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.filustrirte Sonntags-Zeilung", „Suldaer 0t$d>id)f$bläfttr' und £otierft«n$ft.

JE 247.

Jutöa, Samstag den 25. Oktober 1902.

29. Jahrgang.

G Die Streikbewegung in Frankreich

hat am Donnerstag die frenzöfische Kammer be« fchäftigt. Die regieru»ssftku«dUche» Sozialdemo« kraUn unter Jam Zs Führung waren in keiner beneidens werthen Lage. Aus der einen Seite ist ihre ganze Politik beherrscht von Hiß und VerfolgungSsuchl gegen die Kirche und kennt daher zur Z it keinen höheren Grundsatz als den, da« kirchense.«bliche radikale Ministerium nicht zu gesährben; auf der anderen Seite dürfen fir dabei ober auch die Interessen ihrer Wähler, der sozialdemokratisch organisirten Arbeiter nicht ganz verleugnen. Sie konnten daher um die Pflicht, den gewaltigen Bergarbetterstreik in Nordwestfrankreich in der Kammer zur Sprache zu bringen, nicht hervmkommen, durften auch nicht die Maßnahmen der Regierung durch« weg billigen, denn namentlich die Sendung von Truppen nach dem Streikgebiet hatte bei den - Arbeitkln sehr viel bösrs Blut gemacht, sodaß in den letzten Tage« die Meldungen von blutigen Zusammenstößen zwischen Gen« darmerie und Militär einerseits, streikenden Berg« leuten andererseits sich bedenklich wehrten.

Nach der luffaffung der Arbeiter wäre es nun die erste und heiligste Pflicht der Kammer- Sozialisten gewesen, von der Regierung die Zu« rückziehung der Truppen zu fordern. Liest man aber die langen telegraphischen Auszüge aus den Kammer-Velhandlungen durch, so findet man in der Rede des sozialistischen Oberhäuptlings Jaurös kein Wort davon. Nur von einem a«. dern Abgeordneten, der wahrscheinlich der unab­hängigen Sozialisten - Gruppe mtgeböif, heißt es lakonisch: „Bonveri verlangt, daß die Truppen zurückgezogen werden." Was JauröS dagegen vorbrachte, daS war vom sozialdemokratischen Standpunkte die matteste L monade, der Errrtanz etneS „ministeriellen" Sozialisten ober sozia­listischen Mmisterial- Kommissarö. Während min­der in den diplomatischen Künsten einer regierungs­freundlichen Politik geschulte, aus dem Arbeiter' stände heroorgegangene SoztalistenfÜhrer mit einer gewiffen Naivetät, die aus dem Gefühle der Ab­hängigkeit der Regierung von den sozialistischen Stimmen entspringt, schlankweg verlangen, daß die Regierung die Arbeitgeber zwinge, de Forderungen der Bergarbeiter zu erfüllen, spricht der gelehrte Oberg-nrfle JaurüL nur von einer «moralischen" Einwirkung der Kammer und der Regierung auf die Grubenbefitzer. Die Re- gierung müffe dahin wirken, daß bessere Ge- sin nun ge« im General - Komitee der Gruben- Besitzer Platz greisen; die Gruben - Gesellschaften könnten keinen Widerstand leisten, wenn die Kam­mer ihre moralische Autorität zu Gunsten eines Schiedsspruches des Minister - Präfidenten geltend mache, und die Kammer würde damit ei« großes und patriotisches Werk vollführ^n rc. Das sind tönende Phrasen, weiter nichts.

Gib -Rechenschaft.

Roman von Paul vom Wildbach.

42 ------(Nachdruck verboten.)

„es klingt ja fast, als hättest Du auch Kloster­gedanken ?"

„Und wenn ich sie hätte, würdest Du wider­sprechen wollen?"

„Ich am allerwenigsten — wenn Du den Beruf dazu hättest. Aber das Gewöhnliche und Natürliche ist die« nicht; an diesem aber müssen wir un« halten, bi« ein anderer Ruf unzweifelhaft «n nnr ergeht. — Ist da« bei Dir der Fall?"

Ein abermaliger Seufzer begleitete die Ant­wort Cora'«: „Die Unfichrrhest ist eben be« Lebens schwerste Last."

Die Gräfin lächelte leise, indem sie erwiderte: «Die Macht, welche sie erträgt, ist die Geduld.

