30. Jahrgang.
Iutöa. Samstag, den 17. Januar 1903.
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et* Misere* „eiten grenttkea' in Snglank kräftig geschürt h*> dabei feget auf er Kaiser, der dsch wahrlich «Gei ankere eher eTl tia Feind Engleukt ist, in der gemeinste a Weise old ein antienglischer Ränkeschmied beschimpft! Heffentlich merkt wen sich dar in Berlin
Wocherr-Krmdschart.
«nchdrnsk *eri»»te*.
v X gnlkfl, 17. 3«n. 1908.
Der Reichstag hat amDienstag seine«rbeitm eg& einer Nachlese von Resolutionen »snt Zolltank sieht* «nfgenoeeen, und am gleichen Tage ist in Grell« auch der preußische Landtag i* ferner ■.Laten Tagung vor h- Neuwahlen »usawwen getreten. *jgb in beiden Ententen werden die nächsten -Kochen vollständig durch die 6tate6e=> tetnngen ausgefüllt werden, deren sachüche Unter- ilwe hier wie dort leider sehr wenig krsreultche ct: Eine Zinanzlage so schlecht, wie sie seit Jahren röcht »ehr der Fall war. Im Reiche Mindcrem- ,<ch»en an» Zöllen nndBerdranchrstenem, m Preußen LuSMc en den Eisenbahnüberschüffen: r» Reiche '4eig«de Matrikularsordemngen von de» LmMsteaten, « bett Einzelstaaten geringere Uebctwelfnngex au» m Rrichhiunah»«,; große Fehlbeträge hier wie dort, iw «eiche eine große neue «jttefee «tk de ondev» eine Zuschußanleihe von 95 Mlllionen, x* den Mal in« Gleichgewicht $i bringen, unk in tmien ein rechnerische» Defizit von 73 MillEn!
T«ß unter solchen Umständen an allen Ecke» und Luden gespart werden muß, daß viele Hoff- RMtßM einstweilen unerfüllt bleiben »äffen, iß klar. Leider aber scheint die ministerielle Sparsamkeit nicht deiner a« rechten Flecke einzufetzen. Und »anchmak, besonder» wo höfische und militärische Wünsche mit» rprecheu, versagt sie ganz. Man kann ei verstehen, die vielumstrittene Kanalvorlage bei, der tegtiW&rtifleti Finanrlage sich weiter gedulden muß, Mr daß sie in der Thronrede mit gar keiner Silbe erwähnt wird, ist schon merkwürdiger. Umso wehr muß »an sich aber wundern, daß Geld übrig zur Lermlverung neuer Millionen für die famose „Ost- «ar!en-Politik-, für die Errichtung eine» Rrst- »eurfchkosse» in Posen und bergt. Zn ihrer Quack- i^ticet iw Osten scheint die derzeitige preußische ■Äegternag ihre Hauptaufgabe, da» 8 und O ihrer HMik zu erblicken. Oder erblicken zu müssen! V«m kenn wieder einmal eine der bei uns *6 beliebte« plötzlichen Schwenkungen üs Regierung»- «öfetf anbesohlen wird, darf man sich aus einen um s» größere* SatzeniamMer gefaßt wachen, je mehr dar Selk der preußischen Steuerzahler jetzt nutzlos fttt politische Hirngespinste verschwendet wird.
Erfreulich war an der EtatSreke des Finanz- »mißer» v. «heinbaben nur die Wärme, mit weicher er die Landwirtschaft der Fürsorge derRegie- nmg versichert. Unumwunden erkannte er ihre Notlage an, die z. B. auch aus dem Rückgang der Domänenpachten erhellt. Hoffentlich wird die Regie- rang sich dieser Fürsorge ganz besonder» bei Fest- stelmag der Handelsverträge erinnern. Mit diese« hat e» freilich, allem Anschein nach, noch gute Wege. Immerhin sollten alle Freunde der Lank- wirtschaft gerade im Hinblick aus die großen Aufgabe*, die ihnen bei Beratung der Handelsverträge bevorstehen, schon jetzt darauf bedacht fein, eine Uimgnng herbeizuführen. Statt dessen schlägt der Bund der Landwirte noch immer nach allen Seiten an» und bekämpft gerade die banernfteund- lichen Parteien, zum nicht geringen Vergnügen aller Feinde der Landwirtschaft.
