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uldaer

Iur-a- Samstag, den 8. November 1902.

M 258

Keich

10

Strandgut.

Roman von O. Elster.

-------- (Nachdruck ettbotwu)

wo es nicht jo ruhig ist, wie hier. Bleiben Sie nur ruhig liegen, wein lieber Herr Baron . . ."

JobftS Auiren wanderten z« Tlse hinüber.

Und Klein.Tlse ist auch mitgekommen? Ich danke Ihnen, Klein-Else."

Er stnckte ihr die Hand entgegen, die sie hastig ergriff. Aber sie wagte nicht zu sprechen, aus Furcht, die Thräne« möchten von neuem hervorbrechen.

Sie haben geweint. Klein-Else? Doch nicht um mich? Ach, mir großem, starkem Menschen schad? t der dumme Beinbruch nicht viel. Wissen Sie, Klein. Else, daß ich heute von Ihnen geträumt habe?"

Herr Baron!"

Jo, ja, ich hab' Sie lebhaft im Traum gesehen, Else! Sie schwebten auf einer golde- nes Wolke, und immer weiter und weiter ent­schwebten Sie mir, und unten brauste das weite, weite Meer, und über Ihnen leuchtete die Soüne. Dann verschleierte dichter Nrbrl daS Bild, und Sie waren verschwunden."

Sie dürfen nicht so viel sprechen, Herr Baron."

Sie habe» recht, Mama Brückner. Ich will nicht weiter sprechen, ich will ganz ruhig liege», uns Sie sollen mir erzählen, wie es Ihnen geht und was Sir treten . . . Ist Herr Sokoti schon akgereist?"

Er reist in einigen Tagen."

Ah, deshalb haben Sie wohl geweint, Klein- Els«? Deshalb find Sie so traurig? Nun, trösten Sie sich die sechs Monate gehen bald vorüber. Was find kurze sechs Monats gegen ein ganzes Leben? Und Sie sollen ja glücklich werden das ganze lange Leben hindurch, Klein-Else."

-Erscheint täglich, M. Au-nahme der Sonn-und Feier« tage. Lierteljöhrl.

-e,u,,preis phneBrinflecloha enb Bestellgeld in ftutba und au«- ear»lSDL50$h

Mama, mir ist das Herz so schwer. . ."

KeinWunder," flüsterte Frau Antonie.Weißt Du, weshalb Gerda ihn hier behalten hat?"

Elsa nlckce mit dem Kopse, während ihr die Thränen über die Wangen rollten.

Na, dann weißt Du «uch, daß der arme Junge für uns verloren ist. Es mußt« ja so Lommen ob heute oder morgen oder in einem Jahre deshalb weine nicht mehr und sei ein verständiges Mädchen."

Else vermochte nichts zu erwidern, legte die Hände vor das Gesicht und weint« still vor sich hin.

Plötzlich regte sich der Kranke. Ein schmerzlicher Äusdeuck zuckte über sein Gesicht, dann seufzte er tief auf und öffnet« die Augen.

Mein lieber Herr von Windheim, mem armer, lieber Freund," sagt« Mama Brückner mit weicher, zärtlicher Stimme und ergriff die Hand Jobsts.

Dieser schaute sie erstaunt an. Dann glitt ein freundliches Lächeln über sein Ar-tiltz und in seinem Auge blitz'« £6 glücklich auf.

Mama Brückner, Sie hier?" fragte er mit matter Stimme.Wie mich das freut . . ."

Ich mußte doch W«, wie es Ihnen geht. Wisse» Sie, Herr Baron, daß ich Ihnen eigent­lich döse sein sollte, daß sie nicht zu Mama Brückner gekommen find, a!6 Ihnen der Unfal zustieß? Doch ich will nicht schelt^. Sie habens ja hier gut, bester vielleicht als in meinem Hause,

-------- -----1 J

29. Jahrgang.

Doktorprüfung bestehen. Nur der wird den TitelRegterungSbausührer" erhalten, der ein »»hingehendes Gesuch an den preußische» Minister »er öffentlichen Arbeite» richtet und in den Staatsdienst ausgenommen wird. Die neue« Bestimmungen werde» voraussichtlich Ostern 1904 n Kraft treten; die Verhandlungen mit de« Eisenbahnminister können als beendigt gelten.

