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JÜ277.

29. Jahrgang-

JuLöa, Dienstag, den 2. Dezember 1902.

G Freiheit und Freisinn.

Der Kaiser hat in Görlitz eine Rede gehalten, deren Schlußworte das GntzScken der „freisinnigen- Presse hervorgerufen haben. Der Kaiser wünscht nämlich in diesen Worten dem deutschen Volke „Freiheit für das Denken, Freiheit in der Weiter« bildung der Religien und Freiheit für unsere wissenschaftliche Forschung- — nur die Freiheit, sich schlecht zu regieren, wünscht der deutsche Kaiser seinem Volke nicht. In dem Jubelchorus der sreifinnigen Blätter zeichnet sich wie gewöhnlich bei solchen Anlässen das.Berliner Tageblatt' ganz besonders aus. Einigermaßen auffällig ist dabet nur, daß von der letzten Freiheit, die der Kaiser dem deutsche« Volke nicht wünscht, im »Berliner Tageblatt' kein Wörtleiu erwähnt wird. Gerade der letzte Satz scheint uns aber besonders charakteri­stisch für die Denkweise des Kaisers zu sein, denn er kann nur den Sin« haben, daß die politische Freiheit des deutschen Volkes ihre Grenze« haben soll in dem Urtheil des Trägers der Kaiserkrone, inwieweit das deutsche Volk von seiner politischen Freiheit einen verständigen Gebrauch macht oder nicht. Mit anderen Worten, es liegt darin eine Betonung der kaiserlichen Autorität gegenüber der Selbstregierung des Volkes. Wir vermögen wenigstens auf andere Weise keine» greifbare« Sin« in dem Schlußworte deS Kaisers zu finde«.

Wenn man fich zu dieser Deutung des Kaiser­wortes vo« der Freiheit, die dem deutschen Volke nicht gewünscht wird, berechtigt halte« darf, so setzt man sich damit auch keineswegs in Wider­spruch z« den vorhergehenden Worten des Kaisers, in welchen derselbe dem deutschen Volke Freiheit für das Denken, die Weiterbildung der Religion und für die wissenschaftliche Forschung swünscht. Es ist schon so oft gesagt worden und auch die freisinnige Presse wiederholt eS, daß in Kaiser Wilhelm II. etwas von dem Geiste Friedrichs II. lebendig fei. Das System Friedrichs II. wird aber gemeinhin als das System des „aufgeklärten Despotismus- bezeichnet. Wen« nu« auch eine Despotie von der Arte Friedrichs II. wohl nicht mehr möglich ist, so läßt doch auch die moderne staatliche Entwickelung noch Raum genug für Bestrebungen, welche aus eine stärkere Betonung deS monarchischen Willens abzielt. In Kaiser Wilhelm II. vereinigen sich, ähnlich also wie in seinem Ahnen, selbstherrliche Regungen recht wohl mit fortschrittlichen Ideen.

Charakteristisch ist es nu« sür unseren Frei­sinn, daß er die Regungen eines, wenn auch modernistrten „aufgeklärte« Despotismus-, mit den größten Hoffnungen verfolgt und jeweils mit geradezu unvorsichtigem Jubel begrüßt. Der Liberalismus kann eben selbst kaum «och im Zweifel darüber fei«, daß er im Volke abgehaust hat. Er fetzt daher seine ganze Hoffnung auf de» Monarchen als die Inkarnation der Re« gierungsgcwalt. Die politische Freiheit ist diesem Liberalismus nur Mittel zum Zweck; sie war gut genug, die Bestrebungen des Liberalismus zu fördern, solange das Volk sich dazu hergab,

Strandgut.

Roman von O. Elster.

29 -------- (Nachdruck derbsten.)

(Schluß.)

Frau Brückner ergriff den Bries und öffnete ihn. Einige trockene Blumen und zwei Photo­graphien fiele« ihr entgegen — die Bilder Sokoti's und Elsr's.

„Der arme Mensch — sei« Andenken soll un­vergessen sein!*

Else lehnte das Haupt an die Schulter der Mutter und blickte mit thränevgefüllte« Augen aus das Bild des Tobte«. Sie hatte ihn doch früher geliebt und ihrr Phantafie «ar doch einst von seinem Bilde erfüllt gewesen!

