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JuLöa, Dienstag, den 28. Oktober 1902.
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29. Jahrgang.
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Reklame»- und Auzeigeutheil
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IhLtigen jungen Leute betheiligt. Wa« wird aus den übrigen 4ls, die, soweit sie mit Ueber nähme gewerblicher Thätigkeit außer Bereich der Elternhäuser gekomnen find — und dar ist vielleicht bei dem größten Theile der Fall —, jeglicher veredelnden Einwirkung fast vollständig entbehren. War wird au« der Jugend auf dem Land«, woher unaufhörlich die Stadt und dar Industriegebiet
kommen. Inzwischen hat sich der Unterschied noch vermehrt und in rein industriellen Gebieten ist er «och viel größer. Dazu ist dieser Ueber- gang einer solchen Masse jugendlicker Personen in das Erwerbsleben überaus schroff.
aller Stände. Mit Recht verbreitet sich daher eine kürzlich erschienene Schrift von Arthur Dix (Die Jugendlichen in der Sozial- und Kriminalpolitik.
Stadtverordneten-Bersammlung.
Fulda, 28. Okt. 1902.
An der gestern Abend 71/» Uhr abgehaltenen Stadtverordneten-Bersammlung nahmen 26 Stadtverordnete und als Vertreter des Magistrats Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni, der 1. und 2. Beigeordnete, Herr Robert Kircher und Herr August Müller, sowie die Herren Stöhr und Veldung theil. Im Zuhörerraum hatten sich gegen 40 Personen, meist Angehörige des Gast, wirthestandes, eingefunden.
Vor Eintritt in die Tagesordnung »ahm Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni Gelegen- heft, das vom ihm redigirte und in den letzten Tagen fertiggestellte „Bürgerbuch- der Versammlung zu überreichen. In demselben sind alle Verordnungen und Statuten enthalten, die die städtischen Körperschaften ausgestellt haben. Das Buch bedürfe indeß bei neuerlicher Einführung von Verordnungen einer stetigen Ergänzung. Der Herr Oberbürgermeister erklärte, daß er noch einen zweiten Theil herauSzugeben gedenke, in dem sämmtliche Polizeiverordnungen für die hiefize Stadt — und deren Anzahl sei nicht gering — enthalten seien und daß er sich bereits mit der Dichtung des Materials befaffe. Der Vorsitzende, Herr Gegenbaur, dankte Herrn Oberbürgermttster im Name« der Versammlung bezw. der grsammten Bürgerschaft für die dar- gebrachte Gabe.
Die Tagesordnung wurde nun wie folgt erledigt.-
1) Antrag Schneider betr. Vereinigung der städt. Gas- und Wasserwerke. Herr Stadto. Schneider stellte den Antrag, daß die kürzlich abgegebene Erklärung des Herrn Oberbürgermeisters, wonach die Zusammenlegung des Gas- und Wasserwerkes in den nächste« Jahren keine größere» Verwaltung^kosten bedinge, wenn nickt ein außerordentlicher hoher Garkonsum sich einstelle, in daS Protokoll ausgenommen werde. Dem Anträge wurde mit 14 Stimmen stattgegeben.
2) Bericht des Kassenprüfungsausschusses. Die Prüfung der der Stadtkämmerei unterstellten Kaffen hat zu keiner Erinnerung Anlaß gegeben.
3) Anschaffung von SichercheitS- winden für das städtische Schlachthaus. Es sollen 6 neue Sicherheitswinden im Preise von ungefähr 1600 Mk. beschafft werden, da die alten nicht den gesetzlichen Vorschriften mehr ent- prechrn und thetlweise fehlerhaft sind. Es ent< pann sich über diesen Punkt ein« längere Debatte, die sich hauptsächlich darum drehte, ob die zu der geplanten Neuanschaffung benöthtgten Mittel aus den Schlachtgebühren zu decken oder dem Jmmo. bilienwerthe anzuschreiben seien und nur die Ber- ztnsung und Amortisation durch die Gebühren erfolgen solle. Der MagistratLantrag will allein die Schlachtgebühren damit belasten, während der Referent Herr G. J g. Schwarz de» anderen Standpunkt einnahm. Nach längerer Diskussion wurde der Antrag des Herrn Dr. Kind mit 18 Stimmen angenommen, der dahin geht, daß >te verlangten Mittel für die Sicherheitswinden »ewilligt und auf dar Schuldenkonto des Schlacht- hcuseS gesetzt werden und fomit nur die Verzinsung und Amortisation durch die Schlacht- »ebühren erfolgt. Der Antrag des Herrn Schneider auf die Ausschreibung einer «eiteren Wettbewerbes — es hatte« nur 2 Kasseler Firmen Offerten gemacht — wurde abgelehnt.
