Deutsches Reid?
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29. Jahrgang.
IuLöcl, Montag, den 10. November 1902
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wtrthschast; ste u«b ihre Arbeiter schneiden sich Zs eigene Fleisch, wenn ft» auS Abneigung gegen die bescheidene« Ansprüche btt Land- wirthschaft die Grundlage ih«r eigenen Existenz, gesicherte handelspolitische Verhältnisse und einen Zolltarif mit sehr kräftigen in« dustriellen Schutzzöllen aufs Spiel setzen. Nicht umsonst si»d in den letzten Tagen eir sichttge Kreise des Großhandels und der Industrie thättg zewesen, um di- Linke des Reichstags zu be- »eroege«, von ihrem Widerstand gegen den Zolltarif abzulafsen. Sie wissenwar um! Denn ste wifien, daß noch mehr als dir Landwirth- schäft, Handel und Industrie die Kosten tragen würden, wenn wir in einen Zollkrieg mit dem Ausland ohne Rüstung eines starken und zeitgemäßen Zolltarifs hineintretben.
o Wie«, 8. Noo. 1902. Bei der Land tagsstichwahl im Wiener Bezirk Favorite« wurde am Freitag Prochazka (christlich-sozial) mit 6262 Stimmen geaen Adler (Loz.) mit 622$ Stimmen gewählt. Nach drr Verkündigung des Ergebnisirs der Stichwahl im Bezirk Favoriten fanden in der Laxenburgerstraße starke Ansamm-
© Wer zahlt die Kosten?
Die Linke hat offen eingestanden, daß ste nur darauf ausgeht, das Zustandekommen eines jeden Zolltarifs, welcher der Landwirthschaft Schutz gewähren will, unmöglich zu machen. Gelingt ihr dies, dann wird ohne Frage der deutsche Bauernstand einen schweren Schlag erleiden — doppelt schwer zu ertragen in einer Zeit, wo er ohnehin fich kaum noch auf seiner Scholle zu erhallen vermag. Oder «erden die Industriearbeiter davon den Vortheil haben? Im Gegentheil — ste werden erst recht die Kriegskosten zahlen! Man redet ihnen, wer weiß war, von Brod- und Fleischwucher vor Aber wie steht es damit? Angenommen, den ganzen Zoll hätten die inländischen Konsumenten zu tragen, so müßten sie mit einer Vertbeuerung ihres Brodgetreides um 1 bis l1/* Pfennig auf das Pfund rechnen — ist das „WuLer"? aber eS ist Thatsache, daß der Zoll zum größeren Theile von den ausländischen Getreidelieferanten getragen wird und höchstens ein kleiner Theil auf die inländsschen Verbraucher fällt. Dann wird also die Preis steizerung erst recht geringfügig, ja fir wird aller Voraussicht nach gar nicht wahrnehmbar sein, da die betr. winzig n Beträge von den Grtreidehändlern kaum auf die Müller, von diesen erst recht schwer auf die Bäcker, und fast sicher von diesen nicht mehr auf die Konsumenten abgewälzt werden können. Aber sollte wirklich der unwahrscheinliche Fall eines unbedeutenden Preisaufschlaze« eintrrten, so müßte er getragen «erden, um unsere Landwirthschaft zu erhalten und i« den Stand zu setzen, ihre Produktion zu vermehren, auf daß sie in absehbarer Zeit den ganzen Bedarf Deutschlands und Getreide und Vieh selbst decken kann. Sobald sie diese» Ziel erreicht hat, hört jede preissteigernde Wirkung desZolles von selbst auf, weil dann keine nennensverthe Einfuhr, die für die Preisbildung in's Gewicht fällt, mehr stattfindet. Also geben wir unserer Landwirthschaft die Möglichkeit, ihre Produktion ,u steigern, dann nützen wir, die Konsumenten, un« auf die Dauer selbst. Wir nützen uns aber auch, indem wir unsere ländliche Bevölkerung kaufkräftig erhalten; immer noch ist sie der beste Abnehmer der Industrie und aller städtischen Gewerbe, gefährden wir un« diese Kundschaft nicht zu einer Zeit, wo die Bedeutung be« Exports fich al« so schwankend und unsicher bewiesen hat
Und was soll aus dem Export und damit auS unserer ganzen Industrie, auS ihren Arbeitern werden, wenn der Zolltarif nicht zu Stande kommt? Ohne Zolltarif gibt's keine Handelsverträge, daS ist sicher; und ohne Handels- Verträge können fich sehr viele und sehr wichtige Industrien einfach begraben lassen. Wer will dann die Verantwortung für die BrodloS- machung von Tausenden und Abertausende« von Arbeitern übernehmen? Die Industrie braucht den Zolltarif viel nothwendiger als die Land-
Berlin, 8. November 1902.
