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„Fuldaer LeschrchtsbMek' und Eotierfe;n$fe.
Jut-a, Donnerstag, den 11. Dezember 1902.
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29. Jahrgang.
G Die Partei der Parteilosen.
I» einer der Abteilungen des Tcherl'schen Waarenhauses der öffentliche« Meinung hat jüngst einer unserer „Modernen", der sich nur alS Dichter. Theaterkritiker und ReligionSstister einen Name» gemacht hat. die Hoffnung ausgesprochen. daß in Folge der Kampfe im Reichs, tage die Zahl derer immer mehr anwachse« »erde, die der Politik und den Parteien de» Rücken kehren. Hoffentlich werde aber daraus nicht noch eine Partei der Parteilosen werden. Dieser letzte Wunsch ist natürlich nicht ernst zu nehme». Der sogenannte« „parteilosen- Presse kann natürlich nicht- lieber sein, als ein Anwachsen der „Parteilosen" im Publikum. Jetzt schox 11 die große Zahl der „parteilosen" Zeitungen im deutsche« Reiche, welche die Zahl der Parteiblätter jeder Rtchtu«g übertrifft. bede«Hich groß Wir sagen bedenklich, denn eS ist ein Zeichen der Schlaffheit, wenn ein großer Theil d«S Volkes keinen Antheil mehr nimmt an der Gestaltung seines öffentlichen Lebens. „Die „parteilosen" Zeitungen pstege» allerdings die Dinge auf den Kopf zu stellen, indem fie die Schlafmützen, die in öffentliche« A«arlegenheiten nicht Partei ergreifen, als die Edelsten der Ration rühm»», de Las „Vaterland über die Partei- stellen, die von dem „öden Parteigezänke angewidert" seien, und die sich durch die Politik nicht ihre« Charakter verderben" taffen wollten.
Solche Schlagworte find rasch geprägt, und einer plaudert fie gedankenlos dem andern »ach. Riema»d nimmt fich die Mühe, fie auf ihren innere» Gehalt zu prüfen, sonst würde Jedermann bald erkenne», daß unter ihrer bestehenden Schale ei» fauler Ker» steckt. WaS soll zunächst das Räsonntten über die Politik? Glaubt man dadurch die Politik auS der Welt zu schaffen? DaS könnte höchstens derjenige träumen, der fich ein- bildet, Politik sei et« Luxusartikel, ein Thema sttr Biertisch-Gespräche. Thatsächlich ist PolUik nichts Anderes als das öffentliche Lebe« eines Volkes und daS Bestrebe«, auf die Entwickelung derselben i« dieser oder jener Richtung Einfluß zu ge»t»nen. So wenig ein civtlifirteS Volk der staatlichen Einrichtungen entbehren ka»n, ebenso we»tg kann eS an der Frage vorbeikommen, wie diese Einrichtungen beschaffe» sein müffen. Selbst derjenige, der eigennützig nur für fich selbst sorgt, de» die Zukunft seines Volkes gleichgiltig ist, selbst der bedarf fortwährend der Gesetze zum Schutze seiner Jntereffe», zur Wahrnehmung feiner Rechte, zur Ausführung seiner wirthschaft- lichen Bestrebungen. Und nun gar die wirth. fchastvch Schwache»! Wo bliebe» fie, wenn nicht die Gesetzgebung fich ihrer annähme? Zur Gesetzgebung gehöre» aber eine Regierung und eine Volksvertretung. Oder hält man •ine Volksvertretung für überflüssigWer daS glaubt, der möge doch »ach Rußland, «ach der Türkei, nach China oder zu de« Kaffer« über- fiedeln.
Ist aber eine Volksvertretung nothwensig, so braucht man auch politische Parteie». Ober soll etwa jeder Einzelne «ach Beliebe» für krgeud ehie« Kandidaten stimmen? Soll er etwa sich selber wähle» oder einen seiner nähere» Bekannte» sei» Vertraue» schenken? Auf diese
Die Macht des Geldes.
Krdninot-Roman von Arthur Eugen Simfon.
• ------ (Nachdruck verboten.)
„Ist es denn ganz unmöglich, baß man Sie betrügen kann?" fragte Elisabeth.
