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.Wustrirte Sonntags-Zeitung*,SuMaer 8esdwd)to6l8lcf' und rotierte-DsR.

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Juköa, Montaag, bett 20. Oktober 1902. 29. Jahr«m>

@ Die Bmengenerale

haben auch bei den weitere« gastliche« Beranstal- tungen ihrer Berliner Freunde den Takt bewahrt, den wir bereits gestern an ihrem Auftreten rühme« konnte«. In England wird man sich über keines ihrer Worte mit Recht verletzt fühle« können. Natürlich zweifeln wir gar nicht daran, daß einzelne überempfi« liche Leute und Chauvinisten in England vielleicht auch ander­wärts zu Unrecht sich an den Generalen wegen ihrer Berliner Reden reiben werden. Schon die Thatsache für sich allein, daß die von den englische» Truppen wahrlich nicht glimpflich ge­schwungene Kriegsgeißel blutige Spuren auf dem Rücken des unglücklichen Bu envolkes hinterlofsen hat, deffe« Land t« eine Wüstenei verwandelt, bisse« Frauen und Kinder in den Konzentrations­lagern zusammengepfercht zu Tausenden dahin- starben diese Thatsache allein kann ja wohl, wenn fie von den Generalen hervorgehoben wird und hervorgehoben werden muß, um ihre Bettelfahrt, wie fie selber sagen, durch die ge­sitteten Länder zu rechtfertigen, in England schwere- Mißbehage« Hervorrufen. Aber wer kann es den Burenheldm mit Recht verarge», daß ste dar Elend ihres Volkes schildern nicht um die Welt gegen England aufzustacheln (das habe« die Engländer selbst bestens besorgt), sondern um Hülfe zu erlange« zur Linderung der unermeßlichen Noch?

Nichts Anderes haben die Generale getha«, am Freitag Nachmittag sowohl in der Sitzung des Frauen Hilfsbundes wie Abends auf dem Fest­abend in der Philharmonie. Botha benutzte diese Gelegenheit, um auch die Verleumdung, Krüger fei mit der Staats kaffe von Transvaaldurch­gebrannt*, wirksam ja widerlegen. Im Gegen- thril hat Krüger aus seinem Vermögen seinem Lande noch 40 000 Pfund (über 800 000 Mark) geliehen, die England jetzt nicht alS Staatsschuld anerkennen will, sodaß Krüger sein G-ld verliert. DaS bedeutet auch für Krüger einen sehr große« Verlust, obwohl er durch den Verkau seiner be­deutenden, goldhaltigen Farm ei« reicher Man» immerhin noch geblieben ist.

Was aber i« de» Reden der Generale am häufigsten und mit den innigsten Worten immer »iederkehrte, daS war die Anerkennung, der hohe Ruhm ihrer Fraue». Was ihre Frauen in den Kriegsjahren durchgemacht, waS fie bei der Zerstörung ihrer Farme« und in den Konzentra­tionslagern gelitten, daS hoben die Generale immer wieder hervor, zugleich aber auch die heldenhafte Stärke, mit welcher ste alles Leid, den Verlust ihrer Männer, ihrer Söhne, Brüder und Väter, das Hinsterbe» ihrer kleine» Kinder, das entsetz­liche Lebe» i» de» Lagern ertragen und habe; noch die Männer zum AuSharren ermuthigt habe». Die Frauen find der Kern deS Volkes, sagte Botha, und er erzählte wahrhaft rührende, tie erschütternde, aber auch erhebende Beispiele von der Seelengröße der Burenfrauen. Und Dewet, der in allem Unglück, das ihn noch i» diesen

Tagen in seiner Familie betroffen, fich eine eigene lrt grimmigen und doch wieder gutherzige« Humors bewahrt hat, äußerte: »Ich habe oft gesagt, daß ch eine« s lche« R spekt vor unsere« Frauen >abe, daß ich am liebsten zweie statt einer nähme, wenn es nur ginge,

