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Ulustrine Sonntags-Zeitung*, „Fuldaer Gesd)kbt$blaftef* und rotterke-IM.
JH 235.
[] Die Sozialdemokratie bei den preußischen Landtagswahlen.
Die „@encffen“ wäre», als der Vorschlag, sich um den preußischen Landtagswählen zu be- theiligen, zuerst austauchte, Anfangs selbst sehr erstaunt über die Zumuthung, unter dem Dreiklaffenwahlrecht mit seiner indirekte« Wahl und öffentlichen Stimmabgabe zur Wahlurne zu schreiten. Es galt bis dahin ja als feststehende Wahrheit, daß unter diesem Wahlrechte irgend- welche greifbare Erfolge der Sozialdemokratie völlig auSgeschloffen seien. Allmählich aber gewöhnte man sich an den neuen Gedanken, und heute ist die Stimmung völlig umgeschlagen. Wohl streitet man auch heute noch darüber, aber nicht darum, ob man sich an den Landtags- wählen in Preußen betheiltgeu solle, sondern nur noch über das Wie, und dabei tritt immer mehr, im Gegensatz zu der früheren skeptisch-ungläubigen Stimmung, eine höchst optimistische, zuversichtliche Auffassung zu Lage. Waren die ersten Besür- worter der Betheiligung zufrieden mit der Aussicht, die Sozialdemokraten könnten durch ihre Abstimmung einigen EKfluß auf die Zusammensetzung des preußische» Abgeordnetenhauses insofern gewinnen, als sie die Wahl „reaktionärer" Kandidaten hindern und die Wahl „freiheitlich" gesinnter Abgeordneten — nicht etwa sozialdemokratischer — fördern könnten, so spricht man heute bereits ganz «ngenirt davon, daß die Sozialdemokratie sich nicht damit benügen dürfe, nur dem „kleineren Nebel" des Freisinns gegenüber dem größeren der Konservativen, oeS Cent» ums, der Nation alliberalen zum Siege zu verhelfen, sondern daß sie sozialdemokratische Abgeordnete in das Landtagshaus an der Prinz- Albrecht-Straße hineinwählen könnten und müßten.
Diese Wandlung ist aber nicht nur durch die Kühnheit ihres Gedankenflages bemerkenswerth, sondern auch deshalb, weil sie auf Kosten des Freisinns sich vollziehen muß — desselben Freisinns, der sich schon unbändig auf die sozialdemokratische Wahl-Unterstützung gefreut hatte. Darauf läuft schließlich alles h.nauS, was jetzt an Vorschlägen über die Landtagswahl-Taktik erörtert wird. Auch die Meinungsverschiedenheit zwischen Bebel und AronS über die Taktik ändert nichts daran, daß zu guterletzt der Freisinn die Kosten zu bezahlen haben wird. Dr. AronS verthridtgt auch neuerdings seinen Vorschlag wieder in den «Sozialpolitischen Monatsheften', und eS lohnt sich, davon unseren Lesern Kenntniß zu geben. Arons bleibt trotz Bebels Einwand, daß eine einfache Entschließung deS Staatsministeriums dies verhindern könne, dabei, daß die „Genoffen" bei eintger Geschicklichkeit den Wahlakt sehr in die Länge ziehe» könnte«. Dann werden, so «eint er, sehr viele Angehörige des Mittelstandes wege« Mangel an Zeit nach Hause gehen und den Sozialdemokraten das Feld überlassen. Um dies durchzufüh- re«, müßten überall, wo es irgend gehe, sozial-
HE Wechenfchcrfi.
Roman von Paul vom Wildbach.
80 ------(Nachdruck verboten.)
15. Kapitel.
Hochfliegende Pläne.
Da« Trauerjahr im Löwenthal'schen Hause war seit etwa zwei Monaten vorüber.
Der junge Geschäftsinhaber hatte peinlichst darauf gehalten, daß von all de» Aeußerlichkeiteu, mit welchen di« Welt da« Hinscheiden' eine« geliebten Famtlienhauptes umgibt, nicht« versäumt wurde, obschon Jedermann wußte, daß von zarten kindlichen Gefühlen bei Emil Löwenthal nicht viel di« Rede sein konnte.
