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29. JahrglM-.
Iut-a, Samstag, den 13. Dezember 1902.
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Kriminak-Roman von Arthur Eugen Simson.
------ (Nachdruck verboten.)
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in Frage gestellt würde."
Dagegen ließ fich allerdings nichts etawende«. Gustav mußte die Vortrefflichkett dief.s Rath« anerkenne«.
„Je nachdem die Luekunft lautet, würde ich «ich vielleicht selbst nach Sujern begeb«*, um
„Wie kommst Da nur auf den Gedanken?" fragte Paula, mit zweifelnder Miene das Haupt wiegend.
„Er liegt nahe, sehr nahe, daß ich ihn schon früher hätte saffen müsse«. Aber, wie gesagt, ,s ist »och etu dunkles Räthsel, und ich fürchte, daß die Lösung mir schwer fallen wird."
So verzichte darauf, diese Lösung zu suchen."
„Nicht doch; der Bettug, der an Dir verübt wurde, fordert Vergeltung; zudem läßt fich amtthmen, daß diese Betrügereien auch heute »och 'ortgesetzt werde«. Ist rS da nicht unsere Pflicht, die Betrüger zu entlarven und unschädlich zu machen? Aus dem Wege der gerichtlichen Klage werde ich daS nicht erreichen, unsere Be- weiSsührung enthält manche Lücke, und will man solche Leute angreifen, dann muß man gute Waste» besitze*."
-Und waS soll nun geschehen ?" er widerte Paula.
„Leit wann bist Du mit Fräulein Hallstädt deftsmdet?" fragte er gedankenvoll,
„Ich lernte sie in der Schule kenne«, ihre Wer» wohnten damals hier; erst vor zwei Ach««, nachdem ihr Vater sein Geschäft niedergelegt hatte, gegen fie fort."
„Ihr Bater ist der frühere Bankier Hallstädt, nicht wahr?"
„Jawohl, Balthasar Hallstädt L So. — D» .Wirst Dch der Firma »och erinnern?".
-d- Die abgelebte Sozialdemokratie. "Tgti^ wfcb erstaunt fragen, wie wir denn gerade jetzt dazu kommen, von der abgelebte« Sozialdemokratie zu reden, während fich doch die Singer, Bebel und Genoffe« gerade eben jetzt alS Herren der Situation aufzuspielen suche» und durch ihren ReichStagSstreik den anderen Parteien gerade genug zu schaffe« machen?
Nun, wir wollen auch nur von einem einzelne« kleinen Beispiel, von einer einzige» Stadt «den, nämlich von der bayerischen Stadt Fürth. Diese Stadt gehört i» eine Rubrik mit Marseille, Paris und a«deren mehr, und daS ist das In« tereffante dabet. Nämlich ebenso wie in Marseille und Paris haben die Herren Gsnossen eine Zeit lang in Fürth dar «tadtregiment geführt; nur drei kurze Jahre. Aber diese kurze Spanne Zeit »ar vollkommen ausreichend, um dieses foziali- stische Stadtregiment auS fich selbst heraus zur Unmöglichkeit werden zu laffen. Drei Jahre haben vollkommen htngereicht, um der Fürther Bevölkerung, die industriellen Arbeiter nicht ausgeschloffen, die Herren Genoffe» als Stadtväter so recht von Grund auS zu verleiden. Das muß ja eine recht erbauliche Wirthschaft in Fürth gewesen fetal — wird Mancher dabei denken. Jawohl, das war fie auch!
Genauer können wir uns hier nicht auf die «Ehronik deS sozialdemokratischen Stadtregimentes ta Fürth einlaffen; daS würde uns hier zu weit sühren. Nur einige Punkte solle« besonders her- vorgehobe« werden, vor allen Dinge« die für alle Einwohner der gute« Stadt Fürth sehr betrübliche Thatsachr, daß allein während der drei Jahre, in denen die Sozialdemokraten die Mehrheit im Gemetadekollegium zu Fürth hatten, die Kommunalabgaben von 100 auf nicht weniger als 145% gestiegen find. Wen« das so we-trr gegangen wäre, dann würde diese Wirthschaft geradezu zu einer Entvölkerung der Stadt Fürth gediehen sein.
