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Fuldaer

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THustrirte SonntagsZeitung'', .Juldaer ßescbiditsbläfter' und roflerfe-Cisf?.

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Jutöa, Montag, den 3. November 1902.

a» 253.

29. Jahrgang.

ODen neuesten Plan" zur Ueberwinbung der Zolltarif »Obstruk ­tion glaubt die liukSnationalliberale .National, zeitung' entdeckt zu haben. Bekanntlich hat di« ,»eite Berathung der Tarifvorlagen mit der Be» rathung des TarifgesetzeS begönne»- unter Verbindung mit den betr. Positionen des o- nomen Tarifs. Der letztere mit feine« 946 Pofitiouen ist der Boden, auf welchem die Ob» struktion fußt, und auS dem sie ihre Kraft schöpft. Nun meint die .Nationalztg.', der neueste Plan gehe dahin, nach der Beendigung der zweiten Lesung deS Tarifgesetzes nicht alsbald zur zweite» Lesung deS Tarifs selbst zu schreite«, deren Ende «»absehbar sein würde, sondern sofort die dritte Lesung deS TerifgrsetzeS folgen $U M?Mehrheit ist dem freihändlerischen Blatte für diesen Wink sehr zu Dank verpflichtet. Möge eS so fortsahren. fich de» Kopf der Mehrheit zu zerbrechen, nielleicht findet eS dan» schließlich doch noch einmal etwas Vernünftiges. daS die Mehr­heit fich aneig«e« kann. Einstweilen aber wird derneueste Plan", den die .Nationalztg.' ent« wickett. ohne anzugeben, wer ihn ersonnen hat, schwerlich eine praktische Bedeutung. ^ebenfalls aber »icht d i e j e n i g e Bedeutung erlangen, welch­er nach der .Nationalztg.' besitzen soll. Die .Nationalztg/ kalkulirt nämlich so: jener^.neueste Plan" gebe der Mehrheit die Möglichkeit, in ab­sehbarer Zett ihre soeben gefaßtenu na «ne hm- baren" Beschlüsse betreffs der Seheibe-und Mehminimalzöll« zurückzunehmen, damit dann später, wen« auch der Tarif selbst nicht erledigt werden könne. in de« bevorstehenden Wahlen Regierunzen und MehrhettSparteie« einig da» stände».

Diese letzte Wendung soll wohl andeuten, daß die gemäßigteren Konservative«. deren Zgärtführer Gras Schwerin-Löwitz ist. lenem Plane »icht fer»strhe». Den» für daS Ten- trum hat eS keine Bedeutung, ob eS ineinem Wahlkampfe die Regierung auf seiner Seite hat oder nicht. DaS Ceatrum ist noch nie abhängig gewesen von RegierungS-Gunst oder -Ungunst, mb der amtliche Apparat hat ihm niemals zur Sette gestanden. Für daS Centrum kommt es lediglich darauf an, wie feine Wähler mit ihm zuftieden sind, und natürlich auch daraus, ob die Wahlen im Lande gut vorbereitet ^Jn dieser Beziehung wttd mau allerdings überall gut thu», die Organisation der Partei auf die Breite ihrer Grundlage, ihre Beweglich- leit und Aktionsfähigkeit einer ernstlichen Prüfung zu unterziehen. Frisches Blut wird in sehr vielen Wahlkreisen den KomtteeS zugeführt und dabet beachtet werden müffev, daß alle Stände, besonders di- in Reichstagswahlen «U der Zoll­parole am stärksten tnterefstrten Volksschichten, Laudwirthe einerseits, Handwerker und Industriearbeiter andererseUS, in den Wahl- komtteeS gebührend vertteten fiud. Auch dort.

Strandgut.

Roman von O. Elster.

5 -------- («»chlruck «erbitte.)

6k thuu mir unrecht. Aber solche Worte, wk Sie da soeben sprachen, darf ich »icht hör«»."

WeShalb nicht? Darf de»n ei» Ma»» nicht zu einem Mädchen sagen: Ich habe Dich lieb wenn der Mann es ehrlich meint? Und ich mein« «S wirklich ehrlich, Fräulei« Else . . . . ich wünsche, daß Sie mei»e Frau werden" . . .

Wie wäre daS mözlich?"

