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M 249.
JuLöa, Dienstag, den 28. Oktober 1902.
29. Jahrgang.
© Südafrika
macht de» Engländer» noch immer schwere Sorge». Es stellt sich immer mehr heraus, daß das Land noch lange nicht so beruhigt ist, daß man eine baldige Vernarbung der von dem langen und blutigen Kriege geschlagenen Wunden erwarte» dürfte. Ging doch sogar aus einigen Meldungen der letzten Tage hervor, daß noch immer einzelne kleine Fceischaren unversöhnlicher Kapbure»,denen sich auch Oranje, und TranLoaalburen angeschlofse» haben sollen, den Westen der Kolonie» unsicher machen. Deshalb ist natürlich keineswegs an eine neue Erhebung des Burexoolkes zu denke», u»b wir find daher weit entfernt, dem Auftreten jener vereinzelten Freischaren allzuviel Gewicht beizu- legen. Biel schwerwiegender find die wenig tröst' lichen Nachrichten über die tiefgehende Verfeindung zwischen den verschiedenen Elementen der südafrikanischen Bevölkerung. Während auf der einen Seite die Buren mit Recht Hilf« fordern zum Wiederaufbau ihrer Farmen und sich zu vergewissern wünschen, welche rechtliche Stellung sie selbst, ihr Volksthum und ihre Sprache in den neuen englischen Kronländern einnehmen sollen, eifert die „loyale" Bevölkerung in dem Goldminengebiet vo» Johannesburg gegen jedes Zuseständniß an die Buren. Jene, großen- theils höchst zweifelhafte Gesellschaft, die durch ihre Agitation in England den Krieg hanplsäch. lich müverschuldet hat, möchte sich nun für alle Zeiten die Uebermacht in den neu n Kolonie« sicher« und bekämpft daher jede Maßregel, durch welche die Bure» wirthschaftlich wieder etwas gehoben oder rechtlich einigermaßen gesichert werde« könnten.
Auf ihrer Seite steht der Generalgouoerneur Miln er, ser nichts unversucht läßt, um die Londoner Regierung gegen die Buren scharfzumachen, umsomehr aber dahin arbeitet, daß die sehr gemischte Bevölkerung des Goldgrubenge- birtes bevorzugt werde. Er hat daher auch die «eue Minen steuer bekämpft, hiermit aber kein Glück gehabt. Mil«er ist überhaupt derjenige, welcher die einseitigste und schroffste Politik gegen- über den Buren vertritt und in diesem Sinne auch auf die Verwaltung der ältere« englischen Kolonien in Südafrika, also namentlich Natal und Kaplaud, einzuwtrken sucht, obwohl ihn diese doch wahrlich gar nichts a»gehen.
In dem leitenden Staatsmann der Kap- kolonie, Sir Gordon Sprigg, hat er bei diese« Bestrebungen einen Gegner gefunden, der ihm mit anerkennenSwerther Entschiedenheit ent- gegentntt. Sprigg war zwar selbst das Haupt der englischen, burrnfeindliche» Partei in der Kapkolonie, aber er überragt seine Landsleute und Parteigenoffen weit an kluger Voraussicht. Darum widersetzte er sich allzu großer Strenge und bekämpfte namentlich auch entschiede« die Forderung, in der Kapkolonie die Verfaffung aufzuheben, um so die holländische Bevölkerung, die seit den letzten Wahlen die Mehrheit im
Strandgut.
Roman von O. Elster.
-------- (Nachdruck eerbeten.)
1. Kapitel.
„Gute« Morgen, Mama Brückner! — Da wäre« wir wieder einmal in dem alten Heim angelangt.-
Mit diese» lachend und herzlich gesprochene« Worten eilte der junge» in einem eleganten Reiseanzug gekleidete Herr auf die ältliche Dame zu, die sich trotz ihrer Korpulenz leicht und rasch von dem Sessel an dem Schreibtische erhob und dem Eingetretenen freudig die breite, fleischige Hand entgegenstreckte.
„Herr Baron — welche angenehme Hebet- raschung!" sagte sie mit leichtem, rheinische« Accent ix ihrer wohllautende«, etwas tiefen Stimme. „Woher kommen Sie denn?"
„ Geradewegs vo« dem Regiment, Mama Brückner,- entgegnete der junge Mann lachend, indem er ihr die Hand herzlich schüttelte. „Ge- radewegs vom Regiment, um hier in Berlin die Kriegs - Akademie zu besuche«. Wie, Mama Brückner, das hätte« Sie in dem flotten Offizier vo« den blaue» Bonner Königshufare» nicht ver- muthet, daß er noch einmal direkt auf die breiten, karmoifinrothen Generalstabs-Streifen i» den Beinkleider« losginge?"
