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Jutöa, Samstag, den 15. November 1902.

29. Jahrgang. “

u*b erst die eine Hälfte der Gefahr überstanden.

über den Ozean von Insel zu Insel von Schiff zu Schiff verfolgt und so bestimmte Schlüffe

! die Temperatur nach dem Innern zunimmt. Beobachtungen über dar Derhältniß der Tempe- ratur zur Tiefe kaffe» sich bei Anlage von Tun­nel-. Bergwerken und vor Allem bei Bohrlöchern, welche zur Erforschung nutzbarer Lagerstätten «. s. w., hergrstellt werden, auSführen. Die

| größte Tiefe und die höchste Temperatur erreichte ! «an in dem Bohrloch bei Schladebach, 1748 Meter mit 67 Grad Celsius. Durch diese Beob. achtungen wird bestätigt, daß eine Zunahme der

i Temperatur »ach der Tiefe zu stattstndet, sowie daß in jeder beträchtlicheren Tiefe die Temperatur konstant bleibt. AuS dem Derhältniß der mitt­leren Temperatur der Oberfläche zur Temperatur und Tiefe rine- Bohrloches ergibt sich die soge­nannte geothermische Tiefenstufe, d. h. diejenige Tiefendifferenz, bei welcher unter Vor­aussetzung einer gleichmäßige» Zunahme die Temperatur um einen Sead steigt. Diese Tiefen- stufe liegt zwische» 30 bis 35 Meter. In einem Soldbergwerk in Nevada beträgt die Ttefenstufe 15'/. Meter, so daß in einer Tiefe von 600 Meter schon 40 Grad Celsius vorhanden sein müßten. Run iß die Größe der geothermischen Tiefenstufe nicht überall gleich, fie hängt vielmehr von dem Wärmeleitungs-Vermögen der in der vtll wu,WBip Don „t enrn zu itca«

T»fe vorhandenen Gesteinsartr» und anderen nen, zu welchem Riese» kann dieses «ind erwach­torale» umstanden ad. f— —*- -- - -.

fen und Verderbe» bringend mit schwerem Tritt über Land und Meer schreiten.

Vor mir liegt ein Bericht aus dem Jahre 1541, vielleicht der erste seiner Art, in welchem die Physiognomie eines solche» Riesen recht drastisch geschildert wird.

Der Silit! b, das himmlische Kind, daS so segenbringe»d über daS Angesicht der Erde hin- fährt, bald das Segel zu schwellen, bald Mühlen zu treibe», als sei eS sein einziger Beruf, dem Menschen den Schweiß von der Stirn zu treck-

> gio» nicht mit der

Anschauung "vereinigen, daß der Orkan ein« schmale Sdoße verfolge und weder recht» noch links abweiche; auch war eS nicht zu er­kläre», wie ein Lind mit einer Durchschnitts- geschwindigkelt von 12 englischen Meilen pro Stunde solche Verheerungen anzurichten im Stande sei» ko»»te. — So ist man denn z» der Srkenntniß gekommen, daß der Orkan kri» ebener, gerade segelnder Wind sei, sondern zwei Bewegungen zeigend, die eine fortschreitend, die anoere kreisend und auf eine gewisse Kreisweite brfchränkt. Die fortschreitende Bewegung zeigt s-fich etwas stärker, als die der im Augenblick herrschende« Strömung, und di« kreisende betrug über hundert englische Meilen pro Stunde.

WaS nun als das Umschlagen deS Sturmes erschien, zeigte nur, daß die Insel oder daS Schiff durch die windstille Mitte des Orkans in eine« andern Theil b-8 WindkreiseS gekommen, wo der Sturm selbstverständlich die entgegensetzte Richtung haben muß, als im gegenüberliegenden Theile deS Ringes. Die Richtung der enger« Wind- kreiseS ist ja »ach der Erdgegend stets dieselbe und zwar i« der nördlichen Halbkugel der Erde von Osten, Norden, Weste« nach Süden ; in der süd­lichen Halbkugel umgekehrt von Oste«, Süde», Westen »ach Norden, also dem scheinbaren Lauf der Sonne entgegen.

' mit dt* Beilagen

„Ülustrirte Sonntags-Zeitung*, „Juldaer ßescbicblsbläflef und rofterfe-n$ft.

durch Vergleichung und Beziehung der einzelne« Daten zu genaueren Resultate» gelangen können.

