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M 11.

IrrL-a, Donnerstag, den 15. Januar 1903.

30. Jahrgang.

[] Die wahren Interessen der Landwirtschaft.

In einer Versammlung, dir der AugustinuS- Herein zur Pflege der katholische» Presse im Jahre 1900 in Münster in Wests, veranstaltete, sprach u. a. der Zentrum-- Abgeordnete Herold über die politische Lage. Er beleuchtete dabei auch da» Verhalten des Bundes der Landwirte und sprach seine Ansicht dahinaus, daß der Bund eine durch­aus berechtigte Gründung sei; nur sollte er es unterlassen, schon bestehende landwirtschaftliche Körperschaften, wie den westfälischen und rheini­schen Bauernverein, in ihrer Wirksamkeit zu störe», denn dadurch werde nur Zwietracht in oie Reihen der Bauern getragen und die Sache derselben nicht gefördert. Erft vor etwa 3 Monaten hat ei« unterfränkischer Zentrums-Abgeord­neter in mehreren Versammlungen nach einander die Bauern zur allgemeinen Einigung ermahnt: Bauern, vereinigt euch! Lasset die Streitigkeiten zwischen den christlichen Bauernvereinen, de« Bau-rnbunde und dem Bunde der Landwirte ruhen, denkt an eure gemeinsamen Interessen und marschiert geschloffen in den Kampf der bevor­stehenden Neuwahlen zum Reichstage!

Vorzügliche Grundsätze! Leider ist unter den obwaltenden Verhältnissen nicht «ehr daran zu denken, daß ste in die Tat umgesetzt werden könnten, wenigstens nicht allgemein. Nur in ver­einzelten AuSnahmefäklm könnte es Vorkommen, daß alle Landwirte gemeinsam in den Wahlkampf zögen, ohne Rückficht auf ihre Zugehörigkeit zu n Bauernverein, Bauernbund oder Bund der Land­wirte. Und wo liegt die Schuld daran, daß dies oorausstchtlich so sein wird? Jedenfalls nicht beim Zentrum.

Der Bund der Landwirte ist auf Irr- wege geraten, verleitet durch eine Halsstarrigkeit, dir der Sache, die er vertreten soll, nur Schaden bringe» kann. Er war es bisher immer, der mit Vorliebe anderen Parteien den Borwurf machte, ste dächten, wen» ste von der Hilfe für die Landwirtschaft sprächen, mehr an de» Bauern­fang zugunsten der Machtenwickttung der be­treffenden Partei selbst, als an die wirklichen Interessen der Bauern; und man muß zugkbe», daß diese Vorwürfe in vielen Fällen den Nagel «f den Kopf trafen. Aber wie der Bund der Landwirte jetzt vorzeht, das ist nun erst recht in dem Sinne dieser falschen Politik gehandelt, die nur an die eigene Machtentfaltung denkt, nicht aber an die wahren Interessen derjenigen, deren Wohlfahrt und deren Förderung auf das AuS- Hängeschild geschrieben find. Ran bedenke doch nur, daß die Organe deS Bundes der Landwirte sogar in einen offenen und erbitterte» Kampf gegen den deutschen Landwirtschaftsrat geraten find, derjenigen Körperschaft, die als einheitliche Körperschaft der Vertretung der Jnterrssr» der Landwirtschaft für daS ganze Reich hervor­gegangen ist aus der freien Wahl der verschiedene« einzelnen landwirtschaftlichen Körperschaften, in der auch verschiedene hervorragende Mitglieder deS Bundes der Landwirte selbst fitzen. Da­ka«« unmöglich eine gesunde Politik im Interesse der Landwirrschaft fein, die in so verletzender Form und in so blindwütiger Weise gegen die-

§ie Wacht des Held«.

von vrthar fugen Simse».

'M ------ (Nachdruck verboten.)

Und dennoch schlummert diese Leidenschaft in jedem Menschenherzen, fie erwacht mit der Liebel"

Hier aber findet die Eifersucht keinen realen Bode«; Doktor Barnay ist ein Mann der Ehre, er wird fich keiner Handlung schuldig mache«, die ihm zum Vorwurf gereichen könnte. Und nachdem er in der Verfolgung dieser Betrüger so weit gegangen ist, darf er nun auch nicht mehr stehen bleiben, er muß, waS er begonnen hat, zu Ende führen "

Muß er eS?" fragte Friedrich kopfschüttelnd; dem Wunsche meiner Braut würde ich jede- Opfer bringen, zumal, wenn die Erfüllung diese- Wunsches ihren Seelenfrieden bedingt."!

