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Fuldaer

29. Jahrgang.

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Iutöa, Mittwoch, den 12. November 1902.

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-ä- Bom Centrums - Saulus zum Centrums-Paulus.

Vor 5 Jahre», bevor die Neuwahlen zum gegenwärtigen Reichstage stattfanden, gab es innerhalb der Crntrums manche Leute, die ihrer eigenen Partei gar nicht« Guter voraursagten, die fürchteten, dar Centrum werde in Bayern schwere Niederlagen durch den Bauernbund er­leiden. Die Wahlen wurden vollzoae«, und stehe da: die Unglücksrabe« bekamen Unrecht durch die erzielten Wahlergebnisse. Das Centrum hatte gerade in Bayern die schönsten Erfolge zu ver« zeichnen, und diese Erfolge steigerien sich noch bet den darauffolgenden Wahlen für die bayerische Abgeordnetenkammer. Nichtsdestoweniger blieben noch einige Schwarzseher übrig, die stet« von neuem den RufS08 vom Cmtrum« erhoben.

Ein Rufer unter diesen war der bayerische Landtagsabgeordnete Söldner. Er gab sich große Mühe, die bayerische« katholischen Parla­mentarier zu der Gründung einer besonderen katholisch-bayerischen Partei zu bewegen, die sich dann auch vom Centrum im Reichstage loSsaze« und auch dort eine besondere Gruppe btlven sollte«. Zwei Gesichtspunkt« waren es, die Herrn Söldner ramentlich beeinflußten. Ec ging von der durchaus richtigen Anschauung aus, daß unter alle» wirthschaftlich-n Fragen der Gegenwart die Frage von der Erhaltung unseres Bauernstandes an Wichtigkeit obenanstehe; und er war der An­sicht, daß sich die Interesse» der norddeutsche« u»d der bayerischen Landwirthschaft nicht unter eine» Hut bringen ließen. Deswegen sollten die katholischen Bayer» von dempreußischen" Cen­trum zu einer besonderen Gruppe sich absondern; und dann erhoffte Herr Söldner das war sein zweiter leitender Gesichtspunkt eine vollkom­mene Urberwindung der centrumS feindliche« Bauernbundsbewegung durch de« Einfluß dieser neuen bayerisch-katholische» Partei.

Herr Söldner hat damals glücklicherweise ver­geblich sich um die Verwirklichung seiner Pläne abgemüht. Die katholischen Bayer« find bei der große« und starken Centrums. Partei gebliebe«, mit ihnen zugleich Herr Abgeordneter Söldner selbst; jetzt bekennt dieser letztere vor aller Oeffent- lichkeit selbst, daß er damals auf Irrwegen fich befand und heute ganz entgegengesetzter Anschauung geworden ist; daß er heute nichts mehr an und ta der allgemeinen deutschen CentrumS - Partei geändert wissen will. I« dem .Niederbay«rischen Sauet', derselben Zeitung, in der Herr Söldner vor einigen Jahren den Ruf »Los vom Centrum" erschallen ließ, tritt nunmehr Herr Abgeordneter Söldner für das unentwegte Festhalten am alten und guten Ceatrum ein. Wle er das thut, daS ist zum Thril außerordentlich charakteristisch und verdient deswegen allgemein« Aufmerksamkeit.

Die nieder bayerischen Bauern, so rathet dieser Herr Söldner, sollen bei de« nächsten Wahlen zum Reichstage doch nur einem CentrumSmanne und keinem Bauernbündler ihre Stimme« gebe«, denn:

»

Strandgut.

Roman von O. Elster.

18 ------- (Re*H«t Untat«*.)

Eine Weile herrschte Schweige» zwischen ilnien. Sein Auge ruhte mit Wohlgefallen auf der schlanken, vornehmen Gestalt in dem duftigen weiße» Sommerkleide, dessen feine Spitzen das schmale, ovale Geficht in zarten Umriffen hervor, treten ließen. Ein Sonnenstrahl verirrte fich durch da» Laubdach der Bäume, huschte über den Scheitel deS jungen Mädchens und ließ dessen blonde- Haar wie Gold erschimmern. Die schlanken, weißen Hände spielten mit einer Stofe, und em leises, traumhaftes Lächeln umschwebte die leichtgeöffnete« Lippe».

