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TDustrine Sonntags-Zeitung", „Suldatr 8e$d>id)l$6UMttt* trnd rofltiQiDsft.
30. Jahrgang.
Iuköa, Montag, den 5. Januar 1903.
M3.
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»ege« des feiertags Hl- 8 Könige Wird die «Schste R«m»er ««sereS Blattes erst am Mittwoch auSgegeden.
K. Das Jahr 1902. in.
Wir haben zuletzt die Rede erwähnt, die der Kaiser am 5. Juni in Marienburg gegen den „polnischen Urbermut" gehalten hat. Ruch bei einem Besuche in Pose» (am 4. September) äußerte sich der Kaiser über die Polen» frage, doch in mildere« Forme«. Die t««ere Politik des Königreichs Preußen war über» hmipt vorwiegend von dieser Frage beherrscht. Im Laufe der verschiedene» Wandlungen, welche die preußische Polenpolitik im Laufe der Zeit schon durchgemacht hat, find wir eben wieder einmal bet der schärfsten Tonart angelangt. Graf Bülow hat daS Vertrauen der Hakatisten. Seine Anschauuugen über die Polenfrage, die er am 13. Januar im preußische» Landtage entwickelte, entsprechen zunächst «och den Wünschen der Hakatiste«, auf die Dauer fteilich wird Gras Bülow diese rabiaten Herren nicht zufriedenstelle» kö»»e». Die Ber«ehru»g des Anfiebelungsfovds um 250 Mark ist jedenfalls »ur daS erste »on viele» weitere» Opfer», die der preußische Staat dem Moloch des HakatiSmuS noch o pfer» wird. Daß die Polen unter diesem stärkere» Drucke von obe« »«» auch ihrerseits größeren Ingrimm a« de» Tag legte», ist begreiflich; weniger begreiflich und weniger schön allerdings ist eS, wen» sich ihre Erregung auch gegen das Zentrum wandte, das doch stets alle ihre berechtigte» Forderungen u»d Beschwerde« unterstützt hat. Katholiken sollte« doch vor allen andere» gewillt und befähigt sein, ihre Einigkeit aufrecht zu er» hatte», und fie sollte» fich nicht von den Sozialdemokraten beschäme« laste«, deren polnische Gruppe fich der Sesamtpartei neuerdings ein» gegliedert und fich vollkommen mit ihr verständigt hat.
Et» Personenwechsel hat fich im preußischen Eisenbahnministerium vollzogen: an die Stelle deS Herr« von Thiele« trat der frühere General Budde, der damit die erheblich bester dotierte Stelle des Direktor- der Löwe'schen Waffenfabrikation vertauschte. Ob er der Rann ist, um die längst ersehnte« Tarifreformen durch» zuführen, bleibt abzuwatt«. Jedenfalls wird «an auch gern «och etwas warte», wenn diese Reformen zur Zeit nicht bester ausfallm können wie die in Sachsen, die keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung bedeutet.
Mehr Aufsehen als dieser Ministerwechsel in Preußen «achte ein solcher in Bayern. Hier stürzte der Kultus«inister ». Landmann über daS neue Schulgesetz und den Univerfitätsstreit in Würzburg; den Liberalen wurde er von seinen Ministerkollege« schmählich preiSgegebe«. Der liberale See raste halt und wollte fei« Opfer habe«. Die Wut der Liberalen über die Xn> «ahme des SchulbedarfSgefetzeS — in der Kammer am 28. April, im ReichSrat am 27. Mai — sollte beschwichtigt werden. Herr von Landmann, der selbst auS den Reihen der Ltbe» ralen hervorgegangen war, hatte eS gewagt, auf
Die Macht des Geldes.
Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.
26 ------ (Nachdruck verboten.)
„Du hast gehört, auf welchen Fuß er sich mit mir stellen will," versetzte er heiser; „ich bin ihm entbehrlich geworden, er hat mir daS schon so oft angedeutet."
„Er ist gereizt in diese« Augenblicke," suchte Elisabeth den Gatten zu entschuldigen.
„Ich weiß, wie er über mich denkt; von dem Bleigewicht an seinen Fersen möchte er fich gern befreien. Und doch macht er selbst die größten Dummheit«. Fährt er fort, auf diesem Wege Geschäfte machen zu wollen, dann wird er uuS bald hinter Schloß und Riegel gebracht haben."