Soviel ist sicher, daß dar Zentrum alle Ursache hat, seine Organisation überall zu prüfen und, wo nötig, zu ergänzen und zu verjüngen. Es wird »o» reckt» wie von links scharf angeseindet werden. Auch die kulturkämpferischen Instinkte der p»testantischen Massen werden schlimmer al» seit langen Zähren aufgehetzt werden. Das sieht man 4etzt an der Art und Weise, wie die traurige Angelegenheit der Kronprinzessin von Sachsen ptr konfessionellen Hetze ausgebeutet wird. So lächerlich die Jesuitenschnoperei der „evangelischen* Bündler ist, so ernst ist die Tatsache, daß man mit solchen Torheiten in weiten Kreisen des protestantischen Volkes heute noch Gimpel sangen kann.
Die Politik des Ausländer bittet in der letzten Woche wenig bemerkenswerte» — mit einer, eHetbin»» um so bedenklicheren Ausnahme: In Marokko geht alle» drunter und drüber- Bn Hamara, der Aufwiegler, hat neuen Anhang gewonnen, der Sultan dagegen, vermutlich weil er die Unklugheit beging, seinen älteren Bruder, dem er nicht traute, aufs neue gefangen zu scheu, die Bolksleideu- schast selbst in der Hauptstadt Fez wieder gegen sich aufgebracht. Wa» sonst von Niederlagen de» Sultan», Sufftänken in Fez u. s. w. berichtet wird, ist so un^cher, und die Nachrichten widersprechen sich so sehr, daß ei einstweilen unmöglich ist, sich ein Bild $>e» der Lage zu wachen.
Der Streitfall mit Venezuela hat durch größere Nachgiebigkeit Castro» zwar etwa» «n Schärfe $rr! rreu, sodaß sogar schon die Hoffnung laut wurde, dmch beiderseitige» Entgegenkommen werde eine Einigung erzielt werden ohne Anrufung de» Haager Schiedsgerichte« Aber auch in dieser Angelegenheit schönen nn» noch soviel dunkle Punkte, soviel Unklarheiten und Bedenken zu stecken, daß eine gute Portion Vorsicht und Mißtrauen recht sehr am Platze ist. Inzwischen ist der deutsche Botschafter v Holleben ■t Washington al» Sündenbock in die Wüste geschickt »Heben, offenbar al» Opfer der unfreundlichen Stimmung, die sich au» Anlaß de» Venezuela-Streite» «jeder in Nordamerika gegen Deutschland bemerkbar «ach». Natürlich wird die Hetze gegen Deutschland
Unpolitische Zeitkäufe.
(Nachdruck »erbat«.
S Berlin, 14. Januar l»03.