Darf ich Ihne» eine» Rat gebe«?" fragte Theodore nach einer geraume« Weile.

Ich bitte darum," sagte Friedrich.

Lasse« Sie Doktor Barnay diese- Mißtraue« Paala- nicht ahne», eS könnte ihr sein Herz entfremden, ihm Zweifel an der Innigkeit ihrer Sebe einflößen, und solche Zweifel find da,» an­getan, da- festeste Fundament zu erschüttern."

Ich werde Ihren Rat befolgen," erwiderte er,fratte ich doch selbst mir schon vorgenommen, chm den Zweck meiner Reife zn verschweigen."

Er wird ihn erraten!"

Und täte er e» auch, zürne» kann « mir deshalb nicht« Er weiß ja selbst, daß Paula *M der Reise nicht einverstanden war."

jenigen wütet, 'die dem Bunde am allernächsten stehen in der Art und in den Zielen ihrer Be­strebungen! Mit Eigensinn, Halsstarrigkeit und Leidenschüft hat noch niemand in der Welt und in irgend einem Zrttalter gute Erfolge erziett. Aber leider wird otese Binsenwahrheit von der wild anstürmende» Bundespartei vollkommen übersehen. Der Bund hatte vordem ganz gewiß seine volle Daseinsberechtigung. Wen» er diese nun verliert, trägt er selbst die Schuld daran.

Der Bayerische Bauernbund wico erst in der nächsten Zeit über seine Takttk bei den Neuwahlen zum Reichstag- fich schlüsfig machen. Nach den Ankündigungen feinet Organe aber kann man schon jetzt annehmen, daß er ebenfalls möglichst viele Sonderkandidaturen aufzustrSe» beschließen werde. Und nun will anscheinend auch wieder Herr Schreiner, der Redakteur der ,Rhein. Bolk-sttmme', de- früheren Organ- de- Rheinischen Bauernverein-, in verschiedenen Wahlkreisen fich als Bewerber dem Zentrum entgegenstellen.

ZrntrumSbauer», Bundesbauern, Bauernver­einsbauern im Kampfe unter emander fich selbst zerfleischend welche- traurige Bild der Ver­blendung und des politischen und wirtschaftliche» Selbstmordes! Wenn man im Vergleiche damit die Industrie betrachtet mit ihren fest geschloffenen Ringen und Kartelle», begreift ma» sofort, warum die Industrie so viel erreicht und die Landwirt- schäft so wenig. Das Fehlen der Einigkeit ist e-, das die LandLirtschaft schwächt, und leider wird den Schaden daoo» nicht nur die Land­wirtschaft selbst haben, sondern unser ganzes Ge­meinwohl. DeS Deutsche» Reiches Stärke und Größe beruht zum größten Teile auf seinem kerngesunde« Bauernstände. Unterhöhlt deffen Grundlagen, so unterhöhlt ihr da- ganze Reich.

WaS für eine allgemeine Lehre kann man aus dieser traurigen Uneinigkeit der deutschen Land­wirtschaft ziehen? Von neuem die Lehre, daß ma» nicht dar Gebäude der Grsamlpolittk aus­richten soll auf der Grundlage materiellen Jäter ffen allein. Diese dürfen natürlich ganz und gar nicht vernachiässtgt werden. Aber man wird einseitig und gerät schließlich in Zwiespalt mit aller Welt, wenn man alle- und aller nur den eignen Sonderintereffen dienstbar mache» will; man zieht nicht Andere an fich, sondern stößt fie von sich, wie jetzt der Bund der Landwirte und Andere, die eS ebenso machen. Und der Schluß- effekt kann nur die Niederlage sei«.

