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*“• '-mustnrtf Sonntags-Zeflung”, „?uldaer OescbidMIälter' und rofterie-Dsfe.
JUi 229.
Jutöa, Samstag- den 4. Oktober 1902.
29. Jahrgang.
Zechav, «ls Da im Glücke warst.
uno warf eine* Blick auf cen funkelnde» Inhalt,
eS sich d »n? Um 20,000 Gulden, alles Andere habe ich zusammen! — Ha, ha — wer hätte das gedacht, daß der große Backte: Löws-ckhal wegen 29,000 Vulven in Verlegenh-it feis könnte . . . ?"
„Ader Vater, Lies« Tumn;?. maß sich doch auch noch avftreibm [affen; sprich doch nur, Vater, Vielleicht daß ich helfen kann."
Ri telen auf dein Spaziergang über einen kleinen Pfahl am Wege gefallen, war starken Blutorrlust
„Du — helfen? Ein schwaches Mädchen; das täte mit G ldsach-n umzugrhen hatte. Es längt wie Wahnstnri!"
.„Ja, ja, das Glück — daS ist's ja eben. — Weil der Lösenrhal rü,mal sm Glück gewesen War, deshaw freu! sich Jeder, daß er jetzt ge« demüthigt w'rd."
,Uaö bei wem sind die Papiere verpfändet?" „Bet G byard, mein Kind, dem Bankier an
Ässica fr hrrrr kitfeAsdanken wie ein Schwert durch Die Mele. Doch jetzt wer keine Zeit zu nutzloit^ Grübeleien. E . mußte gehandelt wer-
12. Kapitel.
Aufgelöst.
Sier Löwenthal verstand nicht so viel von Geldgeschäften wie manche Andere ihres Gs- schlechtee, aber so vir! wußte fie doch, daß es eine sehe schlimme Sache sei, wenn rin Bar. kier an vertraute W-rchsachen nicht zurück- geben könne.
Hentfches Weich.
Berlin, 3. Oktober 1902.
* Der Berliner Korrespondent des Londoner .Telegraph' meldet, daß de- Deursche Kaiser in Sandringham nicht später als am 8. November eintreff n wird. Er landet in Port-- month, wo die britische AdmiralsflaDe gehißt wird und der Kaiser den Besuch der Kapitäne der dort im Hafen liegenden Flotte empfängt. Der Kaiser bringt für den Kö.-üg ein werthooll s Gebürtstagsasschenk mit. —■ Der Besuch dcS Kaisers i» Königsberg wird für den 6. Ot» loder erwartet; bet Kaiser wird dort eines Vortrag über die Freilegung des Schlosses ertgegennkhmev. — Prinz Heinrich hat einen ihm vomKaiser bewilligten 45tägigen Urlaub ange- treten. Die Vertretung des Pernze« als Geschwader- chef übernimmt Konrreadmira! BmckmhaM.
* Professor Dr. Ottokar Lorenz in Jena veröffentlicht demnächst im dortigen Verlage von Gustav Fischer ei« Werk unter dem Tttel^,K>.iser Mtlhrlm I und die MegrSndnrrg des Akeiche« 1866 bis 1871 nach Schriften und Mit- theiluagen betheiligter Fürsten und Staatsmänner." Lorenz verdankt diese Mtttyeilungen besonders dem verstorbenen Herzog Ernst II. von Koburg, dem Herzog von Meiningen und dem Großhsrzog von Baden. Er hat aber auch andere »ertbooße Materialien benutzen dürfen, besonders das Tagebuch des Großh'rzog« Karl Atexmder von Weimar.