.Stein lieber unpolitischer Onkel" — schreibt mir eine „Lückeubüßertn" — .ich sch» soeben im Aalend«, daß wir nächsten Lsnntag wird« da» Evangeldr« von der Hochzeit zn Änne haben. Haha, denke ich, da bläst der unpolitische Onkel wieder in die Ehestands-Trompete. Ich habe gar nicht« dagegen, «ein lieber. Herr, wenn Sie chie ÄanxleiB Md Weiblot» ermahnen, recht bald in« Ehejoch zu treten, und ich bette mir auch, daß der Onkel sogar sehr gute Gründe dazu hak. |9U, na? E« könnte ja auch Gchadenfrende dahinter stecken. | Nur meine ich. Sie brauchen nicht die Lodigdleidenden so Verächtlich zn machen, al« wenn wir kein Recht hätten, ans der WM zu sein. Hab' ich auch niemals getan 1J Hub glaub« mir, lieber Onkel, gar manche alte Jungfer ist sehr nötig ans der WM. Ich könnte Ihnen wn einer Bekannten erzählen . . . Abu, lieber Onkel, Sie dürfen nicht« hiervon in Ihren Zeitkäufen andeuten, denn was ich von dieser Familientante geschrieben, ist, wenn auch nicht stadtbekmutt, dann doch dorsdekannt, und jeder Leser hier im Ort würde gleich wissen, wen ich «eine. Ich habe diese« auch nur geschrieben, um zu beweisen, daß solche alte Jungfer« doch nicht überflüssig wären, und ich möchte gern von Ihnen höre«, ob so Lückenbüßerinnen de» Berns verfehlt hätten. Denn diese ist nicht die einzige, die ich kenne, ans der Straße, wo ich wohne, gibt e« deren drei, und wie viele sonst noch, da« weife der liebe Gott. Doch nun ist e« genug, lieber Herr Anpolitischer, gute Freunde bleiben wir doch, denn Ihre Artikel lese ich nun einmal gern, denn Sie haben immer etwa« von meinem Lieblingsschriftsteller an sich, von dem seligen .... Ader Sie dürfen nicht mehr über nn« alte Jungfern so schimpfen, denn wir werden ja ohnehin so viel gefoppt und verspottet. „Heiraten ist gut, aber nicht heiraten ist besser." Wenn auch die Zeiten sich seitdem geändert haben, daß für manche da« Heiraten besser sei, so brauchen doch diejenigen nicht verspottet zn werden, welche diese« Wort der heil. Schrift fassen und verstehen. Und nun, mein lieber Datei, leb’ wohl! Sie werden wohl an meinem Geschreibsel ein wenig studieren müssen sO nein I], denn ersten« bin ich so ungebildet [fttmmt nichts und zweiten« sind meine Augen schwach, auch war ich etwa« eilig, denn ich habe viele Arbeit. S« grüßt Sie recht herzlich
auch eine Lückenbüßerin."
Zunächst soll ich einen schönen Gruß von meiner Fran bestellen, und mit den Augen werbe e« hoffentlich noch nicht so schlimm sein, denn der Brief sei recht klar und fest geschrieben, bloß die Tinte sei etwa« blaß.
Und dann, verehrte Tante, küß' ich im Geiste Ihre Hand, denn ich fühle, daß e« eine liebe, gute Hand ist, die nicht bloß eigene sondern auch fremde Tränen getrocknet hat. Wahrscheinlich find Sie mit der Bekannten, deren Opferleben ich nicht weiter erzählen'darf, seelen- und schicksal«oerwa»dt. Schade, daß ich diese Stelle Ihre« Briefe«, wo Sie die unermüdliche, selbstlose Helferin, Pflegerin, Trösterin und Retterin aller ihrer Angehörigen schildern, nicht mit abdrncken durfte! — Ich habe dann auch noch den Namen Ihre« Liebling« schriftsteller« fortgelaffen, mU dem Sie mich „etwa«* vergleichen wollen. Da» tat ich teil« an« Bescheidenheit, teil« an» Klugheit; denn sonst könnte ich doch kritische Nackenschläge bekommen.
Und bann, liebe Taute, muß ich bekennen, daß ich mein Gewissen erforscht habe, wobei mir weine Frau gern zu helfen pflegt, und nun mti der Hand auf dem Herzen versichern kann: Ich habe nicht auf die alten Jungfern geschimpft, sie nicht verächtlich gemacht oder verspottet. DaS ist ein Mißverständnis, wie el auch zwischen den besten Tanten und Onkel« mal Vorkommen kamt, aber nicht einwurzrln soll. Ja, liebe Tante, ich habe sogar einmal einen besonderen Artikel geschrieben über den ungeheuren Segen, den eine »alte Jungfer" in ihrem Men LiebeSwalte» über die Familien ihrer Angehörigen und auch über Freunde und Schützlinge verbretteu kann, wenn sie überall jugrrift, wo eine wirkliche oder sog. Tante sich nützlich machen kann. Mein Landsmann Wibbelt nennt in feinem „HuS Dahlen" eine altjüngferliche Greist« einen »Engel ohne Flügel". Ja, bereu gibt eS viele in allen Ständen und Klassen.