* Ale NatiouaMöeraleu lassen durch ihre partrioffiziöie Korrespondenz erklären, daß sie erst dann an einem energischen Vorgehen zur Förderung der Zollvorlage fich betheiltgen und Schlußanträge mitunterzeichnen könnten, wenn die bisherige Kompromißmehrheit, zu der fie nicht gehörten, fich offen zur Regierungsvorlage im Punkte der Miudestzölle bekennen sollte. Also wenn die große Mehrheit fich so zu der Vorlage stellt, wie die Nationalltberalen (aber diese wohl auch noch nicht alle), dann wollen sie etwas zur Förderung der Vorlage thun. Der Wille einer 53 Mann starken Minverheit soll maßgebend sein. Da» ist nicht viel ander«, al« wenn die Sozialdemokraten und Freisinnigen der Mehrheit ihren Willen aufzwingen wollen.
X Zolktaris-Angelegenheit wird uns
auS Reichstagskreisen geschrieben: Die Aussichten auf Zustandekommen des neuen Zolltarifs ver- minder« fich von Tag zu Tag mehr, weil der Reichstag wieder in die alte Befchlußunfähigkeit zurückfällt. Ein großer Theil der Abgeordnete« kau« es nu« einmal nicht über sich bringe«, pünktlich und regelmäßig den Sitzungen beizu- wohnen und gerade biejenige», box welchen man annehmen müßte, daß thnen das Wohl der Landwirthschaft ganz besonders am Herzen liegen sollte, zeichnen sich vorzugsweise durch Abwesenheit auS. Um so erfreulicher muß es für unfein, feflstellen zu können, daß unser bewährter Abgeordneter Herold einer von denjenigen ist, welche allen übrigen als leuchtendes Beispiel ge- wiffenhafter Pflichterfüllung oorangehen. Wenn alle Abgeordneten feinem Beispiele folgen würde«, könnte das klägliche Bild der Befchlußunfähigkeit, welche- der Reichstag auch am 7. dS. MlS. wieder geboten hat, überhaupt niemals vorkommen. Die Wähler des Wahlkreises „Fulda-SerSfeld- Schlüchtern* können aber wenigstens die Grnug- thuung haben, daß ihr Mandat sich in den besten Händen befindet, und daß es gewiß nicht die Schuld ihres Abgeordneten ist, wenn kein neuer Zolltarif zu Stande kommt.
japanischen Diensten befindet, zu einer hohe« Stellung aussteigt, ich werde Ihre Mutter reich mache«, daß ste sorgenfr-i leben kann, ich «erde Ihnen selbst, Fräulein Else, einen Palast baue«, der glänzender sein soll, wie der einer Fürstin — nur erhören Ste mich — nur haben Sie mich ein wenig lieb/
Er wollte fir an sich ziehen, doch in diesem Augenblick gelang es ehr, die rechte Hand zu be» freien, und fie versetzte ihm einen Stoß, daß er einige Schritte zurück taumelte.
„Ich weiß mcht/ sagte ste stolz mit bebender Stimme, „ob eS in Ihrem Vaterlande Sitte ist, ein wehrloses Mädchen zu überfallen. I« meinem Vaterlande ist ein solcher Mann kein Ehren» man«/
Er raffte sich empor. Aber in fein gelblichfahler Antlitz schlug die Lohe de« Zorne«, drohend streckte er ihr die Hand entgegen, der Jähzorn, die Rachsucht be« Asiaten beherrschte ihn jetzt vollständig.