Freilich schien sein Streben mit dem Antritt der Herrschaft in dem Bankgeschäft plötzlich ein ganz andere» geworden zu sein. Jahrelang hatte Emil Liwenthal al« hervorragender Vertreter jener unnützen Klaff« junger Leute gegolten, deren Daseinszweck mit einer möglichst kostspieligen Tödtung langer müßiger Stunden erfüllt zu sein scheint, und e« war ihm ziemlich einerlei gewesen, in «effea Gesellschaft und mit welchen Mitteln dieser Zweck erreicht wurde.
Da« war mit einem Schlag« ander« geworden. Di« leichtlebigen Jugendgenoffen sahen den nun- mehrigeu Chef de« Hause« Löwcnthal gar nicht mehr in ihren Reihen, und wenn sie zu ihm kamen, so war er entweder nicht zu sprechen, oder dringende Geschäfte rieft» ihn alrbald wieder au« ihrer Mitte ab.
Iutöa, Samstag,
demokratische Wahlmänner ausgestellt werden und die „Genossen" i« geschlossener Masse zur Wahlurne gehen. Zu diesem Zwecke müffe dann aber auch mindestens eine Stunde vor Beginn der Wahlhandlung absolute Arbeitsruhe verkündet werde». Daraus könne den Arbeitern kein Nachtheil erwachsen, da das Erscheinen a» der Wahlurne ebenso eine Pflicht sei, wie das Erscheinen bei der Kontroll-Versammlung. (Dieser Bergleich hinkt natürlich, denn eine gesetzliche Wahlpflicht gibt es nicht) Ja, Herr Arons versichert, der Arbeiter habe, wo die Giltigkeit des § 616 des Bürger!. Gesetzbuches nicht im ArbeilS-Vertrage auSgeschloffen fei, für die versäumte Zeit den Anspruch auf vollen Arbeitslohn. Allo auch dann, wen« dieselben „Genoffen" di« Wahl absichtlich in die Länge ziehen u«d daher die lange Zeitoersäumntß selbst verschulden 1 Nein, Herr Arons, mit solche« Theorien werden Sie in der ProxiS kein Glück haben!
Jntereffanter jedoch und bedeutend praktischer ist die Stickwahlparole, die „Genosse" Dr. Arons ausgibt. Zunächst solle« die sozialdemokratischen Wähler nur für solche freisinnigen Wahlmänner stimmen, die bei ihrer Aufstellung erklärt haben, daß sie im Falle einer Stichwahl auch für eine« Sozialdemokraten stimmen wolle«. Das läßt sich noch höre«, denn eine Hand wünscht die andere. Bedenklicher aber hingt die folgende Marschroute für die „Genoffen" und ihre freisinnige» „Bundesgenossen":
Im ersten Wahlgang — bei der Wahl der Abgeordneten — sollen die freifinnigen Wahlmänner sich verpflichten, für den sszialdemo- kratischen Kandidaten zu stimmen.
Im zweiten Wahlgang wolle» dann die „Genoffen" für den freisinnigen Be- werber stimmen, eventuell auch im dritten, während bezüglich der Stichwahlen im Uebrigen die schon vorher erwähnte Gegenseitigkettsverpfiichtuvg beider Theile gilt.
Also mit andere« Worten: die Sozialdemokraten wollen bei dieser Partie durchweg die Vorhand haben; erst in zweiter Hand soll der Freisinn auch etwas davon profiii- -«. Was wäre die Folge davon für die Fr, finnigen? Jene Abmachungen hätten natürlich »ur dort praktischen Werth, wo die Freisinnigen noch breite Wählermaffen haben, daher käme die G»schichte darauf hinaus, daß eine Anzahl freisinniger Mandate den Sozialdemokraten abgetreten würden. Herr Arons sagt, daS wäre nur recht und billig, denn der Freistn» habe auch seither schon nur Gebiete beackert, die eigentlich den Sozialdemokraten gehörten. Diese wollen ihm aber „großmüthig" helfen, i« andere« Wahlkreisen neue Erbauungen zu machen; und Dr. Arons rechnet be» Freisinnigen 47 solcher „aussichtsreichen" Wahlkreise mit 81 Abgeordnete» vor.
Gewiß ei« „feines" Geschäft für dis Freisinnigen! Allerdings ein Geschäft, bei welchem sie dem Knaben gleichen würden, der de« Sperling in der Hand fahren läßt, um die Taube» auf dem Dache zu jagen.
