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mit den Beilagen

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JK 257

Inwa, Frettag, den 7. November 1902.

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U. fir Jeferalt J. Pa netter in Sulba.

Mttzlteder solche in der Höhe von 1200, 1800, ja 2400 A beziehen, dann liegt doch, wie die .Köln. Bolksztg.' mit Recht bemerkt, lern Grund vor, Abiturienten vom Philologie-Studium abzu» rathen, wie eS leider immer noch (zuweilen sogar in der Schule) geschieht. Allerdings empfinde» und beklagen eS die Philologen als unberechtigte Zurücksetzung, daß fte nicht den Richtern im Se­halte gletchstehen, aber ihre GehaltS-Regulirnng von 2700—6000 A nach 21 Dienstjahre» ist doch jedenfalls derart, daß man begabten und fleißigen Abtturienten nur rathen kann, fich der Philologie zu widmen, einem Berufe, der ihnen auch eine überaus einflußreiche Thätigkeit gewährt.

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29. JahrgMg.

»Dewiß — mein Vetter. Ich treffe morgen mit ihm zusammen."

„Ach, ich dachte es mir. Ein liebenswürdiger Herr, der Geheimrath."

„Sie kennen ihn?"

„Nur flüchtig. Ich war neulich bei ihm, um ihn für die Anlage eines gewerbkünstlerischen Etablissement» zu interesstren... und dann, Herr Baron, offen gesprochen, man hat mich zum Titel Kommerzienrath eingegeben." .

Ein verständuißvolle» Lächeln huschte über da« Gesicht de« Freiherrn.

„Vielleicht konnten Sie fich beiläufig er­kundigen, wie weit die Angelegenheit gediehen ist!"

„Selbstverständlich, Herr Brückner. Ich hoffe, Ihnen eine günstige Nachricht bringen zu tonnen, Herr — Kommerzienrath."

Die beiden alten Herrn lachten fich an und schüttelten fich di« Hände.

Plötzlich ward die Thüre hastig geöffnet und ein Diener trat ein.

„Herr Brückner entschuldigen . . .*

„War gibt'«?"

„Es ist ei« Unglück geschehen . . . der Herr Leutnant ist von dem Pferde geschsag«« . . ."

„Ei der Tausend!"

„Der Herr Leutnant waren mit dem gnädigen §r»ul«in «ach dem Stalle gegangen. Da« gnädige Fräulein liefe da« neue Reitpferd verführen, e« »st s«U mehreren Tagen nicht au« dem Stall« ge- wesen und war sehr wild . . . Der Herr Leut« nant wollte e« beruhigen und ergriff e« am Gebiß, da bäumte e« fich und rtfe den Herrn Leutnant mit i« die Höhe. Dann schlug c« mit den Vorder-

Strandgut.

Roman von O. Elster.

• (Nachdruck e erbeten.)

de« Guano, die Straußenfeder», Gummi arabicum und verficherte, ungezählt« Werth« liegen noch in de« Berge« verborge«, und Kupfer find« man fast überall. — Demnächst wird ja der neu« Kolonialetat dem Reichstag zugehe« und fich Gelegenheit zu näherer Prüfung dieser Pham tafiebtlder biete«.

* „Mk-ch!" lieber eine falsche Auffassung des Rücktritts des SrbgroßherzogS von Bade« vom Kommando des Yin. Armeekorps wird der ,Kö«igSb. Hartg. Ztg.' aus Berlin ge­meldet:

Zu de» Gerüchte» von Differenzen zwischen dem Reifet und dem Erbgroßhekzoa von Bede«, vie da« plötzliche Ausscheiden des Letzteren euS dem Rommendo des rheinischen Armeekorps ver­anlaßten, erfahre ich eine Randbemerkung zu einem solche Behauptungen behandelnden Zeitungsausschnitt, die von einer sehr hoch stehende» Persönlich, leit herstammt. Die hier |eflbte Rritik war ebenso kurz wie energisch. Eie enthält nämlich nur ei» einziges Wort, und dieses lautete: Blech!

* Die Kindeearüettoüommifsto« des Reichs- tag? setzte Im § 8 für die Verwendung der Kinder beim Austragen von Waaren und sonstige« Boten­gängen das Schutzalter auf zwölf Jahre statt zehn und die Uebergangszert auf 2 Jahre statt 5 fest. Die Kommission änderte den § 9, Sonn« tagSruhe betreffend, dahin ab, daß Abs.l lautet: „An Sonn- und Festtagen dürfen Kinder vor­behaltlich der Bestimmungen im Absatz 2 nicht beschäftigt werden." Abs. 2 lautet nach dem KommisfionSbeschluffe: „Für die öffentlichen thea­tralischen Vorstellungen und sonstigen öffentlichen Schaustellungen bewendet «8 auch an Sonntagen und Festtagen bei den Bestimmungen des Para­graphen 6."

