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29. JahrgMg.

Iutöa, Freitag, bett 3. Oktober 1902.

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* wH* nIDu$trirte SonntagsZeitung,Yuldaer Gescbicbtsblättet* und rofte^nsft

G Großwucher.

Man erinnert sich, daß vor einiger Zeit daS oWöse Organ des russischen Finanzministers für ein internationales Vorgehen gegen die groß­kapitalistische» Rtngbildungen rirtrat. 8s erregte die» berechtigtes Aufsehen, aber nach­dem men anerkannt hatte, daß Rußland bei seine» an sich beachtenSweuhe» Vorschlägen be­sondere Absichten verfolgte, wurde der Wieder» sprach größer als die Zustimmung, uns die Sache schlief wieder ein. Jetzt sorgen die Herre» Groß- kopitalistrn selbst dafür, baß die Nothwendigkeit, ihrer wucherische» Ausbeutung der Völker eine Grenze zu setzen, nicht in Vergeffrnheit gerälh. Durch ihre» Urbermuth hüben sie sich gerade im klassischen Lande derTrusts" und der erwucherten Riesenoermögen, in Amerika, eine Gegenbr« wegung großgezogen, die früher oder später den Trustmännern gefährlich werde» muß. Zwar poche» sie auf ihren Geldbeutel und glauben da­mit in Amerika Alles machen, sich Stimmen, Volksvertreter und am @*be auch Präsidenten kaufen zu könne«, allein selbst in der republika­nischen Partei, die bisher ganz unter ihrer Ober» Herrschaft stand, regt es sich bedenklich gegen die wirthschastltche und politische Tyrannei der Trusts. Bekanntlich hat bereits Präsident Roosevelt, wenn auch zögernd und gleichsam tastend, gewisse Vor­schläge zur Eindämmung der Trusts gewagt.

Wesentlich unterstützt werden die Gegner der letzteren durch den großen Ausstand der Kohlenbergleute von Pennsylvanien. Die ^Hartnäckigkeit, mit welcher das Kohlen- syndika, allen Forderungen der Arbeiter rin schroffe- Nein entgegensetzte, und die riesige Preissteigerung, welche in Folge der künstlich schon vorher beschränkten Kohlengewinnung der Streik verursachte, indem er zugleich die ohnehin geringen Kohlrnoorräthe fgst ganz verschwinden ließ, haben die weiteste» Kreise des Volkes geae» den Trust aufgebracht. Die Erregung und Be- sorgniß ist so groß, daß am Montag eine Maffrn- versammlung t» Detroit die Einberufuna einer großen Nationalversammlung auf den 9, Oktober beschloß, die über die geeigneten Mittel berathe» soll, wie die Beilegung bei Streiks za er­zwingen sei. Auch die Stadtverwaltung in Boston hat ähnliche Schritte getha». Er ist aber auch höchsie Zeit dazu. Sollen doch in Rew-Aork sich nur noch etwa 2000 Tsnnen Kohlen befinden; so viel und noch mehr wird bet großer Kälte mitunter an einem Tage ver­braucht! Sonst find um diese Zett etwa 150000 Tonnen Kohle» in New-Jork vorhanden. Der Preis für die Tonne Antyrazitkohle» ist bereits auf ca. 85 Mark und mehr gesiiegen, d. h. er ist etwa fünfmal so hoch als derzeit in Deutsch­land. Ja Neo-Aork wird bereits die- schlechteste Kohle pfundweise za 2 Eent 8 Pfennig ver­kauft. Und daS an der Schwelle des Winters, wo der Verbrauch noch mehr steigen müßte! Wenn nun gar de» Fabriken, die jetzt schon sich gezwungen sehen, die geringste Kohle zu ver­wenden, die Kohle ganz auSgeht oder unerschwinglich wird im Berhältniß zur Höhe des Verdienstes, und wenn dann Tausende von Arbeitern ans die Straße gesetzt werde», weil die Fabriken de» Betrieb rinstelle», dann kan» me» sich eine Vor-

Giö -Rechenschaft.

Roman von Paul vom Wildbach.

28 ------lNachdrnck verboten.)

