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KulkmerMZeitung

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"■SäVää?“ mit Nnterhattungs Meilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung;' -- Prlef*e«l< «» * ffcafHOMie). _

M8.

Jrtt'da, Montag, den t2. Januar 1903.

30. Jahrgang.

Reich.

Deutsc

Berlin', 10. Januar 1903'

* Das Programm für die Winker/-st- am Königliche« Aok, die vorize« Jahr wegen der Trauer um die Königin von England aus­fielen, lautet für dieser Jehr folgendermaßen: Donnerstag, 15. Jan. Militärkur; Samstag, 17. Jan. Fest des hohen Orden« vom Schwarzen Adler; Sonntag, 18, Jan. Krönung«' und Ordens, fest; Freitag, 23. Jan. Große Kur beim Kaiser und bei der Katsorin im königlichen Schloß für da« diplomatische Korp« und deren Damen; Dien«- tag, 17. Jan. Geburtstag«fest der Kaiser«; Mitt­woch, 4. Februar Großer Ball im königliches Schloß: Mittwoch 11. Februar Kleiner Ball im königl. Schloß; Mittwoch, 18. Februar Sub- fkriptionsball im königl. Schloß; Dienstag 24. Februar, Fastnachtsball im königl. Schloß.

* Der preußische Landtag wird vom Ministerpräfisenten Grasen Bülow eröffnet werden, da der König behindert ist, den Er­öffnungsakt persönlich zu vollziehen. Der Wort­laut der Thronrede ist bereits festgellt, der Paffus, daß die Kanalvorlage auf alle Fälle in einer anderen Session eingebracht werden wird, sollt» derselben enthalten sein. Im Uebrigen wird die Thronrede al« Vorlagen ankünden den Etat, dir sechs Verstaatlichungsgesetze von Eisenbahnen, den Gesetzentwurf betreffend den höheren Ver­waltungsdienst und die Vorlage betreffend die Umgestaltung des Grunewalde«.

* Das preußische Akgeordueteuh««», welcher bekanntlich am Dienstag zusammentritt, zählt gegenwärtig 116 Inhaber von Doppel» Mandaten. ES sind von den 143 Mitgliedern der konfoovativen Partei 22, von den SS Unge­hörigen des EentrumZ 49, von de« 75 Ratio» nalib-ralen 14; die 57 köpfige freikonfervattoe Fraktion stellt 10, die 24glt«drtge freisinnige Volkspartei — seit BtrchowS Tode ist daS 25. Mandat (Berlin 3) noch nicht wieder besetzt — 12, also die Hälfte, die Freisinnige Vereinigung, deren 11. Mandat seit dem Hinschkiden RickrrtS erledigt ist, stellt 4 Reichstagsmitglieder, die 13 Polen 5. Von den sieben Fraktionslose» gehören 2 dem Reichstage an. Außer den genannten sind von den 433 Mandaten «och ö offen, die bisher Menge (freikons.), Branden- durg (Centrum) und von WernSdorff (konser­vativ) tnnrhatten.

* Der Zreichohasrhaltretat fit 1903. Die »Rordd. Allgem. Ztg.' meldet: Di« ab­schließenden Zahlen deS ReichShauShaltS für 1903 werden in dem gestern »om Bundes­rate angenommenen Entwurf eines EtatSgesetzeS wie folgt festgestellt: Ausgabe 2 464 972 784 Mk. (plus 160 489 619), nämlich 1 998 644 768 (pluS 26 816 945) Mk. fortdauernde, 226 424 042 (plus 45 863 569 Mk. einmalige Ausgaben des ordent­liche» EtatS und 239 903 924 (pluS 88 809 105 Mark einmalige Ausgaben des außerordentliche» Etats. Einnahme 2 464 972 734 Mark. Der

