Urschktol «Mch, M.«>tS!iahmk btt eens« nab Feier« ^ee.SUrtäiöbd. «gQagspttU gftneQniuntota ■ab Btftoflgtlb l* gufta obö eu»« eMrill»L608tt
Fuldaer
«rentiwrin»; »H to *rU!tl«e 3*1 »*««. fit Jefrratt 3. patjelUr I« 51tM.
„Tllustrirte Sonntags »Zeitung"
etfitit ft §
mit den Beilagen
, ,Juldaer Gescbiditsblättef" und rof!erie»D$fe.
mur an» Dritte m flettaw «rttttontAe» Dtkmrtl« a». i nonugdtK
M 247.
Juk-a, Samstag, bett 25. Oktober 1902.
29. Jahrgang
n Unerträgliche Zustände im Metzer Mathildenstist.
Heber Proselytenmacherei und verwandte Dinge in dem protestantischen, aber mehr Katholiken als Protestanten beherbergenden Krankenhaus Mathildenstist zu Metz brachte die .Köln. Volksztg.' vor längerer Zeit einen Auf- sehe» erregenden Artikel, der die schweren Miß- stände in dieser Anstalt rückhaltlos beleuchtete. Die hier behauptete» Thatsachen wäre» der satt- sam bekannte» »Straßburger Zeitung' so unbequem, daß ste einen Schimpfartikel gegen den mit der katholischen Seelsorge im Mathilde», stift beauftragte» Kaplan Pinck losließ. Der in das Stift „eingedrungese, naseweise Kaplan" aber packte die Sache am richtige» Ende an: Er ließ sich diese Behandlung nicht gefallen und erhob gegen de» verantwortlichen Redakteur G. Wolf Beleidigungsklage, dteamSamS. tag vor dem Straßburger Schöffengericht zur Verhandlung kam. Die reichsländische Presse, im Elsaß wie in Lothringen, .Lorrain', ,Lothr. Volksstimme' usw., widmet dem Falle die ge- bührenve Aufmerksamkeit. Wir folgen dem eingehendsten der unS vorliegende» Berichte, im .Elsässer' (Nr. 333 vom 20. b.):
Der Bertheidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Pfersdorf, versuchte, die Sache so darzustellen, als hätte die .Straßburger Zeitung' in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Der Versuch des Nachweises, daß Herr Pinck seine Befugnisse überschritten und den kon- fesfionellen Frieden gestört habe, scheiterte vollständig. Die Pförtnerin de? StiftS fand es z. B. nicht ganz in der Ordnung, daß der katholische Geistliche mehr Besuche machte, alS seine Vorgänger! Dieselbe Zeugin schien so naiv, zu glauben, der Geistliche ntfiffe sich an die für Fremde festgesetzte Besuchszeit halten. DaS Vorstandsmitglied, Pfarrer Braun, konnte zwar auS eigener Erfahrung nichts behaupten, dagegen erzählte er einzelnes vom Hörensagen und redete übrigens ziemlich schüchtern von — Hausfriedensbruch! Herr Braun, wie andere Zeugen erklärten in ihrer Ohnmacht, ein» Mine Fälle namhaft machen zu können, vor Pmck sei „etwas Derartiges" nie passtrt, kamen aber in bte größte Verlegenheit, so wie sie erklären sollten, worin denn daS „Derartige" bestände. Die gegen Pinck erhobenen Anklagen blieben Luft.
Dagegen wurden durch die Zeugen Fälle von Proselytenmacherei feflgestellt. ®8 steht fest, daß einem Katholiken im Stift gedroht wurde, man werde ihn mit Gewalt in den protestanttschen Betsaal tragen, wenn er nicht auS freien Stücken ginge. Einem anderen wollte man beibringen, wie die Protestanten beten und fingen. Katholiken lagen tot Betsaal und waren demnach physisch gezwungen, dem protestantischen Gottesdienste beizuwohnen. Auf die Thatsache, daß in den Sälen mehr Katholiken alS Protestanten lagen, wurde nicht die erforderliche Rücksicht genommen. Bon einer Aufsicht führenden Diakonisstn wurde einer Katholikin gesagt, jede, die im Stift fei, müsse in den Betsaal gehen. Ein AmtSzehilfe, Bruder Bender, drohte einem katholischen Kranken: wer nicht in den Betsaal gehe, bekomme auch keinen Urlaub.
