mit den Beilagen
29. Jahrgang-
Autta, Samstag, den 15. November 1902.
M 264.
0 Gegen die Reichstagsverderber!
J
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cru<T and vevlaa der Aaldae» Actle^rnLrs^ peterraage Ul. s (KmeetieL
tag soll drr Antrag in der 17. Rom;., ffio« des Reichstag» zur Berathung kommen.
+ chewervlich- Kind-rarveit. Die Kommission de« Reichstage« für de» d'.e«bezüg. lichen Gesetzentwurf hat am Freitag die.erste Lesung derselben zu Ende geführt. Die SS 19 (Befugniß der Polizei zur Abstellung von Mißständen, die die Sittlichkeit der Kinder ge- sährden), und 22—27 (Strafbestimmungen) wurden, abgesehen von einer durch Abg. Trimborn bean» tragteu Milderung, nach der Vorlage genehmigt, ebenso von den Schlußbestimmungen § 28, während in § 29 der Termin für da« Inkrafttreten der Gesetze« auf den 1. Oktober 1903 verlegt wurde. Neu eingesügt wurde folgender § 19 a: Die ju«
einschränken oder untersagen, sowie, wenn für da« Kind eine Arbett«karte ertheilt ist (§ 11), btefe im Wege der Verfügung entziehen und die Erthetlung von einer neuen Arbeitskarte verweigern. — Die SS 20 und 21 erhielten unter Annahme mehrerer Anträge folgende Fassung: § 20 Insoweit nicht durch Bunderrathrbefchluß oder durch di- Linderregierungen die Ausficht anderweitig geregelt ist, fiaden die Bestimmungen de« § 139 b der Gewerbeordnung Anwendung. Ja Privatwohnungen in denen ausschließlich eigene Kinder beschäftigt werde», dürfe« Revifionen während der Nachtzeit nur stattfinden, wenn Thatsachen vorlicgen, welche den Verdacht der Rachtbeschäftigung dieser Kinder
gestellt bleibe»; jedenfalls aber hat die Mehrheit tu ihrer Verantwortlichkeit für die Arbeitsfähtg- keit bes Reichstags, die Pflicht, Alles zu thun, um dem Oöstrukiionsunfug, der schon in d.e lächerlichste Komödie auSgeartet ist, ein Ende zu machen. Gelingt eS nicht, dann können die Ord- nunasparteien wenigstens ihre Hande in un.chulv wasche», wenn das Ansehen des Reichstag« unwiederbringlichen Schaden leidet. Aber warum sollte es nicht gelingen? Ma» hat ja auch de» Antrag Aichbichler durchgesetzt, und rott man hört, sind jetzt auch die Nationalliberalen bereit, schärferen Maßnahmen zuzustimmen. Je arger e« die Obstruktion treibe, um fs mehr wachst die Zrhl derer, die ihre Ueberwinoung verlangen.
begründen. — § 21. Welche Behörden in jede» Bundesstaat unter der Bezeichnung: höhere Verwaltungsbehörde, untere Verwaltungsbehörde, Gemeindebehörde, Schulaufstchttbehörde, Polizeibehörde, Ortspolizeibebörde zu verstehen find, wird von der Eentralbebörde de» Bundesstaat» bekannt gewacht. — Di- 2. Lesung beginnt am 25. Rov.
Alles Sträuben der Linken hat nun doch nichts geholfen: der Antrag Aichbichler auf Aenderung des Verfahrens der namentlichen Abstimmungen ist am Freitag angenommen und dann gleich praktisch erprobt worden. Er hat, das könne« wir jetzt schon sagen, die Probe gut bestanden.