Unter den alten Junggesellin gibt e« auch viele herzerg nickende Onkels, die Wohlsein um sich verbetten und ihr Behage« darin finden, fich
ihren großen und kleinen Lerwanbten und Freun- den nützlich und «genehm zu machen. Sollte man fte „Gugel" nennen, so würben sie lacgeu nn» auf den Schrecken eine große Brise nehmen; aber fie find doch wenigsten» gute Menschen, die auch einen Posten nuSftillen. Nnr muß ich zu Ehren der Weiblichkeit anerkennen, baß die gemeinnützigen Onkel» an Zahl und Leistungsfähigkeit mit den selbstlosen Tauten e» nicht auf- nehmen können. 61 zeigt fich noch hier, beide« Anverheirateten wie bei den Verheirateten, daß die weibliche Liebe opferwilliger und geschmeidiger ist, al« baS männliche Wohlwollen
Ferner mnß ich der lieben Tante bemerken, daß in ihre» Berufe die verschiedenen Klaffen von Lhelosen nicht recht auseinander gehalten find. Ich unterscheide:
1. Ehelosigkeit au» religiösem Beruf. Dr güt zweifellos bai Wort „Richtheiraten" ist besser, und zwar jetzt und in Zukunft ebenso wie zu den Zeiten be« hl. Paula». Diese AnSerwähl- ten brachen keine irdische Ehe; fie find zn höherem berufen Selbstverständlich müsse» diejenigen, welche fich auf solche Weise ewig binden, erst recht sich sorgfältig prüfen. Wer all Geistlicher oder al» OrdenSfrau die Gelübde ablegt, wird zn scharfer, andauernder Borprüfung angehalte«.
S. Ehelosigkeit au» Anfopsernng für Angehörige oder sonstige böhere Interesse«. Auch da» verdient Ehre und Bewunderung. Wenn aber an ein junge« Menschenkind die Frage herantritt, ob da« eigene LebenSglück zu« Opfer gebracht »erden soll, so darf man nicht die Entscheidung leichthin treffen in einer gerührten Stunde, sodann muß man verständig abwägen, ob die anderen Interessen wirklich so zc wichtig find und da» Opfer fich lohnt. Auch der Edelmut kann bliud machen. Also erst Skat einhole» au der testen Stelle.
3. Unverschuldete Ehelosigkeit wegen Kränklichkeit, Mangels an Bewerber« usw.
4. Verschuldete Ehelosigkeit. In diese Reifee stelle ich alle diejenigen, die aus Bequemlichkeit oder Größenwahn nicht heiraten wollen oder die aus Eitelkeit, Habsucht, Eigensinn oder sonst eine Torheit die erreichbaren Partie« ab- «eisen, so de» A»schluß verpaffe» und nun un- ßesriedigt allein in der Welt herumstehen und -gehe».
Die gute» und segensreichen Onkel« und Tauten, von denen wir vorhin sprachen, gehe« meistens aus Nr. 2 und 3 hervor. Nr. 4 dagegen liefert die griesgrämige», sauren, launischen, schroffen Einsiedler, die den Flamen „alte Jungfer" oder „Hagestolz" in Mißkredit gebracht habe». Frellich könne» aus Nc. 4 auch Engel und Wohltäter hervorgehe», aber erst müssen fie erkennen, berenrn und büßen.
