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JuL-a, Freitag, den 31. Oktober 1902.
29. Jahrgang.
Wochen-R«ttdscha«.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda. 31. Okt. 1902.
Das große Fragejeichen, das die innerpolitische Lage beherrscht, seitdem die wirthschastlichen Gegensätze durch die Zollberathungen im Reichstage in aller Schärfe aufeinandergestoßen sind, ist auch in der vergangenen Woche noch keiner Klarheit gewichen. Unüberbrückbar, scheint eS, klafft der Riß zwischen den landwirthschaftsfreundlichcn Mehrheitsparteien im Reichstage und den Verbündeten Regierungen. Es grenzt an's Wunderliche, daß trotzdem noch immer vom Regierungstische und theilweise auch aus dem Reichstag heraus die Hoffnung auf eine schließliche Verständigung aufrechterhalten wird. Man hat auf allen Seiten seinen Standpunkt so festgelegt, daß an ein N-chgeben, das genügen würde, um eine Brücke zu schlagen, kaum zu denken rst. Selbstverständlich blieben die Mehrheitsparteien auch ber den Biehmindestzöllen fest, die ebenso in der Kom- missio sfaffung bestehen blieben wie die Getrerdezölle. Ebenso selbstverständlich konnte sich die Mehrheit nicht von der Linken diktiren lassen, wann und wo sie die Berathung der Zollvorlage einstweilen — nur einstweilen? — aussctzen soll. An eine Mehrheit nach links ist arch nicht zu denken, denn wenn selbst die freisinnigen Gruppen, die 7 schwäbischen Demokraten eingeschloffen, zu einem .Ruck nach rechts" bis zur Regierungsvorlage ungefähr sich bereit finden lassen sollten, so bilden sie mit den Nationalliberalen zusammen noch lange keine Mehrheit, auch nicht wenn man die Polen und Elsaß-Lothringer noch hinzunehmen könnte. Und selbst die Sozialdemokraten würden die Mehrheit noch nicht voll machen; die lassen sich aber natürlich so wie so auf gar nichts ein. Also war nun? Da» ist ja eben dar große — Fragezeichen!
Daß in solchen Zeiten, wo aller schwankt, aller dunkel erscheint, unsinnige Gerüchte auftreten, ist kein Wunder. Ein solche» war auch die Meldung des Essener Organs der nationalliberalen Großindustrie, daß Graf Bülow beim Kaiser in Ungnade gefallen sei. Der Kaiser sollte sich beklagt haben, daß er nicht mehr Herr in seinem Hause sei, und dre Kaiserin sollte dies weiter geplaudert haben! Es bedurfte kaum des gröbsten Kalibers offiziöser Dementirkanonen, am diesem thörichten Klatsch ein Ende za machen. Viel wirksamer war jedenfalls die Thatsache, daß das Kaiserpaar sich gleich an einem der nächsten Tage selbst beim Reichskanzler zu Gaste lud. Es ist auch that- sächlich gar nicht einzusehen, was in einer ohnehin schon so verworrene» Lage durch eine Kanzlerkufis noch gebessert werden sollte. Graf Bülow, der das Werk der Erneuerung der Handelsverträge — ob nun mit viel oder wenig Geschick, das ändert heute nichts mehr an der Sache — begonnen hat, wird es aller Voraussicht nach auch zu Ende führen müssen.