Der alte Mann stützte de» Kopf in die ziUer»de Rechte u»d nickte leicht vor fich hin. Was konnte er auf die Rede siineS Sohnes erwidern?--

Er mußte ihm Recht und fich selbst die Schuld neben; hatte er jemals daran gedacht, ihn zu nnem soliden Menschen zu mache»? Er mußte fich gestehen, '» sein Ziel nur gewesen »ar, ihn zu einem glänzenden Repräsentanten in jenen Kreisen zu mache», die chm selbst verschlossen waren. Und »un, da dai Leben andere In» forberunge» stellte, sah er de» gewaltigen Ab- gründ, der fie alle zusammen zu verschlinge» drohte.

Ja, waS für hochfltegende Pläne hatte er, der vom Glück begünstigte Beherrscher der Börse gehegt, und, waS »ar daraus geworden! Alles hatte das nieder,ebrannte Theater in seinen Trümmern mitgeriffen.

Wie er damals dem Tobte entronnen »ar der Kommerzumrath wußte ei bis heute »och nicht. Als er zu« ersten Male wieder zu fich kam, sagte» ihm die Le»te, Woche» seien seit der Katastrophe verfloffen, und er habe die Folgen deS überstandenen Schreckens ei« schwere, hitzig-« F eber durchgemacht.

Wieder dauerte es Woche», bis er fich enduch vom Kranke»lager erhebe» und fich um daS Ge­schäft kümmern konnte. U»d wai mußt« er da erfahren; nicht allein der Brand deS Theaters

stellung von dem Elend machet daS dem ameri­kanischen Volke bevorsteht, wenn nicht schleunigst Mittel gesunde« werden, »m den Streik zu be­ende» und die Hartnäckigkeit der Trust» zu beuge».

In Deutschland würde ma« in solchen Augen­blicke» vielleicht daran denken, durch Verbilligung der Eisenbahn-Tarife und dergl. die Einfuhr aus­ländischer Kohlen in daS Janere de» Landes zu fördern. I» Pennsylvanien find die Eisenbahnen aber größtentheilS in de» Händen derselben Groß- kapitaltsten, denen auch die Kohlengruben gehören. Von welchem Geiste diese Herren beseelt find, er­gibt fich z. B. aus der Antwort, welche der Prä­sident der Philadelphia and Reading-Eisenbahn, an de» man i» der gegenwärtigen Roth appel- lirt hatte, darauf gab; dieser Herr, der den fignifikanten Namen Baer führt, erklärte stolz: Ein Trust-Magnat ist nur Gott für sein Thun verantwortlich!" Gin nettes Gottesgnadenthum der Dollar-Könige! Es ist bezeichnend für die Lage, daß selbst ein Blatt, daS der mit den indu- siriellen Syndikaten so eng verschwägerte» natio- «alliberale» Partei «»gehört, die Berliner, Ratio- nalztg/, den Kohlenarbeiter« gegen den Trust ihre Sympathie ausspricht. Das hindert fie freilich nicht, in derselben Nummer (vom 1. Oktober) gegenüber dem Abkommen der englischen Regie­rung mit der Cunard - Linie, wodurch diese der Ameritanifirung entzogen werden soll, ganz den Standpunkt des amerikanisch- deutschen Großschiff- fahrts-Ringes zu vertreten. Erschiene fie statt in Berlin i» New Aork, so wäre fie jedenfalls auch Feuer und Flamme für den amerikanischen Kohlen­ring. Wo die Geldaeber, da die Sympathie! Die unabhängige Preffe ist umso mehr verpflich­tet, dem Großwucher in jeder Form entgegenzu­arbeiten.

[] Die freisinnige Volkspartei

hat jüngst hinter verschlossenen Thüren ihren Parteitag abgehalten, und ihre Presse hat nachher gerühmt, wieeinmüthig" dann alle Beschlüsse gefaßt worben seien. Es scheint aber doch nicht Alles so sonnig-heiter in der freifinn' n Partei zu stehen, wie es dennoch den Anschein mbea soll. Eugen Richter erklärte selbst, er M parla- meutimüde- und nach der ,Köl«. Zig bedeutet diese» Wort mehr al» eine bloße Redenr art. Da» freisinnige ,Berl. Tagebl.' meint dazu, in der parlamentarischen Arena habe man von einem Nachlassen der Energie Richter» bisher kaum etwa« bemerken können, dagegen habe e» allerdings den Anschein, al« seien die Widerstände, die fich innerhalb der Volk«partei gegen die un­bedingte Unterwerfung unter die tak­tischen und politischen Anschauungen de« Führer« »en Zeit zu Zeit bemerklich mache», etwa« nachhaltiger geworben, und e« wäre nicht unmöglich, baß dies« von Jahr zu Jahr wachsende Gegenströmung e« sei, die Richter den Gedanken an Abdankung nahelege.

