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29. Jahrgang.
Iut-a, Freitag den 21. November 1902.
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Cna in» Verla, der Zildaer Actien»rA«cr» Ptlrrss-S« ar. e CtwrmooUL
will, dem macht eS weiter nichts aus, wenn er in Folge eines klemm Einfuhr Zolles für frische Blume» diesen Strauß um 1 Jk. lheurer bezahle« muß. Nur der internationale Zwischenhandel mit Blumen würde durch einen solchen Zoll betroffen werden, und das würde im Allgemeinen zu er« tragen sei». Eine gute HeimathS«Politik darf nicht nach dem größeren und kleineren Profit von Zwischeutzändler« eingerichtet werden, sonder» muß unbedingt in allererster Reihe de« produktiven, arbeitende» Erwerbsstand berücksichtige», in diese« Falle also die Jntrreffe» der Gärtner.
Nicht nur die „Agrarier" sind dieser An» ficht; auch innerhalb deS BundesratheS hat diese letztere ihre Vertreter. Erst vor wenige» Tagen hat man vernommen, daß die sächfischrRrzierung im Bundesrathe am die Einführung von Schutzzölle» für Erzeügniffe der Särtueret fick bemühen werde. Wo bisher Mitglieder der LrntrumS. Fraktion deS Reichstages über diesen Gegenstand sich ausgesprochen habe«, haben fie ebenfalls ihre Geneigtheit bekundet, für geeignete Schutzzölle auf Srzruzr.iffr der Gärtnerei einzutrete».
Zu den ErntrumSparlamentarier», die in diefem Sinne fich ausgesprochen haben, gehört auch der Abgeordnete Dr. Spahn, und diesen wird sicherlich Niemand in dem Verdachte eine- einfeitizen AgrarierthumS haben. Am 21. September fand in Bonn eine Vertrauensmänner- Versammlung der Crntrumkpartei statt, und bei dieser Gelegenheit »ar eS, wo Herr Dr. Spahn die Forderungen der Gärtnerei als berechtigt anerkannte. Zwei Redner hatten in jrnrr Ver- fammlung diese Forderungen nochmals zu« Ausdrucke gebracht, und in ausführlicher Weife ging Herr Dr. Spahn auf das angeschlagene Thema ei». Ausdrücklich erkannte er a», daß die Forderungen der Gärtner für die Zollbrhandlung der Schniktblumen berechtigt feien, und daß »an de« Standpunkte der RrichSrezterung nicht bei- pfiichten dürfe, dis in ihrem Tarifentwurfe auch sie Schnittblumen bekanntlich »ollksmMrs zollfrei arlaffrn hat. Herr Dr. Spahn hat bei jener Gelegenheit dar ausdrückliche Versprechen ge- geben, dir Wünsche der Gärtner nach Kräften zu unterstützen. Man fußte also nicht heute dem E-nttum so ungerechtferti-le Vorwürfe machen, als habe es nicht dar geringste Bersiändniß für dir dringende Bedürfuiffe der Gärtnerei, die übrigens für die großen und kleinen Gärtnereien verschieden find.
Oder hält man vielleicht eine» Parlamentarier von vem Name» und Charakter einer Dr. Spahn deS Wortdruches fähig?
Strandgut.
Roman von O. Elster.
-------- (Me^bout «erbeten.)
Erscheint täglich, in. Ausnahme der Sonn- und Feier- »oqe.Bierteljährl.
Desugopreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in gulda und aus«
»Wie Du willst," versetzte er. »Aber Du kennst dar Meer nech nicht. In dieser Stunde »och spiegelglatt wie ein friedlicher Binnensee, schwillt er in nächster Stunde gereizt empor, daß die W,llenkä«me die dunkel daher jagende« Wolke» zu berühre» scheine». Wenn »ich nicht aller täuscht, haben Mr für diesen Abend et« solches Schauspiel zu »Iwarten. Jene lanzs»« emporsteigende ®ök;wßttb »erherßt nichts Gates."
„So kommt doch einmal einige Abwechselung in dar ewig gleiche Bild," entgegnete fie »«geduldig.
„Gerda, D« langweilst Dich hier" . . .
.Ich bitte Dich" . . .