„Nun, nun, Herr Baran, Sie waren van jeher begeistert für Kunst und Wissenschaft."
„Weiß der Himmel, das war ich! Woher ich'S nur habe! Bon meinen Eltern und Groß-
Knppailameut hat, rechtlos zu machen. Den» sei« Ziel ist nicht die daue^de Verhetzung, sondern die Versöhnung der beiden Volk stämme. Bei seinen Parteigenc-ffe» fand er dafür kei« Verständniß, und so kau» man jetzt in Süd- afrika das seltsame Schauspiel beobachte», daß er» leitender Staatsmann mit seiner eigenen Partei im Kriege lebt und mit seine» urspküng- lichen Gegnern, nämlich dem holländischen Asrtkanderbond. Hand in Hand geht.
Bisher hat nun, was ma» von Joö Chamberlain nicht erwartet hätte, dieser die Partei Svriggs ergriffen und die Anschläge M iners und dessen Gesinnungsgenossen auf die Verfassung der Kap Kolonie und vie Gleichberechtigung ihrer Bewohner zu nichts gemacht. Nun kommt plötzlich die Nachricht, daß Chamberlain eine längere Studienreise nach Südafrika antritt (stehe Ausland. Die Red.), um sich periö-ilich vom Stande der Dinge zu überzeugen. Es kttngt verdächtig, daß der,Gtandard' betont, Milner sei mit dieser Reise Chamberlains einverstanden. Aber das ist vielleicht nur ein Ma» ö ver, um Sprigg und dessen Anhänger mißtrauisch gegen Chamberlain zu mach n. Wahrscheinlich, ja ficher kann mau ebenso gut sagen, daß Sprigg mit @40» bei- lains Reise einverstanden ist. Es bleibt also ganz eiifach abzuwarten, wer in Südafrika Herr« Cyamberlain besser zu überzeugen weiß, Milner oder Sprigg. Da, wie man hört, auch dir Buren-Generäle ihre Rückkehr nach Südafrika beschleunigen, so darf man erwarten, daß in Afrika selbst, nicht ix London, dir Entscheidung über dir fernere Behandlung der Buren falle» wird. Man kann nur im Interesse der Exgländer selbst wünschen, daß diese Entscheidung im Sinne einer weisen und gerechte» Versöhnlichkeit falle« möge.
Berlin, 27. Oktober 1902.
+ Die Htellnxg de« chrafe« ASlow sollte nach einem Klatsch der nationalliberalen .Rhein. Wests. Ztg/ beim Kaiser erschüttert feix. Wir haben diese unsinnige „Enthüllung- gar nicht erst erwähnt. Inzwischen ist sie denn auch bereit« offiziös mit erfrischender Grooheit abgethan worden. Eine noch kräftigere Widerlegung bildet die auf die Initiative des Kaisers selbst erfolgte Theilnahme des Kaiserpaares an einem Diener im Reichskanzlerhause am gestrigen Sonntag.
+ Ium deutsche« Botschafter in Wie« an Stelle de« kranken Fürsten Eulenburg ist nach einer Münchener Meldung de« »Tag' der derzeitige preußische Gesandte in München, G.af v. Mont«, anrersehen, al« desir» Nachfolger in München der eben erst zum Botschaft«rath in London ernannte bisherige Legati»»«ralh bei der preußischen Gesandtschaft in München Graf Bernstorff bezeichnet wird. Man wird die Bestätigung dieser Angaben abwartm müssen.
eitet«, die feit Jahrhunderten auf bet Klitsche in Pommern fitze«, wahrhaftig nicht. Es muß wohl die Lust fein, die ich in Düsseldorf und Bonn am schönen Rhein geathmet habe, und bann der Umgang mit Ihrem verstorbenen Gatte», dem hochberühmten Maler Rudolf Brückner."
„Sie erinnern fich seiner »och immer, Herr Baron?" fragte Frau Brückner gerührt.
„Einen solchen Mensche« vergißt man doch so leicht nicht. Aber waS ich sage« wollte, Mama Brückner, ich kann doch hier wohnen?"
„Selbstverständlich, Herr Baron. Für Sie ist stets, ein Zimmer bereit, und wenn ich dem japanische» GesandtschaftS-Attach« kündige» sollte, der feit einem Vierteljahre bei mir wohnt."
