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Fuldaer

mit üe» SeüLgen

Juköa, Dimstag, dm S. D^ember 1902.

M 283.

trfdfrint täglich.

»««»ahme btt eab Seiet*

mehr hat.

. . »an*, s. Di». 1202. Pri», OSk.r, der »weiljüN.Pe Sehn de« Kaiser«, erlitt am Eam«ta, m Plön bei» Recklxrnr« durch Ab-leiteu eine» Unfall, der al« leichter Bruch de« iwsiersiex «ude« de« «chlüffel- beine« fest,»stellt würbe. Rach »»len«», ftxe, »erbanbe« konnte der Pein, bereit« «ester» den Schloßpark befucheu und heute de» Unterricht in der Pri»,«schule wieder beiwohnen. DaS Welff'schr »«mit meldet: DaS Ultimatum Deutschland« und «»«land« an «ene,uela wurde Kester« in Caracas überreicht. Der .Reich«-

gesunde», Herr Doktor; dieser sogen. Antheil am Gewivn betrug für mich 20 Pro,ent von meinem De-rlehen. Von einer späteren Rückzahlung «ar allerdings keine Red«, schon deshalb nicht, «eil ich ja wünschen mußte, diesen Zinsfuß so lange wir möglich ,« dezrehrn. Einer Dame kann man wirklich keinen Vorwurf machen, wenn sie in dieser Weise betrogen wird; ich »erstehe von solchen gefährlichen Dingen nichts und ich hatte Nieman- den, den ich um Rath bitten konnte."

Ihr Herr Bruder"

"Seine Garnison ist wett von hier entfernt; mir blieb auch keine Zeit, ihm deshalb zu schrei- den, Herr GrieSheim drängte ,um Abschluß und dar G-ld «ar bereits in seinen Händen, ehe ich mir selbst die Sache reiflich überlegt hatte. Ich will ja zugeben, daß etwas Gewinnsucht im Spiele war." suhr die junge Dame tief aufathmend fort; "aber »ersetzen Sie fich in meine Lage, dann «erden Sie mir keinen Lorwurf daraus machen.

Der Blick Gustavs ruhte »M THeilnahme aus seiner Klientin. . ,

Wen» nun ei» anderer der Betrüger gewesen wäre! Es widerstrebte ihm, der Frau, die er einst so innig geliebt hatte, mit einem Prozesse zu drohe», der die Ehre ihres Mannes und viel- l» cht auch ihre eigene vernichtete; jeder ander« Verso» würde er ohne Bedenken eine ablehnende U«t«ort gegeben habe», aber hier konnte er eS nicht; dar Vertrauen dieser Klientin und ihre Bitte um seinen Rath und seine Hilfe ließen keine Ab. lehnung zu. ,,

Ich glaube, eS würde rathsam sei», wen» Sie zu der Wittwe hingingen und diese Dame mit der Sachlage bekannt macht«»," sagte ex;

»twtiMMtoman von Arthur Eugen Simson. |

6 ------ (Nachdruck verbot««.)

Sch hätte Ihnen da« aller Voraussagen könne«, ehr Sie de« Vertrag schloffen," nickte Gustav;die Sache gehört vor das Forum der Lrirninalbehörd«, und ich fürchte, auch diese wird Ihnen keine Genngthuung für den Betrug geben vnnen, da ja der Betrüger dem irdischen Richter entrückt ist. Wie hieß der Betreffende?"

Roderich Griesheim."

Der Advokat sah die junge Dame starr en; für einen Moment stockte das Blut in seinen Adern; sei» elfter Gedanke galt der Wittwe der Betrüger« u»d unwillkürlich erinnerte er stch an das Urtheil, das kurz vorher fein Bater über Griesheim gefällt hatte.

Sie schsmeu de« Herrn zu kennen," sagte Paula, der diese Ueberraschnng nicht entgehen konnte.

Ja, ich habe ihn gekannt, aber nicht von dieser Sette," antwortete er;ich hielt ihn für einen Ehrenmann."

«r macht« ja auch aus mich diese» Eindruck, ich glaubt,, ihm volles Vertrauen schenken z» dürfe». In diesem Hause bi» ich nie gewesen; «r soll -ine Wittwe in anscheinend guten Verhält, »iße» hinterlaffe» haben; ich h ge die leise Hoff­nung, daß sie die Verpflichtungen ihres Mannes «inlSsen wird."