Dagegen war er ein eifriger Besucher der Börse und aller geschäftlichen Zusammenkünfte, und durch seinen Eifer, seine Urternehmuvg-iust und da« ihn überall begünstigend« Glück gelang e« ihm, alsbald eine so hervorragende Stellung einzunehmen, wie fie sein Vater nur in seiner glänzendsten Zeit behauptet hatte.
Dieser hervorragenden Stellung suchte Emil Löwenthal auch nach außen hin in jeder Hinsicht Ausdruck zu geben. Die Geschäftsräume, welche schon unter dem alten Kommerzienrath wirklich luxuriös ausgestattet waren, sande« jetzt über- Haupt ihres Gleiche« nicht mehr wett und breit, ja bis auf die einzelnen Angestellte» des Bankhauses schien sich die Hinneigung deS Chefs zu Glanz und Vornehmheit zu erstrecke». Früher hatte die Firma Löwenthal in dem Rufe gestanden, ihre Beamten lange Jahre im Dienste zu behalte«, und man begegnete manchem Buchhalter, deffen Haupt der Schnee des Greisen- alters deckte. Daoei hatte mancher auch die eine und andere liebgewordene alte Gewohnheit beibehalten, oder er ging in einem Rock, der mehr der Mode früherer Tage, als den neueste« Leisturigen der Kleiderkünstler «»gepaßt »ar.
Das alles hatte sich m der kurzen Zeit der neuen Aera unter dem jungen Prinzipal xeändert. Die alten Herren waren gar bald aus dem Dienste geschwunden, und man begegnete i» de« Hallen deS Löwenthal'schm Hauses nur »och den letzten Moden in Frisur wie Garderobe. O'r damit die Dienste freilich in Einklang standen, konnte der flüchtige Gast im Bankhause nicht entscheide«.
ben 11. Oktober 1902.
Berlin, 10. Oktober 1902.
M Die , As sage" der N«renge«er äie hat natürlich überall unangenehm berührt. Aber die vom Pceßbureau des Auswärtigen Amrs gespeisten Blätter von der „liberalen Morgenluft", die begreiflicher Weise die dem Auswärtigen Amt bereitete Blamage besonders stark empfinden, thun unrecht, wenn sie die Sache so darstellen, als wen« abgesehen von einigen alldeutschen Schreiern, die ganze deutsche Preffe die Weigerung der Generäle, durch englische Vermittelung eine Audienz beim deutschen Kaiser «achzusuchen, als eine schnöde Beleidigung des deutschen Volkes empfinde. Wir haben wahrlich nichts mit de« Alldeutsche« zu thu«, theilen aber diese Auffassung durchaus nicht; und ebensowenig, soweit wir übersehe» können, die ganze Crntrumspreffe, Das Gleiche gilt vo« den unabhängige« Blättern aller Parteien, die nicht unbedingt in unserem Auswärtige« Amte die höchste Weisheit verkörpert sehen, namentlich auch von der wirklich konser- vatioen Preffe. Ebenso ist der gewiß nicht alldeutsche sozialistische .Vorwärts' wett entfernt von der Auffaffung der liberalen Berliner Blätter, ja er geht sogar soweit, die Burengeneräle zu ihrem „Sieg" über die Politik des Auswärtigen Amts zu beglückwünschen. So habe« es die Generäle schwerlich gemeint. Auch drr .Vorwärts meint übrigens mit Unrecht, daß die ganze deutsche Preffe — die „bürgerliche" — am Strange des Auswärtigen Amts ziehe. »Im .Vorwärts' sollte man doch auch andere Blätter lesen als daS .Berliner Tageblatt', die ,Tante Voß' und die .Rationalztg.'! Heber die Gründe der Bure»-„Aviage" herrscht noch.immer keine Klarheit, aber dir unabhängigen Blätter find durchweg Überz uzt, daß die Bure« triftige Gründe gehabt habe« müffen. Vielleicht gibt der Jubel der englische« Presse über das Scheiter» der Audienz einen Fingerzeig i« dieser Richtung, ebenso wie das bedenkliche Lob, daS in London dem deutsche« Kaiser, de« man eben noch mit Schmutz bewarf, gezollt wird. Das A uSw ärtge Amt hat allen Grund, dieses Lob auf fich zu beziehen, ebenso wie eS vermuthlich Gründe hat, diewahrenUrsachen der Audienz-Vermittelung zu vertuschen. Die Generäle selbst bitten, ihre Erklärungen ab- zuwarten; «ur die U n g e d u l d Berliner hochstehender Personen habe die „Absage"-Rotiz der »Rordd. Allg. Ztg.' veranlaßt, sie selbst hätten sich noch gar nicht offiziel geäußert! Ob Jia ein Mißverständniß vorliegt? Kommandant Louis Botha, ein Riffe des Generals, nicht der Gene- ral selbst, wie die Berliner Blätter zunächst irr- tbümlich angegeben, hat seine» Aufenthalt in Berli» verlängert. Er wollte schon gestern Abend abreisen, aber seine Geschäfte, die zweifellos mit dem Berliner Besuch der Generäle zu- sammenhängen, kamen gestern noch nicht zu Ende.