Während auf dem Gebiete der inneren Politik die Gegensätze mit unverminderter Gewalt aufeinander platzen, hat die Politik der Versöhnung, die Kaiser Wilhelm II. nach außen hin in konsequenter Weise verfolgt, einen bemerkenswerthen Erfolg zu verzeichnen: zum ersten Male seit dem Kriege von 1864 sind sich die Höfe von Berlin und Kopenhagen offiziell näher getreten. Seit langen Jahren besucht zwar König Christian von Dänemark in jedem Sommer Wiesbaden, aber offizielle Besuche sind zwischen dem dänischen und preußischen Königshause nicht aus» getauscht worden. Jetzt aber hat Kronprinz Friedrich von Dänemark, der übrigens schon nicht mehr weit von den Sechzigern ist, eine Einladung des deutschen Kaisers zur Jagd angenommen und ist am Montag in Potsdam eingetroffen. Die Begrüßung wird als sehr herzlich geschildert, und von bemerkenswerther Herzlichkeit war auch das »orangeganaene offiziöse Willkommen in dem Organ des Reichskanzlers. Dieser „willkommene Besuch wird als ein Zeichen vortrefflicher Beziehungen" zwischen unserem Kaiserhaus« und der dänischen Königsfamilie bezeichnet, „umsomehr al» es bekannt ist, daß Se. Majestät der Kaiser für König Christian Gesinn»ngen auftichtiger Verehrung hegt. Dar deutsche Reich fei Dänemark „ein sicherer und getreuer Nachbar", «vd in Deutschland bestehe überall die Neigung und der feste Wille, die Freundschaft mit Dänemark im Jntereffe beider Mächte andauernd zu pflegen. Er trifft dieser so warm begrüßte Besuch mit dem Aufsteigen einer deutsch-freundlicheren Strömung in Dänemark zusammen, wie er danu auch von Bedeutung ist, daß diesem Besuch eine Annäherung der Berliner Hofer und de» Herzog« von Cumberland, der bekauntlich ein Schwiegersohn de» dänischen Königs ist, allen Anzeichen nach Vorau,gegangen ist. Die Zeiten, wo die dem Fürsten Bismarck nahe- stehenden Kreise den dänischen KönigShof aller deutschfeindlichen Ränke glaubten brandmarken zu müssen, sind offenbar endgiltig vorüber. Um so mehr wird die preußische Regierung aber auch von kleinlichen Maßnahme» gegen dänisch gesinate Einwohner von Schleswig-Holstein Abstand nehmen können. Hier zeigt sich wieder einmal, daß die Politik der Versöhnung fruchtbringender ist, al» die Kampfpolitck, wie sie leider im Osten noch immer gegenüber unseren polnisch sprechenden Mitbürgern beliebt wird. Hierin tritt wieder einmal die Inkonsequenz unserer inneren Politik zu Tage: Gegenüber den Elsaß-Lothringern und jetzt auch den Dänen Ber- öhnung — gegenüber de» Polen Kampf bi» auf»
Meffer! Meint man denn, die Polen wären nicht auch leichter durch Güte al» durch maßlose Härte zu gewinnen? Hoffentlich dauert es nicht zu lange, bis man die Verkehrtheit der jetzigen Polenpolitik einfieht. .
Sehnliche Fehler begeht die radikale Regierung in Frankreich gegenüber den gläubigen Katholiken, während sie andererseit» den Sozialdemokraten um so größere Zugeständnisse machen muß. Dabei wird sie freilich noch auf ernste Schwierigkeiten stoßen. Wenn z. B. jetzt • der Ministerpräsident Combes ein Schied»richteramt au»üben will zwischen den Gruben- arbeitern und den Bergwerks gesellschafte», dann hat er svon vornherein mit dem Mißtrauen der Letzteren zu kämpfen. Aber auch das Mißtrauen der Arbeiter ist rege geworden durch da» starke Truppenaufgebot »er Regierung in dem Streikgebiet. Und Combes wird als Schiedsrichter schon sehr viel für die Arbeiter heraurschlagen müssen, wenn er dieses Mißtrauen der Letzteren besiegen will. Aber werden sich danü die Grubenbesitzer willig zeigen? Die Arbeiter, die jetzt in der Hoffnung aus schiedsgerichtliche Erfüllung ihrer Wünsche die Arbeit vielfach wieder ausgenommen haben, werden schwerlich ruhig bleiben, wenn ihre Wünsche nur in bescheidenem Maße erfüllt werden.
Versöhnung oder nicht? Das ist jetzt auch in England die folgenschwerste Frage, über die man sich dort zu entscheiden hat. Nicht gegenüber den Iren natürlich — diese werden immer schärfer bedrückt und drangsalirt —, sondern gegenüber den Buren. Chamberlain selbst reist nach Südafrika, um die Verhältnisse dort an Ort und Stelle zu studiren, und vielleicht hängt damit auch die beschleunigte Rückkehr Dewet» nach Südafrika zusammen. Dort steht Gouverneur Milner an der Spitze der unversöhnlichen Burenfeinde, während der Premierminister der Kapkolonie Sir Gordon Sprigz, einsichtiger als die meisten seiner englischen Landsleute, eine Versöhnung mit den Buren erstrebt. Die Kämpfe, welche England an anderer Stelle in Afrika gegen den Islam zu führen hat, und die beinahe zur Aufreibung der Kolonne de» Obersten Swaque Lurch den „tollen Mullah", der aber gar nicht so verrückt ist, geführt hätten, müßten den Engländern eigentlich eine wirkliche Beruhigung Südafrika» um so räthlicher erscheinen lassen.