Am Donnerstag Abend noch schien es eine Zeitlang so, al» sollte die Obstruktion siegen, d. h. eine Beschlußfassung über den Antrag Aichbichler unmöglich machen. Eine endlose Ge- schäftsordnungSdebatte — und solche Debatten können nicht durch Mehrheitsbeschluß geschlossen roerben — legte sich unübersehbar wie ein tneutn- weiter, dichtes Gestrüpp vor jede Beschlußfassung. Die Mehrheit hingegen war fest entschloffe«, aus- zuharren, und wenn die Sitzung gedauert hätte, dis die Hähne krähen, sie war gesonnen, die Linke sich «usreden zu lassen. Aber ob es wirklich eine Aussicht war, die Linke, wen» sie ebenso fest entschlossen gewesen wäre, auf diese Weise mürbe zu machen? Ein Vertagungsantrag Singers wurde natürlich wieder in namentlicher Abstimmung abgelehnt, und die Rederei ging weiter. Schon holten die Sozialdemokraten ihre zweite Garnitur Redner hervor, die Spannkraft ließ schließlich nach — da kam ihnen noch ein- mal ein GlückSumstand, oü drohende Dunkelheit, »u Hilfe: das elektrische Licht ging zu Ende! Ncht, als ob die Maschinerie nicht in Ordnung wäre, nur die Kohlenstifte in den Bogenlampe« waren aukzebrannt, sie reiche« nur für «-7 Stunden, da man im Hause deS deutschen Reichstages zwar an viel Prunk und sehr viel überflüssige Figuren ufro., aber unter anderen unpraktischen Wunderlichkeiten auch daran nicht gedacht hat, daß eine Sitzung einmal bis in die Nacht dauern könnte. Schon bei der Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuches war einmal das Licht auSgegangen. Nun soll ja wohl dafür gesorgt werde», daß eS dem Reichstage ni-ma'S an der würdigen Erleuchtung, pardon: Beleuchtung, fehlen wird.
Am Freitag ging die Sache dann bedeutend schneller. Die SeschäftSordnungSdebatte wurde nicht wieder aufgenommen. Eigentlich sonderbar, denn um einen Vorwand find die Herren von der Linken doch sonst nicht verlegen. Es kam also nach einer energische» Rede des Abg. vo» Tiedemann (ReichSp.), welcher noch schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Obstruktiv» in Aussicht stellte, falls der Antrag Aichbichler nicht genügt, und einer matte* Entgegnung deS sozialdemokratischen Abg. Tüdekum zur namentlichen Abstimmung zunächst über den Antrag der Mehrheit, über die 21 sozialdemokratischen An- träge zur Tagesordnung übrrzugrhen. DaS Hau« beschloß so mit 194 gegen 76 (sozial- demokratische und freisinnige) Stimmen. Noch einmal versuchte Herr Singer die Entscheidung hinauSzuschieben, indem er Uebergang zur Tages- ordnung über den Antrag Aichbichler selbst bean-
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dürfte. .
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12. Kapitel.
Mama Brückner befand sich in großer Auf- reauna. SS war ihr auch nicht zu verdenken, denn der Brief, de» sie auS Paris erhalten hatte, enthielt gar zu seltsame Neuigkeiten.
„Es ist gut, Bernhard, daß Du kommst/ rief sie ihrem eintretende» Sohn entgegen. „Da lieS einmal den Brief, den Rittmeister «okoti schreibt, und rathe, was wir thun sollen. Ich fürchte, wir haben «nS doch in Sokoti getäuscht/
.„Herr Baron, was ist Ihnen?"
„O nichts ... ein Schwindel/ sagte der alte Herr mit schwerer Zunge. Dann schloffen sich seine Augen, ein leises Röcheln drang aus seiner Brust, und besinnungslos knickte er zusammen.
Mehrere Herren sprangen hinzu. Ma« bettete den Bewußtlosen auf einen Divan. Man öffnete ihm Weste und den Hemdenkragen, man wusch ihm die Stirn, dir Brust, schwer röchelnd lag da.
„Benachrichtige» Sie ihre Mutter", flüsterte Bernhard Jobst zu, der schreckensbleich auf den Daliegenden starrte.
„Nicht doch", warf der Arzt ein, de» man rasch zur Hand hatte, da er im Nebenzimmer am Whisttisch saß. „Stören wir vorläufig das Fest nicht — lassen Sie uni zuerst sehen, was dem alten Herrn geschehen ist."
Es wat derselbe Arzt, welcher Jobst behau- beit hatte. Er kannte de« Baron, und schon Sster hatte er diesem Vorsicht angerathe», da er zu Schlaganfälle» neigte. Aber der Baron war viel zu lebenslustig und leichtherzig, al« daß er den Rath deS Arzte» befolgt hätte.
Der Arzt beugte sich über den Bewußtlose«. Gei« Gesicht nahm einen sehr ernsten Ausdruck an.
„Es ist, wie Ich fürchtete", sagte er, „ein Schlaganfall. Herr Brückner", wandte er sich
„Urthette nicht voreilig, Mama," entgegnete Bernhard. „Soweit ich den Rittmeister kenne, ist er ein Ehrenmann. Aber laß sehen, was er schreibt/
«r betilefte sich in ben französisch geschriebene* Brief, während seine Mutter erregt im Zimmer auf und abging.
