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_ des Neujahrsfeste- wird die Wachste Nummer »useres Blattes erst am Freitag ausgegebeu.
::: Zum Jahreswechsel.
Gar Mancher und Manche glaubt in der Gylvrsteruacht einen Blick in die Zukunft werfen /Hu können durch Deutung von allerhand geheimniß» »ollen Zeichen. Auch auf verständigere Menschep, die sich von abergläubische« Regungen frei wissen, kann diese« Spiel einen gewiffen Reiz ausüben. Nur zu gern bewegt sich ja der menschliche Geist in freundlichen Vorstellungen von der Zukunft. In je engere Fesseln ihn di« Gegenwart ge> schlagen, um s« mehr übt die Phantast« ihre Spannkraft, dehnen sich ihre Flügel zu weitem Fluge in ein goldne« Märchenreich voller Freiheit und Freude. Und es ist gut so. Da« Elend wär« oft unerträglich, wenn nicht diese elastische «rast der menschlichen Herzen« wäre; diese« biegt sich, doch e« bricht nicht so leicht. So viele haben schon geglaubt, da« Herz müßte ihnen brechen, «nd über'r Jahr hat man ihnen kein Leid mehr angesehen. E« stirbt stch nicht so leicht an gebrochenem Herzen.
Heute ist allerding« weiter al« in früheren Zeiten eine pessimistische, schwarzgalltge Leders, und Weltauffaffung verbreitet. Da« ist aber di« natürliche Kehrseite de« übertriebene» Leben«genusse«, nach welchem heute ebenfalls die große Welt gieriger und allgemeiner verlangt al« in d«r guten alten Z«it, wo Alle« noch einen bescheideneren, einfacheren Zuschnitt hatte. Ja zu gierige», zu raschen Zügen schöpft die heutige Menschheit die Genüsse diese« Leben« au«, und fie muß fich immer neue, immer rafßnirter« erfinnen, um ihre unersättliche, maß. lose Genußsucht zu befriedigen. Aber in Wirklichkeit findet die Unersättliche nie Befriedigung; »nd je mehr der Mensch dem Freudenrausch« opfert, um so größer ist nachher auch der Katzen- jammer, um so öder, um so jämmerlicher erscheint ihm dann die Wirklichkeit diese« Leben«. Da« ist die Hauptursache der übersättigten, verbitterten, ttostlosen Lebensauffassung, die jugendliche Greise und Selbstmörder in allen Lebensaltern schafft, und btt leider immer weitere Kreise der Volke« »«rgiftet.
Aber auch diese Ursache hat wieder ihre Ursache für fich. Warum hastet denn alle Welt nach den äußere« Freuden und dem Flitterkram diese« Leb««? Warum geizt fie so wenig nach edleren, rein geistigen Freuden, die mehr al« einen kurzen Rausch der Sinn«, die dauernden Frohsinn und Frieden bereiten? Da- kommt nur daher, weil so vielen Menschen das höchste aller Ideale, die Religion, entschwunden ist. Sie feiern Ostern und Pfingsten mit Lastpartien, Bockbierfeste« und Tanzereien dir zum stützen Morgen; fie feiern Weihnachten, indem fie den Werth der gegenseittge« Geschenke gege« einander abwägen und nachher über ihre Leere -kaffe seufzen; und fie feier» Neujahr, in-
Di« Macht des Geldes.
Kriminak-Roman von Arthur Eugen Simson. 33 ------ (Nachdruck verboten.)
Er ahnte nicht, daß Gruner ihm in geringer Entfernung folgte, und doch hätte er, der selbst spio»iren wollte, die Spionage feiner Gegner fürchten müsse».
In der Restauration de« Hotels St. Gotthard erwartet« der Advokat ihn schon; Gruner warf «ine« Blick durch di« Glatthür und sah die beiden im eifrige« Gespräch.
Rasch trat er zurück, «in böser Zug umspielte seine Lippen.
Jetzt wußte et, daß der Agent ihn belogen hatte; die Vermuthung lag nahe, daß Schüller durch den Advokaten zur Uebernahm« dieser Roll« veranlaßt worden war.