Der Vertreter des KligerS, Rechtkanwalt Dr. Hom- melsheim (Metz), begann fein wirkungsvolles Plaidoyer mit der Frage, ob wohl die «Köln. VolkSztg.', wenn ne wegen ihres Artikels verklagt worden wäre, verurtheilt würde. Sie müßte ohne Frage freigesprochen werden, denn alle ihre Angaben und Behaupt» gen seien durch die Zeugenaussagen bis ausS Wort bewiesen und bestätigt. Herr Pinck habe einfach seine Pflicht alS Seelsorger eriüllt. Seine Vorgänger feien anders ausgetreten, weil sie nicht „ins Wespennest stechen" wollten. So lange man gntmüthig war enb über die Mißstände hinwegsah, so lange war auch der Frieden da. AlS man aber nicht länger „den dummen Michel machen" wollte und sich nicht mehr alles gefallen ließ, da «ar der konfessionelle Frieden natürlich gestört! Die Ber- .theidigung berief fich auf ein angebliches Schreiben des Bischofs, worin dieser seine nachträgliche Beftiedigung über die Zustände im Maibildenstift dem Bezirkspräfi, deuten gegenüber ausgedrückt haben sollte. Seinerseits tonnte aber Herr Dr. HommelShei« ein Bischöfliches Schreiben verlesen, daS die Zustände int Stift vor der Renregelung, als „ernste Mißstände" kennzeichnete. Wie tonn nun die ,Strahl». Ztg.' behaupten, fie handele in Wahrung berechtiger Jntereffen, indem sie den Kaplan, den )fie alS jenem Artikel nahestehend erachtet, in be- schimpfender Weise angreift? Die Beantwortung dieser Frage war eine scharfe Verurtheilung des Vorgehens der .Straßb. Ztg.', als eines „wüsten Hetzblattes". Herr HommelSheim verlangte eine Verurtheilung des Angeklagten zu 500 Mk. und sämmtlichen Kosten nebst der Besugniß für den Kläger, dieses Urtheil in der,Straßb. Ztg', in der .Metzer Ztg.' und in der »Lothr. Ztg.' zu publtziren.
Der Bertheidiger verneinte die Frage, ob Proselyten- macherei vorltege; die Beweise hierfür seien kläglich. Gegen den Vorstand deS Stifts habe man nichts vorbringe» können, nur gegen Bender, und der sage unter »id auS, er könne sich dessen nicht entfinnen. WaS feien daS für Leute, die gegen Bender zeugen? Das Ma- thlldenstist nimmt fie aus Gnade auf. So danken fie ihm! Wer zwingt die Katholiken, da hinein zu kommen ? ES ist ja eine protestantische Anstalt! Die Kritik der »Straßb. Ztg.' an Pinck sei berechtigt gewesen und auch die Entrüstung Über dessen Verhalten. Herr PferSdors plaidirt ans Vertagung eventuell Freisprechung.
Hr. Hommelsoeim erwiderte: Die Katholiken würden von OrtSkrankenkaffen ins Mathildenstist geschickt, fie zahlten 2 Mk. pro Tag, womit daS Stift zufrieden fein könne. Im Betsaal lagen früher auf neun Kranke acht Katholiken! _
Der Angeklagte, Pfarrer und Shefredakteur Wolf, führte au», daß von Rechts wegen der Protestantismus
die stille Grundlage bilden dürfe, ohne daß man von Proselytenmacherei reden könne. Bon den Traktätchen, die oertheilt wurden, konnte nicht festgestellt werden, woher fie kamen. Kaplan Pinck mögt feine Kranken von 1 dis 2 Uhr besuchen, das genüge vollkommen, usw.
