Einzelbild herunterladen
 

JuLöcr, Samstag, den 11. Oktober 1WL.

29. Jahrgang.

M 235

vnur und Vertat brr Jaltaer TtctienftrnSö» Prlereflage ar, 8 <LarmoiU-t»

Ersche'Nk tZgNch, a,. Ausnahme der -Eonn-und Feier-

Sagt. SßieddiäbtL i §r,«g»pr«t, < »hneBringerlohn

»nd Bestellgeld ia fculba und au»- .eirteimJiOSti

fefirlfit einspattige fflettt* geile ober bereW RaumlSPfg..Re» flamen bie Petit« geile SS Pfg.; btf SBieberbolunye» wirb entsprechend» Äadatt gewLhrV

mit den Beilagen

Jllustrirte Sonntags-Zeitung,Tuldaer Gescbicbtsblätter" und fotterie-üisfo

Nachdem die Lmie die Straße Wüstensachsen. Bischofsheim gekreuzt hat, fährt ste den Nister, gründ aus, geht am Ritterhof vorüber, über­schreitet das Heuwiesenwasser, das Herren, wasser und den Röhlichgraben, zieht sich am Querberg hin und tritt zwischen Kilometer 52 und 53 vom preußischen auf weimrrisches Gebiet. Ungefähr 600 m lang berührt ste bei Kilometer 54 kwyrrisches Gebiet, waS aber im Detatlprojekt bei genauer Terrainaufnahme jeden, falls vermieden werde» kann. Zwischen dem Dorfe Birx und dem Grabenberg geht die Linie nach Frankenheim; sie umfährt diesen Ort von der Nordseite, worauf sich dann östlich hiervon eia geeigneter Platz für den Bahnhof bietet. Mit Frankenheim ist der höchste Punkt der Bahnlinie mit 772 m Höhe erreicht.

Vom Bahnhof Fraukenheim aus fällt die Linie, um bet großer Entwickelung den Höhen- unterschied der verhältnißmäßig nahen Orte Frankenheim und Gerlhausen zu überwinden. Zu diesem Zwecke geht sie vom Rhönkopf gegen Norden am Ellenbogen und den Köpf chen vorüber zur Feis, umfährt diese und ge­winnt so die Wiederkehr, um sich von hier am Hange des Streusels und des Stellberges auf einer Wafferscheide zum Bahnhof Erben. Hausen an der alten Mark zu ziehen. Von hier aus wendet ste sich zum Leiche!berg gegen Aschenhausen, überquert das Thal mit Straße zwischen Marienhof und Gerlhausen von Ost »ach West zum Ohberg, erreicht bei Schafhausen das Herpfthal, das sie hier ausfährt und führt, auf den rechten Thulhang übergehend, nach Gerthausen.

Die maßgebenden Punkte für diese Seite der Linie sind der Rhönkopf, die Feis und die Wafferscheide zwischen Kilometer 74 und 75, welch letztere einen ziemlich hohen Damm be­dingt, um die vorbeschrtkbene Entwickelung möz.

Im äußersten Falle kann ar.f diese Weise die Trece zwischen Frankenheim und Erbenhausen, bezw. Gerthausen, um 19 m tiefer gelegt werden, was aber am Rhönkopf einen 3,75 Kilometer langen Einschnitt, wovon 600 m Tunnel, und an der Feis einen 2 Kilometer langen Einschnitt bezw. Tunnel bedingen würde. Es wird Sache der Detailprojektirung sein, zwischen den beiden Extremen das richtige Verhältniß zu finden, welches die Baukosten auf das Mindestmaß

«öthig, und ist hierbei die Höhenlage derMoos- Hecke" bei Kilometer 20 von Bedeutung. Hier

herobsetzt.

Von Gerthausen resp. dem Bahnhof Helmershausen aus verläuft die Linie, ohne weitere Schwierigkeiten zu bieten, immer aus der rechten Seite des Herpf-FluffeS, überschreitet zwischen Kilometer 90 bis 91 die weimarisch- meiningensche Grenze und wendet fich bei Melkers nach Südosten, um den Landsberg südlich zu umgehen und in das Werrathal zu gelange».

Um den Thalübergang und die Brücke über die Werra nicht zu kostspielig zu gestalten, dürfte fich hier eine kleine verlorene Steigung empfehle«, d. h. die Linie wird bis zum Thalübergang im Gefälle liegen und nach demselben, entsprechend der Steigung der Linie WasungenMeiningen, mit dieser wieder bis zum Bahnhof Meiningen steigen.