O, früher ftagtea Sie nicht, ob -S möglich wäre. Weshalb sollte «8 auch nicht möglich fete, Fräulei» Elf«. - Ich bi» freilich »icht ft reich, wie der Bikomte Aoki, aber ich habe genug flir uns beide" ...

Ich bitte 6k, spreche» Sie nicht so" . . .

Wollen Sie mir nicht folgen »ach meiner Heimath? - Ach, Fräulein Else, Sie sollte» fie L kennen lernen, meine schöne Heimath! Di- große- volkreichen Städte, bk grüne» Wälder mit de» große« b«»tsarbigen Blume», den bunte» Vögeln und große» Schmetterlingen. Biel, viel schöner ist es als hkr! Die Sonne scheint wärmer und goldener, dar Meer, das wette, wett« Meer ist herrlicher als hier, tiefblau, wie bk Farbe deS Himmel-, und die grü»e» Wälder, die blumengeschmückte» Auen dk auf dem Gipfel mit Schnee bedeckten Berge Fräulei« Elf«, weshalb »olle« Sie mir nicht folge« als meine Frau?"

wo bisher alles gut gegangen ist und die Arbett in bewährte« Händen liegt, darf man «icht »tr­äume«, bei lebet Gelegenheit jüngere Kräfte auS alle» Ständen zur Wahlvorberettung heran- zuziehen, denn eS muß auch frühzeitig für lnterstützmg und Ersatz bet Aeltnen gesorgt werbe», nicht erst bann, wenn biefe nicht mehr mttthun können oder wollen.

Wenn unsere Fremde überall ihre Pflicht thun, dm» braucht unS um den Ausfall der Wahlen nicht ba»ge zu fein. Die drei Ersatz- wähle» zum württembergische» Landtag, die den Freihandelsleute» so ver»ichtende Nieder- agen brachten, beweise», daß fich mit einem Programm, daS einen ausreichende» Schutz der Landwirthschast verlangt, gute Wahle» machen laffen. Ob eine weitgehende Nachgiebig­keit der MchrheitSparteien gegen die Regierung von be» Wählern überall gebilligt werbe« würbe, erscheint zweifelhaft. JebenfallS glaube« wir nicht, baß z. B. bi« bayerischen Abgeordneten auf eine ErhSymg deS GerstenzolleS oder die nieder- rheinische» Vertreter auf die Bindung der Vieh- zölle so leichthin verzichten können, wie die .Nationalztg.' anzunehme» fich den Anschein gibt. Der Plan der .Nationalztg.' würde «ach unserem Gefühl den Erfolg haben, daß die Einigkeit in den MehrhettSparteie» sich nicht aufrecht, erhalten ließe. Daß ein Theil der Konser­vative» fich auf die Regierungsvorlage zurückziehen zu wollen scheint, ist allerdings kaum «och zweifel- hast, während ei« anderer Theil dem Bu«de der Lmdwirthe folgen wird.

Für daS Centrum wäre die Situation dann so, daß ei» möglichst geschlosse»eS Auftreten kaum mehr durchzuführen wäre. Und doch legen seine Wähler gerade darauf mit Recht den aller­höchsten Werth.

Diese Erwägungen könnten fast zu dem Arg­wohn führen, daß bei demneuesten Plan" der .Nationalztg.' der Wunsch, die MehrheitS- Parteien zu sprenge«. Gevatter gestanden hätte. Jedenfalls müßte« fich die MehrheitS« Parteien dann sage«, daß eS ei«e» nicht gerade erhebenden Eindruck machen würde, wenn fie fich nachträglich veranlaßt sähe», ihre Poltttk «ach den Hefte» der Nationalliberale» zu korrigtren. Eine solche Zumuthmg erscheint unS ausgeschloffen, und zwar um so mehr, als ihre Befolgung trotz­dem weder in diesem noch im »ächsten Reichstag daS Zustandekommen deS Zolltarifs wirklich ver­bürgt. Man wird auch in einem anderm Reichs­tag »icht an der Nothwendigkeit vorbei- komme», um der Würde deS Parlaments und der Erhaltung der Volk-rechte willen de« Kampf mit der Obstruktion bi- zu Ende durchzu- führen.