Wen« nun Sozialdrmokrate« in dieser Weise di« kommunale« Abgaben erhöhen, dann sollte man meinen, daß fie gleichzeitig, ihre« schöne» Worten getreu, mit denen fie überall bei der Hand find, dem kleinen Manne, dem Arbeiter daS Leben recht erleichtert hätten. Aber davon hat der kleine Ma»n in Fürth nichts gemerkt. Noch ta frischer Erinnerung ist der Kampf um das Octroi für Lebensmittel in Fürth. Im Gemetadekollegium war der Antrag eingebracht worden, diese städtischen Einfuhrzölle für Lebensmittel aufzuhebe»; aber der Antrag fiel, weil d e Mehrheit der sozial- demokratische« Semeiudebeoollmächtigtrn dagegen stimmte. Und als bald nachher rin sozialdemo- Irattscher Parteitag in derselben Stadt Fürth abgehalten wurde, vertheidigtrn die Herren Genosse« diesen ihre« Beschluß auch ganz unverfroren vor aller Orffsntlichkeit.
Wenn aber die Sozialdemokraten für das Gemeinwohl im Magistrate mitwirken solle», dann
wolle« fie daS »icht umsonst thun; »«Ein! Deswegen wurde« durch die sozialdemokratische Mehr- heit 1« Fürth Besoldungen für die bürgerlichen MüßistratSräthe — auf preußisch Stadträrhe — eingeführt, eine Einrichtung, die man sonst be- !a«nllich nicht hat. Sonst rechnet «S sich der Bürger zur Ehre an, wenn er zum Wohle seiner Stadt eben Thetl seiner Arbeitskraft dieser opfert; aber dafür und für solche idealen Gesichtspunkte »alte« die Herren Obergenoffe« der Stadt Fürth kein Berständniß.
Und nun kamen die Ersatzwahlen für daS Gemetadekollegium in Fürth. Bersammlunge» über Bersammlungen wurden zu Gunsten der sozialdemokratischen Kandidatenliste abgehalten; aber diese Kandidatenliste war wiederum so ent- etzlich schwach, ein so ausgesprochenes ArmuthS- eugniß, das die Sozialdemokratie selbst fich auS- teilte, daß das dem sozialdemokratischen Faffe »en Bode« ausschlug. Der Umschwung war vollkommen. Die sozialdemokratische Kandidatenliste erlitt eine geradezu elende Niederlage. Rach kurze» drei Jahren hatte daS sozialdemokratische Stadtregiment ta Fürth von «rund auS ab- gewirthschaftet, und nach de» Erfahrungen dieser drei Jahre ist eS kaum anzunehmen, daß eS dort emals wieder aufkommen wird. @8 ist so gekommen, wie es in Marseille und in Paris und anderwärts auch gekommen ist und wie es ver- muthlich «och in manchen andere« Städten auch komme« wirb, denn gewisse Leute werden eben niemals alle. Aber dieses eine Beispiel von Fürth muß man fich ganz genau merken. ES enthält eine heilsame Lehre gerade sür den kleine» Mann, dem die Sozialdemokratie den Himmel auf Erden vorgaukelt, Den Himmel gaukelt fie vor. Aber wen« an fie die Reihe kommt, zu herrsche« und nach dem eigenen Willen zu wirth- schäfte«, dann versorgt fie ihre Obergenoffen mit besoldeten Stadtväterposten und steigert die Steuerlast von einem Jahre zum andern in unvernünftiger Weise.
Die Rede des Kaisers in Breslau war also so zeitgemäß, wie nur irgend möglich. Nun fragt eS sich nur, wie oem llebrrwucher« der Sozialdemokratie am wirksamsten zu begegnen fei? Auch das lehrt das Fürther Beispiel: Die Angehörigen aller Parteien würden durch. be« Uebermuth der Sozialdemokratie dermaßen gereizt, daß sie alle eigenen frühere« Streitigkeiten unter einander vergaßen und einen wirksamen Bund miteinander schloffen. Ohne Zweifel trägt daS wüste Auftreten der Singer und Genoffe» im Reichstage nicht wenig bei zur Stärkung des Gedankens vom allgemeine» bürgerlichen Zu- sammenschluffe gegen die Sozialdemokratie. Und wenn die nächste« Reichstagswahlen kommen werde«, dann wird die Sozialdemokratie hoffmt- lich mehr geschloffene Segnermaffe« gegen fich aufmarschiren sehe«, als noch jemals zuvor.
bei." . „
„Was soll Herr Hallstädt in der Sache thun?