„Ei, der Tausend, Mama Brückner, Sie scheinen ja sehr vornehm geworden zu sein! Ei» Gesandtschafts-Attachö . . . das ist ja ei« großes Thier. Da sind auch wohl die Preise der Zimmer vornehm geworden?"
„Für Sie gilt stets der alte Preis, Herr Baron," entgegnete Frau Brückner lächelnd.
„Das ist gut — ich acceptire. Wisse« Sie, Mama Brückner, ei« Husarevleutnant, dessen Batet pommrtschet GutSbefitzet ist, hat nicht viel zu verschwenden. — Aber das muß ich sagen, es hat fich bei Ihne« i« den drei Jahren, seit ich nicht hier wat, gewaltig viel verändert. .
@t sah sich mit leichtem Erstaunen in dem eleganten, geschmackvoll auSgestatteten Zimmer um, das ebenso sehr de« Charakter eines Damen- saloxs besaß wie den eines behaglichen Wohn- und Arbeitszimmers. Ein großes Eichexbuffett mit mächtigen Schnitzereien nahm fast dir eine Wand des Zimmers ein; ihm gegenüber stand |
+ Avgeordueler Ar. A«jm «nb ber A««b ber Aanbwirthe. Im Reichstage hat Dr. Heim bekanntlich mitgetheilt, daß er s. Z. von den Bündlet» schriftlich beschworen wurde, die „elende Flottexpolitik" zum Scheiter« zu bringe». Trotz direkter Aufforderung haben die Bündlet weder im Reichstage noch ix ber Presse es für gut befunden, zu dieser Beschuldigung einer eigenartigen Jntrigue sich zu äußern. Jetzt versichert die sozialdemokratische.Münchener Post', daß es der Direktor beim Bunde, der Abgeordnete Dr. Diedetich Hab» gewesen sei, ber jene Aufforderung an Dr Heim gerichtet habe. Wir wollen sehen, ob fich die Bündlet auck j tzr noch nicht brqaemen w irden, übet die Sache reinen Wein einzuschenken
+ Im preußische» La«bt«g»waHIÜeeife Amben Aorbe« muß eine Ersatzwahl statt- finden, da da« Mandat de« jetzigen fieitonfer- vativ n Vertreter« dieses Wahlkreises, Amirgerichts- raih Menge, durch Beförderung zum Kammergerichtsrath erloschen ist.
*ZudetIarfchmS«zee- «xb KriefmarLen- fakschvngsvffaire berichtet dieser Tage das ,Berl. Tageblatt' eine Mittheilung, wonach am 19. b. M. in Staßfurt eine weitere Verhaftung erfolgt sein soll. Im Besitze eines von ber Polizei verhaftete» Fremden sollen große Mengen Falsifikate gefunden worden fein; die bisher verhafteten Fälschet sollen oestavden baden, seit zwei Jahre» Falsifikate von 80000 Mark in mehr als vierzig Städten Deutschlands untergrbracht zu beben. Dazu schreibt die halbamtliche ,Berl. Corr/: Diese Nachricht ist in allen Stücke» falsch. Die Briesmatkenfälfchet find gleich bei den ersten Versuche», die Briefmarken uvterzubri en, abgefaßt worden. Die Zahl ber an Zahlungs- statt i«S Publikum gelangten Briefmarken beträgt etwa 1500. Die meisten dieser Marke» sind bei den Inhaber« beschlagnahmt worden.