In letzter Zeit war ihr wiederholt eine gewisse Unruhe an ihrer Schwägerin aufgefallen. Sie hatte ihr de«halb auch schon eine Veränderung ihre» Aufenthalte« vorgeschlagen, da der stete und einz'ge Umgang mit ihr, der von allem geselligen Leden abgeschlossenen Wittwe, keineswegs einem jungen Mädchen genügen könne, aber immer eine ausweichende Antwort erhalten.

Jetzt beschloß die Gräfin, der Sache auf den Grund zu gehen. „Du weichst mir immer au«, Gora," sagte sie, „und doch liegt eS offen zu Tage, daß seit dem Besuche Hohenthal's in unserem Hause eine ganz merkwürdige Veränderung mit Dir vorgegangen ist. Ist es am Ende doch der

Die Kammer hat ja nun ihre „moralische Autorität" zur Geltung gebracht, sie hat mit „einerseits — andererseits" sowohl die Maß nahmen der Regierung zur Aufrechterhaltung der Ordnung gebilligt, al« auch sich zu Gunsten eine« Schiedsspruches ausgesprochen. Und zwar ist er be- merkenswerth, daß in der langen Resolution, welche die verschiedenen „Standpunkte" der Re­gierungsparteien unter einen Hut brachte und zu­gleich bei den anderen Parteien Anleihen und Am lehnung suchte, um der Regierung für olle Fälle eine Mehrheit zu fichern, ausdrücklich der Vor­schlag de» Abbe Lemire auf Schaffung permanenter Räthe (Einigungsämter) an­genommen wirb. Dieser Theil der Resolution, für den natürlich auch die katholischen Partei- gruppen stimmen konnten, wurde mit 418 gegen 95 Stimmen angenommen — ein merkwürdiger Triumph christlicher Sozialpolitik in einer von einer antichristlichen Mehrheit beherrschten Kammer!

Die Mehrheiten, mit denen die einzelnen Theile der Resolution (Tagesordnung) und diese im Ganzen angenommen wu.ben, zeigen über­haupt, daß dieselbe größtentheil« auch bei den Oppositionsparteien eLI Unterstützung fand und daher nicht als parteipolitische Ver- trauenskundgebung für das Ministerium aufgefüßt werden kann. Herr CombeS war in der angenehmen Lage, fast alle Parteien ängstlich bemüht zu sehen, bei dieser kritischen Lage die Autorität der Reg'.erung aufrecht zu erhallen, und dabei kam ihm noch besonders zu Gute, daß während der Verhandlung ein Telegramm de» Unterpräfeden von Dünkirchen eintraf, das die Wiederherstellung der Ruhe und eine Aus­söhnung zwischen Arbeitern und Arbeit­gebern meldete. „Lang anhaltender Beifall auf allen Bänken" verzeichnet der Bericht zu dieser Mtttheilung und kenrz ichnet damit klar die ganze parlamentarische Situation.

Die Katholiken haben habet ein Beispiel bet Selbstverleugnung gegeben, indem sie der Ver- suchurg, bei dieser günstigen Gelegenheit an der Seite der äußersten Linken (der an tim in ist«, riellen Tozialistengrupyr, Sie Janrö»' Politik nicht mitmacht) da8 Ministerium zu stürze, widerstanden, um eine mö stichst starke Kundge­bung her Kammer zu Gunsten sozialen Friedens und sozialen Fortschritts zustande zu bringen. Da­gegen gewährten dis ministeriellen Sozialisten einen fenberbare« Anblick von Halbheit unb Inkonsequenz. Die „zieldewußten" Ge- nosseninDeutschland.bie strengenMarxiste» nach her Regel Kaulsky's, werden diese Haltung der französtschen Regierungssozialisten ihnen mit Wonne als neue Schuld an kreisen unb diese auch gleich aufs Konto der deutschen „Revisionisten", der Bernstein, Vollmar und Genossen, schm.

Uebrigens scheint das optimistische offizielle Telegramm aus Dünkirchen stark ver­früht, wenn nicht gar ein unlauteres Manöver zur Täuschung der Kammer gewesen zu sein. Denn die fpäuren Nachrichten lassen erkennen, daß der Streik fortbauert unb noch immer neue Trupprsmosseu im Sireikgebiet Eintreffen, Die Schmieritz! iten des Ministeriums CombrS find-also noch keineswegs zu Ende, zu­mal auch auf finanziellem Gebiete sich immer

kühne Reisende, der Dem Herz g-wonne« hat, und Du wolltest e» un# nur nicht gestehen?"