„Ich werde ihm reinen Wein einschenkeu und auch ihn bitten, Erkundigungen einzuziehen und die saubere Familie zu beobachten."
„Paula wiegte ablehnend daS Haupt.
„Thur daS lieber nicht," sagte fie, „überlaste es ruhig meiner Freundin, ob fie ihren Vater in die Sache einwette« und feixe Hilfe beanspruche» will. Hallstädt könnte auf Deine Bitte hi» die Angelegenheit mit allzu großem Eifer betreiben, und Du wirst zugeben, daß dadurch sder Erfol
werden.
+ Glue Iolltariftkovelle? Das neue Zolltarifgesetz ist noch nicht fertig und schon wird eine Novelle zu demselben angekündigt. Die Organe der Str, len trösten fich damit und suchen gleichzeitig die Mehrheitsparteien mißtrauisch gegen die Regierung zu machen, indem fie die Sache so darstellen, als solle die angekünbigte Noorlle die wesentlichsten Bestimmungen des Tarifgesetze«, die den Wünschen der Mehrheit entsprechen, wieder umstoßen. Ein Berliner Lokalblatt, das vielfach offiziös bedient wird, bemerkt, die Novelle würde im Wesentlichen nur eine formale Bedeutung haben, da für die Dauer der abzuschließende« Handelsverträge die in bitfen uereinbaiten Zollsätze maßgebend sein werden. Weiter schreibt bee Blatt: „In der Novelle sollen die in da« Zollkompromiß nicht einbegriffenen Positionen, die seitens der Kommission unter besonder« lebhaftem Widerspruch der Regierung verändert worden find, wieder korrigirt werden. Die« gilt insbesondere für dis Papierzölle. Jadeß find irgendwelche gesetzgeberische Schritte nach dieser Richtung hin in absehbarer Zeit «icht zu erwarten." Auch wir haben Grund zu der Annahme, daß die in Ausficht persönlich daS Weitere zu veranlaffen," erwiderte er. „Die Sache läßt mir jetzt keine Ruhe mehr, ich muß das Räthsel um jede« Preis lösen!"
„U*b gelingt es Deinen Bemühungen, Frau Griesheim' ins Zuchtyaus zu dringen, so wird auf Dich der Vorwurf fallen, Du habest an ihr Rache nehme« wollen."
„Ich muß es dann über mich ergehen laffen; die Furcht vor verleumderischem Gerede darf mich nicht abhalte«, meine Pflichten zu erfüllen."
„Dennoch möchte ich Dich «och einmal bitten, die Sache auf fich beruhen zu lassen," sagte Paula in besorgtem Tone, „fie dringt Dir nnr Aerger. klebrigen« hast Du auch keine Zett, um in die Schweiz zu reisen."
„Zeit genug, lieber Kind," unterbrach er fie lächelnd. „In vierzehn Tage» degi»»e» die Gerichtsferisn, sie dauer« sechs Wochen, und da wir unsere Hochzeft erst »ach diese» Ferien fei.r* wollen, so —"
„Aber D» sagtest mir früher einmal. Deine Ardett ruhe auch während der Ferien nicht."
„Ich muß später uachholen, was während meiner Abwesenheit versäumt worden ist," fuhr er achselzuckend fort; im klebrigen kann ich d.m jungen Referendar, der in meinem Bureau *• beitet, meine Vertretung ruhig übertragen, et ist ein tüchtiger Jurist. Also sei so gut und schreibe in diesem Sinne an Deine Freundin ; vielleicht lerne ich fie später persönlich kennen."
Er «ahm nach diesen Worte» Abschied do» ihr und verließ das HauS ta nachdenklicher Stimmung.
