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"TSL*?.Uhisltirte Sonntags-Ztilung*, Fuldaer gtscMdX$t>l»W* tmd
M 300. Jutöa, Mittwoch den 31. Dezember 1902.29. Jahrgang
„Außerdem," sagte Viktor, „können wir ja hier, wo doch voraussichtlich in den nächsten zehn 1 Jahre« immer noch einer von der Familie sein
wird, so «ine Art Centralstelle errichten; jeder hat hierher einen etwaige« Domizilwechsel zu
Eiük LMstnskslhWk.
Und sie tränten immer noch ein GlaS deS lieblich dustenden Punsches, der alte Kolonial- waarenhändler Meyer, der ihn so vorzügl» zu braue« verstand und obendrein de« nölhige« Stoff lieferte, sein Soh» Bittor, die Stütze seines Vaters im Geschäfte, deffen drei Freunde: Arthur, welcher auf dem Konservatorium seinen Tenor ausbildete, Otto, der Forstadjunkt und Edmund, der Buchhalter und Jtofo, die blühende Nichte des Vater Meyer.
Jetzt war es 12 Uhr. Unter fröhlichem „Pvöfit Neujahr!" klänge« die Gläser aneinander.
Wer weiß, was uns das neue Jahr 6e» fcheeren wird?" began« zuerst Edmund.
Was soll eS anders bringen," sprach Vater Men er, welcher erstens de« Buchhalter und zweitens die sentimentalen Gespräche nicht leide« mochte, de« ersten deshalb nicht, weil er Al fichten auf Rosa zeigte, die er eines Befferen für werth erachtete und die letzteren nicht, weil doch nichts dabei herauSka«. .Was soll es anders bringe«, al« die vorige : Arbeit in Menge -ja doch, mir vielleicht ein Billet für die große R-isr —
Aber Onkel! Aber Beter!" riefen Btttor u«d"Rosa zugleich, „was find das für S-.danken" was, eine ungeheuere Steigerung der Kaffeepreise, von de« Sie so viel aufgespetchirt haben und dann 150000 Merk bei der B-r- loosung Ihrer Bergisch-MtrNsche», das wirdS Ihnen bringen, damit Sie «och etwas ärmer werden," meinte Arthur.
Und Dir," sprach Vittor nun zu dies m, „ein" Engagement vei der großm Oper."
„Und dem Otto einen großen Wald," warf Rosa dazwischen.
„Nun," sprach dieser, „ich sehe, wir find alle sehr gegensettig einer auf des andere» Wohl- ergehe« bedacht und begierig, einer des anderen Schicksal zu erfahr«; wie wäre es, wenn wir uns jetzt hier verpflichteten, eine bestimmte Zeit [an« — sagen wir einmal 10 Jahre lang — uns gegensettig regelmäßig zu Neujahr, wenn auch noch so M, Mittheilung zu machen, was «ir find und wie eS uns geht. Außer Meyer Vater und Sohn bleibt ja doch wohl keiner von “”8 „PrLchUger Einfall!" riefen alle, „ich thue mit." Selbst Vater Mryrr sagte: „Ra, za, könnens ja einmal versuchen; wird aber nicht viel werden, renn wenn Ihr fortgeht, können wir doch hier z. B. nicht immer wissen, wo Ihr ^"^DaS' erfahrt Ihr ja auS unserem Schreiben," meinte Arthur.
melden."
Feierlichst wurde die Sache abgemacht und nach 10 Jahren hatte der alte Meyer folgende Sammlung von Nachrichten, welche er mit seinem SociuS Evmund und deffen Frau Rosa nicht ohne Rührung durchlas:
1882. Reinem bösen Vormund und Onkel habe ich eigentlich, nicht schreiben «ollen, »eil er mich gezwungen, den alten Kommerzienrath zu heirathen. Aber mein Mann ist zu herzensgut. So wisset denn, daß ich glücklich bin. Clausthal,..
Ros«.
Scho« in drei Konzerten mit Erfolg gesungen. Allmählich fängt die Sache doch an sich zu lohne«. Nächsten Monat soll ich im Straßburger Theater als Gast fingen. Engagement sicher, «erde dann auch bezahlen. Schickt mir inzwischen noch 200 Rk. Frankfurt a. R., . . . Arthur.
P. S. Ihr könnt Euch gewiß denken, weshalb Esmund nach Amerika gegangen ist, es war wegen der Rosa. Theilt mir mit, wo der dort steckt. D. Ob.
„Hurrah! Förster. Sestern Anstellung. Ile- seid Otto.
AuS Amerika traf keine Nachricht ei*.
1883. Verheirathet, auch schon einen Jungen, soll auch Förster werd«. Gesund und munter. Komme Euch einen. Jlefeld, .... Otto.
Mei« Mann ist daS reine Gold. Wenn nur auch eine Wiege im Hause nöthig würde! Claus- ttzal, .... Rosa.
