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mH den Beilagen

Bistrirte Sonntags »Zeitung*,Fuldaer geschicfrtsblältef* und rotterie-n$R.

Juköa, Samstag, den 13. Dezember 1902.

*U n» Mui Ne St&an t itHIB» Ikimw» tu. t manwK

29. Jahrgang.

Vergessen.

t MeihnachtSerzählung von ®. Steinhäuser.

Nachdruck verboten.

DenGeutlemau" nannten ihn sein» KoSrge» in der großen Fabrik und fie mochten ihn wohl leiden. SllS er vor einigen Wochen in der Eisengießerei eintrat, um als Tagelöhner sein Brot zu verdiene», da halten ste gelacht.

Was will dieser Schwächling, dieses Milch« qeficht? Der wird bald die Hände davon kaffen. Schaut nur seine Händchen an. Der sollte lieber Federfuchser werden."

Doch bald waren diese Reden über den stille» Mann, der stets gut grkleidet daher kam unb für jede» einen freundliche» Blick und artigen Gruß hatte, verstummt. Und wie er arbeitete! Der Aufseher Egenolf lobte ihn des öftere», ja er wurde bei dem Direktor dahin vorstellig, man möge dem Tagelöhner Werde», de» man auf sein dringendes Bitten eingestellt, eine« besseres Paste» geben. Er »ei doch zu schade für die harte Ar­beit. Seinem Wunsche gab man Gehör und trug dem Tagelöhner einen Posten im Bureau an. Aber entschieden lehnte Werde» ab.

Ich will arbeiten, schwer arbeiten", sagte er und dann murmelte er zwischen de» Zähse» um vergessen zu können."

Der Aufseher schüttelte den Kopf und ließ ihn gewähren.

Werdens Beispiel wirkte in der Abtyeilung, i» der er arbeitete, außerordentlich. Hatte« früher die Leute oft gemurrt und geklagt über ihr Soo8, so drängten fie diese Klage» in Gegenwart des Gentleman" jetzt zurück, fie nahmen fich rin Beispiel an feinem Verhalte« und suchte» ihm »achzueifern.

Wenn er daS kann, müffe« wir das auch können!"

Eines aber war ihnen räthselhast. Wo kam Werde» her und waS war er ehedem? Daß er immer so harte Arbeit geleistet, daß er dazu et» zogen, war unmöglich. Der hatte schon beffere Tage gesehen; er mußte auch eine gute Bildung genoffen haben, den» die Belehrungen, die er ihnen gab, gingen oft weit über den Horizont ihre- Begriffsvermögens hinaus. Wen» fie ihn nach seiner Vergangenheit fragte», wich er ihnen mit liebenswürdiger Wendung aus. Dann ver» suchte man, ihn mitzunehmen in die WirthShäuser, aber er lehnte Immer entschieden ab und wandte fich stet- nach Schluß der Arbeit seiner Wohnung in der Vorstadt zu, in der er mit seinem Weibe und einem Kinde lebte. Schließlich ließ man ihn gewähre».

Laßt den sonderbare« Kauz, laßt denGentle­man" gehe»", hieß es allgemein.

Unter der Arbeiterschaft befand ft h einer, mit dem der Aufseher seine liebe Roth hatte. Nicht allein, daß dieser unsolid war und stets die Schnapsflasche bei fich trug, sondern er suchte auch unabläsflg durch seine Rede» Unzufriedenheit in die Reihen der Arbeiter zu tragen.

Fink", hatte der Aufseher schon oft gesagt, nehmen Sie fich in Acht, das führt zu keinem gute» Ende. Loffen Sie das Trinken und Ihre fortwährenden Hetzereien und seien Sie bester auf daS Wohl Ihrer Familie bedacht."

Das find meine Sachen, daS geht keinen Mensche» waS an," knirschte der Arbeiter.

Heute, am Tage vor Weihnächte», «ar die Katastrophe eisgetreten. Fink betrank fich wäh­rend der Arbeit und der Aufseher stellte ihn zur Rede. Da ergriff der Arbeiter «ine» schweren Hebel und schwang ibn auf den Aufseher. Roch rechtzeitig fiel isim Werder, in den Arm, sonst würde der »iedersaufende Etsenstab Ezenolf schwer getroffen haben.

DaS Ende war die sasortire Entlassaug Fink'S, du »tu Drohungen und Verwünschungen die Arbeitsstätte verließ.

* *

Die Billa deS Fabrikanten Barbe »stein war hell erleuchtet. Im Salo» hatte man den mäch­tige» Christbaum angezündet und eben an die Kinder und auch an die Dienerschaft reiche Se- schenke verabfolgt.

