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Wegen des hl. Weihnacht-festes wird Sie nächste Nummer nuferes Blattes erst am Samstag ausgegeben.
W Gloria in excelsis Deo!
Engelsstimmen haben er vor neunzehn Jahrhunderten verkündet, und die zagenden Hirten stimmten ein in das Gebet: „Ehre fei Gott in der Höhe !" — sie knieten nieder und beteten an. Wie bitter noth wendig ist jetzt unserer armen Zeit da«, war auf dem Felde in Bethlehem die ungebildeten, armen Hirten unter dem überwältigenden Eindruck der Offenbarung gefühlt und gethan haben! Wenn schon der Standergeuoffe jener Hirten und Arbeiter der Felder heutigen Tage«, von falschen Propheten verleitet, von allen Vertretern einer modern-heidnischen Wissenschaft unterstützt, feie Frage nicht nur aufwirft: „Wer ist Gott?" sondern klar und deutlich bekennt: „Es ist kein Gott, er gibt keinen Schöpfer, e« gibt keinen Erlöser!" — dann mag wohl ein tiefere« Mitleid mit seinen Nächsten den Christen ergreifen, al« e« die Betrachtung der leiblichen Noth hervorzurufen im Stande ist.
Wa« soll au« der Menschheit werden, wenn sie ihr Ziel nicht mehr kennen will? Wie elend und erbärmlich ist doch der Trost, den die neuen Volkrbeglücker für den Menschen übrig haben: „Mach'« hier auf Erden gut und schön — Kein Jenfcit« gibt'«, kein Wiedersehn I" Ein wenig Freude und Sinnenlust — eine Welt von Schmerz und Leiden und ge'stiger Unvollkommenheit und schließlich sechs Fuß Erde: wenn das Alle« ist, o wie genügsam müssen doch die Anhänger dieser Propheten sein, die ohne einen Gott und ohne einen Erlöser etwas Halbweg« Vernünftige- aus diesem Erdenleben für Kopf und Herz herausschälen wollen!
Es ist zuerst den Hirten gekommen, da« neue Soangelium, den Armen, die im steten Felde zu nächtlicher Stunde ihres Amtes walteten; und dann erst verkündete der Stern den Königen au« dem Morgenland« die frohe Botschaft. Wie unendlich tief ist der Sinn dieser Reihenfolge, angewandt auch auf unsere Zeit und alle Zetten! Die Armen und Bedrückten, die der Heiland späler so oft zu sich rief, um ihnen zu helfen, hat er schon al» Kind in der Krippe zuerst vor allen andern beglückt mit der Botschaft de« Heiler, und die armen Fischer am See Genesareth wiederum waren di« ersten Jünger, berufen, die neue Lehre de« Heil« über den ganzen Planeten zu verbreiten.
Zwei ernste Lehre« liegen i« diesen Thaten der Vorsehung: Eine für die Armen, eine für die Besitzenden. Für die Arme» ist es rin unendlicher, ja der einzige Trost, daß hie- »jeden nicht Alles endet, und daß ihnen überreichlicher Lohn im Jenseits verheißen ist. De» Besitzende» aber ist es eine eindringliche Mahnung, nie zu vergessen, daß auch ihr Besitz, und wäre er Milliarden schwer, nur eine einzige Gabe der Vorsehung ist im Vergleich zu dem, waS
Die Wacht des Geldes.
Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.
LS ------ (Nachdruck verboten.)
Im Gedränge sah Gustav den Agenten wieder an seiner Seite; er wollte eben di« Frage c» ihn richten, welchen Weg er rinschlagen müsse, um den „Schweizerhof- zu erreichen, als er bemerkte, laß fei» Begleiter plötzlich mit sichtbaren Zeichen der Bestürzung stehen blieb.
„Roderich Grietheim!" sagte der Agent mit Leiserer Stimme; „ich lass« mich köpfen, wenn er e« nicht ist!"
„Roderich Griesheim!" wiederholte Gustav erstaunt, indes fein Blick starr auf dem Gatten Elisabeths ruhte, der höflich grüßend ihm näher trat.
„Verzeihen Sie, mein Herr, Sie nannten den Namen meines verstorbenen Bruders," wandte Griesheim sich an den Advokaten; „Sie waren wohl mit ihm befreundet?"