P. S. Hier schicke ich Euch einen Zeitungsausschnitt Über Arthur mit.
(Der alte Mryrr nahm die Brille ab und laS: „Ein neuer Wachtel .... Hoftheater ... 1000 Mark Sage . . . „ dann fuhr er auf: „Und bezahlt nicht? Da soll er aber 'ran. DaS wäre noch schöner! Hahähä!")
Vom neue« Wachtel kam diesmal ebensowenig Nachricht wie von Edmund.
1884. Verzecht, daß ich zweimal meiner 1.1. 1881 eingeganMen Verpflichtung nicht nach- gekommen bin, allein ich wollte Glückliche nicht mtt Leid behelligen. Jetzt endlich habe ich eine gute Anstellung und auch sogar einige Ausfichten. Chicago, .... Edmund.
Ich pflege meinen Man«, so gut ich nur kann; er hat eS auch um mich verdient. Solcher Vergelten von Sutthaten macht doch allein erst recht glücklich. Clausthal, .... Rosa.
Bi« i« die Dienste des Fürsten Hatzfeld übergetreten, bedeutend mehr Gehalt. Trachenberg,...
Otto.
Die Todesanzeige habt Ihr vorigen Monat erhalten. Wenn ich meine Verhältnisse geordnet, ziehe ich zu Euch. Clausthal, .... Rosa.
Einer der beiden Inhaber unserer Firma denkt sich zur Ruhe zu setze«. Ich bi« ihnen unentbehr- lich. Wer weiß? — Chieago, . . Edmund.
Bon Arthur — nichts. 1
1886. Man nennt mich Oberförster, doch habe ich hier keine Staatsstellung. Den Fürst ist wohl mit mir zufrieden. Habe vom Kaiser von Oesterreich eine Uhr bekomme«. Trache«- berg, .... Otto.
Theilhaber! Mögen die Geschäfte gut gehen! DaS Schicksal der armen Rosa geht mir sehr nahe und nur eins gereicht mir zu« Tröste, daß sie bei der Verbindung «it mir bis jetzt bedeutend schlechter gestanden haben würde. Sie verstehen es doch vorzüglich, Vater M yer, die Leute auf ihren reelle« Werth abzuschätze«. Chicago, Edmund.
(„Der boshafte Mensch! So zu sticheln, na warte! hähä!" hatte Vater Meyer beim Lese« gesagt.")
Bon Arthur nicht«.
1887. De« letzte« ReujahrSwu«sch hatte Rosa geschrieben; eben schickte sie mir auch den Todtenzettel Viktors. Wie hat «ich beides erschüttert! Si»en Freund in der Blüthe der Jugend zu verlieren, fern von ihm, ihm nicht helfen, nicht einmal an seiner Bahre «einen zu könne«! Jndeß: Mtt deS Geschicke» Mächten — Daß Rosa aber gerade schreibe« mußt,! Fühlte sie es den« nicht, daß ich stet» an sie dachte? Nun ist alle weine mühsam errungene Ruhe wieder hin. Zeigen Sie ihr diese Karte nicht! Chicago, Edmund.
Kann Viktor nicht vergeffen! Etwa» Rhen- matirmuS diesen Winter. Ordentlicher Anfall. Ist aber am Wrgziehen. Innerlich der Alte. Trachenberg, Otto.
Liege hier in der Klinik de» Profeffor B., um mir meine« Hol» heile« zu kaffen. Komm mich mal ei«et besuchen. Bonn . . Arthur.
(„Ja ja, besuche»! huste« «erd' ich Dir «as. Du faule» Subjett. Verdiente Hunderttausende und verludert sein Geld und sich selber — und dann «och so schmierige Geschichten, wie sie durch die Zeitungen liefen! Könnte gerade paffe«. Hähthä!" Stoßseufzer de» alte« Reyer beim Lesen.)
1888. Wieder an der Oper. Wenn Ihr nicht schreibt, thue ich'». Wien, Arthur.
AuS Trachenburg war Mitte Oktober eine Todesanzeige eingettoffe«, in welcher die Worte standen: „in gewiffenhafter Ausübung seiner BemfSpfltcht von einem Wilderer erschossen".
Sie find in Verlegenheit, guter väterlicher Freund? Ich habe durch meinen Bankier 20,000 Mk für Sie auf de« Gladbacher Bankverein anweise« laffe«. Ich weiß dieselben bei Ihnen gut aufgehoben. Formalitäten und Verrechnung eilt »icht; e» geht mir, Gott fei Dank, besser al» ich verdiene. Chicago, Edmund
1889. Rachen Sie sich doch keine Sorge «egen der paar Pfennige! Habe ich dieselbe« de«« nöthig? Wenn Sie übrigens so fortfahren, zwingen Sie mich am Ende hinübeiyukommen. Ich hätte hier schon eine Geleaenhett, meine« Ge- ichäftsonthiil gut zu verkaufen. Chicago, Edmund.