„Nein, Hohenthal ist t» nicht."

„Wer ist e» denn?"

„ES ist der Andere," erwiderte Cora, indem sie da» Antlitz über ihre Handarbeit herabbeugte, daß die Schwägerin die dunkle Blutwelle nicht sehen solle, welche ihr bei der Entdeckung de« lang und ängstlich gehüteten Geheimnisses über die Wangen schoß,

„Der Andere — wer ist da«?" fragte die Gräfin wieder, indem ste erstaunt die fleißigen Hände in den Schooß finken ließ.

„Er ist der Leutnant von Scharfenegg."

„Von Scharfenegg, der leichtblütige junge Mann, welcher Hohenthal die Forderung schickte wegen be» Kartenspiel», und her mit ihm dann nach Afrika zog.

„Derselbe!"

Die Gräfin schüttelte finnend da» Haupt. So weit fie wußte, hatte Cora außer an jenem Morgen niemals mehr Gelegenheit gehabt, mit Scharfenegg zusarnmenzutreffen.

„Wie bie Zeitungen berichteten, ist die Expedition Hohenthal'» vor Kurzem glücklich zu Ende gegangen und er wird mit Scharfenegg demnächst wieder hier eintreffen. Hast Du mit ihm in Verbindung ge­standen »der sonst etwa« Nähere« vernommen?"

„Nein, ich kann nicht« Andere« thun, al« warten," erwiderte Cora refiznirt.

In demselben Augenblick trat Laurenz herein und übergab der Gräfin eine Karte, welche fie mit freudigem Ei staunen ausrufen ließ: „Baron Hohenthal — er soll un» willkommen sein."

mehr zeigt, daß das Ministerium auf keinem festen Grunde steht. WaS von Meinungs­verschiedenheiten des Finanzminsters Ronoika mit seinen Kollegen berichtet wird, ist sicher nicht ganz ans der Luft gegriffen.

Berlin, 34. Oktober 1902.

4- ISrst Philipp KalenSvrg, der deutsche Botschafter in Wien, wird auf seinen Posten, wie wir kürzlich schon betonten, nicht zurück­kehren. DaS wird j tzt auch von anderen Blättern bestätigt mit der, Übrigens aanz selbst- verständlichen, Beifügung, daß der Fürst über­haupt aus dem Staatsdienste ausscheide. Sein 8esunbhi,tszustand hat sich zwar etwas gebessert, läßt aber noch immer viel zu wünschen übrig.

4- Ii- Stadt M-rli« beabsichtigt, eine Anleihe von mehr aiS 200 Millionen Mgrk auszunehmsn.

+ Die Reichstagskommission für Regelung der Aisderarvrik in gewerblichen Betrieben, bezw. für den betr. Gesetzentwurf, setzte heute in § 2 das Schutzalter, biS zu welchen Kinder von diesem Gesetz berührt werden, aus 13 Jahre fest, entsprechend der Vorlage. Em sog. Antrag, das 14. Lebensjahr dafür ein- zuiktzen, wurde abgelehnt. § 3 dezw der Be­handlung „fremder" unb „eigener" Rinber wurde mit einem Zssatzanttag Zwick angenommen, wo­nach nicht nur die Uebetmeifung zur 3 naegS«, sondern auch zur Fürsorge-Erziehung Die Be­handlung von Kindern als eigene begründen soll. Die Berathungen werden morgen fortgesetzt.

* An HSechsektlewpekaener wurden im Monat September 1,011,842,60 Mark verein- nahmt. Die Einnahme seit dem 1. April biS zum Schlüsse deS Monats September betrug 5,954,927 Maik das sind wenigrr gegen denselben Zeitraum des Vorjahres 474,140.50 Mark.