* Im Reichsamte des Innern haben dieser Tage Berathungen über neue gesetzliche Be- stimmungen für die Nleifarveu-Metriev- stattgefunden, zu denen die Regierung eine größere Anzahl Bleifarben - Fabrikanten, sowie von der Arbeiterschaft der Bleifarben - Betriebe gewählte Arbeiter zugezogen hatte. Die Verhandlungen leitete der.Köln. Ztg.' zufolge der Ministerial- Direktor Kasper, außerdem waren noch als Regierung--Vertreter die Geheimräthe Spren­ger, Lohmann und Frick, als Vertreter des Reichs - SesundheitS • Amtes der Medizinalrath Dr. Burckardt anwesend; ferner die Gewerbe- AufsichtS-Beamten derjenigen Bezirke, in welchen die Bleffarben-Betriebe liegen.

+ Zl« die Miederaimatzme deutscher Name«, rvetche in polnische nm-ervandelt »««den, znj.«rleichtern, haben die Minister deS Innern und der Finanzen, der Ostmark zu­folge, genehmigt, daß der in Tarifffelle 42 deS Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895 vor- geschriebene Stempel unerhoben bleiben soll und die sonstigen Kosten auf dem Dispositions­fonds der betheiligten Oberpräfidenten zu über­nehmen find, sofern die Betheiligten unvermögend sind. Zugleich ist angeordnet worden, daß bei. Prüfung der Frage des Unvermögens mit mög­lichster Milde verfahren werde. — Wo bleibt da das verfassungsmäßige „gleiche Recht für Alle"?

• Melier den Autheil der Aatholikeu »m Höhere» Fehramte gibt der kürzlich er­schienene Kunze'sche Kalender (1902) Aufschluß, derbekanntlich amtliches Material benutzt. Da-

Deutsches Kelch.

Berlin, 6. November 1902.

+ Der K«nd«rratH hat in der heutige« Sitzung dem Gesetzentwürfe wegen Kontrolle deS Reichshaushalts und deS LandeShauShaltS von Maß-Lothringen, sowie deS Haushalts der Schutzgebietes für daS Rechnungsjahr 1902 feine Zustimmung ertheilt. Ueber die Besetzung der Stelle des Präsidenten deS Bundesamtes für Heimathwesen wurde die Beschlußfaffung aus- gesetzt. Sodann hat der BundeSrath einer Reihe von Ausschußanträgen zugestimmt, so dem An- trage bett. Gewährung von Zollfteiheit an die bei dem Deutschen Reiche beglaubigten Bot- schaster, Gesandten usw., dem Anträge betreffend Ergänzung der Vorschriften über Rückvergütung der Brausteuer bei der Ausfuhr von Bier, ferner dem Ausschußantrage betr. Zoll und Salzsteuer, dem BerwaltungSkostenetat für Preußen, für die Anträge über denselben Gegenstand für Elsaß- Lothringen, den weiteren Anttägen über die Vor­lage vom 10. April d. I. betr. Zolltarifirung von sogen. Lvxfer »Prismen, über daS Abkommen mit Belgien, über den Verkehr mit Branntwein an der deutsch-belgischen Grenze vom 1. August 1902, sowie dem Ausschußantrage betr. Abkommen mit Frankreich über die gegenseitige Behandlung der Handlungsreisenden vom 2. Juli 1902. Auch dem Ausschußantrage über den Entwurf der Bekanntmachung betr. Bestimmungen für den Kleinhandel mit Garn, sowie dem über den An- ttag des Königreichs Sachsen, bett. Erweiterung der Leistungen der LandesoerstcherungSanstalt des Königreichs Sachsen gemäß Paragraph 45 des Jnvaltdenverficherungs - Gesetzes, wurde vom BmrdeSrath die Zustimmung ertheilt.

* Der zum zgtschof und apostottsche» Atka» für Ieulsch chstafriüa ernannte Bene­diktinerpater Franz Anton Spieß ist, einer Wiener Meldung zu Folge, ein Bauernsohn auS St. Jakob am Arlberg. Er war Cooperator im Oetzthal, trat 1892 in den Benediktiner- Orden in St. Ottilien in Bayern ein. Dann ging er als Miffionar nach Deutsch-Ostafrika, gründe unter großen Gefahren eine M.ffions. stätte am Nyaffasee und kehrte im Juli dieses Jahre- fieberttank nach der Heimath zurück. Hier erhielt er feine Ernennung zum Mission«, bifchof Deutsch-OstaftikaS. Er wird seinen Bischofsfitz in DareS Salaam nehmen.