„Stein, i» dem vorliegende» Falle bi» ich meiner Sache ganz ficher. -
»Wer weiß! die Dame ist vielleicht jung und ich»». dem Zauber der Jugend und Schönheit Ihm ei» Man» nur schwer widerstehe». -
„Dieser Zauber übt auf mich keinen Einfluß »ehr, seitdem ich erkannt habe, wie trügerisch er ist. Bleiben wir bei der Sache, und laffen Sie «eine Perfo» auS de« Spiele. Wen» ich Ihne» sage, daß der Betrug Ihre« ManueS vollständig bewiese» ist, so könne» Sie dieser Versicherung Glaube» schenken; ich spreche ei»e Behauptung erst dann auS, wen» ich mich vo» ihrer Wahr- Helt überzeugt habe."
„Rnd gesetzt. Sie hätte» recht, so dürfen Sie »och immer nicht verlange», daß ich mein Letztes Herren soll, um die Ansprüche jener Dame zu beftiodige».-
„Sie find gesetzlich dazu verpflichtet — der Nachlaß haftet für die Schulde».-
„Die Police ist auf meine« Name» ausgestellt und ich habe fie bereit- meinem Bruder oedtrt."
»Also wußten Sie voraus —-
„Die Schlußfolgerungen, die Vie Netze« wolle», find falsch. Herr Doktor-, unterbrach ihn
Weise hätten wir bald ein Kuddelmuddel, ei« Tohuwabohu, da- jede ReichStagSwahl zu einem Poffenspiel machen würde. Da- ewige Schimpfe» auf die bestehenden Parteien bewirkt nur einerseits, daß die Neigung zum Absolutismus, zur Nichtachtung der Volksmeinung i« gewissen Kreisen.wächst, und anderseits, daß fortwährend neue Parteigründer aufstehe«, welche die Zrr- splitterung des Volks willens und das „Sezänke" der Parteien immer schlimmer machen.
Hinter dem Schimpfe« auf die bestehende« Parteien verbergen fich gewöhnlich allerlei recht wenig lobenSwerthe Dinge. Der Eine spielt die gekkänkte Ltberwurst, weil man ihn nicht wähle» wollte, und möchte daher für fich eine neue Partei gründe«. Ein Anderer sucht damit seine Bequemlichkeit, ein dritter seine Menschenfurcht, ein Vierter seine Charakterlosigkeit zu verbergen und zu entschuldigen. Es soll nicht geleugnet werden, daß Manche auch aus achtbare« Beweggründe« vo« der Parteipolittk sernbleiben. Das find aber nur Wenige, die meisten haben allerlei weniger rühmliche Gründe oder plapper« nur papageienmäßig nach, waS ihnen ihr „farbloser" Generalzeiger rc. vorgepfiffe« hat. Einen wahrhaft charaktervollen Ma«n drängt eS, seine Ueberzeugung auch zum Besten de- Bolksganzen zur Geltung zu bringen; das kau» er wirksam aber nur im Bunde mit Gleichgesinnte«, d. h. in einer Partei. Für Katholiken, die burch eine große, erhabene Weltanschauung geeinigt werde», gilt die- in ganz besondere« Maße. Mag unS daS Eine oder Andere in der Politik mißfalle«, um so weniger habe« wir ei« Recht, ihr „den Rücke» zu wenden". Kritifiren ist leicht, Brffer- machen schwer, aber Jeder hat die Pflicht, daS Seinige dazu beizutragen und mitzuarbeite», und zwar um so mehr, je weniger er rntt der Arbeit anderer zufrieden ist. Wer aber selbst die Hände in den Schooß legt, hat auch kein Recht, andere zu kritifiren.
Berlin, 10. Dezember 1902.
X Ai»- FumbgeD«»« am b-m Kaiser soll, wie ein nationalliberaleS Blatt berichtet, von Bochumer Arbeiter« vorbereitet werden. Diese Kundgebung soll die Zustimmung und den Dank der Dbeiter für die Reden deS Kaisers in Esse» und DreSlau, sowie den Abscheu über die Kampfe-weise der Sozialdemokratie und ihr Der- hatten im Reichstage zum Ausdruck bringen. Die Kundgebung, deren Text bereits «itgetheilt wird, schließt rntt den Worten:
- „Zugleich möchten wir Euere Majestät ällerunterthänigst bitten, zu einerAenderung der Gesetzgebung die Initiative ergreife« zu wollen, damit der weitere« Vergiftung unseres Volksleben- durch eine verwerfliche Kampfe-weise vorgebeugt werden kann."