Und das war auch, wie Botha betonte, der eigentliche «rund ihrer Unterwerfung, ie konnte« das Unglück ihrer Fraue« u«d linder, der Witwe« und Waisen, daS Hinsterben n den Lagern und da- ganze Elend ihres Volkes nicht länger mitansehen.Unser Volk schien uns zu gut, um es aussterben, um eS von der Erde verschwinden zu lassen. Beifall und tiefe Bewegung zeigte, daß die Brr- ammlung die Tragweite dieser Worte verstanden. Mir bestätigte« fie, waS ich immer von der Unter­werfung der Buren gedacht hatte. Sie haben tapfer gekämpft, aber als sie die völlige Aussichtslosigkeit hres Kampfes erkannten, da machte« sie dem Morden ein Ende, um die Reste ihres Volkes zu retten für bessere Tage. Und sie hoffen, daß es »och zu retten und wieder zu erhebe» ist, wen« die christliche Welt ihm hilft, das erste Elend zu berwinden. An dieser Hilfe w.rd es gewiß nicht fehle». In Frankreich erhielten die Generale 72000 Mark, iw Deutschland bis jetzt 260000 Mark, und der Burenhilfsbund will seine Thätig- leit auch ferner aufrechterhalten. Marr darf ihm umsomchr Etfolg wünschen und Voraussagen, jr mehr er fich auch ferner bestrebt zeigt, dem Wunsche der Burengenerale gemäß politische Nebenzwecke von seiner Arbeit auszuschlteßen.

Berlin, 18. Oktober 1902.

+Kim Armeevefehl gegen die Mee« ist so theilt man dem .Vorwärts' mit, am BownrrStag Mittag bei den »v täusche« Behörden und Truppentheile« Berl rS einge- laufe», folgende« Wortlaut»:

Seine Majestät der Kaiser hat ,» befehlen geruht, daß es den Vertreter« der Regte- rung und deS Militärs verboten ist, fich a« dem Empfang und den Versammlungen der Buren zu betheiligen.

I« dieser Form kann die Mtttheilung unmöglich richtig sein, denn in einem Armeebefehl la«« de« Vertretern der Regierung, soll wohl heißen den Beamte« kein Verbot ertheilt werden. Auch die AuSdruckSweise entspricht nicht den amtlichen Gepflogenheiten. Wahrscheinlich ist die ganze Meldung nur ei» Niederschlag der offizi­ösen Weisung an die amtlichen Kreise, von den Burenhelden keine Notiz zu nehmen. Sehnliche halbamtliche Winke werden ja wohl auch den Offizieren ertheilt worden sei«, schwerlich aber den Unteroffizieren und .Gemeinen'.

+ Der Krggrohherzog von Anden hat das Kommando de» 8. Armeekorps in Koblenz niedergelegt. An seine Stelle tritt Generalleutnant v. Deines, bisher Kommandeur der21.Division in Frankfurt. Er ist in Hanau geboren. Wie das

Kw Wechenschcrst.

Rowan von Paul vom Wildbach.

87 ------(Nachdruck verboten.)

Erst allmählich entnahm man der Rede des Bauers, daß dem Grafe« et» Unglück zugestoßen war. Ein fürchterliches Gewitter «ar aufgezogen, so erzählte der Man«, drohend hinge» die Wolken am Himmel, al« er von feinem Häufe auS von Weitem eine« Reiter im gestreckte« Galopp die Landstraße heraufsprenge« sah, der anscheinend vor Ausbruch des Wetters noch ei« schützendes Obdach erreichen wollte. Doch zu spät i Plötzlich krachte der erste Donner, und gleichzeitig fuhr ein gewaltiger Blitz kaum 20 Schritte vor dem Pferde des Retters in eine der de» Weg umsäumenden Pappel», daß Reste und Zweige wett umher fuhren. DvS Pferd bäumte so hoch empor, strauchelte über das Geäst des gesollenen Baumes und stürzte, seine« Reiter unter fich begrabend.

Als der Bauer sofort aus der Hütte eilte, um Hilfe zu bringen, hatte das Pferd fich scho« wieder emporgerafft und floh wilde« Laufes in entgegengesetzter Richtung von dannen. Der Retter aber regte fich nicht, und als der Bauer hinzukam, erkannte er in dem wie tobt Daliegen» de» eine« ehemalige« Offizier seines eigenen Re- SimentS, den Grafe« von Ostmark, in dessen cskadron er selbst seine Militärzeit verbracht hatte.

Gemeinsam mit seiner junge«, kräftigen Frau hatte er den Leblosen i« seine Hütte geschafft und war da»« eilends zur Stadt geritten, um

Meldung zu machen und, wenn «och möglich, schleunige Hilfe zu bringe«.

