ver-ntwortli»: 3üt die Ledaktio» Jos. Santo, für Inkcrate I Parzelle» in Suita.
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mit Anterhattungs-Beilage „Zllnflrirte Sonntags-Zeitung!' pelerszailc kl». 8 (tarmonk).
1 FutdaerMZeitung
J£6-
Jut'öa, Freitag, den 9. Januar 1903.
30. Jahrgang.
Er schüttelte ihm die Hand und ging hin,«»; Gustav hielt eine geraume Weile den Blick fta« nend auf die Thür geheftet, hinter der fein Ser» bündeter verschwunden war.
Sofort nach Tisch begann er den Brief an den Staatsanwalt, und der Abend dämmerte schon, als er die Feder niederlegte.
Die Beendigung des Berichtes bis zum nächsten Morgen verschiebend, stand er von seinem Sitze auf, um Madame Griesheim zu besuchen.
Gruner «ar jcht wohl von Brunnen zurückgekehrt; vielleicht verriet im Lause des Gesprächs irgend eine Aeußerung das Resultat deS Besuche«; er wollte mit scharfem Blick beobachten.
Die junge Frau schien ihn erwartet zu haben; sie empfing ihn in der liebenswürdigsten Weise; aber dem Advokaten entging dabei nicht, daß fie keineswegs so unbefangen war, wie fie scheine« wollte.
„Ich «ar den ganjen Tag allein,- sagte fie, ihn mit ihrem bezaubernde« Lächeln anblickend. „Die Langeweile drohte mich schier z« erdrücke«. Um so dankbarer bin ich Jh«e« für diesen Be» such."
„Hätte ich ei«e Ahnung davon gehabt, so würbe ich mir heute morgen die Ehre gegeben baben,- erwiderte er, während er ihr gegenüber Platz «ahm.
„Sie find fietS «illkomme«, Herr Doktor!"
„Jhnen vielleicht, ich bezweifle das nicht, aber Ihr Herr Gemahl —M
„Er weiß, welche Rückstchte« ich von ihm sür meine Gäste fordere. Und glaube» Sie mir:
-d- Das Wirtschafts - Jahr 1902.
AlS eS galt, die letzte Flotten - Vorlage im Reichstage zur Annahme zu bringen, wußten die hohen Herren von der Regierungs - Finanz gar nicht, wie sehr und wie ZberzeugungStreu sie versichern sollten, daß der angenehme Zustand des „heidenmäßig olden Geldes" noch lange kein Ende nehmen werde. Die Herren Minister v. Miquel und SLatzsekretärFreiherrv. Thäelmann Überboten einander in Versicherungen dieser Art und hatten sogar spöttische Reden bereit sür einige Warner, die im Reichstage ihre Stimme erhoben und aus die Möglichkeit aufmerksam machten, daß rs mit dem wirtschaftlichen Aufschwünge auch wieder einmal ei« Ende haben könne. Damals wurden auch die Warner verlacht, die in dem- selben Sinne in der Preffe ihre Stimme erhoben. Die,Korr. f. d. Zentrums»Presse' gehörte zu allererst zu diesen, aber niemand achtete auf die Sturmbögel, die unheilverkündend am wirtschaftlichen Horizonte aufstiegen. Das Amt des Warners hatte sogar seine Erfahre«. Diejenigen nämlich, die es wagten, all' die Spekulanten vom Berufe und von der Liebhaberei in ihren rosigen Hoffnungen auf Millionen und Abermillionen zu störe«, die ihnen wie die Überreifen Aepfe! in den Schoß falle« sollte«, wurden als grirndsatz- lichr Feinde der Industrie verlästert. Nur das sagte «jemand, woher denn eigentlich, alle diese Millionen kommen sollten. Aber alle Vernunft- gründe verfingen nicht. Der Tanz um das goldene Kalb mußte zu Ende getanzt sein.