Das Urtheil will dahingestellt lassen, ob es damals angemessen war, daß die ,Köln. Bolksztg.' jenen Artikel brachte. Indern seien im Mathildenstist ernste Mißstände konstatirl, die da» religiöse Gefühl der Katholiken aufs schwerste bedrücken mußten. Profelytenmacherei sei getrieben worden in einer Alt, die zu verurtheilt/. sei. Pinck habe diese „unerträglichen Zustände" mit Recht zur Kenntniß deS Bischofs gebracht, das sei seine Pflicht gewesen. Da- gegen habe der Angeklagte die Wahrheit alS unwahr hingestellt, den Anschein erweckt, als hätte der Kläger Fälle „konstrnirt", d. h. erfunden. Der in» kriminirte Satz enthalte zwischen jedem Komma eine Beleidigung; für die beleidigenden «-hauptungen sei nicht der Schatten eines Beweise» erbracht worden. Der Ausdruck „naseweis" fei keineswegs „harmloS", für so naiv solle man das Gericht nicht halten. Der Angeklagte sei ei» gebildeter Mann und Geistlicher, der doch eher die Pflicht y.ite, die Bersöh- nung zu fördern, statt zu Hetzen. Ter Angeklagte sei noch jung, er könne also noch vieles lernen. Er habe keinen Anlaß, dem Kläger seine Jugend vorzuhalten, denn der Kläger zähle 29, der Angeklagte aber 91 Jahre usw.
DaS Urtheil lautete dem Anträge des kläge- rischen Vertreters entsprechend auf 500 Mark Geldbuße.
Unpolitische Zeitläuse.
(Nachdruck verboten.)
® Berlin, 23. Oktober 1902.
„Das Schaufenster als Erzieher!" Wieder ein modernes Schlagwort! Wen» der Kaufmann mit vieler Mühe und noch mehr Kosten prächtige Schaufenster vor seinem Lade» herstellt und unterhält, so will er dadurch die Kauflust und zugleich die erwachte Kauflust auf sein Geschäft lenke». Zugleich aber, sagen die Propheten der Schaufenster, gibt er dem Publikum Gelegen- heft, seine Kenntnisse zu vermehren und seinen Geschmack zu bilde».
Daran ist etwas Wahres, soweit es sich um inhaltretche und geschmackvolle Schaufenster handelt. Aber eS gibt auch schlechte Schaufenster, von denen man Häßliches oder gar Abscheuliches lerne« kann.
Sin Großindustrieller hat eine eigene Broschüre geschrieben, um die Freigabe der Schaufenster an den Sonntagen zu fordern. Das polizeiliche Gebot der Verhängung der Schaufenster an de» Sonntagen soll aufgehoben werden; die städtischen Geschäftsstraße» sollen Sonntags zu einer Art von Industrie- und Gewerbe» Ausstellung werde». Das Volk soll die Feiertage benutzen, um die Auslagen abzulaufe». Der Arbeiter soll seiner Frau und seinen Kinder» zeigen, welches Stück er ganz oder halb gemacht hat, welche Stücke in seiner Fabrik gemacht werde» rc Die junge» L ute sollen Sonntags, wenn sie ihr« Stunde» i» der Fachschule durchzemacht haben, sich «och einen Anschauungs-Unterricht vor den Schaufen. per» leiste». Der Verfasser schwingt fich zu poeti- schem Mitleid auf für das Volk, das Sonntags an bin verhüllte» Schaufenstern Vorbeigehen muß „blind, die Wunder xicht zu schauen".
