29. Jahrgang.
Iuwa, Samstag, den 20. Dezember 1902.
VUK 293
Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.
------ (Nachdruck verboten.)
16
Wunen wir unS ersparen; diese sozialdemokratische Prophezeiung wird sich ebenso wrnsg erfüllen wie alle bisherigen Prophezeiungen von dieser Seite. 5)e8 wetteten wird ganz besonders gegen das 1; e n t r u m und gegen die protestantische und katho- ische Geistlichkeit gehetzt und sogar Christus von den sozialdemokratischen Christusleugnern und ChristuSfrinden für die sozialdemokratischen Hetztz reien mißbraucht. Die SestnuungS. Roheit, welche die sozialdemokratischen Advokaten, Bierwirthe, kigarrenhändler, Rentner rc. bei den wüsten Scmen im Reichstage bewiesen, kommt auch in dieser . Heuchelei, die einer Gotteslästerung gleichkommt, tn den verlogenen Hetzereien und Schimpfereien dieser Aufrufes zum Ausdruck.
Wir wollen nicht in einen ähnlichen Stil verfallen und in dieser Beziehung den sozialdemokratischen Aufruf gewiß nicht zur Nschahmung empfehlen. Aber wir halten denselben sür ganz geeignet, um an seinem Beispiele den Wählern »er Crntrumspartei zu zeigen, wie die Sozialdemokratie arbeitet, wie früh fir zur Stelle ist, und wie daher auch für unk alle Veranlassung besteht, ohne Zögern mit aller Kraft in die Wahlbewegung einzutreten. Auch wir müssen zum Sammeln blasen und dasür argen, daß die Mannschaften in voller Geschlossen- jett alsbald wieder die Schlachtreihe formiren. Froheren Muthes als die Sozialdemokraten können wir in den Wahlkampf ziehen, denn wir brauchen nicht wie jene einer Schaar gesch l agen er, durch eigene Schuld geschlagener Ossi« tiere und Generale zu folgen, fondern wir sehen vor uns siegreiche Führer, die uns ein glänzendes Beispiel von Klugheit, Ausdauer, Opferwilligkeit und Einigkeit gegeben haben. Sehen wir zu, daß die Armee ihrer Führer würdig ist und nach der Schlacht das gleiche Lob verdient wie diese!
Daß System in dieser Hetze liegt, ist unverkennbar. Alle Blätter behaupten, Deutschland beabsichtige, Kolonien zu erwerben in Venezuela und Brasilien.* Aehnlichen Telegrammen, sagt die ,Rordd. Allg. Zig/, begegneten wir auch in englischen Zeitungen. Wenn diese Angaben die Stimmung in den Bereinigten Staaten auch nur annähernd richtig dar- stellten, müßten wir ei aufrichtig bedauern, daß die amerikanische Preffe sich den völlig unbegründeten Verdächtigungen der deuischen Politik in so hohem Maße zugänglich erweist. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist seit längerer Zeit genau unterrichtet, daß da« Deutsche Reich in Venezuela nicht« andere« betreibt, al« die Befriedigung berechtigter Forderungen auf Schadenersatz. Die deutsch-englische Korporation beruht auf der Gleich-verthigkeit verletzter Interessen,
trauisch oder gar verzweifelnd dem Werke 1 gegenüberstanden, haben sie keinen Augenblick ; den Muth staken lasten, sondern mit konse- . q «enter Beharrlichkeit, fast dürfte man sagen, Hartnäckigkeit, nach dem Satze gehandelt: Dai , !8erk muß zu Stande kommen, also wird es zu Stande kommen. ES braucht nicht verfichert n werden, daß sie dabei mit einer großen Renge von Unlust und peffimistischer Stimmung u kämpfen hatten. Ihr konsequenter OptimiS- nuS, ihr Eifer und ihre Werkfreudigkeit haben schließlich alle Schwierigkeiten überwunden. Alles dar gilt sowohl für die langwierige Ber- »andlung in der Kommission, wie für die Be- ämpfung der Obstruktion bei der zweiten und »ritten Lesung im Plenum des Reichstages. Namentlich in der Kommission hat unser Abg. Zero Id mit einer solchen Umsicht und AuS- auer gearbeitet, daß er sich den Dank und die lnerkennung aller Parteien — die Sozialdemokraten ausgenommen — erworben hat. Auf einen solchen Abgeordneten kann unser Wahlkreis mit Recht stolz fein!