„Ich muß gestehen, daß diese Aehnlichkeit mich frappirt," erwiderte Gustav. „Allerdings kannte ich Ihren Bruder, aber sein Freund bin ich nie zewese». Ich bin Rechtsanwalt Varnay — vielleicht haben Sie früher schon «einen Namen gehört?"
Ein Lächeln der Geringschätzung glitt flüchtig über da« Antlitz Griesheims.
„Ich erinnere mich allerdings, wenn auch nur dunkel," entgegnete er. „Wen» ich nicht irre, haben Sie vor einiger Zeit an meine Frau ge-
mit ote* trirte Sonntags •Zeitung*, ,Julda(
Jut-a, Mittwoch, bi
Gott a» den Aermften mit einem Hauch seines OdemS durch die Gnade vollbringt.
Solange die Geschichte zurückreicht, find Hunderte von Kämpfe um irdischen Besitz geführt worden, ehe einer um ideale Güter entbrannte. Dar heilige Christkind mußte di- Bedürsnißlofig- keit, die Entsagung, das Leiden durch sein ganzes Leben die Menschheit lehren; es wollte durch dieses Leben und Seifet» zeigen, daß das irdische Leben allein keine« Werth habe. „Du sollst Sott, deine« Herrn ehre« und ihm allein diene«- — damit hat Jesus in der Wüste de» Versucher verscheucht. Derselbe Versucher hat nie geruht, de« Mensche« vo« diesem Pfade abzulenken, Millionen- und aber Millionen Mal ist die Sünde des ersten Menschenpaares wiederholt worden. Und doch wird allein in dieser Erkenntniß das Heil feer Menschheit beruhen, daß Gott allein die Ehre gebührt, daß das letzte Ziel und End« des Menschengeschlechter ist, durch sein ganzes Leben und Handeln den Sang der Engel zur Wahrheit zu machen: „Gloria in excelsis Deo!“ «hre sei Sott in der Höhr und Friede auf Erden den Menschen, die eines gute« Wille«? find! r nr .
Und damit wünschen wir unser« Lesern ein röhliches, glückseliges Weihnachtsfest!
Berlin, 23. Dezember 1902.
h Der neue Aeichretat wird der ,Nat. Ztg/ zufolge dem Reichstage erst in der zweiten Hälfte das Januar zugehen.
4- DieGewerveste»«» i«Hf-e»ße« brachte im Jahre 1901 32,6 Millionen Mark ein gegen 20 Millionen Mark im Jahre 1893. In dem- selben Zeitraum« vermehrte sich die Zahl der Steuerpflichtigen von 439,000 auf 541,000. I« beiden VergleichSjahren fielen mit geringen Ver- schiebungr» auf die 1. Klaffe 1, auf die 2. Klasse 2, die 3. Klaffe 16 und die 4. Klaffe 81 pCt. der Steuerpflichtigen. Obenan steht das Rheinland, dann folgt Berlin, die letzte Stelle nimmt Ostpreußen ei«. Verhältnißmäßtg die meisten Gewerbesteuerpflichtigen hat jedoch Berlin, wo sich besonders eine starke Zunahme der Großbetriebe auf Kosten der kleinen zeigt.
+ Die NSrseusteuer ist, wie die halbamtlichen, aber auch von der Hoffnung beeinflußten ,B«l. Pol. Rachr/ mittheilen, im Reichshaushalts- plan für 1902 mit 33,1 Millionen Mk. veranschlagt gegen 33,5 im Voranschlag von 1902. Im Etat für 1901 war sie mit 53,8 Millionen Maik angesetzt worden, die Wirklichkeit täuschte aber diese Erwartung. Allein die Werthpapiersteuer war damals mit 33,3 Millionen Mark veranschlagt, jetzt nur noch auf 19.8. Die genannte Korrespondenz glaubt daraus schließen zu können, daß die Erhöhung der Börsensteuer im Jahre 1909 ein Fehlgriff war. Sollte in Regierung«!« sen wirklich unbekannt geblieben fein, wie große Steuerhinterziehungen gerade bei der
schrieben. Kommen Sie in dieser Angelegenheit hierher, so sage ich Ihnen voraus, daß Sie nichts ausrichten werden."
