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mit «leit Beilagen

IMrirte Sonntags-Zeitung”, »Juldaer Geschicbtsbläfter und rofterFe-tisft.

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29. Jahrgmg.

3fuü6a, Donnerstag, den 4. Dezember 1902.

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Anficht vertheidigen wollte, wurde er ungezogen. Später, als er zur Universität ging, find wir auseinander gekommen und ich habe mich seitdem nicht mehr um ihn bekümmert.*

Die junge Frau stützte das Haupt auf den Arm und ihr sinnender Blick schweifte in die Ferne; an ihrem geistigen Auge mochte« wohl die Bilder der Vergangenheit vorüberziehen, die ihr vielleicht zeigten, was sie verscherzt hatte.

«Ich hoffe, wir werden den Rechtsverdreher nicht nölhig haben," fuhr Willi nach einer kurzen Pause fort; „muß den Direktoren die Hölle heiß gemacht werden, so kann ich das selbst besorgen. Die Crsfions«Urkunde, die du ausgestellt hast, bevollmächtigt mich, das Geld in Empfang zu nehmen und darüber zu qutttire«; sobald ich S habe, reise ich ab, und was dann auch komme» sollte, Dir kann man nichts nehmen; denn wo nicht« ist, hat der Kaiser sein Recht verloren."

Er lachte höhnisch und strich mit der Hand über seinen schwarzen Knebelbart, während er am Fenster stehen blieb und auf den verwahr»

sein wird, al« die jetzige u«d ob nicht bei Ab­lehnung de« Tarifs, die Möglichkeit, beffere Zoll­sätze für die Landwirthschast zu erreichen, dauernd verloren geht.

10. Da« Zustandekommen des Tarif« bedeutet einen Sieg über die Obstruktion der Sozial­demokratie, besten moralische Wirkung nicht zu unterschätzen ist und entzieht zugleich den Hetzereien de« Bunde« der Landwirthe den Boden.

Welche Gründe sprechen vom laudwirthschaft- lichen Standpunkte aus gegen die Annahme de« Zolltarif« trotz der von der Regierung gemachten Konzessionen.

1. Die Forderungen der Laudwirthschaft find nicht durchweg in vollem Umfange erfüllt worden. ,

2. Die Zölle für Vieh und Fleisch können durch Handelrverträge, wenn solche vom Reichstage angenommen werden, auch wieder mehr oder minder herabgesetzt werden.

3. Der Zoll für Quebrachoholz könnt« gleichfalls mit Zustimmung der Retchrtag« wieder herabgesetzt werden.

4. Der Tarifentwurf und di« Kommisfion«. beschlüste enthalten keinen Milchzoll, welcher ür die Landwirthe an der holländischen Grenze von der größten Wichtigkeit wäre, weil keine Sicherheit dafür gegeben ist, daß die bestehenden Einfuhrbeschränkung« für Milch auch in Zukunft aufrecht erhalten bleiben.

5. Er besteht keine Bindung bezüglich de« Hopfenzolls, der im Handelsoertrog mit Oesterreich und Rußland voraussichtlich herab­gesetzt wird.

6. Die vorgeschlagenen Zollsätze für Gerste werden vielfach noch al« ungenügend angesehen.

Die prozentual hohen Zollsätze für Vieh er­scheinen nur deshalb so exorbitant, weil die be­stehenden Zollsätze für Vieh eben doch verhältniß- mäßig niedriger waren und z. B. für Rindvieh kaum 2—4°/», für Schweine kaum 6°/« de» Werthe« betrugen, während die neuen Zollsätze etwa 21—22°/« auf Rindvieh und 15—16"/« auf Schweine ausmachen.

;e chmacklosen Ausdrücke auch hier zu gebrauchen, I ab« sich durchaus nicht verbünde», sondern ihre« wegen der Herabsetzung oo« Jndustrie- illen gegenwärtig Krieg mit einander. Im lebrigen ist es recht interessant, daß auch ein remokrattsches Blatt — es ist das.Würzburger Journal' — so energisch ,ür hohe Setreidezölle eintritt.

Nun aber der „Verrath". Wo steckt er?

