MldaerMZeitung
mit dei BtiUflti
29. Jahrgang.
■8 295
wirten Äofcott
i« der Zollstage zu einem vernünftigen jAusgleich der verschiedenen Interesse kommen möge; «tr wünschen die- um so mehr, als mir für unsere Person ausrichüge Freunde der Kanalpolitik Md. Aber die Kartellpoltttt als dauernde politische Einrichtung wird uns dadurch nicht schmackhafter gemacht, daß sie mit der Zett den Namen wechselt. Was die nächsten RetchStagSwahlen angeht, so möchten wir steüich wünschen, daß jede unnöthige Verfeindung der Ordnungsparteien vermieden wird. Wir find aber der Anficht, daß das Cent rum schon im ersten Wahlgange für die Bewerber anderer Parteien stimmen sollte, wen« eS selbst keine oder nur geringe Aussicht hat. mit einem eigenen Kandidaten durchzudringen. Bei den Hauptwahlen ist eS im Allgemeinen bester, wenn die Parteien, die durch große gründ- sätzliche Meinnngsverschiedenhetten oo« einander getrennt find, auch getrennt Vorgehen; sie werden dann eher alle ihre Wähler heranziehen könne«. Die Sozialdemokraten pflegen überall eigene Kandidaten aufzustellen, um dadurch ihre Gesummt- stimmenzahl zu vergrößern. Auch das Zentrum sollte in möglichst viele« Wahlkreisen selbständig vorgehe», um zu zeige«, daß es sich mit seiner Wählerzahl nor den Sozialdemokraten nicht zu schämen braucht. Erst bet den Stichwahlen, hier aber auch um so allgemeiner auf der Grundlage vollster Gegenseitigkeit, sollte man darauf sehen, daß möglichst überall die Ordnungevarteien zusammengehen. Im übrigen bleibt es für dar Eentrum das beste, seine Selbständigkeit ungeschmälert zu bewahren. Jede Einfügung in «in Kartell würde gerade bei de» Centrum einen Verzicht auf seine gerechtesten und nothwendigsten Forderungen bedeuten. Solche all» gemeine Abmachungen bewirken gewöhnlich nur eine Versumpfung des politischen Lebens, und fie find überflüssig, soweit nur eine Verständigung in einigen großen Fragen erstrebt wird. Hier wird, soweit wirthschaftliche und soziale Gegensätze in Frage kommen, das Centrmn ohnehtn stets für eine Verständigung auf mittlerer Linie thätig fein. Im übrige« wird es nach wie vor alle politischen Fragen rein sachlich prüfen und danach von Fall zu Fall seine Entscheidung treffen. An dieser bewährten Grundlage seiner Politik wird das Eentrum auch in Zukunft sesthalten.
der größten Schlauheit verübt worden. Waa hier geschehen mußte, daS hätte derzeit sofort geschehe« sollen; jetzt ist es wahrscheinlich yt spät."
• Da« Gesicht des korpulenten Herr« färbte sich immer du«kler; für die ent,ück«»de Schön, hett der Landschaft ringsum hatte er in dieser Stunde keine Auge«. _
„Liefer« Sie mir nur eine« schwache« Be>. weis," sagte er erregt, „dann »ollen wir sehen, ob eS schon zu spät ist und ob gar nichts mehr geschehe» kann."
Diese» Beweis zu finden, ist eben z« schwierig," erwiderte der Advokat finaend; „indessen »et weiß, ob nicht et* günstiger Zufall mir zu Hllfe kommt. Wisse» «ie, wo Madame GrieShetm jetzt wohnt?"
„Habe keine Ahnung davon!"
„In Luzern."
„Ah - ah, also deshalb
„WaS wollten Sie sage«?- fragte Gustav, als der Agent stockte.
„Na, ich denke mir. Sie reisen deshalb »ach Luzern?"
„Und wenn dem so wäre, »Ürden Sie sich, um mich t« meine« Bemühungen nicht z« hindern, meine« Anordnungen fügen?"
„Ich würde Sie »ach Kräfte» unterstützen!"
„Gut. Wo »erden Sie logiren?"
„Im Hotel Rigi."