Ja diesem Augenblicke fehlte der vornehmen Erscheinung Gildas nicht der Hauch anmuthiger Jungfräulichkeit, der die Liebe, die Zärtlichkeit auf ihren Wangen, in ihrem ganzen Wesen her- vorzauberte.

Jobst athmete hastig auf. Sei» Herz ver­mochte fich diese« anmuthigen Zauber nicht zu entziehen. Die zierliche Elfengestalt, welche sonst seine träumende Seele umgaukelt hatte, verschwand vor der stolzen Erscheinung der Wirklichkeit, und die dunkle» Märchenaugen Elsens erloschen vor dem zärtlichen Strahl, der ihm auS den blauen Auge» Gerdas entgegenlenchtete.

Welch' ein Thor war er, die schöne Wirklich­keit nicht einzutausche« gegen ein traumhaftes Glück, daS doch niemals tu Erfüllung gehen konnte. War Gerda nicht seine treue, auf- merksame, hingebende Pflegerin gewesen? Hatte

Der Bauernbund ist fertig; kein Mensch," so schreibt Herr Söldner, -tann ihm mehr auf die Strümpfe helfe«... Ich denke, auch die Bauern, welche bisher mit dem Bunde gegangen sind, sollten sich auf die alte Vergangen­heit besinne» und ohne Groll und Haß sich wieder derjenigen Partei zuwenden, die trotz aller Anfeindungen immer noch am erfolg­reichsten für den Bauernstand einge- trete« ist, und daS ist das Centrum Freilich darf der Schreiber dieses Artikels selbst an die Brust klopfen und ein pater peccavi sprechen, weil er auch vor etlichen Jahren dafür «ingetreten ist, daß die bayrischen Centrums-Mitglieder im Reichstage eine eigene Partei bilden sollen; allein von dieser Anschauung ist er gründlich geheilt worden."

Diese Thatsache an fich ist durchaus intereffant. Aber noch intereffanter ist es, die Gründe zu er« fahren, die Herrn Abg. Söldner zu der Aenderung seiner Anschauungen gebracht habe». Diese Gründe liegen nach seinen eigenen Angaben »nicht auf wirthschaftlichen, sondern auf religiösem Gebiete":

Schon wiederholt so schreibt er ist auf den Ansturm hingewiesen worden, den der Protestantismus, intbrsondere der Evan­gelische Bund und das übrige moderne Heidenthum gegen die katholische Kirche Tag sür Tag unternimmt. . . In diesen ernsten Zeiten, wo sofort wieder ein neuer Kulturkampf ausbrechen kann, hieße es geradezu Verrath an der katholischen Kirche begeyen, wenn wir diejenige Partei schmähen wollten, die. die Bertheidigung der religiösen Freiheit auf ihre Fahne geschrieben hat. Aus diesen Gründen sage ich: wählt nur einen CentrumSmann! Das Centrum darf um keinen Mann geschwächt werden, weil sonst unsere religiöse Freiheit aufs äußerste gefährdet ist."

So haben auch wir Katholiken ei mit einem Feinde zu thun, derstets das Böse will doch nur daS Gute schafft". DaS Sturmlaufev gegen das Bollwerk der Kirche, der einzigen zuv rläifigen Hüterin deS wahre» und lebendigen Chr'ft-uthums, erschüttert wohl einige Gestalte», die ^ynehin zu den schwankenden von jeher gehört b den, und bringt sie zum Abfall. Aber unter den Dröhne« der Axthiebe deS modernen Heidenthum * gegen die Pforten der Kirche kommt Allen, die a.,f diese ihre Kirche noch etwa- halten, die richtige Er- kenntniß, daß vor allen anderen Pflichten ihre vornehmste Pflicht die ist, die Kirch« zu schützen und zu vertheidigeu und zu festige« gegen die Mi«irrarbeit ihrer Gegner. Und so schaffen diese Letztere« vo« außen her einen Druck, der alle Anhänger der verhaßten Kirche nur desto fester und unzertrennlicher zusammenschweißt.

Berlin, 11. November 1902.

h Eine «ilitärüirchliche Diensiordunug, eine katholische und eine «vorig Mch«, ist vom Reifer

et taffen worben. Für die katholischen Milttär- oberpsarrer werden acht Amtssitze errichtet.