Diese Kenntniß ist eS, welche de« Seemann in den Stand setzt, d>e Bahn seines SchiffeS in dem Sturmkreise zu bestimmen und dadurch mancher Gefahr vorzubeuge»; namentlich wird er sich _ «nm Hfl.» I vOl durch die nach dem ersten Stoß eistretende Insulaner Jodi ^vdstille täuschen lasse», denn er weiß, daß er

Opfer erst mit der einen Hand eine» Schlag verabreichte u«d dann mit der andere». —

Sturm und Orkan.

Naturwissenschaftliche Studie »ort Dr. Karl Kuntz«. (Nachdruck verboten.)

8T*8 w «MMN tn 3i»an Ictiaattem» » OtMmrtt m. i reefemld.

Die Symptome eines hera»»ahende» Orkans sind sehr charakteristisch. Schon aus der Ferne fleht man eine Wand von Wafferdünsten, wie Nebel, heranrücken. Der Himmel nimmt eine« finsteren, schwüle« Ausdruck an. die Luft wird sehr heiß, die Wolke« find geröthet, wie von Aufregung, ja manchmal olivengrü« gefärbt. Die Sonne, der Mond oder die Sterne zeige« einen fahle«, nebelhaften Schein, ja, man will bemerkt habe«, daß die Sonne beim Nahen des Orkans eine blaue Farbe annimmt und sie allen Gegen­stände« mittheilt. — Schon i« der Entfernung hört man daS Heulen und Brüllen des Giganten und namentlich auf dem Lande kann man kleine Windwirbel bemerken, die inmitten einer täuschen­den Windstille fich herumtummeln wie Kinder des Riesen. —

Das st Herste Erkennung-mittel aber für de« Seemann bleibt sein Barometer, der ihm schon geraume Zeit vor der eintretenden Gefahr War- nungSfignale gibt. ,2Bei seinen Barometer hütet, hütet sein Schiff." W-nq, nach starke» plötzliche« Schwankungen des Quecksilbers ein verhältniß- mäßig hoher Ruhepunkt etntritt, fo ist ein Sturm > im Anzuge. Die Segel werde« eingerefft und alle Vorbereitungen getroffen, um ihm kräftig z« widerstehen. Ist der Orkan au-gebrochen, so zeigt * ble Richtung des Sturmes dem Schiffe selber an, in welcher Höhe er stch znm Mittelpunkte befindet, und er wird daher Schritte unternehmen, sobald al- möglich aus seinem Bereich zu kommen. — Auch der Barometer bleibt hierbei sein treuer Rathgeber.

gezogen.

Im Jahre 1831 that fich ei» gigantischer Orkan hervor, der südlich vo» Barbado- ent- stand u»d diese J»sel entsetzlich verheerte und um 1477 Menschenleben ärmer machte; vv» da au- ging er über St. Lucia, St. Vincent, Sa» Domi»go und Kuba, erreichte da- amerikanische Festlaud zwischen Orleans und Mobile, und verlor fich endlich nordöstlich vo« Naschez. Diese« Weg von 2300 englische« Meilen legte der Orkan in sechs Tagen zurück mit einer Ge­schwindigkeit, die zwischen 10 und 14 Meilen pro Stunde wechselt. Ma» hat »ame»tlich bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß der Sturm nicht beständig aus einer Richt»«, blies, so»der» «ach kurzer Stille mit erneuter Heftigkeit aus der «ttgegengefetzte» Himmelsrichtung »»-brach, ti wat gewissermaßen, als ob der Rieft seinem

Um da- spkcifische Gewicht der Erde zu finde», hat man in «euerer Zeit Beobachtungen durch Wärme und Druck angestellt. Wen» nun auch die Uebertvagung der im Laboratorium gewonnene« Erkenntniffe auf die in der Natur stattfisdenden Verhältnisse immer nur mit äußerster Vorsicht geschehen darf, so haben u«r doch die Versuche »werthvolle Aufschlüffe gegeben über die Verhält- «iffe der Körper, die fie für das Innere der Erde anzunehmen genöthigt find. Denn nicht allein die hohe Temperatur bildet einen Der- änderung-faktor, sondern der Druck kommt als zweiter Hauptfaktor hinzu, «s steht fest, daß bei den durch Eruption auf die Erdoberfläche ge» kommen« Raffe» der Schmelzpunkt durch Druck erhöht wird. Und wie gewaltig ist der Druck, unter welchem sich diese Raffe« im Jxnere« der Erde befinde», der sich auf viele tausende von Atmosphären beläuft. ®i ist klar, daß der un- geheuere Druck auf die Massen veränderlich wirkt »nd zwar eine verfestigende Wirkung au-- übt. Die Raffen fallen in bestimmter Tiefe der Erstarrung anheim, die Erstarrung nimmt zu j mit dem Grade, wie fich die Gase »erhalte», ob fie flüssig oder starr »erde».