Das war nu« alles vorüber — aber das An- denken an de« treuen, edle« Mann, dessen Herz noch im Tode für fie geschlagen hatte, sollte auch in ihrem Herzen, i» ihrem jetzigen blühende» Glück treu bewahrt bleiben.

„Wir danken Ihnen, mein Herr,- sagte Frau Brückner, ihm die Hand reichend, „sür die Gr« füllurg der letzten Bitte des Gefallenen.... lassen Sie uns vergessen, was zwischen uns vor- gesallen ist.-

„Ich habe es längst vergessen, verehrte Frau," entgegnete er rasch. „Ich habe mein Unrecht ein« gesehen und bitte Sie und Fräulein Else herzlich um Verzeihung. Aber jetzt, da Fräulein Else frei ist, jetzt darf ich auch mein Herz spreche« lasse«, das seine Liebe zu Fräulein Else nicht vergesse» taui.*,JKEOJ

vo» seiner Freiheit im Sinne deS Liberalismus Gebrauch zu machen, jetzt aber hat die politische Freiheit für den Liberalismus nur noch insofern einen Sinn, als fie ihm geeignet scheint, ein Recht der Minderheit zu konfiruiren,während doch die politische Freiheit einer ganzen Volkes nur dann Sin» habe« kann, wen» fie aus dar Prinzip der Mehrheit fich gründet. Aus diesen Anschauungen erklärt fich auch ganz na­türlich d«S gegenwärtige Verhalten der sreifinnigen Bereinigung, die Schulter an Schulter mit den Sozialdemokraten das deutsche Volk zu hindern trachtet, den Willen seiner Mehrheit im Reichs­tage zum Ausdruck zu bringen. Während aber die Sozialdemokraten gleichwohl als eine noch im Auftrete« begriffene Partei ihre Zukunftshoff- nunge» auf die Erwerbung der Mehrheit im Volke richte«, denkt die srrifinnige Vereinigung als welkende Blüthe deS absterbrnde» Liberalis­mus «ur noch darauf, durch die Macht anderer, stärkerer Faktoren etwas zu bedeuten. So seltsam es klingt, er ist doch wahr: diese stärkeren Fak- toten, auf welche die Herren von der freifinnigen Vereinigung ihre Hoffnung setze», sind einerseits die Sozialdemokratie, andererseits der deutsche Kaiser. Wie sie fich aus dieser Grundlage die fernere politische Entwickelung denke», ist freilich ihr Geheimniß. Vielleicht glauben fie auf diese Weise nur die Politik von de» zwei Eisen, die man im Feuer haben soll, zu befolge». Wir find allerdings überzeugt, daß fie damit vollständig Fiasko machen werden. Die Hilfe der Sozial­demokraten wird ihnen bei den Wahlen vermuth- lich sehr wenig .Helsen, aber sehr viel kosten. Ihre Hoffnung auf dir kaiserliche Gunst .aber wird so sicher Sin Phantom bleiben, wie in der Politik schließlich nicht der hohe Schwung gelegent­licher Festreden, sondern die realen politische« Machtfaktoren entscheidend find.

Auf die kaiserlichen Worte selbst,einzugehe«, erübrigt fich an dieser Stelle. Es ist ja klar, daß insbesondere das Wort, von der Freiheit in der Weiterbildung der Religion «ur auf die gegenwärtige Entwickelung im Protestantis­mus Bezug haben kann und wohl eine Frucht der nahen persönlichen Beziehungen zwischen dem Berliner Professor Harnack und dem Kaiser ist. Freiheit für das Denken und Freiheit für die Forschung ebenso wie natürlich auch Freiheit i« der Religion verlangen, recht verstanden, auch wir Katholiken. Aber gerade der Liberalismus einschließlich der Freisinnigen von der Färbung des »Berliner Tageblatts' beweist immer wieder, daß fie Freiheit der religiösen Urberzeugung nur so verstehe», daß man frei von der religiöse« Ueberzeugung sein müsse. Welche Freiheit sie speziell den Katholiken wünschen, beweist der gegenwärtige Klostersturm -in Baden, den das »Berliner Tageblatt' mit seine« wärmsten Wünschen begleitet.

Herrisches Keich-

Berlin, 1. Dezember 1902.