Gusts» schüttelte zweifelnd daS Haupt; er konnte diese Hrffaurig nicht theilrn, daS Bild der rinftige» Sekedlen verblaßte noch mehr »nd ihm

9 Hf-ter-v«-«, 8. Dez. 1902. Rußland gedenkt «ine neue Einrichtung zu begründe« durch die Errichtung von Zollämter» in »er Mandschurei an der östlichen Grenze und an der Grenze de» Pachtzebiets vo» Port-Arthur, wo Zölle nach dem chinesische» Tarif erhoben und a» China bezahlt »erben sollen. Dre Armier sollen der Aussicht PrataflrffS, der bi, vor Kurzem' Ftuanzsekcetär i» Port-Arthurwar, «»- tnstellt werbe*. Dem Namen nach bleibe« dir Zollämter, um den guten Schein zu wahren, mözlicher Weise der chinesischen S-e-Zollv-rwal- tung unterstellt, doch ist die offenbare Abfich. deren vollständige roStrennung von aller Ein- Wirkung oder Kontrolle seitens der General-Jn-

Deutsche* Deich.

Berlin, 8. Dezember 1902.

Hfsiziöfe» Dementi. Die oberosstziöse .Rordd. Allg. Ztg/ schreibt:I.. mehreren Blättern werden irresührende Angaben über die Stellung der verbündeten Regierungen zur Frage der Kündigung der Handelsverträge, über bereits schwebende Handelsvertragsverhandlungen mit anderen Staaten und endlich über eineneue Militärvorlage" alsWahlparole" verbreitet. Alle diese Behauptungen, deren Ab- sicht leicht zu durchschauen ist, sind auS der Lust gegriffen." - Unseres Wissens hat es fich in den letzten Tagen nicht darum gehandelt, inwiefern eine neue Militärvorlage alsWahl­parole" ausgegeben «erd.« soll, sondern einfach darum, ob »och in dieser Sesfion eine weitere Erhöhung der Friedenspräsenzstärke über das Gesetz von 1899 hinaus beabsichtigt wird.

* Ki»e neue politisch- Daxtei. Im »Gießener Anzeiger' lese» wir:Auf Beran, laffung des Legationsraths Freiherrn von Eck- Hardt stein, ehemaliger 1. Sekretär bei der deutschen Botschaft in London, findet am 16. Dezember zu Frankfurt a. M. im Hotel Imperial eine Zusammenkunft einflußreicher Persönlichkeiten auS der Provinz Heffen-Naffau, dem Großherzogthum Hesse» und den angrenzen­den bayerischen, württembergischen, badische» »nd preußische« Gebieten statt, in der eS sich »m die Gründung und Organisation einer neue« politische» Partei, einer Kaiservartei" handelt, Die neue Partei soll selbständig durch Aufstellung vo» Äanbibate« in die Wahlen zum Reichstag uxb zu de« Land­tage» eingreifen u«o alle diejenige« Bevölkerungk- kreise i» fich aufnehmen, die gesonnen find. [ einerseits sowohl bet Ueber-Agrarier. alS auch andererseits den Sozialdemokraten entschlossen die Stirn zu bieten und die kaiserliche Politik, namentlich in Zoll-, Kanal-, HeereS- und Marine- frage» zu unterstützen. Gerade de» jetzige« Zeitpunkt hält man für besonders geeignet zur Gründung dieser »ielersehnten Mittelpartei, da »ach Anficht Derjenigen, welche fie gründe« «olle», überall Mißmuth über die alte« Par­teien herrscht. Herr vo» Eckhardtstei« wird fich fet einem hessische« oder hessen-nassauischen Wahl-1 kreise al» Kandidat sür den Reichstag ausstelle» laste«. Angeblich «ird die neue Partei i» allen Wahlkreisen des deutsche« Reiches bei den nächste» Reichstags wählen Kandidaten auf­stellen."

* Jusamm-Rf-tztmg» Aonbeknüam- wmt. AlS Ergebntß einer vorn Vorstand der Deutschen HandelStages ««gestellten Umfrage über die Zugehörigkeit der Mttglieder der gesetzlich zur Vertretung vo» Industrie n»d Handel be­rufenen Körperschaften zu Industrie und Handel nach dem Stande vom 1. September b. I., «ird i» bet Zeitschrift .Handel «nd Gewerbe'

drängte fich jetzt die Frage auf. ob Elisabeth fich an diese» Betrügereien ihrer Manne» bethelligt habe eine Frage, auf die er keine Antwort sand.