I« diesem Falle hatte auch Elisabeth sich täuschen lasse«; Barnay hegte nicht die freund- Uchen Gefklnungen, die er ihr gegenüber zur Sch« trug.
Im erste« Lugenblick wollte Gruner nach Haufe zurückkehren, um Elisabeth zu warnen, aber «ach kurze« Bedenken besann er fich eines anderen.
Gr ging in- Kafe«.Theater, das auf derselbe« Flußseite lag, und speiste hier zu Abend; in» zwischen sandle er einen Boten in die Wohnung feine« Schwagers, der nach Verlauf einer Stunde der erhaltene« Lufforderung Folge leistend, fich ctafoab.
JuLöa, Mittwoch, den 31. Dezember 1902.
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29. Jahrgang.
dem fie bei Sylvesterpunsch stch in demselben Grade in eine übermüthige Stimmung versetzen, wie sie nachher, etwa um die Mittagszeit, mit einem fürchterlichen Jammer fich wiedersehen. Den Gottesdienst hat man natürlich verschlafen.
Und doch wäre nicht- nothwendiger, als daß gerade daS neue Jahr mit Gott angefangen wird. Der Jahrwechsel fällt in die Zeit der Geburt des W lterlöserS. Kann er noch eine Zeit geben, in der wir mehr daran gemahnt werden, eine geistige und sittliche Wieder- gebürt in u»S selbst vorzunehmen? Je ernstlicher wir uns selbst prüfen, unsere Thaten und Unterlassungen im alten Jahr überschauen, um so ernstlicher und eindringlicher muß e« uns ins Ohr klingen: Ein neuer Jahr — ein neuer Mensch! Keinem Zeitalter war eine geistigsittliche Wiedergeburt nothwendiger als dem uns- eigen. Für den einzelnen Menschen gilt daS ebenso wie für ganze Völker. Ma» spricht heute so viel von Reformen. Sie find gut, wenn fie der rechte« Ueberlegung dessen, waS noth thut, iunb nicht bloß einer sportmäßigen NeuernngSsucht entspringen. Nun wohl, refor- mtren wir vor allen Dingen unk selbst, und höre» wir nie auf mit dieser durchaus noth- wendigen und nützlichen Reform. Wenn immer mehr einzelne Menschen fich reformiren, dann ergiebt sich die Reform des Ganzen von selbst. ES ist ja eine alte Weisheit: nicht dir Zeiten find schlecht, sonder» die Menschen find «S, die in Urnen leben, Und so werden wir Alle, je unzufriedener wir mit der Vergangenheit im Allgemeinen und dem Jahre 1902 im Besonderen waren, um so mehr klug und weise handeln, wenn wir dahin trachten, daß wir bei der BUanz deS Jahres 1903 recht mit uns selbst zufrieden sei» könne». Ist dann auch nicht alle« erreicht, waS wir erhofft: wir haben doch unsere Schuldigkeit gethan, und mehr verlangt unser Herrgott nicht von unS, er, der nicht so den Erfolg wie gerade den guten Willen schätzt und belohnt. In diesem Sinne wollen auch wir »nS und alle« unseren Leser« wünschen
ein glückselige- neue« Jahr! r*
Berlin, 30. Dezember 1902.
* Zfrinz Leinrich vou Frentzen wird, so meldet der .Hannover'ich« Stornier', im Frühjahr 1904 den Vereinigten Staate« von Amerika einen zweiten Besuch abstatten, die Weltausstellung von St. LouiS besuchen und als Vertreter des Kaisers am 30. Mai 1904 der Enthüllung des deutschen Kriegerdenkmals i« Philadelphia beiwohnen, welche- der Kaiser dem deutschen Kriegerverein von Nordamerika zum Geschenk gemacht hat und das von dem Berliner »bett Wolff geschaffen wird.