Anleihebedarf beträgt 219 921 739 Mark. Die Ausgabe von Schatzanwetfungen ist wie im Vorjahre auf 275 000 000 im Höchstbetrage fest­gesetzt. In der dem ReichShaushaltSetat bei­gegebene» Denkschrift wird die wirtschaftliche Stockung erwähnt, die »och »icht überwunden sei und mit je längerer Dauer desto ungünstigeren Einfluß auf die Finanzen deS Reicher auSübe. Die Anleihe zur Balancierung des Etats in Höhe von 219 921 739 Mk. stellt sich unter Berück, fichtigung von Srfparniffen auS der Chma Ex­pedition und sonstigen Einnahmen definitiv aus 194 666 739 Mk. In dieser Anleihe find ein- geschloffen die 95 Mill, zur Bestreitung von AuS- gaben des OrdinariumS, also die Ergänzungs- Anleihe zur Verhütung eines weiteren Anwachsens der Matrikularbeiträge. Diese Matrikularbeiträge sind mit 565 858 234 Mk. angesetzt, d. h. um 14 783 558 Mk. weniger als im Vorjahre. Die Ueberweisu«x,en an die Bundesstaaten betrage« dagegen 542 092 000 Mk., sodaß an sogenannten ungedeckten Matrikularbeiträge« die Ergänzungs- Anleihe von 95 Mill., so ergibt das zusammen daS sogenannte Defizit desJahreS 1903, «am» lich 118,764 234 Mk.

4- O-g-n die Jesttiteuschunffler in Sachsen nehmen erfreulicherweise auch protestan­tische und liberale Preßorgane, wie z. B. die .Deutsche TageSztg.', die »Deutsch, evangelische Korrespondenz,' die .Kölnische Zeitung' u. a. entschieden Stellung. Auch in der liberalen .Rational-Ztg.' wird daraus hingewiese«. daß von dem gesamte» Hofstaat des Königs Georg nur zwei Hofdamen und .der General­direktor de« königl. Theaters Graf Seebach ka'ho lisch find, den kein Mensch als „klerikalen Parteigänger" anspreche» werde', die anderen Hofcharge» sind durchweg mit überzeugt evangelischen Persönlichkeiten besetzt. Aber freilich: der Vorwurf deS „JesuittSmus" soll dem KönigShause selbst gelten; sein Katholi­zismus ist de» protesta»tifchen Hetzpredizern ein AergerniS! — Erfreulicherweise wendet sich auch die sächsische Regierung in ei«rr halbamtlichen Erklärung gegen diese Hetzereien. Es wird darin betont, daß Giro« nicht durch eine geist­liche Mittelsperson, sondern auf diplomatischem Wege alS Sprachlehrer der kronprinzlichen Kinder engagiert wurde, u«d daß dabei vorgeschrieben war, der zu Berufende solle zwar ein guter Katholik, dürfe aber kein Jesuit fein. (Na­türlich ist diese Bedingung nicht auS Mißachtung der Jesuiten, sondern wegen der, wie man jetzt sieht, durchaus begründeten Besorgv'.ß wegen der Jesuitenangst gewiffer Streife in Sachsen gestellt worde». D. Red.) Wüter wird betont, daß Giro» in Lehranstalten vorgebildet war, die „nicht «»ter jesuitischer Lett»»g" stehe». „Sie stände» nämlich unter fr ei mau rischer Leitung. Die diplomatische Mittelsperson scheint also merkwürdige Begriffe von der geeigneten Er- ztehung zu einem „guten Katholiken" gehabt zu haben. In Zukunft wird man in Dresden wohl weniger nach der „jesuitischen" als nach der entgegengesetzten Seite bei Auswahl der Lehrkräfte für die junge Generation de« Königshauses alle Vorsicht anwende«. Der amtierende« Hofgeistlichkeit wird da« Zeug-

Die Macht des Geldes.

Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.

M ------ (Nachdruck verboten.)

„Sagen Sie da« nicht, Herr Hallstadt; ich gebe meine« Schwager nicht verloren, so tief, fchmerzsich auch feine Verirrung mich berührt. Er wird schon in die Bedingungen sich füge«, die Elisabeth ihm stellt, und daun kann noch alles gut werden. Diese Hoffnung ist eS, was meine Schwester bewegt, Ihnen die verlorene Summe zurückzuerstatten; sie läßt sie dringend bitten, ihr dafür die Schuldbeweise herauSzugrben."

Hallstädt wt-r stehen geblieben; ein bittender Blick, der auch dem Gast nicht entging, traf ihn auS den Augen feiner Tochter.

„Richt der Verlust deS Gelder ist eS, was mich empört," sagte er, „sondern der Betrug selbst, die ganze Art und Weise, in der ich um dieser Geld gebracht worden bin. Und eben dies verbietet mir, die Schnldbeweffe auSzulteferv; auf eine Rückerstattung des Gelder verzichte ich."