,Jch denke nicht daran — die Angelegenheit ist längst vergessen. Ich werde mir aber dennoch die Ehre geben, Ihrer Frau Gemahlin meine Aufwartung zu machen."
Der Agent schritt kopfschüttelnd von dannen; er blickte im Wettergehen sich noch einmal nach Griesheim um.
„Gehört der Herr zu Ihnen?" fragte der letztere.
„Rein," antwortete Gustav in unbefangenem Tone. „Ich sah ihn vorhin auf dem Boot und meine freilich, ihm früher schon begegnet zu sein, aber mit Sicherheit kann ich mich dieser Begegnung nicht erinnern, und der Mann interesfirt mich auch zu wenig, al» daß ich mir seinetwegen den Kopf zerbrechen möchte. Sie gestatten mir wohl, daß ich mich jetzt in« Hotel verfüge, um Toilette zu mache» —"
„Welche« Hotel haben Sie gewählt?"
„Den Schweizerhof."
„Wir stehen bereit« vor ihm," sagte Griesheim, auf ocs stattliche Hotel zeigend, bann entfernte er sich grüßend.
Rasch durchwanderte er die Straßen, bi« er seine Wohnung «treibt hatte.
Da« Hau», in welche» er ein trat, war äußerlich ziemlich unscheinbar, im Innern aber sehr elegant und geschmackvoll eingerichtet; die Ausstattung eine« jeden Raumes zeugte von der Wohlhabenheit der Bewohner.
n 24. Dezember 1902. _________
her davon schweigt, wundert une gerade nicht; die großen Berliner Blätter sind ja meistens mit der Börse zu sehr verwandt und verschwägert, anderen Blättern aber fehlt zumeist eine genauere Kenntniß der einschlägigen Verhältnisse. Vielleicht hört man aber demnächst im Reichstage Einige» über diese Dinge.
4- Der Landtag« -Avgeorduet« Dr. Atttrich, Professor am Lyceum Hofianum i» Braunsberg, hat einen Ruf an die neuerrichtete katholisch-theologische Fakultät der Universität Straßburg erhalte«. Unseres Wissens ist mit dieser Berufung keine Beförderung verbunden, so daß Herr Pros. Dr. Dittrich, eines der ge- geschätztesten Mitglieder der CentrumSfraktion deS preußische« Abgeordnetenhauses, einer Neuwahl sich nicht zu unterziehen braucht.
+ Die Dleichstagversatzwahl im Lieg- nitzer Wahlkreise hat mit einem großen Erfolge der freifinnige« Volkspartei, feie auch vom Centrum und feen Konservative«, aber nicht vom Bunde der Landwirthe unterstützt wurde, über feie Sozialdemokraten geendet. Pohl (fress.) erhielt 17491, Bruhns (Soz.) 5400 Stimmen. — DaS sozialdemokratische „Volksgericht" über die Partei des „BerrätherS" Eugen Richter ist also überaus kläglich ausgefallen.
si, Aeiue „Ileischaoth" «ehr. In Berlin find die Fleischpretse, besonders für Schweinefleisch, jetzt durchweg um 20—30 Prozent herab- gesetzt worden. Für feen Militärbedarf habe« Berliner Schlächter Ochserfleisch zu 48 Pfennig, Kuhflessch zu 47 Pfg. das Pfund, Schweinefleisch zu 59 bis 601/» Pfg. angeboten. Trotzdem entsprechen auch diese ermäßigten Preise, wie der .Vorwärts' betont, noch nicht feem Rückgänge in fee« Viehpreisen.!