Diese Hypothese von eitern starren Srdi»nern findet nicht von allen Seite« Beifall, «a» führt die vulkanischen Erscheinungen dagegen in- Feld; man hat diesen Widerspruch aber zu beseitige» gesucht durch Annahme verschiedener Hohlräume im Innern der Erde, in denen fich flüsfige Lava- «affe» befinden. Man ist aber auch vo« dieser Ansicht abgekomme» »nd hat gesagt, daß zwische» dem Erdkern und der Erdkruste sich eine Zone »oraussetzen ließe, in welcher der Druck «och |

zahllose» zum Theil hochpoetische« Schöpfung-- sagen der verschiedenen Religionen find ebenso viele Versuche zur Lösung der Frage, deren Be­antwortung, so weit eine solche Überhaupt mög­lich sein sollte, gewiß nur der Naturforschung znkommt. Die Geologie aber steht dieser gegen- über ziemlich hilflos da. Die Buchstaben, au- denen sie ihre Geschichte zusammenstellt, werden undeutlicher und räthselhafter, je weiter man in der Erdgeschichte zurückschreitet, und verwirren sich schließlich, so daß Hypothese» a» ihre Stelle treten müffe«. Aber die Hypothese» ent- bebte« keineswegs thatsächlicher Begründung.

Uebet die Entstehung der Erde gab eS i« früherer Zeit die mannigfachste« Hypothese«, die chr Aufkomme« nur dem Umstande verdanke», daß die Geologie erst verhältnißmäßig spät zum Gegenstand ei»eS rationellen Studiums gemacht wurde. Doch wenn wir auch als sicher annehme« könne», daß die Kenntnisse der Alte» in der! Geologie nicht ganz gering waren, so kann man doch die Leistungen deS AlterthumS auf diesem Gebiete ganz außer Acht lassen. Auch daS Mittelalter bot der Entwickelung der Geologie eine« höchst «»fruchtbaren Boden, denn man suchte die geologische Forschung zu sehr zurück- zudränge« gegenüber der biblischen Urberlieferung. Jahrhunderte blieben in dieser Richtung beharre», und auch hedte qoch ist vielfach die Ansicht ver­breitet, daß jeder Zwiespalt, der fich zwischen Forschung und Ueberlieferung ergibt, höchst de- bäuerlich sei. Der Gläubige wirb aber doch in seinen Anschaunngen nicht gestört, auch wenn das 6 Tage-Werk wissenschaftlich unhaltbar bleibt.

Um die Mitte de« vorigen Jahrhunderts waren eS zwei Gelehrte, welche unabhängig von einander zu gleichem Resultate gelangten, Kant und Laplace; fie kamen Beide zu der Neber- zeuguug, daß alle Körper unseres Planetensystems eine gemeinsame und gleiche Entstehung hätten. So kamen sie zu der Anschauung, daß fich die Erde au« einem glühenden SaSball entwickelt

WaS wiffen wir über das Innere der Erde?

Neber liefe« Thema sprach vor einiger Zett in Münster im Verein für Wissenschaft und Kunst Herr Prof. Dr. Bu Sz. Der Vortragende ging, wie wir dem Berichte des ,Wests. Merkur* entnehmen, davon aus, daß eS ei» bezeichnender Grundzug der neueren Naturgeschichte fei, daß K! »icht mehr die Beschreibung der Körper allein handle, sondern auch deren Entstehung erforsche. So ergibt fich auS bet historischen Auffassung vo« selbst, wie tief bie Geologie in alle die Page« eingreift, die fich an da- Entstehe« der Erde knüpfen. Die Frage ist die »ach den Ur­anfänge« der Erde; in dieser Beziehnng fehlt aber jede naturhistorische Ueberlieferung. Die

habe, der weit über die Grenzen des Planeten Neptun hinauSreichte. D.eser SaSball erhielt vielleicht durch Anziehung anderer Körper eine roiirende Bewegung im weiten Raume um eine Achse, die mit fortschreitender Dichtung der Masse sich allmählig mehr und mehr beschleunigte. Die Folge war, daß mit der wachsenden Centri- sugalkraft eine polare Abplattung sich bildete, die schließlich zur Bildung vo« sich lo-trennend« Ringe« führte, welche wiederum als kleinere Planeten austraten.

