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Fuldaer

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Mut'öa, Freitag, den 24. Oktober 1902.

29. JatzrgaN;

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Deutsches Reich.

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fahl und der Flüchtige selbst nie mehr etwas von sich hören ließ. Der alte Shrbach, welcher so lange da» Vertrauen de» gräflichen Hause» be­sessen hatte, übernahm nochmal« eine Zett lanj die Oberleitung der Verwaltung, und dann trat der bisherige erste Buchhalter an seine Stelle, ein Vorgang, der nirgend« große» Aufsehen erregte.

Im Uebrigeu ging die Abwickelung der Ge­schäfte ganz überraschend glatt do* statte«, nicht allein wegen der Umstcht und Hingebung, mit welcher die Gräfin selbst sich der Sache widmete, sondern vornehmlich auch in Folge der thatkräf- ttgrn Unterstützung, welche sie von Seiten deS zum Vormund ihrer Kinder bestellten Grafe« Weflkirch fand.

So befand sich bald Alles wieder in einem ruhigen, geordneten Tang, und zu pikanten Er- ört tungen fand sich nirgends ein Anlaß.

Die einzigen mehr in die Augen fallenden Veränderungen ergaben sich nur im engeren Haus­halte der gräflichen Familie. Im Gegensätze zu den Gewohnheiten des Grafen verschwand dort jetzt jeder LuxuS; außer dem alten Laurenz wurde nur die nöthtgste Dienerschaft gehalten, die Er­ziehung der Kinder, wie die ganze Lebensweise der Gräfin selbst wurde aus's einfachste eingerichtet

Bon der stattlichen Villa in der Vorstadt wurde der eine Flügel durch eine Zwischenwand abgetrennt, und bald walteten fromme Kloster- schwestern dort und richteten für die armen Kin- der der Umgegend eine Bewahrschule ti«, wäh­rend auf der andern Sette fromme Vereine ihre Versammlung-. Räume hatten.

Rur den Mittelbau deS umfangreichen Ge­bäudes hatte die Gräfin für fich und Sora von

matt« an Deutschland, wird von Kopenhagen aus j tzt für die nächste Woche angekündigt.

* Der Herr ztzetchskauzler hat'» recht chwer, — mcht einmal den Theaterbesuch wollen fie ihm gönnen Aber nicht etwa die Sozialdemokraten, sondern „staatrerhaltende" Leute, die Andere der Untergrabung und Verächtlich, machung der staatlichen AutorUä» beschuldig««, wenn fie mit ihrer Kritik an die T äzer der Autorität sich heranwagen. Au« der berichtigenden Notiz der offiziösen .Norddeutschen All-emeinen Zeitung' erfährt man, daß der Reichskanzler -denso gerne wie andere Leute hin und wieder >i« Theater besuchen würde, aber keine Zeit >abe; und ein andere« Blatt ergäbt diese Mil­heilung dahin, daß Graf von Bälow während eine« fünfjährigen Hiersein« Sb rhaupt noch ein Theater besucht habe. Da-ob wirb er n Berlin ohne Zweifel allgemein bedauert, den« für den richtigen Berliner ist er u«de»k> bar, daß der Mensch nicht wenigstens einmal m Jahre, und zwar in der Weihnachtszeit, wenn auch nicht in die Kirche, so doch i«S Theater geht. Demnach ist der arme Reichs­kanzler also noch schlechter dran, als der Durch- schmttSbrrliner. Fürst Bismarck hat übrigens als Kanzler auch nie ein Theater besucht. Eine ungewöhnlich freche Anreißerei leistet sich die kulturkämpferische ,Voffische Z'ttung' in Bezug auf die irrige Meldung drS protestantischen ,Reichsbolen': der Reichskanzler habe ein Hebet« brettltheater besucht. DaS freisinnig- Hetzblatt n nnt die Meldung einen „abgeschmackten An­griff im Stil der katholischen Kaplanipreffe". Die »Voff-sche Zeitung' irrt: das rst der Stil, den sie selbst und Blätter ihres Kalibers jahr- aus, jahrein bevorzugen. Den Ruhm macht ihr Niemand streitig.

