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Mutöa, Donnerstag, den 30. Oktober 1902.

29. Iah rgotiß,

St Mrrete 3. ParsrlUr Iw litte.

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M 251.

mit dei Beilage

THustrirfe SonntagsZeitung®,Fuldaer ßescbicbtsblättef* und rofterie*Üisf^.

-d- Wo sind die ZwangsPolitiker?

Al- es sich um dir Versuche einet parlamen­tarische» Minderheit handelte, entgegen dem Wille« der Mehrheit «nb damit auch entgegen allen parlamentarischen Srundgesetzen die Der. abschiedung der sazeeanntenlex Heintxe un- möglich zu machen, erging von einigen M tglieder« der Mihrheit im Reichstage die Anregung, man wöge eine Aender»ng der Geschäftsordnung in Erwägung ziehen. Diese Anr egurg entsprang dem Gefühle der berechtigten Entrüstung dar« über, daß eine Minderheit durch allerhand Den zwickte M«b heimtückische Winkelzüge die Grund lagen unserer Ber,affu»g zu untergraben und entgegen alle« Brauche und entgegen de« Sinne aller parlarnentartjchen Gesktzzebung der Mehr­heit de- Reichstages ihren Willen auszuzwingen suchte, und deswegen «ar ste wohl berechtigt und gut begründet. Nichts estowrniger folgte damals und auch später nicht der Anregung die Lhat. Obwohl e« sich bei der Geschäftsordnung der Reichstags doch gewiß nicht um Etwas handelt, das man als heiliges und unverlktzliches Erbtheil der Väter behandeln und nte«als a» taste« dürfte, drang jene Anregung bet den MehrheitSpa leien selbst nicht durch. Man wollte der einmal be­stehenden Geschäftsordnung gehorsam sein und geduldig die Nachtheile ertrage«, die ihr in un­leugbarer Welse anhafteten. Damals waren eS namentlich die Nattonall'-brralen und ihre Po ff;, die mit einer wahren Wuth diejenigen, die von der Aevderung der Geschäftsordnung sprachen, als schnöde Verrä'hsr an der parlamentarischen Freiheit angtiffen und sie vor dem Lande zu brandma'ke« suchten als gewaltsame und tyran­nische Reaktionäre. Heute nun sied eS national- liberale Politker und Organe, die in leidenschaft­licher Weise Vergewaltigungen des Parlamentes des deutschen Reiches fordern.

Vornan marschirt die.Nationalliberale Korre­spondenz', daS erklärte Organ der nationallibe­ralen Parteileitung, mit der Kundgebung eines westfälischen LandwirtheS, dieeine große rettend« That" verlangt.Wir bedürfen," so liest man da,einer großen rettenden That. Was lange vor dem Jahre 1848 Emanuel Seibel prophetisch ausrtef, das gilt heute wieder: Et« Mann thut «oth, ein Ntbelunaen-Enkel, daß er die Zeit, een wild gewordenen Renner mit eherner Faust beherrsche und ehrnem Schenkel re. rc." Diese wenige» Worte kennzeichnen daS Ganze. WaS will der westfälische Landwirth retten? Die Zollvorlage d. h. den mißrathenen Entwurf deS VundeSratheS.Die Zolltarif.Vorlage darf nicht scheitern," so ruft der Herr auS Westfale« aus, der auf die Erfahrungen seines »IterS pocht und versichert, daß et1848 und 1849 mit der größten Aufmerksamkeit alle Verhandlungen des eitlen deutschen Reichstages, deS Frankfurter Parla­mentes, gelesen habe." Damals hätte dieses Parlament auch de» große» Fehler gemacht, die Berfaffung eines neuen Reiches nicht einfach en bloc anzunehmen; sonst, ohne diesen Fehler, wäre wohl schon damals die Krönung eines deutschen Kaiser- erfolgt....

Eine ähnliche Tonart schlägt der nicht mehr ganz unbekannte Herr Schweinburg auS Sali-

Strandgut.

Roma« von O. Elster, t ----- (lU4bnrf >aHn.)

Doch im nächsten Augenblick« mußte Jobst über sich selbst lächeln. WaS ging ihn beim die Siebe de« japanischen Kameraden für Else au? Wenn sie ihn wieder liebte, dann war ja die Sache in Ordnung. Der Japaner war sicherlich eine gut« Parchie, und e« war ja nicht da- erste Mal, daß Ehen zwischen Angehörigen der beide« Nationen geschloffen wurden.