Kommerzienrath Barde» stein stand im Schatten in«« Fenster« und schaute gedankenvoll dem ftöh Ache» Treiben der Kinder zu. Da« waren seine Neben, für die er thäiig war, für die er arbeitete und sann und Reicht,Ürner zusammenschrrrte. Wie wülde» fie ihm seine Sorgen und Mühe» ver­gelten? Wenn es mit ihnen nicht besser werde» Zellte, al« ml ihr, seiner ältesten TsLter, die er vor Jahresfrist em Weihvachteabend hinausgejagt milfemmt jenem Buben, der sie an sich zu fesseln

Ueraltcbtes

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wußte, dann war sein Lebe» ;etn liebeleere«, ein verfehltes. <

Er knirschte mit de» Zähne».Berwünscht fei die Stunde, in der ich jenem Menschen, der nichts vermochte al« den Pinsel zu führe», 6in= gaxg in mein Haus gewährte. Gierig auf Geld und Gut, stahl er mir dar Herz meine« Kinder, und all sein Sinne» und Trachten stand doch nur nach ihrem Vermöge»." Aber er hatte sich ge­täuscht! Wa« blieb ihm, dem Vater, übrig, alr er den Burschen vor die Thür setzte und sein Kind fich gegen deS Vater» Willen aufiehnte: et mußte auch sein Kind verstoßen! Und so war eS gekommen, daß fie von ihm gegangen, seine Traube, hinan« in die Welt. Wer weiß, wo fie verkommen in Armuth und Eiend?

Der Kommerzienrath preßte die Hand vor die Augen, aber nur eine Mmute, dann hob er energisch dar Haupt in die Höhe und wandte seine Ge­danken wieder dem Spiel der Kinder zu.

Da trat ein Diener an ihn heran und machte ihm eine Mittheilung.

Sagen Sie dem Herrn, daß ich sofort komme."

Der Diener entfernte fich; ihm auf dem Fuße folgte Bardenstein bi« in den Korridor, wo ein Mann ihn erwartete.

Er war der Aufseher in seiner Fabrik.

Was bringen Sie, Egrnolf, noch so spät?" Herr Kommerzienrath, gern hätte ich Sie nicht belästigt, aber e« ist eine so dringliche und traurige Sache, daß hier unbedingt geholfen werden muß. Den Herrn Direktor fand ich nicht zu Hause und so kam ich hierher."

Schon recht, schon recht! Aber was ist denn geschehen?"

Der Herr Kommerzienrath wiffen vielleicht noch nicht, daß wir heute einen Arbeiter, einen notorischen Trunkenbold, enttaffen mußten. Dieser Mensch versuchte schon bei seiner Entlassung auf mich einzudringen, aber es gelang ihm nicht. Alk ich nun nach Schluß der Fabrik in Begleitung eine« anderen Arbeiter«, eine« braven und sehr gebildeten Menschen, den seine Kollegen den Gentleman" nennen, nach Hause ging, trat ur« der «»tlffene Arbeiter, ein gewiffer Fink, in den Weg. Direkt stürzte er auf mich zu mit den Worten:

Hab' ich Dich jetzt, Du Hallunke!"

Und in seiner Hand blitzte ein Messer. Er würde mich unfehlbar getroffen haben, wenn.nicht Werden, mein Begleiter, dazwischen gesprungen wäre. Leider aber traf der Stich ihn in die Sette. Der Attentäter floh, Werden brach nach einigen Schritten zusammen. Ich holte rasch Hilfe und so brachte» wir ihn in feine Wohnung, wo er fich jetzt in ärztlicher Behandlung befindet.

Mein Gott, wie kann so etwa« am heiligen Abend q>affi^en!" meinte der Kommerzienrath.

Ja, Herr Kornrnerzirurath, leider ist es pasftrt, aber das Bedauerlichste kommt roch. D m Manne, der den Stich erhielt. anferm lieben Werde», der ei» Muster von Solidität und Fleiß ist, war noch Schrecklicheres beschesrt. S in Weib, da» er innig liebt, erlitt an Abend, kurz bevor man ihn sach Hanfe bracht-, eins» Blut, stürz und liegt zu Tods krank ans dem L-grr. Noch und Entbehrung hab?» ihr L den se» ur- sacht. Der Arzt gibt keine Hoffnung r.uf Ge­nesung. Zoffen Sie uns hier rasch helft«."

Bardenstet» war tief erschLtiert.

Ja, laffr» Sie uns eilen, h er muß gehol­fen werden!"

