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JuLöa, Donnerstag, den 8. Januar 1903.
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30. Jahrgang.
FuldaerMZertung
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Hlustrfrte Sonntags-Zeitung*, „Juldatr Gesd)id)f$b!äfttr' und EoflerteinsR. ’"*•*■"*'**
T Aus dem Reichshaushaltsplan für 1903/04 veröffentlicht die ,Rordd. Allg. Ztg/ «eitere Bruchstücke. Im Marineelal steigen die fortdauernden Ausgaben um 6^/z MiSionen Mark (auf 93,4 Mill.) hauptsächlich wegen eixer ziemlich starken Personalvermehrung (115 See« offizierssttllen, neue Stellen im Reichsmarineamt usw.), während bei den einmaligen Ausgaben die Forderungen für Schiffsbauten (74,4 Mill. Mk.) um rund 800000 Mk. niedriger find als im laufenden Etat; für artilleristische Zwecke dagegen weisen auch die einmaligen Ausgaben eine Mehrung von 21/* Mill. Mk. auf. Sehr bedeutende Nsuforderungen enthält der außerordentliche Etat, d. h. der Voranschlag der au« Anleihen zu deckenden Ausgaben auf, nämlich für Hafen- und Hochbauten 18,7 Mill. Mk. (+ 11 Mill ), darunter erste Raten für ein drittes Trocken» dock und neue Liegeplätze in Wilhelmshaven, für rin Torpedo Schwimmdock in Kiel und zum Ausbau der Danziger Werft, namentlich aber eine Forderung von 6 Millionen Mk. zum Ankauf von Grundstücken für den Neubau eines Reichs, marineamt« in Berlio. Bei letzterer Forderung ist allerdings zu berücksichtigen, daß da« alte Reichsmarineamt schon lange nicht mehr aurretchte; man hatte verschiedene andere Häuser dazu mieten Müssen (am Leipziger Platz, in der teuersten Gegend von Berlin!), und aus einem von diesen Mtcthäuser» mußte da« Amt Ausziehen, weil Wert, heim es zur Vergrößerung seines Warenpalastes hinzugekauft hat.
Bel dsit Schiffsbauten finden sich zunächst dir beiden vierten und Schluß-Raten für die Linienschiffe „Mecklenburg- und „Schwaben" mit je 6 Millionen Mk., die dritten Raten von je 4 650 000 Mk. für die Linienschiffe H und I, die dritte (Schluß-)Rate von 3 090 000 Mk. für den großen Kreuzer „Friedrich Karl", die dritten und Schluß-Rate» von je 340 000 Mk. für die kleinen Kreuzer „Frauenlob", „Arkona" und I, die dritte (Schluß-)Rate von 4 300 000 Mk. zum Neubau der Schiffe der „Sieqsried"-Klaffe, ferner zweite Raten von je 6 350 006 Mk. für die Linienschiffe K und L, von 4 200 000 Mark für den große» Kreuzer „Ersatz Kaiser", von je S 400 000 Mk. für die kleine« Kreuzer K, L und „Ersatz Ziethen", von 800 000 Mk. (Schluß.) Rate für den Bau bei Kanonenboots B, von 1 225 OOO Rk. zu baulichen Verbesserungen an den Linienschiffe» der „Brandenburg"-Klaffe und von 1 Million Mk. für den Einbau von Kühlanlagen für die MunittonsrLume der Schiffe. Erste Raten werden gefordert für die Linien- schiffe M und N je 2 630 000 Mk., den großen Kreuzer „Ersatz Deutschland" 3 200 000 Mark, die kleinen Kreuzer M und „Ersatz Merkur" je 1 225 000 Mk, ferner für ei» zweites Flußkanonen- boot 450 000 Mk., ein Vermessungsschiff 500 000 Mark, für Grundreparatur und bauliche Ver- brfferungen des großen Kreuzers „Kaiserin Augusta" und des kleinen Kreuzer- „Irene" eine erste Rate vo» 2 000 000 Mk, für einen großen Seebagger desgleichen 500 000 Mk., zum Bau ei»er Torpedobootsdioifion die 2. (Schlnß-)Rate Von 2 140 000 Mk., und für eine weitere
Dir Wacht des Geldes.
Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.
28 ------ (Nachdruck verboten.)