Und dennoch konnte er sich des peinlichen Ge­fühls mcht erwehren. Aergerlich trank et sein Slas Wein aus «nb stellte es heftiger als »öthig auf den Tisch zurück.

In leichter lleberraschung blickte Else z» ihm hinüber. Ihre Blicke begegneten sich, und eine leise, zarte Röthe stieg in den Wangen des jungen Mädchens empor.

Mama Brückner hob die Tafel auf.

Einen Augenblick bliebe« die Japaner noch. Der Rittmeister trat auf Jobst zu, u« an ihn ei«« Frage über eine dienstliche Angelegenheit zu richten.

Einen eigenartigen Gegensatz bildeten die beiden jungen Männer. Jobst, der hochgewachfeue, schlanke deutsche Offizier mit dem blonden, leicht gelockte« Haupthaar und dem etwas dunkleren empor­gesträubten Schnurrbart, den große« blaue» Auge« und dem männlich stolzen Antlitz, der Japaner, eine zierliche Puppenfiznr mit hübschem, freie«.

|te» in feine« .Berliner Polit, Nachr.' an.In einer einzigen Satzung", so verlangt es Herr Schweinburg,uöthtgeifallS unter Zuhilfenahme der Nachr, soll die von den Sozialdemokraten ge­führt» Opposition niedergkkämpft und die geplante Aenderung der Geschäftsordnung zum Beschlüsse erhoben werden. . . ."

Herr Schweinburg steht mit seinen ,Berl. Pol. Nachrichten' i« Solde de« Eentraloerbande« der Industriellen und damit der nationalltberalen Perlet von alle« politische« Parteien am nächste«. Ran irrt allo schwerlich mit der Annahme, daß die Seistesblüthen de« sogenannten westfälischen £anbeii th?« in der ,N rtionalltberalen Korrespondenz' und de» Herrn Viktor Schweinburg au« Gal'zien nahe bet einander auf einem und demselben Beete gewachsen find. Aber wie wollen denn die über­eifrigen Herren diese ihre Gewaltpolitik in Ein- klang bringen mit dem leidenschaftlichen Wider, stieben ihrer eianen Parteileute gegen alle Aenderungen der Geschäftsordnung im Reichstage zur Zeit der Berathung de« Heintze. Gesetzes, bet bet die Nationalliberale« sogar einmal den Herren Singer und Eugen Richter willige Gefolgschaft leisteten in der Obstruktion, in der Vergewaltigung der Meh'heit durch die Minderheü?

Daß die Großindustlie mit ihrer Gefolgschaft, zn der der angebliche westfälische Sandwtrth der .Nationalliberalen Korrespondenz' m't aller Gewalt diese« Tartfentwurf der Verbündeten Regierungen über Nackt" durchdrücken und zum Gesetze machen möchte, glaubt «an ihr ja gern. Der Entwurf ist ja auch ganz danach angelegt. Aber sie sollte sich hüten davor, in ihrem Uebereifer sich zu - llerhand schwülstigen Vergleichen fortreißen zu laffrn mit den Jrhren 1848 und 1849; denn durch solche Mätzchen machen sich ihre E- findet nur lächerlich. Und vor allen Dingen muß der Mehiheit der Volksvertretung gestaltet fein, ihre Stellung zur Zollfcage abznwägen «ach dem, was die Jntereffen de« ganze« Volke« erfordern, nicht allein nach den Ansprüchen und Wünschen der Großindustrie.

Deswegen darf und soll sogar dieser Entwurf scheitern, wenn e« nicht ge­lingen sollte, ihn so abzuändern, d H et die Interesse« aller Erwerbrfttnde gleich, mäßig vertritt.

® Was wird aus dem Reichstage?

So muß man j»tzt die Frage stelle», den» es handelt sich nicht mehr so sehr um den Zoll­tarif, als vielmehr um die Existenz des Reichstage-, Die Mittwoch-Sitzung bestand fast nur au« namentlichen Abstimmungen, die daS vorausgesehene Ergebntß, die Annahme der von bet Kommission eingesetzte» Mindestzölle für Vieh und Fleisch, bewirkte».