Die Kant-Laplace'sche Theorie ist durch spä­tere Untersuchungen und Entdeckungen weiter gestützt und hat ihre glänzende Bestättgung ge­funden durch die Spektralanalyse, so daß wir heute noch weiter annehme» müssen, daß diese Theorie nicht allein sür die Glieder unseres eigene« Planetensystems Geltung hat, sonder» daß alle Himmelskörper einen ähnlichen Ent- wickelung-gang durchgemacht habe«. Für uns kommt die Annahme i» Betracht, daß unsere Erde sich ursprünglich i» einem glühenden Zu­stande befunden habe. Jeder ga-förmige Körper geht aber i» den flüssigen Aggregat,ustaud über. Da unsere Erde fich an der Oberfläche abkühlt, so erhellt daran-, daß fie vor ihrer Erstarrung stäffig gewesen sein muß.

Aber bis zu welchem Grade ist diese Er- starrung fortgeschritten? Diese Frage führt zu der Wärmebetrachtung de- Planeten. Die Temperatur an der Oberfläche ist in Folge der Steldueg der Erde zur Sonne verschiedene, Schwankungen unterworfen, während das Innere der Erde längst aufgehört hat, in dieser Beziehnng eine Rolle zu spielen. Diese Schwan« tage« der Erwärmung lasse« fich in tägliche und jährliche (je »ach Lage des Ortes ,»r Sonne) ei»theile«; beide reiche» nur bis z» gewiss« Tief«. Fest steht, daß mit fortschreitender Tiefe

Alle diese scheinen denselben Gesetzen zu unter­liege«, die fich «ur nach Oertlichkeit und Heftig, keit modifiziren. — Man nahm früher an, daß die Orkane auf einer mehr oder weniger schmalen Bahn in gerader Richtung fortsiürmten, bi- sich allmählich ihre Gewalt brach und abschwächte oder durch andere Winde aufgehoben wurde. Erst in neuester Zeit hat man durch gewissen-

Einen weitere» Beweis für die Wärrnezu- «ahme »ach dem Innern der Erde liefern die heiße» Quelle«, bie trotz des langen Wege-, den sie durchlaufen müssen, oft noch siedend heiß an die Oberfläche kommen. Nach der vorhin ange­nommen Tiefenstufe müßten die Quellen aus einer Tiefe von 3000 bis 3500 Meter stammen. Au- dem Inner« der Erde kommen ähnlich wie die Quelle» geschmolzene Steinmaffen, und man muß annehmen, daß fie auS jenen Tiefe« flam­men, wo eine Hitze über 2000 Grad Celsius herrscht; eine derartige Wärmezunahme würde fich bei 70 Kilometer Tiefe ergeben, das ist aber erst der 90. Theil des ErdradinS. Danach hat man dann berechnet, daß nach der Erstarrung; ber Erbe nicht weniger als 20 Millionen und nicht mehr als 400 Millionen Jahre verflossen | feie«. AuS dieser Zunahme der Wärme mit der Tiefe läßt sich schließe«, daß im Innern der Erde eine glühend flüssige Masse sich befindet. Wie weit es bis zu dieser flüssigen Masse ist, bleibt eine offene Frage. Manche glauben be­züglich der Erdkruste, daß sie in einer Tiefe von 20—40 Kilometer aufhöre und dann die geschmolzene Masse beginne.

Verschiedene Gegner der Hypothese von der Flilsstgkeit deS Erdinneren habe« gesagt, w«n daS Erdinnere flüssig wäre, dann müsse die Erd­rinde wie eine von dem Erdinneren getragene elastische Haut unter dem Einfluß der Anziehung von Sonne und Mond — in ähnlicher Weise wie Oceane — Ebbe und Fluth besitzen. Mehr Anspruch auf Wahrscheinlichkeit hat die Hypothese, daß auch die Masse im Innern der Erde in einem Zustande der Starrheit fich befinde; man sucht fie zu beweisen mit dem specifische» Gewicht der Erde, daS man zu etwa 5,6 be» rechnet und angenommen hat. Daraus hat man bann wieder de» Schluß gezogen, daß im Innere« der Erde (Erdker«), Eisenmaffe» in großer Menge fich befinde«.

«icht genügend sei zur völligen Verfestigung der Massen, wohl aber die Temperatur hoch genug, _________

bie Massen zum Schmelzen zu bringen. Diese I Solche Erscheinungkonnte Hypothese hat die größte Wahrscheiulichkett für fich. | alte« Anschauung vereinig.

