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JuLöa, Montag, den 20. Oktober 1902.
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29. JahrgMg.
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„Ulustrirte Sonntags-Zeitung’, „Tuldaer ßeschichtsblättet" und roHerie-üisft.
Srmirctzttr.
1902
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ftfttlte ihm mi dir Brust und küßte fd* bleiches
Nicht besser, nichts zu habe»? Wohl, ich will nicht- haben als mich, mein Weib und mein Kind. Das Uebrige mögen die da drinnen holen!"
Mit solchen Gedanken trat er inS Zimmer und an den Tisch, wo die Krieger saßen. Er wieS fie ins Nebenzimmer. Sie widersetzten sich. Er wollte Gewalt brauchen. Da trat Ferri ein und zog ihn bei Seite.
Er ging zu Bett. Aber er konnte nicht schlafen. Immer trat der Gedanke vor seine Seele: lieber n,Lts haben, al« de« Sauererworbenen beraubt werden, nicht im Krieg oder von Feinden, sondern mitten im Frieden von den Dienern de« Gesetzes.
Die Nacht verstrich. Am Morgen trat er an Fern'» Bett und sagte: „Geh mit, Du kannst bester als ich mit den großen Herren reden. Sie sollen mir Gerechtigkeit widerfahren lasten, oder bei Gott, ich brenne da« Hau« nieder." Ferri kannte seinen Vater, ste gingen. Aber nirgends wollte man sie recht anhören.
Javosch taumelte nach Hause. Abend«, al» Ferri schlief, zog er Kollari mit sich hinaus auf den Hausflur und sagte: „Morgen bezieht Ferri seine Wohnung in der Stadt, für ihn ist gesorgt; er ist Doktor und ein guter Sohu, er wird für Dich sorgen. Die« Hau« wird übermorgen nicht mehr stehen. Ein Raub der Flammen soll es werden mit allem, wa« drum und dran ist. Du weißt warum."
„Jarosch, um Gotte« Willen, wa« hast Du vor?"
„Kein Wort mehr darüber. Gib mir Deine Hand, wir find einig."
Ferri bezog seine Wohnung in bjer Stadt, die Mutter bei ihm. Janosch trat Abends nochmal« vor die Trinkenden an den Tisch und forderte da« Gestohlene heran«. Sie schlugen nach ihm, sie warfen ihn zur Thür hinaus.
„Jetzt ist es Zeit", sagte er.
Nach wenigen Minuten stand Scheune, Stall und Haus in hellen Flammen. Prasselnd stürzte das Gebälk zusammen und begrub den mühsamen Erwerb fleißiger Hände und da« stille Glück zweier Herzen auf immer.
Janosch glaubte recht gethan zu haben und prach sich frei über die Gründe au«, die ihn zu
einen länglichen Kern und einen Schweif von etwa 10 Vogen - Minuten. Am Tag« nach der Ent« bedang schien der Kern sich zeitweilig zu verdoppeln.
Nach de« Berechnungen gehört dieser Komet nicht zu den periodifchen. Er kommt aus dem
seiner Thal bestimmt. Er wurde auf zwei Jahr« in« Zuchthaus geschickt.
Kollari blieb bei ihrem Sohn, bi« Janosch au« dem Zuchthaus entlassen wurde.
Da« Häutchen aber ließ der Doktor wieder aufbauen, wie's gewesen, mit Stall und Scheune, wie man'« jetzt noch sieht. Man zeigt'«, wenn man nach dem Tömlötz-Jauosch fragt. Der wohnte noch lange Jahre mit Kollari darin, fuhr aber nicht mehr, sondern arbeitete al« Tagelöhner und ließ nicht zu, daß Kollari ein Ersparniß bei Sette legte, er wollte kein Eigenthum haben und wohnte nur dem Doktor zu Liebe in dem Häuschen. Und wenn ihn dieser besuchte, sagte er oft: „Ferri, mir ist'«, als hätte ich nur geträumt, böse geträumt."
Der Krandsttfter.
Erzählung a«S dem Ungarische« von W. Wimmer.
-------- (Nachdruck Verdate».)
Wem ist daS schmucke Häuschen mit dem rothen Ziegeldach und den weißgetünchten Wänden an der Straße, die von Klaufenburg nach Pest führt? Davor das Gärtchen mit den zierlichen Blumenbeeten, dahinter die Scheune mit neuem Dach und glatter Tenne, die Stallung mit den blanken Fensterscheiben und auf dem Hofraum das hochaufgeschichtete Holzlager, der Brunnen mit dem riesigen Schwengel, wie daS Alles so nett und sauber ist. Kein Nachbar hat ei so.