* Der nationalliberale Abg. Freiherr Keyk z«K-r »«heim erläßt in der.Wormser Zrg.' eine Erklärung an seine Wähler, in der er die Zölle fü- Weizen und Roggen ,unge- nügend", für Gerste „völlig unannehm­bar" nennt. Die Erklärung schließt: „Die wiederholten F»ülegungen der Verbündeten Re­gierungen vor dieser Abstimmung deS Reichstags find auf daS Tiefste ,« beklagen, weil der Reichs- tag in keiner Frage, geschweige denn in einer derart wichtigen, auf eine selbständige, maß« gebende Stellungnahme verzichten kann."

* Ma«« -«tz-t der Aeichotag? Zu dieser in den letzten Monaten viel erörterten Frage ergreift noch einmal der Königsberger Staats- rechtSlehrer Prof. Dr. Arendt in der »Deutschen Juristenztg.' das Wort, um darzuthun, daß die Legislaturperiode mit dem Tage deS erste» Zu­sammentritts deS Reichstags beginne. Zum Be­weise beruft er fich darauf, daß die betreffende Bestimmung de« Art. 24 der ReichSverfaffung wörtlich mit Art. 73 der preußischen Verfassung übereinstimmt, in dem nicht von einer Wahl- Periode, sondern von einer Legislaturperiode die Rede sei. Die Legislaturperiode beginne aber erst mit dem Tage der Einberufung deS Reichs. tagS und feiner Konstituirung; denn nach preußischem Recht könnten die Abgeordneten nie­mals, auch wenn ihre Einberufung schuldhaft verschoben ist, von selbst zusammentreten; fie seien

die ebensallr erstaunt aufhorchte ob der unerwarteten Nachricht. Doch Komtesse Lora la» vor:

„„Sehr verehrte, liebe Komtesse I

Gewiß werden Sie erstaunt fein, -Hefe Zeilen von mir und von diesem Orte au« zu erhalten. Ja, Gotte« Wege find wunderbar, und ich danke Ihm, daß Er mich hier bei den lieben Schwestern die Ruhe hat finden lassen, welche ich sonst überall vergeblich suchte.

Die Schicksaleschläge, welche meire Familie getrvffm, find Ihnen bekannt. Allein, verlassen und geächtet in der Welt stehend, traten mir plötzlich die Tage meiner Kindheit vor die Seele, wo ich zugleich mit Ihnen da« Glück hatte, die unendliche Liebe bet guten Schwestern in unserem Pensionat zu genießen, und e» war mir, al« müsse ich wieder zu der friedlichen Stätte eilen.

Gottlob, daß ich t« gethan! Ich fand hier wieder, wa« die Welt nicht geben kann, beit Frieden für meine arme gequälte Seele — wie ich vertraue, für immer. In einigen Woche« soll meine Einkleidung al« Novize stattfinden.

Wa« mich veranlaßt, Ihnen zu schreiben, ist die alle Schuld, in welcher ich noch bei Ihnen stehe. Ehe ich au« der Welt scheide, möchte ich Aller geordnet wissen. Vor wenigen Tagen ist mir die Nachricht geworden, daß da» Erbtheil, welche« die Fürsorge meiner Großmutter mir gerettet hat, nunmehr aurgezshlt «erden kann, und deshalb bitte ich Sie, bei dem Bankier Herrn Dossier die 20000 Gulden in Empfang zu nehmen, welche Sie mir einst in einer große« Verlegenheit vochreckteu. Der Dank, den ich Ihnen für Ihren damaligen Freundschaftsdienst

Roman von Paul vom Wildbach.

------(Nachdruck verboten.)

20. Kapitel.

Im Hafen de« Frieden«.

Berlin, 33. Oktober 1902.

+ Aer Kaiser *«b die parlamentarische Aage. Wie unS auS konservativen Streifen ver- sichert wird, hat der Kaiser am Donnerstag mit dem Reichskanzler Grasen Bülow ehe Be­sprechung über Die parlamentarische Lage gehabt. Hebet: ihre Ergebnisse ist begreiflicher Weise einst, weilen nichts zu erfahre«. Ueberraschungen find nicht ausgeschloffen, gelten aber nicht gerade all wahrscheinlich. Der sog. „Hosbertcht" meldet nichts von jener Besprechung, bezw. daß der Reichskanzler Vortrag beim Kaiser hatte.