ES ist unklar, waS für eine Aenderung der Gesetzgebung die Urheber dieser Kundgebung em» pfehlen wollen. Jedenfalls können wir eine der-
Elisabeth, da« Haupt trotzig erhebend; „ich habe von diesen Geschäften meine- Manne- nie eine Ahnung gehabt, und ich übertrug die Police nur deshalb meinem Bruder, um meine Existenz ficher zu stelle«. Sie sehen, ich bin Ihne« gegenüber ganz offenherzig in diesem Punkte, und ebenso offenherzig sage ich Ihne« auch, daß ich jene Summe nicht antasten lasse« werde. Meine Schuld ist e- nicht, daß die Dame fich betrügen ließ, ich sühle mich auch nicht verpflichtet, ihr da« Verlorene zu ersetzen."
„Mtt dieser Erklärung werde» Sie vor dem Richter nicht durchkomme»,- erwiderte der Advokat, fich erhebend; „die Police bildet eine« Theil der Hinterlassenschaft und da Sie da- Elbe ohne Vorbehalt «»getreten haben, so find Sie auch verpflichtet, alle Schulde» zu decken."
Da« Dieustmädche» trat i» diesem Augenblick ein und übergab der WUtwe eine« Brief, dessen Empfang bescheinigt werden mußte.;
Gustav Varna, erkannte am Format und der Farve deS KouvertS, daß e- ein Telegramm war; er bemerke auch da- Aufleuchten in den Auge« Elisabeth-, als ihr Blick hastig über die Worte schweifte.
Sie schien zu erschrecke«, als fie. von dem Papier ansschaurnd, seinem Blick begegnete, aber im nächst« Moment hatte fie ihre Fassung wiedergefunde«.
„Mei» Bruder wird morgen zurückkomme«." sagte, „gedulden Sie fich bis dahin, vielleicht ist er besser unterrichtet al- ich; wir werde« da»« gemeinsam beralhen, ob und wie diese Angelegenheit geordnet »erde» kann."
artige Ausnutzung der Dankes-Kundgebung nicht für eine» glücklicher, Einfall hatten. Ganz be» sonders aber würden wir eS bedauern und oer» nrtheUe», wenn, wie der .Vorwärts' vermuthet, Arbeiter moralisch dazu gezwungen werde« sollte», eine solche Kundgebung zu unterschreiben. Auch wir wollen einen energische« Kampf gegen die Sozialdemokratie, aber nicht mit Mitteln, die unerlaubt find oder deren Anwendung nichts al- eine künstliche Mache bedeutet.
-V Ki»e dreiste ArfiudUMg. Die.Nord- deutsche Allgemeine Zeitung' schreibt: Die englische Monatsschrift .Nattonal Review' wärmte in ihrer Dezembernummer die Klatschgeschichte wieder auf, «ach welcher der Kaiser aus seiner letzte« Nordlandreise an Bord einer amerikanischen Dacht abfällige Aeußerungen über den König von England, die britische Regierung und das britische Volk gemacht habe« soll. Da diese Geschichte jetzt unter Bernfuüg auf die.National Review' in englische« und fravzöfischen Blätter« verbreitet und zu Hetzereien gegen Deutschland auS- gebeutet wird, ist eS nöthtg, fie als da- zu kennzeichnen, was fie ist: Sine dreiste Erfindung.
* Der K«»trnm»avg«orb»ete Fe»der, der dem Reichstage ununterbrochen angehört hat, wird nach der .Neuen Badische» LandeS- zeitung' kei» Ma»oat mehr a«»ehme». Lender ist 1830 geboren. AIS fein Na 1 folger im Reichstag-Wahlkreis Baden-Bühl-Rastatt soll der Führer deS badischen EentrnmS, Wacker, ausersehen sei«.
X Bon einem Ae«tr*m«fü-»er will der ,V»r»LrtS' Bruchstücke deS Stenogramms einer Rede erfahren habe», worin derselbe sehr scharf über daS Vorgehen der Mehrheit und namentlich über daS Kompromiß mit der Regierung urtheilt. Der .Vorwärts' nennt de» Name« dieses angebliche« Führers nicht; so lange er dies nicht »ach- holt, müssen wir annehmen, daß der.Vorwärts' entweder selbst die Unwahrheit sagt oder hereingelegt worden ist. In der CenttumS - Fraktion deS Reichstages weiß «an absolut nichts von einem Mitgliede, geschweige denn von einem „der bedeutendste«, einflußreichste« und geachtetste» Führer", der fich in dem vom.Vorwärts'angegeben«» Sinne geäußert haben könnte. Abg. Müller- Fulda, auf den ei» Blatt räth, steht genau auf dem entgegengesetzte« Standpuntte.
