Einzelbild herunterladen
 

wirb etil Äafcott

Wttw«Kfi» W* l*Mlter‘3 ll'SIIW Wo MmU J. Pt*3«Hut le Jalta.

42 25a

mH dta Beilagen

„iDustrirte Sonntags-Zeitung", „Suldaer Gescbichtsblätter" und rofterie-n$re.

JulSa, Frettag, den 31. Oktober 1902.

»nur tu e«ut Wi Stftert IfSmueee edme* tu. * Qoaatf

..............

29. Jahrgang-

Wege« des Feiertags Allerheilige« wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Moutag ausgegebeu.

m Allerheiligen — Allerseelen.

Jnterefsenpolitik! Da- ist di, Anklage, die man heute im öffentlichen Leben so HL.fi- hören muß, vielfach mit Unrecht, nur zu oft aber auch mit vollem Rechte. Mit Unrecht, wenn eine hart bedrängte Volksschicht, die — sei es nun auf dem Lande oder in den Städten — hart um ihre Existenz ringe» muß und nun fich ab- müht, um wieder beffere Lebensbedingungen und größere Sicherheit für die Zukunft ihrer Familie zu erlange«. Mit Recht aber erbebt fich jene Anklage gegen diejenigen, die, mögen ste noch so sehr vom Süßere» Glücke begünstigt feie, doch immer weiter jagen und drängen, unbekümmert um die Gebote der Liebe und Gerechtigkeit, rück- fichtSlos ihre Nebenmenschen zur Seite werfend, kalten Herzens über das Loos derjenige», die bei dieser wilde» Jagd nach einem falschen Glücke z» Boden gestoßen und zertreten werde».

Nur zu sehr ist dieses Hasten und Jagen, diese rücksichtslose Verfolgung der eigenen materiellen Jntereffe» die Signatur unserer Zeit. Man hat fie — oder genauer die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts — das materialistische Zett* alter genannt. Heute scheine» wir freilich einem Wendepunkte nicht mehr so fern oder doch in einem Uebergangsstadium unS zu befinden. In der Wiffenschaft, in der wahren Wtffenschaft, hat der platte Materialismus abgehaust, und nur ein ärmlicher Epigonenthum vertheidigt »och die von Siößeren überkommenen Götzenbilder gegen wirk- lich freie und weitblickende Geister, die zur Er- kenntniß gelangt find, daß der Materialismus, der allzulange fich als der Weisheit höchste» Schluß preisen ließ, thatsächltch nur eine Verküm­merung des menschlichen Denkens, ei« Bleigewicht für die Entfaltung und Aufwärts- entwickeln«g jeder echten Wissenschaft darstellt. In der LUteratur, in der Kunst ist der Banke­rs ttdeS materialistischen Naturalismus eine nicht mehr hinwegzuleugnende, von den Mo­dernsten der Moderne» selbst anerkannte Thal- fache. Auch in der Politik macht fich immer «ehr ein Sehnen nach Befreiung von dem Uebermaße und der Alleinherrschaft der materiellen Interessen geltend. In der Sozialdemokratie sogar sucht man nach einer neuen philosophischen Grundlage des Systems, einer neuen Religio», wobei freilich der Haß gegen daS Christenthum die Suchende» in die Irre führt und zu den absonderlichsten Bor- schlSgen gelangen läßt.

Ebensowenig ist natürlich auch in den andere» Volksschichten, in de» gelehrten und gebildeten Streifen sofort das Finden des rechten Weges aus der Wüste deS Materialismus zu erwarten. Noch mancherlei Irrwege wird der menschliche Seist, der begangene Jrrthümer nie gern aner­kennt, einschlagen, bevor er den einzige», wirk-

Strandgut.

Roman von O. Elster.

4 -------- (Mtchdru« kextetea.)

Und NU» war doch das Ende da? Gerade die Schuld, welche durch ihn mit entstanden war, sollte daS Ende herbeiführe«.

SS war zum Verzweifeln. Er biß fich auf die Lippe» und zerrte an dem Schnurrbart i» heftiger, nervöser Weise.

Der alte Baron bemerkte die Erregung seines SohneS.