Der Rittmeister schrieb, daß et den Befehl erhalten habe, sofort nach Japan zurückzukehre*. „Ich bin unglücklich über diesen Befehl/ fuhr der Brief fort, „umsomehr, alS ich keine Zeit mehr habe, von Ihnen sehr geehrte Frau, und von meiner treueren Esse Abschied zu nehme«. Schon mit dem nächsten Dampfer, der in einige* Tagen von Marseille abfährt, muß ich reise«. Woher dieser plötzliche Befehl, kann ick [mit nicht erklären. Es scheint ein geheimer Gegner meine Pläne zu durchkreuzen; man will mich scheinbar auf alle Fälle von Berit» fernhalle»; ich ahne, wer dieser Gegner ist . . /
Bernhard blickte auf. „Kennst Du den Grund dieser Andeutung, Mama?" fragte er.
Frau Brückner lachte ärgerlich. „Ob ich ih* lenne — der Einfluß der GessndtschasUattachL» Aoki ist es, der, rote ich Dir erzählt habe, Else mit seiner Liebe verfolgt." ,, ,n ,
„Da« ist möglich, Mama. Der Attache ist ta Tokio ein einflußreicher Mann. Doch was schreibt Sokotl weiter?"
„MU der letzten Post erhielt ich auch ei* Schreiben meine« Vatrrs/ hieß e« weiter i» bem Brief. „Ich bin glücklich, sagen zu könne«, daß mein Vater nicht geradezu meiner Liebe feindlich gesinnt ist, aber meine thenre Fra« Brückner, er
„fllusirirte Sonntags-Zeituna", .Juldaer Gesdiichtsblätter“ und £otlent-fi$fe.
Strandgut.
Roman von O. Elster.
_________ (Nachdruck lerbitea.)
Arr» de« Reichstage. _
216. Gitzvug .»m 14. November 1902, 12 Uhr.
Die Berathuug des Antrages Aichbichler wird fortgesetzt. SS ist zunächst zu beschließen über de» Antrag v. Normann auf UebergangzurTageSarbnun« über die 21 sozialdem. Amendements.
DaS Wort für diese Anträge erhält
Abg. ». Giedemau» (ReichSp.). Die 21 sozialdem. Anträge sind eine offenbare Berhöhmmg der Mehrheit, welche den Anira, Aichbichler ein,ebracht habe». Die Borgänge beS gestrigen TageS legen unS auch die wägung nahe, ob die harmlosen Bestimmungen deS Antrages Aichbichler genüge« ober ob wir nicht zu noch schärferen Mitteln greifen müssen. (Troße Un- ruhe links.) DaS Schicksal bes ganzen Reich», tage» und nicht bloß deS Zolltarif» hängt davon ab, ob wir Ihre Obstruktion überwinden ober ob wir un» »um «efpbtt der ganzen Welt machen. AuS diese« Borposten-Gefecht der lex Aichbichler muß sich «Sthigm- fall» eine weitere Entwickelung ergeben, welche derartigen Obstruktionen überhaupt ein gründlicher Sude bereitet. Wollen Sie ben Kampf, so sollen Eie ,h« haben! A oorsiire corsaire et detni 1 (während dies« ganzen Ausführungen wie zum Schluß derselben leb« Hafteste Beifallsruf- recht» und in der Mitte, aber an- haltende erregte Widerspruchskundgebungen link».).
Abg. Südekum (sozd.) erklärt, die vom Borredner angekündigren weiteren Maßregel« würden feine Freunde «klassen abwarten! Redner verbreitet sich dann noch eingehend über die sozialdemokratische« Abänderung«, anträge zu dem Anträge Aichbichler, dessen Lücke» müßten beseitigt werden, anderenfalls würde» sich <m jede namentliche Abstimmung künftig endlose Geschäft»- ordnungSdebatteu knüpfe». Die Mehrheit «erde auch mit dem Anträge Aichbichler nichts erreichen! (Beifall
Prozeß zu mache«.