Unentschlossen ging er am See entlang spazieren ; es war seine Pflicht, aller aufzubteten, um den Verhafteten wieder in Freiheit zu setzen; aber ihm selbst waren die Hände gebunden. Es blieb ihm nichts übrig, als die Antwort aus der Heimat abzurvarten.
Er kannte den Agenten nicht näher; unmöglich wir es nicht, daß derselbe stch durch Betrug be- reichert und darauf die Flucht ergriffen hatte; aber Gustav konnte nicht daran glauben.
Da« Auftreten Schüller« machte nicht den Eindruck eines schuldbewußten Flüchtling-.
Der Advokat war eben in sein Hotel zurück- gekehrt, als die Tür seines Zimmers nach kurzem, heftigem Aupoche« geöffnet wurde und der Agent fast atemlos eiutrat.
»Die Schurken!" sagte der korpulente Herr st-berhafter Erregung, „ver Teufel soll ste hole»! Das hat ma» davon, wen« ma« di- Rase in solch, Geschichten htneinsteckt! Ra, ich bin Ihn,, fe$t dankbar, daß Sie ein gutes 8B«t für mich Ungelegt haben; aber geholfen «tr das nicht, wen» nicht unsere Polizei mich als Ehrenmann bezeichnet hätte!" . , einen Stuhl niedergesunken und
i^ eifrig damit beschäftigt. sein kahles Haupt -tt troanen.
- ?"sta° drückte auf den Knopf der elektrischen lÄ Ä8 und befahl dem Kellner, eine Nasche Web» z» bringen.
Torpedodootsdioifion die erste Rate vo» 3 100 000 Mk.
Der Mikiläretat weist gegenüber einigen kleinere» Einnahmemehrungen von insgesamt etwa 1,9 Millionen Mark (darunter 300000 Mark Mehrerlös aus aüfgelaffenem Festungsgelände) eine Ausgabesteigerung von fast 51/* Mill. Mark bei de» fortdauernden Ausgaben auf, während die einmalige« Ausgabe« im orde«tlichen Etat eine Minderung von 5 9 Millionen Mark, im außerordentliche» (Anleihe-) Etat aber wieder eine Steigerung von 4,7 Mill. Mark aufweisen. Bei den fort- dauernden Ausgaben findet sich die Bemerkung, daß wegen des Mangels an Kavallerie die vorhandenen ESkadronS Jäger zu Pferde allmählich zusammengefaßt werde« sollen, um „de« dringendste« Notstand zu beseitigen". Mit anderen Worte«: Bei Befferung der Finanzlage werden größere For- derunge« für die Vermehrung der Kavallerie nachfolgen! Und die Jägerschwadronen, die mit dem 1. April 1903 zu einem Regiment in Posen, zu 5 ESkadronS, und zu einem Detachement in Sraudenz, zu 2 ESkadronS, zusammengefaßt werden, werde« dann wohl wieder neu gefordert werden. Da haben wir also schon wieder ga«z ««genehme Aussichten für die Zukunst.
Vom 1. Oktober 1903 ab sollen auch vier neue Fußartillerie.Kompagnien errichtet werden. Die hierfür, sowie für eine geringe Verstärkung bei den Bezirkskommandos und dem Militärreitinstitut erforderliche MannschaftSzahl wird durch die Einführung des Betriebs mit Zivil-Handwerker» bei denBekletdungSämter» des Garde- und 15. Armeekorps verfügbar gemacht. Bemerkenswert sind dann noch Forderungen von 100 000 Mk. zur Weiterentwickelua- des Selbstfahrer'(Automobi!.)WefenS, vo« 103000 Mk. zur Errichtung einer militär-technischen Hochschule in Berlin, für Kasernenbauten in Schönberg bei Berlin, Glozau, Mülheim, Rosen- berg. 200 000 Mk. werde», wie schon mitgrteilt, für eine« Exerzierplatz der Garnison Fulda gefordert; ferner die 1. Rate zum Entwurf für ein Generalkommando-Gebäude in Frankfurts. M. Für Garnisonbaute« i« Elsaß-Lolhringe« sind 4,198 000 Mk. (— 866 120 Mk.) angesetzt.
Das sächsische Kontingent bedarf 42'/i Millionen Mk. (+ 832 OOO Mk.) an fortdauernden, G'/s Mill. Mk. an ordentliche« einmalige« (— 2 Mill. Mk.) unb 407 OOO Rk. (— 206 OOO) an außerordentlichen einmaligen Ausgaben.
