunge« werde« muß". Ja. wen« die Freßl, Klofatich und Konsorte« Sozialdemo­kraten wären! So sie aber Tschechen sind, hört auf einmal daS Recht der Obstruktion auf. Bald so, bald so wle's trefft 1

+ Ja- Militärpe«sto»»gesetz soll, wie jetzt allgemein angenommen wird, dem Reichstag in dieser Session nicht mehr zugehen. Daß die Vorlage doch noch in dieser Tagung >ut Verab­schiedung gelange, ist der Zweck einer 8i?roluti»x, welche die Abgg. Graf Oriola (natlib.) und Graf Roon (kons.) im Reichstage eingebracht haben.

* Die vom Justizministerium geplante Der m<5r««e der zgichterftrTen in Preußen hält sich In einem bescheidenen Rahmen. SS sollen neu geschaffen werden 2 Stellen für Senats- Präsidenten und zwar je 1 bei den Ober« landeSgerichten: in Köm und Hamm, 8 Stellen für Oberlandesgerichtsräte und zwar 3 bet dem Oberlandesgericht in Köln, 2 bei dem Oberlandesgericht in Hamm und je 1 bei dem Kammergericht sowie bei de» OberlandeSgerlchte» in Frankfurt a. M. und Stettin, 9 Landge- lichtsdirekt,rstellen und zwar 2 bei dem Landgericht I in Berlin und j: 1 bei dem Land­gericht II in Berlin, sowie bei den Landgerichten in Berlin, Köln. Elberfeld, Dortmund, Essen und Hage», 28 Stellen für Landrichter und zwar j- 4 für Berlin I und Köln, je 2 für Berlin II, Düffelrorf, Elberfeld, Frankfurt a. M , Duisburg und Essen, sowie in Breslau, Saar­brücken, Wiesbaden, Bochum, Dortmund, Hage», Riel und Halberstadt, 53 Stellen für Amts- richt er und zwar 3 in Düsseldorf,, je 2 in Berlin I, Köln und M.-Gladbach, sowie je 1 in Berlin II, Rixdors, Breslau. Kattowitz, Tarno- witz, Zabrze, Fulda, Hlldesheim, Lehe, Aachen. Andernach, Barmen, Bonn, Koblenz, Lebach, Rheinbach, Saarbrücken, Trier, Wermelskirchen. Wittlich, Frankfurt a. M., Kirchen, Bttleseld, Bochum, Baer, Dortmund, Duisburg, Essen,

erwiderte der alte Herr, indem er ihm die Hand bot;Herr Hagen ist r-uch ein Hitzkopf"

Er weiß, daß er einem Schurken gegenüber» steht; dem Manne von Ehre genügt das. kurzen Prozeß zu mache». Auf Wiedersehen; sobald wir hier ein Resultat erzielt haben, schreibe ich Ihnen o:tr ich komme selbst."

Damit drückte Barnay dem alten Henn noch einmal die Hand, dann schritt er rasch auf den Schweizerhof" zu.

11. Kapitel.

Gruner dachte nicht daran, s de« Premierleut­nant Hagen anfzusuchen, um, wie er erklärt hatte. Genugtuung von ihm zu fordern; er begnüjte sich damit, ihm einige Zeilen zu schreibe», in denen er ihm mitteilte, daß ein Todesfall» in seiner Fa­milie ihm heute de» Besuch unmöglich mache; dagegen werde er sofort nach der Beerdigung seines Schwagers de» Pflichten nachkomme», die feine beleidigte Ehre ihm auferlege.

Damit glaubte er die Gefahren, die chm drohte», vorläufig beseitigt zu habe»; nach der Beerdigung wollte er unverzüglich abreife«, er war überzeugt, daß Hage» ihm »icht folgen würde.

Erinnerte er sich des Spieles, daS Theodore mtt seinen Hoffnungen getrieben hatte, so wollte noch jetzt die Wut »h» übermanne», konnte er »och nun nicht mehr bezweifel», daß der Advokat Barnay ihr Ratgeber und Setbflnbeter gewesen war. Wie leicht hätte er in die listig gestellte Falle hineingehen könne» und welche furchtbare» Folgen wäre» daraus für ihn entsprungen!

Er empfand eine» glühende« Haß gegen das Mädchen, gegen Varnay, gegen alle, die in die-

Gelsenkirchen, Hagen, Hörde, Oberhausen, Rock' linghausen, Ruhrort, Wattenscheid, Altona, Ka»' kehmen, Danzig, Graudenz, Bitterfeld, Nordbause». Gnese», Posen und Swinemünde. Als et« Unikum wollen wir »och ansügen, daß die friedfertigste Bevölkerung unbedingt in Tangermünde wohne» muß; den» das Amtsgericht dieser über 12 000 Seele» zählenden Stadt ist nur mit einem Amts­richter besetzt.

