Inwa, Mittwoch den 8. Oktober 1902.
29. Jahrgang.
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für Jnferate 3. paejeller in Sut6a. „ illustrirte Sonntags-Zeitung'', „?uldaer ßeschicbtsblätter" und £oflerie-Ci$fe.
G Des Sultans Sorgen.
Der offiziöse Draht hat während der Anwesen, heit deS Großfürsten Nikolaus in Konstantinopel g<fl ffentltch alle Momente heroorgehoben, welche etwa de» Eindruck machen könnten, daß zwischen Rußland und der Türkei eitel Liebe, F^und- schäft und Bertranen herrsche. Man gab fich an der hohen Pforte wohl der Hoffnung hin, auf diese Weise den bedenklichen Eindruck der rusfisch. bulgarischen militärischen Demonstrationen am Schipka. Paff- verwischen zu können. Eben zu diesem Zwecke hatte auch die Pforte Alles in Bk' wegung gesetzt, um in Tt. Petersburg zu erwir. ken, daß Großfürst Nikolaus nach der Schipka» Feier auch dem Sultan seine Aufwartung mache. Die rufstiche Regierung machte dieses Zugeständ» «iß, obwohl der russische Botschafter Sinowjew in Konstantinopel davon abgerathe» hatte. Die Tüiken thaten fich aus diesen diplomatischen Er- folg nicht wenig zu gute, und fie glaubte» darin auch eine Gewähr dafür erblick n zu dürfe», daß die bulgarischen Abfichten auf Mazedonien in St. Petersburg auf k-ine Unterstützung zu rechnen hätten.
Es scheint aber, daß Großfürst Nikolaus zwar die prachtvollen arabischen Hengste des Sultans nicht abgelehnt, die von der Türkei gewünschte» Versprechungen hinsichtlich der mazedonischen Frage dagegen nicht gegeben hat Im Gegen- theil soll der Großfürst unverblümt betört habe», daß die türkischen Behörden in Mazedonien sich ganz anders verhalten wüßten, wenn die Ein- Mischung fremder Mächte — soll heißen: Rußlands! — verhindert werden solle. Die russische .Nowoje Wremja' war also anscheinend flut unterrichtet, als sie kürzlich mit der gleichen Drohung, nur in etwas weniger höflicher Form, von der türkischen Regierung eine rasche und gründliche Reform ihrer Verwaltung in Mazedonien forderte. ES ist dies auch um so eher anzunehmen, als eS der russischen Preffe nicht leicht gestattet ist, in wichtigen Fragen der auswärtigen Politik eine Haltung einzunehme», dis der russischen Regierung unerwünscht ist.
Damit ist nun freilich nicht gesagt, daß Rußland an eine nahe bevorstehende gewaltsame Exekution an der Türket dächte. Wem der vielbe- rufens Friedensbote des Zaren hierfür nicht Bürgschaft genug ist, der mag dieselbe darin finden, daß die russische Forderung sicherlich er- wartet und erwarten darf, der Sultan werde ihrer energische» Haltung gegenüber nicht mehr lange seinen Widerstand gegen eine Reform der türkischen Verwaltung in Mazedonien aufrechter halten können. Ja, wir möchten gerade auS der ruhige«, friedliebenden Politik deS Zaren Nikolaus II. den Schluß ziehen, daß eS ihm heiliger Ernst ist mit den für Mazedonien verlangten Reformen. Denn wenn die Türkn diese endlich zugesteht und auch praktisch durchführt, dann ist sowohl den bulgarische» Wünsche» auf Mazedonien wie auch der vanslavische» Agitation in Rußland, solange i» Mazedonien geordnete Zustände herrsche», jeder Grund oder jeder Vorwand entzogen, auf die LoSreißung Mazedoniens von der Türkei hinzuarbeiten. Je eher der Sultan fich entschließt, in Mazedonien gründlich Ordnung zu schaffe», um so sicherer darf er hoffen,
HiS Machenschaft.
Roman von Paul vom Wildbach.
<27 ------ (Nachdruck verboten.)
