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FuUmerMIettrmg

mit de« Beilagen

Hlustrirte Sonntags-Zeitung*, „Suldaer ßeschichtsbläftef und rofierte-risft

29. Jahrgang.

Jutta, Mittwoch, dm 17. Dezember 1902.

M290

Erstes Matt

i-

------ (Nachdruck verboten.)

18

vor

frühere» Platz wieder einnahm.

„Ich muß vielmal um Entschuldigung bitte»,* errnfberte Theodore in derselben sreundlichrn

Die Macht des Geldes.

Kriminal-Roman von Arthur Eugen Simson.

Elisabeth erhob sich rasch und ging dem Mädchen entgegen, das an der Seite der Vaters auf den Balkon trat.

Auf Schönheit konnte Theodore keinen An»

Tochter die Bestellung und Gruner verließ den Balkon.

„Sie haben diese Partie noch nie gemacht?« wandte sich Elisabeth wieder zu dem Mädchen.

„Nein.«

„Dann wird das Großartige derselbe» Sie überrasche» und entzücke». Göschenen, diese- interessante Dorf mit seiner italienische» Bevölke­rung, die Schöllenen mit ihre» steilen Felsenmafsen, die unaufhörlich donnernde Reuß und die Teufels- brücke — spannen Sie Ihre Erwartungen recht hoch. Sie «erde» sie immer noch übertroffen finden.«

„Das hat man uns auch in Brunne» gesagt,« erwiderte Theodore, «ährend sie auf ihre Uhr blickte, „und ich bi» in der Thal gespannt, ob eS wirklich der Fall sei« wird. Aber wir werden bald ausbrechen müffen.«

„Wir haben Zeit genug,« sagte Hallstädt.

„Aber wir haben noch keinen Wagen,« «ar Theodore ei».

„Ueberlaffen Sie es meinem Bruder, dafür zu sorgen, erwiderte Elisabeth; er hat in solche» Dinge» Erfahrung, und die muß man haben, wen» man nicht betröge» werde» will!«

Hallstädt blickte seine Tochter fragend an; nickte leicht, al« ob sie sagen wollte, sie sei mtt allem einverstanden.

Gruner kehrte gleich darauf zurück, er batte einen Wagen gerniethet; gegen die Erklärung Hall, städts, daß die Kosten gemeinsam getragen werden sollten, fand er nicht« einzuwenden.

Nach gemeinsam eingenommenem Mahl stieg die Gesellschaft in einen bequemen Reisewagen; Hallstädt und Griesheim setzten sich hinter den

sprach machen, aber fie war eine aumuthige, ge­winnende Erscheinung, und in ihrem Auftreten lag neben der Sicherheit, die Reichthum und ge­diegene Erziehung zu geben pflegen, jene natür-

- liche Bescheidenheit, die stets einen wohlthuende« Hindrrrck-macht.

*<$r Vater war ein kleiner, hagerer Herr mit schon ergrautem Haar, kluge», scharfblickende» Augen und einer großen Habichtsnase; fein An­zug «ar schlicht und einfach wie sei« Auftreten.

„Welch' angenehme Ueberraschung!« sagte Elisabeth in herzlichem Tone, indem fie dem Mädchen beide Hände reichte. „Sie hatten mir

vierzehn Tagen ihren Besuch halb und halb )»gefagt, und ich habe Sie seitdem täglich in Luzern erwartet; lerorr mußte ich bis dahin auf die Ehre verzichten.«

Gruner hatte bereits den neuen Gästen Stühle hingestellt und den alten Herrn genöthigt, Platz Itt nehmen. Theodore ließ stch «un auch au der Seite des Vaters nieder, während Elisabeth ihren

Platze verkaufte ein Junge ^Zündhölzchen; ei» ' -olizist verlangte von ihm ein Zündhölzchen, em ch seine Cigarre anzuzüuden. Der Junge gibt le (!) ihm nicht, er wurde verhaftet und z» warzig Jahren Sefängniß verurtheilt.«