+ N«stor der Führer der

Nationalsozialen, will im Wahlkreise Meppen kandtdiren, dem durch den Tod des Abg. Branden­burg (Crntr.) erledigten alten Wahlkreise Windt- horstS. Wir gratultren ihm schon jetzt zu dem Reinfall.

+ polnische Ltsvdidatureu in HSev- letzteste*. Diepolnisch - nationale" Partei radikaler Richtung will, wie auf einer von etwa 200 Personen besuchten Versammlung von Vertrauensmännern am Sonntag in Gleiwitz proklamirt wurde, nicht mehr mit dem Cen­trum gehen. ES wurde ein eigener polnischer Wahlverein gegründet, dem 150 Personen als Mitglieder beitraten. Wenn die Polen Lust haben, mit der einzige« deutsche» Partei, die ihnen immerfort uneigennützige« Beistand lieh und fich deswegen sogar als reichsfeindlich und antinational beschimpfen kaffen mußte, Krieg zu führen, so können sie ihn haben. Die Geduld der deutsche» Katholiken hängt ohnehin nur noch an einem Haare.

+ Der Antrag Aich Sichler auf Aenderung des Modus der namentlichen Abstim­mungen soll am Donnerstag zurBerathung komme», und zwar aus den schon von uns an­gegebenen Bedenken gegen den Mittwoch als her- kömmliche« Schwerinstag. Die Linke hat, worauf wir schon dinaewiesen, tn einem Präzedenzfalle im Jahre 1897 den Standpunkt erfolgreich ver­treten, daß die sür die Initiativanträge die durch § 35 der Geschäftsordnung bestimmte Reihen­folge nur an den Schwerinstagen gelte, außer­halb derselben also die Reihenfolge nicht ein­gehalten zu werden braucht. Außerdem wollte man auch die Berathung des § 8, deren Ende am Dienstag nicht mehr erwartet werden konnte, nicht unterbrech«. Die Linke hatte sich an* scheinend schon darauf vorbereitet, bereit- heute gegen den Ant ag Aichbichler Sturm zu laufen, und sie hatte >u diesem Zweck de» Antrag in petto. dem Ai.trag Aichbichler die anderen JnttiativauträL- vorangehen zu loffe». Sie verrieth ihren Plan, indem sie, trotzdem vom Antrag Aichbickl c keine Rede war, schon bean­tragte, am Mitt r och die alten Initiativanträge weiterzuberathen. Aber nicht einmal die National- liberale» gewährten ihr dabei Unterstützung. UebrigenS ist man am Dienstag, trotz einer Reihe namentlicher Abstimmungen, leidlich vorangekommen; eS wurden die §§ 5, 6, 7 und 7a erledigt, und zwar durckweg nach den Kommtsfionsbeschlüffen, und die Berathung von 8 8 in Angriff genommen. Am Mittwoch wird vieselbe zu Ende geführt werde».

h Die KrS-rselder Ireisiunige« wollen bei den nächsien Reichs- und Landtagswahlen eigene Kandidaten auffteBe».

n gifte soziotdemoüratische Mehrheit besitzt jetzt der Landtaa von Schwarzburg- Rudolstadt: 9 von 16 Mandate«. Es waren ihrer acht, al« ein nachträglicher Wahlgang den Genossen" noch da« neunte bescheerte. Nun können sie ja den schwarzburg-rudolstädtischenZa- kunfttstaat" bauen. Nur Muth di« Sach« wird schon schief gehen!

* Der Atzg. Ar. Aitze (Crntr.) muß auf ärztliche Anordnung seine Reichstags - Thätigkeit unterbrechen und wird sich heute auf einige Zeit in die H-imath begeben. Die Ursache ist ein Herz­leiden. Auch der Abg. Aichbichler hat einen 14tägige» Urlaub genommen.