Die beiden Männer beschleuriigte« ihre Schrttte. Still wars auf den Goffe» urd nur der Schnee knirschte unter ihre» Füße». Droben am Firmamente bl'tzte Stern aw Ster»; ihrem wunderbaren Lichte wich die Nacht, gerade als wollte eS jeden Schatten des Leids von der Erde tilge».

Bor einem kleine» Haufe stand der Aufseher stille.

Hier stab wir an Ort und Stelle, Herr Kommerzienrath."

Bardenstetn folgte dem voranschreitenden Aufseher. Sie schrote» eine schmale, dunkle Stiege hinan bis zur zweite» Etazr. Da öffirte fich eine Thüre. Ei» Herr mit einem Lichte erschien.

ES ist der Herr Doktor!" flüsterte Ezenolf.

Der Kommerzienrath begrüßte den Doktor und fragte keife:Wie fleht» mit dem Ver. mundeten?"

Der Atzt senkte still da« Haupt.Sr ist soeben gestorben!" murmelte er,

Der Kommerzienrath erschrak; einen Auger- blick stand er stille.

Führen Sie mich zu dem Tobten!"

Der Arzt iffoete eine zweite Thür und ließ die Herren eintreten. Er war ein kleines, recht wohnlich eingerichtetes Gemach. Auf einem Tisch inmitten deS Zimmers stand ein kleiner Wethnachtsbaum, deffen Lichter »och nicht ar. gezündet waren.

Hjer liegt er, sagte der Arzt und deutete auf ein Sopha.Wir brachten ihn hierher, um

sein.' Fra», die trn andern Simm er gebettet ist, nicht zu erschrecke». Der Stich «ar in die Lunge gegangen, so daß eine Verblutung erfolgte »»d der Aermste nicht wieder zum Bewußtsein kam. Drinnen bei seiner Frau ist eine Krankenschwester."

Der Kommerzienrath trat näher und schaute in das marmorblaffe Antlitz deS Tobte». Sine» Moment dann taumelte er zurück und rief: DaS ist ja RoSmer!"

Erstaunt blickten ihn seine Begleiter an.

Da raffte fich Bardenstein auf; krampfhaft faßte er den Arzt am Arm.

Doktor, führe» Sie mich augenblicklich zu ihr, zu--meiner Tochter!"

Herr Kommerzienrath---"

Bardenstein aber hatte schon die Thür zum Nebenzimmer geöffnet und war rasch eingetreten. Eine» Moment blickte er fich um, dann stürzte er auf ein an der Seite stehendes Bett zu, ließ fich vor demselben nieder und barg sein Haupt in die Kiffe».

Traube, meine liebe Traube!" schluchzte er auf.

Die Krankenschwester trat mit dem L chte herzu.

Da erhob fich Bardenstei», zärtlich beugte er fich Über die bleiche Frau, die regungslos im Bette lag.

Sie lieg! im hohen Fieber," sagte die Schwester.

Die Kranke wandte fich um.

Mox", flüsterte sie,zünde den Weihnacht«- barm sür unser Traudchsn an. Du bist müde, aber habe nur Geduld, Papa wird schon sehen, daß Da arbeiten kannst, unv dann wird er alle« vergessen »nb zu un« komme»--*

Traube, meine Traube, Papa ist schon bei Dir", stöhnte der Kommerzienrath.

Die Krücke richtete sich auf und blick!« ihn mit starren, großen Augen an.

Ja--Du bist da, Papa!"

Dann sank fie zurück und über ihr Antlitz ging ein heller Freudrnschri».

Bardenstein umfing seine Tochter liebevoll und preßte fie zättlich an fich.

Traube, alle« ist vergessen, e« soll besftr werden!"

Papa, ich wußte es, Du bist gut. Und Wenn Max jetzt kommt, dann nenne ihn Deinen Sohn. Er ist so gut. Viel Leid und Elend haben wir ertragen. Aber jetzt hat et gezeigt, daß er arbeiten kann und Du vergißt jetzt"

Ermattet sank sie zurück.

Zärtlich küßte Bardenstein fein Kind.

Papa, gib mir Trandche»!" flüsterte die Kranke.

Die Schwester, die zur Seite stand, trat a» ein kleine« Beuchen und hob da« dort schlummernd« Kind, ein rosiges Geschöpf von zwei Jahren, empor und brackte e« zum Bett. Mit beide» Händchen reichte die Kleine nach der Mutter. Liebevoll küßte sie es.