Da lag der Vater kalt und starr, die ho löge- öffneten Au:en schienen den ungeratheneu Sohn zur Rede stellen zu «ollen. Hatte er » cht gestern noch de» unsagbar erbärmliche», ja Himmel- schreienden Rath gegeben, der Baler solle Hand an sich selbst legen; — welche Umkchr der Natur: das Leben batte er absprechen wollen — und auf welche Weise! — demjenigen, de ihm selber das Lrbm gegebin!
Emil hegte immer nocb Mißtrauen, ob der Vater eines natürlichen Todes gestorben sei. Daß er die blutige Pistole nicht in die Hand genommen, konnte er jetzt mit eigenen Augen sehen, und eS gab ihm einige Befriedigung, aber «och lange keine vollkommene Sicherheit. W:< war eS mit dem Gift? . . . Wie, wmn es de r Aerzten einfallrn würde, den Leichnam zu jcciren? Gr griff »ach der Hand deS Alte», di« steif und regungslos auf der Decke lag; aber kaum hatten feine Finger das eiskalte Glied berührt, als fie auch erschreckt zurückfuhre». Dennoch raffte er sich krampfhaft auf und suchte sich Muth einzu- spreche».
„Bah!" tönte eS endlich stech von seine» Lippen. — »Alles beruht nur auf der Einbildung >es menschliche» Gehirn-: lebe» will ich, und der Lebende hat Recht! Ich bi» der Soh» und Erbe — und will mir zu Nutze machen, waS er für
Maz donien seinem Reiche zu erhalten und im Genuss- eines von außen nicht gefährdeten Frie denS zu bleiben.
Ma» sollte meinen, die trübe Lage in Mazedonien und Alt-Serbien wäre« an sich schon Veranlassung genug für die Türken, endlich einmal für eine Dauer versprechende Besserung der Zustände in diesen Provinzen zu sorgen. Außer- dem darf die Türket auf Unterstützung von außen gegenwärtig nicht rechne«. Selbst ihr bester Freund, der deutsche Kaiser, kann ihr nicht helfen gegenüber den gerechtfertigten Forderungen Rußlands. Dieses findet aber natürlich noch Beistand Seitens seines französischen Bundesgenossen. Es ist gewiß kein Zufall, daß Frankreich gerade jetzt wieder verschiedene Ansprüche seiner Staatsangehörigen an die türkische Staatskasse mit besonderem Nachdruck vertritt. Bereits hat fich der Sultan entschließen müssen, die Forderungen einer französischen Gesellschaft für den Bau der Quais von Konstantinopel mit der hohen Summe von 41 Millionen Franken zu begleichen oder ihre Begleichung doch i» baldige Aussicht zu stellen. Woher fie das Geld nehmen will, ist wohl für den Finarzminister des Sultans selbst noch ein dunkles Grheimniß. Obendrein dringt Frankreich aber auch energisch auf die Regelung der Lorando-Angelegenheit. Es ist kaum denkbar, daß Frankreich fich einbildet, der Sultan könne alle diese Forderungen an den ohnehin stets «othleidenden türkischen Staatssäckel wirklich in absehbarer Zett befriedigen. Wenn Frankreich sie in diesem Augenblicke gleichwohl wieder mit solchem Nachdruck geltend macht, so läßt dies kaum eine andere Deutung zu als die, daß Frankreich auf diese Weise den vom verbündeten Rußland auf die Türkei ausgeübten Druck verstärken will. Für den Sultan liegt darin eine ernste Mahnung, die Geduld Rußland- und Frankreichs auf keine zu harte Probe zu stellen. Auch die anderen Mächte müsse» dies von dem Sultan erwarten und fordern, damit nicht vom Balkan aus der Weltfriede gefährdet werde.
Berlin, 7. Oktober 1902.