„Ich habe sie gewarnt, ich habe Sie gebeten, ich habe demüthtg zu Ihnen gefleht/ kreischte er mit heiserer Stimme. „Sie haben meine Freundschaft, meine Liebe zurückgewiesen, wohlan, nehme« Sie denn meine Feindschaft. Glauben Sie nicht, daß Ste Herrn Sokoli jemals wiedersehen werde«, Ich werde dafür forgeu, daß er nicht wieder hierher zurückkehrt!"
„So werde ich zu ihm gehe«/ entgegnete fie fest und ruhig.
Er lachte auf.
„Sie wollen zu ihm gehen — ho ha ha" »
Erscheint täglich, «».Ausnahme der Bonn-nnd Feier« Xe«e. Vierteljahr!. sfe.}ug*ptei6 ohneBringerlohn und Bestellgeld ia Fulda und au,- »Iris 1 M.50 DK
Strandgut.
Roman von O. Elster.
-------- (Nachdruck eerb.tex.)
Elfe erbebte, wählend eine tiefe Bläffe ihre eben noch glühenden Wangen überzog. Sie hatte wohl bemerkt, daß der Japaner fie mit leidenschaftlichen Augen verfolgte, aber fie hatte auch 1! inen Grund, anzunehnun, daß der vornehme Japaner kein Ehrenmann war, daß er ohne Grund schlecht von einem Landsmann sprechen werde. Sie erinnerte fich der Worte Jobstr, der unverhohlen seine Abneigung gegen die Japaner Aus druck gegeben hatte, und fie wünschte von Herzen, jetzt eir-en solch treuen Freund, wie Jobst, an ihrer Seite zu haben. „Ick verstehe Sie nicht, Herr Aoki . . / stammelte sie.
„Herr Sokoti ist ein leidenschaftlicher junger Mann/ fuhr dieser lächelnd fort, „bet in der galanten Welt manche Erfahrung gesammelt und bei den Damen viel Glück gehabt hat. Ich habe heute erst einen Brief aus Paris erhalten, der in dieser B ziehuvg sehr interessante Einzelheiten enthält."
Else richtete fich stolz empor. Es empörteste, daß der Auachö versuchte, de« abwesenden Sokot in schlimmen Verdacht zu bringkn. Selbst wen« diese Verdächtigungen der Wahrheit nicht entbehrten, war ei wenig ehrenhaft, sie hinter dem Rücken de- Betreffenden weitet zu tragen.
„Ehe Sie fortfahren, mein Herr/ sprach ste mit fester Stimme, „ist e« für Sie vielleicht in
et: „Fräulein Else, hören Sie mich an und verzeihe« Sie mir, wen« ich kühne, kecke Worte gebrauche. Ich bin ehrlich und aufrichtig — ich hülle mich nicht i« das heuchlerische Gewand Sokoti's, ich biete Ihne« nicht meine Hand in der heimlichen Ueberzeugung an, daß ich mein Versprechen doch nicht halten werde, nicht halten kau«, aber ich schwöre es Ihnen bei der Heiligkeit des Himmels, daß ich Sie liebe, daß ich Sie anbete und daß ich Sie zu der beneidens wert heften Frau dieser großen Stadt machen werde. Was vermag Sokott zu thun? Er ist ein armer Mann im Vergleich zu meinem Reichthum, den ich Ihnen zu Füßen legen will. Mit allen Schätzen des fernen Orients well ich Sie überschütte«, wenn Sie mir gestatten. Sie zu lieben, wen« Sie selbst mir freundlich gesinnt sei« wollen ... ich liebe Sie — ich bete Sie an, und Sie müsse« die Meine werde«!"
Eine wahnfinnige Leidenschaft lohte in seinen schwarzen Auge« auf und verzerrte sein Gesicht zu einer Grimasse. Er hielt die Hände ElseS so sest, daß fie fich nicht zu befreien vermochte, so sehr fie sich auch bemühte.