+ Iie deutsche« ZSslgier, d. i. die Ein­wohner de« deutschsprechend«» AntheilS der belgische« Provinz Luxemburg (übrigens fast durchweg, ebenso wie ihr Führer Gottfried Kurth gläubige Kat ho- iken) haben an Regierung und Parlament et« Schreiben gerichtet, worin st« bedauern, daß in enem Landesthetl Beamte angestellt werden, die ich mit der Bevölkerung nicht verständige» könnte«, und darum bitten, ihnen nur solche Beamte« zu schicken, die der deütsche« Sprache mächtig find. Unser« nationale und alldeutsche Preße verzeichnet dies Faktum selbstredend mit zroßer Genugthunng, und wir theilen dieselbe mrchaus. Aber was würden dieselben Blätter ägen, wenn die Polen verlangen würden, daß n den polnischen Landestheilen nur polnisch precheude Beamten ang stellt werden? Ja, mit der Logik und mit der Gerechtigkest unser« Hakatifie» ist es nicht weit her.

+ An» dem Aeichotage. Bedurfte ef noch eines Beweises, daß die Freisinnige« und Sozialdemokraten mit allen ihren Reden und An­trägen nur bezwecke», jede Beschlußfastung üb« den Zolltarif unmöglich zu machen, so hat ihn die FreitagSfitzung deS Reichstags erbracht. Am Donnerstag hatte der Reichstag beschloffrn, d« Geschäftsordnung gemäß den § 5 als Ganzes z« berathen, gleichwohl erneuerte nach einer mehr <ÜS vierstündigenReded.sGenoss«* Stadthagen, der dem Zolltarif feine ganze Lunge opfern z» wollen fcheint die Linke den tag» vorher abgelehnten Antrag, den § 5 in 14 Stück zu zerschneiden, und beantragte obendrein siebe« namentliche Abstimmungen zu diesem Para­graphen, zu dem sie 12 Anträge gestellt hat! Und daS sollsachliche" Beratbung sein! Selbst­verständlich wehrte sich die Mehrheit gegen diese Ansprüche, die Vizepräsident Büsing auchi soweit sie die Wiederholung eines schon abge- lehnten Antrag« betreffen als unzulässiz be­zeichnete. Diese Frage soll übrigens am Sams­tag t« d« GeschäftSordrmngSkommission geprüft werden. Vorher gab eS darüber eine Debatte, nachdem nur eine Redezur Sache", die deS Abg. Stadthagen, gehalten war. Nun beantragte dieser Vertagung und verlangte namentliche Abstimmung über die Sache selbst. Sie ergab die Ablehnung eines auf Helgoland bezüglich« Antrags Albrecht mit 161 gegen 22 Glimm«: 34 Sozialdemokraten hatten vor der Abstim­mung den Saal verlasse» und so daß Haus beschlußunfähig gemacht. Gomußte denn abgebrochen werden; die Berathung wird erst am Montag fortgesetzt. Die Sozialdemo­kraten haben, indem sie künstlich die Beschlnß- unfähigkeit herbeigeführt, damit der Mehrheit das volle Recht gegeben, sich auch gegen dieses Obstruktionsmanöver zn sichern.

+ Aie Geduld ist erschöpft. Die Don­nerstags-Sitzung deS Reichstages mtt ihren sülch welche sich an dem Haufe vorüverzog. Er sah nicht viel, was seine gute Laune hätte erreg« können, wenigstens vermochte man nicht zu be­haupten, daß der Halteplatz einiger Drosch«, der sich an der Ecke der Straße befand, ei« solch behagliches, schlaues, schmunzelndes Lächedr heroorzuruf« im Stande wäre, wie auf de« breiten, gelben Chinrfengrficht des Bikomt« lagerte. ES mußte wohl ein innerlicher Grund sein, welcher dieses Sächsin hervorzauberte. Und in der That, der Diplomat war mit sich selbst so sehr zufrieden, daß sich der Abglanz dies« Selbstzufriedenheit auf seinem Antlitz abspiegelte. Er hatte mit der heutigen Morgenpost «in« Brief auS Paris erhalte», i» dem ihm der dortige Gesandtschaf ssekrrtär mittheilie, daß Rittmeister Sokoti irr Paris eingetroffe» fet und mindestens auf ei» Jahr dort beschäftigt werden sollte. Er solle ganz unbesorgt fei», der Rittmeister «okoti werde nicht mehr »ach Berlin zurückkehre».