* Mit Bezug auf die vo« den Kmte«- gteerttleK uachgefuchte Audienz beim Kaiser sitzt Prostflor Kekulv von Ltradonitz im »Berliner Tageblatt' „gründlich" auseinander, daß Ausländer nur durch Vermittelung ihrer Gesandten eine Audienz nach suche« könnte«, am prsußischLT Hüfe also selbst Deutsche, die nicht Preußen stnd, nur durch den diplomatischen Vertreter ihres Bundesstaates. Danach müßten die Buren sich der Vermittelung des englischen Botschafters bedienen. Es versteht sich aber vo« selbst, * daß der Kaiser ohne Rücksicht auf alles Zeremoniell ob Zeremonienmeister empfange« kann, wen er will. Er braucht dazu nicht die Vermittelung eines Diplomaten. Der Diplomat wird meist seine Empfehlung von der Erwägung abhängig machen, ob die eine Audienz nach, suchende Person dem Kaiser gucL genehm sein könne. Keineswegs aber ist der Kaiser von der Stellungnahme des Botschafters abhängig. Die „üblichen Formalitäten" sind einzig und allein zum Schutz de« Monarchen gegen unerwünschte Belästig»»« geschaffen, nicht aber aus Rücksicht auf die Regierungen des Auslands. Es ist daher wiederholt vorgekommen und wird auch fernerhin verkommen, daß der Kaiser Ausländer ohne Vermittlung der fremden Gesandten empfängt. Es wird an den Empfang des verstorbenen Cecil Rhodes erinnert.
* Der Unfall, den gestern der Herr Geh. Oberjustizrath Dr. Aistele« erlitten hat, stellt
„Doch, Vater, ich bitte Dich insiä-dig, sage mir deutlicher, was geschehe« ist"
„Was geschehen ist? O — nichts ist ae- schehe«, rein nicht?, ^enigstws nichts Snder.-s, als was bei unser Einem öfters geschieht. Der Bankier Löwenthal brauchte' Geld, und da et gsrade keias hatte, so lieh tr sich welches."
»Aber ist das b-te so etwas Schlimmes?" „O b.-S ist zar nichts Schlimmes, mein Ki»d. Das Schlimmste ist nur, daß die zum Pfands gegebene« Werthpapirre im Kourss sanken und deshalb mein K äuMget das Recht hat, Cie Pap ere zu verkaufe», wenn ich nicht schleur.igst dir Differenz ersetze — nud — dis Papiere — sie fi«d nicht mein Etgenthum . . . Verstehst Du «»«?"
,We»n es aber weiter Nichts ist, wie jene D ffereuz, warum soll sich denn da nicht helfe?, lasten. — Hast Du denn keine» Freund, der Dir mit dem Röthigen aushilst?"
„Steh', wie Du dis Menschen schlecht kennst, Mädchen! Aushtlfen — dem Löwer.?ml! Wer sollte Las thun?"
und Ohnmacht zur Folge hatte. Das Befinden de« Patiente-l hat sich, wie die ,Germania' meldet, bis heute früh wesentlich geb<ff?rt, sodaß von einer Lebensgefahr keine Rede sein kann. Hoffentlich wird Herr Geh. Rath Dr. Rintelen bald wieder völlig hergestellt sein.
* Die Uebetfidfet über die Verhandlungs- Gegenstände des prevtzische« KerM«ya«se» in bet Session vom 8. Januar bis 18 Juni 1902 hat der Direktor des Herrenhauses be» arbeitet und ouSge§eben. Sie ist nach den stmo- graphifchen Berichten Md Drucksachen des Herren- Hauses zusamwei-gestellt und enthält eioe summarische Uedersicht und Zufammrnstellu- g der Gesetze. Bei de« in beiden Häuser» berothenen Vorlagen ist auch das Drucksachenmaterial des Abgeordnetenhauses angegeben; ferner find die im Abgeordnetenhaufe einqebrachten, aber a« das Herrenhaus nicht gelangten Regierungsvorlagen in diese Urbersicht ausgenommen. Die mit bet Angabe des BerathuNKSmatertalz verbundene Zu- sammmsteLung des Drucktachrn-MsterialS des H-rrenhausrs erstreckt sich auf dre stenographischen Berichte derKitzunsen, in welche« der betreffmr-e Gegen stanii brrathen worden ist. I« dieser Urbersicht liegt eine lehr st ißige, vo« Sachver- ständniß und Umsicht in der Anordnung des Groffps zeugenden Thal vor und erweist sich als zuveriäsfiger Rathgebrr im Labyrinth des var- lamentarische« Getriebes.