Haben Sie nur mit GrieSheim verhandelt oder schloffen Sie de« Vertrag auch mit seinem Schwager Gruner?" fragte er «ach einer Pause.

Nur mit Roderich GrieSheim."

Seine Fra« lernten Sie ebenfalls nicht kennen ?*

Nein, Herr Doktor!"

Und daS Kapital übergaben Sie ihm in Wertpapieren?"

Paula nickte bejahend und legte einige Papiere auf de« Schreibtisch.

Hier ist der »ertrag und ein genaue» Der. zeichmß der Obligationen, die er empfange« hat," sagte fie;vielleicht finde« dies« Obligatio»-« fich in seinem Nachlasse und dann bi« ich wohl be­rechtigt, fie als mein Eigeuthum zu reklamireu."

We«n dieser Fall festgestellt «erde» kann, allerdings," erwiderte der Advokat, während er einen Blick in dir Pap ere warf.Der Wort- laut des »ertrage» hat Ihne» wohl auch kein Mißtraue« eingeflößt?"

Mißtrauen?" fragt« Paula betroffen.

Sie werden in diesem Vertrage gewisser- maßen als Thetthaberin eine» Geschäft« bezeichnet; Sie erhallen einen bestimmten Prozentsatz vorn Gewinn, und es ergibt fich daraus in natürlicher Folgerung, daß Sie mit Ihrem Kapital wie am Gewinn, so auch am Verlust betheiligi sied. Gries­heim hat fich für alle Fälle gefichrrt. Sie konnte« da« Darlehen nicht zurückfordern, unb ihm war es leicht, den Bewei« zu führen, daß e« durch Ge­schäftsverluste gänzlich absorbirt worden sei."

Das alles habe ich in diesem Vertrage nicht

anzeiger' meldet: DaS Mitglied de« SesundheitSamtS, Regier«»gSrath Adelheid, ist ,u« Direktor im S-su»b- heitSamt unter Beilegung deS Charakters alS Geheimer RegierungSrath ernannt.Der. StaatSanzeiger meldet: DaS Staatsministerin« trat heute zu nner Sitzung unter de« Borfitz des Reichskanzlers Trafen e. «Mo» zusammen. - Abgeordneter Röstcke-Deffan hat sich der reifinni,en Bereinig«», angeschloffen, «n Stelle deS auS der SeschLfrsorduungskommifston auSgeschiedeue» BizeprLfidenten Büfing wurde Hoffmann-Dillenburg in die «ommisfion gewählt.

* Mainz, 8. Dez. 1902. Sestern tagte hierseldst eine zahlreich besuchte Bezirksver- amrnlungder katholischen Männer- und Arbeitervereine vo» Mainz Stadt und Sand. Die Versammlung nahm eine» glänzende« Ber- auf. Es sprachen unter großem Beifall nach einige« Begrüßungs«ortrn deS Borfitzenden deS Mainzer Vereins, Herr» Albert, Herr Mözefan- präses Pfarrer For schner, sowie die Herren Zandtagsabgeordneten Dr. Frenay und Mol- than. Aus Antrag des Herr» Adg. Mollhan beschloß die Versammlung einstimmig, den VerbandSvorstand mit der Absendung folgender Resolution au den Vorfitzenden der Ce«- trumsfraktion des Reichstags, Herrn Grafen Hompesch zu beauftragen: Der Bezirkstag der kathol. Männer- uns Arbeitervereine von Mainz Stadt und Land spricht der CentrumSfrak- tion de« deutschen Reichstages für die besonnene Haltung in der Zolltarif- frage Dank und Anerkennung auS in voller Würdigung der Thatsache, daß die vorgeschlage­nen Kompromißsätze geeignet find, ebenso de« Jntereffen der Industrie als der Landwirthschast nach'Möglichkeit Rechnung zu tragen. Die Ver­sammlung spricht der CentrumSftaktion des Weiteren ihre Anrrkennnng aus für die würdige und entschiedene Vertheidigung der Würde des Reichstages und der Rechte der Volksvertretung gegenüber dem beispiellose« und unerträglichen TerroriSmuS der Sozialdemokratie und freisinnigen Vereinigung, die durch rohe und zügellose Ob­struktion und Skandalszenen der schlimmsten Art den deutschen Reichstag und de» Parlamentaris­mus herabwürdigen und damit auch zugleich das kostbarste politische Gut deS deutschen Volkes, .das Reichstagswahlrecht, gefährden."

vom 6. Dezember mttgetheilt, daß in Preußen bei 90 Handelskammer« von 1959 Mitgliedern 1106 der Industrie und 853 dem Handel, im gesammte« deutschen Reich bei 149 Körperschaften von 3070 Mitgliedern 1716 der Industrie und 1354 dem Handel angehören. Von de« 1716 vor«iege»d Industrielle».gehören 105 gleichzeitig dem Handel und vo» de» 1354 vorwiegend Handeltreibenden 117 gleichzeitig der Industrie an.

