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„IDustrirte Sonntags-Zeitung*, .Juldaer ßescbicbtsblätter' und rotterte-CisR.
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G Sphinx-Bülow.
Als Traf Bülow Reichskanzler wurde, war er politisch ein „unbeschriebenes Blatt". Zwar unsere Liberalen und Freisinnigen „weiblicher Linie", die sich um so heißer nach der Sonne der RegierungS. Gunst sehnen, je weniger sie durch ihre eigene Kraft der Regierung imponiren, machten sich etwas auffällig an den neuen Kanzler Hera», so daß es scheinen konnte, daß jene Kreise ihn als den ihrige» betrachtete», es aber nicht so ganz laut sage» mochten, um sich nicht die Partie zu verderben. Vielleicht hatte» sie auch nicht so ganz unrecht, aber Graf Bülow war als Diplomat viel zu sehr gewohnt, mit den reale» Machtoer. hältnisien zu rechnen, als daß er sich in seiner Politik auf die Grundsätze solcher Parteien ein» schwören konnte, denen man dir Frage entgegenhalte» darf: „WaS kannst Du armer Teufel bieten?"
Graf Bülow konnte also nicht anders, als die weitgehende» Hoffnungen der liberale» Politiker zu enttäuschen. Die Kanal-Krisis vermochte keinen vollständigen Rrß zwischen den Konservativen und der Regierung herbeizuführen. Trotz aller energischen Worte, mit denen aus hohem Munde die Kanal-Politik inaugurirt worden war, ließGraf Bülow in Preußen zum Leidwesen feinet liberale» Gönner di« Kanalfrage in der Schwebe, und die Gegnerschaft gegen die Kaiser!. Kanal- Politik hinderte die Konservativen nicht, nach wie vor ihre Leute in die einflußreichsten Staatsstellung«» zu bringen. Auch in der Zollfrage hat Graf Bülow »ach Ansicht der Liberalen den Agrarier» viel zu writ nachgegebe», und wenn diese trotzdem nicht zufrieden find und sich in scharfen Gegeusotz zur Regierung stellen, so wird das — wie nicht nur größtenthrils sie selbst, sondern auch die Liberalen vielfach annehemen — den Grafen Bülow nicht bestimmen, das Tilchtuch zwischen sich und der Rechte» endgiltig entzwei zu schneide». Die »Köln. Ztg/ will sogar ihrer Versicherung nach aus „konservativen Kreisen" (müssen freilich sonderbare „Konservative" sein!) lebhafte Klage darüber vernommen haben, daß dem vortragenden Rath im preußische» Ministerium, v. Dalwitz, das wichtige Personal- Dezernat Überträge» worden ist. Dieser Herr von Dallwitz ist einer jener „kaualifirten", d. h. wegen ihrer kanalfeindlichen Haltung als Abgeordnete zur Disposition gestellte» Landräthe, die nachher zum Theil sogar zu Regierungsräthen befördert, also, wie man sagte, „die Treppe hinaufgefalle»" find. Herr v. Dallwitz hat, so heißt eS in je»er „Zuschrift", im Abgeordneten-Hause bei de» Agrarisch-Konser- vativen, also bei den intimsten Gegnern deS Reichskanzlers und preußischen Ministeiprästdenten Grafe» Bülow geseffe». Zweifellos habe dieser doch der Ernennung des Herrn v. Dallwitz zu« gestimmt. „Hier stehen wir vor einem Räthsel." Ja, es wird sogar dem Argwohn Raum gegeben, daß der Reichskanzler im Herze» ganz mit den Agrariern einverstanden sei und höhere Getreidezölle annehme» werde, sobald es dem Ausland gegenüber sich auf eine Nothlage mit Erfolg berufen könne!
Die .Köln. Ztg/ bezeichnet diese» Verdacht zwar selbst als unbegründet, aber sie hat ibn doch
Hw -Rechenschaft.
Storno« von Paul vom Wildbach.
81 ------ (Nachdruck verboten.)
»Ich, bin gar nicht neugierig", erwiderte Jessica, indem sie von ihrem Platze aus einen kurzen Blick nach dem so verächtlich behandelten freiherrlichen Papiere hinüberglette» ließ.
„Du trägst also gar kein Verlangen, Deinen Verehrer kennen zu lernen?"
„Nicht im Geringste»!"