Daß fein Entschluß, persönlich ta die Schweiz reife» z» wollen, abermals Zweifel ta der Seele
zweiten Lesung die Mindestzölle bereftS nach den kommiffionSvorschlägen angenommen find, ter Antrag Kardorff jedoch fich nur auf de« aut»-> nomen Taris bezieht, so muß ta der dritten Lesung die Regierungsvorlage bezüglich der Mtadestzölle (Braugerste ausgenommen) ausdrück- ich wiederhergestellt werden. Offenbar hat Herr Semler hiervon seinen Wählern Mittheilung gemacht. ES handelt fich dabei, wie man steht, um gar nichts Neues, sonder» «m etaen wesentlichen Bestandtheil deS Kompromisses, btt ängst allgemein bekannt ist. Bereits haben den» auch die Abgeordnete» Herold (tttr.), Basser- mann (Natl.), von Kardorff (ReichSp), n»d Graf Limburg-Stirum (Kons.) zur teilten Lesung den Antrag eingebracht, zu Absatz 2 deS § 1 die Regierungsvorlage wieder herzustellen mit Ausnahme deS Zolles für Braugerste. Demnach sollen die Mindrfizölle betragen: Bei Rogge« 5,00 Mk. (nach den «eschlüffen der zweiten Lesung 5,50 Mk.), bei Weizen und Spelz >,50 Mk. (zweiten Lesung 6,00 Mk.), Malzgerste 4,00 Ml. (zweiten L-sung: Gerste 5,50 Mk ), Hafer 5,00 Mk. (5,50 Ml.) Die Mindestzölle sür Pferde, Rindvieh, Schaft, Schweine und Fleisch fallen fort. — Eine« weitere« Antrag zur dritten Lesung hat deck Cmtrum — Abg. Speck und Genoffe» — eingebracht. Der Antrag lautet: Der Reichstag wolle an Stelle der von dem Abgeordnete» Freiherr« Hehl zu Herrnsheim und Genoffe» vorgeschlagenen Resolution (bett. Meistbegünstigungs-Verträge) beschließen: De» Herr« Reichskanzler zu ersuche», thunlichst bald, wen» möglich noch vor Erneuerung von Tarif» vertrügen daS vertragsmäßig oder herkömmlich bestehende MeistbegünstigungSverhällniß z« all« denjenigen Länder« zu lösen, bei welche» die Erfahrung gezeigt hat, daß ei» solches Verhältniß ve» deutschen Interesse» »achtheilig gemeßen ist, und darauf htazn- wirke«, daß mit solchen Ländern reine Meist- begünstigungSverträge «icht mehr abgeschloffe«
Deutsches Keich»
Berlin, 12. Dezember 1902.
4- Der KundeorstH hielt am Freitag unter dem Vorfitze deS Reichskanzlers eine außerordentliche Sitzung ab. Nach unseren Ja- formarionen bildete die bedrohliche Lage in
„Gewiß! Ich eelftane mich noch, daß ma* fich damals daS unerwartete Erlöschen der Firma nicht erklären konnte."
„Und doch lagen dafür Gründe vor, deren Triftizkeit man anerkennen mußte. Herr Hallstädt hatte kurz vorher seine Frau verloren; str starb plötzlich, durch einen Unglücks fall. —“
„Würzte fie fich nicht selbst zum Fenster hinaus?"
„So wollten böse Zungen behaupten, aber es ist nicht die Wahrheit. Die arme Frau litt an Herzkramvs, und ein solcher Anfall traf fie am offenen Fenster; das Unglück war geschehe«, ehe man ihr zu Hilfe eile» konnte. Dem Vater TheodoreS wurde dadurch daS HauS verleidet; hier erinnerte ihn aller an das entsetzliche Ende der geliebte» Frau; zudem besaß er nur die einzige Tochter und keinen «oh», dem er später da- Geschäft übertragen konnte. Er hatte Retchtdümer genug gesammelt und sehnte fich nach Ruhe."
„DaS find der Gründe allerdings genug," nickte Gufta». „Wo wohnt Hallstädt j-tzt?"
„Er hat eine Villa in der Nähe von Baden- Baden gekauft; a«S der Beschreibung Theodore« zu schließen, muß es ei» prachtvoller Wohn fitz sei»." • •
„Wenn man nur wüßte, wie lange fie fich «och ta Brunne« aushalte* werten."
„Jedenfalls wird meine Antwort Theodore dort noch antreffe«."
„Und darfst Du di« Urberzeugung hege«, daß die Freundschaft Theodore« zu einem Opfer be- rett ist. — Dan« glaube ich, daß fie e« bringe« wird."
Venezuela de« wichtigsten Gegenstand derBe- rathnng. Da Eastro zu jeder Gewaltthat ent- schloffen scheint und die strategische» Punkte auf »en Bergen hinter La Guayra besetzte, so scheint Blutvergießen leider nicht mehr ausgeschlossen. Der Telegraph hat bereit« verschiedene Verletzungen deS Völkerrechts durch Venezuela berichtet. DaS kommt einer Kriegserklärung gleich.