* Die Berichterstattung über das ge- mmmte Gebiet der IoLtarifvorLage zerfällt in 35 Berichte, die verschiedenen Mitgliedern der Zolltarifkommiists« übertragen worden sind, sieben von ihnen haben mehrere Male zu berichten. Schriftlicher Bericht wird nur über das Zoll- torifzesetz erstattet, und zwar vom Abgeordneten Speck (@tr.).
* Nie chifittch. soziale hielt in
diesen Tagen in Siegen ik n diesjährigen 6. Parteitag ab. In ei r großen öffentlichenVersammlung, mit welcher -erParteitag eingeleitet wurde, ging Reichstes'abgeordneter Hospredigrr a. D. Stöcker in iSngerer Rede auf die Geschichte der christlich-soziale» Partei ein, auf die „groß-n Tage" der Berliner Bewegung. „Unfern Kampf gegen die Sozial- demokratte ließ man sich allenfalls gefallen. Aber als wir snch das Judenthum angreifen mußte», hatten wir's mit vielen verdorben, und e« gab einen schweren, schweren Kampf. Aber wir waren die soziale Avantgarde der Konservativen und bereuen es durchaus nicht. Deren durch diese Verbindung ist die große fatale Gesetz- grbung ungemein gefördert worden. So sind wir zwar mir eine kleine Partei; aber wir sind mächtig durch die Gedanken, die uns beseelen!"
Und is dieser Sage war offenbar ihr Baler — der Ma:m, auf orffen Redlichkeit Häuser gebaut werden konnten, wie sie geglaubt halte. All' diese Rechtschaff-rchrit war nur Bchsm gewesen und hatte in der P üsu«z nicht Stand gehalten. SBur das rovhl auch der Grund, weshalb der Batet M D.pofite;; stets fo ä?M'.ch selbst in i-fam« Privat-Komptste avshob, za welchem von dem Personal Niemand Zutritt hatte?
® 3 Oft. 1902 Ministerpräsident
EambeS forderte 22 Bischöfe, in drren Diö. zesen sich Theolo-en - Seminare, sowie mit denselben zusammenhängende Mittelschulen befinden, mittels RuMschrnbeu auf, iu diesen A"stalten keine Mitglieder des Lazaristen- und M<msten- Orvenk, sondern ausschließlich Weltgristliche als Lehrer zu verwendm. Combes hebt hervor, daß di-Lazaristen lediglich die Bewilligung haben, als MiPonäre im Auslände thätig zu sei«. — Der Ausstand der Grubenarbeiter dehnt sich aus. In bst vergangenen Nacht herrschte ,m Kohlengebtet? von Pas de Calais «roße Unruhs. In 5 Gruben btfhözti stch von 25 000 Arbeitern 8000 im Ausstande. Eia Trupp Ausständiger hat einigen Arbeitswikigen die Scheide« ihrer Häufst eingeworftn. Ernste Zwischenfälle sind nicht vorgekommen. — Das Begräbniß Zolas ist auf Sonntag Nachmittag verschoben.