„Und deshalb ist e« gut, daß er diese Stadt für einige Zeit verläßt," erwiderte die junge Frau.» „Ich werde Barnoy mit leichterem Herzen empfange», wen» ich feine Begegnung wit meinem Manne nicht mehr zu befürchten habe."
"Di« Eifersucht Deines Manne« könnte einen Skandal herbetführen, wenn der Advokat noch lauge hier Meint. Wie ist« mit dem Gelbe? Hat er mch immer de» Schlüffel zur Kaste?".
„Leider. Es ist «ir noch nicht gelungen, ihn in meinen Besitz zu bringen."
.Dan» muß ich sorge», daß er nicht alle« mitnimmt."
„Wozu sollte er da« tun?"
die tatsächlichen MehrheitSverhättniste in der Kammer die gebührende Rückstcht zu nehm« und daher die von de» Liberale» versuchte 6i»» schmuggelung der prinzipielle» und gesetzlichen Anerkennung der Sirnnttanschule in daS Gesetz zurückgewiesen. Gegen die vimultanschule sprach fich übrigens auch der Thronfolger Prinz Ludwig i» der Reichsratskammer sehr entschieden auS. Herr v. Landmann Hütte dann daS weitere Verbrechen begangen, in dem Profefforenstrette an der Würzburger Universität diestaat» liche Autorttät selbst gegen den liberalen Pro- fefsorenklüngel hochzuhatte». Der Würzburger Senat, bzw. besten liberale Mehrheit legte ihr Amt »ieder. Statt nun die gelehrte» Herren in ihre Schranken zu »erweise», opferte daS Ministerium Crallsheim ihnen de» Kultusminister und stieß damit zugleich das Zentrum vor den Kopf, beim das Zentrum wußte sehr wohl, daß der Sturz deS ihm genehmen Ministers ein Schlag gegen die katholische Mehrheit der Kammer fein sollte. Das Zentrum gab die einzig mögliche Antwort, indem es dem Ministerium Crallsheim durch einige Ab striche am KultuSetat, der gerade zur Beratung stand, sein Mißtraue» kund- gab. Ss war nichts als ei» Zufall, daß geradesolche Positionen, welche die Unterstützung der Kunst, d. h. den Ankauf von Werken einer kleinen Zahl bevorzugter Künstler, bezweckten, zur Abstimmung standen und daher durch jene Abstriche betroffen wurden. Die liberale Preffe erhob natürlich sofort wieder ein Jndianergeheul über die angebliche Kunst, und Kulturseindlichkeit deS Zentrums. Leider ließ fich auch der Kaiser dazu hinreiße», in diese durchaus innerbayerische Angelegenheit durch eine EntrüstungSdepesche an den Prinz, rezenten einzugreifen. Dieser antwortete kühl abwehrend. Da8 die Einmischung deS Kaisers der Sache deS Ministeriums Crailsheim in Bayern nur noch mehr schaden konnte, ist selbstverständ- lich. Der neue Kultusminister Frhr. v. PodewilS bemüht fich früher nicht ohne Geschick, daS Mißtrauen, daS ihm naturgemäß entgegengebracht wurde, zu zerstreuen.
Auch Württemberg stand wie im Iahte 1901, so auch im Jahre 1902 unter dem Zeichen deS Sch ul kämpfe S. Der auf oem Katholiken- tag in Htm begründete katholische Schulverein, in dessen Lrhrersektio» die auS dem sogenannten katholischen Lehreroerei» durch die liberalen Tendenzen seiner Führung herauSgedrängten gläubigen katholischen Lehrer eintraten, «achte bald große Fortschritte. Nach de« neuen Einkommen, steuergesetz, das am 28. Juni von der Ka««er angenommen wurde, hatte fich auch der Landtag mit der Schnlfrage zu besoffen. DaS neue Schul- gesetz ist noch nicht erledigt, von besonderer WichttgkeU ist dabei, wie überhaupt bei dem ganzen Schulstreite in Württemberg, die Frage der Schulaufsicht. Die Rechte der Kirche zu wahre», ist daS Zentrum, da« ebenso klug wie energisch geleüet ist, «tt Eifer bemüht.