„Janosch!" ruft eine Frauenstimme von der HauSflurstiege.
Und aus dem Stalle tritt ein Mann in vorgerückten Jahren, eine echte Magyarengestalt. Das ist der Mgenthümer des Häuschens.
Janosch war als junger Bursche von 18 Jahren Kutscher bei einem der reichsten Magnaten der Stadt. Niemand trug damals einen schöneren Schnurrbart, knapperen Tschichmen und blankere Sporen. Niemand verstand es besser als er. den Mädchen die Köpfe zu verwirren, aber Niemand war auch rascher, jähzorniger.
Einst saß er in der Schenke, während die Zigeuner spiellen und die Wogender Tschärdüsch- länget ihn umfiutheten. Er mochte nicht tanzen, sondern leerte, die Augen starr auf einen Punkt geheftet, Krug um Krug. Plötzlich sprang er auf, zahlte seine Zeche und ging. Sein Herr hatte ihn einen Schurken geheißen, weil gestern die Rappen, die unter seiner Obhut standen, sich so unbändig geberdet, daß die Kutsche sicher gestürzt wäre, wenn nicht Janosch, die Gefahr erkennend, so gewallig geschrieen und gewettert hätte, daß die Thiere, am ganzen Leibe zitternd, wie eingewurzelt feststanden und er fie nur durch wüthende Peitschenhiebe wieder in Bewegung bringen konnte.
Den entehrende« Namen wollte er nicht auf fich fitzen lasse«; er mußte fich rächen. Denn daß die Rappen wild und muthig waren, gereichte ihm und ihnen nur zur Ehre. UeberdieS hatten fie keinen Schaden angerichtet, sondern ihm gehorcht anfS Wort.
Abends, als der Graf über de« Hofraum nach dem Garten ging, trat Janosch vor ihn
Seaenwärtig ist der am 1. September auf der Lick-Sternwarte von Perrine im Sternbild des Perseus entdeckte Komet auch in Europa sichtbar und kann bis Ende Oktober in seinem Lauf verfolgt werden. Zur Zeit befindet er fich im Moximum seiner Helligkeit. Wir geben bei- stehend eine Himmelskarte, in welcher die Bahn de» Kometen durch eine starke Linie, die vom PerseuS Über CygmuS, Lyra, Herkules und OphinchuS und weiter über den Aequator führt, kenntlich gemacht ist.
Der Komet erscheint zur Zett Heller al» ein Stern fünfter Größe, so daß er mtt dem unbewaffneten Auge gut wahrnehmbar ist. @r ist jetzt von der Erde nur fünfzig Millionen Kilometer entfernt, sein Abstand nimmt aber schnell zu. Bei seiner Entdeckung erschien der Himmelskörper nur so hell wie ein Stern neunter Größe, wurde aber bald Heller, so daß er Ende September bereits den Sternen sechster Größe gleichkam. Er stand damals im südliche« Theile der PerseuS. Sei« Lauf ging da«« durch die Andromeda und Casstopeja nach dem Bilde deS Schwans und dem der Ley er.
Etwa« fehlte ihm aber doch, obgleich die Habe fich zusehens mehrte, durch feine Unermüdlichkeit und seines Weibe« Fleiß. Denn Kollari spann und wusch ohne Unterlaß und verdiente fast ebenso viel al« er.
Nach einem Jahre kaufte Janosch noch zwei Pferde und nach abermal« einem Jahre zu den vieren noch vier. Er hielt Knechte und schickte nicht selten zwei oder drei Wagen nach entgegengesetzten Richtungen au» und blieb selbst daheim auf Kollari'« Zureden, wenn der Nord stürmte oder unendliche Regenwolken niederrauschten.
Aber noch immer fehlte ihm etwa» und auch ihr. Sie war nie so recht von Herzen froh.
Da — eine« Tage« ließ er die Knechte fahren und blieb bei seinem Weibe, bi« er eine« Morgens ein schöne«, gesundes Knäblein in den Armen hielt. Nun fehlte ihm nicht, mehr?W^W
Da erst fuhr er wieder selbst nach Pest und Wien, einmal, zweimal und dann jedes Jahr zwei- und dreimal. Von der Hütte bis zur Scheune dehnten sich die Stallungen und 16—20 Pferde standen darin.
Der Knabe wuchs heran. Janosch dachte bei seinen Fahrten nur an ihn, wie er lernen und dann ein Herr werden, wie er ihn in Pest besuchen werde. Und Ferri lernte brav. Janosch brachte ihn selbst nach Pest. Als der Sohn Doktor der Medizin geworden, holte ihn der Vater wieder ab und erzählte ihm auf der Heimfahrt, daß an der Stelle der alten Hütte ein zierliches Häuschen stehe und wie er Stallung und Hofraum sauber hergerichtet habe und wie die Mutter seiner harre. Ferri freute fich mit dem Freudigen. Sein Herz klopfte hörbar, als ihm der Vater das Hänchen zeigte.