4) Beschlußfassung über die Giltig- eit der Wahl eines Stadtverordneten. Bei der Ersatzwahl für das verstorbene Mitglied >er Stadtverordneten-Versammlung Herrn Joseph Meinhardt fielen von 146 abgegebene« Stimmen 79 auf Herrn B. Trabert und 66 auf Herrn !Rechtsanwalt Justus Rang. Die Giltigkeit der ' Last! des Herrn B. Trabert zum Mitgliede der Stadtverordnetenversammlung wurde anerkannt, >a auch ein Einspruch während der gesetzlichen Auslagefrist de- Wahlresultats nicht erfolgt ist.
Der Winter steht vor der Thüre. All-nt- halbe« regt fich nun das Vereinslebsn. Möge« sich unter den Freunden des Volkes, die fich daran aus religiösen und sozialen Gründen betheiligen, auch recht viele finden, die gerade den Jugendlichen fich widmen. Jüngst haben noch der EharitaStag in München und die Katholiken. Versammlung in Mannheim die Auge« aller Katholiken auf die Arbeit an der Heranwachsenden Jugend gelenkt. Wohlan, laffe« wir es an uns nicht fehlen! Die Lehrlings-, Gesellen- und Jünglingsvereine sollen in diesem Winter »och frischeres Lebe« zeigen. Führen wir ihnen neue Mitglieder zu, helfe« wir den Kreis ihrer außerordentlichen Besucher eti-eitetn, und wenn von Semeindewege« irgendwo für die Jugend etwas geschehen kann, wollen wir die ersten sein, die dafür eintreten!
□ Pest und Hungersnoth in Indien.
Der Hochw. Bischof Gottried PelkmanS von Lahore (Pendschab) richtet an die deutsche« Katholik»» folgende Zeilen:
„Lahore, 3. April 1902, Die Pest, von welcher unsere geliebte Misfion lange Zett verschont blieb, ist ausgebrochen, in nie dagewesener Heftigkeit. Innerhalb 8 Tagen starben in Pendschab allein 21339 Personen an der Pest. Wie wunderbar Gottes Wege find! Fast möchte man sagen, Gott beabsichtige die heidnischen Eltern hinwegzunehmen, um deren Kinder der Mission zuzuführen und so im Christenthum das Heil finden zu leffen. Die beiden letzten Hungers- nothperloden brachten Tausende von Kindern de« katholische« Missionen. Ohne die Hilfe der guten, wackeren, deutsche» Katholiken hätten wir niemals so viele Hunderte armer Waisenkinder ausnehmen können, welche jetzt allesammt fromme Katholiken find. Aber ohne fremde Hilfe ist es uns unmöglich, fie mit den Bedürfniffen des Lebens zu ver-orgen, so lange, bis daß fie sür sich selbst sorgen können. Darum wende ich abermals meine Blicke auf unsere liebe« deutsche» Katho- ltken. Und ich bitte fie, uns zu helfe«, das so gut begonnene Werk zu vollenden. Jo, wenn genügend Almosen gesandt werden, werde« wir mit größter Freude «och einige Hundert Waise« mehr aufnehme«, welche ihre an der Pest gestorbene Eltern überlebt haben.