Mit Recht werden von den verschiedenen blättern, die die Interessen der Landwirth- chast verfechte», folgende Punkte als bebauet- ich und tadelnSwerth an dem Kompromisse an­geführt:

Der Gerfienzoll von vier Mark wird vielfach al« ungenügend angesehen, namentlich also in oevjmigen Bezirke», in denen der Anbau von Berste eine hervorragende Rolle spielt. Ueber- raupt find die Forderung« der Laudwirthschaft n dem Kompromiffe nicht in ihrem vollem Um- ange erfüllt. In de» Hopfengegende» vor alle» Dingen ist man sehr wenig erbaut von der Be­handlung deS Hopfens und hegt die Befürch­tung, daß die Zollsätze für Hopsen in den Handelsverträgen mit Rußland und Oesterreich- Ungarn sehr erheblich unter den Generaltaris hinuntergedrückt werden möchte«. Gebranntes Kind scheut das Fruer — man weiß ja, wie eS früher damit geschehen ist! Dann kommt der wunde Punkt der Zölle für Vieh und Fleisch. Die gesetzliche Bindung derselben ist gefallen. Man sagt, Graf Bülow habe dieselbe ganz ent­schieden abgelehnt und in de» Kompromtßver- Handlungen ebenso bestimmt behauptet, dem nächsten Reichstage werde kein neuer Zolltarif vorgelegt werde», wenn jetzt die Verständigung über den gegenwärtigen Tarif scheite: n sollte. Man hat also keine Bürgschaft dafür, daß diese Zölle bei den Verhandlungen über neue Handels- öertrage nicht sehr erheblich heruntergesetzt werden unter die Ziffern des Generaltarifs.

Ebenso steht es mit dem Zolle für Que­brachoholz. Und dann fehlt der Milchzoll, obwohl ein solcher Zoll von allergrößter Wichtig, kett ist für die deutsche Landwirthschast entlang der holländischen Grenze. Wer weiß sogar, ob denn die jetzt giltigen Einfuhrbeschränkungen aus- recht erhalten bleiben werden? Und außerdem sollen verschiedene Jndustriezölle erhöht werden, die von erheblicher Bedeutung für die Landwirthschast find.

Alle diese Beschwerden der Landwirthschast find berechtigt. Aber nun fragt es fich, ob es denn nicht Vorth eile in dem Kompromiffe gibt, die jene Nachtheile aufwiegen.

Da muß man nun vor allen Dingen daran denken, daß wenigstens diejenigen Zollsätze für Getreide, die in dem Kompromiffe vorgesehen find, auf keine Weise und durch gar keine Handelsverträge eine Herabsetzung erfahren können. Sie sind gesetzlich festgelegt und ge­bunden und bringen folgende Erhöhungen der bisher giltigen Zölle: um 2 Mark oder 75 Pro­zent bet Wetzen, 1.50 Mk. oder 43 Prozent bei Roggen, 2.20 Mk. oder 78 Prozent bei Hiser und 2 M. oder 100 Prozent bei Gerste. Ser» hältntßmäßiz ist also die Gerste von allen Ge- treidearten am allerbesten wrggekomme«.

Und die Viehzölle haben nach de« Generaä tarif noch weit stärkere Erhöhungen aufzuweise». Die Zölle für einen Doppelzentner Lebendgewicht sollen danach steigen bei Ochse« von 4 auf IS Mark, also um 350 Prozent, bet Kühen vo» 2.25 auf 18 M. oder um 700 Prozent, und bei Schweinen von 6 auf 18 Mark, also um 200 Prozent. Da bleibt sür. daS Feilsche» bei dem Abschluß von Handelsverträgen ei« ziemlich weiter Spielraum übrig. Wen« in einem Han­delsverträge beispielSwerse der Ochsenzoll anstatt auf 18 nur auf 12 Mark festgesetzt würde, dann würde immer noch ei« Zoll übrig bleibe«, der nm 200 Prozent höher als der jetzige, also das Dreifache des gegenwärtigen Zolles, betragen würde. Aehnlich steht eS mit dem Hopfe» aus. Eine gesetzliche Bindung sehtt leider. Aber im Generaltarif ist ein Zoll von 70 Mark t» Aussicht genommen, während jetzt dieser Zoll nur 20 Mark beträgt. Also auch hier ist ein großer Spielraum zum „Handeln" vorhanden, und es könnte noch immer eine kräftig« Zoll­erhöhung übrig bleiben.

