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dWW UWM WWW MN 9 fflustrfrte Sonntags»Zeitunge, Juldaer GesthidMläfteT und roflerTe-ösfe. ***«-

JE 293.

IuEöa, Samstag, den 20. Dezember 1902.

29. Jahrgang.

UÄer die Reichstags-Abgeordneten und ihre Beruse

bringt der sozialdemokratische Agstations-Kalender für 1903, welcher in den letzten Monaten in un­gezählten Exemplaren in Westdeutschland verbrei­tet worden ist, eine trügerische Zusammenstellung, die eine kurze Beleuchtung verdient. Zu Grunde gelegt ist die 1898er Wahl. Danach sollen in der TeutrumS-Fraktion28 Beamte, meistens höhere Gericht-Personen, 25 SutSbefitzer, darunter die Größten der Großen, 19 Geistliche, 9 Rentner, 3 Advokaten und 12 verschiedene Berufe" ver­treten sein. Da» wären im Ganzen 101; heute zählt die Fraktion, Graf Ballestrem nicht ein­gerechnet, 102 Mitglieder. Darunter find aber weder 1898 «och heute 19 Geistliche aufzu- finden. Der sozialdemokratische Statistiker hat wahrscheinlich dir Träger von Titeln, wie: Päpst­licher Kammerhrrr, Konfistorialrath, StiftungSrath, die Laien find, für Geistliche angesehen. In ähn- licher Weise hat ja s. Z. di« sozialdemokratische Presse die Meffediener, Küster und Chorsänger Spaniens zumKlerus" gezählt. Er ist auch nicht wahr, daß die CentrumS-Fraktion die größten der großen Gutsbesitzer zu ihren Mitgliedern zähle. Gewiß steht eine der Bedeutung der länd­lichen Bevölkerung (dir immerhin doch rund ein Drittel der Gesammt-Beoölkerung ausmacht) ent- sprechende Anzahl von Abgeordneten in ihrer Be- rufSthätigkeit der Landwirthschaft nahe. Diese Abgeordneten gehören aber zum allergeringsten Thüle den Groß gründ vesitzern an; fie haben durch­weg nur kleinere landwirthschaftliche Betriebe. Kein Reichstags-Abgeordneter der CrntrumS-Frak- tion ist in einer Beamtenstellung, in welcher er nach irgend einer Seite hin Beeinfiuffungen der Behörde auf die Ausübung seiner Mandates ausgesetzt wäre. SS ist gerade rin Vorzug der CentrumS - Partei', daß die ihr angehörenden Beamten zum größten Theilehöhere Gerichts- perftrnen" find. Gerade diese find von allen Staats- beamten am unabhängigste« und in den schwierig­sten Gesetzgebungsfragen am bewandertste». Die Anzahl derCenlrums-Abgeordneten, welchever- schiedenen Berufen" angehöre», istnatürltch größer, als die sozialdemokratische Statistik fie angibt. In der CrntrumS - Fraktion find eben alle Stände vertrete«, auch die Arbeiter u»d daS Handwerk. Und wen« das auch nicht der Fall wäre, wer hat sich um daS arbeitende Volk so verdient gemacht, wie die Abgeordneten Prof. Hitze, Rechtsanwalt Trimbor» und Karl Bachem, Landgerichtsrath S r ö b e r und Reichs- gerichtSrath Spahn, alles Mitglieder der Crn­trumS - Partei, und doch selbst weder Industrie- Arbeiter noch Handwerker? Gewiß müssen die Arbeiter, welche sich zur Centrums-Partet beten» «en, auch daraus bedacht fein, fähige Männer aus ihren Berufskreisen t» größerer Anzahl als bisher derParteileitung als Reichstags-Kandidaten zu präsentire« und die Parteileitung in industriel­len Wahlkreisen wird selbstverständlich gerne be- reit fern, solche Kandidaturen gutruhriße«. Aber auf den Berus kommt es nicht so sehr an, als darauf, was ein Abgeordneter weiß, welches Berständniß er de» zu lösenden Fragen ent- gegenbringt und was er dafür leistet.