Unpolitische Zeitläufe.
(Nachdruck vertaten.)
© Berlin, 29, Oktober 1902.
Jetzt nehmen die Todten wieder das Wort Sie achme» nicht, aber sie reden doch. Aus jedem Grabe UM eS uns entgrz-n:
Was Du bist, bin ich gewesen;
Was ich bin, das wirst Du sei»!
Folgt uns nach! rufen die Heiligen vom Himmel hernieder. Seht euch vor! mahnen die armen Seele».
Hier auf Erden ist keine Heimath. Ein Durchgang, eine Vorhalle!
Ja, wenn das irdische Dasein nichts weiter ist, als ein Nachtquartier auf der Reise zum Vaterlande — darf man sich denn da überhaupt um das Diesseits und seine Kultur bekümmern und bemühen? Ist da nicht alle weltliche Arbeit eitel und Zettverschwendung?
O nein, denn wir find noch nicht das letzte Geschlecht, das die Station „Erde" passtrt.
Unsere Kinder, unsere Enkel und ihre Nachkommenschaft in stets breiten Schichten werde» desselben Weges ziehen, dieselbe irdische Vor- bildungs. und Prüfungsanstalt durchlaufen. Unsere Vorfahren haben uns die Pilgersteaße zu ebne», die Selbsterziehung zu erleichtern gei«d;t. Wir wären undankbare Kinder und schlechte Eltern, wen« wir nicht auch «eiter pflasterte« an dem irdische» Hinweg und weiter bauten a« der Menschheits-Schvle.
Der Vergleich mit der Schule macht die Sache klar. Dis UnterrichtSanstalten, in die wir die Juzesd schicke«, find sich nicht Selbstzweck, sondern bilden nur eine Durchgangsstatton so» der Kindheit zum wtikenden Leben. Non seholae, aed vitae diacimus; man lernt nicht für die Schule, sondern für das L-br«. Das Leben stehl siel höher, a!S die Schule. Leer wer daS Listen schätzt, wird die Schule nicht mißachten. Im Gezentheil, er wird das Schulwesen zu vervollkommnen suchen, damit der Nachwuchs in best- mözlichstrr Entwicklung in das Leben trete. Nun wohl: die Zeit ist die Vorschule zur Himmels- Universität; beim Tode wird die Reifeprüfung abgeholt; die Menschheit muß die Erdenschule immer bester au?zustatten suchen, damit dem Jenseits recht -üchtig vorgebildets Abiturienten zugeführt werden. Zu der Hochschule der unendlichen Weisheit und Tugend kann man sich nicht sorgfältig genug an Herz und Beist vorbereite«.
Also sollen der Aufblick zu den Sternen und die Umschau auf dem Friedhöfe uns nicht bloß bete» lehren, sondern auch arbeite«: wirken und schaffen mit alle« Kräften, die uns gegeben stad, zur wetteren Entwicklung deS irdischen Lebens.