Vom Bahnhof Helmershausen ab weist die Linie neben de« Gefälle von 1:80 mehrere horizontale Strecken auf, die beim Detailprojekt zum Thetl für Verminderung des Gefälles au8- genützt werden können.

Der Bahnhof Erbenhausen liegt im Gefälle von 1:500, alle übrigen find horizontal. Der Bahnhof Helmershause» würde zwischen diesen Ort und Gerthausen gelegt, wodurch er auch möglichst nahe au Wohlmuthhausen herankommt. Außerdem erhalte» noch Bettenhausen, Herpf und Melkers Bahnhöfe bezw. Haltestelle«.

An Kunstbauten werden außer der Werra- brücke nur verhältnißmsßig wenige und kleine Objekte vorkomme«.

Rach vorliegendem Projekte erhält die Linie eine Länge von nahezu, 1051/» Kilometer; fie steigt von Fulda bi« Frankenheim um 491 m, und fällt von da bis Meiningen um ca. 475 m.

Unter de» Eingangs erwähnten Bedingungen ia Bezug auf Steigung wird fich auch beim Detailprojekt an der Kllometerzahl nur wenig, aber immerhin einiges minder« kaffe«.

Um die Linie FuldaMeiningen wesentlich abzukürze», war der Vorschlag gemacht worden, die Bah« Fulda-Gersfeld theilweise mit zu be- nutze« und die neue Linie erst bei der Station Lütter beginne« z« kaffen.

Linienführung zwischen Wüstensachsen und Fran, kenheim noch ausgenützt werden können.

<isk«dahe-l>r«jkkt felMBlrmiogti.

Der für die Vorarbeiten zur Ausführung des Eisenbahnprojektes FuldaMeiningen eingesetzte Ausschuß hat bekanntlich jüngst in Frankenheim sich über die Frage verständigt, welche Trace de« maßgebende« Behörden vorgeschlagen werden soll. Die vorzuschlagende Linie ist kartographisch dargestellt und mit einem ausführliche» Erläute- rungSberichte bei den betr. Behörde« eingereicht worden. Der Erläuterurrgsbericht hat folgenden Wortlaut:

Krläuleruugsöericht

zum generellen Projekt der Eisenbahn- Linie FuldaMeiningen.

Durch das vorliegende generclle Eisenbahn« Projekt FuldaMeiningen soll der Nachweis ge- liefert werde», daß eine Bahnverbindung zwischen den beiden Städte« möglich ist, ohne eine größere Steigung als 1:80 und einen kleineren Radius als 300 m arizuwende«, sodaß also die Bcdin- gunge« sür einen normalen Vollbahnbetrieb noch eingehalten find. Die Länge der Bahnhöfe wurde zu 500 m angenommen.

Die unter diese« Gesichtspunkten projekiirts Linie verläßt den Bahnhof Fulda in der süd. liche« Richtung, um sich alsbald gegen Osten zu wenden. Das Gelände bei Pilgerzell bildet

befindet sich der günstigste Uebergang auf den nördlichen Hang deS Lütterbach-ThaleS, um «ach Poppenhausen zu kommen, für welchen Ort bei Kilometer 23 in der Nähe des GraShofes der Bahnhof angelegt werde« könnte.

Die bisher gewonnene Höhe der Trace war durch die Lage derMooshecke" bedingt, für den weiteren Weg «ach Abtsroda ist aber dir Kuppe südlich von Rodholz bei Kilometer 29 maßgebend, durch deren Umfahrung eine Wider­kehr gewonnen wird, wodurch man »ach Abts­roda gelangen kann.

Um nun diese Wiederkehr zu erreichen, muß der Thalkeffel von Poppenhausen über Rausche!, bach, Tränkhof und Rooholz umfahren werden, wobei fich aber zwischen dem Bahnhof Poppen­hausen und Kilometer 25 eine 1,5 Kilometer lange Horizontale ergibt, die für bie Steigung nach Abtsroda nicht auSgenützt werden kann, und zwar aus dem Grund nicht, do, wie schon ge. sagt, für die weitere Strecke die Höhenlage deS Terrain bei Lamerihof maßgebend ist, welche aber kein früheres Ansteigen mit 1:80 erlaubt.

Das Defil« von Abtsroda beherrscht die Tracirung sowohl dieser Linie als auch sämmt. kicher Varianten derselben. Im vorliegende» Falle kann er nur mittelst eine- größere« Ein­schnittes eventuell Tunnels gewönne« werde«. Nack Ueberwindung dieses D-fileS befindet fich die Linie in einer solchen Höhe, daß von hier bis Wüstensachse« keine weitere Steigung mehr nöthig ist. I« einer Horizontalen wird der Ehrenberg umfahren.

