Einzelbild herunterladen
 

SäMtt

liWtes «M. M. Mi»«ahn:r tat A«»»>

Juktza, Freitag, den 17. Oktober 1902.

JV1 240.

O Die zweite Berathnng des Zolltarises

fing am Dounerstäh, nachdem die „Fleisch ° noth"-Interpellationenzurücksestellt waren, bis dir von der R-ichS« und preußische« Regierung bewerkstelligten Erhebunsen abgeschioffe« sein wer­de«, in nicht gerade aufregenoer 2B?tp an. Der Reichskanzler entledigte sich seiner Pflicht, den Eatwurf der Verbündeten Regierungen zu »er- trete«, ohne rechte Wärme. Neues zu sagen, wäre freilich auch schwer gewesen, doch erhoben sich seine AuSführu-grn, dir sich um de« Se- danke« drehte«, daß bei den vorgeschlagene« Mindestsätzen sLrGetreide (nur diese standen am DormsrSt g zur Debatte) Handelsverträge mit dem Ausland« »gerade «och" möglich feier-, nicht über daS bercheidenste Nscmalmaß bundes- räthlicher Rhetorik. Selbst die sonst bei Graf Bülow so beliebte« klassisches Citate fehlten gänz­lich. Der Reichskanzler bezeichnete de» Entwurf alS eine« erst nach langen Bsrathungen zu Stande gekommenen Kompromiß zwischen den Verbündeten Regierungen, der die äußerste Grenze dar­stelle, welche den Abschluß von Handelsverträgen eben noch möglich erscheine« le ff?, und versicherte, die Verbündeten Regierungen könnten auf eine weitere Erhöhung der Mindestsätze für Getreide ebenso wenig einsehe«, wie auf die Ausdehnung der Mindestsätze auf andere Artikel, d. h. also auf Vieh. Die Linke begrüßte diese Erklärung mit der üblichen „Bewegung", verlor ober ihre gute Laune, alS der Kanzler dann mit viel größerem Nachdruck vor einer künstlichen Verschleppung der V.rhandlungen, welche die Axt an die Wurzel der Parlamentarismus legen würde, warnte. Die odstruktionslustigL Sozial­demokratie wurde hier nervös und lärmte. Zum Schluffe appellirte der Kanzler „an die ost be­währte Einsicht und Vaterlandsliebe des Hauses", wobei die Sozialdemokraten durch Gelächter bi» wiesen, daß sie sich von diesem Lobe nicht ge­troffen glaube», und äußerte die Hoffnung, daß „wir zu einer Verständtaung kommen werden", die dem Tesammt-Interesse drS Vaterlandes diene.

Nur einzeln« Bravorufe aus den Reihen der Nationalliberalen, deren Gros sich ja schon

in Eisenach zur Regierungsvorlage bekannt und dadmch sich für die kommenden Wahlen als Re­gierungspartei «mpfohlen hat, belohnte» de« Reichs- kanzler für feine Rede, die bei nähere« Zusehen doch nicht ganz so bestimmt und unbeugsam ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. Von den Kommisfi,nebeschlüffen hat der Kanzler mit keine« Worte gesprochen, doch dankte er der Kommission für ihr« Arbeit. Der Ausblick auf «ine Ver­ständigung, den er zum Schluffe eröffnete, «ar vielleicht nur eine Redefloskel; wäre er ernst ge­meint, fe müßte sich der Kanzler sagen, daß ohne aller und jede» Entgegenkommen ihrerseits die Regierunsen kaum Aussicht auf ein« Verständigung mit der Mehrheitspartei hat. DaS kentru« steht fest auf denKommisstonsbeschlüfseu, dar ist das tzrzebniß seiner Fraklioneberathunge«, und die Konservativ« wie die Polen «erden »oraurstchllich mit dem Seutrum gehen. Di, piice de rÄsiitance wirb für das Erntrum

übrigen« al» wtcht-gste der Zollfordernagen ein höherer Mmimalzoll für Gerste sein. Darauf be­stehen nicht nur die Bayern, sondern auch die Württemberger, Badenser, Elsaß Lothringer, aber auch di« „Norddeutschen", iusbesondere die Schlesier.