„Stege Dich nur nicht so auf, mein Junge," sagte er mit seinem alten, lustige« Lächeln. „Du bist ja geborgen i« des Königs Rock und für «nS ist auch gesorgt. Ei« paar tausend Thaler werde ich wohl noch herauSschlagen und dann besitzt ja Mama noch ei« kleines Kapital, das für die Schwestern bestimmt ist. Mit den Zinsen müsse« wir unS hier einrichte». Ich werde mich auch an die Adelsgenoffenschaft wende», ob ich nicht irgend eine Stellung bekomme» kann. Ich bin ja ganz rüstig und kann arbeiten." . . .

»Nein, Papa, so geht es'nicht! Wir müsse» irgendwo Hilfe finden."

,3a, daS ist leichter gesagt, alS gethan!"

In diesem Augenblicke fuhr eine elegante Equipage vor dem CasS vor. Der Diener sprang vom Kutschbocke und riß de» Schlag auf. Si» älterer Herr und eine junge Dame in elegantem Promenadenkostüm stiegen aus.

Jobst erkannte den reichen Fabrikanten Brückner

lich rettende» Weg, d. i. den Rückweg zum Ehristenthum, findet. Aber die Beobachtung läßt sich doch kaum mehr übersehe«, daß der Mensch wieder anfängt, sich auf fetee Seele zu be­sinne» und fich vorzuhalte», daß er nicht bloß dazu da ist, um Geld zu mache», zu esse«, zu trinke» und eine Jagd unedler Vergnügungen als Erholung zu betrachten. Die Er kenntniß dämmert wieder, daß der Mensch außer und über diesem armseligen und irdische» Leben, das den Meisten nichts bietet alS eine H tzjagd nach Geld und Genuß, aber voller Enttäuschungen und Elend, noch ei« höheres, ein geistige», das körperliche Dasein überdauerndes Lebe» habe« muß. Auf die Ueberkultur ist die Dekadenz ge­folgt, diese aber erzeugt Ekel und Ueberdruß an fich selbst und a« dem ganzen Sinnenleben, da­raus erhebt sich denn, wie der Phönix aus der Asche, die Sehnsucht, die uralte, die unsterbliche Sehnsucht deS Menschenherzens «ach seiner ewige« Heimath!

Wir find im Wechsel der Tage wieder in jene Phase eingetrete«, in der fich dieser Wechsel der Zeiten gleichsam widerspiegelt. Die be­rauschende Last deS Sommers, die doch auch so marche Enttäuschung gebracht hat, liegt hinter uns, wir haben zum Uebermaaß die Gaben deS Sommer» und die Flüchte, die er reifen ließ, genießen können. Nun folgt der Rückschlag. In der Natur hat fich da« Lebe» überlebt, Blätter und Blüthen finken hi«, fahl und welk, dem Moder, dem Grabe entgegen. Und wie wir dies kurze Leben begraben, erhebt fich in unS bang, aber auch verlangend und sehnsuchtsvoll die Frage: Soll nun dem Tode Alles auf immer verfallen fehl, oder verhüllt fich hinter seine» graue» und dunklen Schleiern nur ei« neues, ei« köstlicheres Leben. Die Antwort auf alle diese ernsten Frage« gibt 'uns die katholische Kirche mit den zwei Worten: AllerheUigen — Aller­seelen !

Es find mahnende und warnende Worte voll tiefen Ernstes, aber auch erbebende, stärkende und tröstende Worte voll beseligen­der Hoffnung. Sie weise» Un» hin mf jenes höhere, ewige Leben, das der Geist nfeter Zeit nach einer langen Rächt »oller I ung und Sünde sehnsüchtig sucht. Sie zeige» de m skrupel­lose» Egoisten, wie das mißachtete Sew ff en fich rächt. Sie geben aber auch Stärke dem Schwachen und stellen Allen, die sich hinauSretten wollen aus der Enge und Gebe deS materialistische« JammerthaleS in höhere und reinere Sphäre», in ein wahres nab dauerndes Glück, leuchtende Vorbilder vor Augen, denen wir nacheifern solle« und könne». Den« Friede de«, der gute« Willens 1 So mögen uns denn jene Worte, welche dir so finnreich zeitlich verbundenen Fest- und Gedenktage der Kirche im Herbste bezeichnen, Leitsterne sein für unser ganzes L den, wögen fie auch außer un« alle Menschen, die an der Festigkeit deS thönernr» Kolosses materialistischer Weltanschauung zu zweifeln beginne», lehren, den Blick zu erheben zu ewiger Klarheit: dorthin, wo die Thürme unserer Gotteshäuser zeigen; «o die verklärten Gestalten derjenige», deren irdische Ueberreste unsere Altäre bergen, Gott unschönen und preisen; und wohin mit heißer Sehnsucht, von unser» Fürvitte» begleitet.