Der Umweg um de» Ehrenberg könnte von 7 auf 2 Kilometer abgekürzt werden, wenn man mittelst Einschnittes und Tunnels ihn in der Mulde zwischen Schasste»« und Schafeller« abschneiden wollte. Es wird Sache des Detail- Projektes sein, zu erwäge», welcher von beiden Wegen der vortheilhaftere ist. Unter alle» Um­ständen wird bei Kürzung der Linie der Bahn- Hof Wüsten sachsen höher und auch entfernter vom Orte zu liege« kommen, als es »ach gegen­wärtigem Projekte der Fall ist. Nach diesem liegt et an und für fich schon ziemlich hoch, wollte man ihn jedoch tiefer lege«, was wegen der Steigungsoerhältmffe «ach Frankenheim immer- hi« noch zulässig wäre, so würde eine verlorene Steigung entstehe«.

Das Projekt zeigt zwischen Kilometer 45 und 47 eine Horizontale, welche durch die Höhenlage deS Bahnhofes Wüstensachse» und dem Ueber­gang über die Ulster bedingt wird, doch wird fie im Detailprojekt zu Gunsten der übrigen

eine Terrasse mit ziemlich steilem Anstieg, welcher Umstand eine größere Entwickelung nothwendig macht, um das Plateau mit der Steigung 1:80 gewinnen zu können. Die Linie umfährt deshalb den Florenberg in südlicher Ausbiegung und gelangt östlich von Pilgerzell auf die Höhe des PiateauS, woselbst fich auch bei Kilometer 6,5 ein geeigneter Platz für der. Bahnhof findet. . .

Von da geht die Linie immer in der Steigung lich zu mache«. Die Höhe dieses DammeS und 1:80 auf den nördliche» Hcmg des Haunthales in zweiter Linie deS Thalüberganges bei Kilo- über, um in der Nähe des Hasenhofks den Bahn-! weter 81 zwischen Marienhof und Gerthausen, Hof Dipperz zu erreichen. : kann aber beträchtlich gemindert werden, wenn

Um von hier auS nach Poppenhausen zu-der Bahnhof Frankenheim rückwärts.verlegt und gelangen, ist eine größere Entwickelung der Linie mit dem Gefälle früher begonnen wird. _

Ob die Strecke FuldaLütter geeignet ist, den zu erwartenden Lokal- und Transitverkehr Meiningen-Fulda bewältigen zu könne», mag hier unerörtert bleiben, eS muß aber erwähnt werden, daß es unmöglich ist, mit einer Steigung von 1:70 bis Poppenhausen zu kommen, aber «och mehr, das Destlä bei Abtsroda gewinnen zu können. Es käme also diese Strecke nur dann in Betracht, wenn von vornherein ein höherer Steigungsverhältniß, eventuell bis 1:40 angenommen würde.

Es dürfte sich überhaupt empfehlen, das ganze vorliegende Projekt unter Zugrundelegung einer höheren Steigung als 1:70 zu überprüfen. Bei 1:40 würde sich eine Abkürzung der Linie von mindestens 20 Kilometer ergaben. Die An­lage des Bahnhofes sür Poppenhausen würde auch unter diese« Umständen Schwierigkeiten ver­ursachen, hingegen könnte das Defilä von Abts­roda höher und somit leichter überschritten werden. Infolge der größeren Höhe bei Abtsroda würde alsdann auch der Bahnhof Wüstensachsen höher zu liegen kommen, vorausgesetzt daß keine ver- lorene Steigung in Anwendung kommen darf.

Bei einer höheren Steigung als 1:70 käme auch die Linie Lütter-Abtsroda in Betracht, da solche unter diesen Verhältniffen möglich wäre.

Unpolitische Zeitläuse.

(Nachdruck »erbeten.)

® Berlin, 9. Ott. 1902.