Das Zentrum hält treu zum Bauer«, wo und wie es nur immer kann. Das Zentrum und die Bauernschaft find fest zusammengeschmiedet durch ihr gemeinschaftliche» Bestreben, unserer Väter frommen Ginn zu wahren und zu erhalte» und zu verteidigen gegen die Um- sturzgewalte» der N-uzeit. Das Christen­tum steht auf seinem Panier als da- Erste und das Höchste, daS wir verteidigen und schützen müffe«. ES ficht für unsere idealen und für unsere irdischen Güter. Und der deutsche Bauer wird ohne wettere- eivfehen, «en« er die Stellungen der verschiedenen Parteien gegen ein­ander richtig abwägt, daß sein Heim beim Zentrum sei» muß. Nicht allein fein gläubiger Christer sinn zieht ihn dorthin. Er

Er weiß eS," nickte fie,auch mir Hat ste es geschrieben. Doktor Barnay brachte mir selbst einen Bries, und da ich ihn in seiner Gegenwarc laß, so konnte ich den Inhalt nicht verheimlichen. Ich sah, wie tief es ihn betrübte; er selbst sprach Befürchtungen auS, die mich besorgt machten, und darum halte ich eS auch für ratsam, ihm gegen- Über auf diesen Punkt nicht mehr zurückznkommen."

Friedrich hatte die Brauen zusammengezogen, ihn selbst ^berührte diese Angelegenheit peinlich.

Theodore brachte jetzt da- Gespräch auf ein andere- Thema; Hallstädt kehrte auS dem Neben­zimmer zurück, und bald faßen die drei Personen -in heiterer Unterhattung auf dem Balkon, unter ihnen plätscherten die Wellen deS Sees, der mit seinem herrliche« Panorama in magischer Abend- beleuchtnng vor ihre« entzückten Blicke« lag.

10. Kapitel.

Freudig überrascht kam Snstav Barnay de« Bruder seiner Verlobten entgegen, al« dieser am nächste« Morgen i» vezlettung Hallstädt« in seine Stube trat.

De« Verspreche« getreu, welche« er Theodore gegeben hatte, etfi6rte Friedrich, daß nur der Wunsch, die Schweiz zu sehe», ihn zu der Reise bewog« habe, und Gustav gab fich de» Anschein, al« setze er leinen Zweifel in die Auf richtigkett dieser Erklärung. Zu langen Erörterung« dar­über sand fich auch keine Zett, die Ereignisse de« vorig« Tage« «ußte» erzähtt und besprochen »erde«.

Also ist auch dieser Plan gescheitert!" sagte der Adooßnt in heftiger Erregung. »Run fort mit der Mail«, fte nützt mv» nicht« mehr, jetzt « energisch gohandett werden."

muß auch erkennen, daß sein Hof am festesten begründet ist auf den wahrhaft konser­vativen Grundsätzen, von denen da- Zentrum geleitet wird, nicht allein darauf, ob der Einfuhrzoll für das Getreide bei uns fünfzig Pfennige mehr oder weniger für den Zentner beträgt.

Solche Fragen sind wichtig. Aber fie gebe« nicht den Ausschlag. Und die nächsten Reich-- tagswahlen werden, wenn nicht alle- täuscht, eine bittere Lehre der Enttäuschung bringen für alle diejenigen, die unsere ganze innere Politik, unser ganze- Volk gewaltsam beugen unter da- Joch, da- sie an- einzelnen Geldfragen sür alle Andere» aufrichten wollen, ohne sogar nach, »eisen zu können, daß ihre Forderungen wirklich wohltäiig wirke» würde« für diejenigen, deren Interessen fie angeblich »ahrnehmen wolle«.