„Trotzdem kann ich nicht umhin. Dir fein Anliegen vorzutrage», denn er hat mich damit feierlich beauftragt, und ich bin gewohnt, ernst gemeinte Aufträge gewiffenhast auSzuführen," erwiderte der junge Bankier, und er begann de« kurzen Brief dtS Barons von Anfang bis zu Ende oorzulesen.
„Also von Blowitz ist es," rief Jeffica, als er geendet, und eS freute sie doppelt, daß fie auf die verlockende Anzapfung des Bruders nicht eingegangen war, den» sonst wäre ihr deffe» Spott in reichem Maße sicher gewesen.
Auch die Großmutter war aus ihrem stillen Hinbrüten aufgewacht und murmelte vor sich hin: „Blowitz, der Spieler und NichtSthuer — nimmermehr!"
Emil Löwenthal schien vo» dieser Ausnahme feiner Freiwerbung für Blowitz i» hohem Grade befriedigt. Von hier drohte also feine» eigenen Spekulationen keine Gefahr.
Er machte noch einige spöttische Redensarten zu Schwester und Großmutter und begab sich dann in seine Gemächer zurück.
Iucöa, Montag, den 13. Oktober 1902.
29. Jahrgang-
ganz gewiß nicht ohne Absicht dem Grase» Bülow untetbie Nase gerieben. Ein linksfreisinniges Blatt aber bemerkt dazu: „Wir unsererseits möchten die Fragen auf sich beruhe» lasten, wie weit man ein Recht hat, bei dem Grafen Bülow etwas räthselhaft zu finde», was nur denen räthselhaft erscheinen kann, die den Grafen Bülow immer nach für eine» Gegner drs AgrarierthumS gehalten haben." DaS geht gegen die weibliche Sirte des Freisinnes, die immer noch „den schönen Bernhard anschmachtet und zum Lohne dasür i« den Vorzimmern des Auswärtigen Amts und des Kanzlerpalais anti- chambire» darf. Diese „freisinnig?«" und links- nationalliberalen Blätter find dieselben, welche in Sachen des Empfanges der Burengenerale so merkwürdig „geschickt" als Freiwillig-Offiziöse benommen haben!
Sie vertreten eben die Kreise, wo man „Morgenluft" wittert, wo im Thiergartenoiertel die neue „Aristrokratie" aus Kommerzienrälhen, Börstanern, Bankvirektoren u. s. w. sehnsüchtig auf höfische Einladungen wartet!
Ob sie richtig kalkuliren? Wer kann's wiffen! Zwar steht hinter de» altpreußischen Konservative» immer noch die stärkere Macht und als Rückenstärker der Bund der Landwirthe, aber es gibt auch unter ihnen viele, welche finden, daß die neuen Aristokraten ä la Ballin zuweilen auffallend bevorzugt werde» und vielleicht gar keine schlechten Ausfichten haben. Jedenfalls finden auch andere Leute, daß Graf Bülow fich in der Zollfrage keineswegs allzu agrarfreundlich gezeigt habe. So weiß den» glücklich Keiner, waS er von Herr» Grafe» Bernhard Bülow zu halte» hat; er bleibt vorerst eine politische Sphinx.
Berlin, ll.^Oktober 1902.
* lieber den bereits gemeldeten gestrigen Ke such des Kaisers in IrauenSurg berichtet die .Ermläirdifche Zeitung'. Der Kaiser traf um 10% Uhr hier ein und wurde an der Haupt- pforle der Domkirche von Bischof Dr. Thiel und der Domgeistlichkeit empfange». In fehler Begrüßungsansprache hob Dr. Thiel hervor, daß Ermland auch i» der schweren Zeit am Anfang deS vorigen Jahrhunderts die Treue gegen das Vaterland bewahrt habe, und so werde eS stets sein, gemäß der Devise, die Friedrich Wilhelm III. dem Domkapitel und der Diözese gegeben habe: „Religion gegen Gott, Treue gegen den König!" Der Kaiser dankte Huld- vollst, lobte die patriotische Gesinnung der Diözese und versprach, allezeit Beschützer der katholischen Religion zu fein. Sodann versicherte er den Bischof seines besonderen Wohlwollens, das dieser auch bei seinem Großvater i» hohem Grade genoffen habe. Hierauf besichtigte der Kaiser unter Führung des Bischofs eingebend die Domkirche und begab sich alSdann mit Gefolge in daS bischöfliche Palais. Eine
AIS der junge Bankherr in seinem Seffel saß, nahm auch sei« Ersitzt wieder den früheren finsteren Ausdruck der Entschloffenheit an, welche Alles an die Erreichung des vorgesteckten Zieles zu setzen bereit ist. Seine Augen funkelten wie die sines Tigers, der auf seine Beute stürzen will, als er vor fich binmurmelte:
„Ja, daS Ziel steht hoch, aber jetzt oder nie muß eS erreicht werden!"