,3«, Du langweilst Dich", fuhr er ernst fort. „Du bist die ländliche Stille und Abgeschiedenheit nicht gewöhnt, und der Zustand de« Later« erlaubt e« ja nicht, daß wir eine laute «es°ll gkett hier pflegen. S« wird wieder ander« Werden, Gerda, »en« wir verheirathrt find. Die Eltern «erde» in die nächste Stadt ziehen, wir »erbe« hier viel Gesellschaft »« u«r habe». Freilich im Winter ist k« stet« einsam hier, die Wege sind schlecht und tief verschneit . . . Da sieht «an wochenlang keinen fremden Menschen . . . Dafür werben wir ganz unferm Glück leben können . ." Da« spöttische Lächeln ihrer Lippen e>schreckte ihn. 6t fühlte e« schon lange, daß Gerda »uz«- ftteden wer, aber er hoffte, durch seine Liebe, seine rückstchtdvolle Zärtlichkeit ihre» M'.ßmuth z« beseitigen.
„Ich werde »ich wohl schwer entschließe» könne», den Winter hier zn verbringen," sagte Gerda kurz.
„Wirb e« Dir nicht zu kühl hier draußen, lieber Mann?" fragte fie besorgt ihren Gatten.
.Der Seewind streicht recht vnangeneh« kalt herauf und scheint fich zu verstärken. S,ht nur, wie die Welle» immer mehr und «ehr anschwklle» l Da« bedeutet nahenden Wind."
Ja der That rauschte e« stärker gegen beit Strand heran. In der Ferne blitzten die weiße» WozenkSmme auf, und da« Reer nahm et« dunkle Färbung a», al« lagerte» auf de« Horizont düstere Wolken.
.Du hast recht," entgegnete der Baron. „Rich frvMt — geben wir hinein."
’ Schwerfällig erhob er fich, unterstützt von feiner Gattin und Jobst, die ihn in da« Hau« führten.
Gerda blieb, an den Pfeiler gelehnt, ruhig, Hewezungslo« stehen, die Augen auf da« «ehr und mehr anfchwkllense Meer gerichtet.
Leicht schreckte st« zusammen, al« sie die Stimme ihre« Verlobten neben sich hörte.
„Wolle» wir einen Spaziergang an de» Strand machen, Gerda?" fragte Jobst.
Sie wandte die Augen in starrer Ruhe ihm an. Kein Strahl der Liede, der Zärtlichkeit lenchtete in ihnen auf, und intereffelo« entgegnete fie:
.Da« Meer «U feine« ewigen Sn-rlei de« Wellenspiel« ermüdet «ich, — wru« H Dir recht ist, bleibe» »ir daheim."
Inserate: Die einspaltige Detir- jeile oder Deren Raum 15 Pfg.,Reklamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprech end. Rabatt gewährt.
gefördert, daß sich die leitenden Personen auch m mündlichen Verkehr über wichtige Frage» auS<- precheu. Die hierüber hinausgehenden Ver« nrthungen der TagrSpreffe über de» Zweck der Besuche find daher unzutreffend, insbesondere zilt die« von der Behauptung, daß eS sich bei »em Besuch in Dresden um die Reform der Personentarife bandelte. Von einer neue« lerartigen Reform ist für die preußisch-hrffische Eisenbahugemeinfchaft derzeit keine Rede. Wie mangelhaft die. Blätter unterrichtet find, ergibt fich aus der weiteren Behauptung, daß rue Reform auch auf der im Sommer in Frei- »urg abgehaltenen Generalkonserevz deS Vereins deutscher EisenbahnverwaltuRgen erö tert worden ei. Dieser Verein ist zur Verhandlung über diese Frag; gar nicht zuständig."
-j- Aas M-teSaHnrmslsttk Sei Schwarzen selb. Bei dem heute Rächt zwischen de« vom München »ach Leipzig-Berlin fahrenden v-Zuge und einem von Leipzig abgelaffene» Güterzuge er« olgie» Zusammenstöße bei Schwarzenfeld find 10 bayerische Reichstagsabgeordnete mit knapper Roth dem Tode entgangen. I« D Zuge befanden sich auf dem Wege «ach Berlin, um den Reichstagsverhandluugen beizuwohne», folgende Abgeordnete: Beck (Aichach), Bach- meter, Frhr. von Thüuefeld, Lehemeir, Li»der,Wttzel«perger, Speck, Dr. Pichler, Kohl und Wörle. Alle, außer dem Bauern- bündler Bachmeter, gehören dem Ceniru« an. Dr. Heim, den die Berliner Blätter ebenfalls nennen, war nicht in dem Zuge; er war über Würzburg gefahren. Der verunglückte Zug ist derselbe, durch den der Abg. Friedel vor einiger Zeit seinen Tod fand. Rach Mitthellungen an« »bgeordnetenkreisen hat der Bremser und et« zweiter Beamter de« Güterzuges seinen Tod go- futtben. (Siehe: Vermischtes. Die Red.)