„Dann gehe ich i» de» „Schweizerhof." Da wir beide den Leute» persönlich bekannt find, so —"
„Ich verstehe," nickte der Agent. „Gruner wohnt also auch in Luzern?"
JHe Macht des Geldes.
Kriwbmk-Roman von Arthur Eugen Simso«.
18 ---(Nachdruck verboten.)
„Sir machen wohl auch nur d»e Vergnügungsreise?" fragte der Advokat nach einer Pause. Od»r bat diese Reise noch einen ander« Zweck?"
„Wüßte nicht, welchen!"
„Hm, Sie tii»te« ja einem Verbrecher nachreise»!"
„Nnfisn, wie sollte ich dazu komme»?"
„Sie sind ja General • Agent einer Verficht- rungS-Gesellschaft; sollte Ihnen da niemals em« sank Sache vc'gekommen sein?"
„Bis jetzt gottlob noch nicht!"
„Dann kö:ir;en Sie von Glück spreche». ApropoS, erinnern Vie sich noch der Griesheim'sche» An- gelegenheil? Ich war seiner Zett in dieser Sache einmal bet Ihne« —"
„Um Arrest aus die VerfichrrungS- Summe zu leg«»." unterbrach ihn der Agent, während er de» Becher von feiner Feldflasche abschraubte; „aber der Bogel war schon ausgeflogen und Sie fanden da§Rch leer. Ei» Kirschwaffer gefällig?"
„Ich danke Ihnen."
„Ra, ein kräftiger Schluck ist auf der Krise immer zu enrHrhlen, Herr Doktor —"
„Mag fei«, aber ich trinke niemals Branntwein."
„Dann nicht!" sagte der Agent lakonisch, »ährend er de» Becher wieder anfschraubte. „Jur bin damals iw der GrieSheim'schen Angelegenheit auch über's Oy: gehauen ward«."
FabrikationSzweige der Sise« - Industrie eine Besserung; namentlich hob fich die Ausfuhr von Schienen. Die Ausfuhr landwirthschaft- licher Erzeugnisse ging zurück; ihre Einfuhr nahm dafür, und zwar in noch höherem Grade, zu. DaS letztere gilt auch für Vieh- und Fletsch — eine Thatsache, welche wieder ein. mal zeigt, daß die Klagen der sozialdemokratische« und freihändlerische« Presse Über zu große Beschränkung der Vieh- und Fleischeinfuhr jeder Begründung entbehre«.
+ Die Aonservaliverr erschrecken wirklich vor ihrer eigenen Tapferkett gegen de« Bund der Landwirthe. Sowohl Graf Limburg- Stirum wie Graf Mirbach habe« dieserTage in konservativen Versammlungen BeruhigungS- Pülverchen verabreicht. Die Bundesführer hole» fich inzwischen „Vertrauensvoten" von ihrer @e« fslgschaft. Sie werden in diesem häuslichen Zwiste jedenfalls auch das letzte Wort behalte».
X Per Mmtd bet Landwirt-« hat in einer Versammlung in Köln am Sonntag dem Eentrum den Krieg erklärt, zugleich aber auch dem Rheinische« Bauernverei« und insbesondere dem Grafen Spee, dem Vorsitzenden desselben. Rur die .Rheinische Volksstimme', daS angebliche Organ deS Bauernvereins, erhielt eine gute Crnsur von dem Provinzialvorfitzende« Limbourg, der neben dem Rbg. Dr. Hahn der Hauptsprecher der Versammlung war. Somit ist erwiesen, daß die .Rhein. Volks stimme' nur noch als ein Organ des Bundes der Landwirthe zu betrachten ist. Falls das Blatt gezwungen würde, eine andere Haltung anzunehmen, so würde der Bund ein Gegenorgan gründen. Der Bund will außerdem nur für solche Reichstagskandidaten stimmen, die fich auS« drückltch auf die Forderungen des Bundes verpflichten. Das Eentrum wird selbstverständlich auch in Zukunft fich vom Bunde der Landwirthe keine Bedingungen vorschreiben lassen Die Drohungen des Bundes nehmen wir gelassen hi«; fie st»d uns nur ein Beweis, daß das Ce«. trum die richtige Mittellinie etngehal« te« und neben de« Interessen der Landwirthe auch diejenigen der Arbeiter nichtunberücksich- tigt gelassen hat. Wir nehme« den Handschuh auf und werden zeigen, daß »ir ebenso »le gegen die städtische, so auch gegen die ländliche Sozialdemokratie, die sich „Bund der Landwirthe" nennt, zu sechten wissen.