X Aas Iamilienbranrs im sSchfischen ASnigshanse. Die sächsische Regierung hat jetzt amtlich durch die .Leipziger Zeitung' fest- gestellt, daß der Grund des Bruchs der Kronprinzessin mit ihrem Gemahl und dem Königs-
hause in seiner Entstehung ebenso, wir in seiner schließlichen Ausführung einzig und allein 'auf daS unerlaubte Verhältniß zurückzuführen ist, daS die Prinzessin mit dem Sprachlehrer Siron unterhielt. Wie daS amtliche Blatt bemerkt, ist dieser Thatbestand durch inzwischen aufgefundene Belege rc untrüglich nachgewiesen. Gegen die skandallüsterne sensationelle Presse der Heinzel- bündler usw. richten stch folgende weitere Bemerkungen des amtlichen Blattes: „Angesicht- deS Herganges, wie er fich thatfächlich vollzogen hat, müffen von selbst alle Gerüchte und Muth- maßungen in sich zusammenfallen, die in einem Theile der TageSpreffe anläßlich d«S bedauerliche» EreigniffeS verlautbart find, und stellen fich i» Sonderheit die auf vollkommener Unkenntniß der Verhältniffe beruhenden Behauptungen als der Wahrheit zuwider laufend dar, wonach die Kron- prinzefstn unter dem Druck eines fie beengenden Hofzeremoniells leidend, dazu getrieben worden fei, fich dieser Feffel» zu entledigen, wie denn auch daS weitere Anführen, daß ein inneres tiefes Zerwürfniß mit dem Kronprinzen und von dieser Seite erfahrene Unbilden den Anlaß zur Flucht der Kronprinzesfin geboten hätten, als ein durchaus unwahre- zu bezeichnen ist". Wie außerdem noch gemeldet wird, hat da- evangelisch-lutherische Landeskonsistorium in Dresden eine Verordnung erlassen, nach welcher die Kronprinzessin Luise fortan vom Kirchengebet au-zuschli eßen ist. — Mit der Angelegenheit hat sich am Montag der sogenannte Kronrath beschäftigt. Die Sitzung, an der daS Gesummt- Ministerium theilnimmt, leitete der König. DaS .Dresdner Journal' meldet amtlich: Nachdem der Kronprinz die Absicht kundgegeben hat, bie mit seiner Gemahlin entstandene Eheirrung auf gerichtlichem Wege zum AuStrag bringe« zu lassen, ist von dem König darauf gemäß § 12 Absatz 1 (ursprünglich Absatz 2) des Nachtrag- zum königlichen Hausgesetze vom 20. August 1879 zur Entscheidung dieser Eheirrung ein besondere- Gericht von 7 Richtern niedergesetzt worden, daS au- dem Präsidenten des Oberlandesgericht- und L vorwiegend mit Ehesachen beschäfttgten Ober- landekgerichtsräthen besteht. Auch über das Verfahre« hat der König besondere Vorschriften ge- troffen. Der Klageantrag roirb auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft gerichtet werden. (Bürgerliches Gesetzbuch § 1575.)
X Der Mikitiiretat ist, wie verlautet, al8 einer der letzten Einzeletats dem Bundesrath zu- gegangen. Möglicherweise kann der ganze Etat dem Plenum deS BundesracheS in seiner Sitzung am 2. Januar vorgelegt und alsdann an die ReichStagsabgeordneten versandt werden. Rach einer bisweilen offiziös bedienten Korrespondenz wird fich der ReichShanShaltsetat durchaus in den Üblichen Grenze» halte« und weder ein« »kleine Marinevorlage- noch auch größere Forderung«« für eine Kavallerieoermehrung bringen. Ebenso sei von einer angeblrch geplante» Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer in maßgebenden Streifen nichts bekannt. Wir wollen hoffen, daß eS so bleibt.
+ Die freisinnig Bereinigung bekommt von der Sozialdemokratie jetzt schon den Lohn für ihre Unterstützung der Singer-Bebel- scheu Obstruktion. In Danzig bekämpfen die Sozialdemokraten au« Anlaß der bevorstehenden
„®ie Sache ist richtig/ sagte Gruner mit gedämpfter Stimme, nachdem sein Schwager Platz genommen hatte; „bie beiden find miteinander verbündet, sie fitzen augenblicklich in der Restauration deS Hotel St. Gotthard und berochen."
„Unb was weiter?" fragte Griesheim barsch.
»Wir müssen ihre Pläne durchkreuzen."