Die Abstimmung, über diesen Antrag war die erste aus Grund deS Antrags Aichbichler. Die Schriftführer ginge», begleitet vo« den die Urne« tragende« Dienern umher, nahtm« die Zettel oder Karte« entgegen und eÄteta. 6o »rotto ft- -- M Mi die Abstimmung 19 Minute« dauerte, immerhin fnn h,r 9rtttr"A “ 17‘ Kom '11
20—25 Minute« weniger alS die bisherigen Abstimmungen durch Namensaufruf. Eine zweite namentliche Abstimmung dauerte sogar nur 12 Minuten und hätte, ohne die absichtliche Langsamkeit der Linke« und des freisinnigen Schriftführers Dr. Hermes, noch kürzere Zeit in Anspruch genommen. Oder kann es dieser Herr nicht besser? Dann eignet er sich auch nicht zum Schriftführer; die ander«« Schrift- führer wurde« alle schneller fertig. Drr eine derselbe«, Abg Himburg von den Konservativen, li-ß freilich viele Zettel vorschriftswidrig durch
Pcäfident^bewies seine^ UnpartMchkett,Zindern er I Neu eingefügt wurde folgender § a»»: ww diese Unzuträglichkett, die übrigens bei einem so ständige P^i^behörde kann auf Antrag oder nach neue« Verfahren wohl entschuldbar ist, rügte. Anhörung der Schulauffichtrbehörde Re Beschafti Gar keinen Anlaß aber hatte der eozialdemokkat gung einzelnen «inde« nach Maßgabe; de
ihn der Präsident deswegen zur Ordnung und betonte unter dem stürmische« Beifall aller Ord« i nungiparteie« des Haasts: „Wir find hier im deutsche« Parlament!"
Der Antrag Aichbichler hat die Probe be- flande«: die namentlichen Abstimmungen haben nichts mehr zu bedeuten, wen» nur die Mehrheit zur Stelle ist. Natürlich ist damit die Obstruktion noch nicht überwunden. Diese wird durch die Masse der Anträge, Reden und Abstimmungen ihr Ziel zu erreichen suchen. Ob eS möglich sei« wird, dies zu verhindern und der Obstruktion ihre vermeintliche Unüberwindlichkeit z« nehmen, mag dahin-
an Wilhelm Brückner, „können Sie uns ein j Zimmer anweisen, wohin wir den Kranke» bringen?"«
„Gewiß. . . bitte, hierher."
Mehrere Diener hoben den Baron auf und trugen ihn fort, um ihn in einem der vielen Fremdenzimmer auf einem Bette nrederzulegen. Der Arzt, Jobst und Bernhard wichen nicht von seiner Seite. EiS war glücklicherweise zur Stelle, sodaß sofort Kompressen auf den Kopf deS BaronS gelegt werden konnten.
„Wie ist eS, Herr Doktor? Steht ei schlimm?" fragte Jobst angstvoll.
„Noch ist nichts zu sagen, Herr Leutnant", entgegnete der Arzt achselzuckend. „Aber wir müssen auf daS Schlimmste gefaßt fein. Wollen Eie jetzt Ihre Frau Mutter und Ihre Schwestern benachrichtigen."
Doch die Damen traten in demselben Augenblicke schon in das Zimmer. Wilhelm Brückner hatte sie von dem Unfall deS BaronS in Kennt- »iß gefetzt.
Frau von Windheim wollte stch mit einem SchreckenSruf Über die leblose Gestalt ihres Satten werfen. Doch Jobst hielt ste zurück und suchte die heftig Weinende zu beruhigen.
Mit stiere«, thränenlose« Auge« starrte« Agathe und Erna auf den schwer ächzende« Vater. Die glänzenden Festtolletten der Dame«, die leise heraufschallende Mufik des Ballsaals, der leuchtende Sonnenschein da draußen in dem rauschrndenMrk, die hin- und hereilenden Diener, das Lachen'der fröhlichen Stimmen, die ab und ,u durch die geöffneten Fenster und Thüren
Hierauf erfolgt bie namentliche Abstimmung über ben Antrag v. Normann auf lieber gang zur TageS ordnung über bie 21 sozraldem. Ab» änderungsanträge. Der Antrag wirb anae» nommen mit 184 gegen 16 Stimmen der Sozial- bemokraten unb Freisinnigen. Zwei Abgeorbnete enthalten sich der Stimmabgabe.
Nunmehr mußte, ba ber Ab,. Spahn auf bas Schlußwort verzichtet, die namentliche Abstimmung übet ben Antrag Aichbichler erfolgen, da über diesen die DlSkufsion bereits gestern geschlossen worden war. I» »wischen ist aber von den Sozialdemokraten der Antrag überreicht worden, über ben Antrag Aichbichler zur TageS.Orbnung überza» gehen. Der Präsident Hraf Mallestrem erklärt je« doch, diesen Antrag nicht zulass-n ,u können, da ein Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über den Antrag Aichbichler gestern bereits gestattet gewesen und abgelehnt worden fei. (Beifall bei der Mehrheit.).