G Zum sächsischen Ehezwist redet da- ,Berl. Tageblatt' der Herren Moffe und Levysohn dem Kronprinzen Friedrich August gut zu, fich zum Antrag auf gänzliche Ehe­scheidung zu entschließen. Diese erscheinedem deutschen Empfinden al- das allein mögliche, und es wäre auch dem konfessionell erregten (von wem?!) sächsischen Volke gegenüber polittsch klug, insofern, al- e- fich zeigen würde, daß der Kron­prinz fich nicht von katholisch-konfesfionellen (!) Rücksichten (Pflichten! Red.) hindern läßt, zu tun, wa- er als Fürst und Man« nach deut­schen Rechts, und Moralbegrisfen tun muß". Arber deutsche Recht-, und Msralbegnffe das deutsche" Berliner Tageblatt dozieren zu hören, ist der Gipfel der Lächerlichkeit. Wie die deutschen" Moralbegriffe diese- jede Art litera. rischer und dramatischer Schweinerei liebevoll pflegenden Blatte- beschaffen sind, davon erhält man au- dem nachfolgende« Satze eine leise Ahnung:Nur wen« die Scheidung ausgesprochen wird, kann das »eitere Zusammenleben der Kronprinzessin mit Giro» des Aerger- nisseS und der Anstößigkeit entkleidet(I) werden, der (wer?) ihm anhasten müßte, falls eine Ehe zwischen beiden unmöglich wäre." Also ein Ehebruch hört auf,anstößig" zu sein, wenn die erste Ehe geschieden wird! Weiß daS.Berl. Tagebl.' nichts von dem deutschen Rechts- grundsatze, der die Verehelichung einer geschie­dene» Ehebrecherin mit ihrem Buhlen ver­bietet? Die Prinzeß Luise wirb also nicht nur, was dem ,Berl. Tagebl.' sehr erfreulich wäre, auf diekirchliche Einsegnung ihrer zweiten Ehe", sondern auch auf eine bürg er- liche rechtliche zweite Eheschließung verzichten müffen, wenn fie nicht im Ausland eine Se« legeuheit findet, die ihr das deutsche Recht versagt. Die Prinzeß läßt ja neuerdings er« klären, daß ste sich von Giro« nicht trenne« will. Nun wohl, man wird also abwarten müssen, biS Monsieur Giro» selbst die Sache satt be­komme« haben wird. Der Herr ist ja zehn Jahre jünger als die Prinzessin.

Bei gewissen Leuten in Sachsen «ird'S in- zwischen immerHeller". Die letzthin mitgeteilte halbamtliche Klarstellung der nichts weniger als jrsuitischen" Umstände des Falles hat immerhin

Ich werde die Anklage gegen Griesheim er­heben", erwiderte der alte Herr;die Behörde « ihr Falke geben."

Ich rate davon ab", sagte Friedrich;diese Anklage ist nicht genügend bewiesen"

Dennoch muß der Polizei Anzeige gemacht werden", unterbrach ihn Varnay.Die Ber- «utung liegt nahe, daß Gruner bereit« seine« Schwager nachgereist ist, oder daß er vor hat, die« beute zu tun"

Ich erwarte heute Vormittag hier seine» Besuch", schaltete Friedrich ei«.

Glaubst Du Wirklich, daß er kommen wirb?" spottete Gustav.Fch denke nicht daran, er « ja befürchten, daß er hinan« geworfen wird. Ber- leidigen kann er fich nicht, er hat fich eine» B»b«streiche« schuldig gemacht; er wird auch wissen, »le ein Mann von Ehre ein solche« Bubenstück bestraft. Dir mit bewaffaeter Hand gegenüberzutreten, dazu ist er zu feig; überdit« wird er auch nicht glauben, daß seine Heraus­forderung angenommen würde. Nein, nein, nach dieser letzten Heldentat bleibt ih« nicht« übrig, al« Luzern schleunigst zu verlasse»; er hat Deine Karte, er weiß, daß D« der Bruder «einer Braut bist; daran» wird er Schlüffe ziehen, die ih» be« unruhigen müsse«. Und ich fürchte, daß mit ihm euch seine Schwester abreisen »ird; dann könnten wir mit unsere» Verfolgungen wieder von vorn beginnen."

Wäre e* nicht ratsamer, ste überhaupt falle« zu lassen?" fragte Friedrich.Ueberlaffen wir diese» Gesindel seine« Geschick, früher oder später wird doch die gerechte Strafe e» ereil«."

Senn alle, die von ih«« betrogen werd«, so beuten, bann »erb« die Senta wohl ttitmti»