X ch-g-tt die Gründung junger gerieten wendet sich die .Kreuz-Zeitungs wobei sie in der Hauptsache die „deutsch-nationalen Wahlvereine- im Auge hat, die auf Betreiben eines Herrn Dr. Friedrich Lange in einzelnen Wahlkreisen begründet worden stnd und die allen Parteien mit alleiniger Ausnahme der Sozialdemokraten offen stehen sollen. Sie schreibt: »Wir bleiben dabei, daß daS Eingreifen von Elementen, die mit der vorhandenen Parteiorganisation in keinem organischen Zusammenhänge stehen, auch dann vom Uebel ist, wenn die beiderseitigen Zwecke nicht in Widerspruch stehen, sondern sich ad hoc ergänzen. Dem Zufall und der Willkür dars hier nichts überlaffeu werden. Was geschieht, muß von einem gemeinsamen Mittelpunkte auSgehen. Nur bann ist auf stetiges, ungestörtes Zusammenwirken zu rechnen. Nicht immer freilich läßt sich daS erreichen. Mit dem nun einmal Vorhandenen muß man rechnen. Wünschen kann mau aber nicht, daß sich die Gelegenheit oder sagen wir lieber: der Zwang zu KoalitionSblldungen vermehre, da diese unter allen Umständen ein Moment der Schwäche in sich tragen, d. h. sehr häufig friedenstörend wirken. Davon weiß nicht nur die Weltgeschichte) auf zahllosen Blättern zu berichten, auch die der Wahlkartelle thut es reichlich." DaS ist ja sehr richtig, aber nicht ganz konsequent; denn mit dem „nun einmal Vorhandenen" muß man freilich rechnen, aber durchaus nicht nothwendig paktiren. Offenbar meint die.Kreuz-Zettung' damit den Bund der Landwirt he, aber gegen diesen gilt vollständig alles daS, was die,Kreuz-Zeitung' im allgemeinen gegen daS Eingreisen von Elementen, die mit der vorhandenen Parteiorganisation in keinem Zusammenhänge stehen, ganz richtig betont hat.
* Zu den Morgünge» in Aeneznels schreibt heute die oberoffiziöse ,Nordd. Allg. Zig.': Ein hiesige« Blatt brachte eine Depesche au« New-Volk, welche besagte: „Hier herrscht große i Aufregung. Die gesammte Preffe macht Deutschland für die augenblickliche Sage verantwortlich;
1 Überall erscheinen gehässige Artikel mit Angriffen gegen Deutschland, während England gelobt wird.
mit ter Belagen
„SuMaer BesdMtsblättef' und fofierftTisfe
Die Freundlichkeit Theodores mußte ihn beruhigen ; er war wieder der heitere, liebenswürdige Gesellschafter, als der Wagen von Andermatt nach gifteten zurückfuhr.
Er sprach sein Bedauern aus, daß der schöne AuSflug nun zu Ende und die Zeit der Trennung so nahe fei; aber an dieses Bedauern knüpfte er die Hoffnung, daß ihm ein baldiges Wiedersehen vergönnt sein werde.
Elisabeth bat so lange, 618 Theodore ihr das feste Versprechen gab, sie an einem der nächsten Tage in Luzern zu besuchen; den Tag selbst konnte sie noch nicht bestimme».
„Papa will morgen ober übermorgen noch einmal auf den Rigi," sagte sie; „nach seinen Wünschen muß ich mich richten."
„Dann bitte ich in jedem Falle um eine kurze Benachrichtigung, wann ich Sie erwarten darf, antwortete Elisabeth; „eS wäre doch zu unangenehm. wenn Sie uns nicht zu Hause träfen."
„Könnten wir nicht die Tour gemeinschafttich machen?" fragte Gruner.
„Sie sind sehr liebenswürdig," erwiderte Theodore mit einer leichten Verbeugung, „aber ich kann Ihnen den Tag nicht angeben; mein Papa liebt eS, erst am Abend vorher zu bestimmen, waS am nächsten Tage geschehen soll. Sie demnach zu benachrichtigen, wäre wohl zu spät."