Dann kam die „Depression" in der Mitte deS Lahres 1900. Sie sollte gar nicht lange dauern nach der Versicherung der Spekulanten-Preffe, die wiederum Unterstützung fand bei Minister-Rednern in den Parlamenten. Aber natürlich war davon keine Rede. Das ganze Jahr 1902 hat noch ebenso wie dar Jahr 1901 unter dem Zeichen dieser sogen. „Depression" gestanden, und mit dem soeben begonnene« neuen Jahre wird es nicht anders sein. „Natürlich" — so sagen wir. Den« i» der Tat handelt eS sich ja gar nicht nm eine Depression, fonbetn um nichts weiter, a!8 um die Rückkehr zu dem normalen Zustande, wie er auch vor dem „Aufschwünge" gehenjcht hatte. Und vergleicht man die wirtschaftliche Lage der gegenwärtige« Zeit mit jener Lage vor dem „Aufschwünge", da«« findet man, daß sich Industrie, Handel und Gewerbe während des Jahres 1902 sogar besser befanden als damals. Dem entsprechend waren auch die Löhne und das Verdienst der Arbeiter noch immer beffrr während deS Jahre« 1902 al« damals, bevor die Hoch- bewegung einsetzte, und deswegen sollte man jetzt von einer „Depression" überhaupt nicht sprechen. Die Opfer der Schwindelperiode find ganz gewiß zu bedauern. Aber der gegenwärtige Zustand in Industrie, Handel und Gewerbe ist angenehmer und bester als jener während de« Aufschwunges; Besonnenheit und vernünftige, kühle Uebrrlegung sind an die Stelle von unverständiger Spekula- tionswut und Unbesonnenheit sondergleichen ge- trete«, und von sehr großen Einbußen deS National-Vermögen« kann gar nicht einmal dir Rede sein. Die Gesundung der »erhält- niste auf dem Geldmärkte machte sich während des Jahre« 1902, namentlich während seiner
zweiten Hälfte, in einer starken Nachfrage nach sicheren Anlagewerten bemerkbar, nach inlän» dische« und ausländischen Renten, kommunalen Anleihen und guten Eisenbahnpapieren. Ganz besonders aber vollzog sich eine erfreuliche Besserung auf dem Hypothekenmarkte; während zu der erstenHälfte des verflossenen Jahres wie« dieVer- mehrung des Umsatzes in Pfandbriefen die stattliche Summe von beinahe 234 Millionen Mark auf. Dieser Umstand, verbunden mit der Abneigung gegen spekulative Werte, kam in erster Reihe der Bautätigkeit zu gute, und dieser Umstand wiederum hat dazu beigetragen, daß dem Mangel an mittleren und kleineren Wohnungen in den großen Städte« und in deren Umgebungen zu einem kleinere Teile abgeholfen wurde.
RLgierungsprästdent von Holleufer in DÜffel- dorf, deffen plötzlich erfolgter Tod ungemein zu bedauern ist, da er uns einen ganz vorzüglichen Berwaltungsbeamten raubte, hat einmal in einer Rede in der Düsseldorfer Ausstellung auf den Rückgang des deutschen Eisenverbrauchs hinge- wiese«. Tatsächlich war dieser Rückgang ein ungemein starker, so erheblich, daß der Eisenverbrauch, berechnet nach dem Durchschnitte auf den Kopf der Bevölkerung, mit 67 kg. noch hinter demjenigen dcs ungünstigen Jahres 1886 zurückbleibt. Dennoch kann man nicht sagen, daß es der Eisenindustrie unmittelbar schlecht ging; denn diese fand einigen Ersatz in der erheblich gesteigerten Ausfuhr, namentlich «ach de« Vereinig- ten Staaten von Amerika. Zu bedauern ist der Rückgang in der elektrische« Industrie, auf deren Entwicklung wir in Deutschland ja gerade besonders stolz fein können. Immerhin hat eS während der zweite« Hälfte des abgelaufenen Jahres nicht mehr an Kennzeichen einer Besserung auch auf diesem Gebiete gefehlt. Dazu rechne« wir aber nicht die in der deutschen elektrischen Industrie begonnene Trustbildung, dadurch begonnen, daß die Union und die Allgemeine ElektrizitätSgesell- fchaft eine Interessengemeinschaft mit einander abgeschloffen haben. In der Gewebe-Industrie, in der Industrie der Maschine«, in der Fahrrad- und Motorenfabrikatio« h«t sich eine ganz m» schiebene Bewegung bereits vollzogen. Freilich darf dabei nicht Übersehe« werden, daß die Seiden- iuduflrie von Krefeld, Elberfeld usw. ganz neuerdings zu einer Herabsetzung der Löhne greifen zn müssen glaubte.