Halb mit Stau«e«, halb mit Sraufe« hatte der gräfliche Bediente zugehört und dann den alte« Laurenz gerufen, der am beste» angeben konnte, waS geschehe« müffe; denn daß man der Gräfin die Unglücksbotschaft nicht fo unvermittelt zukommen laffe» dürfte, lag klar auf der Hand.

Auch der alte Lauren, hatte erst den treuen, graue« Kopf geschüttelt und dann einige Kreuz- und Querfrage« gestellt, wie um fich zu verge- wiffer», daß der Mann auch die Wahrheit sagte, obschon er bei dessen offenem, ehrliche« Wesen nicht daran gezweifelt hatte.

Nach kurzem Ueberlegen sagte Laurenz:Wir müffe« es der Fra« Gräfin schonend beibringen. Soweit Sich fir kenne, wird fie jedenfalls selbst fich an Ort und Stelle begeben wollen. Du, Johan», spa»»e deshalb sofort die besten Pferde a« de« Wagen, und Du, Ignaz, laufe schnell zum Geb. SanitätSrath Rothbill. Ich selbst will zur Gräfin gehen und fie vorbereiten.

8s war ein schwerer Sang für den alte» Laurenz, den er heute die Stufen hinauf in die Gemächer seiner jungen Herrin ihn« mußte, und als er eingetreten war und ihr gegenüber stand, da hatte er alle Worte verloren und wußte wirk­lich nicht, wie er anfangen sollte.

Sie aber sah kaum sein eMicheS, von den tiefen, traurigen Furchen durchzogenes G'stcht, als fie die Hand auf« Herz preßte und mit fast un­hörbarer Stimme tagte:Sprich nur, ich bin auf Alles gefaßt.

,Berl. Tzbl.' bemerkt, ist v. Deines derjenige Offizier, der feit dem Jahre 1813 das beste Avancement in der Armee gemacht hat. Er war rüher Militärattache in Wien.

4- Der twjwwwwr

Dr. Wentzel, hat fich von einem Vertreter der reifinnige» ,Boff. Ztg.' interviewen laffen und dabei erklärt, er fei gemäßigt konservativ und, obwohl auS einer Gutsbefitzerfamilte, kein Agrarier. Er fei Beamter, der keine Politik treibe. Dann hätte er u. E. auch bester daran gethan, fich nicht über feine politische Stellung auszutaffen und dadurch der liberalen Preffe Anlaß zu vergnügte» politischen Betrach­tungen zu geben.

4- Die ANvengenerale sind am Samstag Abend von hier abgereist. Dewet reiste um 10 Uhr nach drm Haag und B-tha und Delarey um 11 Uhr 10 Minuten «ach Brüssel ab, sämmtlich unter stürmischen Ab- chiedsgrüßen der Volksmenge.

+ Aeich»1agSkSseovd«et-r Dr Hertel, der Chefredakteur des Organs des Bundes der Landwirthe, der .Deutschen Tagesztg.', sollte nach einer ZeitungSmeldung in seinem sächsischen Wahl- Steife einen nationalliberalen Gegen- »eroetber bekommen. Jetzt thrilt der betr. Nationalliberale, der dies angeregt haben sollte, mit, daß bisher ein natioeaöiberater Gegen- lanbibat nicht aufgestellt fei, und daß man sich freie Hand Vorbehalte. Und dies trotz des EisenacherRuckes nach links?