• Lovdou, 3 Oft. 1900. ©essercl Feld- Marschall Lord Roderts feierte am 1. Oktober feinen 70. Geburtstag und General Gir John Fr euch ward heute 5u Jahre alt. French ist als neuer Kommandeur des 1, Armeeko.pZ soeben zum Generalleutnant ernannt werbt«. — Die zukünftige Besatzung in Südafrika „zur Erhaliunz des Friedrnr« wird größer fein, als man ursprünglich er »artete. Man gibt als E.-tfchulttgung die vrrsteckts Besölteruns an, die NR und für stch durch ihre „totalen Elemente" eigentlich schon genügend Früdenszarantieen bieten sollte. In der Zukunft find vorgesehen für TranSoaal 7 Kavallerie-Regimenter, 9 Bataillons berittene I fantetie, " 27 Bataillons Infanterie md ei s Brigade Artillerie; für Oranje 2 Kavüll-rie Regimenter, 3 Bataillons berittene Jn- fanterie, 8 3«fr terie-Bataillone und 2 Bataillone Artillerie; fir ie Kap-Kolonie 2 Kavallerie. Rrgimenter, 6 b-rittene JLfar-terie - Bataillone, 12 Jnfapterie Bataillone; für Natal wird bis bisherige MaL-' im 2 Kaoalletie-Regsmenter, 3 Bataillone bet tet;e J-rfanteris, 6 Bataillons I». fanterie und Unr Brigade' Artillerie vastärkt werden.
S Kopeuh *, 3.0lt 1902. Der König erhob untetm 1. Oktober den bisherigen Gesandten in Berlin, Kammerhstrn van Vind, unter Ernennung zum Geh. Konferenzrath, von seinem Posten und ernannte an seiner Stelle den bisherigen Gesandten in Paris, von Heger- mann-Lindencrobe, zum Gesandten in Berlin. De« Pariser GesandtschaftSposten übernimmt bet bisherige Gesandte in Rom, von Reventlow.
• Ae» Ao»«, 3. Okt. 1902. In Vene- zuelu ist Prästbsnt Gastro neuerdings in verschiedenen kleinen Gefechten geschlaZen worden und b-findet sich auf dem Rückzug nach Los T- q ies, wo er mit 4000 Mann, die feine ge- sammte Streitkraft bilden, den Gegner erwarte-, will, um eine Entscheidungsschlacht zu liefern. Letzterer, obwohl an Zahl überleg^-, geht äußerst langsam vor. Nach oen bisherigen Erfahrungen ist es aber zweisrlhaft, ob Castro die augekündigte Schlacht liefern oder sich nicht zurückziehen uad da wieder gut zu machen? — Um was hantelt
vielleicht Sen Versuch machen wird, floet Maracaibo zu entweichen. Bei bet Langsamkeit der Bewegungen ist der Ztttpunkt der Entscheidung nicht vorherzufehen. Man glaubt, daß die Vereinigten Maaten, um Ausschreitungen in Caracas vorzubeuee«, im geeigneten Momente Castro den Rarh zutheil [affen werde«, das Feld zu räumen. — Nach eh ern Telegramm aus W-llemstadt toll General Ma tos sich m't Mendoza bei Cama- tagua im Staate Miranda vereinigt laben Die gemeinsamen Streitkräfte zählen 6000 Mann. Am 1 Oktober wurde Castro in der Nähe von Villa de Cura mit 4000 Mann von den Aufständischen zum Rückzug gezwungen. Er steht jcht bei Los Teques. Die Regierungrtruppm wollen die Aufständischen bet Barcelona am 5. Oktober angreifen. Rolando steht mit einem Heere der Busstch difcheA bei Cua.
& Ksp Aaikie«, 3. Okt. 1902. Ueber die Vernichtung be? haitianischen Kriegsschiffes „Cröte-ä Pierrof durch daS deutsche Kanonenboot „Panther" ist dem,Han-?. Cour.' der Brief eines TheilnehmerS zugegangen. aus dem nachfolgende A«gaben von JMereffr find.