Allen Respekt vor de» gute» und schöne» Schaufenstern—aber daß der Schaufenster-Bummel die beste Sonntagsfeier wäre, will uns doch nicht einleuchten. Die Leute, die in der Stadt selbst wohnen, könne» auch an den Wochentagen, namentlich Abends beider üblichen blendenden Beleuchtung, die ausgestellten Herrlichkeiten genießen. Und den Landbewohner braucht man wirklich nicht durch besondere Reize am Sonntag in dis Stadt zu E locke». Mit Befichtigung der Auslagen fängt so - eine Schaureise an, und in be» Kneipe» oder 8 minderwerthigen Verg»ügungSlokalen nimmt sie ihr Eide. Das Gelb geht babei flöten, und die so»ntägliche Ruhe und Erbauungauch. VorWeih- »achte» und auch sonst »och werben einzelne Sonntage dem Handel freigegeben; das genügt wohl, um das wirkliche Bedürfniß »ach Waare». studium zu befriedigen. Sonst sollen die 2; ute, »ach Erfüllung ihrer relig'öse« Pflchrcn, lieber । in die freie Natur gehe». Die ftische Luft ist sür | Selb und Seele gesunder, als der Straßenstaub, ‘ unb wen» auch die Schaufenster Kunst sehr hoch gestiegen ist, so find doch die Herrlichkeiten, die der liebe Gott in den unendlichen Schaufenstern seiner Schöpfung ausstellt, unvergleichlich lehrreicher und gefchmackooller.
Schlimm genug, wenn die junge» Leute Sonntags Stunden in der Fortbildungsschule haben! Sollte sich daran »och Studium bet Schaufenster schließen, so bliebe ja die Jugend dem häusliche« Lebe» auch am Sonntag ganz entfremdet.
In England und Amerika artet die strenge Sonntagsruhe in Hausarrest aus. Davon find wir in Deutschland »och weit entfernt und bleiben es auch. Aber ein bischen Häuslichkeit an einem rauhen Sonntagnachmittag ober einem dunklen Sonntagabend kann wirklich nicht schaden. Eine gemüth- liche Vereinigung um die Tischlampe ist beffer, als der Straßenbummel mit Weib und Kind,
und aus einem guten Buch ka: »an schließlich doch mehr Geistes- und HerzenL^ldung schöpfen, als aus den Schaufenstern.
Der natürliche Nutzen des Sonntags beruht wesentlich in der Abwechselung. In dem gewerb- liche« Schaffe« unb Sorge» soll eine Pause ein- trete«: „Die Leute sollen einmal an etwas anderes denke«. Lockt man fie aber vor die Schaufenster, so bleiben fie in dem gewöhnliche« Geleise der m aleriellen Gedanken und Jntereffen. Eine K « « st« ausstellung ist Sonntags am Platze, eine Waaren« Ausstellung nicht.
Uebrigens lehrt der Augenschein, namentlich in Berlin, daß die Schaufenster sehr üppig ge- betbe», obschon fie be« Sonntagsschleier trage« müssen. Die scheine« also an den Wochentagen schon ihren Zweck zu erfülle«. Die Schaufenster find umlagert von Neugierige«, besonders in de« Abendstunde«. Deshalb wirb auch die größte Sorgfalt auf die künstliche Beleuchtung verwendet, unb die ganze Auslage wirb mit Rückficht auf das elektrische Licht eingerichtet. Die künst- liche unb vielfach recht kunstvolle Beleuchtung trägt wieder bedeutend zur Kostenerhöhung bei, unb daS moderne Schaufenster ist überhaupt eine empfindliche Belastung der Geschäfte. Es gehört zur Reklame, unb die Reklame wird immer kostspieliger.
