Einzelbild herunterladen
 

Erscheint täglich, m Ausnayme der Sonn- und Stier» taae.Wtrteljährl.

ohnevringtrlohn «nd Bestellgeld in Suite und aull»

FuldaerMZeitung

?äi® geilt ober bereit Raum1SPsg.,Re- klamen die Pttit- -eile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

fte 3«fer«te 3. »«»gelle» ii Seite. mit Ilnlerhaüungs -AnlageZllustrirte Konntags-Znlung"

M 13.

Jutöa, Samstag, den 17. Januar 1903.

30. Jahrgang.

Deutfchr» Deiche

Berlin, 16. Januar 1903

+ Ir-r. Kpe<K v Stervvurg, der mtt der Berirrtung de«beurlaubten" Botschafter« von Holleben beauftragt ist, wird am Dienstag an Bord derAuguste Ntkrorig" die Reife nach Amerika ««treten. Vorher wird er wahrscheir.lich vom Kaiser in Audienz empfangen werden. Er geht zunächst al«bevollmächtigter Gesandter in Spezialmission" nach Washington, doch ist ihm seine Ernennung zum Botschafter sicher.

X Aer Zsteichr tag hat cm Freitag die Resolution Speck bezüglich der Meistbe- günstigungSvorträge mit 141 gegen 67 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen ange­nommen. Die gleichartige Rrfolut'on Hyl war vorher zurückgezogen worden. Wir am Donnerktag so beteiligte sich auch am Freitag das Zentrum nicht an der Unterhaltung. die nach den Erklärungen des StaatssekrelLls Grasen PosadowSky doch keinen praktischen Zweck mehr haben konnte. Als Gegner der ungünstigen Meistdegüustigu« gSverträze traten am "Freitag noch die Abgg. v. Heyl, Locke.Patershausen (Bund der Landwirte) und Fürst BiSmarck auf den Plan, während die Gegenseite durch dis Abgg. Gothei«, Pachnicke und Bernstein vertreten wurde. Keine dieser Reden vermochte in die Debatte ein«» neuen Zug zu bringen, sodaß man in dem gelang weiten Hause aller­seits froh «ar, als rS zwischen 4 und 5 Uhr endlich zur Abstimmung kam, die wieder durch Stimmzettel erfolge» mußte. Sie hatte das eingangs mttgttheilte Ergebnis. Zur Debatte kam dann noch eine sozialdemokratische Reso- kutio« auf Beschränkung der Gefängnis- arbeit. Mit der Tendenz dieser AntagS stad, wie in der Kommission, so auch heute alle Parteien einverstanden. Da aber die Ange­legenheit nicht zum Zolltarif, s-denfall? aber vor die E-nzellandtage gehört, so wurde die Reso­lution schließlich mit großer Mehrheit abgr- lehnt, llebrigens wird d n Wünschen auf Be­schränkung der Sefängni?arbeit für private Liefe« rungen, wie «eh. Rat Kronne für Preußen und Abg. Dr. H^äsiet fS; Bayern betonten, ewwM setzt von den Regierungen nach Möglich' kett entsprochen; der Zeitpunkt, wo in den Gr- fängniffen nur noch sür staatliche Verwaltungen gearbeitet wird, scheint danach nicht mehr fern zu fei». Am Samstag soll zunächst die Inter- pellation Roe ficke bezüglich der Unterscheidung von Malz« und Futtemerste und dann die Reso­lution bezüglich der Viehzölle zur Beratung komme».

+ Dir We»tzast»«g eines Aorvetlen- Ztapitän» erregt in WilhelmShafeu großes Auf­sehen. Der Korvetten-Kapitän z. D. Kayser, welcher bei der Nordsee-Station in akiioer Dienst­stellung verwendet wurde, ist wegen grober Dienstvergehen vrrhaftet worden. Nähere Angaben fehle« einstweilen.

Die Wacht des Geldes.

»riwtnal-Roman von Arthur Eugen Simson.

86 ------ (Nachdruck verböte».)