Dem „Panther" getan» eS, da? an Ausrüstung und Besatzung wesentlich überlegene Rebellenschtff so voll« stS-idig zu überraschen, daß der ^Panther" auf 200 Meter Längsseite von jenem Schiff lag, dir Kanonen aus daS- !elbs gerichtet, bevor jenes überhaupt von der An wese»« eit deS „Panther" in haitianische» Gewässer» erfahren. Nachdem der „Panther" am 6. September Mittags 12*/» Ubr im innersten Hafen von Gonaives dr» „Ertzte-ü Pierrot" überrascht und ihm daS bekannte Ultimatum gestellt hatte, entstand auf dem haitianischen Schiff eine große Aufregung, anscheinend war ein DiS- put, ob Wiserstand oder nicht. Das mußte auf jede» Fall verhindert werde», und durch eine» scharfen Schuß dicht vor daS Schiff brachte» wir fie i» beschleunigtes Tempo. Die Flagge wurde niedergeholt, und genau »ach 15 Minuten setzte das letzte Boot ab. „Mittler- welle war", so heißt es in dem Briefe weiter, „der erste Offizier mit einem unserer Boote und 12 Leute» von Bord abgegange», um den „Erste" i» Besitz zu nehme». AlS er schon beinahe drüben war, erfolgte im Hinterschiff des „Erste" eine Explosion, die daS ganze Schanzendeck mitfammt der schweren Kanone auf ihm senkrecht in die Höbe drückte und das Hinterschiff in Flamme» setzte. Eisen- und Hvlztheile flogen wohl 150 Meter hoch. Die Rebellen hatten jedenfalls geglaubt, uns mit dem Schiff in die Luft zu sprengen. Gleichzeitig sahen wir im Borschiff Leute an de» noch unversehrte» Kanone» und sonst beschäftigt. Ich lier daher unser Boot zurück und gab Feuer auf das Schiff, worauf einige Menschen über Bord sprangen. W eviel Todte der .Pierrot' hatte, «iffen wir nicht. Da es unmöglich war, das brennende Sch ff zu betrete», in dessen Hinterschiff andauernd Granaten krepirten, emschloffe» wir uns, das Schiff ganz zu vernichte», wartete-, aber noch drei Stunde» damit, um den Deutschen an Land Zett zu laffe», e» Bord zu kommen, wenn sie die? wünschten. AlS fie nicht kamen und die Dunkelheit bald einbriche» mußte, gaben wir noch 20 Schuß mit unseren größte» Kanone» auf dir Theile des Schiffes ab, m denen wir die Munitionskammern vermuthete», und der 20. Schuß aß richtig. Es erfolgten zwei enorme Explosionen, die Stücke Eisen und Holz flöge« zum Glück alle senkcecht in die Lust, sonst wäre es einem norwegischen Dampfer und uns schlecht ergangen, das Schiff brach ausemander, legte sich auf die Seite und sank, was bei uns an Bord mit lautem Hurrah begrüßt wurde. Es war für dir Manuschaft ein harter Tag und ebenso schon die Nacht vorher, wir haben den ganzen Tag, der pifälli» der beißeste im ganzen Sommer war — 85 Grad im Schatten, — weil im Gefechtszustand, ohne Sonnensegel der uns bestrahlenden Sonnenhitze ausgesetzt, zubringen müffen, nur die frohe Küwpfersttmmuug und Aufregung hielt die Mannsckiait aufrecht. Bon dem Durst kann man ich eilten Begriff machen an dem Waflerkonsum. ES t«b zwei Tonne« Trir'wasser verbraucht — SOLO Liter
sich als lange nicht fo schlimm heraus, wt? er in der frühere Tranrvaalgesandte in Europa, tritt der Berliner P. esse geschildert wurde. Nach AuS^z Zeitungsmeld-mgen zufolge in den holländischen sage der behandelnden Ae-zt« ist Herr Geh. Rath Kolontaldienst auf Java ein.
HiH Rechenschaft.
Roman von Paul vom Wildbach.
24 ------(Nachdruck verboten.)