. . Nerki«, 27. Oki. 1902. Der Kaiser hörte beute Borwittag im Neue« PalaiS den Beitrag des Landwinhschaftsminister- e. PodbielSki im Beisein des Thiergartendirektors (Seltner und den Vortrag des Stellvertreters des Ghefs deS Civilkabinets, Geh. Re- gierungsrathS v. Balentim. — Zum diesjährige» Kaiserbesuche in Oberschlesien erfährt die ,Poft', daß der Monarch nach neuerer Bestimmung am Montag, 1. Dezember, in Groß-Strehlitz eintrifft, am Tage darauf an den Jagden im Revier deS Grafen von Tschirschkq- Renard theilnimmt und am 3. Dezember von dort »eiterreift. «orauSstchtlich wird der Kaiser auf diesen JagdauSflügen vom Kronprinzen begleitet fein. Um die erwähnte Zeit findet, dem Vernehmen »ach, auch die Einweihung der Sörlitzer RuhmeShalle in Gegenwart deS Kaisers statt, die ursprünglich für den 28. November in Aussicht genommen war. — I« Anwesenheit deS Kaisers findet am 6. November, Mittags 12 Uhr, im Exerzierhause der ersten Matrosendtvifion in Siel die Bereidtgung der Marinerekruten statt. — Der Kronprinz wird, wie die ,Potsdamer Korr.' schreibt, nach Bollendung seiner Studien in Bonn längere Zeit aktiven Dienst bei der Kavallerie thun und zum Rittmeister und Ehef der Leib-ESkadron deS Regiments ber Garde du EorpS, welche jetzt von dem Rittmeister Grafen zu gqnar befehligt wird, ernannt werden. Hierauf wird der Kronprinz bei der königlichen Regierung in^PotSdam durch den Oberprästdenten Dr. v. Bethmann- Hollweg in den BerwaltungSdienst «ingeführt werden und alsdann als Major und Bataillonskommandeur beim 1. Garde-Regiment z. F. Dienst thun. — Heute Mittag wurde das neue pharmazeutische Institut der Berliner Univerfität in Gegenwart des Kultusministers Dr. Stuvt und zahlreicher «ertreter der Medizin, ■MMaa——mwm eine Bibliothek in bemfelben Stil gehalten. Ein breite« Paneelfopha mit Plüschbezug unb einige bequeme Sessel luben »eben bem große« Doppelfenster zum Sitzen ei», ein großer, runder Tisch mit eichenen Stühlen, bereu Sitze auS Leber ge- preßt wäre«, werthoolle Stahlstiche und Oil- gemälbe an den Wänden,, kleine Tischchen unb niedrige Puffs vervollständigte« die geschmackvolle Einrichtung. Ein dichter Smp:na-Tepp!ch bedeckte den Fußboden, und von der schwere» Stuckdickr hing ein prächtiger Armleuchter aus Cuivrepoli herab. In einer Nische stand der mit Schreibereien und Wirthschaftsbüchern bedeckte Schreibtisch Frau BrücknerS; an diese Nische schloß sich ein kleiner, ganz von wildem, Wein überwachsener Balkon, welcher, mit zierlichen Balkonmööel» auSgestattet, ein lauschiges Plauder- eckche« bildete. „Der Segen des Himmels hat auf meiner Arbeit geruht," sagte Frau Brückner ernst. „Doch nächst dem aügütigen Gott verdanke ich es Ihne«, Herr Baron, daß ich soweit gekommen bin."
„Aber Mama Brückner — mir? — Einem arme» Leut»ant."
„Ja, ja, sträube« Sie fich nur gegen meinen Dank. Aber ich vrrgeffe eS nicht, wie Sie mir zur Seite standen, als mein armer Man» starb und mich und unsere Kinder ohne jegliche Mittel zurückließ. Ich war der Verzweifelung nahe; meines Mannes Verwandte« wollten mir zwar helfen, aber auf ihre Wrise — ich aber wollte auS meinen Kindern gebildete Menschen erziehen, die dem Namen ihres Vaters Ehre machten. Unb Sie, Herr Baro», staube» mir zu Seite. Sie halfen mir über die ersten Schwierigkeiten
Chemie unb Pharmazie feierlich eingeweiht. Direktor Professor ThomS hielt die Festrede.
