W FuldaerMZeitung
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mit Ata Bdtogtn
»Ulustrirte Sonntags-Zeitung*, „Fuldaer GesdudMIStef* und roflerfe*tbft.
M 254
© ^Verständigung"
ist das Schlagwort geworden, das ix diesen Tagen unS im deutschen Blätterwalde auf Schritt und Tritt entgegenhallte. Eigentlich hatten wir unS fest vorgrnommen, die kurze Pause in den Zolltartf.Verhandluvgen der Reichstags, die wir den an höhere als die jetzt so heiß umstrittenen materiellen Jntereffen gemahnenden Tage von Allerhelligen und Allerseelen verdankten, die ZellungSartikel über den Zolltarif gar nicht zu beachten und lieber mit anderen Dinge» zu beschäftigen, deren Betrachtung wohl auch noch etwa- fruchtbringender wäre als daS Kopfzerbrechen darüber, wie man auS der Sackgasse. in die unser ganzes politisches Leben durch den Zoll, kampf gerathe», wieder herauskommen kann. Aber von allerlei Verständigungs.Bersuche« ist in den Zeitungen soviel die Rede, und vielfach mit solcher Bestimmtheit, daß daS Schweigen hier, zu vielleicht als Bestätigung und Zustimmung ausgelegt werde» und zum Mindesten sehr verfrühte Erwartungen wecken könnte. Um sich und andere vor Täuschungen und Enttäuschungen zu bewahren, ist eS nothwendig, kühle» Blutes die gegenwärtige Lage und die angeblichen An- zeiche» einer Verständigung abzuwägen.
LaS man doch schon am Samstag früh in einem Berliner Blatte, daS sonst „unparteiisch" sein will, in der Zolltariffrage aber sehr eifrig den Regierungsstandpunkt vertritt, die kühne V«< ficherung:
„Das Zustandekommen des Zolltarifs wird, wie wir zuverlässig mittheilen könne», in den maßgebenden Kreisen der CrntrumS- partei nunmehr sür gesichert angesehen." Den „maßgebenden Kreisen" der Centtums- partei ist eS natürlich gar nicht eingefallen, Herr» August Scherl zu ihrem publizistischen BertrauenS- manne zu berufen, und sie würden sich, selbst wenn sie eine so zuversichtliche Ansicht vom Stande der Verhandlungen hätten, wie sie die Presse des Herrn Scherl kundgibt, doch sehr bedenken, durch «ine öffentliche Betonung jener Ansicht die Herren Sozialdemokraten zu um so schärfer« Obstruktion förmlich zu ermuntern.
In Wirklichkeit find wir »och lange »icht so weit, daß eine Verständigung auch nur als halbwegs wahrscheinlich bezeichnet werden könnte. Rtt dem guten Willen allein ist eS hier nicht ge- than. Zweifellos ist ja die Neigung, durch eine Verständigung auS der gegenwärtigen, für alle Thette höchst beschwerliche« und sorgenvollen KrtfiS hrrauSzukommen, auf mehr denn einer Seite vorhanden. Ja, wen» man vo» Parteien, denen es lediglich auf ihre Agitationszweck« ankommt, wie die Sozialdemokraten und einige Freisinnige einerseits und die extremsten Landbündler anderseits, abfieht, so muß man doch wohl alle« Parteien wenigstens so viel £uten Willen zutrauen, daß sie Zolltarif und Handelsverttäge nicht durchaus verhindern, sondern nur möglichst in ihrem Sinne gestalten wollen. Selbst der Handelsvertrags- Verein scheint neuerdings davon abzukommen, die Beseitigung des vom Bundesrathe vorgelegten Zolltarife- und den Abschluß »euer Verttäge auf «rund des veralteten bisherigen Tartfes als sein Ziel zu betrachten. Wenigstens läßt fich allen
Strandgut.
Roman von O. Elfter.
6 ------- (KadMrud «erbeten.)
„Ich weiß eS, Herr Rittmeister," entgegnete Mama Brückner gütig. „Aber eS ist doch manches zu besprechen, was beffer zwischen unS beide» allein besprochen wird. — Seh Else," wandte sie fich an diese. „Lass? mich allein mit Herrn Sokott und sei außer Sorge, ich wache über Dein Glück."