X @i* Aonllrrrrenzlanb bet deutsche» Lnnbwtrt-sHnft, daS jetzt noch wenig beachtet wird, in absehbarer Zeit aber eine sehr große Bedeutung erlange« wird, ist. Kana da. Der kanadische Premierminister Sir Wilfried Santi« erklärte' vor einiger Zett stolz, daß Kanada sehr bald in der Lage sei« »erde, den gesummte« Weizenbedarf Großbritanniens zu decken. Das ist keine Uebertreibung, Kanada wird sogar für den europäischen Festlandsbedarf in Betracht kommen, wenn man bedenkt, daß Kanada erst 3,8 Millionen Acres bebautes Weizenland hat, aber noch mindestens 100 Millionen Acres deS besten unbebauten Weizen« bodenS besitzt. Auf jenen 3,8 Millionen Acres erzeugte eS bei der letzten Ernte etwa 110 Millionen BushelS, wovon 60 Millionen exporiivt
Kartellsehnsucht
kommt i« einem Artikel der freikonfervativen .Post' und mit demselben Gedankengang, ja thell- weise wörtlich übereinstimmend in einem Aufsätze des ehemaligen SeehandlungSpräfidenten und frei- konservativen LandtagSabgeordnelen Frhr. von Zedlitz- Reukirch zum Ausdruck. Dieser ist also wohl auch der Verfasser oder doch der geistige Urheber deS Artikels in der,Post': Die große Mehrheit, die fich im Reichstage auf de« Antrag Kardorff und daS Zollkompromiß ver- einigte, hat ihm den Gedanken eingegeben, die Verständigung der Mehrheitsparteien des Reichstages auch auf die nächsten Reichstags- und preußischen Landtagswahlen auszudehnen und zu einer dauernde« Einrichtung zu mmhen. Er meint, es wäre beinahe politischer Selbstmord, wenn die Parteien, welche soeben im Reichstage Schulter an Schulter einen Kampf auf Tod und Lebe« gege« die Sozialdemokraten und ihre Verbündeten durchgefochten haben, fich zum Ruhen ihrer gemeinsame« Widersacher gegen- fettig bekämpfe« würde«.
Die Gefahr einer gegenseitigen Bekämpfung der konservativen Parteien, des EentrumS und der Rationalliberalen sieht er besonders in einem Wiederaufleben der Kanalfrage in Preußen. Obwohl die gegenwärtige schlechte Finanzlage und der starke Rückgang im Eisenbahnverkehr die denkbar ungünstigste Zeit für das Zustandekommen einer Kanalvorlage wäre, könne man doch zehn gegen eins wetten, daß in der nächste« Tagung eine große Aktion inszenirt werde« wird, nur zu dem Zwecke, eine« fcharfen Zusammenstoß zwischen der Regierung und de« Kanal- frmmden in den BerständigungSparteie« einerseits und den Kanalgegnern in diesen Parteien anderseits herbeizuführen."
Herr v. Zedlitz empfiehlt hiergegen daS Miqnelsche „Beug vor", d. h. eine vorher- gehende Verständigung zwischen den genannte« Partei«« u«d der Regierung auch Über die Kanalfrage. Sein Vorschlag schließt mit folgenden Worten: „Ich rechne für dieses taktische Manöver vor allem auch auf daS Eentrum, das di« Konservativen in der letzten Kanalkampagne so meisterhaft gedeckt hat und durch seine freiere Stellung zur Kanalsrage in den Stand gesetzt wird, bet deren sachgemäßen Behandlung in der nächsten Landtagssesfion eine ebenso entscheidende und verdienstliche Rolle zu spielen, wie bei der Verständigung Über die Zolltarissorlage."
Wir habe« natürlich keine Ursache, dieses Lob deS Herrn v. Zedlitz abzuwehren. Wenn es sich «m weiter nichts handelte, als um eine Verständigung in der Kanalfrage, so würden ro‘r auch gern die gute Absicht des freikonservativen Führers anerkennen. Aber wir sürchten, daß die Pläne d«s Herr» v. Zedlitz etwa? »etter aus« greife*, als uns gefallen kann. Gewiß wünschen auch wir, daß eS in der Kanalfrage ebenso wie
Berlin, 22. Dezember 1902.