+ NationaLiSerale Hberpräsidente». Die Linke«. Politiker, welche den Reichskanzler und preußische» Ministerpräsidenten Graf Bülow immer mehr in einem Gegensatz zu den Konservativen zu bringen suchen, waren nicht ohne Hoffnung, daß wenigstens einer der beide« freigewordenen Oberprästdien, nämlich daS von Westpreußen, i« liberale Hä«de gelegt «erde. Ma« sprach bekanntlich schon mit einer gewissen Zuverficht davon, daß der Danziger Oberbürgermeister Delbrück für diesen Poste» auSersehen sei. Mst süß-saurer Miene berichtet jetzt die liberale Presse, daß Herr Delbrück angefichlS der große» schwebenden städtischen Projekte seine Stellung füglich jetzt nicht verlasse» kö«ne. DaS steht etwas sehr nach der Fabel vo» Fuchs nnb den Trauben auS. Wenn fich die liberale Presse
mich gespart." . . . Und höhnisch fügte er hinzu: „Ist daS den« nicht die Intention de- Alte« gewesen? Hat er nicht für mich Alle- erworben? Für wen denn sorst? Ja, ja, eS ist seine eigene »bstcht gewesen. . . . Also, wir wollen den Willen deS Erblassers erfüllen, wenn er's fich auch vielleicht ander- gedacht hat!' . . .
Und gleich sprang auch sein Ginn auf daS Materielle Über. »Jessica soll ihr Vermögen an- dem Geschäfte ziehen," murmelte er bei fich. „DaS bedeutet möglicher Weife den Zusammenbruch! Ich brauche aber Geld und will e- haben I WaS ist da zu thu», um fie umzusttmmen? ... E« wäre ein Leichte-, wenn nur die Alte, die Großmutter nicht wäre. — Aber fie wird nicht glaube», wen» ich mich auch »och so gut »erstelle. Trotzdem — ich muß de» gewissenhaften Geschäftsmann heranSbeiße», sonst ist Alles »er- loren, man kündigt mir den Kredit, und Alles ist vorbei. Nein, daS darf nicht fein . . . unter keine» Umstände». Also muß eine Umwandlung oorgenommen werden, wenigsten- für einige Zeit, und jetzt sogleich. Hernach werde» wir schon sehe», rote es geht." . . .
14. Kapitel.
Auf Abwege».
Während in Wie» hundert Hände mit de» Zurüstungen z» einem pomphafte» Leichenzug für de» todte» Kommerzienrath Löwenthal beschäftigt waren, weilte Graf Ostmark an eiern der schönsten Fleckchen der Erde, welche- mit seinem ewig lachenden Himmel ein Stück Paradier fei» könnte, wen» es nicht die Mensche» zu einer Hölle machte».
damit hättet, daß „schon fett mehreren Jahren" mit Herrn Delbrück wegen Wiedereintritt« in den Staatsdienst (und auch wegen Eintritts in die Leitung eines Privatunternehmers) verhandelt worden fei, so ist dies doch offenbar etwas ganz Anderes als das Angebot eines Ober» Präsidiums in der gegenwärtigen pmitt'cken Situation mit ihrer Zoll- und Kanalkiists. Wir brauchen wohl nicht erst zu betonen, daß wir im Uebrigen gegen die Berufung eines Liberalen in ein hohes Staats amt gar nichts etnzuwenden haben; wir find durchaus der Meinung, daß auch die höchsten Staatsämier n cht die Domänen einer einzelnen Partei, Volksklaffe oder Konfeffion sein dürfen. Gerade darum fordern wir auch mit Recht eine bessere Berücksichtigung deS katholischen Volkstheils bei der Be setzung aller Staaträmter. Die Liberalen dagegen fordern nur für fich Parität, nicht für die Katholiken.
+ Keine Dollüorfterenz? Die von der gemäßigt-kouseroattven, vielfach o'fiz'ör bedienten .Schlesischen Zeitung' gebrachte und auch von anderer Seite bestätigte Nachricht von einer nahe bevorstehenden Zolltonserenz der leitenden Minister der größeren Bundesstaaten wird jetzt wieder von einigen Blättern bestritten. Dis ,Voff Zig/ fügt jedoch hinzu, daß bei Gelegenheit der bevorstehenden R-ichetagsoerhandlungen über den Zolliarif die Minister der größeren Bundesstaaten möglicher Weise nach Berlin kommen und dann auch Gelegenheit zu Besprechungen mit dem Reiche kavzler haben würden. Wir vermögen zwischen dieser Andeutung und der demenlirten Meldung des schlesischen Blatte« keinen wesentlichen Unterschied »u erkennen.