+ Der Besuch de« dänische« Kron­prinzen i« Aerki«, von dem letzthin viel die Rede war als Zeichen der Annäherung Däne-

Ostmark, welche nach dem Tobe ihres Bruders ihren Aufenthalt wieder bet der Schwägerin ge- nommen hatte, vorbihalten und machte ihn zum Schauplatz einer nie rastenden Thättgkeit der lei- denden Menschheit.

So »ar zum ersten Male der Tag wieder erschienen, an welchem draußen in dem kleinen BauernhSuschen der weiten Chaussee der @ra sein junges Leben hatte lassen müssen.

Die Gräfin hatte das Sedächtniß dadurch be­dangen, daß sie am Vorabend selbst hinausge­fahren war, um de« guten Bauersleuten noch­mals ihren Dank zu sagen für das. was fie da­mals gethan hatten. Das Grab bitte fie schon heute früh besucht und der Seele des Satte« im Gebete gedacht.

Jetzt saß sie. mit einerHandarbe't beschäftigt, in Gesellschaft Cora's in dem Salon, während ihrer Seele die Bilder der Vergangenheit vor« schwebte«.

Da öffnete fich die Thür und der alte Lau­renz brachte der Komtesse einen Brief, de» soeben ei« Postbote abgegeben hatte.

„Aus der Schweiz," sagte die junge Dame, indem fie die Marke musterte, deren Stempel nicht zu entziffern war. „Von wem mag es sein; die Züge find mir völlig fremd."

„Ei, fich' da — von Sira Löwenthal," fuhr sie fort, nachdem fie daS Papier au8etna«berge» faltet halte. „ArmeS Ding — was mag auS ihr geworden sei« — welche Schicksale hat sie durchmachen müssen! — — Was? — Sica Löw-nthal im Kloster — wie ift das möglich?"

Die Komtesse »ar «ährend dieser Worte auf­gesprungen und vor ihre Schwägerin hingetteten,

vor ihrer Einberufung leb Landtag und könnten eine Gesetze geben noch Beschlüsse fassen. Zwar eS. wie Dr. Arendt betont, wahr, daß daS neußifche Staats Ministerium in d-n 1850er Jahren der Ansicht gefolgt ist, daß die Legislatur« »eriode mit dem Zusammentritt des Landtag- reginne, aber die Reich r regier ung steht, wie wir chon verschiedentlich h rvorgehoben haben, von Anbeginn an auf dem entgegengesetzten Standpunkte. Ja der Begründung bes Wahl­gesetzes für den Rorddeusschen Bund hieß eS, „daß die erste Legis lat np riode des Reichstags am 31. August 1870 ihr Ende erreich', da die allgemeinen Wahlen für diese Legislaturperiode am 31. August 1867 vollzogen worden." DaS Mandat der gegenwä tuen Abgeordneten erlischt also fünf Jadre nach "em Tage der allgemeinen Wahlen, das ist am 21. Juni 1903

+ Der Jeeist*« «I« Dorfrucht de» Sozialdemokrutie w - d durch folgende Nah» richt eines konseroatwen Berichterstatters btl uchtet: Der Reichstag«adg. L detfabrikant Jacobsen Schleswig«Eck rnsöfre) hat sein Mandat ntedergelgt, angeblich weil er beabsichtigt, ur sozialdemokratischen Partei über« ugehe«. Jrcvbsen war früher Hospitant der reis innigen Bol'spartei, trat aber vor einige« Iihren wegen Differenzen mit der Parteileitung auS der Fraktion. Seitdem blbb er „wild". Ob Herr Joesbie« wirklich aus dem angegebene« Grunde sein Mandat niedergelegt hat, bleibt freilich abzuwarten.

+ Die Rei chstagS komMission zur Br« rathung des Gesetzentwurfs betr. die Kind er­arbeit i» gewervliche« MetrieSe« lehnte am Donnerstag die sozialdemokratischen Anträge ab, welche die Einbeziehung der Land wir thschaft und Gärtnerei, sowie der Hausindustrie verlangten, ab und nahm dann unverändert § 1, sowie solgende Resolution Trimborn (Ctr.) und zwar einstimmig, an: „Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, Erhebungen über den Umfang und die Art der Beschäftigung von Kindern in der La n d wt r t h sch a f t und deren Nebenbetrieben, ihre Gründe, ihre Vorzüge und Gefahren ins­besondere für Gesundheit und Sittlichkeit, so­wie die Wege zwecksmäßiger Bekämpfung der Gefahre« — zu veranstalte« und die Ergeb- niffe dieser Erhebungen dem Reichstage mitzn- theilen.