Da« Hau«, dar übrigen» «och manch« Lücken aufwies» hatte dann eine dreistündige Rede der Nbg. Goth ei« von. der freisinnigen Bereinigung über sich ergehm zu lassen, soweit die Herren nicht vorzogen, in den Wandelgängen eine Havanna zu rauchen oder im Lesesaal und Schreibzimmer einer nützlicheren Beschäftigung obzuliege«. In der Wandelhalle gibt eS übrig»«« noch andere« Zeitvertreib, denn dort befindet fich noch eine kleine koloniale Ausstellung vom letzten Kolonial- kongreß her. (Such da» vielberufene „koloniale Oel" ist hier zu sehen, wovon der Staatssekretär v. Richthofen auf dem Kongreß äußerte, mit einem Tropfen diese« Oele« müßten bei den Wahlen di« vrrfüziedenen Parteien geialbi werden; auf den Et-ketten la» man den Namen „Srdnußtafelöl". Uab ich, brr ich mit diesem Oel zwar nicht mich selbst, wohl aber sehr oft meinen Salat gesalbt habe, kau« bestätigen, daß e« ausgezeichnet, ja besser al« feinstes Olivenöl ist.)

• Der Leser nmd mir gütigst diese Abschweifung verzeihen; half st« ihm und mir doch über die Orde der Rrde-Sahara dcS Abg. Goth ei« hmweg, der ein Langes und Brettes sagte, um zu beweisen, daß es gar keine Roth der Lanb- wirthschaft gebe, und soweit eine solche doch zu bemerke« sei, vut in dem Schlendrisn der allzu konservative» Bauem ihren Grund habe! Es ist überflüssig, solche Weisheitssprüche kritisch zu beleuchte«.

Nachdem dann noch Abg. ». Kardorff Namens der Reichspartei sich für dir Kommiffions- beschlüffe und gegen die wsitergehenden Anträge des Bundes der Landwirth« ausgesprochen, dem Reichskanzler aber zu bedenken gegeben, daß er selbst da» Ansehen des Parlamentes schädige, indem er ihm sage: „Friß, Bogel, oder stirb!" — wurde die Berathung auf Freitag vertagt. Als Astwort auf die langathmige Rede GotheinS wurde aber der Beginn der nächsten Stzung um ei e Stunde früher, nämlich auf 12 Uhr festg tzt. Bei dieser Staude will man bleiben, um die Be- rathuug möglichst zu fördern.

Um halb 6 Uhr verschwanden die Reichs- boten, soweit sie es noch nicht schon vorher gethan, — um die Bureugenerale zu sehen, deren Ankunst um diese Zeit erwartet wurde.

Berlin, 1«. Oktober 1902.

• Der Kaiser hat fich heute stütz von Cadiue« über Marteuburp, wo er kurzen Ausenthakt zur Besichtigung der Garnison nah«, «ach Danzig begeben. De« Weg v„ Ladin r» »ach der Bahn- statio» legte er zu F«ß zurück. In Danzig «ahm er an einem Frühstück beim O'fizierkorps der

Hw Mechenschcrst.

Rom« von Paul vom Wildbach.

M ------(Nachdruck verboten.)

Aber diese glüMchen Zeiten waren längst vorbei, Scho« mehrere Jahre war die Ernte gar nicht sehr befriedigend «»«gefallen, und wenn wir Aich etwa« »n verkaufe» «ar, so hotte es unter der immer stärker werdeuden Konkurrenz birtex hohen Preis gehabt.

Obschon er schon lange fich um den KourrzeUel nicht mehr gekümmert hatte, wußte die« Graf Ostmark nur allzu gut. Und außerdem wußte er noch viel, viel mehr und viel Schlimmere«: sein Kredit war durch die Geschäfttgebahrung in den letzten Jahren erschüttert, und wenn er die um­laufenden Wechsel nicht sofort einlöste, so mußten die Folgen ganz unberechenbar sein. Bei »or- malern Stande der Dinge würde jed-r Bankier mit Freuden den Grafe« unter feine Kunden auf. genommen haben. Aber bei solchen Kstastroptzev, wie der Krach Löwenthal war, pflegen die Geld« männer sehr zähe und um Wsigerung«gründe nicht verlegen zu sein.

Alle diese Ueberlegungen gingen Ostmark in dem Kopfe herum und versetzten ihn i« eine so gedrückte Stimmung, daß et selbst Herrn von Blowitz anffiel, de« er al« einzigen Gast im Klub- Hause antraf, und dieser fragte, ob dem Grafen nicht wohl fei, unb ob sie einen Sprztergang in« Freie machen foFUen.

„Mir nicht wcchl?" rief Ostmark, au« seinem Hinbrüten jäh auffahrend, mH rauher Stimme,

„warum da«? Mir ist sowohl, wie nur je . . . Aber weuu Du Dich longweiitst," — die Freund' schäft der beide« Spielgenoffru hatte längst die­jenige Innigkeit erreicht, bei der jede» Cerrownieß weggefallen ist — „fe können wir vielleicht eine Psrthie Billard spiele»? ... He, Kklleer, „ie Bälle!"