Papa, hier ist dein Enkelchen. Sei ihm gut----"

Die Kräfte verließendi K tanke. Der Kommerzien­rath gab da« Kind, da« er th änenden Auge« küßte, der Sch-oesier zurück und bettete dann seine Tochter in seinen Arm. Still lag dieselbe da mit geschloffenkn Augen.

Dr flogZ wie Heller So nenschein über ihre Züge.

Prpa," flüsterte, fie leise,grüße Max, sage i ihm, du habest--vergesse». Wir wollen unS

dort eben froh Diederfeh n Und Weihnacht feiern. Grüße Mrx"

D!e Krank: neigte langsam den Kopf--

fie hatte ousgelttten.

T-aude, mein Kind!" schluchzte der Kommerzien­rath

Durch die Helle Weihenacht erklangen die Glocken zur Ehristmette, ernst und feierlich. Friede der Welt, vergessen sei alle« Leid; Gott hat den Mensche» seine unendlich« Liebe geschenkt, liebet euch nun auch nnterein- ander! so tönte e« in brausenden Akkorden.

6fae* Wahrhaft g«»i«k«» Schwindel fiel, wie die B 91. 9t. mütgeUen, dieser tage der I»hader eine« Gefchäftt in den Friedrichflraße zum Opfer Ser seinem Schaufenster waren zwei Herren in DiSput «erathen, der damit endigte, daß der et re van seinem Aefä.rte« der­artig in die große Spiegelscheibe gefloßen wurde, daß ste klirrend zersprang. Während der »Mer schleunigst um die Ecke verschwand, wurde der zurückgebliebene Zer- drecher der Scheibe von dem Geschäftsinhaber und seinem Kommt« festgenommen, und in da« Innere de» Laden» gefüdrt, wo man ihn aufforderte, den Werth der Scheibe mit 180 Mk. zu begleichen. Der Fremde erklärte, daß er zur augenblicklichen Zahlung nicht im Staude wäre. Sr fei SeschSit»reisendtt von anSwäris, und seine Privat­wittel beständen momentan in 60 ett, von den er SO Mk. zahlen, den Rest später einfeneen. wolle. Damit erklärte stch der beschädigte Geschäftsinhaber jedoch nicht emv erstanden. Sr forderte vielmehr den »eisenden auf, ihm zur Feststellung seiner Persöilichkeit aus die Wache

zu folgen. Der junge Mann bat flehentlich ihm diese Schande nicht anzuthun, lieber wolle er den Betrag au» den GeschästSgeldern decken, die er mit fich führe. Der Geschäftsinhaber müsse ihm aber auf der Quittung aus­drücklich bestätigen, wofür da» Geld deS Prinzipal» ausgegebeu worden fei. In sichtlich großer Erregung entnahm der Reifende hierauf feiner Brieftasche eine» Tausendmalkschein, den er dem Geschädigten übergab, «r erhielt 820 Mark zurück und die gewünschte Quittung. Dann entfernte er stch mit den Worten:Dieses Geld wird Ihnen keinen Segen bringen!" Der Geschäfts. Inhaber fühlte, als der Reisende fort war, in der Thal ein menschliches Rühren. Sr entschloß stch daher, dem jungen Manne den Betrag zurückzug-beu und ihm die Schuld zu stunden. Zu diesem Zwecke begab er fich in daS von dem Fremden als Wohnung angegebene Hotel. Hier erfuhr et aber, daß ein Reisender des Namen», den ihm der Scheibeuzertrümmerer angegeben, gar nicht daselbst wohne. Er kehrte, etwa» stutzig geworden, nach Hause zurück. Erst einige Stunden später, alS er den Tausendmal kschein wechseln wollte, stellte es fich herouS, daß e» ein Falsifikat wat, und es wurde ihm klar, daß er das Opfer zweier geriebener Gauner geworden wat.

* Der Aagkivstr» den Ware«. DaS Seheimniß des spitttiftischen Jenseits schwebt über, dem tusstscheu Hofe. DaS Organ bet konstitutionell Gesinnten ix Rußland,Osvoboj»eme* (die Befreiung) berichtet der Münchener All«. Ztg.' zufolge, daß in den dem Hofe nahestehenden Kreisen bet Einfluß des Hypnotiseurs und Okkultisten Philipp auf den Zaren viel be­sprochen wird. Die Herkunft Philipp» ist ebenfo dunkel wie sein Beruf; nach den einen stammt er auS Marseille, nach den anderen aus Montenegro und wieder nach anderen aus Tschechisch-Böhmen. Im vergangenen Frühjahr stellte ihn der Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch dem Zaren vor, der nun dem Einflüsse des Hypnotiseurs in solchem Maße verfallen sein soll, daß er nichts mehr unternimmt, ohne ihn vorher zu befragen. Die Rath« schläge erfolgten in spiritistischen Sitzungen, in denen der Geist des Zaren Alxander HI. zitirt wird, und seine Kundgebungen sollen gegenwärtig über daS Schicksal des russischen Bolks und das der kaiserlichen Familie entscheiden. Die ,Osvobvft»me' versichert, ihre Mit« theilungen seien auS durchaus glaubwürdigen Quellen geschöpft. -