„So wollen Sie dennoch bie Anklage er. heben?" fragte Gruner in vorwurfsvollem Tone. «Meine Schwester würde unglücklich werden; Sie aber hätte» «ur eine zweifelhafte Genug. Ihuung!"

„Nein, ich werde auf die Anklage vorlälffig verzichte«; Frau Griesheim mag sich dafür bei meiner Tochter bedanken, die durch ihre Bitte« meine« Zorn entwaffnet hat. Aber ich wünsche Ihrem Schwag:r nicht mehr zu begegne«; fein

Anblick könnte mich an die Waffe» erinnern, die ich gegen ihn besitze."

Gruner hatte sich dankend gegen Theodore verneigt; die Gefahr war durch ihre Vermitte- lung beseitigt; dar gab de« Hoffnungen bezüglich seines eigenen Projektes eine feste Stütze.

„GrieS»eim ist, wie ich Ihnen sagte, gestern abend abgereist," erwiderte er.

„Wohin?" fragte Hallstädt rasch.

„Wir wissen e« nicht; er hat daS Ziel seiner Reise nicht genannt, und fragen u ollten wir ihn nicht. Jedenfalls wird er in den nächsten Tagen schreiben; er muß sich ja erkundigen, wie die Sache hier ausgelaufen ist."

„Nun, w.r werden auch in den nächsten Tagen Brunnen verlassen," erwiderte der alte Herr, „somit liegt also die Möglichkeit einer noch, maligen Begegnung mit Ihrem Schwager in ziemlich weiter Ferne."

„Und wohin gedenken Sie von hier aus zu reisen?"

„Ich weiß eS noch nicht; ich lasse mich in diese« Punkte gerne vom angenblicklichen Ent- schiuß letten."

„Können Sie sich nicht zur Besteigung deS PllatuS entschließen? Ich gebe Ihnen mein Wort darauf. Sie »erden diese Tour nicht bexenen."

„Sie ist uns zu beschwerlich," nah« jetzt Theodore daS Wort; „mir wollen heute nach« mittag noch einmal den Axenstetn besuche» "as wird wohl die letzte Tonr sei«, die wir an dir See machen."

Ein bedeutungsvoller Blick streifte ihn bei diesen Worten; Gruner mußte sich gewaltsam bezwingen, um seine Frende nicht zu verrate».

nis ausgestellt, daß sie sich „jederzeit loyal und tadellos benommen und aller den koufeffionellen Frieden störenden Handlungen enthalten" hat. Weiter werden auch die schon bekannten A rgaben über die protestantische Kon- feffion fast des gesamten Hofstaates bestätigt und dabei heroorgehoben, daß auch die letzte wie die vorhergehende Oberhofmeisterin der Kronprinzessin evangelisch - lutherisch ist. Ferner wird darauf hingewiese«, daß König Georg bei seiner Thronbesteigung erklärt hat, die evangelisch-lutherische Landeskirche solle es unter seinem Regiment nicht schlechter haben, wie unter seinem Bruder. Schließlich wird das freisinnige Gerücht von einer geheimen Klausel, wonach jeder alS Sohn eines regierenden Königs geborene sächsische Prinz protestantisch erzogen werde« müsse, kurz zurückgewtesen.

X Di- Slöck-r'ich-u KtzriillichSoziak-n habe«, wie die nationalliberale .Rheinisch-Westf.« Ztg.' wissen will, folgende Reichstags« Kandidaturen aufgestellt: 1. Im Wahlkreise Mühlheim-Duisburg - Ruhrort in Ver- bindung mit andere« sozialreformerische« Gruppen den Gewerbeinspektor Würfler in Essen; 2. in Essen Sic. Mumne-Berli«;' 3 in Slber. seid«Barmen mit den Konservative« und AntistMiten Gewerkschaftssekretär Behrens« Berlin; 4. in Hag en« Sch weben LicMurnne; 5. in Altena-Jserloh« GewerkschastSsrkretär BehrenS; 6. i» Siegen . Wittgenstein- Biedenkopf Hosprediger a. D. Stöcker- Berlin; 7. in Wetzlar.Altenkirchen in Ge­meinschaft mit den Antisemiten einen dort an­sässigen Landwirt, dessen Name einstweilen nicht genannt wird; 8. iw Dillenburo.Heyer Dietrich v. Oertzen»Zehlendorf bei B rtin; 9. in Eschwege - Schmalkalden Parteisekretär Dr. G. Burkhardt-Godet berg; 10. in Hanau» Gelnhausen den Geschäftsführer Etlerkamp des christlichen ZieglerverbanbeS auS Lage in L ppr-Detmold. Voraussichtlich wird auch Pastor Schowalter auS Berlin, der Sekretär des Buren» hilf-bundeS, in einem Wahlkreise ausgestellt werden. Bisher war nur einer dieser Wahlkreise, Siegen, in christlich.sozialem Besitz; hier hoffe« diesmal die Nationalltberalen Herrn Stöcker verdränge» zu könne». Doch das habe» sie schon mehrfach vergeblich erhofft. In Essen werden die Christ- lichsoziale» wohl »ich» viel auSrichten; ob in Mühlheim-Duisburg, das wird von sehr ver» schiedenen Faktoren abhänqen. Wir hoffen, daß dort daS Zentrum seine Organisation inzwischen verbessert haben wird.