+ Ai- M-tfHaft Hör' ich wohl, sagt Eugen Richter und berichtet in seiner ,Freis. Ztg': Der Gouverneur von Deusch-Süd- westafrika, Oberst Leutwein, hat am Montag in Wiesbaden auf einem Festessen deS KolonialoereinS die Hoffnung auSgedrückt, daß er sich mit dem Reichstage schon auf einen guten Fuß stellen werde, da er erwarte, statt Geld zu holen, demnächst auch solches bringen zu können. Noch hoffnungsvoller, als der Gouverneur, scheint der Zolldirektor Schmidt zu sein. Dieser rühmte

IBustrirte Sonntags-Zeitung", .Juldaer geschichtsblätfef" und Coflene-fisfe

nach find von de« an öffentlichen Anstalten der Rheinprovinz thätigen Professoren und Ober­lehrern nur 50,8 pTt. katholisch, nämlich 697 gegen 587 Protestanten. Dagegen waren am 1. Mai 1902 von den anstellungsfähigen Kandi­daten 60,7 pEt., von den Probanden 61,4 pCt. und von den Seminar-Mitgliedern 63pEt. katho­lisch. DaS bedeutet gegen die Vo jahre eine er­freuliche Zunahme, denn 1900 waren die ent­sprechenden Zahlen 31pCt., 51pTt. und 60 y«t. Da die Provinz nach der Volkszählung von 1900 etwa 72 pCt. katholische Einwohner zählte, so entspricht die Betheiligung am höheren Lehramt- dem Bevölkerungs-Antheil «och «icht; aber eS ist Aussicht vorhanden, daß dieses ungünstige Der- hältniß in den nächsten Jahren etwas zu Gunsten deS katholischen Theües verschoben wird. Von den übrigen Provinzen Preußens wessen nur Westfalen mit 36,3, Schlesien mit 33,6, Posen mit 25, Westpreußen mit 18,5 und Hessen - Nassau mit 17 pCt. einen nennens- werthen Prozentsatz katholischer Oberlehrer auf, während in Brandenburg nur 6, in Schleswig- Holstein nur 2 und in Pommern gar kein katho- lischer Philologe angestellt ist. Im ganzen Königreiche find die Katholiken nur mit 21 pCt. am höheren Lehramte vertreten, die Protestanten mit 78 pCt. und die Juden mit 1 pEt. Auf­fallend gering find die Katholiken unter den akade­misch gebildeten Lehrern an den höheren Mäd­chen schulen Preußens vertteten: unter den 121 Direktoren sind nur 2 (in Köln und Düren) und von den 284 Professoren und Oberlehrern nur 11 Katholiken. Gering ist auch der Prozentsatz der katholischen Oberlehrer an den staatlichen An- stalten in Elsaß.Lothringen, 38 5 pEt.gegen 57 pCt. Protestanten und 4,5 pCt. Jusm. In Oldenburg wirke« 12 katholische Philologen (in Vechta), einer in Mecklenburg-Schwerin, da­gegen kein einziger in Sachse».Weimar, Sachsen- Altenburg, Braunschweig, Anhalt, Schwarzburg- Rudolstadt, Waldeck, Reuß, Lipp« und in den drei Hansastädten Lübeck, Bremen und Hamburg. Deshalb kann nur der Wunsch wiederholt wer- de«, die katholischen Eltern und Alle, die eS an- geht, möchte« tüchtige und strebsame Abiturienten immer wieder auf daS philologssche Studium hin. weise«. Zumal Rheinland, Westfale« und Elsaß- Lothringen sollten alljährlich eine Anzahl von katholischen Philologe« a« die Übrigen Lande-- theile abgeben könne«; in den letzten Jahren konnte aber nicht einmal der eigen« Bedarf ge­deckt werden. Die AnstellungS-Verhältnisse find augenblicklich günstig und «erde« bei den zahl­reichen Erweiterungen oder Neugründungen von höheren Schulen auch auf absehbare Zeit günstig bleiben. Trotz der Klagen und Warnungen in manchen Blättern find di« AuSfichten für die Ka«. dtdate« des höhere« Lehramtes gewiß nicht schlech­ter als in jedem andern akademischen Berufe. Von den in Kunze'S Kalender für 1902 aufge­führten Oberlehrern haben (die Theophilologen nicht mitgerechnet) 35 erst 1900 ihre Oberlehrer- Prüfung bestanden und 112 find 1872 und später geboren, waren also bei ihrer definitiven Anstel- lung erst 30 Jahre alt oder jünger. Wenn ferner die 340 anstellungsfähigen Kandidaten und die 225 Probanden fast ausnahmslos eine Remune- ration von 1800—2400 A, sogar viele Seminar-

und Hinterhufen au« und traf den Herrn Leutnant an die Stirne, daß er besinnungslos niedersank." „Wo ist mein Sohn?"