Ob eS zu diesem Zwecke gerathen scheint, der 2. Lesung deS TarifgesetzeS gleich die 3. Lesung desselben folgen zu lasse« oder nicht, ist eine taktische Frag-, deren Entscheidung wir »er- trauenSooll unseren Abgeordneten überlassen kön»e« und müssen. Der Zweck unserer Ausführungen war nur der, zu zeige», daß eine Tattik, wie fie die .Nationalztg.' schllder» zu sollen glaubt, da- rauf hinauSlaufe» könnte, daß die Mehrheit-« Parteien einfach Alles preiSgebe», was fie bis­her hochgehalte» habe». DaS ist unmöglich; -S

Sibt keine Verständigung, wenn nicht auch der jundeSrath durch die Thal beweist, daß er eine solche ernstlich wünscht.

Berlin, 1. November 1902.

+ Keltere» ht ernster Jett. Zwischen den Sozialdemokraten, die in diesem Falle mtt den freisinnigenWad-nstrümpflern" an einem Strange ziehe», und den freisinnigenWas- serstieflern" ist ein einer gewissen Komik nicht entbehrender Streit über die Taktik gegenüber dem Zolltarif auSgebrochen. Eugen Richter ist ein viel zu alter und vorfichtiger Parlamentarier, als daß er nicht gegen die obsttukttonistische Lahm­legung deS Reichstages ernsiliche Bedenken hegen sollte. Die Sozialdemokraten unterschieben ihm jedoch, daß er auS Angst vor einer Zoll- Wahlparole daS Zustandekommen deS ZolltarifeS nur zum Sch-i» bekämpfe, in Wirklichkeit aber dessen baldiges Zustandekom­men wünsche. Besonders ergrimmt find fie, weil Richter mit seinen Getreue« für be« Antrag Herold, der die landbündlerischen Anträge so rasch besei­tigte, daß die Sozialdemokraten mehrere Schwätz- Stunden verloren, gestimmt hat. Richters Ver- theidigung, daß die Verschleppungs-Taktik der Sozialdemokratie nur die Mehrheit zu Abwehr- Maßnahme» provozire, läßt der.Vorwärts' nicht gelte».Aber," so fügt er dan» hinzu,Rich- tersSpiel ist i» seiner Unehrlichkeit Mr konse­quent und zielbewußt. Erst hat er die Abstim­mungen über die prinzipielle Frage der Zollfrei- heft verhindert; dan» hat et die Berathung der lleberzoll-Anträge auSschalten helfen. So bleibe» nur die Beschlüsse der mittlere« Linie übrig. Herr Richtet sollte miadestexS zum Ehrenmitglied deS CenttumS und zum KommisstonStath et- nannt werden." Also Angst vor den Wahle» auf der Linke»! Wo bleibt denn da dasMene­tekel" für die Mehrhett?

Ja de« nächstjährigen Reichshaushaltsetat wirb zum erstenmal unter di« Verbrauchssteuern die Schaumwein steuer eingestellt werden. Wäh­rend die Ansätze für alle übrigen Verbrauchs­steuer» «ach den Ergebnissen der Zett vom Sep­tember 1900 bi« August 1902 berechnet werden, ist die Einhaltung deS gleichen Verfahrens bet der erst im laufenden Jahre eingefühlten Schaum­weinsteuer nicht möglich. Ihr Eiatsansatz dürfte sich auf eine Summe belaufen, die fich um 4 Millionen Mark herum bewegt.

+ Da- Kartell tu Sachse« besteht bis jetzt «och als letztet Hebertest der BiSmarck'schen Kartellpolitik von 1887. Der EisenacherRuck nach links" soll nun, wenn es nach dem Willen bet LinkSnationalliberolen geht, auch btesem letzte» Reste beS einst so mächtigen Kartells ein Ende mache». Dk Leipziger Nationalliberalen habe» burch eine» Herrn Dr. Quensel mit beit Antisemiten Verhandlungen wegen bet nächsten Wahlen angeknüpft, aber einen Korb erhalten, von welchem bie .Nationalztg.' wünscht,

Schweigenb senkte fie baS Haupt. Ihr Bru­der Bernhard hatte in seine» Brkfe« eine be­geisterte Beschreibung der Schönhette« Japan, gegeben. Wie ein Märchenland lagen die fernen Inseln vor ihrer Seele, auftauchend auS dem ttefblauen Meer, umtauscht von der weißen Brandung, überstrahlt von der goldenen Sonne und übergossen von tausend und abertausend glühendenFarbenreflixe». Ihre Künstler-Phantafie hatte fich an dem färbe» prächtigen Gemälde be­rauscht: eine heiße Sehnsucht nach bet goldig schimmernden Ferne, »ach dem geheimnißvollen Märchenlande hatte fich in ihr Herz geschlichen, daS in bet eintönigen Nüchternheit be« heimischen Lebens von einem unbestimmte», nur geahnten Glück träumte.