X Der Mmefe der Landwirthe «ad die Konservative«». Es ist kein Zweifel, daß feie leitenden Männer auf beiden Seite« zur Zeit keine Trennung zwischen feem Bunde der Landwirthe und feen Konservativen wünschen. Die Konservativen fühlen nicht feie agitatorische Kraft in sich, feie nöthig wäre, um der skrupelhaften Krmpfeswetse feer Bündler entgegen zu treten, und sie fürchten daher einen Verlust von Wählern. Der Bund feer Landwirthe dagegen hat gemerkt, daß große und einflußreiche Theile seiner Anhängerschaft doch noch zu sehr an der alte« konservativen Fahne hängen, als daß er jetzt schon hoffen könnt«, diese de« konservativen zu entreißen und mit den Antisemiten zu der erstrebten Agrarpartei zu vereinigen. Der gute Wille ist also einstweilen auf beide« Seiten noch vorhanden, feie bisherige Einigkeit, so gut oder so schlecht als es gehen will, noch einige Zeit zu bewahre«. Trotzdem gibt es aber immer wieder Anlässe zu neue« Reibungen, die die Einhaltung aller guten Vorsätze auf die Dauer sehr schwer machen würden. So hat feer Bundesdirektor Dr. Hahn in Braunschweig am letzten Samstag folgende Aeuße- rung gegen feie Konservative» gethan: „Mit Leute», welch« feie Uniform fees Bundes tragen, aber von feer Fahne weichen, wenn str ihre Treue zeigen sollen, können wir keine Gemeinsamkeit haben. Die deutsch-soziale (antisemi- tische) Partei hat sich dem Bunde bis zuletzt treu erwiesen, in feer konservaliven Partei gibt es aber Männer, feie sich wohl konser-
Elisabeth befand sich im Wohnzimmer, das ihr Bruder mit großen Schritten durchmaß.
„J.tzt ist er selbst gekommen; er wird sogleich hier fei»," sagte Griesheim erregt. „Abweisen ließ er sich nicht — bereitet Euch also darauf vor, ihn zu empfangen.
„Bon wem redest Du?" fragte Elisabeth ausblickend. „Wer wird hierherkommen?"
„Der Advokat Varnay!"
„Und wer hat Dir das gesagt?" erwiderte Gruner, der mit unverkennbarer Bestürzung stehen blieb.
„Er selbst."
„Drücke Dich etwas deutlicher aus," sagte feie junge Frau unwillig; „Du weißt ja, daß ich nicht liebe, Räthsel zu lösen."
„Es ist rasch berichtet," antwortete Griesheim achselzuckend. „Ich stand an feer Landungsbrücke, als das Boot an kam. A» nichts Böses denkend, lasse ich die Passagiere an mir vorbeigehen. Da wird plötzlich mein Name genannt; trh sehe zwei Herren vor mir flehen, feie mich so starr anglotzen, als ob sie ein Gespenst sehe«. Ich erkannte sie gleich — feer eine war der Advokat Varnay, der andere feer Agent der Versicherungsgesellschaft, Sie waren ganz stumm über meine Aehnlichkeit mit feem verstorbenen Bruder."
„Rahn ich mir denken," brummte Gruner spöttisch. „Sie haben Dich angeredet?"
„Ich that's, um ihnen zu sagen, daß id nicht Roderich Griesheim sei."
„Und wie «ahmen sie das auf?"
„Der Agent erwiderte nichts, Varnay aber sagte mir, er werde meine Fra» besuche«. Zwar
29. Jahrgang.
vativ nennen, es aber nicht sind, »ernt te ihre konservative Gesinnung bethätigen sollen." Die konservative .Kreuzzeitung' sieht in diese« Worten die Aufforderung, die Verbindung mit der konservativen Partei zu brechen und sich eng an die antisemitische Partei anzuschließen; fte meint, die beiden anderen Mitglieder des engere« Bundesvorstandes, feie mit Dr. Hahn feen vitt- besprochenen Aufruf unterzeichnet haben, nämlich feie Abgeordneten Freiherrn von Wangenheim und Dr. Röficke, würden nicht umhin könne«, zu der Braunschweiger Rede Dr. Hahns Stellung zu nehmen. An einer andern Stelle führt die .Kreuzztg.' eine längere Polemik gegen feen Bund feer Landwirthe. Sie weist nach, daß auch dieser nicht an seinen ursprünglichen Forderungen festgehalten hat, und sie verzeichnet mit Name» 48 Mitglieder des Bundes feer Landwirthe, )ie im Reichstage für den Zolltarif gestimmt haben, darunter feie angesehensten Landwirthe, während gegen de« Zolltarif nur 25 Mitglieder des Bunde- der Landwirthe, von welchen 9 keine Landwirthe find, gestimmt haben. Sie bemerkt dazu: „ES muß jedenfalls auf das äußerste befremdend wirken, daß der engere Vorstand des Bundes der Landwirthe sich für berechtigt hält, gegen di« Mehrzahl der seiner Organisation angehörigen Reichstags - Abgeordnete« und gegen so zuverlässige und erfahrene, für baß Wohl der Landwirthschaft schon lange vor Bestehen des Bundes besorgte Männer zum Kampfe aufzufordern, während unter denjenigen Bundes« Mitgliedern, di« gegen de« Zolltarif gestimmt habe«, nicht weniger als neun waren, die keine Landwirthe find." Die .Krevzztg.' schließt an ihr« sehr ausführliche Widerlegung der bündlerischen Anklagen die Bemerkung, daß sie ihre Aufsätze gegen den Bund der Landwirthe zum Press« vo« 56 sf für j« 100 Exemplare versende. Darangeht also klar hervor, daß trotz des Bestreben-, feie äußerliche Einigkeit noch aufrecht zu erhalten, feie konservative Partei bereits so weit ist, daß sie sich genöthigt siebt, durch Flugblätter feie Abwehr gegen fee« Bund der Landwirthe zu betreiben.