Er drückte auf den Knopf einer elektrischen Schelle in der Nähe seines ArbeitSpulteS, und als gleich darauf ei« Kommis aus dem Komptoir erschien, befahl er kurz: „Bringen Sie daS Hauptbuch mit dem Konto deS Grafen von Ostmark."
In einige» Augenblicken lag das große Buch aufgeschlagen vor ihm und als er eine» kurzen Blick hi*eingeworfen und der Ueberbringer fich wieder entfernt hatte, flüsterte er leise: Ungefähr vier Millionen steht der Graf in meiner Schuld — genug, um selbst einen Grafen Ostmark zu stürzen. — ES wäre also an bet Zeit, zu handel». Meinem Vater ist die Adelung an der Nase vorbeigegangen, da ihm vorher daS Theater abbrannte, auf welche« er alle seine Hoffnungen gesetzt hatte. Hätte er mehr Muth und Ent- schloffevhett gezeigt, so hätten fie ihn längst vorher in de« gewünschte» Stand erheben müffe», denn er war ihnen so unentbehrlich, wie das tägliche Brod. Sein Sohn ist jetzt »och la»ge nicht wieder so weit, doch will ich »orbereite» und wenigstens für eine adelige Frau sorgen . . . Und wen» die stolze Gräfin dem Enkel deS jüdische» Lumpenhändlers eine« Korb ertheilte? .. Haha, waS würde meixe geliebte Großmutter
zahlreiche Menschenmenge begrüßte de» Kaiser mit begeisterten Hurrahrnfe«. Nach ungefähr l*/s stündigem Besuch trat der Kaiser gegen 1 Uhr die Rückfahrt aw, von den spalierbildenden Schulen überall Wit Jubel begrüßt.
• Während de« Aufenthaltes de» Kaiser« in Sabinen haben, wie verlautet, wichtige Beraihungen über neue SchiffeüonstruLtione« stattgefunden; man schließt die» daraus, daß der Monarch außer dem Chef de« Marine-Kabinetr, Vizeadmiral Frei- herrn von Senden- Bibran, und dem Geheimen Regierungsrath von Gufey aus dem Marinekabinet auch den früheren Staatssekretär des Reichsmarine» amtes, jetzigen Admiral a. D. v. Hollmann, ferner den Inhaber 6er Schichau-Werke, Geheimen Kommerzienrath Ziese, sowie den Berliner Vertreter der Schichau Werke, Geheimen Rath Busley, telegraphisch nach Sabinen hatte etntaben lassen. Geheimraih Ziese soll in einem längeren Vortrage die neuen Schiffskonstruktionen bem Monarchen erläutert haben. Sollte vielleicht schon wieder--?