Wk leicht wirb ei« fiebzehnjährigeS Herz oo« dem Zauber bet Ferne, bem Reiz des Fremd- artigen ergriffen!

Unb jetzt faß ber Sohn jene« Märchenlandes ihr zu Füßen und blickte sie sehnend, bittend an mit den großen, schwarzen, halbverschleierien Märchenaugen, und auf seinen Lippen zitterte da« Wort der Liebe, und seine feine«, zarten Hände falteten fich wie zum Gebet.

Ich hab« daheim ein kleine- Hau«", sprach er flüsternd weiter.Marmorsäulen stütze« sein Dach, zu dem fich duftender Wein unb roth und blau blühende Schlingpflanzen «mporranken. Palmen umschatte« es, in dem Garte« blühen große, feurige Blumen, und b«t Fuß seiner Treppe be­spült da« ewig blau« Meer. Fern von bet ge­räuschvollen Stadt Tokio liegt e« am Gestade ber See in biefe« tzawr will ich Sie führen, Fräu­

lein Else dort sollen Sie herrschen al« meine Königin. Unb meine Diener werden sich vor Ihne« neige», und Sklavinnen sollen Ihnen zu Füßen fitzen, Ihre Hände salben und dankbar zu Ihnen ausschauen. Else, ich liebe Sie, folgen Sie mir, werden Sie mei« Weib ..."

Er ergriff ihre Hände und preßte sein Antlitz darauf. Wie in einem Traum befangen saß sie da, fie vermochte nicht zu sprechen, fie vermochte nicht, ihm ihre Hände zu entziehe», die fie ihm willenlos überließ.

Wie bie gleißende Schlange ihr Opfer mit bem Zauberblick ihrer Augen gefangen hätt, so saß fie im Banne seiner Augen, seiner leidenschaftlichen Worte da.

Vielleicht würde ich «och gewartet habe» mi meinen Worten", fuhr er nach einer Welle fort. Aber ich fürchte für meine Liebe ich fürchte, daß ber Bikomte mir feindlich gesinnt ist, ich traue ihm nicht, denn auf seinen Einfluß führe ich e« zurück, daß ich auf ei» halbe« Jahr »ach Pari« geschickt werbe."

Sie wollen Berlin verlassen?"

Ich habe heute den Befehl erhalle», mich binnen vierzehn Tage» bei der Gesandtschaft in Pari« zu melden, um sech« Monat« dort zu bleiben", entgegnete der Japaner traurig.In vierzehn Tage» \z» ich Berlin verlassen; ob ich jemal« zurückkehre, wer weiß es?"

Hastig, fast wie befreit von einem schweren Trau«, athmet« Else auf. Sie erhob sich und entzog ihm ihre Hand.

Unb dennoch sprachen Sie zu mir jene Worte?"

daß et ein enbqiltiger sein möge:Vielleicht unterziehen bie Nationalliberalen Sachsen- dann endlich ihre Poltttk einer Revision. Wir hegm bie Hoffnung, baß bie Jung-Nationallibe- raten, beten Führer Dr. Zöpsel-Leipzig in Eisenach kräfttge Töne gegen bte sächsische Kar- ellpolitik anschlug, im Kampfe gegen bie Leitung hrer Landespartei bem NationalliberaliSmu- Sachsens nach unb nach wieber bas politische Ansehen zurückerobern werben, ba- sehr gesunken ist. Wir können nur wünschen, baß )ie Entwickelung nach be« Wünschen ber .National- zeitung' fich vollziehe» möge; bann wirb näm« ich kein einziger Nationalliberaler mehr ht Sachsen gewählt werben!