Milde Gabe« sende man an de« Hochw. Bischof Gottfried Pükmans, Lahore, Ostindien, direkr oder an den hockw. Benefiztat Dr. Jos. Göller in Bruck bei München. Als DankeS- zeichen wird den gütigen Gebern eine Ansichtskarte aus Indien zugesandt.
ständen, sei ohne Frage; er erinnere nur an daS Anirnir-Kneipwesen. Die gegenwärtige Ordnung habe nun schon über 7 Jahre bestanden und sich gut bewährt und es fei somit kein Grund zur Abschaffung derselbe» vorhanden. Auch habe der Minister in ein m vorjährige« Ertaste alle Behörden aufgefo; :-ert, bei Verleihung von Konzessionen möglichst das Bedürfniß im Auge zu behalten, und über kurz oder lang dürfte die Bedürfnißfrage zu« Gesetz erhaben werde« und fich dadurch eine eventuelle Aufhebung derselben nur interimistisch darstellen. Nach der fich in die Brette ergehenden Debatte, die schließlich noch zu persönlichen Bemerkungen führte, wurde zur Abstimmung geschrttten. Die Herren Schneider und Kimme? beantragten, den Antrag einer Kommission zu überweisen, und für das Plenum noch einen zweiten Referenten zu ernennen. Dieser Antrag wurde in alle« gegen 9 Stimmen abgelehnt. Der Antrag des Herr» Dr. Kind, die Bedürfnißfrage bei der Konzesfionser- theilung für den Ausschank von Bier und Wein fallen zu laffen, wurde mit 17 gegen 9 Stimmen angenommen. Durch diese Abstimmung wurde der entgegengesetzte Antrag des Herr« A. Schwarz gegenstandslos.
Die beiden Punkte 9) Verkauf eines Grundstückes an die Erseubahnverwaltung und 10) Erwerb eines in die Straße fallenden Grundstückes sollten in geheimer Sitzung berat Herr werden, die aber wegen der vorgerückt n Stunde nicht mehr stattsand. Schluß der Sitzung 10 Uhr 45 Minuten.
t »«»en Zufluß an jungen Menschen erhält?
Gewiß kann surch Gesetzgebung und Verwaltung »och viel zum Schutze und zur Hebung der Jugendlichen geschehe». Auch würde eine Befreiung der kirchlichen Seelsorge der Welt- geistliche« und Ordensleute von den hemmenden staatliche« Feffeln von fruchtbarer Arbeit sür die stttliche Hebung der Jugend begleitet sein. Aber wir dürfen inzwischen nicht die Hände »üßig in de» Schooß lege» u»d abwarte», ob und wie die StaatSaewalt und die leider häufig sozialpolitisch so rückständigen Gemein! everwal- tunge» ei«greife«. Was wir an Mitteln heute schon haben, daß find wir der Jugend von 14—ao Jahren, auf die eS bei der Heran- bUdung eines geistig und sittlich sowie gesundheitlich hochstehenden Geschlechtes vor allem ankommt, zu bieten schuldig.
[] Die Jugendlichen.
Man spricht heute von einem „Problem der Jugendlichen", daS die Entwickelung unserer sozialen und wirthschaftlichen Verhältnisse dem Sozialpolitiker in Staat und Gemeinde, dem Dolkserzieher, dem Richter und Seelsorger gestellt hat. Massenhaft strömt das junge Geschlecht an Orten zusammen, an denen eS der Einwirkun, deS Elternhauses und eines Lehrherrn so gu wie vollständig entzogen ist: in die Industrie- zentren und die Großstadt. Schon vor einem Jahrzehnt' standen in Berlin fast genau ebenso viel Personen im Alter von 15—20 Jahren, wie in dem von 0—5, während im ReichSdurchschnit auf das Alter von 0—5 Jahren 14 Proz., au das von 15—20 Jahren aber nur 11 Prozent
Jena, Gustav- Fischer 1902, 8° 89 ©.), auf welche wir zugleich empfehlend Hinweisen, über eine Strafrechtsreform für jugendliche Verbrecher, über die Gesetzgebung betreffend Fürsorgeerziehung, über die Regelung de« Lehrlingr- wesens, die Fortbildungsschule, die Ar- beiterschutzgesetzgebung und die verschiedenen privaten Veranstaltungen zur Unterhaltung und Belehrung der Jugendlichen. An letzteren find, wie der bekannte gemeinsame Erlaß der drei Minister für Kultur-, Handel und Gewerbe und Inneres an den Regierungspräsidenten (1901) aus führte, höchstens 20 pCt. der gewerblich
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Daß die Klagen über die Kriminalität der Jugendlichen zunehmen, ist eine der traurigen Anzeichen der Gefahren, in welche ei» so großer Theil unseres Heranwachsenden Geschlechtes ge- k kommen ist. An 50 000 Personen im Alter von
5) Beschlußfassung über be» Ent- wurf einer Ordnung betreffend das Gewerbegericht zu Fulda. Es handelt sich nur um die Aenderung einiger Formalien des Entwurfes, gegen welche fich zur Zeit der Aus- legung kein Widerspruch erhoben hat. Ein Antrag des Herrn Dr. Kind, daß die Abänderung der Ordnung nochmals einer Berathung durch eine Kommission unterworfen werde, wurde an- gl ommen; der Kommission gehöre« die Herren Euler, Falke, Reith und Simmet an.