# Ki«e müßige Ietzde ist zwischen dem Organ der preußischen Konservative», ............. ........................
Während so Emil Löwenthal alle Ermnerunqen an eine tolle Jugend abzustreifen suchte, pflegte er nur einen Umgang emsig »eiter: de«je»igen mit ben vornehmen, vor allem den abelieen Herren im Donauklub, wo er sich früher selbst nur wie ein Fremder gefühlt hatte.
Dort waren ihm aber auch — wenn zwar nicht die Herzen — so doch die lauten Glück wünsche mit einem wahren Ungestüm zug« flogen, sobald man wußte, daß et jetzt als unumschränkter Herrscher über all' den Löwenthal'schen Schuldbüchern mit den klangvolle« Namen fitz«. Der alte Kommerzienrath war mit dem Erinnern und Eintteibe« der ausständige« Poften so nachstchtig, um nicht zu sagen nachlässig gewesen: — wmn das jetzt plötzlich anders werden sollte, so mußte ein großes Ach und Wehe bei gar Manchem entstehen, der früher stolz auf den linkischen Emporkömmling herab«esrhen hatte.
Doch Emil Löwentha! schien die nachsichtige Ader seines Vaters geerbt zu haben. Ei war seine« Schuldnern nicht weniger freundlich, und wenn ein hoher Herr mit irgend einem diskrete« Anliegen zu ihm kam, hielt er seins Geldsäcke keineswegs fest zu, sondern er benutzte «ur die Gelegenheit, um die alten Bande noch fester zu ziehen.
Nirgends aber konnte Löwenthal sich eines größeren @tfc!geS rühme«, als bei dem Grafen vo« Ostmark, mit welchem er nach dem Antritt des Geschäftes Sie Urbarmachung der große« Oedländereien begonnen hatte. DaS Unternehmen hatte sofort eine« vielversprechenden Anfang genommen, und seitdim war Ostmark mit dem
29. Jahrgang»
der.Konftrv. Korrespondenz' und der offiziöse« .Münchener Allgemeine« Zeitung' aus- gebrochen. In dem vom preußischen AtbettS- (Elsknbah»')Mrnisterium herausgegebene« .Archiv für Eisenbahnwesen' hatte der Geh. Ober- Rrgierukgsrath PeterS eben Aufsatz veröffentlicht, der zu dem Schluffe kam, daß die finanziellen Ergebniffe der preußischen Wasserstraßen sehr «.»befriedigend feie«. Daraufhin ging das Münchener Blatt gegen de« Geheim- rath PeterS los, und zwar, wie auf konservativer Seite gerügt wird, „in denunziatorischer Abficht". DaS ärgert die »Konsero. Korresp.' dermaßen, daß fie die .Münchener Allgem. Ztg.' in folgender Weise abkanzelt:
.Dem Organ der bayerischen Regierung aber rathen wir dringend, fich in spezifischpr eußische Angelegenheiten in so gehässiger und tendenziöser Weise nicht etnznmischea. In Boyer» ist man allen Einmischungen gegenüber sehr empfindlich; man sollte alst> gerade an leitender Stelle für .Reziprozität" sorgen. Die Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses muß eS sich auf daS entschiedenste verbitten, von dem bayerischen Regierungsorgan al« Fronde angesprochen zu werden. Die .Münchener Allgemeine Zeitung' hat Besserer zu thun, alS sich in die preußisch« Kanalfrage, die sie absolut nichts angeht, in so dreister und gehässiger Weise einzumischen und bei der preußischen Regierung Denunziationen vorzubringen."