Wenn dann der »rtikelfchreiber die Gran- amkeU PiuSlX. gegen die Revolutionäre brand« marke» zu müffen glaubt, so zeigt er fich in der । beschichte der damaligen Zeit schlecht bewandert. ! Benn einsichtige und ernste Männer dem milde« Pio nono eise« Vorwurf machen zu müffe« glauben, so ist eS derjenige der allzu großen Nachsicht gegen die Revolutionäre. Ma« lese rgend eine ausführliche geschichtliche Darstellung der Regierung dieser PapfteS, z. B. daS große, auf Selbsterlebniffen und Quellen beruhende Werk deS Italieners Spada über die Revolution von 1848 in Rom, und man wird unser Urtheil bestätigen. Als eine grobe Entstellung der Wahr­heit und niedrige Verdächtigung zugleich müffe» wir es bezeichnen, wenn eS heißt: „Der öffent­liche Unterricht ist in den Händen der Mönche, nicht ein einziger weltlicher Lehrer ist angestellt. Daher beträgt die Anzahl der Analphabeten SO Prozent.« Wiederum ist eS eine geschichtliche Thatsache, daß PiuS IX. fich ernstlich für de» Unterricht bemüht und hierbei bei den Jesuiten erfolgreiche Mitarbeit gefunden hat. (Bergl. Hergenröther Kgsch., 3. Aufl. III. Bd. S. 750.) Wenn die Zahl der Analphabeten trotzdem be« trächtlich war, so lag das an der ganzen da­maligen turbulenten politischen und sozialen Lage der Kirchenstaates, und eS war in andere» Staate» ja auch nicht wesentlich beffer. Und hatvielleicht die heutige italienische Regierung hierin bemerke«-- werthe Abhilfe geschaffen? Hat fie überhaupt l» ihrem von der ,Franks. Ztg.' anerkannte» Streben zur Hebung des Volke- in den 80 Jahren etwa- NennenswrrtheS erreicht? Ma» vergleiche die Zahl der Selbstmorde und un­eheliche» Geburte» ei»st und jetzt im Kirchen­staate ! Und find etwa die maffenhaften und stch steigernden Auswanderungen der Italiener, ift die zunehmende Verarmung deS Volke-, find die mit größter Härte ausgeführten Pfändungen der Steuerbehörde an Grund und Boden Tausender dbS Volke- glorreiche Thateu eine- kirchenfeind, lichr« Regiments? Ma» taffe also den Kirchen- staat in Ruhe und wende feine Aufmerksamkeit dem Wohl und Wehe der Italiener von heute -u.

)-( Italien und Anarchismus.

Die »Frankfurter Zeitung', vom 8. Dezember lMoraenbl. Nr. 340) bleibt dabei, daß „der Umstand, daß die meisten anarchistischen Atten- täterItaliener seien, fich vorzugsweise darauf zurückführe, daß Italien wegen der politischen und kirchlichen Mißregierung, die eS viele Jahr­hunderte lang zu dulden hatte, eta besonder- günstiger Boden für den Anarchismus und den politischen Mord sei.« Während fie aber früher nur allgemetae Redensarten vorzubringen wußte, scheint ihr jetzt ein befferer Stern zu leuchten, denn fie hat einen Aufsatz entdeck:, den der ita­lienische Sozialpolitiker Nieeforo in der »Revue Blanche'neuerdings veröffentlicht hat. Mit ficht- lichem Wohlbehagen therlt sie einen lange« Ab- schnitt wörtlich daraus mit, um dann am Schluffe mit der Ueberzeugung und Entrüstung des biedere« Mannes zu konstatiren: „Jeder Vernünstige wird einsehen, daß auS solchen Zuständen nur (!) Anarchie und politischer Mord herauSwachsen kann (!) und daß mehr al« dreißig Jahre nöthig sind, um de« Geist der Bevölkeru»g zu verändern, der in diesen Zuständen groß erzogen worden ist. ES gehört die ganze Unwissenheit und Verrohcheit -e- Klerikalismus dazu, fie „golden« zu nenne» und alljährlich auf den Katholikentagen die Wider- Herstellung des Kirchenstaate- zu verlangen.«

Was die Katholikentage hier zu schaffen haben, ist schon einmal gar nicht erstchtlich. Müffe» denn die deutsche« Katholiken mit der Wiederherstellung deS Kirchenstaates «vthwendig auch die Wiederherstellung all' jener wirkliche« und vermeintliche» Gebrechen forder», die, wenn fie dem Kirchenstaate wirklich angehaftet hätten, ihn i» die gute Gesellschaft so vieler damaliger Staate« gebracht hätten, bei denen die.Franks. Zeitung' auch gar vieles auS fetzen konnte. Dieser mit so großer Entrüstung hinauszeschleuderte Satz hat also nur dann einen Sin», wenn man der Ansicht ist, daß eS im Wesen deS geistlichen amen« liege, nur zum Anarchismus und ischen Mord, zur Unwiffenhrit und sittliche» Korruption z« erziehen, daß ein geistliche- Regi­ment nicht ander- als „geldgierig und despotisch« austrete« kö«ne; denn warum mußte die Re­gierung deS Kirchenstaates nothwendig das Volk korrumpiren? Die Gründe find hauptsächlich folgende:

1. Weil der Kirchenstaat ein Priesterstaat ist.

2. Weil er in der despotischste« Weise Der« waltet wurde, was stch namentlich in der Hand­habung der Justiz zu Rom und den Bischofs­städten außerhalb RomS äußerte.

3. Weil dem Volk kein Unterricht gegeben wurde.

Hören wir die »Franks. Ztg.': „An der Spitze aller BerwaltungSzweige stehen Priester, Bischöfe und «ardinäle. Kardinäle find Minister der Finanzen, des Handels, deS Unterrichts, der öffentliche» Arbeite». Der Krieg allein macht eine Ausnahme.« 118 wen» die Geschichte uns nichts zu berichte» wüßte vo» Priestern und

ihm selber, wie jedem anderen Angeklagte» volle Freiheit zur Selbstoertheidigung gebe», ja sogar, >aß er ihm auch oh»e sein Ansuchen ex officio die gewöhnliche» Vertheidigungen gewähren muß und daß er ihn erst dann verurtheilen darf, wenn er durch »ollgiltige Beweisaufnahme von der «Schuld überzeugt ist. (Dgl. Craisson, Manuale totiua juiia canonici, 9. Aufl. 1899, Bd. 4, n. 6033). Ferner verfügt die Conet. Pii IV. Cam sicut, daß als Zeuge« bei solche« Prozeffe« keine Feinde deS Angeklagten verwandt werden dürfe», Rechtlose aber »ur zur Vervollständigung de- BeweisverfahrenS, nicht jedoch zur Herbeiführung einer BerurtheUung. Damit die Zeugen in ihrem Zeugniffe möglichst unabhängig seien, braucht der Richter ihre Name« dem Angeklagten nicht zu »errathe», m u ß fie aber niederlege» vor einigen »esonnenrn, edrenwerthen und religiösen Männer», damit deren Slaubwkttdigkeit geprüft und jeder Schein der Ungerechtigkeit vermiede» werde. (Craiason n. 6034). Der Urtheilsspruch darf nur »ach dem vorher eingeholten Gutachten Er« ahrener gefällt werden; als diese Erfahrenen laben Theologen und Kanonisten zu gellen. Aller­dings ist der Jnquisttor nicht gezwungen, ihr Gutachten zu befolgen. (Craiason n. 6035). „Clemens V. verordnete eigens, daß ein UrlheU nur erfolgen könne, wenn Bischof und Jrquifitor übereinstimmten. Nach den päpstlichen Ver­ordnungen konnten die Bischöfe eine Kontrolle über daS Inquisition einrichten. Dem Berur- theilte» stand das Rechtsmittel der Appellation zu Gebote«. (Brück im Kirchenlexiko» unter In- qulfition),

An diesen Bestimmungen ist bis heute nichts geänoert worden. Soll man er also glauben, wen« der Gewährsmann der .Franks. Ztg.', vom geistlichen auf'S weltliche Gericht überspringend, «eiter versichert: „Die weltliche Justiz (im Kirchenstaate) »erhandelt hinter geschloffenen Thüren und nicht einmal die Vertheidiger werde» zugelaffen. Der Untersuchungsrichter kann ohne weitere- jeden Zeugen ein- sperren, vo» dem er annimmt, daß er nicht die Wahrheit sage ... Den Borfitz führt der PolizesprLfekt und die Polizei hat über­all (!) da- letzte Wort.« Solche Zustände ständen, »ex« fie wahr wären, was man bei der Unbestimmtheit der Citaie der »Franks. Ztg.' gar nicht kontrolliren kann, völlig im Widerspruch mit der ganzen päpstliche« Gesetzgebung der letzten Jahrhunderte; fie könnte» höchste«- geschehen fei« zur Zett der politischen Revolution im Kirchen­staate, zur Zelt deS Belagerungszustände-, des Kriegsrechtes, der Gereiztheit; das gewöhnliche Prozeßverfahren im Kirchenstaate stellen sie un­möglich dar.