* Den echten Aulturüampf Aiverali«. muo offenbaren wieder einmal die.Münchener Reuest. Nachrichten' in ungeschminktester Weise. Sie find wüthend, daß in Baden, was aber noch keineswegs sicher ist, ei« paar Männer- kköster eingeführt werde«. Scho« früher find von diesem Blatte aus allerlei verständliche War­nungen nach Karlsruhe hinübergegangen, an­scheinend aber dort nicht gebührend beachtet worden. Dafür hat das Blatt jetzt eine« Ar­tikel veröffentlicht, der sich in den schärfsten Aus­drücken gegen daS großherzogliche Paar, den Erbgroßherzog und die Fürstendiener im Ministe­rium wendet. Da wird der greife Groß­herzog al« ei« seniler Schwächling hingestellt, bei dem sich häufigeSymptone vo« Alters­schwäche" einstellten. Da wird der Erb groß­herzog als dasböse Prinzip" tn der Kloster­frage hingefirllt; er soll den Großherzog umge­stimmt haben. Dann kommt dieDamen- Politik" an die Reihe. Die Großherzogin, die Tante deS Kaisers, wird dem protestantischen Volke denunzirt, daß sie katholisirende Neigungen habe. Diesoll" für ihren ver­storbenen Sohn, de« Prinzen Ludwig, Seelen­messen lesen laffe«, siesoll" eine Wallfahrt nach Maria-Einsiedel« gemacht haben. Auch die den ,Neuesten' so verhaßtebayerische Prinzess!«" spielt Hinei«, welcheKapuziner an den badischen Hof gebracht" habensoll". Und nun kommt eine Schilderung der angeblichen Thätigkeit des BenedikttnerordenS, die Überwältigend schön zufammengelogen ist: Er stiftet Ehen, löst Verlobungen auf, versetzt Beamte, so gut wie ei« Minister, verschafft Stellungen und weiß mißliebige Beamte zu beseitigen. Vor allem wird ec steinreich. Mit dieser Üppigen Phantasie der Räuberromane wirb sonst nur der Jesuitenorden bedacht; jetzt ist auch schon der Benediktinerorden so weit. Aber et ist noch nicht zu Ende. Da« unter hoher und aller­höchster Protektion fich abspielende ultramontane Treiben habe den badischen Ministern de« letzten Äabinet« schon Leben und Amt herzlich sauer ge­macht, die Minister Rokk «nd Eisenlohr hätten den Einflüssen nur aurweichen, aber nicht ent­gegentreten können, ihre Nachfolger unter v. Brauer seienFürstendiener, aber keine Staatsmänner mehr". Sodann geht e« über eine üppig« Wiese voll blühender Phrasen;Zi «per lichkeit und Indolenz" der badischen Rationalliberalen,mächtig steigender klerikaler Einfluß in hohen Kreisen", Aufwiegelung der Massen durch de« fern vo« der nationalen Bildung erzogene» niederen Klerus", der Hof und alle Vertreter konservativer Interessen feien au« Angst vor den Bündnissen der Radikalen mit denUltramontanen" den letzteren in die Arme getrieben worben. Und nun der Haupt« trumpf: Er fpetuliren Baden«ultramontane Führer auf ein unter durchweg katholische Fürsten­häuser kommende« Süddeutschland, auf eine schwarze Maingrenze". Aber jenseit« de« Main« rst'« auch nicht besser. Baden, sagen die

ihre freundliche Unterhaltung ihm nicht über manche böse, schwarze Stunde seines Kranken­lagers hinweggeholfen? Begegnete sie ihm nicht mit jener zarten Rücksicht, die nur au8 einem lieben Herze» entspringen konnte?

Else dagegen sie war feit ihrem ersten Besuch nicht wieder bei ihm gewesen, batte ihn durch ibre Mutter öfter freundlich grüßen laffen und ihm einige Blumen Übersandt, weiter hörte er nicht- von ihr, die mit ihrem Herze», ihrer Phantasie, ihrer Hoffnung ja in einer an­dere«, fernen, glänzende», sonnigen Welt weilte.

.Sie hatte da-Glück ergriffe», al- e- ihr die Hand bot, sollte er so thöricht sei«, eS um eine- Traume- wille» zurückzuweifen?

Gerda," sagte er weich und leise und streckte ihr die Hand entgegen.

Leicht erröchend legte sie ihre feine weiche Rechte i« seine Hand, und eS «ar ihm, als empfinde er ihren leisen, innige«, zärtlichen Druck.