Im «ürttembergi?chenKontingents-Etat betragen bie Forbernnger! an fortdauernden Ausgaben 21,3 Mill. Mk (-}- 216 000), an ei«» maligen Ausgabe« im ordentlichen Etat 1,408 OOO Mk. (— 181 825 Mk.
Der allgemeine PensionssondS «eist naturgemäß durchweg vermehrte Ausgaben auf, sie betragen insgesamt 70 Mill. Mk. (-f- 2,8 Millionen Mark.)
Im He&rige« ist zu erwähnen, daß bie Ueberweisunge« an bie Bunbesstaate« mit insgesamt 542 Millionen Mk. berechnet find, b. h. um 14 Millionen weniger als im laufen»
„Ich würde gestern schon für Sir Bürgschaft geleistet haben," sagte er, „aber ich bin gleich «ach Tisch in unserer Angelegenheit nach Brun» «en gefahren und von dort erst heute morgen zurückgekommen. Kennen Sie die Anklage, die gegen Sie erhoben worden ist?"
„Natürlich! Sehe ich aber aus wie ein Fälscher?"
«Na, na, man kanu's den Leuten nicht immer ansehen, ob sie ehrlich sind, und ist diese Anklage von Griesheim und dessen Schwager ausgegangen, dann hatte» sie ihre Karte» gut gemischt."
„Versteht sich, sie ist vo« ihne» ausgegaugen; das Telegramm wurde in Basel aufgegeben, unb Basel kann man von hier a«S mit dem Nachtznge sehr bald erreichen. Aber ich werde eS ihnen eintränken, den Hallunken! WsS ich vorgestern behauptet habe, bas behaupte ich auch noch heute, und ich »erbe es chm ins Gesicht sagen —"
„WaS?" unterbrach ihn Barnay ernst.
„Daß er der erste unb nicht der »weite Satte Elisabeth Gruners ist."
„Damit würden Sie nichts «eiter erreichen, alS daß man Sie vor bie Türe wirft unb beweisen können Sie Ihre Behauptung nicht."
„Sie glaube« nicht daran?"
„Ich glaube aller, aber ich behaupte nicht, was ich nicht beweise« kann. Trinken Sie dar GlaS auS und bemühen Sie sich, Ihrer Erre. gnng Herr zu werbe». Wie gesagt, ich verwerfe Ihre Behauptung durchaus ni^t; daß ste geltend gemacht werben kann, müsse» wir uns überzeugende Beweise verschaffen."
Der Agent stützte bar Haupt auf den Arm; ein verächtlicher Zug umspielte seine Lippen.
„Wo kann man diese Beweise finden?" (tagte er.
den (Etat. Für die einzelstaatlichen Finanzen ist das nicht angenehm; aber e« war nichts besseres zu erwarten.
[:] Hakatismus, Protestantismus, Antisemitismus.
Etwas viel — irmuffe auf einmal, nicht wahr? Aber wir können diese stark« Dost» unseren Lesern leider nicht ersparen, denn ein unverdächtiges Zeugnis erklärt uns, daß jene drei ismuffe im preußische« Osten nur verschiedene Seiten ein- und derselben Bestrebungen bedeuten- Es ist da« ,Berliner Tageblatt' Nr. 3 vom 3. Januar 1903, ein Blatt, das niemand als katholikenfreundlich bezeichnen wird, welches uns bestätigt, daß die deutschen Katholiken im Osten als Deutsche zweiter Klasse behandelt werden. Allerdings konstatiert da« freisinnige Blatt diese Tatsache nicht um ihrer selbst willen, sondern weil es sich geniert, lediglich für die Juden, die es gleich, fall« für mißachtet erklärt, eine Lanze zu brechen. Doch da« kann uns gleich sein, da« Zeugnis de« ,Berl. Tagebl/ verliert dadurch für uns nicht an Werl. Hinsichtlich der Stellung der Jude» müssen wir freilich dem,Berl. Tagebl/ die Verantwortung für seine Darlegungen überlassen, da wir nicht in der Lage find, ste aus eigener Kenntnis der Dinge zu bestätigen oder zu verwerfe«. Dagegen können wir dem ,Berl. Tagebl/ auf Grund von Tatsachen, die schon anderweit bekannt geworden find, nur beipflichten, wenn es die soziale Stellung der deutschen Katholiken im Osten al« gedrückt anfieht.