+ Der zünndesrath wird, rote man hört, bereits am 2. Januar feine nächste Plenat-Sitzung abhalten. — Die viel umstrittene Novelle zum Börsengesetze ruht, rote neuerdings verlautet, feit einem halben Jahre im Handels-Ausschüsse deS BundeSrathrS. Derselbe OffiziosuS versichert, es fehle bisher an jedem Anzeichen dafür, daß die Regierung die Absicht habe, die Novelle zum Börsengesetze dem Reichstage noch in der laufenden Tagung vorzulegen. Man kann das in aller Ruhe ab warten.
„Inwiefern?"
iNa, der Schwager Griesheims versprach mir. die Koulanz unserer Gesellschaft öffentlich in den Zeitungen anerkennen zu wollen; aber von -inet solchen Anerkennung habe ich bis heute »och nichts gelesen."
„Ist ihm auf dieses Versprechen hi« die Summe auSbezahlt worden?"
„Wenigstens hat das Versprechen die rasche Auszahlung bewirkt. Die Direktor« i dachten an ö«n Erfolg der Reklame und zur Verweigerung der Zahlung war kein Grund vorhanden."
Darüber ließe fich doch streiten."
„Ich bi« ja vorher bei dem Doktor Kleinschmidt gewesen; er hat mir attefürt, daß Griesheim eines natürliche« Todes gestorben ist."
Gustav warf einen prüfende« Blick .auf die Leute, die in seiner Nähe saßen.
„Sprechen Sie etwas leiser," sagte er; „man kann nicht wissen, ob ein unvorsichtiges Wort hier nicht offene Ohren findet. Der Doktor Kleinschmidt konnte auch »ach meiner Ansicht ein solches Attest nicht auSstelle»; et hatte de» plötzlich Erkrankten nur einmal und zwar flüchttg gesehen, die Leiche aber nicht besichtigt."
ifber Al.ent sah ihn betroffen an.
„Sie hegen doch keine« Verdacht?" fragte er.
„WaS könnte dieser Verdacht u«S jetzt »och Helse»? Besser wäre eS gewesen, fie hätten damals die Zahln»g des Geldes hinausgeschoben und gerichtltche Besichtigung der Leiche' verlangt." Der Agent schüttelte ablehnend das Haupt. „Dazu lagen keine Gründe vor," sagte er, und unserer jungen Sesellschaft konnten diese Schwierigketten nur Schaden bringen. Ich habe
* Die von Sachse« hat
ihren Satten vetla,sen, und zwar schon vor acht Tagen. DaS amtliche .Dresdener Jour.' meldet am Montag aus Dresden: „Die Frau Kronprinzessin hat in der Mcht vom 11. auf de« 12. ds. Mts. t» einem anscheinend krank- hasten Zustande seelischer Erregung Salzburg plötzlich verlassen und fich unter Abbruch aller Beziehungen zu höchstihren hiesigen Angehörigen inS Ausland be- geben. Am königlichen Hofe find für diesen Winter alle größeren Festlichketten abgesagt wor- den, auch der NeujahrSempfang wird nicht stattfinden." Nach einer Meldung der »Franks. Ztg.' ist die Kronprinzefftn in Begleitung ihres Bruders, deS Erzherzogs Leopold abgereist. Bekanntlich hat der Kronprinz von Sachsen vor einige» Wochen auf der Jagd den Fuß gebrochen und liegt noch krank in Salzburg. Die Kronprinzessin von Sachsen, Luise Antotnette Mario, ist eine österreichische Erzherzogin, geb. 1870 am Settantag. Sie ist eine Tochter zweiter Ehe des frühere« SroßherzogS von Toskana Ferdinand IV. und seit dem 21. November 1891 mit dem Prinzen Friedrich August vermählt Der Ehe find vier Kinder entsproffen, 3 Knabe« und ein Mädchen.