* Oege« die Sokdatevmißhandtunge«. Anläßlich oer Rekruteneinstellung find im Verlaufe der letzte« Woche die Unterosfiziere und AuSbildu«gsma«nschaften erneut mit der kaiser­lichen Ordre vertraut gemacht worden, welche die Mißhandlung der Soldaten verbietet. ES wurde hinzugefügt, daß auf Grund der kaiser­lichen Auslassung jeder geringste Verstoß gegen die ordnungs- und pflichtgemäße Behandlung von Rekruten zur Bestrafung weiter gemeldet werden würde. Ganz neu ist der Hinweis an die Kammer« Unteroffiziere, beim Verpassen der Helme ja recht vorfichtig zu fein und die Helme nicht auS „Scherz" den Rekruten mit Wucht aufzustülpen. Hierdurch feien öfter die Leute ernstlich kopfktank, ja geistesgestört geworden, was immer eine schwere Bestrafung des Unteroffiziers nach fich ziehe« mußte. Mit den wegen Mißhandlung be-

O Die Obstruktion

hat am Donnerstag im Reichstage etwas kräf­tiger eingesetzt. Nachdem noch eine recht erheb­liche Zahl von Rednern über die Gersten- und Haserzölle zu Worte gekommen waren, von denen natürlich kaum einer noch etwas NeueS fügen konnte, nachdem also der Gegenstand «ach jeder Richtung hin vollkommen erschöpft war, konnte fich wahrlich Niemand über vorzei­tige „Debatten-Tödtung" beschweren, wenn nun­mehr die Mehrheit- - Parteien einen Antrag auf Schluß der Debatte einbrachten. Die Linke aber zeigte, daß fie a«S Furcht, die Mehr­heit könnte fich bis zur dritten Lesung doch noch mit den Regierungen verständigen, entschlossen ist, durch systematische Obstruktion daS Zustande­kommen des Zolltarife? zu verhindern. Das erste Mittel zu diesem Zwecke soll die überslüs- sige Vielrederei in's Endlose sei«. Wenn dann die Mehrheit diesem Manöver durch einen Schlußantrag e#n Ende zu machen sicht, dann tritt daS zweite Mittel in Aktion, und daS heißt: „Antrag auf namentliche Abstim­mung über den Schlußantrag."

Dadurch kann der Schluß der Debatte selbst­redend nur verzögert, aber nicht verhindert werden, sofern nur die Mehrheit stets annähernd vollzählig zur Stelle ist. Dann ist man in der Lage, den Schlußantrag avzunehmen und auch eine etwaige absichtliche Auswanderung der Linken aus dem Hause wirkungslos zu mache«. Ist der Schlußantrag angenommen, so folgt dann eine zweite Abstimmung über die betr essende Tarif­position. Das ist das dritte ObstmktionS- mittel. Daß noch mehr solcher Mittel, inner­halb deS Rahmens der Geschäftsordnung natürlich, angewandt werden können, das werden uns in der nächsten Zeit die Herren „Genossen" und ihre — Genossen von den freifinntgen Parteien beweisen.

Heute vollzog fich der Anfang dieser Ob­struktion ganz nach dem soeben gezeichneten Schema F. Seitens der Mehrbeilsparteien stellten die Abgeordneten Rettich (kons.), von Tiedemann (Reichspartei) und Spahn (Ctr.) einen Schlußuntrag. Der Ober-Genosse Singer beantragte über denselben namentliche Abstimmung, und dieser Antrag fand genügende Unterstützung, und zwar nicht nur seitens der Sozialdemokraten und der Freifinnigen beider Linien, sondern auch einzelner Nationalliberalen. Gin Versuch, den Schlußantrag zurücktuziehe«, mißlang, da der Vtzeprüfident Graf Stolberg der Auffassung Singers beitrat, daß in diesem Stadium die Zurückziehung deS Schlußantrages unzulSsfig sei. Nun wurde der Schlußantrag mit 209 gegen 104 Stimmen, welche fich aus den Sozialdemokraten, Freifinntgen, Polen, El­sässern Antisemiten und einigen Nationalltberalen zusammensetzten, angenommen.