Ich bin Ihne« und Ihren Elter« zu großem Dank verpflichtet, Gerda," fuhr er fort.Nein, «ein, unterbrechen Sie mich nicht," sagte er rasch, al- er bemerkte, daß sie seinen Dank zurück- weise« wollte.Laffen Sie mich einmal offen und ehrlich mein Herz auSschÜtte« und antworte« Sie mir da«» ebenso offen und ehrlich. Ich bin «i« anderer geworden in den Wochen, die ich in Ihrem Hause verbracht habe. Ich kam hierher als et« wenn nicht unglücklicher, so doch glück­loser Mensch, der nur t« her Erfüllung feiner Stellung die Ausgabe seine- Leben- erblickte und an ein andere- Glück nicht mehr zu glauben wagte. Ich kam hierher, weil mein Vater eS wollte, weshalb er mich hierherführte . .

Sie senkte in leichter Verlegenheit den Blick.

Weshalb diese trüben ReminiScenzen?" fragte Gerda lächelnd.

Um Ihnen den Zustand zu erkläre«, Gerda, in dem ich mich damals befand, und die Um­wandlung, die mein Inneres seitdem erfahren hat. Gerda, ich habe wi-der an ein Glück zu glauben gelernt «ist an jenes Glück, von dem man in der Jugend träumt"

Das nirgends existüt," warf fh rasch ein.

Vielleicht haben vielleicht «xstirt es d-n- roch," versetzte er sinnend.Ader einerlei ich fühle mich stark genug, daS Glück selbst auf* zubauen, und, Gerda diese Stärke, diesen Muth haben Sie mich gelehrt."

Sie blickte ihm lächelnd in die Augen und er zog ihre Hand näher heran.

Wollen Sie mir Hilfen Gerda, da« G bände unsere« Glücke« zu errichten, so fest, so stark, so stol», so sicher, daß keine Macht de« Leben« e« zu erschüttern vermag? Wollen Sie mit zur Seite stehen, wenn ich wieder einmal verzagen sollie, wenn mich wieder einmal die bösen Träume um­fangen wollen?"

.Ja, Herr von Wilhelm, ich will e« . . .*

Dank Ihnen, Gerda, meine thruere Lehr- Meisterin! I» Ihren Augen leuchtet der Muth zum Glück auf, und nur der Mvth, der Wille, glücklich zu sein, fehlt mir. Jetzt habe ich diesen Muth, diesen Willen wiedergewonnen ich bin glücklich, «eil mein Leben Ihrem Glück geweiht ist . . ."

Ich kann nicht zu Deinen Füße« Inleee, Gerda," fuhr er zärtlich lächelnd fori.Ich bin ein armer Krüppel, aber wie mein Herz gesundet

ist, so wird auch mein Körper gesunden, und dann werde ich vor Dir niederkniee« und dankend Deine Hände küssen . . ."

Wenn Du nicht zu tnieen vermagst," sprach fb tief erröthend,so muß ich'« schon Ihn» . ."

Und eh' er'S verhindern konnte, kniete sie neben seinem Lager nieder und legte ihr Haupt an seine Brust, lachend zu ihm aufschauend.

Ich bin in Deiner Siebe gesund geworden," fuhr et leise fort,auch wenn der Körper nie mehr die alte Gesundheit wieder erhalten sollte .

Sie sah in leichtem E schrecken zu ihm auf. Sprich nicht so," bat sie.Du wirst wieder vollkovmen gesund werben."

Würdest Du mich be«halb weniger lieben?" ein Schatten huschte über ihr Antlitz.Ich könnte den Gedanken nicht ertragen, vaß D» durch meine Schuld Deine Gesundheit verloren" ..

Du hast mir weit Bessere« dafür gegeben, meine thenre Gerda," sagte er mit dankbarem Lächln.

In ihren stolzen Zügen stieg ein drückender, ängstlicher, beklemmender Gckranke empor, und ihr ehrgeizige« Auge sah ein häßliche« Zukunftsbild: sie selbst, die stolze, schöne Gerda Brückner, an der Seite eine« halbgelähmten Manne« eine« halben Krüppel«!

10. Kapitel.

Die Verlobung Gerda mit Jobst von Wind- Helm und die Ernennung Friedrich Brückner« z«m Korn wer zienrath sollte durch et» große« Fest ge­feiert werben. Die Villa Brückner erstrahlte tm Glanz Hunderter elektrischer Flämmche» und di Hauptwege de« Parke« erleuchteten tausend kein«