Sie küßte Else! zärtlich auf die Stirn und streichelte ihr die glühenden Wangen.
„Mama," flüsterte Else, wenn Du ahntest, wie mir um- Herz ist," . . .
„Geh nut, geh nur," sagte Mama Brückner lächelnd. „Ich kann mirS schon denken, wie- « in Deinem Herzchen auSfieht."
Mit diese» Worte» schob fie Else mit sauf, ter Gewatt von fich fort, und Els« küßte die Hand der Mutter und entfernte fich mit ge- senktem Haupte. Als fich die Thür deS Zimmers h.nter ihr geschloffen, blieb fie tief aufathmend stehen. Dann blickte fie sich, wie aus eiuem Traum «rwacheud, um und plötzlich schlug fie die Hände vor daS Sestcht und schluchzte oitterlich auf.
„Hallo, kleine Else, waS ist denn geschehen?" rief in diesem Augenblicke eine männliche Stimme.
Jobst von Windhet« trat au« seinem Zimmer und blicke erstaunt auf da« weinende Mädchen.
Sie ließ die Hände sinken und sah ihn unter Thränen lächelnd an. Daß sie in diesem Augenblicke gerade ihm begegnen mußt«, «schien ihr wie
Iuköa, Dienstag, den 4. November 1902.
Winkelzügen der freihändlerischex Preffe zum Trotz doch kaum mehr »erkenne», daß mindestens eine starke Sttömung im HandelSverttagS- Verein eine Verständigung üb« de» neuen Zolltarif wünscht, Ebenso ist eS klar, daß man im Cent rum und bei den Konservative» fich gern verständigen würde, wen» eS möglich erschiene, de» gerechte» Forderungen der Landwirthschaft wenigsten- einiger- maße« Geltung zu vnschaffen.
Aber daS ist auch alles, waS wir im Sinne der Optimisten hier anzuführen wüßten. Schon über das Ziel der Verständigung gehe« die Herren vom HandelSverttagSoerein und die ihnen mehr ob« minder nahestehenden Liberalen, Handelrund Jndustrievertteter, und andererseits die Freunde eine- krästignen Schutze- der Laudwirth- schast weit auseinander. Wir vermögen wirklich nicht einzusehen, was zur Ueberbrückuxg dieser Kluft, bezw. des Gegensatzes zwischen Bunde-, rath und Reichstagsmehrheit in den letzten Tage» geschehe» sein sollte. Würde es fich, wie die »Freis. Ztg/ Eugen Richter- anzunehmen scheint, nur darum handeln, die „unannehmbaren" Mindestzollbetschlüsse der Kommission und der 2. Lesung zu beseitigen, so würde dazu freilich der „Um fall" do» 20—25 Abgeordneten der bisherige« Mehrheitsparteien genügen, und diese 20—25 Stimmen ließen sich ja vielleicht gewinnen (wie die Haltung der konservativen »Krenzztg/ «warten läßt) — aber doch nur unter der Voraussetzung, daß durch diese- Opfer d« Ueb«zeugung da- Zustandekommen des Zolltarifs gesichert würde. Doch gerade hier liegt der Hase im Pfiff«, denn zu der Mehrheit, welche möglicherweise jene „unannehmbaren" Be- schlüffe wieder umstoßen könnte, gehöre» doch auch die Freisinnigen und Sozialdemokraten. Wollte man nun auch anuehmen, daß die erstere» bet der Schlußabstimmu»g den Zolltarif nicht an den von der Regierung vor- geschlagenen Agrarzölle« scheitern lassen würden, so bleibt eS doch gänzlich ausgeschlossen, daß die Sozialdemokratin jemals für diesen Zolltarif stimmen würden. Die Rechnung auf einen Umschlag ist daher falsch, so Ltige nicht die Nachgiebigkeit der überwiege »de-n Mehrheit der Konservative« und deS CrntrumS «wartet w«de» kann.