An die Kämpfe, welche die Katholiken im Nach» barlande Baden durchzufechten haben, ist schon im ersten Artikel erinnert werbe*. Erfreulicher als die OrdenShetze der Böhtlingk-Böotier, well ein Fest, welches d«S ganze Volk einig fich, war das 50jährige RegierungSjubi» läum de« Großherzogs Friedrich, welches
„Ich traue chm nicht," sagte Gruner kopf- schüttelnd; „er denkt nicht an un«, Rücksichten kennt er nicht."
Er verließ den Salon und ging in da« Kabinet seine« Schwager«.
Ein gefüllter Reisesack und eine schwere Geldtasche lagen ans de« Tisch; Griesheim saß in einem Srffel und rauchte. Gruner hob die Tasche aus und blickte seinen Schwager fest an.
„Du nimmst alles mit?" ftagte Gruner.
„Ich lasse für Euch genug zurück," lautet« die Antwort; den Kaffenschlüffel gebe ich bei« Abschied meiner Frau."
,Lch fürchte. Du willst w« betrügen!"
„Ich nehme nur da«, war mir gehört!"
„Wird da« übrige htnreichen, un« vor Sorge» zu beschützen?"
„Da» ist Eure eigene Sache," spottet« Griesheim; „nach der Deck« muß man fich sti ecken. I« Notfall« können ja die Möbel verkauft werden."
„In der Tat, ein gute« Auskunftsmittel!" sagte Gruner in demselben beißende» To»e. „Und wenn düse Hilf«quelle erschöpft ist?"
„Dann wird Elisabeth wohl zur Ueberzeugung gelangen, daß ihr nichts andere« übrig bleibt, al» mir zu folgen."
„Und wo bleibe ich?"
„Das kümmert mich weller nicht," erwiderte GrieSheim, während er die Asche von seiner Cigarre abstrich. „Kannst Du mit ein vorteilhaftes Geschäft anbieten, so will ich gern den Gewinn mü Dir tellen, aber wenn ich allein arbeite» soll, dann gehört auch der Gewi»» mir allein, „vühe zu, daß Dein Projett fich verwirklicht.
am 24. April im ganzen Lande festlich begangen wurde. Der ehrwürdige und verehrte, milde und weUblickende Herrscher, die gütige, von so vielen alS ihre Wohltäterin verehrte Großherzogin find Gestalün, die heute mehr als „Roß und Reisige" dazu beitragen, dar monarchische Bewußtsein im Volke z« erhalten und zu stärken.
Dasselbe galt von dem verewigten König Albert von Sachsen, der am 19. Juni seinem Volke durch den Tod eutriffen wurde, und gilt ebenso von seinem Bruder und Nachfolger Georg, beide gleich Großherzog Friedrich Veteranen auS einer großen Z,U. Leider wurde die Achtung vor der Monarchie in den Augen weiter Kreise, die ohnehin mehr die Personen alS bk Institution zu schützen geneigt find, schwer erschüttert unb das harmonische Famlltenleben bei Dresdener HofeS in furchtbarer Weise gestört durch die Flucht der Kronprinzessin Luise, durch welche zugleich ein sträflicher Verhältnis zwischen ihr und dem jugendlichen französischen Sprachlehrer ihrer Kinder an den Tag kam. Die Sympathie aller ehrenhaft und christlich Denkenden ist mit dem Kronprinzen und seinen von der Mutter verlaffenen fünf Kindern.