+ Unseren I re i Händler» ist Heil wider- fahren. Kein Gerinaerer als Herr v. Frege, der frühere Vizepräsident des Reichstages, für den die liberale Presse während seiner parlamentarischen Amtsführung nut Hohn und Spott hatte, ist bei ihr auf einmal zu einer hochbedeut- fam'n politischen Persönlichkeit aoarcltt. Er, der solange er im Reichstage eine Rolle spielte, nicht besser als wie ein politischer C'own behandelt wurde, wird jetzt, wo er nichts mehr zu sagen hat und selbst sei» völliges Ausscheiden aus jeder politischen Thätigkett ankündtgt, plötzlich sehr en ft genommen. Und warum ? Weil er fich unter unwirschen Tadelsworte» gegen seine konservativen Parteigenossen vo» deren Zollpolitik loSgesagt und dir unveränderte Annahme deS Posadow-ky'schen Entwurfes empfohlen hat. Er bezeichnet daS als fein „politisch• wirthschaftlicheS Testament"; man kann eS daher der »Deutschen Taaeizeilung' nicht gar so sehr verübel», daß fie Herrn d. Frege folgerichtig auch ihrerseits zu de» Todte» wirft. Somit ist freilich nicht gesagt, daß eS sür die Konservativen der Gipfel der Weisheit träte, hartnäckig an den hohen Forderungen deS Bundes der Landwirthe festzuhalte». Wenn fie, wie eS das Centrum einmüthig getban hat, fich vorbehaltlos auf be« Bode« der Kommissionsbischlüffe stelle« wollte«, so wäre damit die Stellung der Reichstagsmehrheit — und zwar einer sehr großen M.hrheit — gegenüber der Regierung und den agrarfeindlichen Parteien wesentlich verbessert.
Wahre Höllenqualen waren eS auch, welche Ostmark in seine« Innern fühlte, als er jetzt in den erste» Morgenstunden auS dem Spielsaale von Monte Carlo herauStrat.
Wie war das nur möglich gewesen? Wie konnte er fich so vergessen . . Seine Erziehung, seine Vorsätze, seine Sfrte alS Mann und al« Familienvater! Die Gedanke« pürmten aus ihn ein und zermarterten sein armeS, übernächtigteS Gehirn, daß er meinte, der Schädel müsse ihm zerspringen.
Der innere Kampf prägte fich so deutlich in seinem Gesichte auS, daß einige Diener deS Spielpalastes fich bedeutsame Blicke zuwarfen. •«$ Auge solcher Leute ist durch die lange Hebung und reiche Erfahrung geschärft, und sie haben die strengste Weisung, den „guten Rus" der glärzrnden Hölle zu wahren. E« macht ja immer einen unangenehmen Eindruck, daß so viel Selbst- morde in Monte Carlo nortommen, und doch ist man nach Kräfte» bemüht, derartige Fälle zu verhindern, — wenigstens in der nächste» Nähe der Spielfäle.
Einer der Beamte» näherte fich dem Grafe», zog höflich de» Hut und streckte ihm die Hand mit einer Rolle Goldstücke entgegen: „Sie beabsichtigen abzureisen, mein Herr; die Verwaltung sendet mich, Ihnen ein kleines Darlehen zu mache» . - .*
Der Graf wußte i« Augenblicke »icht, wie ihm geschah. Also für einen Selbstmord^Kandi- baten hielt man ihn und wollte ihn sich mit einem glänzende» Almosen schleunigst vom Hals« fckaffe». Q Ein bitteres Lächeln schwebte umf«inen Mund;
* Aö»tg»Sorg in Ur., 6. Ott. 1902. Der Kaiser ist yeute Mittag 12'/» Uhr unter Salutschüssen hier eingetrcffen. Der Kaiser ließ fich tm Fürstenzimmer des Bahnhofes gleich nach der Ar-kunft Vortrag über die geplante Königsberger Schloßfreibeit halten und nahm dort den Eat- wurf uns Photographien dieses Projektes entgegen. Sodann fuhr der Kaiser im offenen zweispännige» Wagen nach der Kaserne deS Grenadier < Regimentes Kö"ig Friedrich W lhrlm I. (2. osipreußt- scheS Nc. 3). zu deffen Chef sich der Kaiser bei seiner Anwesenh tt zur Erinnerung an daS 200jäh- rige Bestehen des Königreiches Preuße« erklärte. Kurz »ach 1 Uhr traf der Kaiser vor der Kaserne am Steindarnmer Thore ein. Die Mannschaften deS Regimentes hatte« vor der Kaserne Aufstellung genommen und begrüßten den Kaiser mit „Guten Morgen, Majestät!" Der Kaiser begab fich sodann in das Innere der Kaserne, wo ein Frühstück stattfand, an welchem der kom nandirende General, mehrere andere Generäle, das Offizier- KorpS desR-gimentes, sowie als Gast des Kaiser- Fürst za Dohna-Schlobttten theilnahmen.