Er denkt nicht daran!" unterbrach Elisabeth ihn szwitisch.Bi» zur Beerdigung meine« Manne« muß er jedenfalls hier bleiben, und auf seiner Sette liegt kein« Schuld. Ich werde Ihnen später einmal erzählen, welche Pläne Fräulein Hallstädt verfolgte und welche Bedingungen sie meinem Bruder stellte oder sollten Sie darüber bereit« unterrichtet sein?"

Rein," erwiderte er kopfschüttelnd,ich weiß nur da«, was Hallstädt mir berichtete. Kann ich in irgend einer Weise Ihnen dienen? Ver­füge» Sie ganz über mich"

Sie find sehr freundlich, Herr Doktor, aber einstweilen brauche ich Ihre Freundschaft noch nicht in Anspruch zu nehme«, mein Bruder wird alles Nötige besorge»."

Gustav verabschiedete fich; es widerstrebte ihm, dieser Frau gegenüber noch länger die Rolle eines teilnehmende« Freunde« zu spiele».

Der Verdacht, daß Griesheim ermordet morde« sei, wurzelte bereits zu fest i« seine« Inner«, al« daß er über ihn hinweggehen konnte; »ach ferner Anficht mußte diese« Ereignis einer strengen u«d scharfen Untersuchung unterworfen werden.

Gr eilte zu dem Polizribeamte«, an den er Hallstädt verwiese« hatte, und er kam i» dem­selben Augenblicke bei ihm an, i« dem der Vater TheodoreL fich entfernen wollte.

* 3« der Angelegenheit der A»ou- prinzesft« von Snchse» haben in diesen Tagen in Genf Unterhandlungen staitgeftmdtn, die entweder zum Stillstand oder zum vorläufigen Abschluß gelangt sind. Nachdem am Mtttwoä noch die gemeinsame Konferenz der Anwälte Körner, Zehme und Lachenal in Gegenwart der Kronprtnzesfin und dr« Konsul« Bothe stattge­funden hatte, ist nun der Anwalt de« Kronprinzen, Dr. Zehme, abgereist. Er verabschiedete sich gestern Vormittag, wie telegraphisch au« Genf be­richtet wird, von der Kronprinzessin von Sachsen nud hatte daraus imHotel des bergaea" eine sehr lange Besprechung mit Giron. liebet tat Ergebnis der Unterhandlungen ist absolut nicht« bekannt. Auch der sächsische Polizeikommiffar Schwarz ist abgereist. Die Kronprinzessin soll ihm wegen seine« Takte« ihren Dank ausgesprochen haben. Rach einem Tele­gramm der ,Boff Zig/ ist in Genf ein Kammer­diener der Kronprinzessin von Dresden arge- kommen, ter ihr zwei Rsisekoffer mit Wäsche und Kleidern und eine Kaffette mit einigen Schmuck- fachen überreichte. Der ,Fränk. Kurier' gibt eine Zuschrift von einer dem toskanischen Hof« nahestehesden Seite wieder, in der mit der Ver­öffentlichung de« aufgefangenen Briefwechsel« ge­droht wird, fall« Giro» auch ferner den jetzigen ruhigeren Gang der Au«gleich«verhandlungen durch seine Einwirkung auf dir aufgeregt« Kronprinzessin und durch unwahre Angaben in den ihm ergebenen Blättern störe. Danach scheint dcr Briefwechsel für Giron noch kompromittierender zu sein al« für die Kronprinzessin.

+ G» wird weiter geschossen r Am Frei­tag früh hat, wie eix Berliner Lokalblatt berich­tet, im Grünewald ein Pistolenduell zwischen zweiOffizieren stattgefunden. Der eine, ein Schutztruppen-Osfizier, wurde durch eine« Schuß in die Brust schwer verwundet. Wann wird der Unsinn wohl je ein Ende nehmen?