+ Di- Mehrheit fit bat Antrag chrööer war noch größer, als i« unserem gestrigen Reichs- tags bericht angegeben wurde. Die Annahme sollte mit 176 gegen 126 Stimmen erfolgt sei». Nachträglich hat fich aber herauSgestellt, daß bei der Zählung der Stimme« ei« Fehler vorgekommen ist. Der Antrag ist thatsächlich mit 206 gegen 92 Stimme« bei 8 Stimmenthaltung,« angenommen worden.
+ Alnerkedigle zserathMngsmat-rialie« be» Atetchotag». Nach Beendigung der Zoll- tarifberathung und Verabschiedung deS Zolltarifs bleiben für das Plenum deS Reichstags im Jahre 1903 folgende Vorlagen zu berathen: Etat für 1903, Gesktzentwurf betriff,ad Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben, Gesetzentwurf betreffend PhoSphorzündwaaren, Gesetzentwurf betreffend Kontrolle deS ReichShauShatt-etatS pro 1902; ferner die Denkschriften betreffend die seit dem Jahre 1875 erlassen,» Anleihe.
Der Advokat stand mit dem Hut in der Hand vor ihr; au« jedem Zuge seines Gesichtes sprach der Unwille über die Komödie, die er jetzt klar durchschaute.
„Ihrem Wunsche, so lange zu warten, kann ich nur dann Nachkommen, wenn Sie mir di, Police übergeben," sagt, et; ich frage Sie zum letztenmal, ob Sie dies wollen!"
„Nein, ich würde eS dann auch nicht thu», wenn ich da- Dokument «och besäße well ich eine Verpflichtung daz» nicht anerkennen kann! '
Dann muß ich di, roettete Verfolgung dieser Angelegenheit dem Untersuchungsrichter 66,t» trag,n."
„Sie werden damit schwerlich etwa- erreichen."
„DaS wollen wir abmatten; ich will meint Pflicht erfüllen; Sie selbst zwingen mich dazu."
Gustav Varnay »ahm mit diese« Worte« Abschied; der Weg, den er gehe» mußte, »ar ihm jetzt vorgezeichnet.
3. Kapitel.
Paula Hag,« sollt, fich i« ihr«« Hoffnung«« bittet getäuscht sehen. Gleich nach der Unterredung mit dem Rechtsanwalt Barnay war die Wittwe Griesheim abgereist und Niemand vermochte AuS- lauft darüber zu geben, wo man fie und ihren Bruder finde« konnte.
DaS Gericht legte freilich die Siegel an, ab« wie der Advokat oorauSgr sehen hatte, fand man in dem Nachlasse nichts vo» be» Werthpapiere», die früher da-Sigenthum Paulas gewesen waren.
DaS Moblliar hatte di« Wittwe verkauft und da- Geld dafür in Empfang genommen; der
g,fetze, über die Reklamationen D-utschlands gegen Venezuela, die Bekanntmachungen betreffend Bestimmungen für den Kleinhandel mit Gar», betreffend Einrichtung und Betrieb von Roßhaarspinnereien rc., die Uebn sicht über die Ergebnisse des HeereserqänzuNgSgeschäftes, die Polen- interpellation über Hebelgriffe von Gerichten und Polizeiorgane gegen polnische Redakteure, Verhängung d«S Boykotts Über polnische Geschäfte und Über das Verfahre» auf den Standesämtern bezüglich der Namensgebung. Dazu komme» «och Rechnungssache« zur Kenntnißnahme, zahlreiche Petitionsberichte und eine Unmenge von Initiativanträge».
+ D-r preußische Aandtag soll nach der »Neuen Politischen Korrespondenz' auf den 8. Januar einberufen werden. Wir glauben, daß dies, Angabe nur auf Vermuthung beruht. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, daß die Einberufung entweder auf den 8. oder auf de» 13. Januar erfolgt; denn herkömmlicherweise wird der Landtag entweder an einem Dienstag oder Donnerstag einberufen.
+ Eine Drotestversammlung der Besitzer und Leiter von Brauereien Deutschlands nahm einstimmig eine Erklärung an, welche die Erwartung auSfpricht, daß, wenn der Reichstag di, brabfichtigt« Erhöhung des Gerste »zolle-, sowie die differentielle Behandlung von Brau- und Kuttergerste beschließen sollte, der BundeSrath einem derartigen Beschlüsse seine verfaffungS- mäßige Zustimmung versagen werde.
A«« dem Reichstage-
-W 233. tgitzwlg DB» 10. Dazewbar 1902,10 Uhr.