* Iur Welfeufrage wird der »Deutsche« Zeitung' auszuverläffigsr Quelle" eine Aeuße' rung deS Herzog« vo» Cumberland mttgnymt, die dieser einer ihm nahestehende», in polnischer Hinficht national gesinnte» Persönlichkeit gegen­über gethan hat: Er, der Herzog von Cumber­land. habe seinem Vater schwören müffen, nie auf Hannover zu verzichte», und diesen Schwur wolle er halten. Von seinem Sohne jedoch habe er nicht ein derartiges Versprechen verlangt, und diesem stehe es frei, sobald tS an ihn kommt, auf Hannover zu verzichten, in Braunschweig zur Regierung zu gelange» und dadurch den Welfen- strett zu erledigen. Diese Aeußerung zeigt, daß auch der Herzog von Cumberland der politische« Einsicht zugänglich ist, di« den anderen deutschen BundeSsürften im Rahmen deS neuen Reiches eine segensreiche Mitwirkung am nationalen Leben ermöglicht. t ~ '

Stempelst«««*. Nach Nr. 48 des Tarifs zum Stempelsteuergesetze vom 31. Juli 1895 find schriftliche (auch durch Briefwechsel zu Stande gekommene) Pacht-, Afterpacht- Mieth­und Aftermiethoerträze sowie antichretts t e Ver­träge (Pfandnutzungsverträge) über unbewegliche Sache«, sofern der nach der Dauer eines ganze« Jahres zu berechnende Picht-,Mikth- rc. Zins mehr alS 300 Mark beträgt, mit p/io vom Hundert des letzteren zu versteuern. Der Verpächter, Afterverpächtsr, Vermiether, Afterverrniether oder Verpfänder hat die vorbe- züchnele«, während der Dauer be« Kalender- jahres in Geltung gewesenen Verträge bis zum Ablauf deS Januars de» folgenden Jahre« in ei« Verzeichniß einzutragen und dasselbe inner­halb der vorerwähnte» Frist bei dsmjinigen Hauptamt oder Steueramt bezw. Nebenzollamt, in deffen Geschäfts bezirk die betreffenden «rund- stücke belegen sind, oder bei einem benachbarten Stempelvertheiler zur Versteuerung vorzulrgen.

Doppelt 8-fatzr-u- Schn-llzsis-. In­folge der anhaltende» Kälte werden die durch- gehenden Schnellzüge fast alle getrennt, d. h. doppelt gefahren, sodaß Vor- und Nachzüge ein- gerichtet find. Hierdurch wird erreicht, daß die Sßaaen gleichmäßig erwärmt werde» und bleiben, während bei langen Züge» die Hinteren Wagen kalt find und kalt bleiben, weil der Maschinendampf sie entweder überhaupt nicht, oder erst dann erreicht, wenn er keire Heizkraft

-41 .fflustrirte Sonnlags-Zeitung11,iuldaet gerchichkbMtt' und rsaeffeMtK.

Zeugengebühren.

Von Amtsrichter Dr. jur. Texge.

-------- (R«chd«S eetitiee.)

Einer Vorladung als Zeuge Folge leiste« zu müffen, gehört nicht zu den Annehmlichkeiten deS Leben«. Man wird herauSgeriffe» aus seine« täglichen Geschäften und Arbeiten, muß unter Umständen in wenig behagliche» Räume« recht lange unthätig warten, ist einem peinliche» Ver- höre über mehr oder weniger unangenehme Di»g« auSaesetzt und steht außerdem unter dem schwer« Drucke deS Eides. Und doch muß jeder Staats­bürger diese Pflicht auf sich nehmen, da ohne fie *"si7werben dann wohl erfahre«, ob der Nach­laß GrieSheim« so bedeutend »st, daß ein Prozeß sich der Mühe lohne» würde." .