DaS hat eben die Sozialdemokratie bewiesen, in der bei gesetzgeberische» Maßnahmen nicht etwa Arbeiter heroortrete« (es sei denn, daß fie bei der Obstruktion einen ermüdeten Partei- genossen abzulösen habe«), sondern studtrte Leute, wie der verstorbene Liebknecht, Bebel, Bernstein, Haase, Heine, Dr. Herzfeld, Hoch, Singer, Stadt- Hage», v. Vollmar, Wurm, um nur einige Namen zu nennen. Je mehr juristisch, verwaltungstech­nisch und oolkSwirthschaftlich gebildete Männer eine Fraktion zählt, desto mehr kann fie für das Sefammlwohl leiste«. Die Sozialdemokratie hat aber z. B keine« einzigen Abgeordneten auf- zuwiise-', der aus eigener Erfahrung Bescheid weiß in der Verwaltung drS Ztll- nnd Steuer- wesenS, in der Provinzial-, Kreis- und Bürger­meistereiverwaltung, in der Verwaltung des Justiz- und UnterrichtSwesenS, im höhere« Militär- dienst Md im auswärtigen Dienst. Wie will die Partei über landwirthschaftliche Fragen, wie die landwirthschaftliche« Schutzzölle, sich für kompetent halten, wo fie keine« einzigen Landwirth in ihrer Fraktion zählt?

Der sozialdemokratische Kalender sagt von der eigenen Partei:

JBm be« 67 «bgeotbnete» habe« 40 von der Pike auf gedient und die Leiden des otbeilenbee Bolle» am eigewe« Leibe kennen gelernt. Dre andere« 17, Schrift­steller, Rechtsanwälte re., bewegen fich, so lange fie politisch thättg sind, gleichfalls fortgesetzt in den Arbeiter- iiretfe« und wisse« daher mit de« Arbeiter« zu deuten

und zu fühle«. ES tommt noch hinzu, daß die sozial, demokratische« Abgrord«eten völlig unabhängig und keinem Anderen Rechenschaft schuldig find, alS ihren Wählern."

DaS letztere trifft auch vollkommen für die CentrumSabgeordnete« zu. Sie find in ihrer MandatSauSübung völlig unabhängig und keinem andern Rechenschaft schuldig, alS chren Wählern, ja fie find noch unabhängiger i* ihrer parlamentarischen Meinungsäußerung, als die sozialdemokratische« Fraktionsmitglieder, welche im Reichstage in daS Parteiprogrammschema ein. gezwungen werden. Wehe den Vollmar, Fischer, Calwer, Bernstein, v. Slm und Schippel, «en« fie die Theorien, die fie in ihre« Schriften gegen daS Parteiprogramm aufgestellt haben, im Reichs­tage zur Geltung bringe« wollte«! Coban« ist eS purer Schwindel, wenn der Kalender in den an­geführte« Sätzen sagen will, 40 vo« den 57 sozialdemokratische« Abgeordneten seienArbeiter". Unter de« 57 (bezw. heute 58) bezeichnet sich nur ei« einziger (Molke«buhr) «och alsArbeiter" (Cigarrenarbeiter). Dagegen zählt die kozial- demokratische Partei heute außer den Fabri­kanten Singer und Grünberg 7 Cigarren fabri- kanten, mehrere Handwerksmeister, je etliche Buchdruckereibefitzer, Buchhändler und Kaufleute, fünf Sastwirthe also alles Arbeiigeber. Diese haben selbstverständlich ihre Branche er­lernen müsse«, wie die Arbeitgeber jeder andern Partei Soviel gewerbliche Arbeitgeher »ie die Sozialdemokratie wird aber keine andere Fraktion aufzuweisen haben, und doch gibt sich die Sozial­demokratie für die Partei deSarbeitenden Volkes" auS und meint damit desarbeit- nehmende nBvlkeS. Roch in einer andernHinficht zeichnet fich die sozialdemokratische vor den andern Parteivertretungen aus. Keine hat so viele Schriftsteller und Redakteure". Das neueste FraktionSverzeichniß des Reichstags zählt rund 20 Sozialdemokraten auf, die fich diese« Namen beigelegt haben, dazu kommen noch 4 Rechtsanwälte. Auch 1898 kam die Summe dieser beiden Kategorien schon über 17. Endlich hat die sozialdemokratische Fraktion den Vorzug, alle Juden des Reichstags zu ihren Mit­gliedern zu zählen, nämlich die Herren Bernstein, Haase (Königsberg), Dr. Herzfeld, Hoch, Singer, Stadthagen und Wurm, die sich alle, wie fie da sind, im Radaumachen bei der Obstruktion her» vorgethan haben. Schriftsteller Hoch und Rechts­anwalt Dr. Herzfeld haben fich freilich genirt, in Kürschners Reichstagsalmanach ihren Väter- glauben zu bekennen und gaben fich fürkonfessions­los" au», wie auch die meisten anderen Fraktion-- genossen. Mag fein, daß unter diesen auch noch der eine oder andere mosaischen Bekenntnisses gewesen ist, der es aber alsArbeiteroertreter" vorgezogen hat, von dem ProgrammsatzReligion ist Privatsache" in seiner Weise Gebrauch zu machen.