* Do« deutschen Aandwietschasterat. Der deutsche LandwirtschastSrat ist auf den 3. b.S 6. Februar dS. IS. zu seiner 31. Plenar­versammlung einberufen. Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände:

A. Aufgabe und Bedeutung der Kartelle und gna- dikatr der BoUS»irtfchaft. B. Grundsätze für die Beleihung von Waldungen. C. Maßnahmen gegen die Verunreinigung der Flüsse. D. RetchSgesetzltche Regelung der verstchernnzSvertrageS. L. Vorschläge für die Abänderung de« Seuche'", es-tze«. F. Las «tehseuchen-stebereinlommrn »wtschenOesterrrich-ttngarÄ und dem Deutsche« Reich. G. Die Erforschung schäd­licher Futterwirkungen durch die biologische Abteilung deS kaiserlichen GestlndheitSamtS. - H. Die Ergebnisse der Erhebungen über die Rentabilität bestimmter Land- »irtschafttbetriebe im Jahre 1898. I. Vorgänge auf dem Gebiete bei StsenbahntartfmesenS.

* I« dem Gesetze»ttw»trj üver die Kauf ichte ist die .Franks. Ztg/ in der Lage, auch schon die Begründung zu veröffent lichen. Aus ihr seien folgende Stellen heraus­gehoben:

Eine Anlehnung der Neuregelung an die Amts­gerichte Hobe trotz mannigfacher Vorzüge nicht «folgen können, weil dann die Frage einer Umgestaltunr deS ganzen amt-gerichtlichen Verfahrens hätte aufgerollt »erden müssen. Bei An­lehnung an die gewerbegerichtliche Organisation müsse allerdings davon abgesehen werder-, die Zuständigkeit der Et»erbegertchte auf die Streitigkeiten au» dem

Da ist vorläufig wenig zu machen, Herr Doktor," sagte der Beamte, der Barnay i« der Angelegenheit des Versicherungsagenten kennen gelernt hatte.GrteSheim ist tot, und gegen seinen Schwager ließen keine Beweise vor."

Beweise allerdings «och nicht," erwiderte Gustav erregt,aber sie können leicht gefunden werden. Ich wälze einen anderen Verdacht auf Gruner, «inen furchtbaren Verdacht, der sich aber so sehr auf Wahrscheinlichkeit stützt, daß er strenge Untersuchung fordert."

Sie meinen den Betrug, der an der Brr- ficherungSßesellschaft verübt worden ist? Herr Hallstädt hat mir bereits Mitteilung davon ge­macht, aber die Untersuchung kann doch nicht hier, sonder« nur i« Ihrer Heimat geführt werden."

Ich meine etwas anderer. Ist die Leiche SrieShetmS fettens des GerichtSarztes untersucht worde» ?"

Soviel ich weiß ja."

Und hat man nickt-Verdächtiges entdeckt?"

Nur eine kleine Hautabschürfung auf dem Kopfe, die aber keine Bedeutung hat."

Hm, ich möchte behaupten, daß diese Ver- letzuna von sehr großer Wichtigkeit ist."

Sie wolle» doch nicht den weiteren Schluß ziehen, daß Griesheim ermordet worde» sei?" 11Daß ein solcher Mord vorliegen könne ja, diesen Schluß ziehe ich allerdings."

Und worauf stützen Sie den Verdacht?"

Auf Gründe, die ich Ihnen bereitwillig aus- einandersktze» werde, wen« Sie dieselben höre« wollen.

Rede» Sie!" nickte der Beamte.Ich werd« Ihre Gründe prüfen."