Ich würde wenig oder gar nichts erfahre», erwiderte Paula, leicht da« Haupt wiegend.Daß die Wittwe vo» de« Betrügereien ihre« Manne« «enntniß gehabt hat, läßt fich wohl kaum bezwei- fein; sie wirb auf meinen Besuch vorbereitet sei» und mich mit glatten Worte» und klägliche» Jere- miade» adspeisen. Ich wollte Sie bitte», Herr Doktor, diesen Gang für mich z« übernehme«; Sie laffen fich nicht Letrüzen, mtt Ihrem schar- sen, erfahrene» Blick werde» Sie bald erkenne«, wie die Dinge liege« unb Sie könne« auch beffer als ich mit der Fran ein ernstes Wort rede«.

Gustav blickte, in Nachdenken versunken, vor fich hi«; e« war für ihn ein schwerer Ganz, aber durfte er die Erfüllung dieser Bitte ablehne«? Und war er nicht verpflichtet, der Betrogene» zur Sette zu stehen?

Der Nachlaß müßte sofort versiegelt werden," nahm Paula das Wort;die Befürchtung liegt nahe, daß der werthvollste Theil der Hinterlasse«, schäft heimlich verschleppt wirb "

Ich glaube ba« kaum," erwiderte der Advokat, ich kann mir wenigstens nicht denke«, daß Fra« Gn-sheim so ehrlo« handel« wird. Ich war tu frühere« Jahre« mit ihr befreundet, zwischen ihrer und meiner Familie sand damals ein reger Verkehr statt." .

AuS den blauen Ange« der Mgen Dame streifte ihn verstohlen ei« rascher, forschender Blick, aber sie entdeckte in dem männlich schöne», »ssenen Antlitz keinen Zug, der ihr Mißtrauen einflöß« Konnte.

29. Jahrgang.

spektio» der Seezölle. Zum Jahrestag be« Falles von Plewna hat der Zar an die russische Armee und Flotte einen Erlaß auS Livadia ge­richtet, dessen Schluß lautet:Fall« »ach den unersorschlichen Rathschlüffe» unserem Vaterlande eine Prüsungszett beschießen werden sollte, bin ich überzeugt, daß meine ruhmvolle Armee und meine heldenrnüthige Flotte, die meinem Herzen theuer find und «ahestehe«, ihre Pflicht dem Throne und dem Vaterland gegenüber ehrenvoll erfülle» werden."

® Ne» 6. Dez. 1902. Die Flotten- demoustration gegen Venezuela hat be­gonnen. Je ein deutscher und britischer Panzerdeckkreuzer ankern vor Sa Suayra, dem Hasen der Hauptstadt Caracas: Die ge­schützten KreuzerVineta" undJnbefati- gable". Der deutsche Kommodore Scheder beabsichtigte »ach der .Köln. Ztg.' ursprünglich de» Hase» von Puerto Cabello zu besetzen und rief die vor St. Thomas ankernde geschätzte G a z e l l e" zur UnterfiützunZ herbei. Er dampfte Ende November an Bord derVineta" nach Puerto Cabello, kehrte aber nach kurzem Aus- enthalt nach der Kabelstation Willemstad zurück und wählte, nachdem er fich mit dem Aus­wärtigen Amt unb dem Admiralftab der Marine i«S Gnvernehmm gesetzt hatte, La Huayra zum Stützpunkt seiner Bewegungen. Großbritannien schloß sich diesem Plane an und sandte den Kreuzer zweiter KlaffeJndesatigable" v^n Port os Spät« nach Guayra. Der deutsche Kreuzer befitzt eine» erheblich größeren GefechtSwerth als der britische, den er in feer Wasserverdrängung, der Bestückung, der Panzerung und der Be- satzungSstärke übertrifft. DieJnüesatigable" weist lediglich eine größere Srsch Bindigkeit auf. Nach der Ankunst vor La Guayra erthellte der Kommodore dem vor Curagao ankernden Kanonen« bootPanther" be« Befehl, sofort zur Unter- stützung herbeizueilen. Das Schiff liegt seit dem 1. Dezember im Hasen. Am Sonntag ist auch der brutsche KreuzerGazelle" in Sa Gaay:» eingetroffen. Der KreuzerFalke" ankert noch vor Willemstad.

9 Nesiirrs. 8. Dez. 1902. In China ist nach einer Reuter-Meldung aus Peking der bisherige Bizekönig von Nünnan, Wei-kuang- tao, als Nachfolger Limkun-yis zum Bize- könig der Provinz Liangkiang ernannt worden. Er stammt, wie fein Vorgänger, an« Hunan und gilt al« fortschrtttSfteunblich und energisch.

T^flusländ