DerBund deutscher Frauenvereine" hat in Wiesbaden getagt. Den Vorkämpferinnen des schwachen Geschlechts ist dabei ein kleines, aber bezeichnendes Abenteuer zugestoßen. E.ur Abge­ordnete auS Berlin, die in kurzkeschnittenen H raren mit einem Herrenhut durch die Straße» wandelte, erregte Aufsehen und wurde von einem Polizisten auf daS Bureau geführt. Nach Auf- klärung der Sache wurde fie lofort entlaffr» und nachträglich gab es auch noch eine förmliche Ent- schuldigung seitens des Polizeipräsidenten. Aber hoffentlich wird der eifrige Polizist nicht zu scharf getadelt. Er sowohl wie das Wiesbadener Publi- tum haben doch schließlich nicht unrecht, wen« ihnen eine mannweibliche Erscheinung auf offener Straße bedenklich vorkommt. Vorläufig gilt ja bei uns zu Lande »och die Regel, daß fich die Frauen wie Frauen und die Männer wie Männer ««ziehen. Und dieFlauenvereine" thäten sehr gut, wenn ste ihren hitzige» Genoffinnen klar machten, daß zu den beste» und schönsten Tugen- den deS weibliche« Geschlechtes die S ch a m h a f.t i g- leit gehört. Ich meine die Schamhaftigkeit in weiterem Sinne als die Schau vor zudringlichen Blicken und kritischer Bemerkungen fremder Leute, vor'auffälliger Zurschaustellung der eigenen Per- son. Sogar ei« Man« genirt fich, wenn er in einer ungewöhnlichen Kleidung über die Straße gehen muß und fich als Schaustück begafft und beurthetlt fühlt. Ja, wenn ei« Mann sich ge­zwungen sähe, in einem halb weiblichen Aufzuge zu erscheinen, so daß fich Zweifel an seinem Ge- schlechtsstände erhebe« könnte», sie würden fich, abgesehen von ganz abgebrühte« K«b frivolen Nature«, geradezu schämen. Von einer Frau kann man doch eigentlich «och etwas mehr Zart- gesühl verlangen. Wenn sie trotzdem in halb männlicher Erscheinung fich den Blicken Aller preisgibt, so kann man diese Ungenirtheit nur er- klären durch die Sucht der EmavcpirU«, eS den Männer« gleich zu thun. Diese streitbare« Dame« rede« von Gleichberechtigung der Ge- schlechter und verwechsel« das, mit Gleichheit. Es genügt ihrem Ehrgeiz nicht, tüchtige und i« ihrer Art vollkommene Frauen »u werden, sondern fie wolle« räuspern und spacken wie Männer, äußer- lich und innerlich den Männern zum Verwechsel« ähnlich werde«. Da wurzelt die Verirrung der modernen Frauenbewegung. Der liebe Gott hat zwei Geschlechter geschaffen mit körperlicher und seelischer Besonderheit. Auf dem Zusammen- wirken dieser zwei Arten des Menschthums be- ruht wesentlich die Entwickelung der Menschheit. Wer fie finden will, muß jede- Geschlecht ia seiner Eigenschaft möglichst vollkommen zu ge- flalte« suche«. Aber wer Mannweiber, oder männliche Weiber zu züchte« versucht, frevelt an dem Kunstwerke des Schöpfers. Ich möchte fie vergleichen mit jene« kluge« Leuten, welche die schönen Malereien in alten Gebäuden, die ihnen zu bunt vorkamen, mit einer gleichmäßig lang- welligen Tusche überstriche».

Gegen den Unfug der gefchlechtigen Gleich­macherei erheben fich neuerdings auch schon im Lager der Frauenrechtlerinnen ernüchterte Stimmen. So sagte i» Wiesbaden eine Rednerin: der An- theil der Frauen an der Kulturarbeit sei eben deshalb berechtigt, weil die Frau anders geartet fei als der Man« und der Kultur andere Wer- thend Kräfte zu bieten habe, als er;bie Fra« kann eben nur als Frau siegen." Sehr

richtig! Aber gleich darauf brrieth der Frauen» Kongreß über bie Reform der höheren Mädchen­schule, und da steuerte dir B-richerstatteri« gleich wieder in daS Fahrwaffer der Gleichmacherei und der Nachäffung der männlichen Einrichtungen. Sie wollte für die jungen Mädchen 12klasfige Schulen, wie ste die Knabe» haben und mit ihnen drei Vorschule« «nd 9 Gymnafialklaffen. Und sogar eine Art Reformßymnastam schlug fie für Mädchen vor: 6 Jahre gemeinsamer Unterricht und dann Gabelung in humanistische und realistische Fächer. Dazu ei« Abiturienten-Examen mit Berechtigung zum Winterfludium. Don anderer Seite wurde auch dem gem-irsamen Schulbesuch von höhere« Mädchen und Knaben das Wort geredet. Dagegen erhoben sich glücklicher Weise noch einige vernünftige Stimmen, die vor der männlichen Geiehrtinnenschule warnte«. U. A. wurde gefragt, ob den« die Eltern in kleineren Orten, die jetzt schon ihre Knaben zum Besuche des Gymnasiums in einen anderen Ort schicke« müffen, auch ihre Töchter als Schülerinnen de« großstädtischen Anstalten außer dem Hause auf­wachsen lassen sollten. Die Mehrheit war der« auch schließlich so klug, es bei der Forderung nach befferer Ausbildung der Lehrkräfte und der Schülerinnen der höhere« Mädchenschulen be­wende» zu lassen.