„Lassen Sie mich", stieß fie empor. „Sie find ei« Elender/
Doch der Japaner kümmerte fich nicht mehr um rhren Zorn. In rasender Leidenschaft fuhr er fort, von seiner Liebe, von feinem Reichthum und von feinen Schätzen zu sprechen, welche alle ihr gehören sollten, wenn fie ihn lieben wollte.
„Ich bin ein einflußreicher Mann in meiner Heimath/ fuhr er flüsternd fort. „Ich werde dafür sorgen, daß Ihr Bruder, der fich ja in
Joseph Attlert Fittgett», bet vor mehrere« Tagen in Aachen in dem hohen Alter von 84 Jahre« gestorben ist. Wir haben seine echt katholische Natur bereits öfters rühmend hervor» hebe« könne«; auch bei alle«Partei-n des Reichstages von der Rechte« bis zur Linken war der treue CentrumSman« hochgeachtet,
* Do« der Anftedl««gs8ommissto«. Dir AnsiedtungSkommisfion für Posen und Westpreuße« hat in letzter Zeit 22 Güter und 25 bäuerliche Grundstücke mit einer Gesammtfläche von 13,625 Hektar in den beide« Anfiedlungsvrovinzen ange- kauft. Da hieraus rund 800 Avsiedlerstellen geschossen werden sollen, erhält jede Stelle eine DurchschntttSgröße von 15 Hektar. Ma« legt also besonderen Werth auf die Schaffung tpannfähiger Stelle«. Zum Kaufe liegen «och 1000 Stelle« auS.
* „König» Kipjährig Ireiwilktge". Das preuß. Kriegsminrfleriurn ist berechtigt, mittellosen Leuten mit dem Zeugniß zum eftjährig-freiwilligen Dienst Logis. Kost u«d Kleidung auf Staatskosten zu gewähren. Am 1. Oktober ist, wie verschiedenlich berichtet wird, eine große Anzahl solcher„König»-Einjährig-Freiwilligen" in dasHerr etngetreten, weil den Eltern wegen der schlechten Geschäftslage ee nicht möglich ist, den jungen Leute« de« erforderltchen Zuschuß zu gewähren. Durch diese Vergünstigung wird den junge« Leute« in Bezug auf Ausbildung, Dienst und späteres Ava, cement keinerlei Beschränkung auferlegt.
* Die F ertigstellung derneuen Amkowoh»««- für de« NeichvLa-sprSfioenle« ist zum Oktober 1903 mit Bestimmtheit zu erwarten. Gegenwärtig ist man dabei, im neuen Präsidial» gebäude am ReichStagSufrr daS Innere wohnlich auszustatten.
* Wie eine Verfügung des preußischen Kul tusministers vom 30. Juli an die Universitäts- Kuratoren hervorhebt, haben die Verhandlungen zwischen den beteiligten Bundesregierungen über die einheitliche Regelung der phikosophi- fche« Aoütorpromotio« zur Verständigung über bestimmte Grundsätze geführt, welche bis zum 1. Oktober d. I. zur Durchführung gelangen sollten. ES handelte fich dabei lediglich um Mindesterfordernisse. Festgesetzt wurde u. A-, daß der Doktorgrad nur auf Grund einer durch dr« Druck veröffentlichte« Dissertation und einer mündlichen Prüfung verliehen werden darf. Die Zulassung zur Promotion ist an den Nachweis der Reise einer deutsche« neunllassischen höheren Lehranstalt und eines dreijährigen UnioerfitätS» fiudiums zu knüpfe«. Die Zulässigkeit von Ausnahmen zu diesem Erfordernisse ist durch die Promotionsordnung zu regeln und möglichst zu beschränken. Die Gleichmäßigkeit der Zenstrung ist anzustreben und thunlichst in der Wesse zu regeln, daß nur folgende Prädikate ertheilt werden: bestanden rite, gut cam laude, sehr gut magna cum laude, ausgezeichnet summa cum laude.