Dafür aber liege« genügende Anhaltspunkte durchaus nicht vor. Ohnehin gibt eS ja »och andere Streitpunkte al« nur die bezüglich der Mindestzöllr. ES fei nur an de« Cmtrums- antrag erinnert, die Mehrerträge der Lebens- Mittelzölle für die Arbeiter- Witwen- und Watsenverficherung zu verwende« — ein Verlangen, von welchem die Crntrumspartei unter keine« Umständen abgehen kann, — sowie a» die Kommiffionsbeschlüffe auf Abschaffung gemrindlicher Lebensrnittel-Abzab-n und Festsetzung einer bestimmte» Frist für Jakraft- treten deS Zolltarifs. Lauter Beschlüsse, welche die Regterungsvertreter energisch bekämpt haben.
Und nun gar die sozialdemokratische Obstruktion! Diese muß zwar bekämpft werden, wenn b« Reichstag Mlcht sich selbst auf- geben will, aber sie kann unmöglich mit Aussicht auf Erfolg bekämpft werden, solange nicht auch die Regierungen ei« Entgegenkommen be-
eine Fügung der Schicksal«. Ein unendliche« Vertrauen zu dem treuen Freunde ihrer Mutter schlich fich mit einem Male in ihr Herz, und i» aufwallendem Gefühl str«ckt<sie ihm die Hände entgegen.
„He« von Windheim . . ."
„War ist denn geschehen, kleine Else?" fragte er bewegt, indem er ihre Hände «griff und sanft drückte. „W« hat Ihnen etwa« gethan? — Ah, ich weiß, der schwarzäugige Japaner — er soll mich kenne« lernen!"
„Still, still, He« von Windhelm .... Sie sagten mir einmal, Sie feie» mein Freund, Sie meinten er gut mit mir ... . Sie liebte» mich . . .
„Wie ein Bruder feine Schwester."
Dar Wort gab ihr einen Stich in dar Herz. Sie zuckte zusammen und entzog ihm ihre Hände. Ein bittere« Lächeln huschte über ihr blaffe« Antlitz. Ja, ja, wie ein Bruder seine Schwester... Da« war de« Räthfelr Lösung!
„Erzählen Sie mir, wa« Ihnen fehlt. Schütte« Sie mir Irr Herz au«, kleine Else . . ."
Sie strich sich mit d« Hand üb« die Stirn und blickte trübe lächelnd in daS Lee«. Wie ein Bruder seine Schwest« ... das Wort klang noch immer in ihrer Seele nach.
„Verzeihen Sie mit, Hnr von Windheim," sprach fie langsam. „Ich war «regt — ich wußte nicht, war ich sagte — ich bitte, verzeihen Sie mtt" ....
Sie neigte daS Haupt zum flüchtigen Gruß und schritt rasch den Korridor entlang, in der Thür ihres Zimmers verschwixdend.
Kopfschüttelnd, «staunt blickte der lange Jobst ihr nach.
weisen, und solange fie dem Reichstage Tageoder Anwesenheitsgelder versagen, ohne welche der Reichstag nicht dauernd in beschlußfähiger Stärke zusammengehalten werden kann.
Alles in Allem wünsche» auch wir eine Verständigung aber nicht um jede« Preis, und verlangen, daß auch die Regierungen da- Ihrige thun, um eine Verständigung möglich zu machen.
Reich.
Berlin, 3. November 1902.
* lieber die Ketyettigung De«tschl«»d» 6* der Meltau» stell««g in St. Aoni» schreibt der.ReichSanz': „Nachdem der BundeSrath beschlossen hat, daß die seitens bet Regierung bet Vereinigten Staaten von Norbamerika ergangene Einladung' zur Theilnahme an b<*t Weltausstellung in St. Louis 1904 angenommen werde, ist »ach erfolgter Allerhöchst« Ermächtigung Sr. Maj. des Kaisers der Kaiser!. Seh. Ober-Regie- rungsrath und Vortragende Rath im ReichSamte deS Innern, Theodor Lewald, zum Reichs- kommisfar für diese Ausstellung ersannt wor- den." Seh. Rath Lewald war bereits dem Reichs- tommiffariat für die Ausstellung in Chicago bei- gegeben, und er war Stellvertreter des Reichs- kommiffarS für ö»e Pariser Weltausstellung von 1900; als solch« hat er fich um den allgemein anerkannten Erfolg der dortigen deutsche» Abthei- lung neben dem damaligen Retchskommiffar, dem jetzige» Ministerial - Direktor Dr. Richter, sehr verotent gemacht. Man darf daher annehmen, daß für die v'ter den obwaltenden Umständen besonders schwierige Aufgabe der rechte Man» aus«sehen wo de« ist.