Unpolitische Zeitläuse.

------ (Nachdruck verboten.)

® Berlin, 18. Dezember 1902.

Die Nacht ist keines Menschen Freund." heißt es bei einem Dichter; aber der Mann hat Unrecht. Um die Geisterstunde gehen nicht bloS böse Geister um, sondern auch gute, schöne und heilige. St. Nikolaus, der zu meiner Kinderzeit noch eine viel größere Rolle spielte, alS heut­zutage, füllt nur Nachts die harrenden Teller, und wen» er in höchst eigener Person erschien, kam er nie bei Tageslicht, sondern stets am dunk­len Abend. Christbaum und Weihnachtsbescheerung gehören auf tenheiligen Abend" und man singt dazu:Stille Nacht, heilige Nacht" oder Heiligste Nacht".'

Wo die häusliche Weihnachtsfeier noch in christlichem Geiste begangen roirl-, versteht fich die Verlegung auf die Dunkelstunde von selbst, weil die Geburt Christi während der gnaden­vollen Nacht erfolgt ist. Aber auch bei Juden und NamenSchristen, wo man statt Christfest nur j Weihnachten sagt, ist der abendliche Zeitpunkt bnbebalten. Allerdings gibt es äußerliche Vortheile, wie den Kerzenglanz am Baume und die größere Ansehnlichkeit der Geschenke im künst­lichen Licht. Aber die Hauptsache liegt doch in­wendig; man gibt fich dem geheimnißvollen Zauber der Nacht hin und spürt auch in der ungläubigen Seele etwas von der herrlichen christlichen Lehre, daß in der dunklen Nacht das Licht der Welt entzündet ist und in der tiefsten Finsterniß dal Wunderwerk der Erlösung begonnen hat.

Die Dunkelheit wirkt nicht drückend und lähmend, sondern vielmehr erbaulich und erhebend auf daS hoffende Herz. Darum ist auch der nächtliche Gottesdienst besonder- schön und beliebt. Nicht bloß zu Weihnachten, sondern auch zu Ostern, wenn die Auferstehungsfeier noch im Dunkel beginnt und während demselben der Kampf deS Lichtes gegen die Finsterniß anhebt.

Wenn die Außenwelt in Ruhe und Dunkel- heit liegt, ist der Mensch gesammelt und sein Innenleben gesteigert. Sein Seist schaut Bilder, die nicht in dieser finstern Welt find, und fein Gefühl trägt ihn hoch hinan- über die schlum­mernde Alltäglichkeit. Die langen dunklen Abende im Winter werden oft alS eine Last und Plage verschrieen; aber fie haben ihre« großen Werch als Erzieher. Namentlich find fie dem Familien­leben sehr förderlich. Die Innigkeit und Herz'- lichtest deS häuslichen Lebens blüht am schönsten im Umkreis der Lampe; dieser strahlende Mittel- punkt deS FamllienlebenS ersetzt den heüigen Heerd, um de« fich die Vorfahren verewigten.

Der Christbaum wird erst recht lebendig und wirksam »erben, wen« er Abends im Kerzen­schmuck strahlt. Und eS müssen wirklich brennende Kerzen sei«, mit lebendiger, feffeinbet Flamme, nicht starres Glühlicht. Sine Art Lichtopfer ge- hört an den Baum, sonst vermissen wir etwaS.

Ein ganz prosaischer Mensch sagt nun viel­leicht, die Kerzensitte fei bloß darum entstanden, weil man den Baum mit seinem Flitterschmuck recht glitzmnd und glänzend machen wollte Md die zugehörigen Geschenke ebenfalls. So nüchtern urtheilt daS Volksgemüth nicht. Zur Feier der stillen Nacht, der heilige« Nacht gehört die Abe«dstunde, und wen» man die Dunkelheit zur häuslichen Christseier wählt, dann drängt fich die Beleuchtung deS Baumes von selbst auf. In Wald und Haide gibt keinen Baum mit Lichtern; der Kerzenbaum ist also an fich unnatürlich. Aber der Christbaum hat wieder seine eigene Natur, zu der die Beleuchtung gehört.