Leider spürt man von wirklichen vefferunge« der Landwirtschaft nicht«. Die einzige richtige Wirtschaftspolitik, auch im Jutereffe der Industrie, wird darum die fei«, die zu einer Hebung der endlose« u«k kaum mehr erträglichen Krise ix der Landwirtschaft führt; auch im Interesse der Industrie, denn der.« vornehmster Abnehmer ist und bleibt die Landwirtschast bei uns im In- laude. Und außerdem müssen alle wahren VolkS- freunde zusammmflehen, um zu verhindern, daß die von den Spekulanten angestrebte Aenderung der Börsengesetzgebung verwirklicht werde. Denn da« müßte nur der Anfang eine8 neuen Endes sein!
0 Die Jesuitenschnüffelei
steht bei den „Hellen Sachsen" wieder in voller Blüte. Nicht bei allen oder auch «ur der
Die Wacht des Geldes.
Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.
29 ------ (Nachdruck verboten.)
„Und wenn der Staatsanwalt meinen Antrag ablehnt?"
„Ich glaube nicht, daß er e« tun wird, wenn ar meinen Brief gelesen hat; aber sollte es dennoch der Fall sein, ban« müssen Sie sich an die höhere Instanz «enden. Sie dürfen nicht ruhen, bi« Sie da« Ziel erreicht haben, und je eher Sie e« erreichen, desto besser ist es."
„Inzwischen machen sich die Gauner hier au« dem Staube; mit ihren feinen N»s«n »erben sie den Braten wittern, und Sie haben keine Macht, sie znrückzuhalten."
Eben deshalb tut Eil« not, eben darum auch muß aller vermieden »erden, was unsere Pläne ihnen verraten könnte. Wann «ollen Sie abreisen?"
„Wenn Sie diese Abreise für nötig erachten, dann soll fie auch heute noch erfolgen."
t„Fährt heute noch eine Post über Brünig?" „Heute nicht mehr, aber ich gedenke auch nicht die Post zu benutzen; ich reise mtt dem Schiff nach Alpnach und miete einen Einspänner. 6« ist etwa« teuer, aber dafür auch die Fahrt bedeutend angenehmer. Morgen Abend bin ich in Interlaken, üoermorgen schon tret« ich die Heimreise an.
Gustav Barnay erhob sein Glas und betrachtete prüfend die Farbe de« Weiner.
„Sie werden dadurch freilich um Ihre Erholungsreisen betrogen, sagte er, „aber Ihnen muß doch auch daran liegen, di« Gauner »u entlarven und fie dem Richter zu überliefern."
„Könnte ich fie nur eigenhändig aufknüpfen!"
„Das wäre auch «in unangenehmes Geschäft, überlassen Sie da« anderen! Wenn alle meine Vermutungen richtig find, dann werben wohl für jeden einige Jahre Zuchthaus abfallen, und so sehr ich auch da« Geschick der jungen Fran be- buute, muß ich doch zugeben, daß Sie die Strafe verdient hat."
„Sie wird nicht besser sein al« die andern", nickte der Agent; „mitgegangen, mitgehangen! Wann kann ich Ihre« Brief an den Staatsanwalt in Empfang nehmen?"
„Bei Ihr« Heimkehr »erben Sie ihn vor- finden; spätesten« morgen sende ich ihn von hier ab. Ich kann ihn so rasch nicht schreiben, da ich meine Mitteilungen ausführlich machen muß. Ueb«reichen Sie persönlich da« Schreiben, damtt e« nicht beiseite gelegt und vergessen wird; ich werbe meine Forderung mit aller Entschiedenheit stellen, tun Sie e« ebenfalls, wir müssen nm jeden Preis durchdringen."
Der korpulente H«r hatte sein Gla« avsze- trunken und sich erhoben; « bet bem Advokaten die Hand.
„Er bleibt bei der Abmachung," sagte«; „ich will Ihrem Rate folge« und heute Nachmittag abreisen. Bi« dahin habe ich noch mancher zu tun, und die Zeit vergeht rasch. Somit leben Sie wohl, ich scheide von Ihnen mtt der Hoffnung auf ein baldige« vergnügtes Wiedersehen."