Für Gemüse und überhaupt sür gärt­nerische Erzeugnisse enthält daS Kom­promiß Schutzzölle, die jetzt überhaupt fehlen.

Dann aber sollen die zollsteie« Transit­läger beschränkt werde«. Sie werden»« i so weit zugelaffen, als daS Bedürfniß nach» I gewiesen wird; und außerdem wird das in ihnen sür Deutschland bestimmte Getreide nicht mehr zollfrei gelassen. Der Zoll dafür wird erhob«, und überhaupt soll der Zoll für eingeführte land» wirthschastliche Erzeugnisse nicht mehr, wie jetzt, auf sechs Monate gestundet, vielmehr sofort et» hoben werden.

Das alles sind sehr erfreuliche Vvrtheile, bie der Laudwirthschaft von sehr großem Nutze« fein werden. Der Sperling in der Hand ist besser, als die Taube auf dem Dach«. Wer weiß denn, wie die Dinge fich etwa später gestaltet haben würden?

er uns, wenn wir nicht mehr hier find? Mach« Dir darum keine (Borgen, und halte Dich g«a» an unsere Verabredung, ich habe dabei alle Eo«» tualitäten ins Auge gefaßt. Und nun adieu, aef baldiges Wiedersehen.*

Frau GrirSheim hielt dir Hand ihres Brn» ders fest und sah ihm ernst in die tückisch« Augen.

„Und wenn mir hier eine Gefahr droh« sollte?" fragte sie.

„Dann kehre ich nnverzüglich zurück", ant­wortete er; „in diesem Falle magst Du auch bi« alte Bekanntschaft mit dem Advokat Barnay wieder erneuern. Der Medizinalrath hat Dir ja fein ganz,« Haus und feine Familie zur Bei­fügung gestellt!"

„Ich möchte nicht gern von diesem Anerbiet« Gebrauch machen."

„Und ich glaube auch nicht, daß Du es nöthig habe» wirst; aber im Nothfalle kannst Dn Dich ja immerhin daran erinner». Also ans Wiedersehen in Basel!"

Er nickte ihr noch einmal zu, dann ging « hinaus, und einige Minuten später hatte er das Haus verlassen.

Sein erster Sang galt dem Agenten der Bev» sicherungSgesellschaft, der ihn mit kühler Höflich­keit empfing.

„Ich bringe Ihne» jetzt den Schein in optima forma", sagte er; „unser bisheriger Hausarzt, der Medizinalrath Sarne q, hat ihn ausgestellt; damit werd« wohl alle Schwierigkeiten gehob« fein."

Der Agent zuckte ausweichend bi« AchsÄ» und bot feinem Gast einen Stuhl an. (F. f)

q Zur Verständigung des Reichs­tags mit der Regierung

m der Zolltarifangelegenheit sind von rinem landwirthschasttfreundlich« Abgeordneten die Gründ« zusammengestellt worden, welche für wld diejenige», welche etwa gegen di« Annahm« de« Zolltarif« sprechen. Wir geben diese Zu- sammenstellung nachstehend, da sie für unser« Leser von Jntereffe sein dürfte.

Welche Gründ« sprechen vom landwirth- schaftliche» Standpunkt« au« für die An­nahme de« Zolltarifs mit den von der Regierung gemachte« Konzessionen.

1. Di« Landwirthschaft erhält einen durch ge­setzliche Festlegung gewährleisteten Mindest- Mehrzoll für ihr« wichttgsten Produkte in Höh« von:

z,— M. pro Doppelztr. Wetze» — 67% der biSH. Zolls, 1,60 „ , , Rogge»--- 43% , „

2,20 „ „ . Hafer — 78% , ,

<- „ , „ »erste--100% „ „

2. Im Allgemeinen Zolltarif find die übrigen wichtigeren Produkte der Landwirthschast, in«» besondere auch die der Viehzucht, ganz allgemein Wesentlich erhöht, insbesondere der Zoll sür: Ochsen pro ICO Kilo Lebendgewicht von 4 Mk. auf 18 Mk. = 350°/e, Kühe pro 100 Kilo Lebendgewicht von 2,25 Mk. auf 18 Mk. — 700%, Schweine pro 100 Kilo Lebend­gewicht von 6 Mk. auf 18 Mk. = 200% auch wen» solche durch Handelsverträge um 25% ober selbst um 50% reduzirt werden sollten, bliebe noch eine Erhöhung gegen die jetzigen Vertrags« sätz«, um 259, 500, 125%, refp. um 125, 800 und 50%.