Sehen wir uns daher die bezüglichen Schilderungen des freisinnigen Blatter etwa« näher an; dasselbe schreibt: „Unter den deutschen Katholiken de« Osten« macht sich seit einiger Zeit eine Mißstimmung geltend, die zwar ein etwa« konfessionelle« Gepräge trägt-, aber doch in anderen Empfindungen wurzelt. Die Katholiken im Oste« ver. missen bei ihren evangelischen Land«, leuten, gerade herausgesagt, die Toleranz, und sie haben mit dieser Auffassung nicht Unrecht. Nicht über mangelnde Duldsamkeit der Evangelischen gegenüber der katholffchen Religio««» betSttgung beklagen sie sich; wa« die ostdeutschen Katholiken verstimmt, ist, baß man sie in gewissen deutsche« Kreise« wegen ihrer Zugehörigkeit zur katholischen Kirche al« Deutsche zweiter Klasse betrachtet und zu behandeln liebt." Deutsch und evangelisch gelte noch immer al« gleichbedeutend, ebenso wie polnisch und katholisch. „Diese Auffassung hat sich, vielleicht wider Wisse« und Wollen der Beteiligten, auch dem Beamtentum mitgeteilt, da« fast durchweg evangelisch ist." Diese Ueberhebung der evangelischen Deutschen über ihre ander«gläubigen Landsleute gefährde da« Zusammenhalte« der Deutschen, fördere da« Polertum und de« Anti- semitismu«.
Weiter ist in dem Artikel vo« einer „Neber- schätzung be« Protestantismus" die Rede, bie sich bie Antisemiten zu Nutzen machte«; ihre Kandidaten bei politischen und kommunale« Wahle« seien stets Protestanten, würden aber unter bet Firma „deutscher" Kandidaten
„Im (Stabe des erste« Satten/
„Hm, daran habe ich natürlich auch schon gedacht —" „Und jetzt muß dort unter allen Umständen nachgeforscht werden!" sagte Gustav i« entschlossenem Tone.
„Wann könne« Sie wieder in bet Heimat sein?" fragte Barnay.
„Sehr bald, bie Reise ist mir ohnebies verleidet." „Und die Pflichte«, die Sie gegen Ihre Gesellschaft habe«, gebiete« Ihnen baldige Rückkehr. Ich werde hier bleiben und die Leute überwache«; das wird mir umso leichter fei», weil ich ihr Vertraue« schon gewonnen habe. „Ver- zichten Sie daraus, den Absender des Telegramms zu erforschen?"
„Ich kann'S nicht, meine Ehre ist angegriffen." „Und glaube« Sie, »aß Ihre Nachforschungen zu einem sichere« Resultate führen werden? Denke« Sie nicht daran, Sie opfern «ur Zett und Geld und erreiche« nichts. Sie können nichts besseres thun, als Luzern so bald wie möglich zu verlassen und über ihre Berrnutunge» zu schweigen; seien Sie überzeugt, daß man im Hotel Rigi sich seht genau darnach erkundige« wird, ob u«b welche Drohungen Sie ausgesprochen haben."
»Ich soll auf die Vergeltung verzichten?"
„DaS sage ich nicht; ich zeige Ihnen ja den Weg, auf dem Vie diese Vergeltung stch sicher» können. Sohin wollten Sie vo» hier reisen?"
„Uebet den Brünig nach Brienz und Interlaken."
„Haben Sie mit Gruner darüber gesprochen?" „Ich glaube wohl, daß ich es im Laufe deS Gesprächs ihm gesagt habe."
„So müffen Sie auch an dieser Route fest.
den Wählern angeptiese«. Komme »eben bem Antisemiten ein Katholik „ober gar ein Jude" in Frage, flugs stimmten selbst bie erbittertsten Widersacher des AntifemttiSmus (also wohl Freisinnige?), dem üblen Beispiel der Beamte«, Lehrer unb (protestantischen) Geistlichen folgend, für den Antisemiten. Dadurch würden die Katholiken und Juden „lasch im Kampfe für daS Deutschtum", was ihnen niemand verdenke« könne usw.