»ab feine Tochter, welche er öfter bei Frau Antonie getroffen hatte.

Er erhob fich und grüßte höflich. Fräulein Gerde Brückner dankte mit freundlichem Neigen des hochfrifirte« blonde« Hauptes. Der alte Brückner reichte dem jnngen Offizier die Hand hinüber.

„Sieh da, Herr Leutnant," sagte er lächelnd. „Wie geht'» — wie steht'S?"

„Ich danke verbindlichst" . . .

„Stören wir oder dürfen wir hier Platz nehmen? . . .

Er wies üuf den in unmittelbarer Nähe stehenden kleinen Marmortisch.

„Ich bitte sehr, Herr Brückner" . . .

Em Gedanke schoß Jobst durch den Kopf. Der alte Brückner war Millionär — wenn er wollte, konnte er seinem Vater helfe«.

Mit chevslereSker Höflichkett rückte Jobst für Herrn Brückner und feine Tochter die Stühle herbei.

„Darf ich die Herrschaften vielleicht bekannt mache»," fuhr er fort. „Herr Brückner — Fräu­lein Brückner — mein Sätet."

Der alte Baron verbeugte fich höflich. Herr Brückner streckte ihm die Hand entgegen.

„Herr Baron — das fteut «ich ungemein, Ihre Bekanntschaft zu machen. Ihr Herr Sohn ist mit schon fett Jahren bekannt — er hat meines Vetters Wittwe wirklich in edelster Weise unterstützt. Früher kam der Herr Leutnant auch in unser Ha«S — sitzt hat er mir aber noch nicht wieder die Ehre gegeben."

„Ich «ar durch Arbeite» »rrhindert. Aber

alle jene 8eeL verla gen, die unS lieb und theuer fteb. die sitz' fich «och läutern »Affen von den Schlacken bt« E oenlebenS. Dort, ja dort oben wolle« wir unS Wiedersehen!

Berlin, 30. Oktober 1902.

4- Der jtaifer fuhr heute Vormittag um */ill Uhr beim Re«ch«kanzlet Grafen Bülow vor and hatte mit ihm eine »ehr al« V/iRAnbige Unterredung. Unter den heutigen Verhältnissen wird man jedenfalls geneigt fei«, diese Besprechung mit der Zollkrifi« in Verbindung zu bringen. Ob mit Recht, mag dahingestellt bleiben.

+ A »geordneter ZSraaöeavnrg f* Gestern Vormittag 9 Uhr ist im Krankenhaus« zu Wol­beck bei Münster in Wests, der Abgeordnete Karl Brandenburg, AmtsgerichtSrath zu Bersen­brück, in Folg« eine« schwere« Herzleidens im Alter von 68 Jahre« sanft im Herrn entschlafen. Im Jahre 1883 wurde er i« dem westfälische« Wahlkreise Ahaus - Steinfurt i« das preußische Abgeor metenhaus gewählt, dem er von da an ununterbrochen angehört hat; im Jahre 1891 wurde ihm auch das durch de» Tod Wiadthorst's erledigte ReickstagS - Mandat für Meppen über­trage». Die Crntrums-Fraklion wird ihrem nun verewigte« theuren Mttgliede ein treues und ehren­volles Andenken bewahren. Er ruhe in Friede«!

+ Der Abgeordnete Knsserman» hat schon seit einigen Tagen an de« Verhandlungen de» Reichstage« nicht mehr theilgenommen. Wie wir höre», ist dem nationalliberalen Führer vo» seinen Serzten dringend gerathen worden, den auf­regenden parlamentarischen KSmpsen einige Zeit fern zu bleiben, da sich bei ihm plötzlich die An­zeichen einer Herzaffektio« bemerkbar gemacht haben.