Darauf erfolget zunächst, gleichfalls in nament­licher Abstimmung, die Ablehnung des An­trags Heim (Mindestlatz 6 Mk.), und zwar mit 242 gegen 83 Stimmen. Zur Minderheit gehörte« die bayerischen C ntrumSmitglieder, die bayer. Bauernbündler, der Bund bet Land wir l he.

Ein Jahr war dahingegangen und die Er­schütterung, welche bas plötzliche, schreckliche Hin- scheiden be« Grasen Ostmark in der ganzen Haupt­stadt und wett darüber hinan» verursacht hatte, wieder vergessen. Näher Betheiligten, wie Arthur von Blowitz, war e» eine interessante Erinnerung, von welcher man aber nicht gern sprach. Nur ganz selten hörte man einmal sagen: „SBelci herrliche Aussichten, welch große Hoffnungen hatte diese« Leben erweckt, und welch elende« traurige« Ende hat alle» gesunden!"

Gefühlvolle Nature« stellten wohl auch eine Frage nach dem Schicksal von Frau und Kindern de« Verstorbene«; freilich meist nur so nebenbei, denn man wußte ja, daß diese in seinem L den keine große Rolle spielten und er nie eine allzu heftige Anhänglichkeit an fie gezeigt hatte.

Diejenigen, welche die wirthschastlichen und Seschäftlichen Unternehmungen Ostmark'« kannten, egten außerdem anfang« noch einige neugierige Erwartungen aus interessante finanzielle Krisen. Aber auch diese Erwartungen wurden nicht erfüllt.

Die Unredlichkeiten de» Rentmeister« Finding wurden in der Oiffentlichkeit gar nicht dekann, <-a die Gräfin den wenigen Beamten, welche da- «.on Kenntniß hatten, strengste« Schweige« enbe-

die meisten Konservativen und Nationalltberalen i )ei«hard, Lichtenberger, v. Kaufmann und Gras Otiola. Annahme fand dagegen der Kom­missionsantrag (51/» Mk. Mindestzoll) mit 183 gegen 133 Stimme«, wobei Detnharv, Dnola, 1 Üchtenberger und v. Kaufmann wiederum mit en „Agrariern" stimmten. Der Abstimmung ent- hielten fich sechs Abgeordnete. Der Max malsatz im autonomen Tarif) wurde dem KommtsfionS- antrage entsprechend in einfacher Abstimmung auf

Mk. festgesetzt.

Für Hafer wurde nach Zurückziehung deS Antrags Heim, der auch hier 6 Mk. forderte, in namentlicher Abstimmung der Beschluß bet Rom. Mission (51 /8 Mk. Mindest,oll) mit 180 gegen 139 Stimmen bei 2 Enthaltungen ebenso auf­rechterhalten, der Maximalsatz desgleichen auf 7 Mk. normtet.

Das ist das Ergebuiß der heutigen Sitzung. Man steht: es geht vorwärts trotz aller Odstruk- ov, wenn die Mehrheit zur Stelle ist; aber freilich es geht langsam. Die Linke kann, wenn fie will, das Spiel bei jeder der 900 und o und soviel Positionen des Tarifs wiederhole«. Wird e« auch nur physisch möglich fein, eine solche Obstruktion auszuhalten? Es gibt unoer- .tsserliche Optimisten, die das glauben. Es gibt sogar solche, die bann noch eine Verständigung mit den Regierungen für möglich halten. Da« setzt z. B. der bekannte ehemalige Preßrdjutant Mauels und freikonservatioe Führer Freiherr von Zedlitz-Neukirch sehr schön im .Tag' auseinander. Er sagt, der Reichstag werde zu Opfern bereit sein, wenn nur die Regierung die Garantie geben könne, daß die Opfer nicht um­sonst gebracht werden, der Zolltarif also zu Stande kommen. Mit anderen Worten: die Regierung soll garanttten, daß die Obstruktion wirkungslos gemacht wird. Aber wie — daS verräch uns Herr v. Zedlitz nicht. Wahr­scheinlich will et sei« Mittel zur N-ederwerfung der Obstruktion dem Herr« Reichskanzler nur heimlich inS Ohr sage«, damit die Linke < haungS- los ins Garn geht. Leider vermözen oir dem Optimismus des Herr« v. Zedlitz »ich! zu folge«.

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