X Die Derwirruxg im Lager der Ver> theidiger de« Berliner Auswärtigen Amts wird immer ärger. In der ersten Hitze haben ste die offizielle Rote der .Rordbeutschen Allgemeinen' als Signal zu einer fulminanten Philippika gegen die Burengenerale aufgefaßt und sich sehr erregt geberbet über die angebliche „Beleidigung de« Kaisers" durch die „Absage" der Buren. Wir verstanden von vornherein nicht, wie man von einer gegen den Kaiser gerichteten beleidigenden Absage der Burengenerale sprechen konnte, zumal deren Gründe bisher völlig unbekannt find. Jetzi werben die allzuhitzigen Vertheldiger der nationalen Ehre durch eine offenbar vom Reichskanzler selbst inspirlrte.Rote der ,Köln. Zeitung' mit einem kalten Wasserstrahl bedacht, zu „maßvoller Ruhe und strenger Unparteilichkeit" ermahnt: „Die Surengenerale haben kelnerwegs den Kaiser beleidigt ober brürklrt; in ihrer Weigerung, fich der Vermittelung des englischen Botschafters zu bedienen, läßt fich absolut keine Stellungnahme gegen den Kaiser erblicken .... Wenn in ihrer Weigerung eine Spitze liegt, so könnte sie sich höchstens nach ganz anderer Seite richten. Mr halten e« nicht für richtig, daß man die Generale aus dem nicht unerklärlichen Verdruß über da« Verhalte» ihrer deutschen Freunde in ein schiefe« Licht stellt. Es liegt keinerlei Grund vor, ihnen eine unfreundliche Stimmung entgegen« zubringen." — Die letztere Mahnung kann fich nur gegen die Alldeutschen richten, welche allerding« nach der einen Richtung ebenso übereifrig und exaltirt find wie die Freiwillig Offiziösen des Auswärtigen Amts nach der anderen. Letztere werben ja nun wohl „kuschen" müssen. Schade darum! E« war gar zu possirllch, das Stoffe- Levysohn'sche ,Berl. Tageblatt' für Deutschland« Ehre in patriotischem lieber schwang eintreten zu sehen! Am ruhigsten verhalten sich bei alledem die Buren selbst, die fich eine bemelken«werthe Zurückhaltung auferlegen, die erkennen läßt, baß wir noch nicht Alle« wissen. Wir haben dasselbe wiederholt betont. Lieber, so erklärte Botha, hätten wir auf unsere Reise nach Deutschland verzichtet, als zugelaffen, baß fie einen politischen Anstrich erhalte. Diese Gesinnung läßt
triumphire«! ... In der That, fie wäre vielleicht im Stande dazu, aber es darf nicht fei« — nein, eS darf nicht fein — oder rch würde die gräfliche Sippe zerschmettern, so wahr ich Emil Löwe»thal bin! . . ."
Er sprang auf und ging mit großen Schritten in seinem Zimmer auf und ab, als wolle er die Chancen abmeffen, die feine Pläne zum Gelingen ober Fehlschlägen hätten.
Plötzlich blieb er stehen, wie wen» er j-tzt Über den einzuschlagenden Weg mit fich einig wäre, und murmelte vor fich hin: „Ich will dem Grafen schreiben und ihn von meinen Ab» fichten bezüglich feiner Schwester in Kenntnlß setzen. Wenn ich erst ihn ganz fest gemacht habe, soll auch fie schon nach und nach mürbe werden. Den alten Geck Blowik aber lasse ich wegen Jeffica einstweilen im Ungewissen und vertröste ihn mit Rücksicht auf die kaum »erlaufene Trauerzeit. Ich werde ihm auch zu verstehe» geben, daß fein Schicksal von meinen Erfolge» bei Komtesse Cora abhängig fei, und so werde ich an ihm einen warmen Fürsprecher bei Ostmark haben. Bin ich bann an meinem Ziele, so wird ihm der Lauspaß schon gegeben werden. . ."
♦ *
Graf Ostmark befand sich in seinem ArbeitS« tabinet, als eix Brief von Bankier Löwenthal etutraf.
Man kannte den frühere» lebensfrischen Retter» osfizier kau« wieder. Die mageren Wangen waren eingefallen, die Haut im Gesichte aschfahl, das einst so Üppige dunkle Haupthaar war bedenklich gelichtet und zeigte hier und ba schon graue Fäden.
klar erkenne», daß der Verzicht auf die Audienz kein Hieb gegen den Kaiser — etwa eine Rache für die Verweigerung de« Kcüger'schen Audienz- gesuches — fein kann. Möge man fich nun allerseits beruhigen!
+ Der „ZÜittk «ach !{«&»“, de« die Links- Nationalliberale« vom »ationat« liberalen Delegirtentag in Eisenach erwarte«, eriährt eine eiaenthümliche Beleuchtung durch die Thatsache, daß der bisherige nationalliberale Vertreter des 21. sächsische« Wahlkreises, Dr. Esche, dem schon, der Regierungs Zolltarif etwas zu agrarisch war, nicht mehr lan« didireu wird, weil er den Konser- vativen und den Antise.nite» nicht genehm ist. A» seiner Stelle ist der Leipziger Fabrikant Re Hw old t ausgestellt, der wenigstens die Regierungs oorlage ausnehmen will. Trotz dieses Entgegenkommens der Nationalliberalen «ach rechts sind die Antisemiten aber nicht zufrieden, sondern werde» selbständig vorgehen, während die Konservativen fich mit Herrn Reh« roolbt begnügen. Der.Vorwärts' betont daher, daß von allen Parteien die Nationalliberale« „die kläglichste Rollt" spielen.