„Sehr wohl, vorausg-setzt, daß wir «S »och können! Du hättest mich dem Manne nicht vor- stelle« sollen! Wozu war das Überhaupt nöthig?"
„Weil er Luzern nicht eher verlasse« wollte, bis er Dich gesehen hatte."
„Und nun?"
„Run wird er nicht abreifen I"
„So reife ich!"
»Ich wiederhole Dir, das wäre Thorheit. Die beiden würden Dir folgen —"
„Meine Frau wird mich begleiten."
„Hat sie es Dir zugefagt?"
„Sah, ich werde fie zwingen," sagt« Srieiheim höhnisch, „fie muß gehorchen, wen« ich befehle."
I« de« Augen Gruner- blitzte tS zornig auf.
»Du nimmst Dir zu viel Hera«-." erwiderte er, „von Deinen Launen »olle» wir, meine Schwester und ich, nicht abhängen."
„So lange Ihr von meiner Raffe abhängt, müßt Ihr Euch diesen Launen wohl fügen."
„Das geht zu wett! Bedenke «»hl, wa- —"
„Ich habe alles bedacht, wir reifen ab. Du magst hier bleiben; es ist mir sogar lieb, wenn Du unS nicht begleitest."
„Liegen die Dinge so? Bist Du meiner über- drüffig?"
„Ereifere Dich nicht," erwiderte Griesheim, ihm in die Rede fallend, „unlösbar sind die Bande, die unS aneinander fesselten, niemals gewesen. Wir können ja beide unseren Weg allein finden, und auf Deinen Rath lege ich keinen Werth."
„Und wenn ich mich nun mit jenen beiden Männern verbündete?"
„Bah, da- zu wagen bist Du zu feig! Du würdest in Drin eigenes Verderben hineinrennen."
„ES geschähe Euch recht, ließe ich Euch hinein» rennen," sagte Gruner verächtlich, „und ich würde es ohne Bedenken thun, wenn Deine Fra« nicht meine Schwester wäre!"
„Oder richtiger gesagt, wenn dadurch nicht Deine eigenen Pläne in die Brüche gingen 1" spottete Griesheim. „Richr auf uns nimmst Du Rücksicht, sonder« auf Fräulein Hallstädt; aber gelingen wird Dir diese- Projekt doch nicht."
„Da« sind meine Sachen; ich fordere Deine Hllse Nicht und darf mir also auch alle Glossen darüber »erbitten. Wie gejagt, ich sollte die Dinge ihren Gang gehe« lassen; aber ich will, trotzdem ich weiß, daß ich nur Undank ernten »»erde, mein m-zlichste- thun, um die Gefahr do« Euch abzuwenden."
„So? Und waS soll geschehen?"
„Könnte man die beiden verschwinden kaffe«, so wäre daS wohl das Einfachste."
„Ich danke, an solchen Geschichten betheilige tth mich nicht."
„Ich denke auch nicht daran; ich glaube ein bessere- Mittel gefunden zu haben, de» Agent,«
Reich-tag-ersatzwahl die freisinnig« Vereinigung mit so rücksichtsloser Schärfe, daß die .Danziger Zig.', ehedem da« Organ dl« Lbg. Rickert, deswegen Stein und Bein jammert. Auch in Kiel treffen di« Sozialdemokraten schon alle Vorbereitungen, um bei den nächsten Reichstags« wählen den bisherigen Abgeordneten, de« Professor Hänel von der freisinnigen Vereinigung, abzutakelu. In ganz Schleswig-Holstein geht die Sozialdemo- krati« auf« Schärfste gegen ihre freisinnige „Vorfrucht" vor. Die freisinnige .Kieler Zeitung' klagt: „Die terroristische Methode wird konsequent fortgesetzt und da« Ausrottungsverfahren immer rücksichtsloser in Aussicht gestellt- Mit solchen Mitteln muß die Sozialdemo- kratte doch die größten moralische« Eroberungen machen." — Wa« liegt der Sozialdemokratie an moralischen Eroberungen, d. h. an ein« guten Censur der freisinnig-liberalen Press«? Mandatseroberungen sind reeller.