kaufmännischen Dienst- und L hrVerhältnis ohne WetterrS auSzuoehnev, da trotz einiger Aehnlichkeiten doch mannig­fache Verschiedenheiten zwischen den BerufSnerhälmissen der kaufmäi-njschen vehUsen und denen der gewerblichen Arbeiter bestehen. SS empfehle sich daher, die Ge­richte sür die kaufmännischen Streitigkeiten nur durch die Person deS Vorsitzenden und die Geschäftseinrichtungen tunlichst mit den Sewerbezerichten in Verbindung zu bringen. Ausnahmsweise könne daneben die Er­richtung eines Kaufmannsgerichts zugelassen werden, sofern am Orte ein Sewerbe^ericht nicht besteht, ober neben einem vollbeschäftigten Gewerbegericht noch ein vollbeschästtgteS Kaufmannsgericht zur Betätigung ge­langen tann, oder endlich besondere fachliche oder persönliche Gründe für die Trennung spre­chen. Für die Abgrenzung deS Kreises der dem kaus- mannSgericht zu unterstellenden kaufmännischen Ang>« stillten muß der sechste Abschnitt deS 1. Buche? deS Handelsgesetzbücher maßgebend sein; nach § 5» ist Handlungsgehilfe, wer (dauernd oder auch nur vorüber­gehend) in einem Handelsgewerbe zur Leistung kauf­männischer Dienste gegen Entgelt augestellr ist. Für die HandlungSlehrliuge find die §§ 76 ff. des H.-G. B, maßgebend. Packer, Hausdiener ufw in Handels- betrieben unterstehen nach wie vor dem Gewerbe- g e r i ch t. Beim Wohlveisahreu soll die Wahl auch nach Gruppen erfolgen können; ferner ist, um auch einer Minderheit eine angemessene Vertretung zu sichern, daS Verfahren nach den Grundsätzen der Verhältniswahl für zulässig erklärt und eS soll die Beschränkung ver Stimmabgabe auf Vorschlagslisten ausgesprochen »erben linnen.

Als BerufungSgrenze bleibt wie beim Se- werbrgrrichr die Summe von 100 Mk. Im Reichstage hatte man die Berufung erst bei einem Objekt von 500 Mk zug-'asien gewünscht.

X A»e staatlich«« Isrstarvotter i* Mrevhe«. Nach ein.r Nachweisung der von der TtaatSforstver mallung beschäftigte« Arbeiter, deren Löhne, Arbeitszeit, Krakkenorrficherung, Betriebsunfällen und Aufwendungen nach den Berstcherungsgesetzen, die im Abgeordnetenhaus« hrraaSgegebrn worden ist, beträgt die Zrhl der i« dieser Verwaltung beschäftigten Arbeiter 157 722 Man», die Zahl der Arbeitstage 10 930 094. Für ei« Tagewerk sind im Durch­schaut vergütet worden 1) im Tagelohn: im Sommer bei Männern 1,46 Mk. bi« 2,59 Mk., bei Frauen 80 Pfg. biS 1,50 Mk., bei jugend­lichen Arbeitern 65 Pfg bis 1,53 Mk; im Winter .MLimrrn 1,22 bis 2,40 Mk.. bet Frauen 70 Pfg. bis 1,40 Mk. 2.) im Stücklohn: bei Männern h» Sommer 1,84 bis 3,27 Mk. im Winter 1,40 bis 2,85 Mk. Bei forstfiskalische» sietriebskrankenkaffen waren verfichert 8025, bei Ortskrankenkassen oder der Grmeindekrankeuver- ficherung unterliegend 41203 Bei der erste« Kategorie erkrankten 1394, bei der zweiten 3169 Arbeiter. Die Zahl der Betriebsunfälle belief fich auf 1835, hierbei 32' Tötungen. Die Auf­wendungen des Forfifiskus als Brtriebsunter« nehmer bei diese« Anfällen betrugen 339 185 70 Mark, die Koste« deS Heilverfahrens «ährend der ersten 13 Wochen 21605 51 Mk. Freiwillige Unterstützungen von Waldarbeitern und deren Hinterbliebene« betrugen 18 749,88 Mark.