Redner schloß seine Ausführungen, indem er darauf hinwies, wenn die Annahme wahr sei, daß die Erde aus einem glühenden SaSball ent­standen sei und durch Abkühlung ihre jetzige Ge- statt angenommen habe, so müsse auch angenommen werden, daß die Abkühlung auch in Zukunft wie bisher fortschreiten würde. Mit welcher Lang- famteit die Abkühlung erfolgt, entzieht fich der Kenntniß, seit 2000 Jahre« soll fie »och nicht 1/i7o betrage«. Die Ausführungen fanden bei br« zahlreich anwesende« Zuhörern reiche« Beifall.

WaS die Ursachen der Orkane anbetrifft, fo find die Philosophen selbst noch nicht recht einig, ob thermische, ob elektrische oder ledigl^ mechanische Umstände diese verheerenden Luftriesen zu unserm Verderbe« erzeuge«. Wahrscheinlich vereinen fich ave drei z» diesem Zwecke, selbst die Bewegung der Erde um ihre Achse hilft offenbar, diese Ungeheuer hervorzubringen. — Wahrscheinlich ist, daß fie in der Bereinigung oder besser in dem Kampfe deS vom Aequator »ach de» Pol« strömende« heiße» Binde-«U dem von d« Pol« »ach dem Aequator dri»ge»d« kalt« Siro»« gezeugt werde«. W«igste«s deutet die Regelmäßig­keit ihrer Fortbewegung sowohl, wie ihre Kreis- beweguwg darauf hi«.

»Als ich auf der Isla Espannola (San Do­mingo) war, ereignete stch ein schreckliches Un- glück," heißt eS darin, „welches diese Insel bi- zur Unkenntlichkeit entstellt bat. " kam ein Sturm, wie ihn diese Insulaner "no* I *“,K®tttUe lauschen lasse«, den« er weiß, daß er nie erlebt hatten. Jedermann bereitete sich zum befindet

Tode vor Es erhob« fich and re Winde, um b mit dem Hauptstrom zu kämpfen. Sie schiene« zu ringen «nd fich gege« einander zu stemmen, heulend und kreischend, Bäume wurden dabei zer­schellt und zerrissen, die Zweige hierhin und dort­hin geschleudert, Felsmaff« weit durch die Luft getragen, ja ganze Häuser emporgehobeu und mit ihren Inhabern zerschmettert. Im Hafen befan- den fich nur drei Schiffe, einige Splitter war alles, was man von ihnen wieder zu sehen bekam.

Bei dem furchtbaren Tumult des Orkans er- hob fich ein Gewitter, Alles wurde finster, Don­ner folgte auf Donner, Blitz auf Blitz. Es war eine herzerfchütte«de Scene. D e Insulaner flüch­teten fich zum großen Theile in Erdhöhlen. Als fie wieder zum Vorschein kamen, waren fie sprach- j los vor Entsetze», da- durch den Anblick der j Verwüstungen nicht vermindert wurde."

Obgleich man schon damals die Orkane ge­nugsam kannte und fürchtete, ist es erst in neuerer Zeit gelungen, in dos eigentliche Wesen derselbe« einzudrtngen. Die Hauptzüge gleichen denen des oben beschriebene« Vorfalles. Namentlich charakte- ristisch ist das Aufsteigen im Osten. Orkane find, wie fich nun ergebe« hat, eine Art von Luft- strudeln, die .den westlich« Theil des Atlantischen Ozeans bestreichen. Ihre Bette« im stillen Ozean sind die Typhoons und Cyclonen, während die minderen Glieder der Familie, als Wirbelwinde, Wasser» und Sandhose, Tornado, Pampero, Teufel ei. in den verschiedensten Theil« der Erde auftreten.

Wir wisse«, daß der Orkan ein Luftstrudel ist, der mit dem allgemeine« Winde fich fortbewegt- Jn Folge der Zentrifugalkraft wirb, ähnlich wie beim Wafferstrndel, die Luft fich am Rande deS Orkans aufthürm«, während im Zentrum die ... , „ , । Lust sehr flach und verdünnt steh« wird. —

hafte- Beobachten und Buchen der Wind- und Uebereinstimmend mit dieser Folgerung nimmt 2BeUer»etbäü«iffe auf fast allen größeren Schiffen, ber Barometer, je näher er der Außenseite be« burd) Vergleichung und Beziehung der einzelne« Orkan- ist, ein« unverhältMßmäßig höhe« Stand Daten zu genaueren Resullaten gelang« könne«, an, al-in der Ritte desselben. Solche Beobachtungen - Einzelne Orkane hat man auf diese Weise find e-, durch bie ber Schiffer in den Stand ge- aber^ben Ozean von Insel zu Insel von Schiffs setzt wird, selbst in de« gefährlichsten Monat«, August, September und Oktober, mit Sicherheit die westindischen Gewäffer zu befahre«.