Ein Wahljahr war da» Jahr 1902 für die Großherzogtümer Hesse» und Oldenburg; e« brachte in Hessen eine Schwächung der Rationalliberalen, in Oldenburg eine Verstärkung der radikaleren Element«. Da« Zentrum behauptete in Hessen seinen Besitzstand. Weniger gut schnitten bk Katholiken bei den Gemeindewahlen in Elsaß- Lothringen ab, die auch für dk Zusammensetzung de« Lande«au»schuffe« von Einfluß find. Dadurch wurde den Katholiken der Reichslande zu Bewußtsein gebracht, daß ihr« bi«herige Organisation f«hr im Argen liegt, und daß eine gründlich« Revision dringend notwendig ist. Diese kann aber zweckmäßig nur auf der Grundlage de« Zentrum«programm« erfolgen, unb so ist es denn fein Wunder, daß di« Bewegung, welche den Anschluß der Katholiken der Reichslande an da« deutsche Zentrum erstrebt, in diese« Jahr« groß« Fortschritte gemacht hat. In der Tat hat die Sonderstellung der reichsländischen Abgeordneten auch gar keine Berechtigung mehr, nachdem ersten» die »ichÜatholischen Abgeordneten sich schon längft den ihnen nächststehenden altdeutschen Parteien an- geschloffen habe», und nachdem »wette»« der Diktaturparagraph, wie der Kaiser am 9. Mai von der Hohkönig«burg au« versprochen, beseitigt ist. Hiermit ist für die Reich«land« eine neue Zeit angebrochen, für bk wir ein günstige« Vorzeichen auch in der jüngst erfolgte» glücklichen Lösung der StraßburgerFakultät«» frage erblicke». Möge die neue katholisch- theologische Fakultät an der Straßburger Alma Meter ebenso der Kirche wie dem »aterlande zum Segen gereichen!
Berlin, 3. Januar 1903.
4- Der preußische Kronprinz wird nicht nur, der Einladung deS Zaren folgend, demnächst
bann bist Du geborgen; der reiche Schwiegervater muß Dich unterhalten."
Gruner hatte die Brauen finster zusammen- gezogen; es tag ein verletzender, beleidigender H^n in diesen Worten.
„Der Pfeil, den Du für mich auf dem Bogen hast, könnte auf Dich zurückpralle»," sagte et in warnend«» Tone. „Ich muß mir in dieser Stund« manches von Mr gefallen lassen, weil ich eben keinen Lärm machen darf, aber gefchentt ist Dir das nstht."
„Nun den», so werden wir später abrechnen," erwiderte GrieSheim höhnisch; „Du wirst mich jederzett dazu berett find«."
Gruner entfernte fich, er verließ das Han» und kehrte erst nach dem Abendeff« zurück.
GrieSheim war ernst und schweigsam, Elisa- beth verstimmt. «HM
Gruner befahl dem Mädchen, Wei» zu bringen und trank den beide» zu, sichtbar bemüht, st« t* eine heitere Stimmung zu bringe».
„Der Agent sitzt hinter Schloß und Riegel," sagte er, daS Glas erhebend, um mit ihn« am zustoßen; „er ist verdächtig, mit der.Kaffe seines Prinzipals durchgebrannt zu fein und in der Heimat gefälschte Wechsel hinterlaffm zu hab«."
„Darauf hin hat man ihn verhaftet?" fragte Griesheim.
„So sagte man mit im Hotel; heute Mittag gleich nach Tisch hat man ihm einen Wagen zur Verfügung gestellt, bet ihn fortbrachte." «qMM
„Wenn je ein bummer Streich gemacht worden ist, so kann man dies« dazu zähle»!' sagte
de» Hof in St. Petersburg, sondern im nächste» Frühjahre im Verlaufe einer längere» Seereise auch bk Höfe von Rom, Athen und Konstantinopel, wohl auch Madrid und Lissabon besuche».
X Aeine Zsiekigionsmengerei I A» dem protestantische» Sottesdie»ste, der am Neujahrstage in der Schloßkapelle des Berliner Schlöffe- stattgefunden hat, haben nach AuSweiS deS Hofberichtes nicht nur das Kaiserpaar, sondern auch der katholische Prinz Arnulf vo» Bayern, sowie daS gleichfalls katholische «bprinzlich Hohenzollern'sche Paar teilgenomm«. Für die Katholiken besteht die Vorschrift, daß sie an nichtkatholisch« Religionshandluugen nicht teilnehmen dürfen. Die katholische Kirche macht keinen Unterschieb nach Rang und Stand, ihre Vorschriften find für Mitglieder fürstlicher Familien ebenso bindend, wie für alle ander« Katholiken. Die genannten Prinzen haben den Katholiken daher ein schweres Aergerniß gegeben. Bon einer allgemeinen kirchlichen Vorschrift fich zu dispensieren, hat niemand ein Recht, er mag so hock stehen, wie er will.