* Der vom Bundesrath beschloffene Auiwmef eine» Gesetze» 6etr. Uhorphor-ZSudwaare« ist heute nebst Begründung dem Reichstage zugrgange«.
" Der HandelSministrr hat eine Anleitung zur Feststellung deS Roh- und Reingewichts von zfiatstuNge« mit Kerze« nach Maßgabe der Verordnung vom 4. Dezember 1901 heraus- geacbe». Die Verordnung tritt am 1. Januar 1903 in Kraft. Zur Feststellung des Roh- und Reingewichtes dürften die polizeiliche« oder gerichtliche« Behörden nicht immer im Stande sein, da bei kder @nge der festgesetzten Fehlergrenzen eine Nachprüfung, welche auf eine der im Handelsverkehr üblichen, wenn auch geaichten Handelswaage vorgenommen wird, unter Umständen nicht genügend zuverlässige Srgebniffe liefern kann. Hat z. B. eine Packung, welche 500 Gramm wiegen soll, also nach der Verordnung mindestens 490 Gramm wiegen muß, et« thatsächiiches Gewicht von 492 Gramm, so ist er nickt ausgeschloffen, daß eine Nachwägung auf einer gewöhnlichen HandelSwaage, welche noch innerhalb der im Verkehre zulässtge» Gre«zrn richtig ist, einen Werth von 487 Gramm ergibt. In einem solchen Falle würde der Verkäufer zu Unrecht bestraft werden, in dem ent- gegengesktzten Falle würde er selbst bei einer erheblichen Uebertretuug der Vo-schriften straffrei auSgehe» können. FS soll deshalb zu diese«
Er ergriff ihre Hand und preßte sie, daß e* fie fast schmerzte. „Du hast schon einmal mich merke» taffe»," sprach er in drohendem Tone, „daß Dn einen uvgemeffene« Stolz auf de« Reichthum Deine« Vater« besitzt, daß Du glaubst, ich hält- um Dich nur hilft« Reichthum« willen geworben. Ich warne Dich, Gerda — diese« Glauben fernerhin Ausdruck zu geben. Ich habe um Dich geworben, weil ich Dir in dankbarer Siebe zugkthan war, weil ich glaubte, auch D« liebtest «ick, und daß ich nicht um Deine« Vater» Geldes willen um Dich.warb, soll Dir unser zn- künftige« Sehen beweisen."
„Ich bin neugierig auf diesen Bewei«,"-entgegnete fie trotzig
„Ich habe u leider nicht zu verhüten vermocht, fuhr er finster fort, „daß Dein Vater meine« Vater eine größere Hypoihtk überlasse« hat. Wir müffen Deinem Vater auch dankbar deshalb sein, den» das Darlehen verändert de« Verkauf Machnow«. Aber, Gerda, ich schwöre Dir zu, daß ich nicht« «ehr von Deinem und Deines LaterS Reichthum für mich begehre; die Verhältnisie Machnow» find jetzt in ziemlicher Ordnung, wo« noch fehlt, ich will e« au« eigener straft erarbeiten, und deshalb will ich da« Gut nicht fremde« Hände« überlasse«, sondern selbst wirthschaste«, und wenn Du mich liebst, wirst Du mir zur Seite stehen, daß wir «ach einige« Jahre« vor Deinen Vater treten und sagen können: Ku« eigener straft haben wir uns empo genebelt# — wir brauchen Deinen Reichthum nicht."
Serba lachte a«f.
„Welch phantastische Idee i tief 6i spottend«
[] Eine unbegründete Verdächtigung des Centrums.
Neulich ging ein Lärm durch einen Thril der deutschen Paffe, als hätte das Trntrum im Reichstage einer schweren Miffethat fich schuldig gemacht gegen einen ganze« großen Erwerbsstand, der hart genug um sei« tägliches Brot ringt« muß: gegen dre Gärtnerei. Wir meinen neulich, als auf dr« Antrag des CrntrumSabgeordnete« ter old über eine Reihe vo» Anträge» zur agesordnung fibergegangew wurde, die so» Bunde der Landwirthe durch de« konservativen Abgeordnete» Freiherr» v. Waugeuheim »ingebracht worden waren. Die Preffe des Bundes der LandWirthe, natürlich auch des bay irische« Bauerribundes und manche Andere »Merdem, stellte fich a», als habe das Trntru» Arch jenes Vorgehen unter der Führung des Abg. Herold zu erkenne« geben wollen, daß e$ sich um die ganze deutsche Gärtnerei keine« Pfifferling kämme n wvlle, daß es ihm ganz gleichgiltig sei, ob die so reich entwickelte deutsche »Gärtnerei zu Grunde gehe oder nicht usw. usw. Die Sprache, die dabei angewandt wurde, klang hart genug; und mancher mag vielleicht den Kopf geschüttelt und fich nicht wrntg gewundert habe« über diese anscheinend unbegreifliche Haltung deS GentrumS.