£ Zum Sammeln blasen!
Die nächsten Reichstag-Wahlen werfen ihreSchatten immer deutlicher voraus. JmSrunde genommen stehen wir schon mitten im Wahlkampfe. Man würde eine lange Liste aufmachen müssen, wenn man die Namen der Mandatsbewerber zusammenstellen wollte, die schon jetzt in den verschiedensten Wahlkreisen von den Parteien aufgestellt oder mindestens in bestimmte Aussicht genommen find. Am rührigsten waren darin, wie gewöhnlich, die Sozialdemokraten, die wahrscheinlich schon für alle Wahlkreise ihre Kandidaten bereit haben. Jetzt haben fie auch schon einen Wahlaufruf erlassen. Nichts Anderes nämlich ist der an der Spitze des .Vorwärts' und wohl auch der übrigen sozialdemokratischen Blätter vom Freitag veröffentlichte Aufruf der sozialdemokratischen Reichstag Ssrakti o n „an das arbeitende Volk Deutschlands". Zugleich mag dieser Aufruf wohl auch die Aufgabe einer zugkräftigen Abonnementseinladung für die sozialdemokratischen Blätter erfüllen, aber in der Hauptsache bleibt er doch ein Wahlaufruf, der sich in die Form einer Rechtfertigungsschrift für daS Verhalten der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gegenüber dem Zolltarif kleidet.
ES kann uns hier natürlich nicht ein- fallen, daS bombastische und langatmige Aktenstück in »feinen Einzelheiten zu kritifiren. Diese Aufgabe mag späteren Betrachtungen Vorbehalten sein. UebrigenS ist Alles, was der Aufruf enthält, schon tausendmal widerlegt. Er wiederholt nur dieselben Phrasen, Entstellungen, Verdrehungen und Unwahrheiten, die in bet sozialdemokratischen Preffe und in den Reden bet sozialdemokratischen Dauerredner immer wiederkehrten. Da ist z. B. gleich eingangs der Gedanke, daß daS Volk erst bei Neuwahlen zum Zolltarif hätte Stellung nehmen dürfen; that- sächlich aber hat daS Volk bereits im Jahre 1898 gewußt und wissen müffen, daß es den Reichstag wählte, der eine neue Grundlage für die deutsche Zoll- und Handelspolitik zu legen hatte. Die Wähler deS E e n t r u m 8 wenigstens haben es gewußt: Durch die Preff- sowohl wie in den Wahlversammlungen wurden fie darüber vollständig aufgeklärt. Thatsächlich hatten damals auch bereits die landwirthschaft- lichen Bereinigungen ihre Forderungen aufgestillt, und zwar „waren diese Forderungen zumeist wesentlich höher, als die Mindestsätze des nunmehr beschlossenen Zolltarifs. Auch die So zi al» bemolraten haben damals schon bei ihrer Agitation mit ihren bekannten Schlagwörtern gegen die Schutzzollpolitik operirt.
Ebenso wiederholt der Wahlaufruf der sozialdemokratischen Reichstags-Fraktion die falsche Vorspiegelung, daß die deutschen Konsumenten den ganzen Schutzzoll zu tragen hätten, und phrophe- zeit eine Brodvertheuerung um nahezu 50 pTt. Eine Widerlegung dieser lächerlichen Behauptung
bahnzüge und in den Waggons war kein Platz unbesetzt.
Das prächtige Wetter stellte einen herrlichen Sonnenuntergang in Aussicht; man mußte einen solchen Tag wahrnehmen, wenn man den Rigi besuchen wollte.
Auch Hallstädt befand fich mit seiner Tochter unter den Passagieren, die am Nachmittage van Vitznau, also von der Seite deS Vierwaldstätter See'S, kamen; dem Schwarm der übrigen Passagiere folgend gingen fie in’« Hotel Schreiber, wo fie zu übernachten gedachten.
Nachdem sie in der Restauration fich erfrischt und auf der höchste» Kuppe deS Berges die entzückende AuSficht genoffen hatten, kehrten sie ins Hotel zurück, um in den prachtvollen Konverfa- tionSfälen di« Zeit bis zum Sonnenuntergang zu »erbringen.