# Graf v. Aoenoöroech, der Exjrsuit und Nährvater aller Katholikenhetzer, beschwert sich darüber, daß sein Pamphlet übet daS Papsttum, das er dem Kaiser zu- gestellt hatte, vom Kultusminister ihm zurück- gestellt wurde mit dem Bemerk«, daß der Kultusminister „nach den bestehendenVerwaltungs- Grundsätzen die Annahme drS bargebotenen Exemplare- ... an Allerhöchster Stelle nicht zu befürworten vermochte." Bei einem Besuch« des Grasen im Kultusministerium wurde ihm bedeutet, daß der polemische Charakter deS Buche- die Annahme durch den Kaiser auSschlkße; da- Werk errege in katholischen Kreisen Aufregung, die Befürwortung feiner Annahme durch da- KuttuSministetinm wäre daher als Parteinahme desselben für ein die Katholiken beunruhig endes Werk aufgefaßt worden. Mef« Begründung ist, sollte man mein«, ganz in der Ordnung. Aber Gras Hoensbroech fleht darin nur «ine unberechtigte Rücksicht auf da« Ernt- nun — alS wenn das Papsttum eine Einrichtung de» CentrumS und nicht viel mehr der katholisch« Kirche wäre! Auch die liberale „Nattonalztg." findet zwar die amtliche Begründung der Ablehnung bedenklich, gibt aber dem Grase» Hoens- broech doch zu verstehe», daß er zu weitgehende Schlüffe daraus ziehe, und daß es überhaupt bester wäre, von der Ueberreichung von Büchern an d« Kaiser gänzlich abzusehen; der Kaiser habe andere Mittel, sich mit den litterarisch« Erscheinung« bekannt zu machen. Die beste Krittk seiner Beschwerde liefert aber Graf HoenS- broech selbst, indem er alS seine Ansicht kundgibt, nur die unwissenschaftliche Polemik sei zu tadeln und abzulehnen. Nun wohl: sein Pamphkt ist als eine unwissenschaftliche Polemiknicht nut von katholische», sondern auch von pro- testantische» Gelehrt« nachgewiesen und mit all« Energk abgelehnt worb«. ®ie Folgerung ergibt fich »on selbst.
+ Kitt- Konferenz aller preußischen Höerpräfitzenten wirb an diesem Montag, bei 5. Januar, im Ministerium des Innern in Berlin stattfind«. Gegenstand der Verhandlung« soll
Kries heim. „Mit solche» Mitteln befestigt man ei»« energische» Gegner nicht."
„Wohl ab« einen Mensch«, der keine» Entschluß fast« kann und zu einem offenfiv« Angriff zu feige ist," «widerte sein Schwager. „Natürlich muß der Irrtum sich bald Herausstellen; aber ist d« Agent wied« in Frechett gesetzt, so wird er fich beeilen, eine Stabt zu verlast«, in der « so bittere Erfahrungen gemacht hat."
„Wenn er nicht »orziehi, zu untersuch«, wer ihn in dies« Verdacht gebracht hat!" schaltete Elisabech bedenklich ein.
„Da kann er lange suchen," spottete ihr Bru- d«. Auf uu« kann kein Verdacht fall«; er muß annehm«, daß hier ein« V««echselung b« Pers« vorlkgt, durch bk schon mancher Reisende in Unannehmlichkeiten gekommen ist."
„Ra, btefe Suppe hast Du Dir allein eingebrockt!" sagte Griesheim; „sieh, wie Du damst fertig wstst."
Die Unterhaltung stockte wteder; erst nach einet langen Pause nahm Elisabeth den ab- gebroch«en Fad« auf.
Je näher die Stunde kam, in der GrieSheim ausbrech« mußte, desto «regtet wurde er; eS schien, alS fürchte er, daß « noch in bet letzt« Minute zurückgehalten »erb« könne.
Er trank Listig; Grün« füllte ba8 leere GlaS immer wieder; er selbst trank sehr mäßig.
Endlich kam bet Augenblick des Abschieds; GrieSheim hing bk Geldtasche um und sagte fehl« Fra» Lebewohl.
(Forts«tzm>ß folgt.)