Mehrheit, wie wir zu ihrem Ruhme gern an- nehmen wollen, aber doch bei sehr viele«. Was in'manchen sächsische« Blätter« über die Angelegenheit der flüchtige« Kronpri«zessin, über höfische Verhältnisse und ihre Ehetrennung zu- sammengeschrieben wird, das geht schon über die Hutschnur. Ein ganz besonders prächtiges Exemplar von einem kundigen Thebaner lagert seine Geistesprodukte aber außerhalb der weiß-grünen Grenzpfähle, im .Berliner Tageblatt', ab. Zuerst brachte er den schauerlichen Unstarr, daß „klerikale Einflüsse" auf die vergleichsweise milde Behandlung der Prinzessin hingewirkt Hütten, weil man durch zu große Härte diese ins Lager des Protestantismus zu treibe« fürchte! Sieht den« der Mann nicht, daß die Prinzessin gar keine „Milde", soll heißen: bloße Aufhebung der häuS- ltchen Gemeinschaft, will, sondern die „harte" Scheidung geradezu sucht, um ihren Giro« „heiraten" zu können, und daß sie gerade deswegen Miene macht, ihre« katholische« Glaube«, den sie innerlich allerdings schon lange verloren zu haben scheint, über Bord zu werfe«? Und welchen Grund sollte« „Klerikale" haben, die Prinzesstn mit aller Gewalt dem Katholizismus zu erhalte«? Nein, so wenig fie aus christlicher Nächstenliebe wünschen können, daß die Prinzessin das hohe Gut der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche von sich wirst, so wenig können fie andererseits mit Rücksicht auf die Ehre des katholischen RarnenS die Befreiung der katholisch«« Kirche von einem unwürdigen Mit- gliche als ein Unglück ansehe«. Daß die Kron- Prinzessin später auf ihre Kinder im protestantischen Sinne einwirke« könne, fürchten wir nicht, auch wenn das ,Berl. Tagebl.' den „Klerikalen" so törichte Besorgnisse zutraut; eine Mutter, die ihre Kinder schnöde verlasse« hat, um einem lirbegirreude« Gelbschnabel zu folgen, hat doch wohl jede Aussicht, später noch ihre Kinder «aß- gebend beeinflusse« zu können, verwirkt.
Wir würden diese Abgeschmacktheiten deS ,Berl. Tagebl.' nicht erwähnen, wenn der eoan- ®e Bundesbruder, der in dieses jüdische sekne Eier legt, nicht noch andere Torheiten zum Besten gäbe, die auch sonst schon sich ans Tageslicht gewagt habe« und sehr bald in einer gewissen Presse als ausgemachte Tatsache« gelte« »«de«. Bet diesen Blätter« braucht ei«e unbewiesene Behauptung ja «ur mehrmals wiederholt zu wnde«, um die vollste Beweiskraft zu «lauge«. Der Artikel, den dar ,Berl. Tageblatt' selbst nur mit verschiedene« Vorbehalte« als „Stimmungsbild" wiedngibt, behauptet, der »eit Überwiegende Teil des prstestantischen sächsische« Volkes nehme trotz alledem und alledem für die geflohene grau „in beschränkter Weise" Partei; daS „gut protestantische" (!) Volk lasse eS sich nicht nehme«, daß bei d« ganzen Tragödie „jesuitische Ränke" im Spiele waren, ei« Leipziger Blatt habe Siro« sogar als eine« „jesuitische« Affilierten" bqeichnvt; aber auch bei ei«« andere« Auffassung würden die Jesuiten die Schuldigen bleiben, denn die fürstliche Frau klage ihre Umgebung in bewegte« Worten der „starren Bigotterie" an, selbst ans ihre Kinder habe fie keinen Einfluß gehabt usw. Schließlich wird gar mtt der Macht einer erregten Dolksstimm ung „in
kritischen Zeiten" gedroht, der „Rechnung getragen" werden müsse!