AlL reine Mätzchen wird ma« folgende „That- fachen" betrachten müffen: „Im Jahre 1850 veranstalteten die päpstlichen Unterthane» als Protest gegen den Fi-ku- eine« Aufstand der Raucher (im Kirchenstaat bestand da- Tabaks­monopol) ; die Polizei hiell die Spaziergänger an und zwang sie zu rauchen; wer nicht Folge leistete, wurde eingesperrt.« Wahrscheinlich handelte eS fich hier, wenn da- Faktum wahr ist, um einen jener politischen Straßenaufläufe, die schon mehr, mal- im damaligen Rom der Anlaß zu förm­liche» Revolten waren. „Aus dem Kolonna-

Mönchen, Bischöfen, Kardinälen und Päpsten, die von Polttik und Staats-Verfassung, von Finanzen und öffentlicher Arbeit, vo» Unterricht u»d Vollserziehung auch etwa- verstanden, viel­leicht sogar noch ein diSchen mehr als aktuelle Staatsmänner in und außerhalb Italiens; man braucht nicht gerade an die „Pfaffen« am Karo- llngerhsfe zu erinnern, auch die neue und neueste Geschichte liefert Belege genug dafür; als wenn unter der Herrschaft deS KcummstabeS eS die Regierten nicht auch gut gehabt hätten und im allgemeine» »icht zufriedener und glücklicher ge­wesen wäre», als breite Volksschichten heutzutage. Daß also „alle Morgen (im Kirchenstaat) zwei- tausend Priester durch die Straße» RomS wan­dern, die sich in ihre Bureaux begeben, kann für den Staatskörper so lange noch kein Schaden sein, al- fie die vöchigen Fähigkeiten für ihr Amt besttzen und da-selbe gewiffenhaft besorgen. Daß diese- leider manchmal nicht zutraf, ist eine Er­scheinung, die man bedauern wird, deren Vor­kommen aber in keinem Staatswesen ganz zu verhindern ist und keinem Kritiker da- Recht gibt, darob eine ganze Institution als solche zu verdammen.

Doch, da- ist auch »och nicht da-Schlimmste: Die Handhabung der Justiz, die Inquisition hat's der »Franks. Ztg.' angethan. „Unter den sechzehn Kongregationen, die diesen Priesterstaat regieren, steht an erster Stelle der hl. Jnqui- fition, die, ohne Gründe anzugeben, jeden Menschen ans Lebenszeit ein» kerkern kann*. Man lese jede- Wort, um daS Gruseln der armen Tante in Frankfurt an sich selber empfinden und die Schaudergeschichten recht verstehen zu können, die gleich folgen: „Ein angeheiterter Bauer hat die Predigt durch ei» Scherzwort unterbrochen; er bekommt sieben Jahre Sefängniß. Dr. Muncielli hat seine tobte Katze hn Garten begraben; er kommt wegen Der- spottung der hl. Zeremonien in'S Sefängniß. E i n Wort, eine Seberdegegen Ablässe, Feg- feuer u. s. w, man ist ein Ketzer, der mit der Todesstrafe bedroht ist. Glücklich können fich diejenige» preife« (die Glücklichen!), die bloS zu Sefängniß verurtheilt werden, weil fie der Ketzerei nur verdächtig sind.....“ Schauderhaft!

man nenne uns doch den Namen des Gerichts­höfe-, man mache uns die Richter namhaft und die Umstände der Verurtheilung, und wir werden der ersten sein, die eine solche Willkür auf- ent­schiedenste mißbilligen. Aber bi- dahin wird es lange Wege haben, denn in dieser Weise kann kein JnquisitionStribunal, weder in de« Pro- vinze», noch in Rom unter d. n Augen der päpst­lichen Kurie vorgegange« sein, jener Kurie, die der übermäßigen Strenge mancher spanischen In- quisttore» wiederholt entgegentrat trotz der Pro­tektion derselben seitens mächtiger Herrscher (vgl. z. B. die Breve« SixtuS IV. vom 29. Januar 1481 und 2. Aug. 1483 an die Inquisitoren in Spanien). Die Klementinen (Pastoralis, de sent. et re judic. und Saepe, de rerbo signif.) schreiben für das JrqulfitionStribunal ausdrück­lich vor, daß unter Strafe der Richtigkeit deS richterlichen Entscheids der Angeklagte nicht bloS citirt werden muß, damit er sich vertheidige» könne, und wiederum citirt werden muß, um den Urtheilsspruch zu höre», sondern daß der Richter

Weise; wäre ich nach Luzern gekommen, so würde ich gewiß Ihrer freundliche» Einladung Folge geleistet habe», aber Papa machte jeden Tag einen anderen AuSflug, und meine Pflicht ist es, ihm Gesellschaft zu leisten.«

„Was trinken die Herren?« fragte Hallstädt.