Wenn ich sage, heiraten sei gut, so soll daS nicht eine Aufforderung zum allgemein» blinde» Spri»ge» in den Ehestand sei« u»d auch keine Spitze enthalten gegen die schuldlose« Sihlinge. Die Mahnung richtet fich gegen die Rr. 4, und vor allem gegen die „modernen" Heldinnen, die sich und anderen einrede», die Ehe sei nicht die Hauptsache für daS Weib, sondern es müffe sich in einem „höheren" irdischen Berufe auslrbeu, ganz »ach Art de» Mannes, der erst BernfSmensch und dann nebenbei Familienvater sei.
Sehen Sie. liebe Tante, da kommen wir doch wieder in ein Schiff. WaS rühmen Sie an den .alten Jnugfern", von denen Sie schreibe»? Nicht etwa, daß fie als Aerzttnne», Gelehrte oder Künstlerinnen fich aufgespielt oder Romane oer- faßt haben, sondern daß fL die stechen Eltern gepflegt haben, die Geschwister und die sonstigen Angehörigen bemuttern und dergleichen, also die richtige stille weibliche OpfertLtigkeit in der Fa- milie entfalten. Sie sind Engel im Hanse, aber keine emanzipierten Heldinnen im öffentliche« Lebe». Sie haschen Sicht »ach einem männliche» Beruf, sondern erfüllen den echten weiblichen Beruf in ihrem Kreise und werden dadurch ein Wohlgesalle« vor Gott und den Mensche» finde», vermutlich auch reiche Befriedigung im eigenen Herze».
Da steckt der Gegeasatz zwischen uns »nd der modernen Frauenbewegung. Daß unter den j-tzigen Verhältnissen die Mädchen fich fähig mache» müffe», auch allein durch'S Leben zu kommen, versteht fich von selbst. Aber falsch ist eS, der Jugend vorzureden, daß die Berusstätigkeit außer dem Hause höher uud nützlicher sei, all da» Watten uud Wirken der Haulfra« und Mutter im (Saufe. Unbleiderfresse,solche«nschauuugen um fich. Sine „moderne Frau" hätt el für etwa» Große! und Herrliche-, wen» fie als Aerzttn an fremden Kindern herumkurieren darf, de» not- leidenden männlichen Kollegen zum Trotz; aber die eigenen Kinder zu gesunden und tüchtigen Menschen aufziehen, ach, da, ist BMamntit unk kann nur rückständige Geister befriedigen. Die Ehe, heißt el, sei eine Sklaverei, und die
selben Weib«, die da» sauste und süsse „Joch" eine« liebenden und geliebten Manne» verschmäheu, müsse» al» Angestellte fich den Launen verschieb«« fremder Personen füge». Zn Hause, tu ihrem kleinen behaglichen ßkesih, »nuten sie Herrinnen sein tm schönsten und wahrste« Sinne del Wortes; stattdessen werdenfielieber Dieueriuueu non Vorgesetzte» oder Brodherren oder vom zahlenden Publikum. Hinter dem großen Gerede von de» ^Frauenberuf" steckt schließlich nicht »ehr, all hintre dem oielbeklagre» Trieb in bex untere» Schichte», daß bie Rädchen lieber in die traurig« Aabrü laufe», el» k» einem Hanlhalt Dienst zu «eh««».
Glücklich« Weife ist bie Natur schließlich doch stärk«, all bie Äugen Leute, die in feie Weltordnung hineinpfuschen wollen. I« Großen unb Ganz» bricht die edle Weiblichkeit, die Gott zur Hüterin bei heiligen häusliche» Herdei be- rufen hat, durch all' den hochtrabenden Unsinn sich doch immer noch Bahn. SS gibt noch christlich-deutsche Hausfrauen unb Mütter, bie nichts anderes sein »ollen, al« dies, unb el gibt auch untre denen, bie den Anschluß nicht erreiche«, liebe und gute Tanten, die ihre Freude und i|rt* Stolz darin setzen, in aller Stille zu zeigen, daß fie auch zu be» höchsten mütterlichen Beruf wohl befähigt gewesen wären.