Die politischen Verhältnisse in Japan läg« derartig, daß wohl sehr bald alle iw Ausland befindlichen Offiziere nach der Heimath zurück- berufe» würden.

£)« Alt ach« Ian* diese politischen Brr- hältniffr vielleicht bester, als der Gesandtschafts­sekretär in Paris. E- nickte zustimmend mit dem großen, fast viereckigen Kops und mnrrnsite vor sich hi»: «Die Hauvtsache ist, dsß wir d« guten Sokoti aus dem Wege geschafft habe» alles ander« wird sich finde«' . . .

I» seinem Gedankengang wurde er durch de« Eintritt Elses unterbrochen, welche den Früh- fiückrtisch decke» wollte.

für die Bure» entgege», denen der Erfolg aller- rings nicht treu gebliebe» ist. Aber bei der Be- leisierung für die Bur« wirken noch andere Faktoren sehr'wesentlich mit, und wer weiß, oo rie Burenbegeisterung so groß geworden wäre, wenn die Buren nicht im Anfang deS Krieges so glänzende Waffenerfolge errungen hätte»? »uch ist nicht zu bestreit«, daß die Begeisterung ür die Buren doch in manchen Kreisen etwas »achgelaffe» hat, seitdem ihre Niederlage feststand. Wenn nun von dem amerikanischen Volke viel- ach erwartet wurde, daß eS mit der imperiali- tischen Politik der Republikaner uuzuftieden ge­worben fei, so darf man doch nicht etwa an­nehmen, daS Volk mißbMge diese Politik an sich, «ein, nur auf die Mißerfolge, welche die herrschende Partei dabei erlitt, kognten deren Gegner ihre Hoffnung setzen. Und thaisächlich hat es ja solche Mißerfolge gegeben: Auf de» Philippinen spielten die Amerikaner eine im All­gemeinen recht unrühmliche Rolle, in Cuba ist >ie Begeisterung für die amerikanischenBefreier" schon sehr abgeblaßt, aus Portorteo hat die Un­zufriedenheit der einheimischen Bevölkerung sogar schon zu Unruhen gesührt, und in b« spanisch- amerikanische» Republiken Mittel- und Süd- amerikas hat daS herrische Auftreten der großen nordischen Republik die etwa vorhandene Sym­pathie für ein großes einiges Amerika auf den Gefrierpunkt sinken lasten.

ES mag sein, daß diese Mißerfolge de» Re- plublika»ern manche Stimme gekostet haben, aber so entschieden fall« sie doch nicht ins Gewicht, daß sie im Stande gewesen wären, jetzt schon das amerikanische Volk i« seiner Mehrheit dem Im­perialismus abhold zu machen. Dazu wird eS noch anderer Rückschläge bedürfen. Größer war vielleicht die Mißstimmung über die intimen Be­ziehungen der republikanischen Partei zu den Trust- Baronen, welche die Wahlkasten der Partei mit guten blanken Dollars zu füllen pflegen. Namentlich der Anthrazitkohlentrust hatte eine tiefgehende Mißstimmung erregt, da er den lang­wierigen Kohlenarbeiterstreik und dadurch eine enorme Brriheuerung der Kohlen und einen drückende» Mangel an derselbe» herbeigeführt hat. Aber das Geld ist auch eine Macht. U»d zwar besonders in Amerika eine recht große Macht. Die Trusts mit chr« Millrarden im- porniren den Danke«, auch sowrit er sich nicht dirett kaufen läßt. DaS ist die Ursache, warum die Republikaner ihre Herrschaft noch einmal ge- rettet hab«. Auf wie lange, das ist eine andere Frage, welche nur die Zukunft be­antworten kann.

W Die Wahlen in Nord-Amerika.

Obwohl die Wahlen für de« nordamerika- «ischm Kongreß keine große» Uebrrraschungen gebracht habe«, verlohnt es sich, sie «och einmal etwa- näher zu betrachte«. Die Mitglieder deS Repräsenianten-Haufes, welches alle zwei Jahre erneuert werde» muß, waren i« ihrer Sesammt- heit neu zu wählen. Außerdem mußte« dreißig Senator« gewählt werden, den« von den 90 Mitglieder« des Senats, die auf 6 Jahre ge­wählt werde«, ist alle 2 Jahre ei« Drittel neu zu wähle«. Da das Repräsentantenhaus, die zweite Kammer, durch eine Anzahl neuer Man- bäte verstärkt «ar, die besonders auf die von jeher mehr demokratisch gerichteten Staaten des Südens und Westens entfielen, so war von vorn­herein anzunehmen, daß die Demokraten eine Heine Verstärkung erfahren würde». Diese An» « »ahme hat sich denn auch bewahrheitet. Die Demokraten haben aber auch in anderen Theile« der Union einige Erfolge zu verzeichnen, so daß die Mehrheit der Republikaner im neuen Kon­greß keine allzugroße mehr fein wird. Immer­hin aber behalt?» die Republikaner eine Mehr­heit, die genügend ist, so lange die Republikaner selbst einig bleiben.