* Kinberaröett tu Sachse«. Ein betritt »enbes Bilb über be» Umfang bet Kinderarbeit n Sachse» entrollt ein Bericht ber Handels« jammer Plauen, ber auf einer Umfrage bet be» Fabrikanten beruht. Danach waren in Sachse» von 604,600 Schulkindern 137,831 ober 23 pCt. gewerblich thätig.Damit nimmt baS König­reich Sachsen den höchsten Prozentsatz im ganze« Deutschen Reiche ei«!" Mehr al- bie Hälft« bisset Klnbet, nämlich 74.508 sind in bet Textil* ndnsttie beschäftigt. In ber Spinnerei unb Weberei waren 34,145, Strickerei unb Wirkerei 4866, Häkelei unb Strickerei 11,601, Posamenten­fabrikation 23,643, Wäschefabrikation 17,311, Tabakinbustrie 6221, Korbmacherei 4728, Musik« instrumente»'Fabrtkation 2289 unb in bet Kämme«. Bürsten« unb Pinselfabrikation sogar noch 1594 Jtinber thätig. Der Bericht hat ferner ermittelt, daß in ber Stickerei- unb Spitzenindustrie sogar »och sehr viele Kinder (meist eigene) unter zch« Jahre» beschäftigt st»d. Ebenso in der Klöppelei. Auch bei der Tabak-, Bürsten«, Düten-, Geschirrt und Knopffabtikation sind viele Kinder beschäftigt. Die Besitzer von Korbflechtereien habe« i« be« Antworte« erklärt, daß ei« gänzliche- Verbot bet Kinderarbeit die Branche tuintre« müsse. Gegen­über derartige« Zuständen erscheint e- bringend wünschenSwerth, daß der dem Reich-tage vor­liegende Gesetzentwurf über die Ausdehnung bei Kinderschuhes sobald wk möglich zur Ser ab» schiedung gelaugt.

Aach««. 1. Nov. 1902. Der ehemalig« Reichslagsabgeordnete und Alterspräsident Dr. jur. Joseph LingenS ist gestern Abend im Atter von 84 Jahre« hier gestorben. Geboren am 10. August 1818 iu Aachen, wo er auch da« Symnafium besuchte, studirte LingenS auf d« Hochschulen zu Bon», Berlin und Paris die Rechts- und StaatSwiffenfchast und hat dann 1840 in de» Justtzdienst als Advokat, später all Anwalt am Landgericht zu Aachen. Scho« Anfangs der fünfziger Jahre begann feine parla­mentarische Wirksamkeit: 1852 bi- 1855 war er alS Abgeordneter für Aachen-Eupen Ritglkd der damalige« katholischen Fraktion deS Abge­ordnetenhauses. Seit 1871 vertrat er im Reichs­tage bis 1901 ununterbrochen den fünften Wahlkreis deS Regierungsbezirk- Köln, Steg« Waldbröl. Trotz feine- hohen Alter- wat « einer der regelmäßigsten Besucher der Sitzungen, ein Muster parlamentarischer Pflichttreue. B. i. p.

Ich wollt« Gewißheit haben, Fräulei» Els«, ehe ich von Berlin scheid«. Die Welt ist groß und doch so M endlich klein mein Heirnathland liegt wett, weit von hier, und doch kommen jähr« lich Hunderte meiner Landsleute hierher, um deutsche Sitte, deutsche Kunst zu lernen. Weshalb sollten Sie nicht auch bie Reise unternehmen, wenn es unser Glück gift?"

E» ist unmöglich . . ."

Ihr Bruder lebt in Tokio m seinem Haus« können Sie wohne», bis ich Sie i» ment Haus führe als mein Weib, als meine Königin. Fräulei» Elfe machen Sie mich zum glücklichsten der Menschen gestatten Sie mir, daß ich mit Ihrer Mutter spreche; ich weiß, Ihre Mutt« will mir wohl."

Eine Thür im Zimmer wurde rasch geöffnet und ein eiliger vchrttt näherte fich der Risch«, in welcher der Schreibtisch der Frau Brückner stand.

Else schrak empor, fie erkannte chre Mutter, bk erstaunt stehen blieb, alS fie den Japaner und ihre Tochter erblickte.Herr Rittmeister, Sie hier?"

Else flog auf die Mutter zu und warf fich au ihre Brust. Fest preßte fie da- erglühende Antlitz an da- Herz der Mutter, während heiße Thtäneu ihr au- den Augen stürzten.

In den Auge« Mama Brückners leuchtete eS auf. WaS fie fcho» lange getchnt, schkn ein« getreten zu sei«. Der vornehme japanische Ossi- zier und ihr Töchterchen hatte« fich gesunde«. Sie wqt eine praktische Natur, aber doch ein Weib, und daS Fremdarttge btt Erscheinung bei