Soll daS so weitergehen? Noch etwa 940 Tarif - Positionen find zu erledige». Wenn die Sozialdemokraten, wie sie angekündigt haben, auf eine erschöpfende Berathung aller dieser Positionen bringe» u»b über alle namentliche Abstimmung verlangen werben, bann finb wenigstens 200, höchst wahrscheinlich aber nicht unter 250 Sitzun­gen erforderlich, um nur die zweite Lesung deS ZolltariseS durchzusühren. Für die dritte Lesung

hafte« Antlitz, dunkellohenden Augen und glatt anliegenden, tief schwarzen Haaren. Der Eine der kraftvollen Gestalt de« Löven gleichend, der Ander« de« gkschmeidtgen, zierlichen Jaguar, dessen Bewegungen geräuschlo«, unhörbar wie die einer Katze waren.

Nach einem kurzen Gespräch empfahlen sich dann die beiden Japaner. Jobst athmete auf und blickt« zu Els« hinübrr, di« mit dem Abräumen de« Tische« beschäftigt war, während Mama Brückner mit der Wirthschafterin da« Zimmer verlassen hatte.

Angenehme Lent«, diese Japaner", sprach Jobst leicht hin.

Wiederum erröthete Else leicht.

Sie sind sehr höflich »nd liebenswürdig in ihrem Wesen", entgegnete sie, ohne von ihrer Arbeit aufznblicke».

Vielleicht zu höflich «nd liebenswürdig", meinte Jobst trocken.Sie erinnern mich stets an die wilden Katzen, an den Panther oder onstige« Gethier."

»Ich glaube, Sie thun den Leuten Unrecht, Herr Baron."

Mag sein. Aber, meine kleine 8lse, nehmen Sie sich vor den Gluthauge« diese« zierlichen Rittmeister« »nr i« Acht!"

Herr Baron k!"

Sa ja »« Entschuldigung! Ich habe ja «i» Recht, Ihne» eine» Rath z« geben. Aber ich bi« «un einmal Ihr ältester Freund, Ihr Vor- *M»b fast kleine «se, da müsse» Sie mir schon ei» «ort |i gute halte»."

. »24 nehm« gern Ihren Rath an, den« ich weiß, daß Sie «s get mit »n« meinen. Aber ..."

wäre ohne Aendernng der Geschäftsordnung die­selbe Zeit erforderlich. Mit anderen Worten: Die grschäftsordnungSmäßige Obstruktion genügt, «m die Schlußeutscheidung übet den Zolltarif noch wenigstens 20 Monate hinauSzuschieben. Dem jetzige» Reichstage sind aber nur »och knapp 8 Monate beschleden. Ohnedies hat bi« Verabschiedung de-ZolltariseS schon mit Rücksicht auf de» Ablauf bet Handelsverträge nicht 20 Monate Zeit.

Und dar Aller unter bet Voraussetzung, daß der Reichstag in jeder Sitzung besch! ähig und in bet Lage>«, sich nur mit dem Zolltarif zu beschästtaen l DaS ist aber schon wegen deS Etats unmöglich.

Unter diesen Umstände« ist eS kein Wunder, daß alle Parteien anfange», sich mit der Frage einer Abänder»«g der GefchästSordnung zu beschäftige«. Aber wie soll eine solche Aenderung. die gerechtfertigt wäre, erreicht werden? Zumal zum The l auch eine Verfassungsänderung habet in F age kommen könnte, die nur mit Zweidrittelmehrheit zulässig ist. Vorschläge, die nicht mindestens gleichzeitig die Herabsetzung der BeschlußfähizkeitSziffer und die Aoschaffung der namentlichen Abstimmungen für Ginzel« B st'mmunyen enthalte», können von vornh rein nicht als brauchbar in Betracht kommen. Selbst­verständlich hat man sich über d ese Fragen auch i» der CentrumSsraktion unterhalten, aber be­greiflicherweise ohne positives Ergebntß.