+ Kim internationaler Sozialisienüon- firefi sollte im Jahre 1903 in Amsterdam stattfinden. Er ist jedoch jetzt auf den August 1904 verschoben worden. Die Verschiebung ist, wie der .Vorwärts' versichert, durch die Rücksicht auf die deutschen Wahle« veranlaßt.
* ASchst, 30. Dez. 1902. Sine Vertrauen-- männer-Bersammlung der CenlrumSpartei für den Wahlkrei- Höchst-Ufingen hat dem .Franks. BolkSbl.' zufolge am Sonntag Nachmittag dahi« stattgefunden. Nach eingehender Berathung wurde die Gründung eine- allgemeinen LentrumS • Wahlvereins beschlossen. GS wurde sofort ein aus 10 Herren bestehend« provisorischer Vorstand gewählt, welch« die »eitraen Schritte nach dies« Richtung unter« nehmen wird. Die konstituirende Versammlung wird innerhalb drei Wochen stattfinden. Be- sondere Berückstchttgung fand die Kandidaten- frage. Von allen Setten wurde hervorgehoben, daß der settherige hochverdiente Abgeordnete deck Wahlkreises, Müller-Fulda, die geeignetste Persönlichkeit gerade für unseren Wahlkreis fei, und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß derselbe in Anbetracht der Verhältnisse stch würde bewege» lassen, die Kandidatur wiederum anzunehmen. Eine dahingehende Resolution sand einstimmige Annahme.
X Kann, 29. Dez. 1902. Gestern fand hi« ein« Centrum« - Versammlung statt, in welch« der Abgeordnete Spahn seinen Wählern Bericht erstattete üb« die Zolltarifdebatten int Reichstage. Es waren außerdem die Abgeordneten Gutsbesitzer Pingen, Sanitätsrath Ruegen« berg und Professor Dr. Hauptmann anwesend und traten auch al« Redner auf. Die stark besucht« Versammlung spendete den Rckmem begeisterte« Beifall; sie bewies, daß di« Wähl« des Centrum« mit ihren Abgeordneten vollständig einverstanden sind, und daß die Wiederwahl btf Abgeordneten Spahn schon heute al« feststehend betrachtet werden kann.
* Dresden, 30. Dez. 1902. Da« Allgemein« befinden des Königs ist unverändert, die Schleimabsonderung ist noch bedeutend. Appetit und Kräfte find mangelhaft. Heute Abend trifft Geheimer Medizinolratb Professor Dr. Curschmann auS Leipzig zu einer Ronfultatio» ein. — Das «Dresdner Journal' schreibt: Nach dn heute er» folgten Abnahme des festen Verbände- beim
unschädlich zu machen. In einer Stunde reife ich mit dem Nachtschnellzuge nach Basel, morgen in aller Frühe bin ich wieder hier.
„Und waS willst Du dort?"
„Nur dieses Telegramm aufgeben."
Gr««« holte fein Notizbuch aus der Tasche und schrieb einige Zeilen nieder, die « darauf seinem Schwager zeigte.
„WaS willst Du damit bezwecken?" fragte Griesheim achselzuckend.
„Kannst Du eS nicht errathen?"
„Ja, doch, ab« Helsen wird eS nichts, und ist die Sache fehlgeschlagen, dann fällt der Verdacht auf u»S."
„Diesem Verdachte sollst Du vorbeugen. DaS Dienstmädchen muß glaube», daß ich bie Nacht üb« zu Hause gewesen bin, damtt fie es im Rothfalle beschwören kann. Du wirst baffe wohl sorge« können."
„Wenn es sein muß, all«bi»g-, aber ich sehe keine» Vortheil darin."
„Ansuchen wir eS wenigsten-."
„Advokat Barnay wird für ben Agenten in die Schranken treten."
„Er soll für sich selbst sorgen; wer für einen Andächtigen eintritt, d« macht fich selbst verdächtig."
Griesheim schüttelte zweifelnd das Haupt.
„Ich rathe Dir entschieden ab," sagte er; „Du bringst «nS nur selbst in Ungelegenheiten, denn auf uns wird alles zurückfallen. Wir steigern dadurch nur das Mißtrauen und ben Andacht, und sobald den beiden wieder die