Abg. Südellum widerspricht und appellrrt an daS 8eKgn einfacher Abstimmung entscheidet sodann da» HauS, daß der Antrag 6übelum, auf Uebergang *wt TaaeS-Ordnung über den Antrag Aichbichler, 1-tzt nicht mehr zulässig sei. L-digltch die Sozialdemokraten stimmten fÜt Numnehr^beginnt die namentliche Abstimmung übet den Antrag Aichbichler. »egen denselben stimme« geschlossen die Sozialdemokraten, beide freisinnigen Fr» tUnen, sowie die Polen Die Annahme erfolgt mit 194 gegen 78 Stimmen bet 2 Stimment« Hal uvgsu. ,
Fortan erfolgen daher die Abstimmungen ohne Namensaufruf.
Zweiter »egenstaud der Tagekordnung ist: Fort« sehnng der Berathung de» ZolltarifgesetzeS.
Präsident »ras Maltestremr Reine Herren! wir würden jetzt die namentlichen Ab immu«gen »orzunehme« haben beim § 9, über den am DtenStag die Debatte go«
stöhnende« Mann, den die Hand deS Tobeti irn kugenbiw »et höchfte», WW™ L-b-»«uft hetäbrt, daß er, wie vorn Blitz getroffen, «iedersanE. ,
„Wird er sterben?" flüsterte Frau.vo« Wind- heim in namenloser Angst.
Der Arzt zuckte die Schultern und aus- schluchzend sank die unglückliche Frau, di» end- lich in ihrem lange« Leben gehofft hatte, Ruhe und Frieden zu finde«, an dem Lager ihre» Gatte« nieder, seine bleiche, starre, kalte Hand mit heiße» Thränen benetzmb.---
DaS Fest war zu Ende. Wenn man sich auch bemüht, den Gästen den wahren Sachverhalt zu verberge«, die Kunde von dem Unfall brach sich doch Bah«, und still verlttßr» d e Gäste die im FrsteSglanz prangende Billa, die nach kurzer Zeit schweigend, todtenM dalag, wie der glänzende Palast bei AllhrrrscherS über Welt und Leben bei allmächtigen, unerbittlichen Todes.
I tragt-, also denselben Antrag stellte, der schon Tags vorher abgrlehnt worden war. Doch der Präsident erklärte diese« Antrag selbstverständlich für unzuläffig und das Haus pflichtete ihm d«i« bei; sogar die Freisinnigen ließen bei Resern kindischen Antrag die Sozialdemokraten im Stich.
Nachher aber, als der Antrag Aichbichler nunmehr — in der letzten namentlichen Abstimmung nach dem alten Ritus — mtt 197 gegen 77 Stimmen angenommen war, besing die sreistnnige Bereinigung eine noch größere Kinderei. Es war bei der Weiterbrrathung der Zolloorlage, die mit der Abstimmung über § 9 hätte fortfahren sollen. Da hierzu aber einige Anträge vo« Mitglieder» der MchrhettS, Parteien Vorlage«, so machte sich Herr Broemel daS kindliche Vergnügen, auch über diese Anträge den Uebergang zur Tagesordnung zu beantragen. Die Linke brüllte Beifall, als wenn e» ; sich um einen Geniestreich erster Klasse handle und doch kann sich die Mehrheit gar nichts Bessere« wünschen, alS daß die Linke weiter solchen Unsinn mache. Denn sie erwirbt damit das Recht, auch ihrerseits mit allen Anttaze- 1 der Linken, — und daran gibt eS natürlich viel , mehr als von der andere« Seite — so kurzen
ßtlltltll Ack
■ Fuldaer
XirUlSLbOSf,
deutscher Keich
Berlin, 14. November 1902.
+ Aleichskanzker chraf KStow war heute im Reichstage und hatte eine längere Be- sprechung mit den Führern der MehrhetÜparteien und dem Präsidenten Grafen Ballestrem. Heute Abend wird, wie die Blätter melde«, beim Grafen Ballestrem ein „bedeutungsvolles Abendessen statt- finde«, zu dem auch der Reichskanzler erscheine«