Um mit der Auslage Effekt zu mache», muß der Kaufmann auf eine beträchtliche Straßenfront feiner Geschäftsräume sehen. Die Miethe wftd aber um so höher, je breiter die Straßenfront ist, während kleine Hinterräume billiger zu habe» sind. Früher begnügte ma» fich damit, etliche Waarenproben am Fenster selbst oder in einem schmalen Kasten hinter dem Fenster anzubringen. Aus dem engbrüstigen Schrank ist allwählig ein ganzer Salon geworden; der Ausstellungsraum dehnt fich um viele Meter nach dem Innern der Geschäftsräume auS, durch die Schaufenster blickt man in weite AusstellungSsäle, die ein großes Waarenlager unb möglichst reizende Anordnung zur gefällige« Anficht bringen. Der Schauraum von der jetzt übliche« Ausdehnung röthigen zu einer Vergrößerung der Gesammträume, steigern also wieder die Miethsspesen. Dazu komme» bte Koste« für die kunstgerechte Einrichtung und stete Unterhaltung der Schaufenster. Das ist keine kleine Arbeit, und man kann fie nicht mehr, wie früher, dem Lehrling ober Hausknecht überlasse«. Die Sache hat fich zu ei«er wahre« Kunst ausgebildet, welche zugleich Waarenkennt- niß, Geschmack, Erfindungskraft und Technik er« fordert. I» Berlin ist schon mehrfach ein Wett- bewerb um Preise für die geschmackoollste« Schaufenster veranstaltet worden. Wer bei solchem Eifer auf der Höhe der Zeit bleiben will, muß tüchtige Kräfte haben und gut bezahlen. Auch in der effektvollen Beleuchtung will Jeder den Andern überbiete», fo daß die Installation unb ber Betrieb ber zahllosen Lampen immer kost- spieliger wird. Weiter erhöht sich der Schau- senster.Etat noch durch die Werthverminberung bei empfindlichen Waare». Von den Verstche- rungSspesen, den besonderen Heizkosten, für die Blankhaltung ber Scheiben, der Gebühr für die Scheibenreinigung, die vielfach von einer befon» deren Gesellschaft besorgt wird, und von sonstigen Schwänzchen des Unkostenhundes wolle« wir nicht weiter rede«.
„Der Mittelstand kann's nicht," heißt eS hier wie auch sonst so häufig. Die mächtige» und prächtigen Schaufenster gehören in oaS Kapitel von ber Aufsaugung der kleinen G.-sch äste durch die g oßen. Hinter manchem schmalen, einfachen Fenster findet man einen tüchtigen Kaufmann mit trefflichen Waaren feines Faches; ater wenn rechts und links nebenan hinter riefigm Spiegel- scheibe» der raffinirte Aufbau von kapualkräftigem Großbetriebe in verblüffendem Glanze erscheint, so geht das Publikum an der stille» Solidität vorbei und läuft dem verführerische» Scheine nach.
Die Kauflust soll angeregt werden. Lüder wird sie oft überreizt und falsch geleitet. Bekanntlich züchte» die Waarenhäuser Diebe ober mehr noch Diebinnen. DaS Herumgehen zwischen be» Waaren erzeugt bei manche« Frauen, die bis dahin ehrlich geblieben, eine solche Sier, daß fie die Hand nicht mehr von den frei umherliegenden Schätzen zurückhalte» können. Eine «och größere Anzahl von Personen, namentlich von Frauen, wird durch be« Reiz ber Waaren zur Ver- schwendung verleitet. Im Schaufenster ist alles raffinirt fo hergerichtet, daß die Sache« überaus schön, werthooll und spottbillig auSsehen. „DaS müsse« wir. habe«, daS ist ja halb geschenkt, fo billig kann man niemals wieder dazu kommen." Also 'rein mit be« Spargroschen, um überflüssige oder unsolide Sachen zu kaufen. Die prächtigen Schaufenster find eine gefährliche Versuchung, so lange da das Publikum nicht gelernt hat, den glitzernde» Schein zu durchschaue«, auf den Ker« der Sache vorzudringe« und Vorficht und Selbstbeherrschung zu üben. Wenn ich Fcauen mit
E Anzeigen ^§0 sind tn der,Fuldaer Heilung'von sicherer WttksmnlirN.
rHochfeine, stilvolle i von
Einrichtungen.
Etablissement allerersten Ranges.
' Grossh. Hessischer n. Kalserl; Baulicher Hoflieferant.
. Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen., Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Hauptcollection. y
leuchtenden Blicken vor de« glänzende» Auslagen sehe, fällt mir immer die 6. Bitte des Vaterunsers ein. Es ist nicht alles Gold waS glänzt, und man hat nicht alles «öthig, was einem gefallt. Vor verführerischen Schaufenstern sollte der Sprue,; stehen: Willst du kaufen ohne Seiger unb So ;en, so komme — morgen.