X Di- -««t-ned-» Aör staue» r Die ,Kö!n. Ztg.' hat die Nachricht, daß eine Novelle zum Börsengesetz vorerst nicht zu erwarte» sek, bestätigt und daran etwa« boshaft die Be­merkung geknüpft, diejenigen, die nach einer Aenderung de« Gesetzes verlangen, Börsen- und Bank-Interessenten, seien Anhänger der Frei, sinnigen Bereinigung, die durch ihren doktrinären Fanatismus zum Teil selbst daran schuld fei, daß sie mit ihren berechtigten (!) Forderungen im Reichstage ungenügenden Wider­hall fände. Da« erregt den tiefst« Schmerz des ,Berl. Tageblatts". Also Gesetze werden nur noch für solche Leute gemacht, die sich al« regierung«.

„So oft man ihn auch besuchen mag, der Axrnstei« mit feinem herrlichen Waldpark bleibt immer schön," sagte er. „Sie »erden dann auch den Druidenhain besuchen —"

„Gewiß, ich werde Abschied nehmen von jedem schönen Plätzchen dort oben," erwiderte Theodore; eine freundliche Erinnerung an tiefe« reizende Fleckchen soll mich in die Heimat be» g eiten."

Gruner hatte sich erhoben; er erwartete, daß man ihn einlaben würde, sich an dieser Tour zu beteiligen, aber Hallstädt schien nicht daran zu denken; so mußte er sich damit begnügen, diese Einladung in be« Blick Theodore- zu suchen.

„Darf ich hoffe«, daß wir Vie vor Ihrem Scheiden noch einmal sehen werben? wandte er sich zu dem Rädchen.

Scheinbar verwirrt senkte Theodore die Wimpern.

„Ich kann diese Frage heute noch nicht be. antworten," sagte sie, „weiß ich doch nicht, welche Entschlüsse «ein Vater fassen wird."

„Elisabeth würde dadurch eine große Freude bereitet —"

„Entschuldigen Sie, jenes HauS werde ich nicht mehr betreten,“ fiel Hallstädt ihm in die Rede; „Sie können wir das nicht Übel nehmen. Aber will Ihre Frau Schwester u«S hier be- suchen, so ist sie uns herzlich willkommen."

„Ich danke Ihnen," sagte Grumr, „eine ch»e:e Last wird ihr von der Seele falle», wenn

diese Botschaft bringe."

vx nah« mit einer Verbeugung Abschied und entfernte sich.

Wie ganz anders würde er de» Erfolg dieses

fromm erweisen, klagt da« freisinnige Blatt; weil bie Leute, die über Mißstände im Börsenverkehr klagen, zum Teil der Freifinnigen Bereinigung angehören, sage die Regierung: „Dann bedauern wir, nicht« tun zu können. Laßt sie bettel« gehn, wenn sie hungrig sind! Wir arbeiten nur für regierung«frormne Staatsbürger." Die hungernden und bettelnden Börsianer und Groß- banlier« — ein Bild von wahrhaft erschütternder Tragik! Wer gibt den ersten Nickel für die not- leidenden Spekulanten?

+ Die Aaudelovertrag, • Aerhaud Inngen mit Oesterreich.Ungarn solle», und zwar frühestens im März d. I, in Berlin be­ginne», weil die Verhandlung« über de» vorigen Handelsvertrag in Wien geführt wurden. So will daS .Berl. Tagebl.' wissen, (das aus dem gleiche»formellen Grunde hinzufügt, die deutsch- italienische» Verhandlungen würden diesmal in Rom stattfinden, während sie das vorige Mal ix München sich vollzogen. Nun, auf den Ort der Verhandlungen wird es ivohl weniger an« kommen.