* Anf deutsche« Menvatznex — ausschließlich der bayerischen — find im Monat August 13 Entgleisungen auf freier Bahn (davon 8 bei Personenzüqen), 16 Entgleisungen in Stationen (davon 5 bei Personenzügen) und 16 Zusammenstöße in Stationen (davon 9 bei Personenzügen) vorgekemmeu. Dabei wurden 4 Reisende, 17 Bahnbedienstete und 1 Postbeamter verletzt.
* Girre «e«e Aerordnnxg, betreffend Dienstvorschrift für das Meldever» fahre» und den Nachrichtendienst bei Eifenbahnunfällen, ist mit dem 1.Oktober in Kraft getreten. Die neue Verordnung ist veranlaßt durch die Einstellung der Hilfszüge und Hilfsgeräthwagen, welche die Festlegung besonderer Bestimmungen bezüglich der Ausrüstung und Verwendung der HilfSzüge erforderlich macht. SS ist verfügt, daß in denjenigen Bahnbezirken, wo ein eigener Arzt wage» noch nicht vorhanden ist, ein geeigneter Personenwagen mit Rettung«- käste«, tragbare» Decken usw. auSzustatte» ist. I« jedcm Hilfszuge und Hilfsgeräthewage» muß ein befände eS Dienstbuch zum Zwecke der Eintragung der stattgehabten Revisionen, Alarmirungen und Verwendung bei Unfälle» vorhanden sein. Um die ständige Hilfsbereitschaft, der Hilfszüge resp. Geräthewage» zu kontrolltren, müffe» jährlich mindestens zwei Alarmlrunge», darunter eine zur Nachtzeit vorgenommen werden. Die Alarmirungen müffen unvermuthet fein und zu denselben die sämmtlichen für de« Hilfsdienst bestimmten Beamten, Aerzte und Arbeiter hinzugezoger. werde». Die Alarmirungen dürfe» nur von solchen Stationen auS erfolgen, auf denen RettungSzüge oder Hilfsgeräthewage» nicht vorhanden sind. Die Abfahrt des Hilft- Gonderzuges muß unter alle» Umständen bei Tage spätestens 30 Minuten, bei Nacht 45 Minuten nach Eintreffen der Unfallmeldung statt« finden. Falls es nicht möglich ist, in dieser Zeit das gefammle Bedienungs- und Hilfspersonal zusammenzuzieben, Ist für. die später Eintreffende»
Die Augen hatten ihren Glanz verloren, nur zett« weise leuchteten sie in einem unnatürlichen Feuer, wenn nämlich der Graf «ach dem winzigen In- strumentchen griff, welche« er an der Uhrkette be« festigt trug, und in seine Adern eine Dosis jene« trügerischen Heilmittel« jagte, welche« das letzt« Refugium gar manche« modernen Lebemannes geworben ist; — der Gras war leidenschaftlicher Morphinist, und die Aerzte hatten erklärt, nur durch einen Aufenthalt in einer strengbesufsichtigten A» statt sei eine Heilung von dieser Leidenschaft und Krankheit noch zu hoffen. Aber dazu konnte sich der Willensschwäche Patient nicht entschließen, und so sah ihn seine Umgebung unaufhaltsam einem traurigen Todg entgegenweiten.
Selbst al« dec Graf vor einem halben Jabre zum zweiten Male V,ter wurde und ihm seine Gattin zu dem ätteren Töchterchen einen Erben seine« Namen«, ein gesunde«, reizende« Änäbleln, früher. der Gipfelpunkt all seiner Wünsche und hochfliegenden Pläne, schenkte, machte dieses Er« eignrß keinen tieferen Eindruck auf ba« abgestumpfte Gemüth. Kaum daß er hier und da einmal eine kurze Frage nach dem Befinden der beiden prächtig fich entwickelnden Kleinen that; sonst hatte er vor lauter Gedanken an seine Leidenschaft und deren Befriedigung keine Zeit für ste übrig. •
Jetzt nahm Ostmark den Brief Löwenthru'«, deffen Absender er an der Aufschrift erkannte, mit freudiger Lebhastigkett entgegen, — oer- mrtthete er doch, e« sei eine Einladung zu irgend einer Veranstaltung in engerem Kreise, wobei ein Nerven erregendes Hrzardspiel die Hauptsache M sein pflegte. Da« allein war e« ja, bem bec