Nun ist da« ,Tageblatt' Herrn Richter aller­ding« selbst nicht sehr gewogen. E« hält fich mehr zu de»Wadenstrümpflern", zum Freifinn weib­licher Linie, und e« ist daher nicht au«geschloffen, daß da« .Tageblatt' mit seinen liebevollen Be­merkungen den etwaige» Rücktritteentschluß Richter« noch etwa« zu beschleunigen wünscht. Recht frag- hatte einen ungeheuren Schaden gebracht, auch verschiedene andere Unternehmungen waren fehl- geschlagen.

Der Bankier schob eS der Ungeschicklichkeit seiner Vertreter zu und versuchte nach feinet Gr- nesurg durch verdoppelte Arbeit und -rhöht-n Wagem»th de« Ausfall wieder einzubringen. Aber eS gelang nicht» mehr, Verlust folgte auf Verlust, und bet de» Kennern der Börfenver- hält niste stand die Fttma Löwenthal längst nicht mehr i« dem Rufe der Solidität, den fie früher unbedingt genoß. Ja, in letzter Zeit hörte man sogar «mnkel». ihr Inhaber habe fich schon hier und da zu Operationen verstände», die unter Geldmännern zwar häufig geübt «erde», welche aber, wenn zufällig der Interessent oder der Staat»an«alt daraus stieße, zu den unangenehmsten Konsequenzen führen könnte«.

Ueber all diesen Sorgen und Mühe» «ar der stolze Bankier binnen einem kurzen Jahre zu« stechen Greise geworden, der kaum noch auf den eigenen Füße» zu stehen vermochte.

Das Härteste aber für ihn war, daß sein einziger Sohn ihm gar keine Stütze bot. Gewiß «ar demselben der Niedergang de» Geschäfte» sehr wohl bekannt, aber um so tollkühner stürzte er fich in den Strudel des hauptstädttfchen Leben», und als allmählich Stockung im Zufluß au» der väterliche» Kaffe eintrat, fand ma» ihn immer häufiger inmitten der rontinirten Freibeuter a» irgend einer »errufene» Spielbank.

Wie ost hatte der Bankier seinen Sohn schon angefleht, fich nunmehr mit Ernst de« Geschäfte zu widme«; immer erfolgte dieselbe Antwort: er

lich erscheint un« aber, ob Herr Eugen Richter >er Mann ist, sich durch solche Li-benSwürdigkriteu ortgraulen zu lassen, auf daß die Herren Dr. Barth mb Genossen fich auf seinem Platze breit mache, önnen. Viel eher möchten wir die Stimmung »es alten Haudegens so verstehen, daß er nun agt: Jetzt erst recht nicht!

Freilich hat er eS in den Reihen bet Frei­innigen nicht nur mit Gegnern von rechts, von >e« Wadenstrümpflrrn her, sondern auch mit Gegnern von links zu thun, die zwischen Freifinn, übdeutscher Demokratie und Sozialdemokratie ewig hin- und herprndel», dieNörgler und Eitzendrödler", die Herr Richter in seiner .Frei­sinn. Zeitung' und auch sonst bet jeder Gelegen­heit so kräftig abzukanzeln liebt. Die betroffenen nennen das eine unerträgliche Schulmeisteret und Tyrannei und wollen fich das, hört man fie, nun gewiß nicht länger gefallen kaffen. Freilich hat ma» von Thate» dieser Herren seither wenig vernommen. Gewöhnlich landen fie, wenn ihr Ehrgeiz beim Freisinn nicht befriedigt wird, schließlich bei den Sozialdemokraten. Daß fie meistens Juden find, dürste schwerlich ein Zu­fall sein.

So kritifirte auch dieser Tage in einer Ver- sammlung deS fortschrittlichen Vereins Waldeck ein Herr mit dem klasfische» Namen Mendel- soh» sehr scharf den Hamburger Parteitag der freisinnige» Dott'partei, räsonvirte über den Aus­schluß der Oiffrntl chkeit, über Bevormundung, zu schroffe Haltung gege» über der Sozialdemo- hatte u. s. f. E- drohte m>t der Unzufriedenheit der Wählet, unterstützt vo einem andere» Herrn, der dasFührerwesen" in der Partei besonder- aufs Korn nah«. Wir nehmen solcheNörgelei" nicht tragisch. Immerhin beweise» die verschieden« artigen Kritiker und die eigenen RücktrittSgrdanken Richter», die freilich schwerlich von heute auf morgen sich verwirklichen werden, daß ei an dem gepriesenen Gl ^zschtlde bet Einigkeit der Volks- Partei doch auch einige Rostflecke» gibt, die jeder lobrednerischn> statzpomade hartnäckig widerstehen

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B>r?i«, 2. Oktober 1902.