+ Pie ArrHeSrms der Irsuilengesetzes taucht jedesmal dann aus der Versenkung auf, wenn die Zustimmung des Centrums zu irgend einem wichtigen Gesetze in Aussicht steht — um ebenso schnell wieder zu verschwinden, wenn das

„Mein Herr?!"

„Fürchten Sie nicht, daß ich die Ehrfurcht wieder auS dem Auge setze« könnte — ich we»ß, was meine Pflicht ist, ich bin ein Edelmann aus königlichem Geblüth, meine' Vorfahren waren selbständige Fürsten, meine Verwandten um­stehen als erste Rathgeber und Stützen den kaiserlichen Thron — weite Gebiete find mir untertha», Tausende vo» Diener gehorchen mir — und dennoch, verehrte Frau, fühle ich mich arm und gering Ihrer Tochter gegenüber, die ich bitte, all meinen Reichthum, meine Ehren, meinen Namen mit mir zu theilen als meine Gattin . . .“

Die kleine Gestalt deS Japaners richtete fich stolz empor. @c «ar fich seines Werthes be­wußt und glaubte sich feiner Sieger sicher.

Ein lustiges, schelmisches Lächeln zuckte über das Antlitz Mama Brückners. Sie schritt zur Nebenthüre und winkte Jobst zu, herauszutreten. Dann ergriff fie seine Hand und stellte ihm den Japaner vor, der erstaunt zu der hohen Gestalt JobstS emporsah.

„Statt aller Antwort," entgegnete fie, darf ich Ihnen wohl de» Verlobten meiner Tochter, Herr« Jobst vo» Windheim vorfiellen."

„Ah, hätte ich daS gewußt . . ."

„Dann hätte« fie sich wohl nicht erst her« bemüht, mein Herr!"

„Mir bleibt nichts übrig, alS meinen Glück­wunsch abznßatten —*

Der kleine Japaner verbeugte fich tief und schritt in fast komisch wirkender würdevoller Weise zum Zimmer hinaus.

betreffende Gesetz unter Dach und Fach ist. Wir haben schon lange daraus gewartet, daß auch für die Zustimmung des CentrumS zum Zoll­tarif g e f e tz e die Aufhebung deS Jesuitengefetzes oder des § 2 desselben als „Kaufpreis" in Ans ficht gestellt werde. Jetzt endlich befriedigt der .Breslauer Generalanzeiger" unsere Ungeduld, indem er meldet, dem Crntrum sei jetzt die Zustimmung der Verbündete« Regierungen zur Aufhebung des § 2 des Jesuitengefetzes sicher. Die Einbringung eines diesbezüglichen Antrags werde noch in der jetzige« Legislaturperiode erwartet. Schon dieser Satz beweist die „Zuver- läffigkeit" dieser Information. Denn eS bedarf gar keines neue» Antrags zu dem gedachte« Zweck. Dem BundeSräth liegt schon längst eia diesbezüglicher, mit großer Mehrheit gefaßter Beschluß deS Reichstags vor, den er nur z» genehmigen braucht. Im Uebrige« können wir versichern, daß in de« letzten Wochen und Monaten in de« Zollverhandlunge» zwischen den Vertretern deS Bundesraths und deS Reichstags das Jesuitevgesetz gar keiüe Rolls gespielt hat. Das Crntrum behandelt den Zolltarif selbst­redend rein fachlich, und dieJeiuiten stehen ihm viel zu hoch, als daß es ihre Zurück- berufung zum Gegenstände eines Handelsgeschäftes mache« würde.

+ An Akevisio« des Strafprozesses ist, wie f. Z. angekündigt wurde, eine Kommission »sch dem Reichsjustizamt einberufen worden. Die Sitzungen der a«S 21 Mitgliedern bestehende» Kommission, der u. a. die Crntrumsabg. Gröber, Opfergelt, Rintelen angehöre«, sollen am 14. Januar beginnen.

+ Die ständige Asmmifsto« de» deutsche« AaRdWirlßschoftsratHs ist am Montag im ReichStagSgebäude zu einigen Sitzungen zusammen­getreten. Sie beschäftigte fich zunächst mit Organisationsfragen. Am Dienstag wird Graf Könitz über die Kartellfrage sprechen.