X «*• 6«* Meichs-

tage. Sanft entschlummert war am Freitag während einer Rede deS soz. Abg. Stadthagen, Über deren .Pferdeverstand" uns kein Urtheil zu st ht, der Abg. Kropatschek, und darum konnte er, wie' er richtig bemerkte, einen Zwischen­ruf, der Herrn Stadthagen geärgert hatte, nicht gemacht habe«. Es ist verzeihlich, daß heute nicht bloß Herr Kropatschek „sanst entschlummerte", denn das schläfrige, langweilige Stadium der Zollberathung hat heute bei den Pferdezöllen begonnen. Langweilige, höchst sachverständige unb sachliche Erörterungen werden, wenn nicht bei einzelnen bedeutenden Positionen, wie z. B. Schlachtvieh,Eisenzölle, die Leiden schäften fichwieder mehr erhitzm, mit nicht weniger langweiligen Ab- struktionS-Abstimmungrn abwechseln. Wird das die Mehrheit auf die Dauer aushalten? Sie muß rS, aber schwer, sehr schwer wird'S werden. Heute schon zeigte Sie namentliche Abstimmung Über die von der Kommission eingesetzten, von der Regie- rung bekämpften Mindestzölle für Pferde, bie natürlich mit der bekannten Mehrheit angenommen

Gleich darauf trat der „Afrikaner" in den Salon. Seine Hautfarbe war noch um einige Töne dunkler, bie ZSge noch ernster geworden, al« bei seinem ersten Besuche, und die Trauer um den verstorbenen Freund, welche auf feinem offenen männlichen Gesichte lag, ließ ihn noch etwa« zurückhaltender erscheinen. Doch der Ton seiner Rede, al» er jetzt kurz sein Erlebniffe schilderte, war derselbe geblieben — derjenige be« alten, ehrlichen biederen Freunde«; der kein Wort spricht, wenn es nicht von Herzen kommt.

Bor wenig Tagen erst war Hohenthal zugleich mit seinem Reisegefährten von Echarfenegg wieder in Europa eingetroffen. Während dieser noch einige Tage im Süden weilt?, war er selbst vor- ausgeeilt, um zunächst seinem alten Vater den ersten Willkommgruß zu bieten und bei dieser Gelegenheit auch der Gattin seines früh ver- storbenen Freundes fein Beileid auszusprechen. Der offizielle Empfang der beiden Reisenden in der Hauptstadt, welche ihnen zu Ehren ganz be- sondere Feierlichkeiten vorbereitete, sollte einige Zeit später statlfinden. Auf dem Wege zur Ost­mark'jchen SsHa erst war es Hohenthal bekannt geworden, weich' schmerzliche Erinnerung gerade der heutige Tag für bie Wittwe bot; trotzdem hatte er feine Absicht nicht aufgegeben, um so weniger, als er auch dem Grabe deS Verstorbenen einen Besuch abstatten wollte.

„Ich werbe Sie gern selbst dahin begleiten," sagte die Gräfin, „gibt eS doch nichts Wohl- thuendereS für ein trauerndes Menschenherz, als die aufrichtige Theilnahme treuer Freunde. — Unb Ihr Freund und Begleiter von Scharfenegg,

wurden, daß schon viele der Herren Volksver­treter wieder „zu Muttern" abgedampst waren, wo eS allerdings schöner sein mag als im Reichs­tag, wenn in allen Reden, wie heute, dieselben Gründe und Gesichtspunkte — nützen die Zölle nur den großen oder auch den kleinen Bauern? war heule ba* Hauptthema — immer und immer wieherkehren. Von etwa 350 war die Zahl der anwesenden Abgeordneten bereit« ouf etwa 240 heruntergegangen. Das sind schlechte Aussichten für eine Durchberathung der rund 1000 Zoll­positionen ! — Morgen kommt eine anbete Nummer brau. Für jede Nummer eine Sitzung — das kann gut werden I D. h. wenn's die Ab­geordneten und die SReaier ungen aus halten ....

+ Der Sirgerige Aeich,1ag«avgeord»ete AacoSfe«, bei sein R ichstagSmandat Hiebet» gelegt hat, bestätigt selbst, daß er zur sozial­demokratischen Partei übergetreten ist. Et war früher bekanntlich Mitglied der freisinnigen Volkspartei.