Die Sozialdemokraten und ihre freisinnige» Schildknappen fordern ohne Zweifel di« Lang- muth und Geduld der Mehrheit aufs Aeußerste heraus. Ma» muß sich fragen: soll denn in de» Parlamenten fortan noch die Mehrheit ent­scheiden, ober solle« dir Parlamente wehrlos jeder Wllkür der Minderheit preis gegeben fein? Die Herren von der Linke», die doch sonst sich so gern als die allein echten und patentirten Ver­treter deS Parlamentarismus ausgebe«, unter­grabe« thatsSchiich die Exstenz des Reichstag-, machen ih« auf Jahre hinaus aktionsunfähig und zum Gespött der ganze» Welt, kodaß das Wort de- RttchSksuzletS, daß die Obstruktion die Axt an die Wurzel des Parlamentarismus legt, vollkommen berechtigt und wahr ist. Wir müsse» in die seht kritischen Stunde noch einmal an die bessere Einsicht und das Gewissender Linksparteien appelliren: wollt ihr um der Zollsraaen wegen da« erste Recht des Volkes, das Recht auf Vertretung seine- Willens im Parlamente, untergraben und einen BerfassungSbruch des Bundes- ratheS herauf beschwören ?

Berlin, SS. Oktober 1902.

+ Aebe Ateüorb in bet zweiten Zoll- berathung des Reichetaas und wohl auch über­haupt für alle seitherige« ReichStagSverha«dlunge« scheint dem Abgeordneten Bebel zu gebühren. Seine Rede umfaßt im amtlichen stenographische«

Aber in Herzenssachen darf ich nicht hinein­reden, nicht wahr?"

So meinte ich es nicht, Herr Baton", ent­gegnet« Els« lächelnd.

Geben Sie mit einmal die Hand, Else so. und «un sehen Sie mich an frei und offen; Sie können e8 dreist, ich bin ei» alter Bursche, kriege bald graue Haare, «ollen Sie mit versprechen. Vertraue» zu mit zu habe», wenn ja ja, s'st doch 'ne dumme Geschichte! Entschuldigen Sie mich, ich muß sott, höre da eben meinen Bursche« komme»."

Er drückte ihre Hand flüchtig und verließ hastig daS Zimmer. Erstaunt blickte ihm Else nach.

Draußen blieb der lange Jobst stehen, wir­belte den Schnurrbart rasch empor, blickte «ach dem Zimmer zurück und murmelte ärgerlich: Wenn nur diese Auge« nicht wären! Der Kuckuck soll mich holen, wen« ich nicht selbst .... ach dummes Zeug, Jobst: Du bist wieder auf dem beste« Wege, einen dummen Streich zu machen" ....

3. Kapitel.

Ei, der Tausend, Papa, Du in Berlin? Und ich wußte nichts davon?"

Auf das höchste Überrascht, blieb Jobst vor der kleinen Terrasse deS Casö Kanzlet, Unter de» Linden, stehen, und streckte dem alte« weiß- bärtigen Herr», der dort behaglich seinen Mokka schlürfte, die Hand entgegen.

Wollte soeben zu Dir fahre», mein Junge", entgegnete der alte Freiherr von Windheim. Trank nut i» Dorübergehe» eine Taff« Kaffee. Da ich Dich hier aber treffe, fo komm« hetei»,

Bericht 21 Druck-Seiten oder 42 Spalten. Bebel am nächste» kamen seine Parteigenossen Antrick mit 18 und Stadthagen mit 17 Seiten Di« einleitende Red« des Reichskanzlers «rase» Bülow umfaßt nur 4 Druckseite». Die Herren Genossen" reden schon nicht mehr Flugblätter, sonder« ganze Broschüren für die Wahlagitation. V ell-icht aber werden sich auch ihre eifrigsten Anhänger dafür bedanken, alle diese Broschüren zu lese«.

4- N-r fr-ksiauig« Avge-rdnel« Mete- Kamp, SymnasiU-vbetlehret in Breslau und preußischer Landtagsabgeordnetet, ist zum Direktor deS neue» Realgymnasiums in Schöneberg bei Berlin gewählt »nb bestätigt worden.