3. Für Gerbrinden und Quebracho- holz, von denen erstere bisher 0,50 Mk. pro Kilo zahlten, letzteres zollfrei einging, wird zünftig «in Zoll von 1,50 Mk. pro 100 Kilo Gerbrinde und 7 Mk pro 100 Kilo Ouebracho> Holz erhoben, zum Schutz« der deutschen Schäl- walde«.

4. Der Hopfe »zoll ist von 20 Mk. auf 70 Mk. pro 100 Kilo erhöht.

5. Für Gemüse und sonstige gärt­nerisch« Erzeugnisse, welche seither zollfrei eingingen, ist ein angemessener Schutzzoll erreicht.

6. Die zollfreien Transitläger werden auf da« wirkliche Bedürfniß beschränkt und für da« auf denselben befindliche Getreide, sofern er in den deutschen Verkehr übergeht, nicht allein der Zoll, sonder» auch die Zinsen de« Zoll« während der Einlagerungszeit erhoben.

7. Der Zoll für Getreide und sonstige wichtiger« landwirthschaftliche Produkte, wird künftig nicht mehr auf 6 Monate zinsfrei gestundet wie seither, sondern muß bei der Einfuhr baar bezahlt werden.

8. Die Gefahr, daß di« Regierung bei Ab­lehnung de« Taris« keinen neuen Tarif wieder vorleg«, sondern die Handelsverträge fortbestehen lassen oder auf Grund de« alten niedrigen Tarifs n«e Vertiäze abfchlteßen wird, ist nicht zu unter­schätzen.

9. Er ist sehr fraglich, ob die küaftig« Zu­sammensetzung de« Reichstag« jemals wieder eine dm landwirthschasttichen Interessen so günstige

losten Garte» hinunterblickte, in dem das Unkraut üppig wucherte.

„Du wirst natürlich dafür sorgen, daß alles, was fich »och hier befindet, so rasch wie möglich unter der Hand verkauft ober gegen baareS Geld verpfändet wird", »ahm er wieder das Wort; „sobald Du ein Telegramm von mir bekommst, mußt Du schon mtt dem nächsten Schnellzuge die Reise nach Basel antrete», wir treffen dort im Hotel zu den „Drei Königen" zusammen und werden dann, je »ach dem bie Dinge liegen, weiter beschließen."

„Und wenn ich hier zurückgehalten werde?"

„Wer soll es thun? Und wer kann ei?"

„Ich weiß eS nicht, welche Verpflichtungen Roderich hinterlassen hat, und wie wett ich für dieselben verantwortlich gemacht werden kann.*

„Eben deshalb muß alles so rasch als mög­lich verkauft werden; dann mögen die Gläubiger zusehen, wie fie fich bezahlt machen wollen. Ich reife heute noch ab, um mich den Direktoren der Versicherungsgesellschaft vorzustellen und daS Geld einzukaffire»; Du kannst von morgen ab jeden Tag Nachricht von mir erwarte». Im Uebrigen bleibt es bei der Abmachung; sieh Dich nur vor, daß Dir nicht bei irgend einer Gelegenheit ein Wort entschlüpft, durch das Verdacht erweckt werde» könnte."

„Unsere eilige Abreise könnte solchen Verdacht erwecken", schaltete Elisabeth ein.

„Nicht doch! Wer kann darin, daß Du nach diesem llnglücksfall bei Deiner Tante in der Schweiz ein Asyl suchen willst, etwas Befrem­dendes finden? Und gesetzt auch, die Leute wür­den darüber ihre Glossen mach«, was kümmert

Krinnnal-Roman von Arthur Eugen Simson.

z ------ (Nachdruck verboten.)