I« der CentrumSpreffr selbst ist wenig von dem Vorgänge gesagt worden. Deswegen dürfte ein genauere« Eingehen auf diesen Fall empfehlen-- werth sein.
Man wird fich erinnern, daß nach der anfänglichen Berabredusg im Reichstage zuerst die sämmtliche« 946 Nummern des Zolltarifs durch, derathen werde» sollten und dann erst das Zoll- tarisgesrtz mit de« Minimalzöllen für das Getreide an die Reihe komme« sollte. Diese Brradredung ist aber nicht gehalten worden. Der Reichstag ist, halb mit, halb ohne Wille» doch in die Be- rathungdeSTarlfgesetzeS hrueingekomme«, »ährend die Zölle für Erzeügniffe der Gärtnerei und dergleichen mehr zu dem eigentliche Zolltarif ge, höre« und deswegen auch erst mit diesem berathe« werden könne«. Würde diese Ordnung der Dinge und diese Reihenfolge nicht streng inne gehalten, dann würde ein fürchterliches Durcheinander entstehe», auS he« nachher Niemand '.mehr klug werden könnte. Diese Anträge deS Freiherr» von Wangeuheim waren also an die unrechte Stelle gerathe«, und deswegen wurden fie einstweilen auf die Seite geschoben — einstweilen, nicht für immer! Wenn der eigentliche Tarif an die Reihe komme« wird und mit ihm auch die Gärtnerei, dann wird erst der richtige Zeitpunkt gekommen sein für die Zollbehandlung der Erzeügniffe dieser Letztere«.
In der That braucht die deutsche Gärtnerei «othwrndig einen Zollschutz für ihre Erzeügniffe. Jeder, der die Verhältniffe i« der Gärtnerei nur et« wenig kennt, weiß, wie unendlich schwer diese unter der zollfreien oder fast zollfreien Einfuhr ausländischer Gäcknerei-Erz-ugniffe z» leide» hat'; eS handelt fich dabei, wohl gemerkt, der Hauptsache nach «m Luxusartikel, namentlich auch Schnitt- Mußten, nicht etwa nur um Gemüse und andere VolkSnahrungSmiitel. Wer imJanuar oderFebruar seiner Angebeteten einen Rosenstrauß verehren
Fraktionell beraten, bann werden erst Vor- Verhandlungen zwischen denselben eröffnet werden, die nur Klarheit darüber fchaffen sollen, ob Aber« jaupt eine Verständigung möglich ist. Wir ürchteu, diese wird an den Viehzölle« scheitern. Auf ihre Bindung will fich die Regierung nicht eintaffen; die große Mehrheit be« Lentrum« aber dürfte an berfelben festhalten.