* Nach einer Nachweisung der »au bee Staatsverwaltung Seschäftigte« Argeiter, deren Löhne, Arbeitszeit, Krankenvnficherung, BettiebSunfälle» und Aufwendungen »ach de» Versicherungsgesetze», die im Abgeordneteuhause herausgegeben worden ist, be rägt die Zahl der in dieser Verwaltung beschästtgte» Arbeiter 157 722 Man», die Zahl der Arbeitstage 10930094. Für ein Tagewerk find im Durch­schnitt vergütet worden 1. im Sagelob«: I« Sommer bei Männer« 1,462,59 Mk.. bot Frauen 0.801,50 Mk., bei jugendlichen Arbeiten« 0,651,53 Mk., im Winter bei Männer« 1,21 bis 2,40 Mk , bei graue« 0,701,40 Stt. 2. I« Stücklohn: Bet Männer« tm Sommer 1,84-3,27 Mk., im Winter 1,402,85 Mark. Bet sonstfiskalischen Krankenkaffen waren ver­sichert 8025, bei Ortskrankenkassen ober der ®e- meindekrankenversicherung unterliegend 41203. Bei der ersten Kategorie erkrankten 1304, bet der zweiten 3169 Arbeiter. Die Zahl der Be­triebsunfälle belief fich auf 1835, hierbei 32 Tötungen. Die Aufwendungen des Forst» stSkuS als Betriebsunternehmer bei diesen Un» fällen betrugen 339185,70 Mk., die «osten bet Heilverfahrens während der ersten 13 Woche« 21605,51 Mk. Freiwillige Unterstützungen ww Waldarbeitern und deren Hinterbliebene» betrage« 18749,88 Mark.

4- Iortfetznng der Ikncht? Die 1W» dünge« über Verhandlungen zwischen den Rechts­anwälten des Kronprinzen vo» Sachsen und bat Prinzessin Luise werde» jäh »»terbroche« durch die Nachricht, daß letztere am SamStag Abend mit ihrem Buhten Genf verlasse« hat; daS Ziel ihrer Reise sei unbekannt. Ma« spricht von Menton;. Wollte die Dame nicht mehr iw Genf bleiben, so hätte sie, wenn sie «och einigermaßen aufmildernde Umstände" reflektierte, wenigstens doch de» Knaben Giro» in Senf lasse» können. Das Wolff'fche Bureau verbreitet darüber folgende Melsungen:

E««f, 17.In». 1908. Die «ronprinzesstn vo« Sachse« und «Atro» reisten heute Abend 7 Uhr 40 Minuten von hier ab, nachdem sie auf einen Umwege zum Bahn­hof gegangen waren. Sie find vo» einer bisherigen Be­diensteten ihres Hotels begleitet.

<£»», 17 Jan. 1903. (Meldung der Agence Hava«^ Die «ronprtnzeffi» von Sachfen und Giro« trafen heute Abend 10Uhr hier ein und reiste» mit dem 11'/« Uhr nid) Sentimtelia gehenden Zuge wett«. ES wird bestttigt. » ihr Reiseziel Mentone fet

Marseille, 18. Jan. 1903. Die Kronprinzessin eee Sachsen und «iron find kurz nach 4'/- Uhr früh hi« eingetroffen und nach etwa viertelstündigem Aufenthalt weitergereist. Sowohl die Ankunft wie die Abfahrt bttebe» Dom Publikum unbemerkt.

Geuf, 18. Jan. 1903. lieber die plötzliche Abreise der Aronpiinzesstn und SironS ist noch hinzuzufügeu, daß die in Genf fich aufhaltenden Berichterstatter durch die zur Irreführung getroffenen Maßregeln völlig getiuscht wurden. Die Fahrkarte» für Beide wäre» von einem SpeditionShaufe besorgt worden, welches daS

fern Spiele die Karte« gemischt u«d ihn »m seine glänzende» Hoffnungen betröge» hatten.

Die Anordnungen zur Beerdigung Griesheims nahmen einst veilen sein Denken zu sehr in An­spruch, als daß er neue Pläne schmieden konnte; nur das eine stand fest bei ihm, daß er Luzern verlasse» mußte, hier war jetzt der Boden nuter feine» Füßen nicht mehr sicher.

AIS er gegen Mittag in feine Wohnung zurück- kehrte, fand er die.Gerichtsherren nebst dem Arzte im Hause.

DaS Dienstmädchen sagte ihm, der Arzt fei eben beschäftigt, die Leiche zu btfichtiqen; er wollte in daS Zimmer eilen, in dem der Tote log, aber vor der Tür dieses Zimmers stand et» Beamter, der ihn, wenn auch nur höflich, doch entschiede« zurückwirS.

Was soll das bedeuten?" fragte er i» ge­reiztem Tone. Ich protestiere gegen dieses B«- fahren"

Den Ordnungen dieses Gerichtes hat fich jeder zu fügen," erwiderte der Beamte ruhig,mit ist befohlen worden, niemand einzulasse» ich muß diesen Befehl vollziehen."

Sehr wohl, aber ich werde mich über diese« Eingriff in meine häuslichen Rechte geeignete» OrtS beschweren," sagte Gruner, der seine Be- türzung hinter einem ironischen Lächeln zu Der- >ergen suchte. ' ,

Damit möge» Sie eS halten, wie eS Ihne» beliebt," antwortete der Beamte achselzuckend, aber Gruner hörte schon die Worte «icht «ehr, er eilte in daS Zimmer seiner Schwester.

Was geht hier vor?" sagte et.Wer hat den Stute« die Erlaubnis gegeben, t» dieses.