Weich' eine Seligkeit liegt im Wohltuue Dal begreifen die „Emanzipierten" nicht, ab« Sie begreifen el, liebe Tante, und der unpolitisch« Onkel sucht el zu verstehen.
«18* im zl«gl8*.
Hnrn»r»«ki v»» Dr. Äurt «bei.
-- MIM
Ich hatte schon meinen Hut aufgesetzt uub die mir anvertrauteu Schlüssel zu« patentierte« Geldschranke in der Tasche, mtt einem Worte, die Geschäfte unserer Bank waren für heute glücklich erledigt, und da es schon 8 Uhr schlug, so »ar dal auch »icht mehr rote in der Ordnung. Da trat elligst ein Herr ein und legte einen Beutel mit Seid auf bew Zahltisch.
Ich bedauerte, daß ich nichts mehr auuehme« könne.
„Schade, schade," sagte er, „ich muß «ach Hamburg mit dem Abendzuge. Uebermorgeu geht mein Schiff nach Jokohama."
„SchöneGegend," sagte ich bedauernd, „aber daS Seid kann ich Ihne» heute «icht mehr ab« nehmen."
Er bat, re beschwor mich, dsim es handelte fich um eine Wechselbegleichuug, woran auch meinem Hanse gelegen war. Ich erfüllte also schließlich feinen Wunsch, da aber der Rendant schon fort war, so steckte ich den Beutel mit Selb fest und sicher in die ein wenig ungewöhnlich an« gebrachte Tasche, welche ich mir in meine« Uebem zieh« hatte machen taffe», um be« Taschendieben daS Geschäft nicht zu leicht zu machen.
In der rechten Seitentasche meines Ungeheuers hatte ich zufälligerweise auch noch ein Stück Papier, mit dessen Anwerbung ich am Nachmittage desselben Tage- einem armen Teufel auS d« Verlegenheit geholfen hatte. 68 «ar unser Kassen- tote, der, da seine Mutter auf ben Tod erkrankt war, feine silberne Zylinderuhr für 10 * „versetzt" hatte, obwohl dieselbe einen Werth von 30 A repräsentierte. Er hatte mich angewim- mert mtt der Bitte, ihm ben Pfandschein abzu- nehme», da er sein Pfand nicht auSlöseu könnte und ben Verfall seine« Wertgegenstandes befürchte» mußte. Ich tst ihm den Gefalle» in der festen Absicht, den guten Man» wieder in den Besitz seines Eigentums zu bringe». Wie eine solche gute Tat sich tm Leben lohnen tau», wird man bald sehen.
Ich hatte nun also den Pfandschein unb be* Beutel, der beiläufig 60,000 Jk in Sold, Bank- totes unb Checks enthielt, in «eine« braune* lleberzieher und stürmte so schwerbelabeu nach Hause, ja — ich stürmte trotz Winb unb Statt- eis, kenn zu Hause erwartete »ich uns« Gesell- schastS-Abend.
„Aber Olk«," tief nnr «eine Frau entgegen, wie kannst Du so lange bleiben!"
Es war unfrei erste Gesellschaft seit unser« Verheiratung und ich konnte nicht anberS, all mit Vorwürfe mache».
sink schon viele hi«?" fragte ich kleinlaut.
„Bankier Meyer noch nicht," stkstrete fie, mir bie Hanb gebend, „spring schnell in daS Abtego- zimmer und ziehe die schwarzen Sachen au, ich habe fie dort zurechtgetegt."
Ich «ar dabet, ehe fte noch ausgreedet hatte. EinS z»ei drei »ar ich im Negligee. Ab« in demselben Augenblicke klingelte eS mit Inbrunst- ES waren MeyerS — uns« bester Trumps. Mtynl hatten eine eigene Equipage.
„Wie freundlich von Ihnen!" rief meine r»ng«- Fran entzückt und küßte Fran Meyer wiederholt.