In der künstlichen Beleuchtung liegt überhaupt etwa» Erhebender. Der Mensch fühlt sich dabei ein wenig unabhängig von der Herrschaft der Sonne. Wenn auch die so mächtige Sonne zur Ruhe gegangen ist, so können wir doch noch im Lichte wandeln und handeln. Wir haben einen Vorrath von eigenem Licht, womit wir über die Jahres- und Tageszeit uns erheben können. Er ist da« ein Stückchen von der sog. Herrschaft de« Menschen über die Naturkräfte. Im Grunde ge­nommen ist e« ja mit dieser menschlichen Herr­schaft nicht weit her, aber alle«, wa« darnach aus» sieht, macht un« Behagen. Darum genießen die Menschen auch so gern die Fortschritte der Be- leuchtungskunsi. Da« schönste elektrische Licht kommt gegen die Kraft und Herrlichkeit der Sonnenstrahlen nicht auf; aber dieselben Leute, die da« Sonnenlicht gleichgiltig hinnehmen, fliegen wie Motten dem künstlichen Licht zu, wenn sich irgendwo auffallende Beleuchtung«effekte zeigen. Da« armselige Süppchen, da» der Menschenwitz fich selber kocht, wird mit größerem Appetit ge­nossen, al» die unübertrefflichen Gerichte am ge­waltigen Freitisch der Natur. Auch die Behag­lichkeit der warmen Zimmer» in rauher Winters­zeit muß man von diesem Gesichtspunkt au» be­trachten. Die 15 Grad am Thermometer machen es allein nicht au»; wir fühlen un« am warmen Ofen um so üppiger, je ärger e« draußen friert oder schneit oder stürmt. Je schärfer der Gegen­satz, desto größer der Genuß, weil fich bann bas stolze Gefühl regt: die rauhe Natur kann un« doch nicht unterkriegen, wir verstehen e«, uns einen Sommer in der Stube zu schaffen, wenn auch draußen der Winter sich breit macht. Dieses Ge­fühl de« Siege« und der Ueberlegenhrit kommt bei den meisten Menschen nicht so klar zum Be­wußtsein, daß sie e« in Worte fassen könnten; aber auch in feiner unklaren Gestalt wirkt er er­hebend. Nebenbei bemerkt wurzelt auch darin da« Vergnügen de« Radfahren«: die flotte lieber» Windung de« Raume« mit Hilfe der eigenen Muskeln kitzelt das Selbstgefühl.

Wenn wir nun der abendliche« Weihnachts­feier das Wort reden, so folgt daraus keines­wegs, baß man die Baumanzündung und die Bescheerung auf eine späte Stunde verlegen soll. Das widerräth sich ans Rückficht auf die Kinder. Wo die Eltern nicht durch Geschäfte verhindert find, sollte man alsbald nach Eintritt der Dunkel- heit mit der Feier beginnen. An die Nerven und auch an den Mage« der Kinder werden außerordentliche Anforderungen gestellt. Sie regen fich angenehm auf, aber eine Aufregung ist es doch, Md fie finden keine gedeihliche Nacht­ruhe, wen« ihnen nicht noch einige Zeit zum Ausklingen der erregten Nerven gelassen wird. Bor dem Schlafengehen muß daS Kinb erst noch verdauen können, eben sowohl die Eindrücke, die empfange«, als auch die Leckereien die eS ge- «offen hat. In letzterem Punkte müffen die Eltern eine besondere Vorsicht walten lasse«. Wenn die Kinder am Chrifitoge selbst mit ver­dorbenem Magen fich berumq uäien, so verdienen die Eltern Strafe. Warum taffe« fie die Kinder so viel Zeug genießen, daß sie einen Zucker- Katzenjammer bekommen? Ich gehöre durchaus nicht zu der strengen Erziehungsschule, die alle Näschereien scheel anfieht und die Kinder wo­möglich schon von den Windeln an zu Asketen

auSbilden möchte. Zuckerzeug und sonstige Lecker­bissen mag daS Kind bann und wann habe», wie wir llkwachsene unS ja auch unser GläSche» Bier, unser Pfeifchen und unser Täßchen Kaffee gönnen. Man soll dem Kinde nicht mehr Ab- tödtung unb Selbstverleugnung zumuthen, all wie der gewöhnliche Erwachsen« fie zu leiste» pflegt. Aber eine vernünftige Mäßigung muß men ihm beibringen, und so lange Verstand und Wille mangelhaft find, müssen die Elter» Vor­sorge treffe», daß daS Kind seine zuträglich« Portio» bekommt, aber der Rest den gierige» Finger» entzogen wird. Bei der Weihnachts­feier gibt es natürlich etwas mehr, all an nor­malen Tagen, aber nicht mehr, all der kleine Magen vertragen kann. Wenn die Mutter bi« Kinder daran gewöhnt hat, daß fie ihnen be» jeweiligen Ueberfiuß für die folgenden Tage aufhebt, so wird die Festfreude durch eine solche vorsorgliche Beschlagnahme nicht gestört. Zu dieser Gewöhnung gehört freilich, daß die Eller» auch treue Verwalter sind, d. h. den Kinder» richttg heraulzugeben, was ihnen versprochen worden ist, wie ja überhaupt ein Hauptpunkt i» der Erziehungskunst das stramme Einhalten aller Versprechungen isi, der gute» wie der unan­genehmen.