Das Lebe» ist kurz, sehr kurz, und wir habe» so viel zu lerne» und u üben, um be der
strenge» Abgangsprüfung nicht gar zu unfähig und unreif dazustehen. Nutzen wir das bischen Schulzeit sorgsam aus! — Wenn die Grabsteine ich «och wieder erheben wollten und die Todten loch einmal in's irdische Lebe» zurückkehren könnte«, o, wie würden sie die nachträgliche Frist eifrig ausnutzen und mit den kostbare» Kräften und Minute» sparsam umgehe»! —
Als ich einmal den Kirchhof besucht hatte, ging ich auf dem Heimwege mit einer Wittwe usammen, die von dem Grabe ihres Mannes am. Sie hatte sich Thräne» abgewischt, aber ihr Blick war lebhaft, ihr Gang aufrecht, ihre Bewegungen kräftig. Als ich ihr meine Freude ausdrückte, daß fie in der harten Prüfung den Kopf nicht verloren, sagte die Frau: Wiffen Sie, ich hole mir immer neuen Muth vom Grabe. Da ist mir immer, als ob ich die Stimme meines Mm««s hörte: „Mutter (so sagte er stets zu mir), ich bin nun zur Ruhe gegangen, aber dir >ai Gott noch daS Leben geschenkt; du mußt nun ür uns beide auf dem Poste» sein, du mußt Vater und Mutter zugleich sei» für unsere Kinder. Weinen und Händeringen hilft nicht, aber die Augen aufmachen und die Hände regen von stüh >is spät, das wird mit Gottes Hilfe auch schon rurchhelfen." Und wenn ich -das im Herzen höre, dann trockne ich mir die Augen und freue mich, daß ich wenigstens noch Lebe« und Kraft im Leibe habe und einspringen tzkarm. Als mein Mann in den letzten Zügen lag, da habe ich verzweifelt gestöhnt, er fofl mich mitnehmen. Aber es st doch besser, daß ich erst noch etwas warte auf da» Wiedersehen; das läuft mir ja auch nichl weg. Gott hat mir das Leben nicht umsonst ge- laffen, ich will gern thun, was ich kann, und we«u die Kinder mal alle groß und versorgt find, dann nehme ich sie sämmtlich mit zu dem Grabe ihres Vaters und frage nun, ob ich meine Sache gut gemacht habe und wie es denn nun mit dem Wiedersehen gehalten werden solle. Ach, das Leben ist doch schön!"
Die wackere Frau hatte Verfiändniß für die Sprache der Gräber. Auf dem Kirchhofe soll man ernst werden, aber nicht mißmuthig. Man soll an den Tod denke», der auch uns dorthin holen wird, aber zugleich den Rest des Lebens schätzen kann. Viel ist es nicht, was uns noch gewährt ist, aber doch um so mehr müffeu wir daS bischen Frist auSzunützrn suchen. ES läßt sich noch manches gutmachen, manches nachholen, manches erreichen. Wir lebe« noch und können also noch für einen gute» Tod und ein gnädiges Gericht sorgen. Die arme« Seelen im Jenseits sind ganz auf fremde Hilfe angewiesen; uns ist noch die Selbsthilfe möglich, und das ist ei« großes Glück, wenn man es uns auSzubeute» versteht. Also hoch das gesenkte Haupt, empor de» wrhmüthigen Blick, geweckt die noch lebens- saftigen Muskeln, frisch hinein in die Arbeit für den gnädig beschiedenen Rest des Lebens! DaS ist die beste Vorbereitung auf daS Fest des Wiedersehens, das wir mit den Vorausgegangenen einst feiern werde».
Wiedersehen! Diese Hoffnung versüßt die Todesstunde und verklärt den Friedhof. Jeder Christ kann auf seinem Sterbebette die Worte wiederholen, die einst Christus sprach: liebet ei» Kleines werdet ihr mich nicht mehr sehr», und abermals über ei» Kleines werdet ihr mich Wiedersehen I Ja der Thal, es ist nur eine kleine Spanne Zeit, die zwischen dem Tode der Vor- ausgegangenen und unserer Nachfolge liegt. Höchstens einige Jahrzehnte, oft nur einige Monate oder Tage. Und auch die Jahrzehnte sind nur winzige Tröpfchen aus dem Meere der Ewigkeit. Je älter man selbst wird, desto leb- Hafter drängt sich bei den Leichenbegängnissen das Gefühl aus: dauert gar nicht lange, dann werde ich desselben Weges getragen und treffe drüben den Verwandte» oder Freund wieder.
Wer nicht an die Auferstehung und an das jenseitige Leben glaubt, für den bedeutet freilich der Tod die vollständige Vernichtung und also auch die Trennung auf Nimmerwiedersehen. Derjenige, be» man geliebt hat, existirt p ötzlich nicht mehr; sein Wesen hat sich in „Zerfall Produkte" aufgelöst, die zu nichts anderm gut sind, als die Gr de zu dünge,.! Der ganze Mensch mit all' seinen glänzenden Geistes- und Herzenseigenfchasten soll in ein jämmerliches Nichts gefallen sein! Die Begräbnißstätte, die der Christ hoffnurgsooll GotteSacker nennt, wird für de» Uvtz'ä-ibiLen zum trostlosen Leichenacker, auf dem Bäume und Sträucher fich von der gewrsenrn Menschheit «ähren. Für sie gibt es fein Allerseelentag, sonder» nur ein AllverwesungS- tag. Tie körne« kri» Lichtchen am Grabe ihrer Lieben arstecke«, da nach ihrer traurige» Ansicht kein Fünkche« 8;bei* mehr vorhanden ist. ES liegt sogar in ihrem Spiel mit grünen Kränzen und blühende» Blumen kein Tin«; sie dürften folgerichtig die Bahr« nur mit verdorrten Stengel»
„schmücken" u»d daS Grab mit dürrem Laub beschütten. Zu dieser trostlose« Todtenfeier paßt freilich der Verbrennungsofen gut; eine Urne voll Asche nehme» sie mit »ach Hause u»d sagen: DaS ist AlleS, war vo» meinem Vater oder meiner Frau rc. übrig geblieben ist; »etter gibt S nicht- mehr von dieser Person und von mir wird eS auch schließlich nichts «eiter gebe», «lS so ei» Häufchen Pulver, daS nicht mehr und nicht weniger werth ist, als wie die Asche, welche das Dienstmädche» aus dem Ofenloch kratzt!