Ostmark wollte nm jeden Preis «och einige Zeit im Klub verweilen, denn er hoffte, einen bet reiche« Finanzier« anzutreffen, auf dessen Kaff« er dann unierm Spiel oder beim Lecher Wein einen Angriff zu machen gedachte. Dies« Art und Weise schien ihm unter den gegebenen Umständen die ehrenoolste und zugleich die sicherste, weil dabei am wenigsten seine wirkliche Bedränztheit zx Tage trat.

Jndeß seine.Berechnung wollt« sich nicht er­füllen. Eine Parthie Villard hatte er gegen Blowitz schon verloren, und «och immer war keiner von den «rsehnten Finanzmännern erschienen. Die Leute hatten gerade wichtiger«« zu thun, al« den Klub zu besuche«. St« saßen iu dem Mammon«- iempel selbst, der Börse nämlich, oder in beten allernächster Nähe, "wo sie der außergewöhnliche Fall de« Falliment« Löwenthal heute über die übliche Zett zusammenhielt.

Da plötzlich kam eine Abwechselung. Ein Klub­diener trat respektvoll an den Grafen Ostmark Hera«, und meldete, daß er an» Telephon ver­langt werde.

Dem Grafen fuhr ein Schreck durch die Glieder, obschon er nicht wußte, ob die unverfäng­lichen Worte de« Dieners etwa« Günstige« oder etwa« Unheilvolle« bedeute« sollten.

Indessen beeilte er sich doch, tu da« Bureau mit dem Sprechapparat der Telephons zu kommen.

Lribhusare« theil. Neben ihm saß der neue Ober« Präsident Delbrück. Mittags 1 Uhr fuhr der Kaiser nach Berlin weiter, wo er Abends eintraf.

+ Herr Kdwund Kirnud, der Direktor der Aktien-Geftll chaft „Germania" und einer der Gründer der Zetturg .Germania' in Berlin, ist heute Mittag nach längerer Krankheit gestorben. Derselbe hat sich für .das katholische Leben in Berlin große Verdienste erworben. Scho« vor 50 Jahren gründete er mildem damaliarnPropst Peldram (dem spätere«Bischof vonTtter) de« Berliner katholische« Gesellen - Verein, öeffen Schutzvorstand er bis zu seinem Tode an­gehörte. Ferner war er Ehrenmitglied des k a t h o l. kausmäun. Vereins und einer der thätigsten Mitglieder des katholischen gesellige« Ber- eins, der besonders tu den Zeiten des Kultur- kampses «ine außerordentlich segensreiche Thätig- kett entfaltete; endlich war Eirund der Leiter des Central-Verbandes der kalhol. Vereine van Berlin. Ties innerlicheFrömuügleit, selbst- lose'Opferwilligkeit und furchtlose Bekenntnißtreue kennzeichneten di« rastlose Ttzätiykeit deS Verstor­benen, dessen biederer Charakter ihm die Liebe und Verehrung Aller, die ihn gekannt haben, bis über das Grab hinaus gesichert hat. Insbeson­dere werden die Männer der Presse, die katho­lischen Journalisten, ihrem wackeren Vorkämpfer ein treues Andenken bewahren. Mit Recht sagt die .Germania': „DaS katholische Berltrr hat einen feiner beste», treuefitn und eifrigsten Män­ner verloren." R. I. P.

* Irische G-rSchle. Gegenüber vielfachen in der Erzdiözese Köln verbreiteten Gerüchten, als ob der Hochwürdigste Abt von Maria Laach, Freiherr von Gtotzingen, vom Kaiser alS Kandidat für den erzbis«öflichm Stuhl von Köln in Aussicht genommen fei, ist die .Ger­mania' in bet Lags mttzutheilen, daß diese Nachricht lediglich auf Kombinationen beruht und jeglichen G undeS entbehrt.

+ Deu!;ch>aub nvd Aüu-murll. Der deutsch« Äethf soll den dänische« Ären- prinzen zur Jagd eingeladen haben und beab- stchtigen, ihm eia Jnfank-rieregiment zu verleihen Man k «lüpft b na« groß« Erwartungen auf eine Besserung bet Verhältnisse zwischen Deutschland und Dänemark. Einstweilen wird man gut thun, da« Wettere ab zu warten.