„Wir haben den Herr« Leutnant i« den Salon gebracht ..."

„Da« ist ein fataler Zufall . . . kommen Sie, Herr Baron . . ."

Rasch eilten die beiden Herren, von dem Diener gefolgt, davon.

7. Kapitel.

Man hatte den Verunglückten auf eine Chaiselongue gebettet und bemühte fich, ihn In da« Leben zurückzurufen. Selbst Gerda war , um ihn beschäftigt, indem sie ihr Spitzentaschentuch reich- lich mit Kölnischem Wasser befeuchtete und d«« Bewußtlosen Schläfe damit wusch.

Nach einer Weile erwachte Jobst au« der Be­täubung, blickte fich erstaunt um und versuchte fich «mporzurichte«. Aber mit einem leisen Schmerzens­ruf sank er zurück und schloß die Augen.

„Herr von Windheim . . .'

Mit ängstliche« Ausdruck in dem blaffen Gesicht beugte fich Gerda Über ihn. <8r sah zu ihr empor «nd ein leichte« Lächeln huschte Über fein Antlitz, al« er den mitleidigen und besorgten Ausdruck in ihren sonst so kühlen Augen bemerkte.

„Verzeihen Sie, gnädige« Fräulein — wie konnte ich nur so ungeschickt fein! — Ich kann mich nicht erheben, ich fürchte, ich habe mir da« Knie verletzt . . .!"

„Ich mache mir di« größten Vorwürfe, Herr von Windheim. Ich glaubte nicht, daß da« Pferd so wild sei."

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«Ich habe den Vertrag durch meinen Notar auffetzen lassen", sagte Brückner. „Wollen Sie bitte unterschreiben, dann werde ich Ihnen eine Anweisung über 50000 Thaler auf meinen Bankier geben . . ."

De« Baron« Geficht wurde um eine Nummer röther.

In seinem Auge blitzte es freudig auf.

„Ich bin Ihnen Dank schuldig, Herr Brückner, daß Sie die Angelegenheit so beschleunigt heben..."

Der Baron unterzeichnet«.

«Und hier ist die Anweisung auf die Deutsche Bank."

Er lächelte, al« er den Eifer bemerkte, mit dem der Baron da« gewichtige Papier in seine Brieftasche legte.

«Ich würde mich glücklich schätze«, Herr Brückner", sagte der Baron, „wenn Ihre Damen Einer Einladung folgen wellten. Allerdings — • Machnow bietet nicht viel — aber man lernt sich näher kennen — «nd ich glaube, Herr Brückner, «ei« Sohn intereffUt sich für Ihr ^Fräulein Tochter."

„I« der Thot - sehr schmeichelhaft, Herr Baron. Rn«, man kann ja sehen. Ich wäre nicht abgeneigt . . . Doch apropo«, Herr Baron, ist der Herr «eheimralh im Ministerium, Frei- -«r vo« Windheim, ein Verwandter von Ihne«?"

W Fuldaer

Art» dem Reichstage.

■O 210. Sitzung oem 6 November 1902, 12 vfer.

Die Berathu», be« Zolltarifs wird fortgesetzt bei § 2. Dieser Bara,raph enthält die Bestimmung«», durch welche die Berechnung der Tara geregelt wird. Danach solle» die GewichtSzölle vo» dem Rohgewicht erhoben werden, wen» der Tarif daS ausdrücklich vor- schreibt, und bei Waaren mit einem Zoll von nicht über 6 Mk. für be» Doppelzentner, sonst vom Reingewicht. Ferner regelt bet § 2 die diesbezüglichen Befugnisse d«S BundeSratheS.

Seitens der Sozialdemokraten und des freifttätige« Abg. Brömel find mehrere AbänberuugSauträge ein­gebracht worden.

Nach unwesentlicher Debatte, in welcher n. a. Ab«. Dr. Spahn (Ctr.) und UnterstaatSsekretär v. Iischer fich gegen die sozialdemokratischen Anträge auSsprache» und ihre Stellungnahme begründeten, wurde in nament­licher Hbi immun« bet eine biefet Anträge, bet einen von bet Rommisston zugefügten, eie Befugnisse de» BunbeSrath» betteffenden Zusatz streichen wM, mit 177 gegen 62 Stimmen abgelehnt.