+ Der prettgiMe Kronprinz, der schon mehrfach Gast de» Herzog- Karl Theodor in Bayer» war, ist wiederum in Kreuth eingetroffen, um 8 bis 10 Tage bei der Familie de« Herzog- zuzubringen. Man sprach früher einmal von derVerlobung de-Kronprinzen mit einer bayerischen Prinzessin. Daran «erden fich Manche jetzt er­innern. DaS Gerücht bleibt aber trotzdem durch­aus uuslaubwürdig.

h Me N«re»ge«erale werbe« am 17. Oktober in Berlin eintr ffen. Die Meldung, daß die Generale auf die Reise nach Deutschland verzichtet hätte», ist unrichtig.

Der All«. Auge« -lichter veröffentlicht i» der,Frets. Ztg.' folgende Erklärung:In Anbetracht de» Umstande», daß verschiedene Blätt-r nach einem unvollkommenen Zeitungsberichte übcr eine scherzhafte Stelle meines Trinksptuche» auf

wollte da- Geschäft übernehme«, wen« der Sätet fich ganz zurückziehe und ihm in Allem oollstäudig freie Hand lassen wolle.

Ader aerade davor fürchtete fich der Rom- «erzievrath.

Du bist nicht clkin da, Emil," sagte er. ,<88 bandelt fich auch um die Existenz Anderer."

Nun, ich sagte e» ja gleich," erwiderte Emil, Du trauest mir nicht; hast Angst, daß ich der Stelluug nicht gewachsen wäre ober Alles ver­schwenden würde."

Du brauchst enorme Summe» Geld, @mlf, woher sollen diese kommen?"

Freilich, ich brauche etwa«--so lange

es geht, ist c« je auch gut."

So lange e« geht . . . sagst Du?"

Nun, wenn e« zu Ende ist dann ist e« eben zu Ende."

Gewiß und weißt Du, daß da« Ende jeden Tag vor der Thür stehen kann? Daß--"

Der Alte brach jäh ab, der junge Lebemann entfärbte fich etwa« bei diesen fast drohend ge­sprochenen Worte». Doch gleich schien er wieder gefaßt und sagte in frivolem Tone:War soll da« mir?"

Weißt Du denn nicht, daß gerade D», der Du sonst nichts gelernt hast, um Dich durch« Leben zu schlagen, zuerst und am härtesten von einem Zusammenbruch betroffen würdest? '

Ich betroffen?" spottete der junge Mensch. Du kennst meine Hilfsmittel nicht, Vater!"

Hilfsmittel hast Du Hilfsmittel? O, dann mache fie flüffig vielleicht kann noch Alle« ge­rettet werben!"

dem Hamburger Parteitage von mmerPenfio- nirung" sprechen, gebe ich die Erklärung ab, daß ich mein Amt nicht nach beendigtem Wahlkampfe, sondern nach Ablauf der nächsten Wahl­periode, also 1908, niederlegen werde. Bis dahin hoffe ich also auch für meine verehrten Gegner der Alte bleibe« zu könne»."

* Herr Reichstagsabgeordnet er Geh. Obsr-Justizrath Zstistele« ist plötzlich schwer erkrankt. Als er heute Nachmittag im Thier- gatten einen Spaziergang machte, erlitt er in der Thiergartenstraße einen Schlaganfall und »rach zusammen. Geheimrath Rintelen, der be­reits im 77, Lebensjahre steht, wurde bewußtlos u seine nahe gelegene Wohnung gebracht. Sein Zustand ist, wie die ,Germania' meidet, nicht unbedenklich.

+ Der preußische Landtag wird nicht rüher berufen als sonst, d. h. erst nach Neujahr. Diese Auffassung, der wir bereits Ausdruck gaben, wird jetzt auch offiziös bestätigt. Der Landtag findet eben vor Neujahr nicht Arbeits- ioff genug vor, und seine beoorstehende Tagung vird fichsowohl nach Umfang wie an Be­deutung" in engen Grenzen halten.

ft Die T«»itüs«misfiow hat such die Vieh- zölle ttn Wesentlichen nach be« Beschlüssen der ersten Lrsusg aufrechterhalte». Am Montag soll »er Bericht für das Plenum verlesen werde»; Berichterstatter ist der bey-rische EentrumSabge- ordnete Oberzollinspektor Speck.