Der Bai krer erwiderte nichts, aber der freundliche Ausdruck schmand aus seinen Zügen und wich einem traurig« • Ernst, »ährend <§ manchmal wie wilder Hohn um seine Mundwinkel spielte und kalte Schauer seinen zusammengesunkenen Körper schüttelien
Die Tochter wurde noch ängstlicher bei der plötzlichen Veränderung, die mit dem Alten vor sich ging. Aber sie glaubte sich fassen zu sollen, um dem schrecklichen Zustand der Zweifels endlich ein Ziel zu fetzen:
„Was immer es auch sein mag," rief sie mit erhobener Stimme, „Vater, ich beschwöre Dich, sage es mir — eher werde ich nicht von D.r lsffrn."
„Du willst nicht von mir lassen — und wenn es etwas Schreckliche« wcks---?"
»Was kann es denn Schiecklicheres geben, als dies« verzehrende Ungewißheil?"
„3a, es kann noch etwas Schrecklicheres geben, wenn zum Brrfvirl . . .** die Stimme versagte ihm.
„O rede, Vater, und ma ; es noch so schlimm sein."
„Ja rede, rede, sagst Du, a'S ob dos Reden etwas so Leichtes märe, wenn die Zunge am Gaumen klebt — ob der Schmach und der Schande!"
„Schmach und Schande sagst Du? O iprich, hat Emil etwas qethan, was ihn — was uns kompromittirt? O, so verzeih' ihm, Vater. Er
A«slaM.
6 Aa-q, 3. Okt. 1902. Der frühere Prä sident Krüger wird sich, wie sitzt feststeht, am 14. d. M rach Mentone begeben. — Dr. Leyds, BWgg «S»S—SS
hat es sicher nur aus Unbedacht geih-rn, aus Leichtsinn, nicht aus Schlechtigkeit---"
»Emil, o ja, er hat auch Schmach und Schande auf sich gehäuft, er ist ein — Falschspieler — aber--*
„Ein Falschspieler — o wie schrecklich!"
„Nicht wahr, wie furchtbar. Aber ich sage Dir, Kind, es ist nichts, es ist das reine Kinderspiel gegen dar, was Dein Vater . . ."
Jeifica schaute erstaunt auf. Die zvsammen- gesunkene G. statt des alten Mannes hatte sich erhoben und stand nun vor ihr — die soeben roch glanzlosen, jetzt auf einmal kigenthümlich funkelnden Augen starr-auf sie gerichtet. ’
„Vater — was ist Dir, Vater!" schrie Jessica und fpra^fl ebenfalls entsetzt auf.
„Ja, Emils Ha«dlu»^»wüsö ist das reine Kinderspiel gegenüber der Demes Vaters!" rief dieser. „Denn ich bin — ein Sieb und Betrüger; — so hat er selber gesagt.---- — Warum
schaust Du mich so sonderbar an? Ja — jo, es ist alles Andere, nur nicht ein Kikrderfp el, rote ich gesagt habe" ~
Br» dm letzten Worten war der Alte wieder kraftlos in den Sessel zurückzesuuke». Die Lugen waren geschloffr«, ftine Häride ober hatte Jessica griffen, drückt; und preßte sie unter zänl chn; Müssen. Sie wußte nicht, hatte sie lir-en GersteS- irren vor stch oder war daZ Entsetzlich?, sas fie da gehö-tt halte, Wahrheit?
„Berubige Dich, lieber Vater," sagte fie end- ltch, als d:e rnüdm Augenlioer fi tz wieder einmal halb öffneten. „Was immer rs auch fei, eS läßt sich ja wohl noch wieder out machen."
„Wieder gut machen? — O, was ist denn
der-, WLLR ÄLußrrstx v rmiedrn werden fostte, und J-sficr wgr daza ertechloffea.
S e b?yib sich auf ihr Zimmer und »ahm aus einer Sch^.'blaro eia zierliches Kästchen. Schnell fiber Du selbst haft doch Manchem wohl- hob fir drrr krmiooll gearbeitetes Deckel empor
der Breiun Straße. . . Ach, mm Du ste aus- lösen lö.i»ttst. . . !"