TAuslänct
• Aaaz, 7. Okt. 1902. Gegenüber der Beschuldigung der englischen Blätter, Krüger habe den Staatsschatz der südafrikanischen Republik nach Europa mitgenommen, erklärt General Botha: „Krüger bat die ganze Staatskasse, bestehend aus 14600 Psd. Sterling i» Baargeld und 48000 Psd. Sterling Regierung-« roten, mit vor seiner Abreise persönlich Übergeben."
® Uaris, 7. Okt. 1902. Frankreich und Siam haben heute einen Vertrag geschloffen, der folgende Bestimmungen enthätt: Frankreich erhält die Provinzen Maluprei und Baffak, sowie da« Gebiet am großen See zwischen dem ProlnoS (?) und dem Prekompongtiam (?) Fluß. Die französischen Truppen räumen Tschantabu«. Siam erhält daS Recht, Truppen nach vmchiede- ne« Punkten auf dem rechten Ufer deS Mekong, welche Siam verbleiben, zu entsende», doch ausschließlich siamesische, von siamesischen Offizieren befehligte Truppen. Siam darf ferner in dem fiamefischen Theile des Flußbettes des Mekong Häfen, Kanäle und Eisenbahnen bauen, doch mit fiamefischem Personal und unter stamestscher Leitung. Ohne Zustimmung der französischen Regierung darf keine Differenzialabgabe für die Benutzung der Häsen, Kanäle und Eisenbahnen in dem Gebiet des Mekong und in ganz Siam erhoben werde». 21 laten, welche auf französischem Gebiete geboren find, oder unter französtschem Schutze siehe», sowie deren Kinder, könne» rote französische Staatsangehörige in die Liste» der französische» Gesandtschaft und der französischen Konsulate in Siam eingetragen werden. Bezüglich anderer Asiaten solle» Frankreich dieselben Rechte zufirhe», welche Siam anderen Mächte» eingeräumt hat.
0 Karis, 7. Okt. 1902. Der Präsident deS CrntralkomiteeS der Kohlengruben Frank« was gab ihm auch die Berechtigung, fich für bester zu halte«, als der Man» da von ihm glaubte.
Doch er faßte sich: „Ich danke Ihnen," erwiderte er. „Ich erwarte »ur einen bekannten Herr», der sich im Saale bi findet."
„Wollen Sie den Herrn nicht sofort rufen lasfin?" fragte der Beamt»,dessen Mißtrauen durch die Ablehnung seines Verbietens noch mehr erregt wurde.
„Dort kommt er bereits," erwiderte der Graf, indem er nach Herr» von Blowitz hinsah, der soeben an« der Halle hervortrat und gerade» WegeS auf ihn zukam
Al« der Beamte die zufriedene, ja ftende« strahlende Miere drS Herankommenden sah, grüßte er höflich und entfernte sich langsamen Schritte-, um seine Aufmerksamkeit andere» Opfern der Spielhölle zu widmen.
Herr von Blowitz schien die verstörte Miene seiner Begleiter- gar nicht zu bemerke».
„Endlich hat fich mein System bewährt," rief er freudig. „Rur schade, daß Sie fich entfernte», gerade als daS Glück a»fing, mir günstig zu »erben . . . Ich wußte eS ja, nach biefet Methode muß man immer gewinne». Ich hätte auch früher schon gewinnen müssen, wenn mir nicht regelmäßig vorher daS Geld ausgegangen wäre. — Höre» Sie »ur mein Grheimntß, ei lan» Ihnen von Bortheil fei»: Zuerst fetzt man 1; hat man verloren, so setzt man 2; verliert man wieder, so fitzt man 4, dann 8, 16 und so weiter, immer da- Doppelle;' da- ist immer 1 mehr al« die Summe alles Vorherge-