Die Berathung des Zolltarif zefetzeS wird fortgesetzt.
Präsident Graf Nalkestrem macht dem Hau» zunächst Mttthetluug über daS Srgebuiß der Untersuchung über die mehrfachen in der Sitzung vom 4. dS. Mt«. laut gewordenen Beschwerden von link«, darunter auch über BroemelS Beschwerde über die Temp-ratur-Ber- hältuifle im Saale. DaS Thermometer auf der linken Seite hab» von WorgeuS bis AbendS nur geschwankt zwischen 18,4 und 19,9 Vrad ErlsiuS. Ueber zu geringe Temperatur könne fich also Niemand beklagen.
Abg. Arendt (Reich«».) erstattet nunmehr ein ganz kurze» Referat Über wasserdichte Gewebe, Linoleum, Buchbinderzeugstoffe re. Darauf thetlt der
Präsident Graf zSalke strem mit, eS seien ihm wieder zu dem Referate mehrere Anträge zugegangen. Sin Antrag Stockmann ans Rückverweisung bei ganzen Refe- ratSabschntttes, ein Antrag Stadthagen aufRückver- weiiung einer Position, und ein Antrag Spahn auf Uebergang zur Ta- eiordnnng über jene beiden Anträge. 6hc bemerkte dazu noch: gestern habe er noch die Redner für und wider den Uebergan, zur Tageiordnung länger ali 6 Minuten sprechen lasten. Nach reiflicher Ueberlegun, habe er sich aber gesagt, daß auch der einfache Ueberaang )ut Tagesordnung eine einfache GefchäftSordnunftSfrago ei. Auch zu den Anträgen auf Uebergang zur Tagesordnung 1 inne er daher nach dem gestrigen Beschluß dei Hauses nur noch 5 Minuten Redezeit gewähren.
Hierauf wird, dem Anträge Spahn entsprechend, Uebergang zur Tagesordnung beschloffen mit 198 gegen 41 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen.
Weiter referirt Ab,. Anrz über «leider, Putzwaareu, künstliche Blumen und Schuhe auS Sesptnnstwaare», Schirme, Samen aus Menschenhaaren, zugerichtete Schmuckfedern, Fächer, Hüte.
rr folgt wieder ein Antrag Alb re ch t auf Rück»«« Weisung einiger Positionen, fern« ein Antrag ach TageS-Ordnung, der aber diesmal von dem Abg. Haase (Sozd) gestellt ist.
Abg. Haase, der für die TageS-Ordnung daS Wow «hält, erklärt kurz: ich verzichte.
Käufer forderte die Auslieferung, die ihm nicht verweigert werden konnte, da er im Besitze rechtskräftiger Dokumente Über diese» Handel war.
Di, LrbenSverficherungS'Grsrllfchast hatte die volle Summe an be« Bruder Elisabeths auSge- zahlt; fie wartete aber vergeblich auf die ihr versprochene öffentliche Anerkennung. So war den» kein, Möglichkeit vorhanden, dem armen betrogene« Mädchen auch nur den kleinsten Theil d« verlorenen Summ« zu retten, und ei» Prozeß ko«»te unter diese« Umstände« ihr «ur nutzlose Koste« beretten.
Selbst wenn eS gelang, de» jetzige» Wohnort Elisabeths ,»erforschen, durste man darauf ton« Hoffnungen gründen; «S war ja voraus,»sehe», daß fie ihr Vermöge» gegex jeden Prozeß ficher- gestellt hatte.
JmLaufe der nächste« Zeit meldete« fich an- bete Personen, die ebenfalls, und zwar genau ta derselbe» Weise, betrogen worden waren; mA jener Annonce hatte Roderich GrieSheim auf bbe Habgier und Leichtgläubigkeit der Menschen spekn« litt und manches Opfer in die plumpe Falle gelockt. Jetzt erst stellte eS fick betau», daß er nnb fein ebenso ehrloser Schwager nut vom Betrug« gelebt hatten, und auS den gemachten Elfahrun- gen durste Gustav Barnay wohl den Schluß ziehe«, daß Elisabeth vo« dies«, Betrügereien genau nn teltichtet, vielleicht an ihnen beteiligt gewesen »ar.
Paula fügte fich mit größerer Ruhe in bas Unabänderliche, alS der Advokat erwartet hatte.
MU ihrem elften Versuch aus dem lüerari- scheu Gebiete errang fie einen Erfolg, der fie befriedig«« konnte; daS Honorar, welches ihr be»