* Sie NetikisnvkomMissio« des Reichs­tages hielt gestern eine Sitzung ab. Im Verlauf der Sitzung nahm der Vorsitzende Anlaß vor Petitionsfabrikanten zu warnen, die sehr zahlreiche Petitionen au8 allen Gegenden Deutschlands »erfassen und sich ihre ganz werthlosen Arbeite» theuer bezahlen ließen. Man hat nämlich die Ent­deckung gemacht, daß gewerbsmäßige Petitions­fabrikanten bei der Abfassung und Einreichung von aussichtslosen Bittgesuchen ohne jede- öffent­liche J'tereffe thälig find. Der Umstand, daß solche Emgabrn im^ier mehr zunehmen und eine sehr große Zahl von einer unb derselben Hand geschrieben sind, führte zu dem Ergedniß, daß gewisse Leute ein sehr loh-iendeS G werbe daraus machen, die Leute geradezu zur Emreichung von Petitionen anzuregen, bte sie dann selbst gegen gutes Entgelt anfertigen. Die große Zahl solcher durch den wahren Sachverhalt nicht begründeten Gesuche bilden für bie Kommission einen Ballast, der sie an der Erledigung anderer begründeter Bitten bindert. Das Publikum ist daher vor der unlauteren Thätigkeit solcher „Petitions­fabrikanten" bringeno zu warnen. Es lagen z. B. Petitionen von M>1 tärpersonen vor, die ba5, nm« fie erstreben, nach eigener unb amt­licher Auskunft, sett I chren schon besitzen, ander­seits solche, bie schon mehrfach von der Kom­mission des Reichstages als durchaus unbegründet zu ückgewiesrn ober für ungeeignet zur Erörterung im Reichstag erklärt worden sind.

A«s dem Reichstase.

•<!#> 202. Sitzung s»M 24, Oktober 1902, 1 Uhr.

Weiterberathuug des Zolltarif«. Für Pferde ist in der Re-ieruugSoorlage ein Mindestzoll nicht vorgesehen. Im autonomen Tarif ist der Zoll nach der Qualität der Pferde abgestuft auf 80, 75, 160 und 800 Mk daS Stück, nach den KommiffiouSbeschlüffe« auf 80, 99, 180 und 360 Mk. Diese Sätze dürfen nach den Kommiff ionsbeschlüssen in Handelsver­trägen höchstens um 20 Prozent erniedrigt werden, so­daß Mindestsätze von 2>, 72, 144 und 288 Mark entstehen.

Sm Antrag Wangenheim will dagegen die von der Kommisfion b-schioffenen autonomen Tarifsätze (80 Mk ufw) als Mindestsätze vorschreiben.

Abg. Graf Aanitz (tenf.) empfiehlt diesen Antrag besonder» im Jnlereflr der »stpreußischen Pferdezucht; »l i nin rwww»i

wirb er uns nicht auch bte Ehre seiner Besuche- schenken?"

„Wenn die Damen r« gestatten, gewiß, und zwar mit dem größten Vergnügen. Hat er doch, wenn er mir recht erzählte, auch noch Rechenschaft ak zulegen über eine Art Gelübde, das man ihm hier einmal abgenommen."

„O ja, ich ertnrere mich sehr wohl," fiel die Gräfin bei. „Er war bamal« bei Ihrem ersten Besuche, al« e« über dem Kartenspiel beinahe zu einem Duell gekommen wäre. — Und hat von Scharfenegg sein Wort gehalten?"

Der G.äfin Blicke flogen bei dieser Frage halb ernst, halb neckend nach Cora hinüber, welcher die hohe Rothe in die Wangen gestiegen war.

„aber ich bitte," rief diese ausweichend, „es war bamal« nur ein kleiner Scherz. Herr von Scharfenegg dürfte es längst wieder vergessen haben."

„Nicht Scherz, gnädige« Fräulein, wenn es sich um da« Wort eine« Manne« handelt — eines ganzen Manne«, wie ich bezeugen darf. „Ein Mann, ein Wort", so sagten Sie ja selbst einst, wenn ich recht berichtet bin, zu meinem Freunde. Also müssen Sie auch gestatten, daß er seinem Worte Nachkommen kann."---

Wenige Tage später erfolgte der feierliche Ein­zug — so durfte ma» e« wohl nennen — der beiden berühmten Afrikaforscher von Hohenthcck und von Scharfenegg in die Hauptstadt. Die­selben hatten unter unsäglichen Gefahren die Flagg« ihre« Vaterlande« weit in den unbekannten Erd- theil hineingettagen und durch den Abschluß von FreunbschLfts- unb Handelsverträgen ihrem Lande