Aber was war das? Die Mutter nicht da! Am Tische vier Soldaten! An den Wänden Rüstzeug! Im Stalle feinere Raum für die Pferde de« EigenthümerS, für die müden Pferde! Sott im Himmel! Was ist daS?
„Kollari, wo bist du denn?"
Auf den Ruf stürzte die Gerufene aus der Scheune herbei. Sohn und Gatte lagen an ihrer Brust.
„Aber was gebt hier vor?" fragte Janosch. „Hat fich die Hölle ausgethan, um mein Hau- zu vernichten?" MH
Kollari erzählte, eS sei Tinquarttrung da.
„Die gehört in- Rebenzimmer und die Pferde in den kleinen Stall, wo ste bisher immer gestanden."
„DaS Nebenzimmer fei zu klein und der Stall für kaiserliche Pferde zu enge", antwortete Kollari.
„Für zwei Mann und zwei Pferde nicht zu klein und nicht zu enge und mehr gehören mir nicht."
fernen Weltenraume außerhalb unseres Sonnensystems zu u«S. Die gewaltige Maffe unseres Centralkörpers zwingt ihn, in einer hyperbolischen Bahn in großer Nähe bei der Sonne vorüberzugehen, um dann wieder in den Weltenraum hinauSzuwandern und auf Nimmerwiedersehen unseren Augen zu entschwinden. Käme er auf feinem Wege zufällig in größerer Nähe zu einem der großen Planeten, so wäre dieser wohl im Stande, ihn auS seiner Bahn so abzulenken, daß er wieder zur Synne zurückkehren und diese nun in ellipttscher Bahn umwandern müßte. Namentlich Jupiter, der größte der Planeten, hat auf diese Weise schon viele dieser Jrrsterne zu Gliedern unsere- System-gemacht, die um unsere Sonne mtt derselben Gleichmäßigkett laufen, wie die Planeten, fteilich doch in langgestreckten Bahnen, in denen fie immer Gefahr laufen, bet einer neue« Begegnung mtt einem der Haupt- planete« wieder in eine andere Bahn geworfen
und sagte: „Euer Gnaden, entlasten Sie mich, ich will Ihnen nicht mehr dienen, denn Sie haben mich beleidigt, so tief, daß ich'S nie vergeffen kann. Die Rappen mag ein anderer besorgen und zahm mache«, daß sie fich nicht mehr so stolz und herrisch tragen. Ich willS nicht; denn ein zahmes Pferd ist nur ei« halber Pferd. Wild wie die Pußtaroste, so lieb’ ich ste und Euer Gnaden nicht. Drum geh' ich."
Der Gras watz *i*t wenig Überrascht. Er stand schon oben auf der Stiege, die in den Garten führte, Janosch vor ihm, an sich haltend, damit ihn nicht die Wuth übermeistere und zu Tollhette« verleite.
AIS ihm der Graf zu schweigen gebot, trat er ihm näher und rief in wildem Zorne: „Ich will nicht schweigen, denn Sie haben mich beleidigt, daS duld ich nicht. Auch ich bin ein Magyar wie Sie und habe Ehrgefühl wie Sie."
Der Graf, erzürnt über die kecken Worte, faßte ihn mit kräftigem Arme am Nacken und warf ihn die Sarienstiege hinab.
Winselnd erhob sich Janosch vom Boden. Sein rechtes Bein war gebrochen. Wochenlang wurde er auf deS Grafen Rechnung verpfleg:, aber sein Bein blieb steif im Kniegelenk. Janosch «ar trostlos.
Während seiner Krankheit besucht« ihn Niemand al» ein Mädchen, dem er nie große Auf. merksamkett geschenkt hatte. Denn Kollari war nicht schön, aber sie liebte Janosch. wie ihn kein I anderes Mädchen liebte.
Er liebte Überhaupt kein Mädchen, denn et | wat zu eitel auf seine Schönheit und wollte Husar werden. DeS Grafen Verweis hatte diesen Entschluß in ihm gut Reife gebracht, darum hatte et den Dienst gekündigt.
Jetzt konnte et fteilich nicht mehr daran denken. Et wat ein Krüppel. DaS wurmte I chn so tief, daß er fich oft ein Leids anthnn wollte. Und er hätte e- auch gethan, wenn Kollari nicht bei ihm gewesen.