4- Die A «tionaMSeraken haben bei ben Landt agSw ihlen in Hessen vier ober fünf Wahlkreis verloren, nämlich Friedberg und die beide« Daimstädter Mandate a« die Freisinnigen, die vc" den Sozialdemokraten unterstützt wurde», S-ünberg an die Antisemiten und wahrscheinlich auch Waldmichelbach an daS C intrum. Die Nationalliberalen, die früher die Mehrheit in der 2. Ramm« hatte», werde» in Zukunft nur mehr 15 ober 16 Mann stark fein.
* Die Kerliner städtische Armenllom- «issto» hat ihre Entlassung angeboten, weil die Kommission — 13 Mitglieder umfaßt, die olle an dieser ominöse» Zahl Anstoß nehmen. Man wird also wohl dl« Zahl der Mitglieder ändern müffen. So erzählt da« „aufgeklärte" ,B«l. Tagebl.', da« so etwa« d« „Stadt der Intelligenz" doch nicht nachsagen würde, wenn e« nicht wahr wäre.
4- Die Aeichotagoersatzwah l in Lieg- «itz choldverg Kayna« süc ben verstorbene» freis. Abg. Dr. Kaufmann ist auf den 10. (nach anderer Meldung auf den 11.) Dezember festgesetzt. Kandidat der konservattve« Partei und de« Bunde- der Landwirthe ist der Erb- schottiseibefitz« Oskar Röhrig v. WUh-lmsdorf.
„Wenn man nur au8 den Weibern klug werden könnte," brummte « ärgerlich.
„Ich habe Ihnen eine Mittheilung zu machen, Herr von Wtndheim," sagte Mama Brückner, indem sie in da- Zimm« Jobste- trat und freudig lächelnd stehen blteb, als erwarte fie, daß Jobst «staunt aufspringe.
Ab« Jobst wandte fich in seinem Schreib- fessel kaum zur Seile. Er war so in seine Arbeit vertieft, daß « das strahlende Gesicht Frau Brückner- nicht bemnkte.
„WaS ist's, Mama Brückner," fragte « leichthin. . „Hat fich vielleicht ein chinesischer Mandarin angemeldet?"
„Das nickt," entgegnete Mama Brückner mit leicht« Empfindlichkeit. „Aber meine Else hat fich verlobt" . .
Jetzt sprang Jobst in der That empor und starrte Frau Brückner «staunt, fast erschreckt an.
„Verlobt? Klein Else verlobt? Doch nicht gar mtt dem schlitzäugige« Japaner?!"
„Rittmeister Sokoti ist ein sehr vornehmer und sehr hübsch« Mann."
„Ja, die reine Marzipanpuppe."
„Herr Baron!"
„Na, nehmen Sie mir'S nur nicht Übel, Rama Brückner. Ab« ist eS denn wirklich wahr?"
„Ja, eS ist wahr. ES soll vorläufig noch ein Seheirnniß bleiben. Aber Ihnen, als unsnem besten Freund, mochte ich die freubtge Nachricht nicht vorenchalten. Ich weiß ja, daß Sie nicht darüber spreche» werden."
„Nein, daS werde ich nicht," entgegnete Jobst nachdenklich. Vor seiner Seele stand das Bild
29. Jahrgang.
+ Die oüerofflziöse .Norddeutsche All- -emei»e Zeitung' soll jetzt in der Person deS Herrn Otto Runge, bisher Redakteur bei ben .Berliner Neuesten Nachrichten' einen neue« Chefredakteur «halten haben. Herr Ru«ge bearbeitete bei dem letztgenannte» Blatte die auswärtige Politik. Frühe war « am Wolff'scheu Telegraphen bureau thätig.