6) Bewilligung der Kosten für Anschluß eines Fabrikgrundstückes an die städtische Gas- und Wasserleitung. Die geplante Leitung soll für die zwischen der Bebraer und Oberheffischen Bahn zu erbauende Fabrik des Herrn Fabrikanten Eickenscheidt dienen. Die Kosten belaufen sich auf rund 4000 Mark. Herr E ckenscheidt verpflichtet sich hingegen für die Zeit von 10 Jahren jährlich für 400 Mark W, ffer und für 300 Mark Gas für seinen dortigen Neubau zu entnehmen. Die Vorlage wurde genehmigt. Im Anschluffe hieran bemerkte der Herr Oberbürgermeister, daß in dem genannten Gelände vrrmnthlich noch eine weitere Fabrik erstehen werde.
7) Bewilligung der Mehrausgabe für Mehrstunden eines Lehrers der Oberrealschule. Es werden 225 Mark gefordert, die Herr Lehrer Hohmann für die geleisteten Mehrstunden eines Schulhalbjahres zu beanspruchen hat. Der Betrag wurde bewilligt.
8) Antrag Dr. Kind und Genossen auf Aufhebung der Ordnung oom 11. November 1895 betr. den Betrieb von Sastwirthschaften. Der Antrag geht bekanntlich dahin, die Erlaubniß zum Ausschänken von Wein und Bier nicht mehr von dem Nachweise eines vorhandenen Bedürfniffes abhängig zu mache«. Dabei bleiben natürlich die Bedingungen, die von Seiten der Polizei sür die Erthrilung einer Konzession gemacht werde», wie Einwandöfteiheit der Person des Wirthes und Innehaltung der baupolizeilichen Vorschriften, bestehen. Der Referent, Herr Dr. Kind, begründete in ausführlicher Rede den von ihm eingebrachten Antrag. Derselbe fei ein Resultat reiflicher Urberlegung. Den ersten Anstoß zu dem Anträge habe die horrende Preissteigerung der mit den Konzessionen belegten Gebäude gegeben, die sich oft bis zum 4- und 5'achen Betrage des reellen Werthes erstreckt habe. Aber der Antrag allein spreche schon für sich selbst, indem die dagegen erhobenen Einwände leicht zu zerstreuen seien. Zunächst werden Völlerei und Unstttlichkrtt keineswegs durch die Aufhebung der Bedürfnißfrage gefördert, indem nach wie vor das Veto in dieser Hinsicht der Polizei vorbehalten bleibe. Der übermäßige Genuß geistiger Getränke sei völlig unabhängig von der Bedürsniß- srage. In ben letzten brei Jahren entfielen aus den Kopf der Bevölkerung Fuldas jährlich 132 Liter Bier (unter bloßer Berücksichtigung der Brausteuer nur 103.7 Liter) und in ganz Deutschland 124 Ltter. Hieraus sei der Schluß zu ziehen, daß die Bedürfnißfrage die Menge des Angebotes nicht hat zu unterdrücke» vermocht. MU Polizeimaßregeln könne man ben Konsum nicht verringern, da müßten moralische Einflüsse ihre Wirkung thun.