(„Rosa, hatte hier der alte Reyer gerufen; schreibst Du Sdmund zuweilen?" — „Ei freilich, regelmäßig " „Na, und davon weiß ich nichts, hä? Hättest Du mir auch sage« könne». Nun, Du bist alt genug.") •
Von Arthur nicht».
1820. („Du Rosa, tief Reyer, hier ist ein Brief von «einem Freunde Laufet an» Wien. Den Atthut hat «an al» g«nz gemeine» Wechsel' fälschet auf btei Jahre eingesperrt." — „Wenn er un» nur nicht nachher ans de» Hal» kommt." — „Na, werden ihm scho», hähähä!"
„Habe hier Alle» in» R«>»e gebracht und werde a« 8. III. vo« New-York aus der „Lahn" nach Europa abfahren, nm bei Ihnen um die Hand Ihrer Nichte anzuhalten. Bi» dahin lebt wohl. Chicago, Edmund.
1891 war Edmund Rosa'» glücklicher Gatte nud in das Geschäft seine» »»»mehrtge» Onkel» eingetreten, welche» rasch seine frühere Höhe überholt hatte. So saßen die Drei am Sylvester» Abend zusammen. Lange Stille war der Verlesung Ihrer Neujahr»«ittheilungeu gefolgt, gab es doch • Manches dabei zu denke».
Und Du, e Leser, ; ie wird eS mit vir über 10 Jahre flehen? Was werden Deine Schicksale während dieser Zeit sein? Mrmand weiß eS, da des Schöpfer» Wetshett uns die Zukunft in ewige Rächt gehüllt hat. Eines aber weißt Du sicher, daß daS Heute noch Dir gehört — ob ganz, da» ist nicht gewiß; darum frisch a« die Arbeit! Du hast doch noch zu schaffen? Für Deine« Leib höchst wahrscheinlich, ganz gewiß aber sür Deine Seele, also sofort an» Werk! Dann mag unser Geschick im kommenden Jahre sein wie e» will; wir haben unsere Pflicht gethan. Denen, die dieses mitthu« wolle«, gelte mein Gruß:
Glückseliges Neujahr!
Gotteodirrtstordittmg i« Fn!d«
Donnerstag, 1.Januar 1908 (Neujahr.) Dom. */s6, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, ‘/.IO Uhr «athekralamt, 12 Uhr hl. Messe, l'/> Uhr Andacht, 4 Uhr Abendandacht, 7 Uhr Andacht »it «srgen in der Marieukapelle. — Atadtpfarrdirchr. 51/* Uhr ,l. Messe und Predigt, 61/« und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt. 9*. Uhr Amt und Predigt, 3 Uhr Andacht. — Pfarrkiichr juw hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt 4 Uhr Andacht mit «„en. — Frarrnberg Hl Messe» von 6 dis 7 Uhr, 8 Uhr hl. Messe, S Uhr MilitstrgotteSdtenst mit Predigt, 2 Uhr Predigt und Andacht.
»rßktmM elf de« 1. Mel 1903 der »Fuldaer Zeitung^werde« fort- während vo« alle« Posta«stalte«, Land- driefträger« ««d vo« ««ferer Expedition (Harmonie) entgegeugenommen.
B-rfe«-Co«rfe 1?“ Otto Goebel, SmKpsW kille (ssmgl, Joseph Schmitt) Kchlogstrage
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1874.
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4 Frks. Hypbk. Ser. XVI U.XVII unk. 1910
„ abgest. Keth»
4 Oesterr. St.-B. v. 83
101.50
101.5c
94.
Filzfabrik Fulda
Bereinigte Schuhs. Fuwa
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115.-
!Pappenheimer t fl
39.
40.-
49.60
31.50
97.90
98.--
497c
108.-
108.-
fikate . . .
14.70
14.6»
3 „ 1.6.8. Em.
94.10
110.50
109.50 ungar. Staats iuu st.
348.
343.—
3*/i „ Ser. XII u. XIII
96 50
96.56
4 Nhein.Hyp.'Bankl90Lr
100.50
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3 „ 9. Em. . ■
91.80
92.-
Nordd. Wollkümmerei
143.70
141.
uvenenaner au litte .
30.90
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5 Rumän.am.Rte.v.81/8
6 , 6.92/3
88. '1 1 1
It/, , SerLVunk.1906 ß'/. . Ser. XL 1906
96.50 97 JO
96.50
97.2C
4 „ „ 19071
3*/* . unk. 1904
102.80
96.75
102.86
96.75
3 „ 16 em.. .
p „ Ergänz,-Ned
90.
92.80
92.7k
tzergmerha-XItUrn. Bochumer «ußstahl . .
178.40
175,7c
ReichSbanI-DiSkank»: 1 Lombard-Zinsfuß:
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