• Der Meirittz sstr Aröeiterüatißiü, die neue Körperschaft, welcher die Arbeite« der früheren Kommission für Arbeiterstatistik zuge- wiesen find, wird am 22. Oktober zum erste« Male im Gebäude de« statistische« Amtes zu- sammentrete». Der Beirath besteht aus folgen- den Personen: Präsident des Statistischen Amtes Dr. Wilhelmi, Vorsitzender, sächsischer Geheim- rath Dr. Fischer, Nellsertretender Vorsitzender. Vom BnndeSrath sind folgende Mitglieder ge­wählt: Preußischer Geheimer Rkgierungsrattz Neumann, bayerischer Zrntralinsprktor für Fabriken und Gewerbe, Regiernugsralh Poellith, wtrttem« bergischer BundeSrathSbevollmächtigter v. Schicker, badischer Geheimer Ober-Rrzterungsrath Frei­herr do« Bodman«, hessischer Ministerialrattz Brau« und der metttingensch« Regierungsrath Oberläader. Vom Reichstage gewählte Mit- glieder fi-d: Bauermeister (Rp.), Hey! zu Herrns­

E« war Fi-rding. welcher den Grafe« anrief. Nachdem er alle «orßchtsmaßregeln angewandt hatte, daß nur sein Herr und sonst Xiemand seine Worte hör«, machte derselbe die Meldung, daß fa­lben «in Wechsel über 30000 Fl. mit bet Unter- schrift des Herr« Grafen protestirt worden sei. Was er, der Rentmeister, darauf thun soll«.

Da brach also da- «erhänguiß schon Heroin. Der Graf ließ unwillkürlich die Hand finken, mit welcher er de« Apparat an da» Ohr gehoben, uab glitt wie vom Schlag« gerührt auf eine« Stuhl, welcher neben ihm stand.

Der Rentmeister, welcher keine Antwort er= hielt, wieberholt« nochmal« seine Anflage, und al» «r immer noch nicht« hörte, gab er da« Glvcken- fignal und bat unb rief, ob »an ihn denn nicht »erstanden oder ob bet Apparat nicht in Ord­nung fei.

Da« schrille Schellen an seiner Seite brachte den Grafen endlich wieder zur Besinnung, und ».m den Rentmeister einigermaßen zufri den zu stellen, rief er ihm kurz zu, die Unterschrift des Wechsel« müsse genau geprüft werden. Der Vorzeiger wöq« um 5 Uhr Nachmittag« wtebettommen; er selbst werbe um diese Zett auf der Rentei fein.

Jetzt gab e« leise Zeit mehr zu verlieren. Eiligen Schritte« ging Ostmark hinüber in das Kenversationszimmer, w» Blowitz noch immer ge­duldig auf ihn wartete. Geldmänner, mit welche« das Geschäft hätte gemacht werden können, waren nicht erschienen, und e» war auch keine Hoffnung mehr darauf.

Ostmark flüsterte also Blowitz zu, daß er etwas Wichtige« zu besorgen hab«, und bestieg unten einen Wagen, um nach seiner Wohnung zu fahren.

29. Jahrgang

heim (natl.), Hitze «ndLetocha(Centr.)I kobS- kötter (Ions.). Molkenbuhr (Soz.), Schmidt-Elber­feld (freif. Vp ).

4- Ai«- Arohq«2 der I»dNstri«ka»t-T§. Die S-itteCbetren bilden sich ein, von Syndikaten, Kartellen, Ringe« u. dgl. verständen nur sie allein etwa«, sie al« die nächsten Interessenten seien zu­gleich auch d'e einzigen Sschverstä-lbigen! Zwar hat Graf Posabowskp jüngst da« Entgegenkommen »er ka-tellttten Industrielle« bei der Umfrage, di« bezüglich ber Syndikate veranstaltet wurde, mit verdächtiger Wärme gerühmt, trotzdem aber scheint er nahe daran zu sein, bei diesen großen Herren in Ungnade zu fallen. Der Herr Staat»!-betör will nämlich bei de» umfangreichen Er Hebungen, die er in der Sitzung der Zolltarifkommisfion vom 1. Oktober angekündigt hat. nicht bloß die Wort­führer ber Kartell«, sondern auch Vertreter ihrer Abnehmer, sowie unabhängige Sachoe: ständige hören. Da« hat den Unmuth de« Lrntralver- bände« der Jnrustrielen erregt, ber in einer Aus­lassung seine« Organe«, der .Deutschen Jndust ie- zettung' znm Ausdruck kommt. Sie vermachet offenbar, daß Alle, die nicht selbst Kartell Inte- reffent<n find, Gegner der Kartelle find, und spricht allen Gegnern desselben schlankweg jede Sochkenntniß ab. Da« Blatt befürchtet, eine solche Untersuchung könne den Anschein erwecken, al« säßen die Kartelle auf der Anklagebank, und eS droht nun, unter solchen Umständen könne man nicht auf die Bereitwilligkeit der Kar­tell Leiter rechnen, über ihre Geschäfts- gebahrung Auskunft zu geben. Wir wollen doch einmal abwarte«, ob die Herren Kartelliste« diese Drohung wahr machen. Einst­weilen erlauben wir uns, daran zu zweifeln, denn keiner schneidet fich doch gern ins eigen« Fleisch, und das würden die Kartelle ganz gewiß thun, wen« fie sich über ihr« GeschäftSgebahrung i« Stillschweigen hüllen. Um so mehr müßte man ja annehmen, daß fie Ursache haben, ihr Thun und Treiben in Dunkel zu hüllen, und di« Gegner der Kartelle hätten dann bei den Er­hebungen und den darauf fußenden gesitz- geberischen Schritten leichte« Spiel. Diese Aus­sicht wird die Herren HUbck und Genoffen noch rechtzeitig gefügig und gesprächig machen!