* Zur „Ileischuolh ' schreibt die ,Allg. Fleischerzcitung': Der LandwirthschastS- Minister v. PodbielSki habe be» Vorsitzenden des Deutschen FleischeroerbandeS Karl Marx, Frankfurt a. M., und de» Obermeister b« Hamburger Schlächterinnung I. H. Schuhmacher in Audienz empfangen und mit den genannten Herren tn 1 */* Stunden «ährender Unterredung die Fleischnoth eingehend erörtert. Der Minist« brachte seine Uebnzeugung dahin zum Ausdruck, daß die deutsche Landwirthschaft in kürzester Zeit den Beweis erbringen würde, daß fie dm Bedarf an Vieh, insbesondere an Schweinen, mehr wie hinreichend z« decke« im Stande sei unb daß ein erheblicher Preissturz bereits in ben nächsten Monaten zu erwarten fei. Andererseits hat der Minist« unumwunden zugestandev, daß, wenn dies« von ihm mtt Bestimmtheit «wartete Rückgang in den Preisen in absehbarer Zeit nicht einträte, auch er tS für seine Pflicht halte, auf Abhilfe zu finnen, denn die augenblicklich herrschenden hohen Viehpreise dürfte» im allgemeinen Interesse auf die Dau« nicht fortbestehen.
* München, 3. Roo. 1902. Herzog Siegfried in Bayern, dessen Ausscheiden aus dem bayerischen Heere vor geraumer Zeit großes Aufsehen machte, ist jetzt in fein alte- Regiment al- Oberleutnant wieder eingestellt worben.
O Wien, 3. Roo. 1902. Der kürzlich gemeldete glänzende Lieg der österreichischen Christlich-Sozialen ist durch die Stichwahl im Badener Bezirke, dir zu Sunste« der Christlich - Sozialen ausfiel, vervollständigt worden. Sie haben damit sämmtliche 21 Mandate der Landgemeinden-Kurie des niederösterretchischen Landtages gewonnen, und ihre Stimmenzahl errettete etwa breioiertel all« abgegebenen Stimmen. Ein solcher Sieg dürfte in her parlamentarischen Geschichte noch nicht dagewesen sein. Er ist um so bedeutungsvoller, als die Christlich-Sozialen diesmal ganz allein stau- den, während fie bei den früheren Wahlen mit den Deutsch Nationalen zusammengingen, die heute al- Glieder des freisinnig soMlstisch-allbentsche« Mischmasches ihre Gegner waren. Eixen noch schwerere» Stand haben sie freilich in den Landstädten, wo die Wahlen am 5 November stattfinden ; hi« find einige Verluste nicht ausgeschloffe». Das ändert aber nichts an der gewaltigen Niederlage d« Kirchenfeinde auf dem Lande, das fie schon als ganz sichere Beute betrachtet hatten.
der weinenden Else, wie fie ihm gestern in dem Hausflur entgegengetreten war. Sollte fie da- mal- schon iym die Mittheilung haben mach« wollen? Aber fie sah gar nicht wie eine glückliche Braut aus.
„Unb Else liebt ben Japaner?" fragte «.
„Wer kann auS dem jungen Mädchen klug werden," entgegnete Fran Brückner ärgerlich. „Bis vor kurzer Zelt war ich meiner Sache ge» «iß. Sie schwärmte für Herrn Sokoti, für Japan, für ben Orient — unb jetzt? Ich weiß wahrhaftig nicht, was ich denken soll. AlS ich fie ihrem Verlobten zuführte, war fie blaß wie der Tod, und als er ihre Hand küßte, «schauerte fie, als ob sie vor seiner Berührung zurückbebte. Ab« daS wird fich geben — liebte fie ihn doch früher — es ist sehr überraschend gekommen und fie kann sich noch nicht in ihr Glück finden."
„In ihr Glück, Mama Brückner?"
„Allerdings in ihr Glück. Oder ist eS nicht ein Glück für ein armes Bür zermädchrn, wenn ein vornehmer reicher Offizier um fie anhält? Herr Sokott gehört einem atten adligen Geschlechte Japans an; feixe Verwandten gehen bei Hofe ein unb au8. Er wird eine glänzende Laufbahn machen, « ist reich, hochgebildet und ein treu«, lieber Mensch."
„Bor so viel Vorzügen streiche ich die Segel und wünsche Ihnen, sowie dem Fräulein Else Glück. Ader fie sagte«, daß die Verlobung vorläufig noch geheim bleiben sollte?"
„Ja, He« Sokott will vorh« die Genehmigung seine« Vater?, der General in d« japanischen Armee ist, einholen. Auch find gewisse Förmlichkeiten wegen des Religionswechsels zu «-ledigen . . ."