Frau Elisabeth Griesheim strich mit dem Taschentuche leicht Über ihre Stirn; ihre dunkeln Augen ruhten noch immer voll ängstlicher Er­wartung auf dem Bruder, der langsam auf und nieder wanderte. t

„So bist Du überzeugt, daß wir daS Geld erhalte» werde»?" fragte fie. „Wir dürfen »ich oerg-ff«, daß eS eine sehr große Summe ist."

„Pah, welche Bedeutuug habe» 10,000 Thaler für eine solche Gesellschaft! Kann an dem Tode Deines Mannes gezweifelt werd«, wen» ich das Attest des Medizinalrathes Varney vorlege? Und wenn fie noch weitere Beweise verlangen, können nicht sämmtliche Bewohner dieses Hauses bezeu- gen, daß die Leiche auS zwingend« Gründ« vor Ablauf der gesetzlich«Frist beerdigt werd« mußte? Und haben wir nicht in Bezug auf die Dodes- Ursache das Zeugntß deS Doktors Kleinsichinidt? Hat er fich nicht mit eigene» Augen vcktz dem furchtbaren Blutsturze überzeugt? Das Poch, ein so hoch versichertes MUglied schon im zweiten Jahre zu verlieren, ist allerdings unangenehm für ein« junge Gesellschaft, aber sie hat das Risiko übernommen und muß eS auch tragen."

„Und wen» eS zum Prozeß kommen fckllte, dann wird der Rechtsanwalt Dr. Varnay mtim Ansprüche energisch vertreten."

„Denkst Du noch immer an die alte Siebe?" fragte der Bruder ironisch.

-ä-Bortheile u. Nachtheile desKom- promiffes sür. die Laudwirthschaft.

„Die Landwirthschast ist verkauft worden" von denen, die den Auftrag hatten, ihre Inte­ressen zu wahren — so schrieb diese letzt« Tage bie »Rheinische Volksstimme', daS Organ deS Rheinischen Bauernvereins, inbem es gleichzeitig Widerspruch erhebt gegen eine solche Verab­schiedung des Zolltarifes.

Thatsach« ist es ja leider, daß bie Forde- rungen der christlichen Bauernvereine durch daS vorgeschlagene Zollkompromiß nicht erfüllt werden Und namentlich in Süddeutschlaub ist man mi einem Gerstenzoll von vier Maik nicht rech zufrieden. Sogar ein demokratisches Blatt in Würzburg erhebt Klage darüber, daß der Gerstenbauer verrathen worden sei durch den Bund, den bie ostelbischen Junker mit den west­deutsche» Schlotbarone» geschloffen hätten. Das ist ganz einfach lieft in, wie Jeder weiß, der die Dinge nur einigermaßen aufmerksam verfolgt hat. „Janker" und „Schlotbaron", um diese BBBSBSSSBSS9SS«

„Gustav Varnay war mir stets ein treuer Freund."

„Aber er soll darum doch nicht die Berechti­gung erhalte», seine Nase in unsere Verhältnisse zu stecken."

„Die Familie Gruner ist mit der Familie Varnay immer eng befreundet gewesen,* sagte Elisabeth; „Gustav war ja auch Dein Freund."

„Wenigstens behauptete er, es zu sein," er­widerte Willi achselzuckend; ich habe den Recht­haber nie leiden mögen, er wußte alles bester, und wenn man ihn belehren und seine eigene

Ptutscbts R«lch. r—4

Berlin, 3. Dezember 1902.

* Der,ReichSanzeig«r' meldet: Der Kaiser richtete an den StaatSminister vo« Moybach anläßlich deS 80. Geburtstags desselben folgender Handschreiben: Mein lieber Staatsminister von Maybach! Ich habe mit Freuden vernommen, daß es Ihnen durch GotteS Gnade vergönnt war, am heutig« Tage Ihr achtzigstes Lebens­jahr zu vollenden. Ich kann eS Mir nist ver­sagen, Ihnen aus diesem Anlaß Meine wärmst« Glück- und Segenswünsche auszusprechen. Mög« bie Erinnerung an die hervorragenden Dienste, welche Sie in Ihrem arbeit«- und segensreiche» Leben der Krone und dem Vaterlande geleistet haben, Ihren Lebensabend verschönern und da« Bewußtsein Sie erfreuen, daß Ihrer stet- bi Dankbarkeit gedenkt Ihr wohlgeneigter König Wilhelm E,