+ Die Bewegung gegen da» AueC greift jetzt auch nach Italien hinüber. Am Sonntag hielt in Rom die neugegründete Anti- d u e l l. L i g a ihre erste Versammlung ab. Zahl- »eiche Mitglieder der Aristokratie, des Senats uns der Kammer waren erschienen. Referent war ein bekannter katholischer Schriftsteller, MarquiS CriSpolti, der fich namentlich auch auf die Bestrebungen des deutschen Kaisers zur Einschränkung der Osfiziersduelle berief. 4S0 Personen in hervorragender Stellung erklärte« sofort ihren Beitritt zu der Liga.
4- Die be*ffd)e ejb<r*beMil«*3 Hal sich i« oe« elf Monaten, vom 1. Januar bis 30. November, scheinbar etwas günstiger gestaltet, als in den Vorjahre«. Die Ei«fuhr betrug 40544216 Tonnen gegen 41060764 bezw. 42137 265 Tonne» in den beiden Vorjahren, verminderte stch also um 1016548 bezw. 2093049 Tonne». Dagegen vermehrte sich die Ausfuhr um 2433374 und 1849042 Tonnen und beläuft sich jetzt auf 31892382 Tonnen, so daß der Ueberschuß der Einfuhr nur noch 8151894 Tonnen = 25,6 Prozent der AuS- fuhr gegen 39,4 bezw. 40,2 Prozent in den Vor- jähren. Abgenommen hat besonders die Einfuhr von Holz, Erden, Erzen, Kohle», Eise« und Eisenwaaren, sowie MaiS (um 278054 Tonnen). Letzteres beruht auf der schlechten Maisernte in Amerika. Die übrigen Rückgänge betreffen, wie man sieht, hauptsächlich Rohstoffe und find daher als eine Folge deS schlechten Geschäftsganges der Industrie aufzu- faffen, so daß bi* scheinbar günstige Handels- bilanz für eine Befferung der »ttthschaftlichen Lage in Wahrheit nichts beweist. Dttselbe Folgerung ergibt fich auS dem Umstande, baf; an der Mehrausfuhr auch wesentlich Roh- stoffe, Eise» und Kohle» a» erster Stelle be- theiligt find. Da die deutsche Industrie weniger gebrauchte, ging umsomehr Eisen und Kohle nach dem AuSlande. Dach geigte» immerhin einige die sofortige Zahlung des Geldes befürwortet, »eil ich mir ebenfalls von der i» Aussicht ge- stellten Reklame großen Erfolg versprach. Ich kann mir auch nicht denken, worauf der Verdacht fich richte» sollte; Sie werde» doch »icht a» ein Verbrechen glaube»?"
„Woran ich glauben ussd was ich von der ganzen Sach« halten soll, weiß ich nicht." er« »ibexte Gustav. „Hatte damals die Wtttro« GrieSheim die Police ihrem Bruder übertragen?"
„In rechtskräftiger Form!"
„Und Sie fanden darin nichts auffallendes?" „Was sollte mir auffalle»? Griesheim konnte ja Schulden hinterlasse» habe», und die Wittwe wollte stch das Geld sicher«, indem fie di« For- derung ihrem Bruder übertrug. DaS kommt ja häufig vor, und wenn ma« ei auch vom mora- lUchen Standpunkte nicht recht billigen ton«, das Gesetz erlaubt ei."
Dennoch mußte es auffalle«," sagte der Advokat, „zumal der Versichert« so plötzlich gestorben war."
Der Agent war in Nachdenken versunken; et nahm noch einmal zur Flasche seine Zuflucht.
„Wenn der Bursche mich betrogen hätte, ich wüßte nicht, was ich thäte, um ihn ins Zuchthaus zu bringen!" sagte er, und in seinen grauen Ange» blitzte eS zornig auf. „Fände ich nur einen sicheren Haltepunkt, ich würde augenblicklich die Ausgrabung der Leiche beantragen."
„Und möglicher Weise fänden fie dann auch nichtzS, wodurch ein Verbrechen be wiesen werden könnte. Die Pflanzengifte find nach so langer Zett nicht mehr nachzuweisen, und liegt hier wirklich ei* «erbrechen vor, dann ist es auch mit
Wtifltfflt somttags-Ztflung", „Juldaer geschieh Isbläflet* und Jutta, Dienstag, den'23. Dezember 1902.