# Der Meichrtag mußte auch am Montag noch die „Geschäftsordnungsdebatte" über die Zuläffigkeit des Antrags Kardorff über sich ergehen lassen, da er durch absichtliche Entfernung der Sozialdemokraten aus dem Saale offenbar wieder beschlußunfähig geworden wäre. Die „Schwänzer" in den Mehrheitsparteie« be­kamen heute scharfe Jagdhiebe seitens des ksns. Abg. v. Kröcher, des Präsidenten des preuß. Abgeordnetenhauses. Und das von Rechtswegen! Wenn sie am Dienstag auch nicht zur Stelle fein sollten, so werde» ihre Namen »er- öffentlicht werden. Dem skandalöse« Zu­stande im Reichstage muß jetzt unbedingt ein Ende gefitzt «erden. Auf jede einzelne Sitzung kommt eS nunmehr an; den» vor Weihnachten find mehr als 12 Sitzungen nicht möglich. Diese 12 Sitzungen müssen ausreichen zur vollständige« Erledigung des Zslltarisgesetzes und es wird da­zu der äußersten Kraftanstrengungen bedürfen. Mag nu» der einzelne dieses Ergebniß noch für möglich halte», oder nicht, jedenfalls muß der Versuch gemacht «erden; denn der Reichstag schriebe fich selbst sein TodeSurtheil und machte fich lächerlich für alle Zeiten, wenn e« ihm nicht gelänge, die Herrschaft der Handvoll „Skandal- demokraten" zu breche«. Wie wir hören, wird am Dienstag, wenn der Reichstag ohne die

AlS fich die Ttzüre hinter ihm geschloffen, lachte Mama Brückner lustig auf.

„Das ist die köstlichste Geschichte, die ich je erlebt habe!"

„Verzeih, Mama," sagte Jobst lächelnd „Du nimmst die Anfrage les Herrn doch wohl zu leicht. Frage doch erst einmal Else, ob fie nicht lieber in einem japanischen Frenschloß unter Palme« und blühende» Sommerblume» herrschen will, alS in dem alten Eulenneste am Strande der Ostsee . .

Weiter kam er nicht, denn Else hatte die Arme um seine» Nacken geschlungen und ver­schloß ihm de» M«nd.

Schluß.

Ein Jahr ist dahin geschwunden, wie im Fluge. Im „alten Eulennest" am Strande der Ostsee flackert daS Feuer in dem alterthümlichen «eiten Karnin hell empor, an dem Jobst mit seiner jj engen Frau sitzt, während Rama Brück­ner am Fenster steht und ungeduldig tu die Ferne blickt.

„Der Wage» bleibt lange," sagte sie ärgerlich.

„Man sollte meinen, nicht Erna sondern D« erwartest dm Bräutigam, Mama, scherzte Jobst.

„Habe Du erst mal eine« Sohn, der auS dem Kriege heimkehrt," entgegnete Mama Brückner.

Doch i» diesem Angenblick hörte man daS ferne Rolle» eines Wagens, und Erna eilt in das Zimmer mit leuchtenden legen und glühen­den Wange».

„Der Wagen kommt!" ruft fie und ist schon wieder verschwunden, ehe die Andere» ihr ant­worte» Gun«.