X Die Beschluß,ähigüeit des Aleichs- <«!<•• In d-.r .Schief. Zkg.' wird darüber ge­klagt. daß beim Hinweis auf die Rothwendigkät, den Reichstag vnuernd beschlußfähig zu erhalten, selbst aus dem zollreformfreundlichen Saget mit erschreckender Leich!Herzigkeit geantwortet werde: „DaS kann kein Mensch aushalten." DaS ge­nannte Blatt hält der Mehrheit vor:

„Man hat de« Sorte de» Beich»kanzlerS Beifall Gespendet, daß die Obstruktion die Axt an die Wurzel der parlmnentartschen Jnstitntione« lege. Ser »acht aber Obstruktion? Lind e» allein die sozialdemo­kratischen Dauer-Redner? Sehr viel mehr sind eS die­jenigen, die durch ihre» AbsentiSmu» den Reichste« zur dauernden Beschlußunfähigkeit verdammen. Diese sind es tu erster Linie, denen in'« Sewiffeu gerufen «erden muß, daß fitzt »och ganz andere Dinge auf dem Spiele stehe» alS der Zolltarif.'

Diese Mahnungen find vollkommen berechtigt und wir schließen uns ihnen durchaus a«. Da­bei wollen wir aber nicht verkenne», daß das Verlange», auf viele Monate hinaus im Reichs­tage dauernd zur Stelle zu sein, sehr weitgehend ist, zumal wen» man sich vergegenwärtigt, daß hierdurch zahlreichen Abgeordnete« pekuniäre Opfer zugemuthet werde», die fie einfach nicht

wen« Ste gestatten, hole ich meine Versäumnisse in den nächsten Tagen nach."

„ES wird unS sehr angenehm fein, — Sie find Landwirth, Herr Baron," wandte fich Brückner an den Vater Jobsts.

„Ich besitze ein Gut in Pommern," entgegnete Herr v. Wtnbhelm.

„Ja, ich weiß, Machnow. Vielleicht inleresfirt eS Sie, Herr Baron, meine neuesten landwirth- schastlichen Maschinen kennen zu lernen — ganz neue Konstruktionen. Vielleicht gebe« Sie mir einmal die Ehre."

„Sie find sehr gütig!"

DaS Gespräch wandte fich anderen Gegenstände« zu. Nach einiger Zeit empfahlen fich Herr Brückner und seine Tochter. Der Fabrikant lud den Baron nochmals ei», ihn zu besuche«.

Eine Weile faße» Vaterunb Sohn schweigend nebeneinander, jeder mit seinen eigene» Gedanke» beschäftigt. Jobsts Antlitz zeigte eine» ernste« Zug; er dachte darüber nach, wie eS möglich zu mach«« wäre, de» alle« Brückner für das Dar- lehen zu gewinne».

DeS alte« Barons Mund nmspiegelte dagegen ei« leises, schelmisches Lächeln.

„Der alte Brückner hat Geld, nicht wahr?" fragte er nach einer Weile.

„Er ist Millionär."

„Hm, ein schönes Metier."

Wiederum Schweiae».

„Fräulein Brückner ist eine hübsche Erschei- »nng — dunkelblonde« Haar, sanfte blaue Augen, stattliche Figur — wandert «ich, daß fie noch keinen Mann hat." . . .

tragen können. Darum sollte die «Schles. Ztg.", die ja fteundschaftliche Beziehungen zur Rrgierung unterhält, ihren Einfluß benutzen, um dem Bun« desrach klar zu machen, daß die Gewährung vo» Diäten an die ReichStags-Mitglieder nicht län­ger hinausgeschobe« werde» kann. Wenn Aber» bavpt noch der Versuch gemacht werden soll, eine Verständigung über ten Zolltarif zu finde« und die Obstruklion zu überwinden, so kann dies nur geschehe», wen» der Reichstag durch Gewährung von D äten in de« Stand gesetzt wird, fich dauernd beschlußfähig »« erhalten.

X Ktue NerflSudigung SSer devAoiktartf soll, wen« man verschiedene« Blätter, glaube« soll, zwischen de» Verbündete» Regierungen und de» MehrheitSpartete« „gesichert" oder doch nahe bevorstehend fein. Alle solche Meldungen find reine Reporterphantasien, und fie verdienen um so weniger Glauben, jemehr Einzelheiten fie über die Bedingungen des „Rom» promissks" anzugeben wissen. So lange man kein sicheres Mittel weiß, um den Zolltarif durch die Klippen der Obstruktion hindurch und in dis dritte Lesung rechtzeitig zu bringe», haben alle derartigen Ankündigungen wenig praktischen Werth. Wenn den Regierungen daran liegt, noch etwas zu Stande zu bringe», dann müsse« fie vor Allem durch Gewährung von Tage« oder AnwesenheltSgelder« an die Abge­ordneten die Zusammen Haltung eines beschluß­fähigen Hauses ermögliche».