Sie hatten fich kaum niedergelaffen, als ’ ein junger Herr auf fie zutrat,
„Irre ich nicht, so habe ,idj wohl die Ehre, Herrn Hallstädt zu begrüßen," sagte et mit einer leichten Verbeugung. Ich bin Rechtsanwalt Varnay "
„Seien Sie unS herzlich willkommen," nahm Theodore fichtbar erfreut das Wort; „eine angenehmere Ueberraschnng hätte n»S hier nicht werde» können."
„Meine Tochter Theodore," stellte Hallstädt daS Mädchen vor, daS mit prüfendem Blick be» Advokaten verstohlen musterte; „fie hat sie bereits erwartet. Jetzt bin ich gefpannt, welche Pläne nun gefchuttedet »erben.*
Er hatte die letzte» Worte ta scherzendem
welche zu einem vollen Einvernehmen zwischen de» Regierungen in London und Berlin über die zweckmäßigste Art ber Beitreibung ber beiderseitigen Reklamationen führte, sodaß nur eine willkürliche Beurtheilung die Unterschiede in dem Vorgehen beider Mächte zu erkennen vermöchte. Auch der weitere Verlaus werde bestätigen, daß die Absichten unserer Regierung keine über de» unmittelbaren Zweck hinausgehenden Ansprüche einschließm, van allen abenteuerlichen Hintergedanken frei waren und find.
4- Ki« Krupp Prozeß soll nun doch kommen, wenn auch nicht vor einem deutschen, so doch vor einem italienischen Gerichtshöfe. Der Untersuchungsrichter in Neapel hat auf Weisung der Staatsanwaltschaft gegen das sozialistische Blatt .Propaganda neaple', daS die Angriffe aus Krupp zuerst brachte, wegen Unfug» durch die Presse Klage erhoben.
X Au» dem neuen Aeich»ha»»hatt»- etet. Die .Norddeutsche Allg. Ztg.' veröffentlicht Auszüge au« dem Entwurf deS Reichshaus« Halts für 1903. Danach beziffert ber Etat für baS Schutzgebiet Kiautfchou die eigene» Einnahmen auf 455,000 Mk. (+ 95,000 SW.). Der ReichSzufchuß ist auf 12,421,000 Mk. (-j- 377,000) bemessen. Die fortbau«rnben Ausgabe» erfordern 5,345,316 Mk. (+ 386,077). Davon entfallen auf bie Zioiloerwaltung 966,664 Mk. (+ 167,117 SW.), auf bie Militärverwaltung 2 441,755 Mk. (-s- 73,216 Mk.), auf gemeinsame Ausgaben 1,936,897 (+ 145,744 Mk.). Die einmaligen Ausgaben belaufen fich auf 7,470,000 Mark, darunter zu Hafenbauten 2,990,000 Mk. Die Ausgaben der Reichsjustizverwaltung find auf 2,145,445 Mk. veranschlagt. Die Summe ber. Ausgaben ber ReichSinvalibenfonbS beträgt 49,003,749 Mk.; die Einnahmen sind auf 10,148,000 Mk. berechnet. Der Etat Reichs« brudterei ist in ben Einnahmen mit 7,906,000 Mark um 201,000 Mk. niebriger veranlagt als 1902, die fortlaufenden Ausgaben mit 5,586,671 Mark um 403,860 Mk. niebriger, die einmaligen Ausgabe» mit 313,150 Mk , weniger 166,850 Mark; der Überschuß beträgt 2,006,179 ML, mehr 369,710 Mk. Bei der Verwaltung der Reichs-Eisenbahnen sind die Einnahmen auf 87,879,600 Mk: (+ 1,905,900 Mk.), die fortdauernden Ausgaben auf 66,818,300 Mk. (+ 1,181,500 Mk ), die einmaligen Ausgaben des ordentltchen Etats auf 3,105,000 Mk. (4~ 851,000 Mk.), die Ausgaben deS aufjerorbent«
Tone gesprochen, während Gustav in einem Seffel Platz nahm.
„Nun, wir werden unser Mögliches thun," erwiderte der letztere, und ein dunkler Schatten glitt dabei über feine Stirn; „ich ruhe nicht, bi» ich die Betrüger entlarvt und unschädlich gemacht habe."