* Ueber die in Borbereitung befindliche Wili- 1Srpe»sts«»-Gesetz«ovelke macht eine Rotte« spondenz Mittheilunge», in welchen es heißt: Ob das Gesetz rückwirkende Kraft für die bereits p-vstonirten OWere haben soll, oder nicht, ist an maßgebender Stelle noch nicht entschieden. Wenn die Novelle ohne blefen Passus vorgelegt wird, werbe« die Btt bündele» Regierungen trotz­dem brr eit willig eisern enlsprechendenVerbefferungs- beschlnß deS Reichstages Folge geben.

* Die chrofftHatew de» »Iranüfurter Aeit««»'. Eine nvthwendige und nütz­liche Betrachtung. Uster dieser lleberschrift veröffentlicht die »Berliner Finanz- und Handels­zeitung' in ihrer Nr. 118 einen drei Seite« lange» Artikel übet das Grschästsgebahre« der Frankfurter Zeitung', sowie der .Kleine» Preffe' und ihreSBetlegerS, des bekannten Herrn Sonne­mann, die solche haarsträubende Einzelheiten ent­halten, daß e» kaum glaublich erscheint, daß so etwas unter der Sonne passtre» kann. Gegen diese von der »Finanz- und Handelszt«.' gekenn- zeichnetenGeschäfte" find, wie das.Frankfurter VolkSblatt' schreibt, die meisten aller bisher zu verzeichnenden Schwindeleien und Betrügereien von Bank- und Actienunternehmen nut knaben­hafte Streiche. Diese Thätizkeit der.Frankfurter Zeitung' erstreckt fich nach dem Berliner Blatte bis in die allerveueste Zeit und spielt auch i» der Sache d-r Trebergesellschaft eine merkwürdige Rolle. Weiter wird noch von dem Berliner Finanzblatte eine Bcoichürr:Laterne über die Äemeingefährlichkeit der .Frankfurter Zeitung' angekündigt. Man darf sowohl auf den Inhalt dieser Broschüre, wie auf die Antwort der .Frank­furter Zettung' gespannt fein.

V verN«, 2. Okt. 1902. Der Reifet hat bei seinem Aufenthalt in Rominten wieder mehrere Hirsche,

Der A'te wir ganz warm geworden bei der Auifibt, d«ß sein Sohn durch seine Verbindungen vielleicht in die Lage gekommen sei, über Gelder zu »et1 IMen. Der junge Mann lächelte über diesen Einfall unb erwiderte:

Hilfsmittel in Dstnem Sinn, solche, mit denen ma etwa fehlende Depot» decken könnte, wohl nicht, aber schließlich genug, um leben zu können. Etwa« wird me» doch gelernt haben, und wer dl« Karte» richtig zu mischen versteht--"

Er brach kurz ab, als habe er zu viel gesagt; der Alte aber hatte die Worte doch aufgefangen.

Wer die Karten za mischen versteht wie soll ick das versiehe?"

Run, wir Du willst, meinetwegen sogar ganz «örtlich schlimmer ist « doch auch nicht, wie Depot« unterschlagen, wa« heute ja vielfach zum ordnungswäßigen Bankgeschäft 'gehören soll."

Du meinst Falschspielen? . . ."

Wer wirb solch ein gemein»« Wort aus­sprechen, Vater," «achte Emil mit ironische« Er­staune»Falschspielen ha, da« riecht ja nach Zuchthaus und Ehrverlust! O, nein, man kann doch auch vorsichtig spielen, wenn Andere fich Blöße» gebe», darin besteht eben die Kunst, und wen» da« Einer richtig versteht, so kann er schon davon leben . - ."

Und wenn Du ertappt und entlarvt wirst?" ..W»tlarvt ha, ha, ha," lachte der I»»ge. Wer soll «ich be»» entlarv»» ? . . . Aber Im Rothfall" er drehte mit sonderbarem Stienen- spiel an de« großen Siegelring a» seine« Zeige­finger.Run, «a« hört ja öfter, daß einer al« ultima ratio zum Revolver greift. Das ist frei-