+ Die deutsche Marine erfährt in diese» Tagen wieder eine Vermehrung. Am Don- nerStag ist in Kiel der kleine Kreuzer „J" vom Stapel gelaufen und hat in der „Tausrede", die der Vorfitzende deS Deutsche« FlottenvereinS, Fürst Salm Horstmar, hielt, den Namen „Udine" erhalten. Am 20. Dezember wird in Kiel die „Taufe" des neuen Linienschiffes „H" durch den Prinzregenten Albrecht von Braunschweig auf den Name» „Braunschweig" vollzogen werden.
4- Non be* Ltanpp'sche« Werke». Die .Magdeb. Volksstimme' hatte gemeldet, daß am 10. d. M. Vormittags der Sisendreher Kutzner «ach 22jShriger Arbeitszeit und der Metalldreher Andre nach 16jähriger Arbeitszeit auf dem Krnpp'sche« Gruson-Wrrke entlassen worden seien, weil sie das Huldigungstelegramm der Arbeiter an den Kaiser nicht mit unterschrieben hatten. Dem ,Vorwärts' sind diese unglaublich klingenden Angaben auf seine Erkundigungen bin bestätigt worden. Eine offizielle Erklärung über den Vorfall ist unS noch «icht zu Gesicht gekommen. Sollte es hier nicht« zu berichtigen geb,»? Nur keine Unbesonnenheit, durch welche der gute Eindruck der Kaiserrede ins Gegentbeil verkehrt würde!
4- Die Novelle zum Körsengesctz soll der.Nationalliberalen Korrespondenz' - -folge dem Reichstage vielleicht noch in dieser Session zur Berathung vorliegen. Wenn die genannte Korrespondenz recht berichtet ist, dann scheint die Regierung der Ansicht zu fein, sie fei bei dem Zolltarif der Landwirthschaft so weit entgegengekommen, daß sie nunmehr auch dem Handel etwas bieten müsse, d. h. demjenigen Handel, welcher in den Börsen konzenttirt ist. Andere Leute werden aber anderer Ansicht fei«.
X Kirr Kaum ßlauölicher Mißverstand nist. Eine seltsame Mitthellung geht durch verschiedene Blätter. Danach soll der natl. Abg. Sender seinen Wählern ta Aurich erklärt haben, e« bestehe eine schriftliche Verpflichtung der Mehrheit;Parteien, in der dritten Lesung deS Zolltarife« auf die Regierungsvorlage zurückzugehen. Ma« sollte es nicht für möglich halten, daß ernsthafte politische Blätter solchen Unsinn weiter verbreiten. Die .Berliner Börsenzeitung', ei« «ationalliberaleS Blatt, bezeichnet die Nachricht sogar ausdrücklich als „zutreffend"! Dadurch läßt sich sogar die von duem Abgeordneten rebi iite /Deutsche Tageszeitung' irre machen, sie nennt jenes Vorgehen „ungeheuerlich", hofft allerdings immer noch, daß es sich dabei um ein Mchoerfiändniß handele. Dieses Mißoerständniß ist doch so leicht aufgutlfite«! Bekanntlich geben die Mehrheits- Parteien in dem Kompromiß, 'fiat sie mit der Regierung geschloffen haben die höheren Rom« miffionsbeschlüsse bei den Mindestzöllen, sowie die MlndestzöSe sür Vieh aus. Da aber in der
„Da kennst wahrfchetalich auch ihre« Vater persönlich —."
„Gewiß, er ist ein herzensguter Mann, dabei in seinem Auftreten schlicht und einfach."
„So dürste man eS also wagen, eine Bitte an ihn zu richten," sagte der Advokat, nod immer in Sinnen versunken. „Mir liegt nie daran, Über die LebensvirhSltmffe und die Lebensweise ter Fran Griesheim, ihre« jetzigen Mannes und ihrer Bruders genaue Auskunft zu erhallen, und diese Auskunft könnte Deine Freundin mir verschaffen, wenn fie der Einladun jener Frau Folge leisten und dabei eta weni heucheln wölbe."
„Wenn ich Theodore darum bitte, wird fie es gewiß thun." „
„Und ich lege eine» Brief an ihren Vater
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fflustrirte Sonntags-Zeitung", „Suldaer SeschichtsblSttet" und Fotterie-nsfe.