„Und in diesem Bestreben sollen Sie an mir eine treue Verbündete finden," sagte Theodore« „Ja, ich habe Sie schon seit einige» Tagen erwartet; Paula schrieb mir. Sie würde« kommen—"
„Ich komme heute von Zürich; um daS Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, hott» ich diese Route gewählt. Ich wollte von Arch über ben Rigi nach Luzern."
„Und Sie find eben erst angekommen?" fragte Hallstädt.
„Heute Mittag; ich hatte keine Ahnung davon, daß ich hier schon mit Ihnen zusammen- treffen würde. AIS fie vorhin eintrafen, glaubte ich anfangs meinen Augen nicht trauen zu dürfen; ich erkannte Sie augenblicklich, indeß matt begegnet gerade in der Schweiz so manchem Be- tanr ten, daß ein solches Zusammentreffen in keiner Weise befremden kann."
„Ich würbe Sie nicht erkannt haben," sagte Hallstädt kopfschüttelnd; „ich erinnere mich, Sie früher nur flüchtig gesehen zu haben."
„Und waS macht meine thcure Paula?" fragte Theodore. „Ich sehne »sich wirklich danach, fie wiederzusehen, und hoffe, daß dieser Wunsch bald in Erfüllung geht."
„Ich bringe Ihnen einen Brief und die herzlichste» Grüße," erwiderte Gustav, während et
„Aber wir könnten eine andere gemeinsame Tour verabreden," sagte Gruner. „Waren Sie schon auf dem Pilatus?"
„Nein; Papa fürchtet, die Tour werde zu be« schwerlich für mich fein."
„So groß find die Beschwerden nicht," fuhr Gruner fort, „und in dem Gasthofe oben au dem Pilatus ist man vortrefflich ausgehoben. Jt i werde Ihrem Herrn Vater diese Partie anempfehlen; sie hinterläßt eine sehr angenehme «rinne« rung."
Theodore nickte zustimmend, achtete aber nicht weiter auf die Worte Elisabeths, die jetzt die Schönheiten der in Vorschlag gebrachten Tour be« schrieb; in Nachdenken versunken blickte sie fin« »end in die Ferne — fie erinnerte sich der War« nungen ihres Vaters, über die fie doch nicht so leichtfertig hinwegkommen konnte, wie fie eS anfangs gewollt hatte.
Man langte bald darauf in giftele» an; Hallstädt wollte mit feiner Tochter zu Wagen über bie Axenstraße nach Brunnen zurftckkehre», wäi • rend bie übrigen bie Heimreise «ach Luzern m dem Schiffe zu machen gedachten.
Noch einmal nahm Elisabeth den beiden daS Verspreche» ab, fie a» einem der nächste» Tage in Luzern zu besuchen; dann trennte fich die Gesellschaft, um auf verschiedenen Wegen die Heimreise fortzusetzeu.
5. Kapitel.
Oben auf Rigi - Kulm war es heute außer- ordentlich lebhaft. Sowohl von Vitznau wie von Arth kamen tn kurzen Zwischenpausen die Essen«
■GrWin! ttgNch. ■ ■
“ Fuldaer
^.fjiustrirte Sonntags^ZeHung*
eituuM
Berlin, 19. Dezember 1902.
* Daß da« Zustandekommen de» Zoll- tarif» al« ein große» und verdienstvolle« Werk angesehen werden muß, wird allmählich von allen Parteien anerkannt mit Ausnahme ber „unentwegten* Sozialdemokratie, die ihre Niederlage mit polternden Rückzugskanonaden zu verdecken sucht. E« läßt fich nrcht leugnen, daß die Mehrheit ihre» Erfolg lediglich einem ebenso zielbewußten wie beharrlichen und geschickten Vorgehen zu verdanken hat. Soweit da» Centrum tn Betracht kommt, ist e« von seinen Führern in erster Linie ber Abg. Dr. Spahn, nächst ihm sind cs bie Abgg. Herold-Fulba und Gröber, denen da« Verbtenst an bem guten Verlauf ber Sache zukommt. Diese drei Männer find e«, welche vom ersten Augenblick an unentwegt und mit Aufbietung aller ihrer Kräfte auf das Ziel hingesteuert haben, sowohl tm Interesse ber Landwirthschaft wie ber Industrie den Zolltarif zu Stande zu bringen. Während lange Zeit wette Kreise skeptisch ober miß-