X Aer Ges-tz-»t»«rf «Zer di« Mild««s von Hilfsfonds für katholische Msarr- gemeinde», der dem preußischen Landtage durch di« Thronrede in Aussicht gestellt worden ist, be­zweckt, wie wir erfahren, die finanzielle Stärkung jüngerer Pfarrgemeinden in Großstädten. Ins­besondere soll zwischen den besser fituierten älteren

Ich komme auf meine« ersten, allerdings noch nicht bewiesenen Verdacht zurück. Die Ber- stcherungSgesellschaft ist in einer Meise betröge« worde«, die daS Gesetz mit Zuchthaus bestraft, und nicht nur an dieser, sondern auch a« an- deren Betrügereien habe« GrteSheim und Frau gemeinschaftlich mit Gruner fich beteiligt. Für diese gemeinschaftliche Beteiligung habe ich- Be­weise, fie stehen unzweifelhaft fest. Nun ist diese Gaunerbande in die Schweiz übergestedelt und hat natürlich die Früchts ihres Betruges mit­genommen. Man versuchte hier ebenfalls gemein­schaftliche Geschäfte zu machen, und anfangs mag auch alles glatt abgelaufe« sein; a«derS aber wurde eS und mußte es werden, als die Jntereffen der ettizelnen Personen in Zwiespalt kamen. Und dieser Fall trat ein, olS ein Zufall die Gauner mit Herrn Hallstädt und drffe» Tochter zusammenführte. Madame Griesheim wollte diese neue Bekanntschaft benutzen, um ihre Gegner i« der Heimat zu verleumden und unschädlich zu machen; Griesheim beabsichtigte, de« neue«, reiche« Freund im Hazardspirl zu plündern, und Grmer gedachte mit der Hand deS Fräuleins fich die eigene Zukunft in glän­zender Weife zu sichern. Aber eins paßte nicht zum andern, und da Madame Griesheim auf der Teile ihres Bruders stand, so sollte Gries­heim auf seine Pläne verzichte«. DaS wollte er nicht, er benutzte sogar die erste Gelegenheit, um seinen Plan auSzuführe«, und da er bei de» Betrug ertappt wurde, so waren für Gruner die Folge« um so schlimmer. Es kam zu Vorwürfe«, bteje führten zu eisern heftige« Wortwechsel, und SrieSheim faßte de« Entschluß, fortan den

Gemeinden und den meist in sehr ungünstig« finanzieller Loge befindlichen jüngeren Pfarr­grün düngen ein Auögleich dadurch herbeigeführt werden, daß di« Kirchensteuern gleichmäßig für den ganze« Stadtbezirk festgestellt und erhoben werden Die Fond«, die auf diese Weise ent­stehen, sollen «ach Maßgabe de« Bedürfniffe« allen Pfarrgemeinden de« Stadtgebiete« zugute komme«. Ein ähnliches Gesetz besteht feit kurzem für bi« protestantische« Gemeinden von Kassel. Daß ei» gleiche Fürsorge auch den notleidenden katholische« Gemeinden zu teil werde, entspricht einem Wunsche der Hock würdigsten Bischöfe, di« damit eine« schweren Uebelstande, der durch die vielen Umzüge in den Städten au« einem Pfarrbezirk in de» anderen noch fühlbarer wird, abhelfen «ollen.

* Hüelvier im Aerrerrhause. In welchem Umfange die Vertreter der ostelb-scheu Provirze« im Herrevhause überwiegen, ergibt eine jetzt neröffentl-chte Zusammrnstellurg der Mitglieder nach den Provinzen. Danach wa en vertrete« Ost- und Westprenßen durch 34, Brandenburg durch 57, Pommern durch 29, Posen durch 16, Schlesien durch 47 Mitglieder; auf der anderen Seite Sachsen durch 29, Schleswig-Holstein durch 10, Hannover durch 13, Westfalen durch 14, die Rheivprooinz durch 29 Mitglieder, wozu noch Fürst zu Fürstenberg für die hohenzollern« scheu Lande kommt.

* Au» ümeft» Kelle für Au« w-»derer. Irn laufende« Eiatsjadr ist der Deutschen Kolonial- gesellschaft aus Reichsmitteln eine Summe von 30,000 Mk. zur Schaffung einer solchen AuS- kunftSstelle bereinigt worden. Dieselbe hat am 1. April ihre Tätigkeit begonnen unt.r Leitung deS früheren Generalkonsuls Koser. Heber die Tätigkeit der Stelle für die Zeit vorn 1. April btS 1. Oktober hat die Regierung im Reichstag eine« Bericht vorgelegt, welcher eine Summe »o« bemerkenswerten tatsächliche« Angaben zur In­formation der Auswanderer «ach Argentinie«, Chile, Kanada und Mix ko enthält.