Die Nachtruhe der Kinder macht eS auch rathsam, die Feier unter dem brennenden Christ­baume nicht zu lange auSzudehnen. Kurz und gut! Man braucht auch die Baumkerzen nicht brennen zu lassen, bis die Kinder zu Bett geh«». Besser ist es, nach einer regelrechten Bescheerung und der dazu gehörige» Krippenfeier den Baum zu löschen und die Kinder zunächst ihre Saben i» aller Ruhe und Ungenirtheit betrachte» und versuche» zu kaffen. In diese BeruhigungSpaus« gehört auch das regelrechte Abendbrod. Bleibt nachher noch Zeit, so lan« man ja zum gemein­samen Abendgebet noch einmal den Baum am zünden, um dann die Kinder unter diesem erbau­lichen, von Begehrlichkeit freien Eindruck, |«r Ruhe zu entlassen.

Der Christbaum muß strahlen wie ei» Stern des Heil s in der Nacht. Zu seinem Wesen gehört aber auch, daß er grün ist und so mitten im tobten Winter bte Frühling-Hoffnung versinnbildet. Wir wählen zu Weihnachtsbäumen ausschließlich die immergrünen Nadelhölzer, well wir ein Symbol der Ueberwindung der Winterstarre im Zimmer habe« wollen. Und dabei kommt trotz aller Verweltlichung die religiöse Idee doch schön und erbaulich zur Geltung. Die Ankunft deS Erlösers bedeutet für die Welt die Wendung vom todten Winter del Heidenthums zum grünenden und blühende» Frühling deS Heiles. Und die alljährliche Feier del Tages soll in jede- Christenherz bas Früh- ling-ahnen und den Frühlingstrieb bringe». Hoffnung predigt uns der Christbaum in seiner fünften und doch eindringliche« Sprache. Aber zu einer wirklichen, lebendigen Hoffnung gehört der Wille zum entsprechenden Handeln. Und darum sollten die Erwachsenen, wenn der Kinder­trubel und der Geschenkeaustausch vorüber ist, I sich noch eine Welle recht still unter den Christ» | bäum setzen unb ein wenig Nachdenken, wie den» | ihr Leben und ihr Herz sich im Lichte der Fest« | kerzen eigentlich ausnimmt, wie daS Licht in der ! dunklen Nacht und da« Grün im starren Winter I auch ihrem inneren Stben zu Gute kommen kann. Sie sollten fich die Frage vorlegen, was dal Christkindchen sagen würde, wen« es wirklich i» diese Familie käme und an diese- Herz pochte unb bort nach dem Rechten schauen wollte. Stimmt nicht alles nun, wir leben ja noch und haben also noch Zeit und Kraft, um di« Sache« in Ordnung zu bringen. Schaffen wir Ml Klarheit im Lichte deSChristbaums, faffe» wir Hoffnung unter den grünen Zweigen, die Erwachen und Frühling verkünden, und bekunde» wir vor der Krippe sofort de« guten Wille», von dem der Engelsfpruch den Frieden abhängig macht.

Die innerlichen Geschenke bilden die beste Bescheerung.

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»«tensefttzer bedürfe«, wenn fie dauernd Freud« an ihrem Tarten habe» wolle», zweierlei: einmal einer fortlaufende» Belehrung über alle» Neue und Fort- schreitende im Gartenbau auf setneu verschiedene» Ge­bieten, Obstbau, Temüse- und Blumenzucht, Landschaft», gärtneret, da»« aber bedürfe» fie ebensosehr stetiger Anregung d. h. Fühlung mit Sleichstrebende«. Beide Aufgabe» löst in der denkbar bequemste» Formder praktische Rathgeber im Obst- und Garren- k bau", der fich den» auch unter den Gartenfreunden einer Beliebtheit erfreut, wie keine andere Wochenschrift | neben ihm. .Der praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau" erscheint in einer Auflage vo» 25000 Exem«