X Die Hetreidezo«d-N»tte im A-ichv- fege bot am dritten Tage, am Samstag, schon gar kein Interesse mehr. Ma» weiß ja, wie eS wahrscheinlich komme« wird. Der Abg. Pach- nicke rechnete heute aus: Der Antrag Wanzen- heim wird abgclehnt. der Antrag Heim für den übrigen« sonst kein Mitglied des C-ntrumS eintritt dergleichen, die KommiffionSbeschlüffe dagegen mit klapper Mehrheit angenommen. Damit gilt die Vorlage als gefallen, da nach Iberwiegender Ä^rahme die Regierungen auf hrrm Standpunkte beharren werde«. Die heu­tigen »eufjemfw des badischen Fi»an,Ministers Buchenbergtr klangen allerdings nicht fo be­stimmt, wie bl j-nige» des Reichskanzler«; er beschränkte fich ara»f, einige Einwände der Linken zurückzuwel.e», denverehrten Herren von der R e ch ten aber gut zuzureden, fich zu mäßigen. Zu den Kommiss ton Sb es chlüsse» nahm er keine Stellung. Ob dies etwas zu bedeuten hat? Wir möchten es einstweilen bezweifeln. Obwohl nun alles zu einer Entscheidung hindrängen sollte, wird es schwerlich vor Dienstag dazu kommen. Heute sprachen 17 Redner, für Montag sind noch 9 vorgemerkt. Wenn die Redefluth vielleicht auch bis Montag Abend fich verlausen hat, wird an diesem Tage doch kaum noch mit den Abstim­mungen, die natürlich durch den langwierigen Namensaufruf erfolgen werden, begonnen werden. Heute erfuhr man, doß auch die Polen und Antisemiten für die KommifsionS- befchlüsse stimmen werden. Im übrigen brachte der Tag eine lange Rede des freisinnigen Abg. Dr. Pach nicke und eine dreistündige Obstruk» tionSrede deS Sozialdemokraten Stadthagen, natürlich vor fast leere» Bänke», sowie »och eine Rede deS Vorsitzenden deS Bu»de« der Land-

Da »ahm er fich denn zusammen und erzählte ihr, was der Bauer gemeldet hatte; nicht in wvhlaesetzten Worten und auch nicht Alles in der Reihenfolge, wie es sich zugetragen hatte, sondern vorsichtig daS Mildere vor daS Schlim­mere setzend, bis endlich AlleS heraus war. Dann strich er fick, über Die treue» Augen und sagte, er habe sofort zum Hausarzt geschickt und an- spannen lassen; mein die Frau Gräfin hinaus- fahren wolle, fei AlleS bereit.

Stumm und starr hatte die Gräfin zugehört. Als die Unßlücksbotschaft aber j.tzt beendet war, seufzte ste tief auf und sagte:Also doch »ich tobt--Gott, Barmherziger, Dir fei Dank I

Dan» gab sie Befehl, daß ohne jede« Ver­zug abgefahren werden solle. Der Bauer sollte mit ihr und dem SanitätSrath tm «super fitzen, damit ML« unterwegs noch die genaueste Aus- kunft haben und die nöthigen P ä«e fasse« könne. Im Kloster der Kapuziner vor der Hauptstadt draußen aber sollte gehalten und ein Pater einaelade» werden, sofort mitzukommen Oder »vch besser, fügte sie bei,Ignaz kann schnell vorreiten und die guten Patres benach­richtigen, damit wir ja keinen Aufenthalt haben.

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Das war eine traurige Fahrt!

Die feurigen Pferde griffe» aus, als wüßten fie selbst, daß es um Tod und Leben ginge, und doch deuchte eS der Gräfin, welche so bleich neben dem SanitätSrath Rothbill im Fond beit Wagens saß, als dauere eS eine Ewigkeit, bis man an das Haus des Bauers komme.

Der Gräfin gegenüber saß der Bauer, welcher

wirthe, o. Wangenheim, der in ziemlich mittet Weis« den Antrag auf 71/» Mk. Zoll vertrat. Das ist, wenn mau nicht höflicher als wahrhetts« iebenb s in will. Alles, waS von brrRede- chlachl des dritten Tage« zu sagen ist?

X Die AutioualliSerake« «ach der Eisenacher giuigmtg nach tittftn. ES wird erzählt, im Reichstage wollten sich die Nationalliberalen den Sprß machen,geschloffen ür die Regierungs-Vorlage einzutreten, und zwar ollen zu diesem Zwecke die darüber hinausgehen- >en Agrarier in der Fraktion (o. Hey', Sieg ec.) von der Abstimmung fern bleiben! Ob's wahr ist, wiffen wir nicht; wenn es aber nicht wahr ist, da»« ist es gut erfunden, um die j tzige Sage der Nationalliberalen zu kennzeichnen. Die ungliberale Richtung ist sehr unzufrieden damit, > dieFreiheit in wirthschaftlichen Fragen zu Künsten der Agrarier aufrecht erhalten und so bei den Wahlen allen Kompromiffr« nach rechts eine Hinterthür gelaffen wurde,. und sie greift besonders den Abg. Paasche deswegen an. Die .Nationalztg.' beschuldigt de« General - Sekretär Patzig e:«er patriotisch gefärbten offistelle« Be­richterstattung über den Eisenacher Kongreß zu Ingunste« derJungen und zu Gunsten der Agrarier, und fie äußert große Genuzthuung darüber, daß Herr Patzig demnächst seine Shelle niederlegt aberauS persönlichen Gründen und auf feinen Antrag.