Linksparteien beschlußfähig ist, die sogenannte Geschäftsordnungsdebatte, die thatsächlich nur ein Hohn auf jede Geschäftsordnung ist, ge­schloffen werden. Man weiß, daß die Sozial­demokraten brabfichiige», sie endlos auszudehnen und sie eventuell auch «och nach Weihnachten fortzusetzen, das heißt nicht nur de« Zolltarif, fonder« überhaupt jede fernere Thäiigkeit der Reichstages unmöglich zu machen. Natürlich werde« die Sozialdemokraten wieder behaupte«, der Schluß einer Geschäftsordnungsdebatte fei un­zulässig, weil in der Geschäftsordnung nichts davon erwähnt und ein solche» Verfahren bisher nicht üblich fei. Die Sozialdemokraten hatten aber, indem sie die Geschäftsordnung zu Geschästr- hinderunzen mißbrauchten, wie der Abg. Dr. Sattler ganz richtig bemerkte, nur noch das Recht, auf den Wortlaut der Geschäftsordnung sich zu berufen. Gerade aber weil diefer Wortlaut nur vo» einem Schluß der Debatte spricht, nicht aber eine Ausnahme zu Gunsten der Geschäftsordnung«- bebatte statuirt, so haben fie auch kein Recht, jetzt eine solche Ausnahme m verlangen. Er ist auch nicht richtig, daß der Reichstag noch niemals eine Geschäftsordnungsdebatte geschlossen habe. Unter dem Präsidium Forkenbeck», also eine» Liberale«, ist ein folcher Präcedenzfall thatsächlich vorge­kommen. Wenn das nicht öfter geschah, so hat die« einfach seinen Grund darin, daß solch' aus­gedehnte Geschäftsordnungsdebatten bisher unerhört waren. Früher sprach man fauch stets nur von „Bemerkungen zur Geschäftsordnung" und man beschränkte sich in der Thai auf ganz knappe Be­merkungen. Heute aber halten die Herren Obstruenten lange Reden „zur Geschäftsordnung". Das ist widerfinnig. Wenn die Sozialdemokraten auch dann noch' eine fachliche Erörterung ver­hindern werden, so wird nicht» anderes übrig bleiben, als zu den allerschärssten Maßregeln seine Zuflucht zu nehmen. Wir stehen nicht an, für diese» Fall die zeitweise Außerkraftsetzung der ganzen Geschäftsordnung zu empfehlen. Da« hätte die Wirkung, daß von da ab nur noch der Prä­sident die Ordnung de« Hauses zu bestimmen hätte. Wenn die Sozialdemokraten sich auch dann noch gegen den Präfidenien selbst zu Wehr setze» wollten, so würde» wir unsererfeits auch davor nicht zurückschrecke», dem Prästdenten jede noth- »cnblge Handhabe zur faktischen Ausübung der Polizelgewalt im Hause, die ihm gesetzlich zusteht, zu gewähren.

+ 5*r AriHolrrgsersatzwahl in Isnzisi wird gemeldet, daß der preußische Landtagsabge­ordnete Stadtrath Ehlers die ihm von der Freisinnigen Vereinigung angetrsgene Kandidatur abgelehnt hat, weil er sich um den Danziger Bürgermeisterposte» bewirbt. Er wird wohl auch kein Verlangen haben, in diesem Augenblick bei der Freisinnigen Bereinigung im Reichstage alS Handlanger der Gingerleute zu srohnde».

+ Der TöküeLsMppel feiert feixe Auf- erstetztm-. Das Auftreten des Abg. Ulrich in der ReichstagSfitzung vom 27. Nos. d§. IS. hat de» Genossen im Laude mächtig imponirt. Es genügt ihnen aber noch nicht. Sie fordern kräftigere Mittel zur Handhabung der sozialdemo- kmtische» Zuchtlofigkrit. Heute ist ein mächtiger Knüppel dem Abg. Ulrich „zur gefälligen Be­nutzung" von Genossen durch Vermittelung der WWW

Langsamer folgten fie der Dasoneikenden und kommen' gerade au, «ie der Wagen vor der breiten Freitreppe hält und ein junger, kräftiger Mann herauSspringt und ansjubelnd die Arme um die zarte Gestalt Ernas fchlingt, die ihr Haupt an seinem Herze« birgt.

„Hab ich Dich wieder, meine süße Erna," spricht er tief bewegt. „Für immer und ewig."

„Wärest Du nicht gekommen, ich wäre Dir gefolgt in die Welt," flüsterte fie und schmiegte fich fest a« ihn.

Und da«« folgt ei« freudiger Begrüßen des Heimgekehrten, ein Händeschüttel«, ein Weinen und Lache«.

„Mein kleine» lustige» Vögelchen, die Erna, ließ da« Köpfchen immer tiefer hängen," scherzte der alte Baron. „Er war die höchste Zett, daß Du kamst; ich glaube, das Vögelchen wäre sonst auf und davon geflogen . . ."

Er schüttelte Bernhard die Hand und blickte ihm fteudestrahlend in die Auge«.

„Jetzt aber bleibst Du bei un», mein Junge," sprach Mama Brückner in sehr bestimmtem Tone. „Rach Japan lasse ich Dich nicht wieder — möge« sich die Japanese« für ihre« Kaiser tedtschieße» lassen."

„Ja, ich bleibe hier," versetzte Bernhard tief aulathmend, „und will ein kleine», warme«, köst­liche« Nestchen baue», in dem ich mein Glück, meine Liebe berge» wist . . ."

Ei« fröhliche« Mahl vereinigte die ganze Fa­milie in der großen Haste de« „alten Galen» nrstes".