„M»o d'Asti«, antwortete SrieSheim; „er ist sehr zu 'empfehlen, gerade in diesem Hause bekommt man ihn ausgezeichnet.«

„Und wenn Sie hier speisen wollen, dann taffe» Sie fich Forellen geben,« fügte Gruner hinzu; „sie find ganz vorzüglich.«

„Wollen Sie heute »och werter?« fragte letzt Griesheim mit eine« raschen Blick auf die Tücher und Regenmäntel, welche Hallstädt mitgebracht hatte.

„Nach Andermatt.« erwiderte der letztere, „und morgen, vorausgesetzt, daß daS Wetter e- erla«bU«ber dir Furla zum Rhonegletscher.«

„Und dann wieder nach Brunnen zurück?« fragte Elisabeth.

Theodore nickte bejahend.

„Wir gedenken in Brunne« noch einige Tage zu bleiben," sagte fie, „der Aufenthalt ist dort zu angenehm.« , ,

Gruner hatte mtt seiner Schwester rasch eine« bedeut««gSvollen Brick gewechselt.

Frau El'-sabeth verstand ihn.

„DaS trifft fich ja prächtig!« sagte fie hetter. „Wir wollen denselben Weg mache», und wenn Sie ertauben, schließen wir unS an.«

In dem Antlitze ihres Gatten spiegelte fich Ueberraschung, aber Niemand achtete darauf; Hall- pädt machte nach kurzer Berathung mit feiner

wirb Äofcott

ufocfits Reich.

Berlin, 16. Dezember 1902.

< Kraf Aalleörem hat eS als Reichstags- Präsident mit den Sozialdemokraten jetzt voll­ständig verspielt. Neulich schon, als der Abg. Ulrich ihm Trotz bot, war er heftige» und w gerechten Schmähungen seitens der Sozialdemo­kraten ausgesetzt. Dann aber, als ihre rabau» lustigen Vertreter im Reichstage es hauptsächlich mit den beiden Vizepräsidenten zu thun bekamen, waren diese ans einmal die bäte noire und Gras Ballestrem aoar eitle im .Vorwärts' wieder zu

Kutscher ins Kabriolet, die beiden Damen und Gruner nahmen im Innern des Wagen» Platz.

Der wolkenlose Himmel versprach eine schöne Fahrt und hätte Theodore ihre Reisegesellschaft nicht von einer anderen Seite gekannt, fie würde über die Liebenswürdigkeit berielben nicht minder entzückt gewesen sei», wie sie ei über da» präch­tige Wetter und die Schönheit der Landschaft «ar.

Nachdem sie Altdorf passtet hatten, brachte Elisabeth die Rede auf die erste Begegnung mit Tgeodore.

„Sie schienen meine Mittheilungen über Ihre Freundin nicht mit Mißtrauen auf,»nehmen,« sagte fie; „darf ich wohl vermuihe», daß Sie ber Dame darüber geschrieben haben, um auch vo« jener Seite Nähere« zu erfahren; die Forderung, »aß auch der andere Theil gehört werden soll«, hat ja stet» seine Berechtigung."

„Diese Vermuthung hat fie »icht getäuscht«, erwiderte Theodore, vor dem sorschende« Blick Gruners unwillkürlich die Auge« niederschlagend; „ich habe allerdings geschrieben und auch eine Antwort erhalte», ober ich finde in dieser Ant­wort einen so gereizten Ton, daß ich wirklich nicht weiß, waS ich dazu fege« soll.«

„FräÄeix Hage» behauptet do« allem, wa» meine Schwester Ihnen mitgethetlt hat, daS Ge- gencheil?« fragte Gruner.

„Sie versucht efi allerdings, aber ich kamt nicht behaupten, daß eS ihr gelungen fei, mich zu überzeugen. Und offen gestanden, habe ich mir auch vergeblich den Kopf zerbrochen, wie fie in de« Besitz dieser immerhin namhaften Summe gekommen fein soll. Ihr Vater war Hauptmann