Ebenfalls in namentlicher Abstimmung würbe der Antrag Zgrömek mit 132 gegen 114 Stimmen abgelehnt, der auch dem Reichstag daS Genehmigungsrecht sichern will, der ganze Paragraph in der RommisstonSfaffung angenommen.

Ebenso § 3, der die zollamtliche Nntersuchung een Gegenständen, welche eine besondere Schwierigkeit bieten, regelt.

Ein Antrag deS Abg. Hothein, der die in dies« Paragraphen festgesetzten Befugnisse von einer Genehmi­gung deS Reichstage» abhängig machen will, wurde ohne «eitere Debatte gegen die Stimme» der Freisinnige» und Sozialdemokraten abgelehnt.

Nachdem bei Sozialdemokrat Fischer in langathmiger ObftruktionSrede die Anträge feiner Partei zum § 4 be« ZvlltarssgefetzkS (betreffend Zollbefreiung) als im An» teresse der Grenzbewohner begründet hatte, stellten die Abgeordnete» Gamp, Rettich u«d Dr. Spahn einen Antrag «»f Schluß der Debatte.

Ab,. Kinger, als Wortführer der Obstrukiio»«- hrlde» beantragte, hierüber namentlich abzustimme».

Der Antrag auf Schluß der Debatte wurde daun mit 169gegen 79Stimmen bet 2 Enthaltungen ange« nominell.

Für die Schriftführer, die schon recht angestrengt seien, ersuchte der Präsident unter schallender Hetterkett um Schonung, da eine große Unruhe im «aale herrschte.

Der sozialdemokratische Abänderungsantrag würbe mit 169 gegen 83 Stimme» abgelehnt und § 4 tit bet RommisstonSfaffung angenommen.

Nachdem dies alles glücklich überstände» war, spielte fich Abg. Kinger in einer GeschäftSordnungSdebatte e# Hüter der parlamentarischen Würde und Wächter über die Geschäftsordnung auf. Er besagte dies in einet längeren Rede, die gleichzeitig eine Begründung bet sozialdemokratischen Anträge zum § 5 .Bestimmung bet zollfreie« Gegenstände) darstellte. Ab,. Singer kündigt, dann auch »och zum Ueberfluß für seinen Antrag, übet gewisse einzelne Theile deS § 5 gesondert zu beratfeen, namentliche Abstimmung an.

Sehr wirksam rechtfertigten Präsident Graf ZgaTe« strem und Ab,. Dr. Spahn (Ctr.) den die Behandlung de« § 6 betreffenden Vorschlag deS Präsidenten.

„Die Vorwürfe muß ich mir machen. Ich al« alter, erfahrener Kavallerist mußte vorsichtiger fein. Aber, wie komme ich hierher?" fragte er, sich erstaunt umblickend.

„Sie verloren das Bewußtsein, wir trüge« Sie hierher."

Welch' ein Schwächling ist doch der Mensch,- sagte Jobst mit trübem Lächeln.

Er sank in die Riffen zurück. Ein dumpfer Schmerz im Haupte machte eS ihm unmöglich, sich aufrecht zu erhalten. Wie dichter Nebel lag es vor seinen Lugen, er erkannte die Umgebung nicht mehr deutlich, ein neuer OhnmachtSanfoL schien feine Sinne zu umsch leiern.

Herr Brückner und der Baron traten saft gleichzeitig mit dem Arzte ei«, de« man sofort herbeigerufen hatte. Zum SlÜck wohnte bet Arzt in der Nähe und war daheim gewesen, f« daß er sofort zur Verfügung stand.

Er untersuchte den Verletzten; sein Gesicht nahm einen ernsten Ausdruck an.

„Wir müssen den Herrn Leutnant sofort durch einen Krankenwagen in seine Wohnung oder in ein Krankenhaus bringen," sagte er dam» leise zu Herrn Brückner und dem Baron.

„ES liegt ein komplizirter Bruch be« Knie­gelenkes vor — unb ich fürchte eine leichte Ge­hirnerschütterung, bie abermalige Ohnmacht ge­fällt mir nicht . . . vorläufig wäre eS gut, wem» wir ben Herrn Leutnant zu Bett bringen könnte«. EiS zu Umschlägen haben Sie ja wohl im Hanfe, Herr Brückner?"

„Gewiß, gewiß .... ich werde sofort bie nöthigen Anweisungen geben.tt