* Die Ktattßist tat Keich» ««tz GekegeaPH«; MepW«tt«US für das Kalender­jahr 1901 ist kürzlich fertig gestellt worden. DaS Interessanteste darin tst da« finanzielle Er­gehn iß. Bekannt ist die Summe der Einnah­men, nicht aber die Ausgabe« und der Ueberschuß. Den Grsammt - Einnahmen, die für daß Rech­nungsjahr 1901, also bi« zum 31. März 1902, jetzt endgiltig auf 413,647,990 Jfc. berechnet find, stehen Ausgaben im Gefammt - Betrage von 369'270,011,248 A gegenüber, sodaß «inlieber- schuß von nahezu 40 Millionen Mark, genau 39,636,742 Jk. verbleibt. D'eser Rohüberschuß ist fast 14*/i Millionen Löher alS im Vorjahre. Selbst «ach Abzug der einmaligen Ausgaben mit 19,385,524 Jk verbleibt noch ein Ueberschuß von 20,251,218 Jk. gegen 11'/. Millionen Mark im Vorjahre. Von den Einnahmen find die Porto- und Telegraphen-Bebühren um 22 Millionen auf 384'/, Mill, grstiexen. Die Gesammtzahl ber durch die Post brsö-derten Sendungen hat im

Keum zu Hans« angelangt, befahl Ostmark, daß s-in Rellpserd gebracht werd«.

Wenig« Minut«n später saß er im Sattel unb trabte au» ber Stadt hinan« dem Schlosse de« Grafen Westkirch zu, bei welchem seine Schwester Cora noch immer zu Besuche weilte. Ihr, ber reichen Ei bin standsn alle Mttiel zu Gebote, «m ihm ans all«« Verlogenheiten zu helfen. Wen« auch da« geschwisterliche «erhältniß in Folge der Werbung Löwenthal'« «ine Trübung erfahre« hatte, so hoffte «r fie jetzt, nach dem gräßlich«« Tod« derselben, leicht wieder z« versöhnen.

Doch wie «in Donnerschlag traf Ostmark bei seiner Ankunft im Weftkrrch'sche« Schlöffe die Nach­richt, daß Cora gerade heute mit der Dame be« Hauses eine kleine Reis, angetreten hab« und erst in einigen Tagen wieder zurückerwartet werbe. Nur der alte Graf Westkirch war zu Hanse ge­blieben.

War sollte Ostmark thun? Sollte er sein An­liegen dem reichen Vetter selbst vertragen?

Die Grafen Westkirch gehörten zu den reichste« Grundbesitzern de« Lande», unb der jetzige Stamm­herr hatte es ttotz seiner Abneigung gegen bi« moderne Neuerungssucht verstanden, durch weife Umsicht, sparsame Verwaltung und kluge Aus­nutzung aller Foctschrttt« auf dem Gebiete der Landwirthschaft wie ber Industrie seine zahlreiche« Wirthschaften in den N»s von wahren Muster- betrüb«« zu bringe«. Dabei war «r für alle edle« Zweck« von einer wahrhaft fürstlichen Freigebigkeit u#b hatte auch manchem Standesgenoffrn fchon i« mißlichen Zeiten an« der Verlegenheit geholf»«. Alle» sp-ach al|o dafür, daß Ostmark ihm rücksattlo-, annerirauen füllte, trotzdem empfand