I» Europa hatte man im Allgemeinen wohl imehr Eympathle für die Demokraten, weil ste mit der imperialistische« Politik der Republikaner, welche auf der eine« Seite dem SatzeAmerika den Amerikanern" die weiteste Auslegung gibt, andererseits aber auch über die Grenze» Ameri­kas hinaus, jenseits der Ozeane, Macht und Ei«, stuß zu gewinnen sucht, nicht einverstanden find. Aber man hatte sich doch wohl getäuscht, wenn man von einer demokratischen Mehrheit deS Ri­präsententenhauses das Ende aller imperialistisch« Politik erwartet hätte. Den» diese ruht wesest- lich in de» Händen des Präsides«, und der amerikanische Prästrent ist keineswegs ein bloßer Zierrath am Staatskörper wie etwa der König so» England oder der französische Präsident. Roosevelt bleibt ja noch im Amre, und im Senat bleibt ebenso eine starke Republtkanermehr- heit unerschüttert. Zu Gelsbrwilli«ungen braucht der Präsident freilich auch das Repräsentanten­haus, aber es ist sehr fraglich, ob in solchen Fällen nicht durch Absplitterungen eines kleine» Shells der Demokraten die Republikaner, selbst wrnn sie nicht mehr allein die Mehrheit hätte», dennoch ihre imperialistischen Pläne durchsetzen könnten. Nicht alle Demokraten find so absolut zuverlässige Gegner der Ausdehnungspolttik, wie man vielfach anzunehmen scheint.

Ma» darf auch nicht annehmen, daß daS amerikanisch« Volk in seiner Mehrheit ben Im­perialismus leid wäre. Immer und überall zeigt sich ja, daß die große Maffe eines Volkes eine Regierung nicht im Stiche läßt, solange dieselbe von Erfolg zu Erfolg schreitet. Der Erfolg ist ta8 Götzenbild der Mafien. Vielleicht hält man mir die Begeisterung des deutschen Volkes

Berlin, 7. November 1902.

4- Ito A-Nlsch.K-Nf«r»a«»- Irallkio« de» Ikeichoka-s trat am Freitag zu einer Sitzung zusammen. Sie »ahm mit allseitigem, tiefen Bedauern von einem Schreiben ihres hoch-

verdienten seitherigen Vorfitzenden, deS Wirk- lichrn Geheime« Raths Br. vo« Levetzow, Kenntniß, durch das er mit Rücksicht auf feinen Gesundheitszustand, der ihm voraussichtlich sür lange Zett die Theilnahme an den parlamen­tarischen Arbeiten unmöglich macht, das Amt eines Vorsitzende» der Fraktion nieder­legt. Bei der hierauf stattfindende« Neuwahl wurde Oberstleutnant a. D. Abg. v. Norman«, der bisher dem Fraktionsvorstande angehört hatte, zum Vorsitzenden der Fraktion gewählt. Derselbe «ahm die Wahl an. Die Fraktion beschloß, an den bisherigen Vorsitzenden v. Leve­tzow ein Telegramm zu richten, i« dem ihm daS Ergebniß der Neuwahl mitgetheiü, und der Ausdruck der Hoffnung, ihn bald wieder an der Spitze der Fraktion zu sehen, übermitteU werden soll.