Wie anders denkt der Christ auf dem Fried- Hofe. Er wandelt zwischen Gräbern, aber er sagt fich: Sie find nicht todt, fie schlafen n»r. Tie werd« erwache» und wir werden uns Wiedersehen.
Unsere Eltern, unsere Seelsorger und Lehrer, unsere Meister und Führer, unsere Wohlthäter und Freunde — «ein, fie find nicht vernichtet worden, sie leben fort, wen» auch der Lod ihre körperliche» Auge» zugedrückt hat; fie »erde» uns begegnen, wenn wir derselbe» WegeS gehen, und sie «erde« uns dann fragen, ob wir auch treu und brav geblieben sind. Ja, ihre voraus- gegangene Seele kan« vielleicht nach GotteS Fügung unser Wandel und unser Wirken auf Erden beobachten. Lege« wir Ehre oder Schande eia in den Augen der Elter» und Erzieher, die vom Jenseits auf uns gerichtet find?
In diesem Sedankengange wird daS Geheim- niß »o» der Gemeinschaft der Helligen lebendig und praktisch. Wir fühlen uns in fortwährender Gemeinschaft mit de» VorauSgegangenen, und der Geist der Todten schwebt belebend, anregend um uns. Die Elter« und Wohlthäter vergelte« das Gebet, das wir dankbar für fie spreche«, mit Wucherziuse«, indem fie durch geheimnißoolle Fäden ihre heilsame Einwirkung fortsetzen und auch nach ihrem Tode unS recht lebe« und gut sterben lehren.
Zu Allerseelen soll man den Friedhoftgang ja nicht versäume». Aber auch sonst ist das ei* lchöner Weg der Erbauung und Erfrischung. Besonders zu Ostern, im lebendigen Gedanken an die Auferstehung, kann man auf dem GotteS- acker Frühling feiern.
Der Dichter sagt: Neues Lebe« blüht au» den Ruinen. Wir könne« ebenso sagen: Neues Leben blüht aus den G'Äern.
Beim Heimgänge heißt H: Auf W edersehen! lieber ein Kleines! Aber die «ei», Spanne Stben, die mir noch hier deschieden, will ich red- lich auknutzen. Tüchtig leben, um gut zu sterben!
* Es ist schlimm, wenn ein Porzellan-Fabrikant seine Waare auf de« Markt wirft, wenn ein Friseur keinem ein Haar krümmen kann oder kein gute» Haar an «n» läßt, wenn ein Zimmermann alle» krumm nimmt, wenn ein Schreiner einen Stein im Brett hat, wenn ein Schuster kein Pech hat, wenn ein Gerber fich auf die faule Haut legt, wenn ein Schuldenmacher vom Hundertsten ins Tausendste kommt, wenn ein Dachdecker plötzlich herunterkommt.
* Immer zerstreut. Dienstmädchen: „O, Gott, Herr Professor, soeben wurde in unserer Straße ei» alter Mann mit Brille von einem elektrische« Straßenbahnwagen überfahren und auf der Stelle getöbtet." — „Mein Himmel, Lisette, da» bin ich doch wohl nicht ?"
* Grammatikalische». Lehrer: „Wie lautet der Plural von Mann?" — Schüler: „Männer." — Lehrer: „Und der Plural von Frau?" — Schüler: „Frauen." — Lehrer: „Der Plural von Kind?" — Schüler: „Zwillinge."
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