Wir fühlen gewiß nicht den Beruf in unS, ein in der That sehr gehässiges Blatt wie die .Münchener Allgemeine' in Schutz zu nehmen, aber der Vorstoß des Berliner Organs gegen die bayerische Regierung ist gänzlich verfehlt. Denn einmal ist die .Münchener Allgemeine Zeitung' weit mehr ein preußisches, als ein bayerisches Blatt. Sie ist in erster Linie eine süddeutsche Agentur der preußischen Politik, und wenn fie trotzdem zuweilen auch vom Ministerium Crailsheim benutzt wird, so ist das allerdings wenig ehrenvoll für daS letztere, gibt der .Kons. Korresp.' aber noch kein Recht, jeden beliebigen Artikel der.Münch. Allgem. Ztg.' auf die bayerische Regierung zurück- zusührrn. Dann aber ist eS auch nicht wahr, daß die Kanalfrage eine Angelegenheit sei. die nut Preußen etwas angehe. Die Frage der Fortführung der Mainkanalisation biS Aschaffenburg, die eines der dringendsten In- tereffen der bayerischen Volkswirthsckaft berührt, hängt aufS Engste mit be« preußische« Kanalfragen zusammen. Solange diese in der Schwebe find, kommt auch die Mainkanalfrage nicht vom Fleck. Die Empfindlichkeit des konseroattve« Organs ist daher sehr wenig angebracht, man hat in Bayern viel mehr Veranlassung, empfindlich zu fei« — auch über die Verschleppung und Winkelzüge in der Mainkanalfrage!
* „Ilever Kiseuvahu Fahrpreise und Selvstüoste»" veröffentlicht der frühere Esen- bahn-Direktions.Präsisent v. Mühlenfels einen Aufsatz, worin er nachweist, daß bei der Mehrzahl der deutschen Bahnen, befandet« der Siaalsbahnen, der Personenverkehr nicht die Selbstkosten deckt. Unter Berücksichtigung der höheren Betriebs-Ansgaben und Anlagekosten beziffert der Verfasser den Fehlbetrag des Personenverkehr« bei den deutschen Staatsbahnen auf rund 75 M ll onen Mark. Wenn man trotzdem roch eine E-me ßigung der Fahrpreise fordert, so müßte damit die Verstärkung des Verkehr« Hand in Hand gehen- um zwischen Einnahme und Ausgabe oa« Gleich-
Bank-er noch in unzählige andere Unternehmungen verwickelt worben, so daß bet Gras längst keinen klare» Uebetblid mehr über alles hatte.
Ja, bet Graf wat allmählich in eine Abhängigkeit von dem Bankier geraden, die sich kaum begreifen ließ. Nicht allein in geschäftlicher Beziehung unternahm er fast nichts mehr ohne bi ff en Berathung — der Bankier wat auch fein Spielgrnoffe, soweit es deffen axbetweite Beschäftigung gestattete.
In der Thar war der Graf nicht allein tin leidenschaftlicher, sondern auch ein nie tastender Spieler geworden; ei« Spieler, der feine Zett, fein Gelb und Gut, sein häusliches Glück und feine ganze Gesundheit feiner Leidenschaft opferte. Wre oft schon halt; et seit jenem erste« Male, da der Wächter in Monte Carlo ihm die Goldstücke zur Rück eise anbot. denselben Weg gemacht. Und wen« er dort nicht war, so traf sich auch i« bet Heimath »ur allzu leicht eire gleichgesinnte Gesellschaft. Herr von Blowitz war fast der ständige Gesellschafter des Grafen geworden, und er besaß eine geradezu wunderbare Findigkeit darin, die geeigneten Kräfte zu einem Spielchen zusammenzufinden.
Das Spiel kostete aber auch Geld, jo, eS ver schlang gewaltige Summe», und wen« der gräfliche Oöerrentmeistcr erklärte, daß die Raffen erschöpft seien, so war es immer wieder der Bankier Löwenthal, der nur allzu att« dem Arafen wie auch Blowitz aus der Verlegenheit half.
So hatte sich zwischen diesen drei Männern eine Vertrautheit entwickelt, welche in einer ganz