+Ireistmti-es" KnHnrpanllerthnm. Die .Münch. Reuest. Nachr/ haben sich einen ebenso böswillige« albernen Klatsch über angeb­licheultramontane Neigungen" am Karlsruher Hofe aus Karlsruhe berichten laffen, und daSfreisinnige" .Berliner Tag- blatt' der Herren Stoffe und Levyioh« beeilt sich, den Blödfi«« auch feinen Sefern vorzusetz«. Daran knüpft sie da»« auS Eigenem «och recht liebliche Betrachtungen über dieulttamo«tanex Strömungen" in Baden. Wenn man bedenkt, daß die badische« Katholiken nichts weiter «oll«, als einige Männerklöster, also etwas, was die preußischen Katholiken mit Zustimmung freisinniger Parlamentarier längst besitzen, bann nimmt eS sich recht wunderlich aus, wenn heute ei« sich freisinnig nennendes Blatt u. A. Folgendes zu schreiben wagt:

So ist ei wohl zu verstehen, daß sich auS dem badischen Bolt heraus jetzt eine immer stärkere Be­wegung geltend macht, die fich direkt gegen den Ultra- montanismus richtet und die religiöse Freiheit ebenso wie die unabhängige Schule gegen die klerikale» Urbergriffe (!) schützen will. Leun die Erfahrung hat eS oft bestätigt, daß die frommen Ordensbrüder, wenn sie erst festen Fuß gefaßt haben, nur zu bald die verhüllende MaSke abwerfen. (Schauerlich!) Aber etwas Anderes ist eS; die Konfession als irrelevant an- zufehen, etwas An«ereS, durch Betonung der Pa­rität die politischen Ziele dcS Katholizismus zu för­dern. Wenn heute baS Centrum im Reiche Trumps Seworden ist, so liegt eS gerade an dieser falsch ver- andenen Parität, durch welche der Ultramonta- niSmuS freie Hand erhalten hat, feinen Einfluß auf allen Gebiete» beS staatlichen und kirchlichen Lebens geltend zu wachen. Im protestantischen Norden ist ge­wiß keine Neigung zu konfessionellen Zänkereien vor­handen. Hier ist vielmehr die überwiegende Stimmung, Jeden nach sein Fa?on selig werden zu laffen. Rur ist die Bedingung, daß die andere Seite auch ehrlichen Frieden hält. Sonst kommt man schließlich so­gar um einen zweiten Kulturkampf nicht herum. Die Zustände in Baden zeigen, rote groß die vom UltramontauiSmuS drohende Gefahr ist."

Rach b« wüsten Schimpfereien ber evange­lischen Bündler i« Hag«, den« daS ,Berl. Tagebl.' wacker sekundirte, nimmt fich diese pharisäische Klage über die Gefahr,«ltramo«- tonet" Friedensstörung besonders schön aus!

In dem ^rSfnngewesen der preußisch« Technische» Hochschule« stehen Aenderungen von weittragender Bedeutung bevor. Zunächst soll daS Bauführer-Examen als solches ganz fort fall en; es bleibt lediglich daS Diplomexamen web die darauf folgende

Else erbebte bis in ihr Herz hinein. Also wußte er von Ihrer gehe!»« Verlobung? Eine heiße Gluth flammte t« ihren Wangen empor, fie rang »ach Worte», fie hätte fich am liebst« neben seinem Lager auf die Krnee geworfen und seine Hand mtt Küsse» bedrcki.

Der Krankenwärter trat ein und kündigte den Besuch deS Arztes an.

Frau Antoni« rahm Abschied.Wenn Sie gestatte», Herr Baron, komm« ich von Zett zu Zett." Kommen Sie jedm Tag, Mama Brückner", entgegnete Jobst lächelnd,aber bringen Sie Klein- Els« wieder mit; es ist mir, als ob ein Sonnen­schein in mein trübes Krankenzimmer gefalle« sei."

Er streckte Else nochmals die Hand entgegen und lächelte fie glücklich an.

In überwallendem Gefühl preßte fie seine Hand a« die Lippen.

Leben Sie wohl, Herr von Windheim."

Lebe wohl, Klein-Else", flüsterte er und blickte ihr mit träumendem Auge nach, bis fie oer- sch DUn den war.

Aufathmend stand Else auf dem Hausflur still. Frau Antonie legte ben Arm um ihre Schuller.

Komm, mein Kind und sei verständig ..." Eise senkte das Haupt. Schweigend schritt fi« a« der Seite ihrer Mutter dahin, aber die Thränen perlten ihr unaufhaltsam Über die Wangen, und das H->rz war ihr so schwer, als ob es zer­springen sollte.

8. Kapitel.

Der Gefandtschastsattach« Aoki stand am Fenster des Speisezimmers vnd blickte mit ver­gnügtem Lächeln auf die drette vornehme Straße,

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