Ans dem Reichstage.

<* 289. Sitzung oom *%. Januar 1903, 1 Uhr.

Da« an,äugl'ch wieder ganz schwach besetzte Hau« setzt die Beratung der zum Zolltarif gestatteten Reso­lutionen, und zwar der von de« Avgg. Heyl von HerrnShei«und Speck beantragten, gegen da« Met ft- degünsttgungSsystem gerichteten beiden Reso­lutionen fort.

Ab», v. Aepk zu cherruvtzeim (null.) »endet sich legen die gestrigen Ausführungen seines Parteigenossen or. Semlrr, der ihn offenbar nicht verstanden habe, und legen die anderen Gegner seiner Resolution. Her« ßachnicke, der unsere Wirtschaftspolitik nicht mit tras­sier flies? In betrieben wisse« »olle, erwidere er: mir sind Kürasfierftiefel, mit Spor», noch immer lieber, al« die goldenen Ketten, »eiche dem HandelövertragSverein durch die haute finaace umgehängt find (Beifall recht«, Lachen ltnkS) Rehme der Reichstag die Resolution an, gleichviel tn welcher Form, ob in der setnigen oder der von Speck vorgeschlagenen, so sei er jedenfalls überzeugt, daß der Reichstag niemals wieder Handelsverträge an­nehmen werde, »ie fie leider in der Eaprior'schen Zeit angeuommen worden find. (Beifall.)

Abg. Aucke-PaterShanfen (Bund der Saud».) er« klärt Ich für sich und feine Freunde für die Refolutio« Heyl. Setten« »er Linken handle eS fich hier überhaupt nut um ein Rückzugsgefecht «ach der schwere« Rieder« lagt, welche fie vor Weihnachten erlitten habe.

Abg. Gotßeiu (freif. «er.) : Herr v Heyl hat vor­hin gesprochen von den goldenen Retten, die dem Hau-

Schwager seinem Schicksal zu überlasse«. Halt« er den ganzen Plan mit seiner Frau abgekartet, oder stano diese noch immer auf der Seite ihre- Bruders genug, fie blieb zurück, und Gries­heim rüstete sich z»r Abreise. Daß ei« SW««n wie Griesheim in einem solche« Falle rücksichts­los austrat und sei» Geld nicht zurückließ, liegt auf der Hand, und daß alle Proteste, die Gruner dagegen erhob, unbeachtet bliebe» oder nur verletzenden Hohn herausforderten, kamt ebenfalls nicht bezweifelt werden. Was sollte Gruner tun? Haß, Wut und Habsucht tobten in seinem Inner», und eS sta»d fest bei ihm, daß GrteSheim nicht mit dem ganze« Raube abreise« sollte. A» diesem Raube hatte« alle ihren Anteil; Gruner mußte wütend darüber sein, daß ihm sein Anteil vörevthalte« werden sollte. Und GrteSheim mußte sich auS dem Staube machen, weil Herr Hallstädt ihm ge­droht hatte, von den in seinen Händen befind, licke« Beweisen Gebrauch zu machen."

DaS hatte ich gesagt, und ich würde eS auch getan haben, wenn ich nicht mit Ihne» i» Brunnen zusammengetroffen wäre," nickte Hall­städt.Der Mann hätte sofort verhaftet werde» müssen, darkn lebte er heute noch."

Bitte, fahren Sie fort, Herr Doktor," sagte der Beamte;biS jetzt haben Sie nur Berrnutuu« gen geäußert."

Madame SrieSheim sagte mir, ihr Mann sei, als er sich auf den Weg zum Bahnhof be­geben habe, stark derauscht gewesen, und sie >eibst habe ihre» Bruder gebeten, ih» zu begleite». Durch diese Begleitung ober habe GrieSheim sich beeidigt «esühll, und schon an der alten Stücke