* Attskphavete« im Aeere. Die lieber- ficht über die Zahl der bei dem Landheer und bet der Marine in dem Srsatzjahre 1901 eingestellten preußischen Mannschaften mit Bezug aus ihre Schulbildung weist wiederum einen Fortschritt aus Bei dem Landheer wurden eingestellt 150 961 Mann; hiervon hatten Sckul- bildung in der Deutschen Sprache 150 759 Mann, 92 nur i« nichtdeutsche« Sprachen, zusammen also 150851 Man«. Ohne Schulbildung waren nur 110, daS find 0,07 Prozent; im Ersatzjahre 1891/92 betrug der Pro. zentsatz noch 2 24. Bei der Marine wurden
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7667 Mann ei «gestellt; nur einer war ohne Schulbildung, d. h. 0,01 Prozent gegen 3,71 Prozent vor zehn Jahre«. In drr Provinz Ostpreußen waren eingestellt 21 ohne Schulbildung, — 0,17 Prozent gegen 7,57 Prozent vor zehn Jahren; noch größer ist der Unterschied in der Provinz Westprerßen; von den 9017 Eingestellte« waren nur 27 oyne Schulbildung, d. h. 0,30 Prozent gegen 8,47 Prozent vor 10 Jahren. Am beste« aber hat sich die Provinz Posen entwickelt. Von 10387 Eingestellten waren nur 18 oyne Schulbildung (48 hatten solche in nichtdeutscher Muttersprache). Die 18 Mann ohne Schulbildung sind 0,18 Prozent, vor 10 Jahre« war noch Der bi trübende Prozentsatz von 11 Prozent vorhanden. In den andere« Provinzen ist der ideale Zustand fast erreicht: Brandenburg hat 3 Mann ohne Schulbildung (0,02 Prozent), Pommer« 2 (0,02 Prozent), Schlesien 14 (0,07 Prozent), Sachsen 4 (0,03 Prozent), Hannover 6 (0,05 Prozent), Westfalen 5 (0,02 Prozent), Hessen-Nassau 3 (0.04 Prozent), Rheinprovinz 5 (0,02 Prozent) — der Regierungsbezirk Sigmaringen ist ganz ohne Analphabeten.
-f- Wir geben unseren Lesern beistehend ein Porträt des ehemaligen Reichstags-Abgeordnete» und Alters-Präfidenten des Reichstages, Hfetee
wil den Beilagen
„lüustrirtc Sonntags-Zeitung“, Juldaer gescbichtsblätter" und CoüerMisfe
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tereflant zu wissen, daß ich die Verlobte de« Ritt- meister« Sokoti bin."
„Ah, so weit ist er bereit« gegangen!"
Des Japaner- Gesicht nahm eine fahle Farbe an, seine dunklen Augen schossen gehässige Blitze. Er ballte die Faust, und d<r Zorn schien ihn zu heftigen Worten hinreiße« zu wollen. Doch be- zwang er fich und entgegnete mit einem sarkastischen Lächeln: „Da gratulire ich, Fräulein Else. — Aber glauben Sie wirklich an dieses Märchen?"
„Sin Märchen?"
„Nun ja, ich nenne seine Versicherungen, Sie zu seiner Frau zu machen, ein Märchen. Wenn der japanische Osfizier in der Wahl feiner Gattin auch nicht so beschränkt ist, wie der deutsche, so bat er doch auf ferne Familie und feine« Stand Rücksichten zu nehmen."
„Und Sie glauben . . . ?“
„Die Familie Sokoti ist eine altadelige Familie der Krieger-Klaffe in Japan, er als Mitglied dieser Familie darf nicht ohne Genehmigung seines Vaters, der General ist, fich vermähle«, und ich glaube, ja ich bin gewiß, daß General Sokoti feine Einwilligung niemals geben wird."
Else wandte fich ab.
„Ich halte es für überflüsfig, mit Ihnen weiter über diesen Punkt zu sprechen, Herr Vikomte."
Sie wollte fich rasch entfernen. Aber mit der geräuschlosen Geschwindigkeit einer Schlange, die fich auf ihr Opfer stürzt, war der Attachö an ihrer Seite, erfaßte ihre Hand und zwang jV, stehen zu bleiben.
Seine Auge« blitzten, seine Wange» glühten, und mit heiserer, leicht bebender Stimme sprach