gewirkt. Gewisse Blätter machen nun aber Mt tollste» Purzelbäume, um einerseits fich mtt der halbamtliche« Klarstellung abzufinden, anderseits aber doch noch für dieprotestantische Be­unruhigung" zu rette», was zu retten ist. So schreibt daS .Leipziger Tageblatt' von dertat­sächlich vorhandene» Beunruhigung der prot - stantischen Bevölkerung Sachsens":Diese ist aber nicht Hervorgemsen durch wirkliche Machina­tionen verkapvter Jesutten sich offen zu zeige«, verbietet diesen ja in Sachsen das Gesetz, sondern durch den gewaltigen Anlauf, welchen die ultramontane Propaganda innerhalb der grün.weißen GrenzpfShle mit der Begründung einer klerikale«, ganz im Sinne der Zentrums wirkenden Tageszeitung feit kurzem genommen hat. Man fürchtet, und zwar nicht mit Unrecht, daß die römisch'klerikalen Herrschgelüste Zustände wie in Bayern und Baden herboisühren, und man gibt fich weiter der Besorgnis hin, daß derartige Strebungen an König Georg einen weit festere« Rückhalt habe« könnten, als an dem verstorbenen König Albert. Für diese Besorgnis ist aber nicht der geringste Anlaß vor­handen. Der verewigte König Albert war be- kannttich ein herzhafter Lacher und König Georg freut fich ebenfalls über einen guten Witz und erzählt selbst gern harmlose Anekdote«. Freilich, die Erzähler vo» zweideutigen Späße« ernten nicht den erwarteten Beifall. E» geht innerhalb des KönigsschlosseS nicht zu wie in einem Trappistenklofier, sondern wie in einer hoch­gebildeten, allem Schönen und Edlen offenen kerndeutschen Familie."

Wie mag fich i« dem Gehirne dieser Leute wohl einklerikales" Familienleben malen? In katholischen,ultramontanen" Familien wird niemalsherzhaft gelacht", da herrscht ewig ehr düsteres Schweigen oder Heulen und Zähne» klappern. So denkt fich wohl der kon.use Arttkelschreiber deS Leipziger Blattes. Und wat hat vollend- die Gründung eines ZentrumSblatteS in Sachsen mit dem Familienleben des König» Georg zu tun? Wir gratulieren übrigens unserer sächsischen Kollegin zu der erschrecklichen Ängste welche das Kulturpaukertum vor diesem einzigen ZentrumSblatte einer katholischen Be­völkerung vo« 200000 Seelen bekundet.

Ja, in Sachsen gibt'SHelle" Köpfe! Wer zweifelt noch daran?

Berlin,', 14. Januar 190t*

* Mcht «Smarte« kann e» der Groß- braueret-Generalbirektor und Abgeordnete Rösicke» Dessau, bi» er weiß, wa» Malzgerste im Ginne be» neuen Zolltarif» ist, obwohl dieser doch «och lange nicht in Kraft tritt. Er hat daher mtt Unterstützung der freisinnigen Gruppen eine die«, bezügliche Interpellation im Reichstage ein» gebracht.

bestraft werden", sagte Hallstädt unwillig.Welches Unheil habe« sie tn unserem engeren Kreise schon angerichtet! Und meine Anklage gegen Grießherm kann ich beweisen, ich übergebe der Polizei bte Karten"

Entwerfen wir unseren Operation-plan! erwiderte Gustav ungeduldig,wir haben jetzt keine Zett mehr zu verlieren. Sie, Herr Hall­stadt, gehen zur Polizei und teile« dem be­treffenden Beamten alles mit; sagen Sie ihm, ich würde im Laufe des Tage- ebenfalls z« chm komme», um ihm einen anderen Verdacht zn berichten, den ich vielleicht in einige» Tage« bo- weisen könne."

Darf man diese» Verdacht erfahren?" fragte Friedrich.

Nur unter der Bedingung, daß mir die strengste Berschwiegenbeit getobt wird. Ich eeu» mute, daß man den Tod GrieSheimS nur fingiert hat, um die Versicherungsgesellschaft und die Gläu­biger zu betrügen. DieserZwillingSbruder de-erst« Satten ist nur eine vorgeschobene Person"

Aber Sie sagte« ja selbst, daß Griesheim eine« ZwillingSbrnder gehabt habe!" fiel Hall- städt ih« betroffen in die Rede.

DaS bestreite ich anch jetzt noch nicht. Kann inde- dieser Bruder nicht drüben untergegaugen fehl? Man brunchte ja nur den Vorname» zu wechsel« und die Komödie ehret zweiten Tram­ms i»S Werk zu setzen, um den Leuten Sand in die Ange» zu streuen. Und ei» solche- fluch­würdige- Verbrechen sollte »»geahndet bleiben st Ich halte e- sür eine heilige Pflicht, die Be- strafurg derselben herbeiznsühre«, soweit da- in mehren Kräften ließt" (|. f.)