X Ae» ztzeichstsg »ar am Donnerstag au» feinen kurzen „Ferien" zwar nicht außer- gewöhnlich stark, aber doch wohl „gestärkt" und immerhin in gut beschlußfähiger Zahl zurück- gekehrt. Die Sitzung galt dem § 10 a, der die gemeindlichen Lebensmittelabgaben verbietet, also einem KommiffionSbeschlLffe, der auf Antrag deS Cmtrums in das Gesetz hineingeschrteben wurde. Er wurde auch heute mit 145 gegen 90 Stimmen ansrechterhalte«. Die Parteien gruppirten sich aber dabei ganz ander- wie bei de« bisherigen Abstimmungen zum Tarifgesetz Mit dem Crutrum bildeten die Freisinnigen und Sozialdemokraten die Mehrheit für de» § 10a, während die früheren Kartellparteien die Minderheit bildeten. Doch wurde eine« Anträge Kardorffs entsprechend das Inkrafttreten des § 10a erst auf das Jahr 1910 festgesetzt, damit die Gemeinden Zeit habe«, ihre» Haushalt daraus einzurichte«. Sehr lebhaft gisge« die Regierung-Vertreter gegen den § 10a vor: Gras Posadowsky, der preußische Minister von HZmmerstein und der bayerisch« Ministerialdirektor von Geiger. Sie bezeichnete» de» KommiffionSbeschluß als vrr- faffungswidrig, «eil er einen Eingriff in die Steuerhoheit der Emzelstaate« bedeute, und sie wollte« in ihm eine schwere Gefühlv>mg der Kommunalfinanzen und eine Durchbrechung des Rechtes der Selbstverwaltung erblicke«. Die Parteien der Rechten und die National- liberalen gaben zwar platonische LtebeS- erklSrnngen für die Ziele bei § 10 a ab, resolvlrtr« fich aber aber auf feine Ablehnung theils mit formellen Gründen, theilS — um eine Verständigung mit den Regierungen nicht zu erschweren! Vom Lentrum entgegnete Abgeordneter Herold-Fulda, daß nach seiner Ueberzeugung, wen« der Reichstag mit großer Mchrhett an dem KommiffionSbeschluffe festhalte, dis Regierungen recht wohl auch i« eine’ Verfassungsänderung willigen könnten. Nachdem die Lebensmittel,ölle erhöht worden feien, könne man nicht die Vertheuerung durch kommunale Abgabe» bestehe« laffe». De« Sozialdemokraten, die am SamStag fich über die schwächere Besetzung der Rechte« und der Mitte deS Hauses ausgehalte» hatten, hielt Herr Herold unter großer Heiterkeit des HauseS vor, daß sie heute, wo es sich doch um eine wichtige soziale Frage handelte, so wenig zahlreich vertrete« waren. — Das Ergebniß »ar das oben angegebene: am Freitag wird die Zollberathung fortgesetzt.
4- Die,Nordd. Allg. Ztg.' schreibt: «Den Neiße« be» Ministers K«bde «ach Süd- deutsch!and »ab Dresden lag der sehr nahe- liegende und selbstverständliche Wunsch zuGrunde, mit de« Leitern der übrigen deutschen Staats- bahne» inS persönliche Benehmen zu treten Die innige» Verkehrtbezilhunge« zwischen de« deutsche« Eisenbahnen werden dadurch wesentlich. SSSSWSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS
„U«b doch wirst Du e« müffen, Gerda. Ich denke, unsere Hochzeit findet in sech« Wochen statt, und dann werden »ir den Winter hier verlebe». Jt muß die Wirthschast übernehmen, fie ist leider recht vernachlässigt, ich hoffe aber, sie bald wieder hoch zu bringen."
MU «einem Geld — dachte Gerda, sprach aber de» Gedanke» nicht auS, sonder« sagte: „Sin tüchtiger Inspektor wird da« auch besorge» können." „Vielleicht. Aber die Krankheit meine» Vater« zwingt uni, der Welt fern zu bleiben. Ich könnte e« nicht über da« Herz bringen, Ihn jetzt zu ser- taffen, — und, dann, wa» soll ich i« der großen Welt? Ich, ein penfionirter Offizier, mit einem steife« Sein — ich würde keine gute Figur in den Salon« abgebe«."
„Es »ar voreilig von Dir, be« Abschied zu nehmen, sagte sie, indem die Röthe de« Unmuth« in ihre Wangen stieg. „Dein Knie würde wieder vollständig geheilt werde« — wir konnten ein Bad besuchen, da» die Heilung unterstützt."
„And Machnow fremde« Leute« überlassen?" Sie machte eine ungeduldige Bewegung und plötzlich stieß fie hervor: »Ich glaube, mein Ver- «öw« erlaub! e» mir, einen solchen Wunsch zu äußern" . . .
I« nächsten Augenblicks bereite fie, diese Worte gesprochen zn heb«, die ihn auf da« tiefste verletzen mußte«. Sie wußte, wie empfindlich Jobst in Geldsachen war. Schon einmal war er in heftigem Zor« aufgelodert, al« fie auf ihre reiche Mitgift ««gespielt hrite.
Jetzt sah fie, wie er erbleichte und wie t« in seine« Auge drohend ausblitzte.
mit den Beilagen
“SSwÄ“* „lllustrirte Sonntags-Zeitung”, „5uldaer ßescbichtsblätter“ und totlerie-Cisfe.
eutrcb» Reid»,
Berlin, 18. November 1902.
+ Die Arrstärrdigrms zwischen der Regierung und der Mehrheit bei Reichstage« über den Zolltarif bildet in politischen Kreisen gegenwärtig den Hauptzesprächestoff. In den Berliner Blätter» wird vorwiegend eine sehr optimistische Auffassung vertreten. Diese ist aber vollkommen falsch. Morgen Vormittag werde« erst die