X K««r an» dem ASnschen ist dis bündlerifchr ,Deutsche Tageszeitung', weil die Anträge ihrer Freund« auf weitere Mindest­zölle am Mittwoch vom Reichstag durch lieber« gang zur Tagesordnung erledigt wurde«. An­statt einzusehen, daß «ach Lage der Dinge je«« Anträge nur der Verschleppungstaktik der Linke» zu Gute komme«, wie schon der Schmerz bet Sozialdemokraten flbtr ihre Beseitigung er- west, will fie i« dem Vorgehen deS Abg. Herold eine Pceisgebung bet berechtigte« Interessen der Gärtner erblicke«. Am schlechtesten ist sie aber auf jene Konservativen zu spreche«, die unter Führung deS Grafe«Schwerin-Löwitz sich für den Uebetgaag zur Tagesordnung erklärten. DaS sei im höchsten Grade bedauerlich und befremd­lich, zumal die befeitigte« Anträge von einem Mttgliede der konservative» Fraktion gestellt seien. Dis .Tageszeitung' scheint also wegen dieses „Begräbnisses allerletzter Klasse" dm Konservative« de« Krieg erklären zu «olle». Auf die Dauer kau» eine reinliche Scheidung zwischen Gemäßigt-Konservative« und Landbüud« lern doch nicht ausbleibe». Die .Deutsche Tages­zeitung' kündigt an, daß der Vertreter deS Bundes bet Landwitthe nunmehr versuchen, bei de» bett. Positionen de« Tarifs die Erhöhung der gärt« »etischen Zölle, sowie durch eine Anmerkung zu jeder Position beten Bindung auf bestimmte Mindtstsätze anstreben werde». Die Herten scheine» nicht einzusehen, welche Freude fie durch solch« nutzlosen Anträge gerade de« de« fteihänd« lerifchk« Obstruktionsparteien machen.

A«s dem Reichstage.

•W 207. «stpwg «SA 30. Okt-brr 1906, 12 Uhr.

Der Abg. Brandend»rg-M-ppe» (Eentr.) tft gestorben, (geboren am 18. Mat 1834 in Osnabrück,

„Papa" ...

Jobst fühlte d»« Auge des Batet« mit schlau- blinzelndem Au«druck auf fich getichttt. Das Blut stieg ihm heiß in die Wange«, er ahnte, wo fei« Batet hinaus wollte.

„Laß uns gehen, mein Junge," fuhr der Baron in leichtem Ton« fort. „Man erwartet mich im Hotel — ein alter Kriegskamerad . . . kommst Du mt?"

„Ich habe noch zu thun" . . .

„Ra, denn auf Wiedersehen, heute Abend, ich erwarte Dich um sechs Uhr i« Kaiserhotel. Wtt effen bann zusammen und verabreden, «an« wir den alten Mllior är mit seiner schönen Tochter aufsuchen wollen."

Er schüttelt« Jobst mit behaglichem Lachen die Hand und schritt bann in heiterer Stimmung die Friedrichstraße hinab.

In Nachdenken versanken, verfolgte Jobst seine« Weg zur Kriegsakademie. Er wollte fich da« Bild Gerda« zurückrufen, aber stets ward es verdrängt durch eine schlanke, feine Mädchengestalt mit blassem, edlem Gesicht, bi ff en reine Stirn die dunkle Wellenlinie de« Haare» umfchmiegte und au« dem ihm zwei große, souneureiche, dunkle Augen scheu fragend entgegenblickten.

4. Kapitel.

Else saß auf dem weinumrankten Balkon neben dem Zimmer ihrer Mutter und blickte stnneud in die abendliche Dämmerung hinaa», welche sich mit leise« Schwingen auf die Stadt niedersenkte. Da« Hau», in dem Frau Brückner« Pensionat fich be­fand, lag in einer ruhige», vornehm« Straße