Soweit die Ausführungen des .Berliner Tagebl.', das fast täglich seine Feindseligkeit gegen bie Katholiken beweist, sie diesmal aber unterdrückt, weil es die Katholiken als Unglücks* geführten und Bunbesgenoffe« ber Juden nötig hat. Ss ist eben im preußische« Osten wie auch sonst vielfach in unserem Vaterländer alS waschechte Deutsche werden nur die Protestanten geachtet. Darum darf das Beamtentum besonders im Osten in ber Hauptsache nur protestantisch sei«, unb eben darum fiedelt man nur protestantische Bauern auf den parzellierten AnfiedelungSgütern an. „Die Bildung und Förderung lebenskräftiger evangelischer Gemeinden," heißt es in der protestantische» »Monatsschrift von Stadt und Land" von Professor NathusiuS (1902, s. 273), „wird zur Gesundung der polnischen Verhältnisse mehr beitragen, als alle Polendebatte» in Berli»". „Eine gesunde Umwälzung der Dinge i» Polen wird nur daS Werk eine« reformatorischen Genius, einer Bewegung zum Evangelium hi» fein.“
Man neht, wie sehr ber selige Schorlemer- Alst Recht hatte, als er mit Bezug auf ben preußischen Osten baS Kernwort sprach: „Ger- manifierung heißt Protest antisierung."
Berlin, 7. Januar 1903'
+ Der «ationaSiSerale AStzrer 31 affet- «an«, ber in feinem Jenaer Reichstags-Wahlkreise keine Ausficht mehr hat, gewählt zu werden, ist «ach einer Meldung bes .Vorwärts' für be« S. badische« Reichstags>Wahlkreis Karlsruhe«Bruchsal alS Kaubidat ausgestellt worben. Ma« hofft anscheinend für ihn auch bie Zenttumsstimme« zu gewinnen, bie schon bei be« badischen LandtagSwahlen ben Nationalliberale« gegen die Sozialbemokraten Beistanb geleistet haben. So vermutet wenigstens bet .Vorwärts'. Ma« »irb im fozialbemokratischen Lager gut tun, stch nicht ben Kopf bes Zentrums wegen zu zerbreche«. DieZentrumS-Wähler werden schon selbst wisse«, waS sie zu tun habe». Sollten fie stch dafür entscheide«, Herr« Basserman« gege« bie Sozialdemokraten zu unterstützen, so werden beton nur die Sozialbemokraten sich bie Schulb zn- schreiben dürfen.
+ Iteißunigr A?eich»tag»-Ka«didat«r. In einer freifinnigen Vertrauen«männervetfamm-
halten," erwiderte der Advokat. „Von Interlaken auS können Sie auf dem kürzeste« Wege direkt hiureiße«. Gehe« Sie gleich «ach Ihrer Heimkehr bueft zum Staatsanwalt und teile« Sie ihm alles mit; Sie könne« Ihre eigenen Entdeckungen hinzufügrn — ober «ein, es ist besser, ich gebe Ihnen einen Brief an ihn mit, in bem ich bie Resultate meiner Beobachtungen niederlege. In bem Hause, in bem GrieSheirn gestorben fein soll, dient jetzt »och eine frühere Magd dieses SaunerS, Kstoline Kahl, die schwerwiegende Aussag« machen kann. Vergessen Sie ben Namen nicht unb erinnern Sie daS Mädchen an mich und an die Mitteilungen, die fie mit gemacht hat. Ader feien Sie vorsichtig, ich weiß nicht, ob i« jenem Haufe auch Personen wohnen, die mit den Griesheims noch in Verbindung stehen. Möglich wäre daS und eine rechtzeitige Warnung könnte unfern ganzen Plan durchkreuzen."
„Ich werde baran denken," nickte Schüller. „Rache muß ich nehmen, sollte eS auch mit selbst Opfer kosten."
„Und diese Rache glaube ich Ihnen ver- spreche» zu töunen, wen» Sie sich genau a» meine Anordnungen halten. Dringen Sie mit aller Energie auf bie Ausgrabung ber Leiche; wir werde» ja bann erfahren, was ma« i« bem Grabe vorfinbet."
»Hab' teile große« Hoff«u»ge«!!" sagte ix Agent kopfschüttelnd. „Findet man eine Seiche, wie daS wohl anzunehmen ist, wer will fie rekognoszieren? Es ist schon viel Zett feit bet Beerdigung verstriche«."
„Warten wir ab; ich suche in jenem Stab ben Schlüssel des bunkle« Rätsels, ich hoffe! auch» ihn darin zu finden." , (F, f.)