Mit dem unglückseligen Wunsche, die beide« Geschlechter gleich zu machen, hängt eine lieber» schätzung der Verstau des bildung, der Gelehr» samkrtt zusammen. Die Jünglinge müffen nu« elnmal eine Maffe von Wissensstoff t« sich auf» nehmen, und verstandesmäßig zu verdauen und gedächtnißmäßig sich einzugliedern suchen. Dabei leidet nicht selten das Gemüth Schaden, u«b auch die natürliche Vernunftthätigkeit, der sog. gesunde Menschenoerstand wird durch diese künst­liche GeisteSsütterung vielfach in Gefahr gebracht. Die Frauenbildung hielt sich bisher do« dieser Einseitigkeit und Schärfe der BerstandeSwiffen« schasl im Allgemeinen frei, verarbeitete den Kul­tur- und Wiffrnsschatz mehr nach der gemüth» liche« Seite hi« und zog dem natürlichen In­stinkt der Frauenseele die Zwangsjacke der logische«, mathematische« und philologische« Regel« nicht gar so. enge zu. Das verbürgt die richtige Mannigfaltigkeit, die gedeihliche Ergänzung der beiden Geschlechter. Der klügelnde Verstand, der beim Manne vorherrscht, macht nicht Alles. Unser Schiller sagt:Was kein Verstand der Ver­ständigen sieht, daS ahnt in Einfalt eia kindlich Ge­müth !" so kann man das auch auf die GemüthswriS» hrit der echtenFrau a«wenden. Wir können jrrivgs- umher die Beispiele finden, daß eine gescheidte Frau ihrem Manneüber" ist, auch wen« er doppelt so lange in einer dreimal so scharfe« Schule geseffr« hat. Mit dem Instinkt ihres gesunden Gefühls und ihrer unve, künstelten Ver­nunft trifft sie oft schnell und sicher das Richtige^ während er mit seiner kunstgerechten Verstands» arbeit aus dem Wenn und Aber fich nicht her» aus zu stade» weiß. ie eine solche geistig überlegene Frau dieselbe Schule durchgemacht, wie ihr Man«, so wäre sie vermuthlich noch unsicherer, als er. Sie hätte dann die natür­lichen Vorzüge ihres Geschlechts, die ihr jetzt so trefflich zu Statte« kommen, wahrscheinlich eingo- büßt und hätte die Krücke der Verstandesbildung doch nicht so gut gebrauche« lernen können, wie der anders beanlagte Mann. Es ist ein Unsinn und ein Unfug, beide Geschlechter über einen und denselben Bildungsle ften schlagen zu wolle«. Jedes Geschlecht muß «ach seiner Faco» gebildet werden. Die Körper find verschiede« geartet und dir Geister auch. Wen« eine Fra« Männer» kleider anziehe« wollte, so wäre das nicht bloß häßlich, sondern auch unpraktisch; es ist kein Zufall und keine Willkür, daß fich unter den Kulturvölkern eine verschiedene Tracht für jede- Geschlecht erttwickikt hat. Aehnlich steht es mit der Einkleidung des Geistes; jedem Geschlecht muß das Bildu-igSgewand besonders zuge­schnitten werden, wie es sür seine seelische Eigen« art paßt.

Aber wer betreibt denn die Gleichberechtigung? fragen entrüstet die Frauenrechilermnen. Du lieber Himmel, die Frauen werden «ie zu einer gleichen Rechts- und Machtstellung gelange», wen» sie ihre natürlichen Vorzüge bei Seite werfen uud mit «achgemachten Waffen i» de« Wettkampf treten. Denn in dem Gebrauch dieser Waffen, die aus die männliche Eigenart zuze- schnitten find, müffen ihnen natürlich die Männer über sei«, schon wenn die Damen sich z« voll­kommenen Frauen ausbilde«, so Haden fie nicht bloß Aussicht auf Gleichstellung, sondern sogar auf ein Uebergeroidjt, eine gewisse Herrschaft in Familie und gesellschaftlichem Leben.

Der Frauentag hat der falschen Richtung noch ein fette« Opfer gebracht, indem er bie thörichte Forderung des Frauenstimmrechts wieder aufstellte. Arme Frauen, wenn ihr euer Heil von dem Spiel i« der Wahlurne erwartet! I»