-p Ate Aälfte der Abgeordneten in dem neugewählten schwär zbur g-rubolstädti- schen Landtag, nämlich 8 von 16, st >d So­zialdemokraten. Sieben waren im erst«« Wahlgange gewählt, einer in der Stich vahl. Die erhofft« Mehrheit habe» die Dozialdemo- träte» also "och nicht erlangt, aber, so betont bet .Vorwärts',ohne ihre Zustimmung kan« kein Gesetz mehr gemacht werde«. Sie werde« aber hoffentlich noch im Stande sein, einige ge- setzgebert'che Reformen dnrchzuketzen, denn ein« geschloffene und entschlossene Mehrheit (?), die die Hälfte (!) des Parlaments barfteut, kann keine Regierung auf die Dauer ignorireu." DaS ist ungemein bescheide». Offenbar hat der »Vor­wärts' schon einige Beklemmungen wegen der Verantwortlichkeit, dis nun dierudolstädti« schen Gencffen zu tragen haben.

+ Km« schwere Niederlage der MolKs- partei wird aus Württemberg gemeldet. Dort fanden am Dienstag drei Landtagser­satz wähle» statt. Ravensburg wurde dabei aller Gegenagitatio» zum Trotz vom Centrum behauptet. Die Volkspartei aber verlor zwei Mandate, nämlich Vaihingen an den Bund der Landwirthe und Hellbronn - Land, wo eine Stichwahl zwischen dem Bauern- bündlet Hegelmaier und dem Sozialdemokrate» Schäffler entscheide» wird. Die Erfolge de- CrutrumS und des Bundes der LrsdrvKthe find zugleich «i»e schlagende Antwort auf die in Lr« Zollkämpfen fe beliebte Drohung mit den nächsten Reichstagswahlen. Kein Wunder, daß di« fteifinnig-demokratische« Blätter Über je»« Wahle« im kleinsten Druck an ganz versteckter Stelle berichte«!

* Aage», 28. Olt. 1902. I« der gestrig?« Sitzung der Stadtverordnete» brachte» die Herren Stadtverordnete» Dr. Schnettler und Schulte die beka»»ten Angriffe des hiesigen ersten Bürgermeisters auf be« Katholizismus bei Gelegenheit der Generalversammlung deS Evangelischen Bundes zur Sprache. Be­zeichnenderweise machte der Bürgermeister de» natürlich vergebliche« Versuch, sich heraus »»reden mll der Behauptung, er habe nur im Namen seiner evang-lische» Mitbürger gesprochen. Treffend nagelte Herr Schulte die Unhaltbarkeit dieser Anschauung fest. AuS be« Worte« des nichtkaiholi- scheu Stadtverorbneten Herrn Iah« ergab sich zudem die erfreuliche, allerdings nicht unbekannte Thatfache, daß ein sehr großer Theil der evangelische« Beoölkerusg mit dem Auf-

ich lade Dich zu einer Flasche fine Cham­pagne ein."

Lächelnd nahm Jobst zur Seite feines VaterS an dem kleinen Marmorti chche« Platz.

Bleibst doch der Alte, Papa!"

Ja, was soll man in dieser langweiligsten aller langweilige« Welten machen?" versetzte der alte Edelman« mit komischem Seufzer.Wen« man sechzig Jahre, wie ich, durch daS Leben ge- gondelt ist, wenn die Haare weiß werden u«d der Bart struppig, da bleibt da«« der fine Cham­pagne bas letzte Rettungsmittel, um die Stirn- mung etwas auffrischen."

Na, Papa," lachte Jobst,DK sieht man die sechzig Jahre «och nicht an!"

In der Thal schien die kraftvolle, elastische Gestalt des alte« Barons, fein blitzende« Auge, f«tn lebensfrohes Lachen, den Ansichten be« Alters zu spotten. A)a» leicht gelockte Haupthaar zeigte noch eine dunkle Färbung, während der stark emporgedrehte Schnurrbart allerdings schneeweiß geworden war. Indessen verlieh dieser schneeweiße Schnurrbart im Verein mit den buschige« und leicht ergrauten Augenbrauen dem gerötheten Antlitz einen frische», energischen Ausdruck, der noch durch den keck aufgestülpten graugrünen Jagd­hut mit der Auerhahnfeder erhöht wurde.

Man mußte den alten Herr« auf de» erste» Blick lieb habe», einen solch fröhlichen, liebens­würdigen Eindruck machte feine ganz« Erscheinung.

»Aber «»» sag' mit", fuhr Jobst fort,was führt Dich hierher? Bor allem aber, war machen Mama «nd di« Schwester«?"

Mama fährt fett, eine klägliche Dulderinnen- miene zu zeigen, und Deine Schwestern fertigen