* Hin postalische» Kuriosum wird »von glaub­würdiger Seite verbürg.' dem Memelet Dampfboot' gemeldet auS dem ostpreußischen Ort Kiuten, einem Kirch-, Markt- und SerichtttagSort mit bedeutender Umaegend: Seit Jahren verkeh.t zwischen der Bahn­station Szameitkehmen und dem D<,rfe Risten eint Personenpost. Dieselbe fährt seit längerer Zeit ein Besitzer aus Szameitkehmen und erhält dafür eine jährliche Entschädigung von 1700 Mk. Zur Beförderung der Post muß er bei täglich zweimaligem Berkehr vier Pferke unterh (ten. Nau geht vom 1. Dezember ab nach Bestimmung der Oberpostdirektion Gumbinnen die vom mfenbea Publikum sehr in An­spruch genommene Personenpost ein. An Stelle der­selben wird eine sog. Kariolpost ohne Personen­beförderung eingerichtet, sür welche, da fie nur ein­mal am Tage verkehren wird, nur ein Pferd erforder« lich ist. DaS Fahren dieser Kariolpost ist ohne öffent­liche Ausbietung dem Poftagenten in Stinten übertragen worden, wofür er die Summe von 2400 Mk. erhalten soll.

* Aks di« feinst« Waage der HSeli wurde jüngst eine kürzlich in der Bank von England aufgestellte W-.age gerühmt, die mit/io Milligramm Genauigkeit wägt. Bei den königlich fächstche« Hüttenwerk n Mulden» hütten und Halsbrücke, sowie an der königlichen Berg, akademie zu Freiberg in Sachsen find jedoch, wie mit« «eihe lt wird, Feiokornwaagen von */ Milligramm int Gebrauch. Sie finden zur Bornahme der Gold- und Silberprobe i Verwendung und find eine achtunzSwerthe Leistung deutscher Feinmechanik.

* Auch ein Aeifallogruud. Erster Theater­besucher:Warum applaudirrn Sie denn gar so hitzig?" Zweiter Theaterbrfucher:Ich will mir de» Dichte« anschaum, der den Schuld gefdjritbcn bat.

Heuaas Ansüunst. Herr:Körnen Sie mir kein« Noliz geben, wie mit der Firma Schwindch» macher steht?" Kaufmann: .Die Firma ficht gee nicht mehr die fitzt bereits!"

Gottesdienstordnung irr fttlta«

Sonntag, 14 Dez-mber. Kom-/i6,6 und 7 «hr hl. Messe«, */»7 Uhr hl.Mess: undstommunion der christeu- lehrpfl Jungfrauen in der Marienkapelle, S Uhr Pfar» amt und Predigt,/«JO Uhr Umgang und KathedralamL 11 Mr Christenlehre. 12 Uhr hl. Messe, 1'/. Lhr Andacht und Christenlehre, 4 chr Preoigt und Andacht, 7 Uhr Predizt und Herz-Maria- Bruder schost in der Starten« kapelle. Mittwoch, 17. Dezember. (Fest deS hl. Stur« miu») 9 Uhr Hochamt, Predigt u»d Auflegung der Reliquien des hl Sturmius. Ktadtpfarrr.^u»».. 5*/, Uhr heil. Messe und Predigt - Uhr heil. Messe und Kommunion ver Mitglieder des MüttervereinS. 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr heil. Messe und Predigt, 9*/i Uhr Amt und Predigt, 11 und 1 Uhr Christenlehre, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterv rei», 8 Uhr Bruderschaft een der Todesangst de» Herrn (Dienstag, 16. Dez. AbendS 6 Utjr Beginn der Släjigeu Andacht zur B.r- bereitunz auf das hl. Weihnachtsfest). Pfarrkirche {trat hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt wtt Predigt. 4 Uhr Andacht mit Segen. ^nnimbetg. Hl. Messen um B und >/>7 Uhr, 8 Uhr BruderschaftSm-ff., 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr Predigt und Andacht für die Terz'aren

Nrklsirnes. WrqeigerrHetL.