* £5$*, 27. Okt. 1902. Dieser Tage fand hier eine Versammlung des CrntraloorstaxdeS des Afrikavsreins deutscher Katholiken statt, i» welcher die Mitglieder deS Verwaltung-» ausschuffes und Vertreter auswärtiger Diözesan» vereine iheilrtahm?«. Der Vorsitz-r.de deS Ver» waltungSauSschussrs, Justizrath CustodiS, ge» dachte i» bewegten Worten des verstorbenen Ehrenpräsidenten des Vereines, des Herrn Erz» bischof« Dr. Hubertus Simar, der trotz der außer» ordentlichen Last von Arbeiten und Sorge« mit regem Interesse an der Thätigkeit des Vereine- Antheil genommen, fodax» des durch seine Ernennung zum Landgerichts prästdexten in Aurich guSgeschiedexe« Herr« ReichenSp-rger, der von Anfang an dem Verwaltungsausschuffe angehört und seit 1892 die G-schäfte desselben mit große» Eifer geleitet habe. Nach dem von Herrn Bank» direktor Elkan erstattete» Kassenbericht find ein» gegangen im Ganzen 67 678 22 Mk. darunter aus der Diözese Fulda 2887 Mk. Die Ausgabe« betrugen 80 846 Mk., darunter 11481,76 Mk., die nach der Intention der Spender zu bestimmte« Zwecken verwendet wurde», ferner 1185,67 3tL für Druckkosten der Vereinshefte, 65,55 Mk. für Unkosten. Nach dem Revisionsbericht des Herrn Dr. Sonnenschein wurde dem Schatzmeister unter dem Ausdruck des lebhaftesten Dankes Entlastung ertheilt. Hierauf berichtete Domkapitular HeS- perS über die katholischen Missionen in den deutschen Schutzgebieten. Er legte der Versammlung eine Uebersicht der Stationen und des Personals sämmtlicher apostolischer Vikariate unb apostolischer Präfekturen vor unb verbreitete sich über die Thätigkeit der MifsionSgesellschasten in dem Berichtsjahre 1901—1902 Im Anschluß an diesen Bericht beschloß der Centralvorstand, eine Summe von 60,000 Mk. an die in den deutschen Schutzgebieten thätigen MisstouSgesell» schäften: Väter vom hl. Geist, Trappisten, Benediktiner, Weiße Väter, Pallotiner, Sieglet Missionare, Oblaten, Missionare vom hl. Herzen Jesu, Maristen, Kapuziner, unter Berücksichtigung der Anzahl der Stationen unb Missionare zu ver» theilex.
• ZMustrr, 27. Okt. 1902. Die Raat«» wissenschaftliche Fakultät hat den Reichskanzler G r a f e u B ü l o «sowie den Kultusmini fier S t u b t zu Ehrendoktore« promovirt.
Q Wikbparü, 27. Okt. 1902. Heute Nachmittag traf der Kronprinz von Dänemark hier ei«. Zum Empfange waren auf dem Bahnhöfe anwesend der Kaiser, die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen, daS Hauptquartier, die Potsdamer Generalität, die dänische Gesandtschaft, Staatssekretär von Richthose« und Polizeipräsident von Bernstorff. Die Begrüßung der hohen Herrschaften war sehr herz» lich. Die »Nordd. Allg. Ztz.' schreibt zu bem Besuche: Der Kronprinz oo» Dänemark trifft heute alS Gast des Kaiser paares in Potsdam ein. Die Nachricht von diesem willkommene» Besuch wird als Zeichen vortrefflicher Beziehungen zwischen dem Kaiserhause und der dänische» Königsfamilie umsomehr allseitig mit Genug» thunng begrüßt werden, als bekannt ist, daß der
hinweg, ja, Tie waren es, der in mir jene Thaikraft erweckte, welche jetzt so gute Früchte getragen hat! . ."
„Vielleicht hätte das auch ein anderer gethau," fuhr Frau Brückner mit dankbarem Aufblick zu dem jüngex Osfizier fort, „aber daß Sie mir, der unerfahrenen Frau, lehrten, wie man ein solches vornehmes Pensionat einzurichten und zu verwalten habe, daß Sie mir sogar die Mittel gewährten, mich rinzurichten, daß Sie meine» Eifer, meinen Fleiß, meine Thalkraft, mein Selbstbewußtsein zu wecken wußten, daS Herr Baron, vergeffe ich Ihnen niemals."
„Aber du lieber Himmel, Mama Brückner, was habe ich denn gethanl Daß ich als Ihr einziger Zimmerherr Sie an einige Freunde empfahl, sodaß diese ebenfalls bei Ihnen mieteten? Daß ich dafür sorgte, daß Ihre Arbeit, Ihre Mühe, Ihre Zimmer Ihnen auch anständig be» zahlt wurden, ist dar so etwas Großes?"
Sie reichte ihm beide Hände, die er läckelub küßte.
„Kein Wort weiter, Mama Brückner," entgegnete er mit leichter Rührung. „WaS ich ge- than habe, habe ich auch für mich gethau. Schuf ich mir doch hier in dem großen Berlin, wo ich damals als blutjunger Offizier bei den Garde. Dragonern stand, ein behagliches Heim, das mich traulich umfängt, so oft ich »ach Berli» komme. Und dann — war ich Ihrem Gatten nicht Dank schuldig? Wie manche frohe genuß- unb lehrreiche Stunde haben wir zusammen verlebt. Er hat meine Seele gebildet — der geniale Künstler war mein Lehrmeister — war es da nicht recht und billig, daß ich, so out es in meinen schwachen