X Aund der jUttwirte nud Aouser- vative. Der Bund bet Landwirte erhebt für dieses „Kriegsjahr" bekanntlich den doppelte« Jahresbeitrag von seinen Mitgliedern. Die ,Kreuzzlg.' bemerkt dazu: „Wir sollten meine«, daß für unsere Gesinnungsgenossen Anlaß genug vorhanden wäre, auch der konservativen Organisation Beiträge von gleicher ober äh«, kicher Höhe zukommen zu lassen." Dieser Satz verrät die Besorgnis, daß der Bund nicht nur politisch, sondern auch finanziell die konservattve Partei schädige. Und diese Besorgnis ist gewiß nicht unbegründet, wen« man bedenkt, welche Ausgabe« für eine« Landwirt entstehen, der zu­gleich Mitglied des Bundes der Landwirte und der konservativen Partei ist. Hat er vielleicht seither nur 4 Mk. Beittag an den Bund gezahlt, so soll er jetzt 8 Mk. zahle» und obendrein noch 8 Mk. an di« konservative Parteikasse. Werd« stch zu dieser vervierfachte» Selbstbe- fteuerung Viele entschließen können?

+ fine haüatistische Krfiabmtg? Der ,@«eiener General«Anzeiger' behauptet, ein In­spektor des Herr« v KoScielski habe ei«« Tagelöhner der Herrschaft MiloSlaw i« drei Mark Strafe genommen, weil er bei einem Deutschen Waren gekauft hatte. Wir halte» diese Nachricht für ganz »»glaublich und erwarten daher ihre Widerlegung. ES ist selbstverständlich, daß wir jeden Boykott dieser Art, ob er »u» gegen Polen ober gegen Deutsche verhängt wird, und natürlich erst recht seine Erzwingung aufS Schärfste verurteil« müssen.

* Kino S-d-nstkich- Steigerung tat D-rSr-ch-n, — das ist ein hervorstechendes Charakterzeichen unserer fortschrettende» „Kultur". Nach dem neuesten Vierteljahr Sheft der Stattstik deS Deutsche» Reiches hat die Zahl der weg« Verbrechen und Vergehe« gegen Reichsgesetze Be­straften, die 1900 gegen das Vorjahr etwas z«. rückgegangen war, im Jahre 1901 eine starke Zunahme erfahren, nämlich gegen 1900 um um 5,8 pLt. Zieht man die l-tzren fünf Jahre in Betracht, so ergibt stch sogar eine Steigerung

Besuches beurteilt haben, wenn er das spöttische Lächeln gesehen hätte, daS die Lippen Theodores umspielte.

„Ec wird kommen," sagte sie, „heute nach, mittag sehe ich ihn im Druidenhai» wieder; dort wird die Komödie beendet werde«."

Der alte Herr schüttelte mit bedenklicher Miene das Haupt.

„Fast bereue ich, Deinem Plane meine Zu­stimmung gegeben zu haben," sagte er; „eS ist ei» gefährliches Spiel, und durchschaut es dieser Schurke, so darf man von seiner Wut da» Schlimmste erwarten."

„Für diesen Fall ist ja immer noch eine Waffe in Deinen Händen!"

„Mae Waffe, die nicht ihn, sonder» sei»« Schwager bedroht! Ich soll bei Deiner Unter­redung mit ihm nicht zugegen fein, wer weiß, ob

„Sei «ur unbesorgt," scherzte Theodore; „« soll erst im letzte» Augenblick hinter die Marke schauen, mit der ich ihn getäuicht habe. Wem» er aller bekannt hat, »aS ich z« wissen wünsche, dann kehre ich mit ihm zu Dir zurück, »nb in Deiner Gegenwart werde ich ih« sagen, wie sehr ich ihn verachte."

Die Schatten der Besorgnis wichen nicht von der Stirn des alten Herr».

„GS könnte anders komm«, wie Du denkst und hoffst," sagte er, „bann wäre ich «icht in Deiner Nähe —"

„So stnd'S ander«; in de« Wadpark da eben ist ja immer Lebe«," erwiderte Theodor- ruhig. „Soll ich nun, nachdem ich das Ziel so nah. vor mir sehe, unentschlossen stehe« bleib«