Geschmack und Waarenkenntniffe werben ferner als Früchte der Schaufenster-Betrachtung gerühmt. Freilich, e« gibt geschmackvolle Auslagen, an denen sich ber Schönheitssinn bilden kann. Aber im Allgemeinen arbeiten die, Schaufenster mit liebet« ladung unb grellen Effekten. Dar liegt ja auch in der Natur ber Sache, da der Kaufmann e» i» ber Regel darauf anlegt, Aussehen zu erregen bei der großen Menge. Nur wenige feinere Geschäfte, die e< mit einer höher gebildeten Minderheit zu thun habe«, können sich mit einfacher Schönheit begnügen unb alle Knalleffekte sowie alles Protzen- haste ausschließen. Was die Waarenkenntniß angeht, so muß man es verstehen, bei dem Studium der Schaufenster den erkünstelten Schein in Abzug zu bringen. Lobenswerth ist die sichtliche Angabe der Preise jedes Stückes. Das Publikum sollte in seinem eigenen Jntereffe solche Geschäfte bevorzugen, wo überall, sowohl im Schaufenster al« Im Verkaufsraum, die Waaren mit Preisen in deutlichen Ziffern versehen find. Natürlich muß man beim Einkauf darauf achte», daß drinnen die Preise nicht höher oder die Qualitäten nicht schlechter sind, als draußen bei den Lockvögeln. Wo man nicht ohne Weiteres dieselben Waaren erhalte« Hai, die im Schaufenster verlockend angeboten find (weil sie „augenblicklich vergriffen" seien ober wa« sonst für Ausreden gemacht werben), da mache man sofort rechtsum kehrt.
Nu» fällt noch ein ernster Punkt ins Gewicht, wen« man Über be« sonntägliche« Schaufenster- Bummel verhandel» will. Leiber ist der Schau« senfler- Paragraph in der loxLioin-o,der bas Schamgefühl etwas schützen sollte, nicht zu Stande gekommen. Jetzt ist eS eine Qual unb ernste Gefahr, mit dem halbwüchsigen Nachwuchs bie großstädtischen Schaufenstern zu mustern. Immer wieder trifft man auf Bilder- ober sonstige „Kunst"-Läben mit anstößigen Sachen, und leider wirb auch in anbertn Geschäften manchmal frivoles Zeug zur „Ausschmückung" benutzt, um dadurch bie Auge« besser, zu fangen. Diese halbe« unb meist rohen Nacktheiten t« ben Schaufenstern wirken noch schlimmer, als bie vollen Nacktheiten bei echten Kunstwerke«' in den Museen. Sollte wirklich bie Polizei bie Schaufenster an den Sonntage« fteigebe« wollen, so müßten wir die lex Heinze als Vorbedingung haben. Denn sonst sind viele Schaufenster nicht Erzieher, sondern Verführer, unb statt des guten Geschmacks werde« die schlechten Triebe ausgebildet. Wollen bie Kaufleute feine Anstands-Kontrolle, bann lassen wir es lieber beim Alte« und freuen uns, daß man wenigstens Sonntags mit feinen Kinder« ruhig über die Straße gehe» kann, ohne durch anstößige Auslagen behelligt zu werden. Nebenbei ist es auch ganz gut, daß ma« Sonntags seine weiblichen Angehörigen ausführen kann, ohne vor allen Kleider«, Schmuck- unb Hausbedarfs« Läden flehen bleiben zu müsse«. Am Sonntag will ma« doch, wie die Süddeutsche« sage«, sei« Ruah haben.
Rsllame»- N»d Auzeigeutheil.
I
t
Warm Mix Mir Mhttiim's Malst asset trinke»?
Weil namhafte Aerzte nachgewiesen Haben, daß Bohnenkaffee den Kindern durchaus nicht zuträglich ist während durch Kathreiner's . Malzkaffee, mit Milch glänzende Erfolge in dem Gedeihen der Kleinen erzielt wurden! Diese- Getränk wird von den Kindern auch dauernd gern genommen, während reine Milch oft bald widersteht und in vielen Fällen nicht gut »«tragen wird.