Es sei zuzugeben, daß eine Vermehrung der Wirtbschaften in der ersten Z-it rach Aufhebung der Bedürfnißfrage stift finden würde, indeß wie jedes Gewerbe fich selbst repulire, so auch in diesem Falle, und wen» alle Gewerbe frei find, warum nicht die des WirthschoftSbetriebes?
DaS Verdienst der Wirthe sei heutzutage sehr schlecht bestellt, hauptsächlich wegen der hohen Miethpreise, die die Wirthe als Pächter den Brauereien zu zahle« haben; diesen letzteren fließe der meisteGewinn zu. DieBrauereien müßten solche Riesenpachtpreise verlangen wegen der hohen Bewerthung der Wirthschaften, die hinwiederum eben durch die Bedürfnißfrage gezeitigt werde, und so habe man den reinsten circulus jitiosus. Wenn auch nun eine Vermehrung der Wirthschaften die Folge der Annahme des Antrages fein würde, so sei zweifelsohne auch ein rapides Fallen der Miethpreise und somit eine große Erleichterung für die Wirthe die unausbleibliche Wirkung, womit auch der immer mehr um fich greifenden Eentralifirung des Kapitals entgegen- getreten werde. Schließlich verlas Herr Dr. Kind noch die Emgabe des Sastwirthevereins für Fulda und Umgebung, worin um Aufrechterhaltung der Bedürfnißfrage petttionirt wird.
AlS birette Gegner des in Rede stehenden An- trage« «ahmen nur die beiden Herren A. S ch w a r z und G. Jg. S ch w a r z daS Wort. Herr A. Schwarz bemerkte, Herr Dr. Kind habe die Zustände gezeichnet, wie fie jetzt liegen, aber von der unsichere« Zukunft geschwiegen. Daß eine ganze Reihe von Mißständen einreißen würde, wenn Thür und Thor im Wirthschafts-Gewerbe offen
mit Ui Beilagen
IDustrirte Sonntags-Zeitung*, „Suldaer Gesd
* Die reiche Braut. Dame: „Ihr Antrag ehrt mich sehr, mein Herr, aber ich muß mir vier Wochen Bedenkzeit ausbitten!* — Bewerber (unangenehm überrascht): „Gott, waS vor e Zinsverlust!"
♦ Na ja! Malerin: „Nun, Herr Leutnant, haben Sie nicht auch Liebe zur Kunst?* — „O, Jnädigste, «nsereinS hat mehr Kunst zum Lieben."
eituna
Rabatt
12—18 Jahren werden jährlich gerichtlich be- ■ straft, und die Zahl steigt fortwährend sowohl an sich als auch im Verhältniß zu den gesummten Bestrafungen. Dabei wächst auch die Zahl der ■' Rückfälle. Von den 5503 ZuchthauSgefangenen, i welche im Jahre 1901 in Zugang gekommen find, waren 1495 bereits vor dem 18, Lrbens- I jahre bestraft. Mehr als 10 Prozent von diesen 5503 Personen sind bis zum 14. Lebensjahre nicht im Elternhause erzogen worden; 2832 hatten keine oder nur mangelhafte Schulbildung, bei 300 fehlte diese vollständig. Die Volksschule hatten 2585 besucht, höhere Schulen 86. Von 5503 Zuchthäusler» kamen allein aus Ost- und Westpreußen, Posen und Schlesien 2355, woraus sich ergibt, daß ein unverhältnißmäßig großer Prozentsatz aus de« Gegenden mit ben unglücklichsten und unzulänglichsten Volksschulverhältniffen kommt.
In diesen Zahlen ist schon angedeutet, auf welchen Wegen man dem „Problem der Jugendlichen" begegnen muß. Die zahlreichen jugendlichen und gewerbrmäßigen Verbreche« finden dort ben breitesten Boden, wo die Erziehung in Schule und Familie fehlt. Nur von der Förderung der Er- ziehuna und Bildung ist hiernach eine Besserung zu hoffen, Bei den Maßnahmen, die in dieser Hinsicht zu treffen find, müffen aber alle Mitwirken : Gesetzgebung und Rechtsprechung, Kirche und Gemeinde, Arbeitgeber und die Jugendfreunde
Fuldaer