V cheh-iMhuttung feer e«erve«wk luguug. Im Landtage ist darüber Klage geführt worden, daß feie vielfach übliche Veröffentlichung der Kreisabgabenberechnungen durch feie Kreisblätter unter Umständen feie durch das Einkommensteuergesetz bezweckte Geheimhaltung feer Einkommensteuerveranlagung in Frage stelle« könne. Dies sei insbesondere in derjenigen Fällen zu befürchten, in denen ein selbständiger Gutsbezirk ganz ober boch zum größten Theile im Stgenthum einer Person stände, do hier auS dem Kreisabgabensoll des Gutsbezirk feer auf fee» Gutsbesitzer entfallende Ei»kommensteuerbetrog sich ganz ober annähernd ersehen lasse. Die hx sslgedeffen veranstalteten Erhebungen haben nur» ergeben, daß thatsächlich ein Bedürfniß anzuerkennen ist, feie Geheimhaltung feer staatlichen Einkommensteuer- Veranlagung in erhöhtem Maße i« denjenigen Fällen ficherzustelle«, wenn eine Veröffentlichung feer Abgadebe träge durch daS Kreisblatt erfolgt. Ein Erlaß feer Minister beS Innern und bet Finanzen orbnet demzufolge an, daß von einer Veröffentlichung bet auf die einzelnen Gutsbezirke entfallende» Kreis«
fügte er hinzu, et habe feie frühere Angelegenheit vergessen, aber ich traue ihm nicht, vielmehr, glaube ich oermutfeen zu müssen, daß er nur hierher gekommen ist, um unS zu verfolgen."
„Bah, waS will er unS anhaben!" sagt« Gruner verächtlich. „Wir sind in feer Schweiz."
„Das will nichts heißen," unterbrach Griesheim ihn; ich halt« es für rathsam, daß wir sofort abreisen. "
„Um ihnen zu beweisen, daß wir ein schuldbeladenes Gewissen haben?" fragte Elisabeth. „Das wäre die größte Thorheit, die wir begeh« könnten. Ich fürchte feen Advokaten nicht — laßt mich nur mache», et soll seinen Zweck nicht erreichen. Ich werde ihn empfange«, und wen» er wieder fortgeht, dann weiß ich ganz genau, was ihn hierher geführt hat; dann aber ist e» immer noch früh genug, unser weiteres Verhall« in dieser Angelegenheit zu berathen."
Gruner nickte zustimmend.
„Elisabeth hat recht," sagte er; Flucht wäre Thorheit und für uns selbst gefährlich. UeberdieS würde dadurch mein Plan durchkreuzt —"
„Was liegt mir a» Deinen Plänen! fuhr Griesheim auf. „Du kannst ja feier bleib«, wen« es Dir beliebt."
„Ich würde mich auch nicht dazu verpflichtet fühlen, Deine Erlaubniß dazu einzuholen," spottete Gruner, „ich gehe meinen eigenen Weg unfe möchte niemandem rathen, mir entgegentrti« zu wollen."
„Wir werden sehe», wie well Du auf diesem Wege kommst!" sagte Griesheim achselzuckend. „Wollt Ihr auf einen vernünftigen Rath nicht