Wa« bezweckt diese Drohung? Soll dar katholische Fürstenhaus aus dem Lande gejagt, ob« solle« mindestens die „Jesuiten", d. h. die katholischen Geistlichen, deren diskrete Zurückhaltung bekannt ist, und Laien aus der Umgebung des Königs entfernt werden? Von gewissen „toleranten" Leuten in Sachsen kann man sich solcher Wünsche versehen. Nun weiß aber jeder, der in Dresden etwas näher bekannt ist, vaß die ganze Hofgesellschaft fast ausschließlich protestantisch ist, sogar der Elemeniarlehrer der kronprinzlichen Kinder; nur ihr Militär» gouverneur ist katholisch. Wenn die Kronprinzessin wenig Einfluß auf ihre Kinder hatte — andere Schilderungen sprechen nicht dafür! —, dann wäre es begreiflich genug angesichts ihrer Lebenswandels. Jedenfalls wären der König und der Kronprinz völlig im Recht, wenn fie d« Prin- lefRn nicht erlaubt haben, ihre mehr als „freien , nietzscheanischen Ideen ihren Kindern einzuimpfen. Schließlich hastet der Vorwurf der „Bigotterie" und der „Jesuitirmur" also wieder nur auf dem Kronprinzen und dem König selbst. Gegen solche Vorwürfe das sächsische Königshaus in Schutz zu nehmen, haben wir nötig. Ab« man ficht, wie sich noch im 20. Jahrhundert in manche« Köpfen die Welt spiegelt, und wessen wir beut» scheu Katholiken uns zu versehen hätte«, wenn er nach dem Willen dieser um 300 Jahre hinter ihr« Zeit zurückgebliebenen Leute ginge. Mr „Zeichen der Zeit" verdienen selbst solche Tollheiten Beachtung.
Berlin. 8. Januar 1908
+ Bit ^*iferme«5»rr werben, wie bte .Köln. Zig/ bestimmt erfährt, i« diesem Jahre i«t Bereich des XI Armeekorps, also in der Provim Hessen-Nassau stattfi--den. Die Kaiserparade wird nahe bei Kassel fein.
4- Kino ««ffaleube züemtksmStttrg. Wie halbamtlich aus Washington gemeldet wird, hat der dortige deutsche Botschafter von Holleben, der a« einer schwere« Influenza erkrankt war, eine» längeren Urlaub „nachgesucht". Z« seinem Btttreter ist d« frühere BotschaftS- felretär Frhr. Speck oo« «ternburg er. nannt worden. Daraus schließt man, daß Herr v.Holleben auf feine« Poste« nicht zurück, kehren wirb. In der Tat wäre« die Nachwirkungen einer Influenza kein ausreichender «rund, um mitte« in so schwierigen Bor- Handlungen wie jetzt infolge deS Venezuela- Streite« ein Urlaubsgesuch einzureichs«. Wir der häufig osfisiöS bediente ,B«l. Lokal-Anzeiger' angibt, hat namentlich die Ablehnung bei SchiedsrichteramtS durch Präsident Roosevelt dieStellung beSBotschasterSerschüttert. Frhr. von Speck von •ternburg ist mit den amerikanischen V«hältnisse« ausS beste vertraut.
+ s-k Kxjestttt Graf Aoenolroech hat in der letzten Zeit in «ationalliberalen Bersamm.
welchen Eindruck Friedrich auch auf Sie gemacht hat, in der rauhen Schale steckt ein guter Kern."
„Er ist augenblicklich verreist?" ftagte Gustav, der kein Interesse daran hatte, auf die letzte Erklärung näher einzugehen.
„Jawohl, « hat gestern Abend eine Steife an- getreten, von der er erst in einigen Tage« zu- rückkehren wirb. Der Entschluß ist plötzlich gefaßt werben; ich glaube, er hat kurz vorher eine« Brief «halten, der ihn dazu v«a«laßte."
„Sie glauben das nur?" «widerte Gust« in scherzendem Tone; „hat er Ihnen den« Zwo« und Ziel seiner Reise nicht mttgeteilt?"
„DaS tut er nie; er ist in diesem Punkte zu selbständia. Mich überrascht eS nicht, wenn er mit der Reisetasche in der Hand vor mir hin- tritt und mir «klärt, er werde in acht Tage« wiederkommen; die Freiheiten, die er für sich fordert, räumt er mir ebenfalls ein."
Gustav schüttelte das Haupt; den Verdacht, der in ihm aufstieg, durfte er nicht verraten.
„Ich würde vorziehe«, meiner Gattin nichts zu »«schweigen," sagte er; „daS Lebe« kann plötzlich enden, und bann ist eS immer gut, wenn b« Ueberlebenbe kein Rätsel vorfindet, der« Lösung ihm schwer wird."
„Sie erinnern mich an daS Ende Roderichs," seufzte Elisabeth; „er hat allerdings Rätsel hinterlassen, die ich wohl niemals lösen werde."
„Die Lösung zu suchen, ist nun ja auch uu- nöttg geworden. Ihr Bruder begleitet den Gemahl?"
„Willi ist nach Brunne« und bis jetzt «och nicht zurückgekehrt."