Parl»«e«tarische Nachrichten

Die angenSkicstliche Sarteistärüe der IraktivneN des Zürich,tage» hat sich folgender­maßen gestaltet: Er zählen an Mitgliedern: Ron» ervative 52, Reichrpariei 20, Antisemiten 10, Centrum 106, Polen 14, Nationalliberale 53, Freisinnige Bereinigung 14, Freisinnige Volks­partei 26, Deutsche Bolkspartei 7, Sozialdemo­raten 58, sraktto»«!»« sind 36, im Ganzen 396 Abgeordnete. Erledigt ist der Wahlkreis 6. Lieqxitz durch den Tod dk« Stadttaih« Ksuffmann. (f 2. Oktober 1902.)

* Dem Reichstage dürfte zu Begin» de« nächsten Jahre« eine Vorlage zur Genehmigung unterbreitet »erden, welche sich auf die Zsiegelrmg, KiufShrnmS n»d ASgaSe von SStzstoffe« bezieht. E« handelt fich um die bei dem neue», am 1. April 1903 In Kraft tretende» Süßstoff« gesetz in Bezug auf da« Verbot der Herste Lung, Einführung und Feilhattung von Süßstoffen zu- gelaßene« Ausnahmen. Die über letztere zu er- lassenden Bestimmungen müssen dem Reichstage vorgelegt werden.

Airs dr« Reichstage.

-o 196. etUunfl Dem 18. Oktober 1908, 12 Uhr.

Die Getreidezolldebatte wird fortgesetzt.

abg. Dr. (ftetf. ««.) hält daS Ab-

stimmungSergebnist schon jetzt für klar. Antrag Wangen­heim und Antrag Heim werden abgelehnt, KommisfionS« beschlüffe angenommen. Wenn nicht, so würde» fich auf die übrig bleibende Regierungsvorlage nur 40 Stimmen vereinigen. An eine Verständigung sei nach den bestimmte» Aeußrrungea deS Reichskanzler- trotz aller Zwetfelsncht nicht mehr zu denke». Redner tritt dann in laugen Ausführungen für Handelsvertrag-« Politik, gegen Mindestsätze, gegen ein Töfftöff-Tempo In der Behandlung der Zollfrage, für einfache Berlängerung der bisherigen Handelsverträge ein.

noch einmal mit aller Umständlichkeit hatte er- zählen müffe», wie fich das schreckliche Ereigniß zugetrage«, wie man den Grafe« «mfgefunde« und einstweilen für ihn gesorgt habe.

Die T-äfit und der SanitätSrath hatten genau zngchört, und letzterer richtete noch einige wichtige Frage» an den Ueberbringer der Trauer­botschaft, während der daneben sitzende Pater Benediktus, ein ehrwürdiger GreiS mit langem weiß.m Barte, seine Lippen in leisem Gebete bewegte

Endlich war man am Ziele, und der alte Laurenz, welcher neben dem Kutscher auf dem Bock Platz* genommen hatte, sprang von seinem hohen Sitze mit einer Brhendigkeit herab, die man seinen alten Knochen gar nicht mehr zu- getraut hätte.

ES war aber auch keine Zeit mehr zu ver­liert n.

Der Arzt bat die Gräfin und den Pater Benediktus, fich einstweilen noch etwas im Hinter­grund zu halten, worauf dieselben fich mit dem Bauer in die hintere Stube begaben, während er selbst mit Laurenz in daS Schlafz mm.r trat, wo Graf Ostmark immer noch regungslos auf dem Bette las fo bleich fast wie das untergebreitete schneeweiße Leintuch.

Daneben saß die Bäuerin und kühlte die Stirn des Kranken mit «affen Aufschlägen, während hier und da ein dicker, rother Bluts­tropfen auS einer breiten Wunde quoll, welche der Huf des Pferdes dem Haupte feines Herrn geschlagen hatte.

Die Brust deS «ranken hob und senkte fich