MS fie eine« Tags an feinem Lager saß, fielen zwei Thränen auf feine Hand, die fie in der ihrigen hielt. DaS durchzuckte den kranken. Er neigte fich zu ihr und sagte: .Weine nicht
„Das ist noch daS Geringste", fuhr Kollari fort, „aber fie find wüst und räuberisch. Sestern haben fie den Keller erbrochen, Wein genommen und Schmalz, heut« die Kammer und den Heu» Kode« geplündert."
Janosch schäumte vor Zorn und schwieg. Ferri trat inS Zimmer. Aber es ward ihm unheimlich bei den Mensche«, die ihre Plätze am Tisch noch immer inne hatten und Karten spielten.
Et kam gut Mutter auf den Haurfiut und dann inS Nebengimmet. Et wat gerstört, fie weinte. Janosch «ar verschwunden. Nach einer Stunde kehrte er zurück. Et hatte Klage geführt und war nicht gehört worden, seine Wnth war gestiegen. Für diese hast du also dein HauS gebaut ?" fragte er fich selbst, „für Menschen, deren Sprache du nicht verstehsitz die fich in deine Wohnung drängen, als wäre fie nicht dein eigen« thum? Ist'» da nicht besser, nicht- zu haben wie drüben die Zigeuner, die in Höhlen wohnen?
i Gr sicht. Dann knie.« sie nieder und betete leise.
Beim Scheiden reichte ihr Janosch die Hand und sagte: „Sobald ich dies heillose HauS verlassen kann, gehen wir zum Pfarrer."
Nach sechs Wochen wohnte das glückliche Paar in einer kleinen Hütte, die ehemals an Stelle des schmucken Häuschens stand, von dem wir sprechen. Kollari hatte acht Jahre gedient ! und ein schönes Stück Geld erspart, Janosch die Hütte geerbt. An diese stieß ein kleiner mit Stroh gedeckter Stall, drin standen zwei Pferde von der bekannten, eben so dauerhaften als feurigen siebenbürgischen Race. Janosch. zur Feldarbeit untauglich, hatte sie aus Kollari'- Mitgift gekauft und war Fuhrmann geworden.
E« verging selten ein Tag, daß er nicht fuhr, weit oder nah, da» war ihm gleich, wenn’« nur gut gezahlt wurde. Dann fuhr er aber auch nach ungarischer Sitte, so schnell fast wie ein Pfeil.
Janosch war mit seinem Schicksal zufrieden und murmelte oft, wenn er so dahinfuhr und an fein traute« Weib dachte, in den Bart: „Er ist doch gut, daß ich kein Husar geworden bin. Aber ich wäre doch einer geworden, wenn der Graf mich nicht —“
’ 96 Jahr« w*ter Wasser. Die Fregatte „A»so»", die Ende de« 19. Jahrhundert« in den Siegen über die Spanier und Franzosen und beim stegreichen Seekampfe Lord Rodney« über den Grafe» de Trasse im Jahre 1782 eine hervorragende Rolle spielte, und später zehn spanische Kanonenboote und eine Batterie zerstörte, ist plötzlich in Mount» Bay aufgefunden worden, wo fie am 29. Dezember 1807 unterging. Damals gerade kehrte da« Schiff von der Expedition gegen die Insel Lurayao zurück und mit ihr gingen 86 Man» unter. Einigen Fischerleuten au« Porthleven fiel ein eigenthüm« licher schwarzer Gegenstand bei der Looe-Sandbank aus, so daß fie den Kapitän eines Penzaucer RettungSdampfer« darauf aufmerksam machten, der sofort einen Tauch« herabsandte, wobei e« fich herauSstellte, daß daS Schiss die „AnfoS" war. ES heißt, da« Schiff hatte eine be- deutende Summe in erbeuteten spanischen Doublonen an Bord, jedenfalls wird der Befund der bevorstehende» U»tersuchu»ge» feiten« der Admiralität interessante Entdeckungen zeitige». _ „
* Beweis.....Ist Ihre Tochter, Herr Professor,
auch ebenso häuslich wie gelehrt?" — „Freilich! Eben übersetzt sie unser Kochbuch in» Griechische!"
' Bei Gelegenheit. Sohn: „Papa, ich lernte em Mädchen kennen..." — Vater: „Nun, außerdem hast Du ja überhaupt nichts gelernt."
Nunmehr M er rasch fiwwärts in _
bild des Herkules. Mtt ««bewaffnetem Ange fleht zu werden, die fie mögücher Wesse wieder man den Kometen nur als lichte« Fleck, etwa unserer So««« fortführt.
ebenso wie den Andromeda-Nebel. Im Fernrohre ______
zeigte er gleich am Anfänge seiner Sichtbarkeit